Montag, 12. September 2022

Podiumserfolg und drei weitere Top-Ten-Platzierungen für Mercedes-AMG Customer Racing beim DTM-Rennwochenende in Spa

Die Mercedes-AMG Kundensport-Teams haben beim sechsten Rennwochenende der DTM auf dem Circuit de Spa-Francorchamps einen Podiumserfolg und drei weitere Top-Ten-Platzierungen erzielt. Im Samstagsrennen bestätigte Maximilian Götz (GER) vom Mercedes-AMG Team WINWARD Racing, Titelverteidiger der Fahrerwertung, seine gute Form und sicherte sich mit Platz zwei sein erstes Saisonpodium. Einen Tag später fuhren sein Teamkollege Lucas Auer (AUT), Luca Stolz (GER) und Mikaël Grenier (CAN) in die Top Ten.

  •     Rennen 1: Platz zwei für Maximilian Götz
  •     Rennen 2: Drei Top-Ten-Platzierungen für die Mercedes-AMG Kundenteams
  •     Lucas Auer verbessert sich in der Fahrerwertung auf Platz zwei

Maximilian Götz holt Platz 2 im ersten Rennen
Foto: Jens Hawrda

Das sechste von insgesamt acht Rennwochenenden der DTM fand auf dem legendären Circuit de Spa-Francorchamps in Belgien statt. Aufgrund der langen Hochgeschwindigkeitspassagen der auch als „Ardennen-Achterbahn“ bekannten Strecke und dem damit einhergehenden erhöhten Kraftstoffverbrauch wurde die Dauer der beiden Rennen auf jeweils 50 Minuten plus eine Runde reduziert.

Rennen 1: Maximilian Götz bestätigt seine gute Form mit erstem DTM-Saisonpodium

Der Samstag hatte mit einem verregneten Qualifying begonnen. Lucas Auer kam mit den schwierigen Bedingungen mit am besten zurecht und sicherte sich mit P3 folgerichtig eine gute Startposition für das Rennen, dicht gefolgt von Maximilian Götz auf P4. Auch Maro Engel auf P6 und David Schumacher (beide GER) auf P7 konnten mit guten Rundenzeiten überzeugen, wurden jedoch aufgrund von Regelverstößen beim letzten DTM-Wochenende auf dem Nürburgring für das anstehende Rennen zurückversetzt.

Beim Rennstart war die Ideallinie auf der Strecke weitestgehend trocken, sodass alle Fahrer auf Slicks begannen. Sowohl Lucas Auer als auch Maximilian Götz erwischten einen guten Start: Die beiden Fahrer vom Mercedes-AMG Team WINWARD konnten bereits in der ersten Runde je eine Position gutmachen und sich so in der Führungsgruppe festsetzen. Ihrem Markenkollegen Maro Engel gelang es sogar, gleich mehrere Konkurrenten zu überholen und sich auf P6 einzureihen.

Der Führende und Lucas Auer konnten sich in der Folge einige Sekunden vom Feld absetzen und lieferten sich ein aufregendes Duell um die Spitzenposition. Als der Österreicher gegen Rennmitte seinen Pflichtboxenstopp absolvierte, kam es allerdings zu Schwierigkeiten mit einer lockeren Radmutter. Auer fuhr zunächst weiter und holte die verlorene Zeit in beeindruckender Manier wieder auf, musste seinen Mercedes-AMG GT3 #22 jedoch sieben Runden später wegen eines Reifenschadens abstellen. Kurz zuvor hatte bereits Maro Engel, der sich mit einer starken Leistung immer näher an die Spitzengruppe herangearbeitet hatte, ein ähnliches Schicksal ereilt: Nach einem Kontakt, der von einem Konkurrenten verursacht wurde, kam es ebenfalls zu einem Reifenschaden, der das Rennen für den Fahrer vom Mercedes-AMG Team GruppeM Racing beendete.

Nun schlug die Stunde von Maximilian Götz: Der amtierende Titelverteidiger der DTM-Fahrerwertung war lange auf der Strecke geblieben und als einer der letzten Fahrer an die Box gekommen. Dank dieser Strategie fand er sich, nachdem alle Konkurrenten ihre Pflichtstopps absolviert hatten, auf P2 wieder. Im weiteren Rennverlauf profitierte Götz von seinen noch neuen Reifen und zeigte mehrere starke Rundenzeiten – darunter auch die schnellste Rennrunde des Tages.

Der 36-jährige Routinier setzte den Führenden immer wieder unter Druck, konnte jedoch keine entscheidende Attacke mehr setzen. So durfte sich Götz nach 50 Minuten plus einer Runde über Platz zwei freuen – seine erste Podiumsplatzierung der DTM-Saison. Zweitbester Mercedes-AMG Pilot war David Schumacher: Der gebürtige Salzburger sicherte sich mit Platz elf sein bislang bestes DTM-Ergebnis.

Rennen 2: Drei Mercedes-AMG GT3 in den Top Ten

Auch das Sonntags-Qualifying begann unter schwierigen Bedingungen: Aufgrund der anfangs noch nassen Strecke konnten die 27 Fahrer erst am Ende der Session gute Rundenzeiten setzen. Von den Mercedes-AMG Piloten sicherte sich Mikaël Grenier (CAN) vom Mercedes-AMG Team GruppeM Racing mit der viertschnellsten Zeit die beste Ausgangsposition für das zweite Rennen des DTM-Wochenendes. Sein Teamkollege Maro Engel und Maximilian Götz fuhren die Startpositionen fünf und sechs heraus.

Lucas Auer, der von Position acht startete, erwischte bei nun trockenen Bedingungen auf der 7,004 Kilometer langen Strecke einen guten Start in das Rennen und konnte bereits in den ersten Runden mehrere Plätze gutmachen. Der Österreicher befand sich nun auf P4 und machte sich umgehend daran, die Führungsgruppe anzugreifen. Als das Boxenstopp-Fenster öffnete, entschied er sich für einen frühen Stopp und lag nach der Hälfte des Rennens boxenstoppbereinigt weiterhin auf Position vier und in Schlagdistanz zum Führungstrio. Mit Mikaël Grenier (P6), Maximilian Götz (P7), Maro Engel (P9) und Luca Stolz (P10) befanden sich zu diesem Zeitpunkt vier weitere Mercedes-AMG GT3 in den Top Ten.

Wenige Minuten vor Rennende schob eine Full-Course-Yellow-Phase das Feld zusammen und eröffnete den nun auf den Positionen vier bis sieben liegenden Mercedes-AMG Piloten die Chance, auf eine Podiumsplatzierung vorzufahren. Nach dem Restart kam es allerdings zu mehreren Kontakten, was im mittleren und hinteren Teil des Feldes diverse Verschiebungen im Klassement zur Folge hatte. Am Ende überquerte Lucas Auer als bester Mercedes-AMG Fahrer auf P4 die Ziellinie, direkt dahinter fuhr Luca Stolz nach Startposition 14 und einer beeindruckenden Aufholjagd auf P5. Mikaël Grenier (P6) sorgte für ein weiteres Top-Ten-Ergebnis für die Mercedes-AMG Customer Racing Teams.

DTM-Saison biegt auf die Zielgerade ein

Noch zwei weitere Rennwochenenden stehen im Kalender der DTM-Saison 2022. Die nächsten beiden Rennen finden am 24. und 25. September auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg statt, das Saisonfinale steigt vom 7. bis 9. Oktober auf dem Hockenheimring. Bestplatzierter Mercedes-AMG Pilot in der Fahrerwertung ist nach wie vor Lucas Auer: Als Dritter nach Spa gekommen, konnte er eine Position im Klassement gutmachen und liegt nach 12 von 16 Rennen aussichtsreich auf Position zwei.

Stimmen zum Rennen in Spa:

Thomas Jäger, Sporting Director DTM: „Unsere Kundenteams haben eine gute Gesamtleistung gezeigt, auch wenn es nicht für ganz vorne gereicht hat. Wir freuen uns sehr über die Podiumsplatzierung für Maximilian Götz am Samstag, im heutigen Rennen haben wir das Beste herausgeholt. Lucas Auer konnte sich sogar auf Platz zwei in der Fahrerwertung verbessern – auch wenn der Abstand zum Führenden recht groß ist. Wir konzentrieren uns nun auf die letzten beiden Events.“

Maximilian Götz, Fahrer Mercedes-AMG Team WINWARD Racing #1: „Das Qualifying am Samstag war super, auch im Rennen hat die Pace gestimmt. Es war traumhaft, endlich wieder auf dem Podium zu stehen und wichtige Punkte zu sammeln. Am Sonntag lag ich trotz des Erfolgsgewichts gut im Rennen und konnte einiges an Boden gutmachen. Dann habe ich gemerkt, dass etwas mit einem Reifen nicht stimmt und musste nochmal in die Box fahren. Sehr schade, denn damit war das Rennen gelaufen. Insgesamt aber ein gutes Rennwochenende – bis auf die letzten 15 Minuten.“

Lucas Auer, Fahrer Mercedes-AMG Team WINWARD #22: „Der Samstag war mit dem Reifenschaden ein bitterer Tag. Heute ist uns im Qualifying leider keine gute Runde gelungen, im Rennen lief es aber gut und ich konnte mich schnell nach vorne arbeiten. Am Ende hat dann etwas Geschwindigkeit gefehlt, Position vier war heute das Maximum.“

Luca Stolz, Fahrer Mercedes-AMG Team HRT #4: „Es war ein durchwachsenes Wochenende, was vor allem mit den Qualifyings zusammenhängt, die beide nicht optimal gelaufen sind. Gestern hatte ich es wegen dem Erfolgsgewicht schwer, nach vorne zu fahren, das hat heute besser funktioniert. Ich konnte mehrere Positionen gutmachen und bin am Ende Fünfter geworden. Ein versöhnlicher Abschluss, dennoch müssen wir am Qualifying arbeiten, um am Red Bull Ring wieder zurückschlagen zu können.“

Mikaël Grenier, Fahrer Mercedes-AMG Team GruppeM Racing #55: „Es war ein gutes Wochenende für uns, wir hatten schon am Freitag eine gute Pace. Das Samstags-Qualifying lief leider nicht gut, sodass ich von weit hinten starten musste. Dann war es schwierig, nach vorne zu fahren. Am Sonntag hat es mir natürlich geholfen, von einer guten Startposition aus ins Rennen zu gehen. In den letzten Rennen gab es Höhen und Tiefen, Platz fünf ist daher ein gutes Ergebnis und ein echter Fortschritt für unser Team. Es ist immer gut, Punkte zu sammeln.“


BMW in Meisterschaftswertung weiter vorn

Sheldon van der Linde fährt am Sonntag in Spa-Francorchamps als Zweiter aufs Podium und baut seine Gesamtführung aus

Sheldon van der Linde baut seine Meisterschaftsführung aus
Foto: Jens Hawrda

Nach drei Siegen ist Sheldon van der Linde (RSA) im Sonntagsrennen in Spa-Francorchamps (BEL) zum vierten Mal in dieser DTM-Saison aufs Podium gefahren. Als Zweiter baute er seine Führung in der Fahrerwertung weiter aus. Bei noch vier ausstehenden Läufen liegt er mit 130 Punkten 32 Zähler vor seinem ersten Verfolger. In der Teamwertung hat Schubert Motorsport 175 Punkte auf dem Konto, 37 mehr als die zweitplatzierte Mannschaft. Neben van der Linde konnten in Spa-Francorchamps auch Philipp Eng (AUT) und Marco Wittmann (GER) in die Top-10 fahren.

Das drittletzte Rennwochenende der DTM-Saison hatte für die BMW M Motorsport Teams zwei Gesichter. Am Samstag taten sich bei Regen im Qualifying und auf abtrocknender Strecke im Rennen alle BMW M4 GT3 sehr schwer. Letztlich war Wittmann der Einzige, der als Neunter Punkte sammeln konnte. Van der Linde ging als Zwölfter leer aus, hatte aber Glück im Unglück, dass auch die meisten seiner Titelkonkurrenten keine Punkte holen konnten.

Am Sonntag bewies van der Linde auf abtrocknender Strecke im Qualifying starke Nerven und fuhr als Zweiter in die erste Startreihe. Von dort übernahm er zunächst die Führung, die er jedoch wegen leichter Probleme beim Boxenstopp an den späteren Sieger Nick Cassidy (NZL, Ferrari) verlor. Dennoch baute er mit den 18 Punkten für Platz zwei und den zwei Zählern für sein Qualifying-Ergebnis die Gesamtführung deutlich aus. Sein Teamkollege Philipp Eng erkämpfte mit einigen starken Zweikämpfen Platz sieben im Sonntagsrennen. Am Samstag war er wegen technischer Probleme ausgeschieden. Wittmann wiederholte im zweiten Rennen seinen neunten Platz vom Vortag.

Esteban Muth (BEL) trat bei seinem Heimspiel in einem ganz besonderen Fahrzeugdesign an. Mit der von der belgischen Prinzessin Delphine de Saxe-Cobourg gestalteten Livery seines BMW M4 GT3 unterstützte Muth die Charity-Organisation „Make-A-Wish“. Er belegte in den beiden Rennen die Plätze 13 und 24.

Das vorletzte Rennwochenende der DTM-Saison findet vom 23-25. September auf dem Red Bull Ring (AUT) statt.


Stimmen zum DTM-Wochenende in Spa-Francorchamps.

Sheldon van der Linde (#31 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Der Sonntag ist super für mich gelaufen. Nachdem ich am Samstag keine Punkte geholt habe, konnte ich nun meine Führung in der Fahrerwertung sogar ausbauen – das ist großartig. Ich denke, ich hätte das Rennen sogar gewinnen können, aber leider haben wir beim Boxenstopp etwas Zeit verloren. So etwas passiert, die Jungs haben ansonsten das ganze Jahr über einen fantastischen Job gemacht. Im Zweikampf mit Nick Cassidy habe ich dann an die Punkte gedacht und nichts Verrücktes versucht. Natürlich sieht es in der Meisterschaft gut für mich aus, aber ich bin bisher immer gut damit gefahren, mich nur auf das nächste Rennen zu konzentrieren. Daran werde ich nichts ändern.“

Philipp Eng (#25 BMW M4 GT3, Schubert Motorsport): „Das war insgesamt ein schwieriges Wochenende für mich. Am Samstag habe ich im Qualifying den falschen Luftdruck für die Reifen gewählt und musste daher weit hinten starten. Im Rennen musste ich aufgrund eines technischen Problems dann aufgeben. Am Sonntag hat der Luftdruck gepasst. Danach hatte ich einen guten Start ins Rennen, generell gute Pace und auch einen guten Restart nach der Gelbphase. Platz sieben bedeuten gute Punkte. Jetzt hoffe ich auf Top-Ergebnisse bei meinem Heimspiel in Österreich.“

Marco Wittmann (#11 BMW M4 GT3, Walkenhorst Motorsport): „Leider wieder ein hartes Wochenende für uns. Zum einen hat uns auch im Vergleich zu unseren Markenkollegen etwas die Pace gefehlt. Zum anderen haben wir leider in den Qualifyings keine guten strategischen Entscheidungen getroffen, was uns in der Startaufstellung jeweils weit zurückgeworfen hat. Positiv war, dass ich mich in beiden Rennen noch in die Punkte kämpfen konnte und dabei viele gute Zweikämpfte hatte. Aber die Ausbeute ist natürlich trotzdem mager.“

DTM Classic Cup: BMW gegen Ford

 Yannik Trautwein gewinnt nach spannendem Duell gegen Ronny Scheer in der DTM Classic

  •     In der Schlussrunde: Entscheidender Konter von Trautwein auf der Außenlinie
  •     Wie am Samstag: BMW siegt vor Ford und Mercedes-Benz
  •     Finale zum DTM Classic Cup vom 7. bis 9. Oktober auf dem Hockenheimring

R. Scheer, K. Koppejan, Y. Trautwein (l-r) © DTM

BMW vor Ford und Mercedes-Benz – der Zieleinlauf zum achten Saisonrennen im DTM Classic Cup war identisch zum Samstagrennen, der Sieger jedoch war ein anderer: Yannik Trautwein erzielte auf der Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps einen hartumkämpften Sieg. Im BMW E36 320is aus dem Team Schnitzer Motorsport Classic feierte der 23-Jährige seinen zweiten Erfolg nach dem Auftaktrennen auf dem Lausitzring. Nach einem sehenswerten Zweikampf mit Trautwein steuerte Ronny Scheer seinen Ford Sierra Cosworth RS500 wie im Samstagsrennen als Zweiter über die Ziellinie, der Niederländer Ko Koppejan wurde im Mercedes-Benz 190E 2.5 Evo erneut Dritter. Damit waren die drei Marken BMW, Ford und Mercedes-Benz, die Ende der Achtzigerjahre die DTM geprägt hatten, erneut auf dem Podium vertreten.

Der 7,004 Kilometer lange Grand-Prix-Kurs von Spa-Francorchamps machte es den Fahrern am Sonntag deutlich leichter als im Regenrennen am Samstag. Dafür war der Spaßfaktor auf der mit 19 Kurven gespickten Strecke umso größer. Schon im Qualifying hatten Trautwein, Scheer und Koppejan die ersten drei Plätze übernommen, gefolgt vom Samstagsieger Marc Hessel, der das Cockpit des BMW E30 320is kurzfristig von DTM-Legende Prinz Leopold von Bayern übernommen hatte.

Vom Start weg entwickelte sich ein unterhaltsames Wechselspiel zwischen Trautwein und Scheer um die Führungsposition. Schon auf den ersten Metern zog Scheer an Trautwein vorbei, der in der Spitzkehre „La Source“ auf der Außenlinie erfolgreich konterte, um sich dann auf der Anfahrt zur legendären „Eau Rouge“ wieder von Scheer überholen zu lassen. Der Dresdener nutze auf allen geraden Streckenpassagen die über 500 Turbo-PS des Sierra Cosworth voll aus, während Trautwein in den Kurvenpassagen die Fahrwerks-Qualitäten des ehemaligen STW-BMW ausspielte. Dieses muntere Spielchen dauerte bis zur Zielflagge, und Trautwein musste alles aufbieten, um in der finalen Runde sich in „Blanchimont“ erneut auf der Außenbahn am Ford vorbeizupressen und somit den Sieg vor Scheer einzufahren. Koppejan musste über die gesamte Distanz seinen dritten Platz gegen Marc Hessel verteidigen, doch der ehemalige BMW-Junior und DTM-Dritte von 1987 kam nicht vorbei und musste sich am Sonntag mit Rang vier begnügen. Hinter Audi-Pilot Thomas Wandel (GER) auf Rang fünf komplettierte ein BMW-Quintet mit Moritz Horn (GER), Mark Verhaegh (NLD), René Ruch (SUI), Jürgen Adi Schumann (GER) und Reinier van Abbe (NLD) die Top Ten.

Beim Finale zum DTM Classic Cup mit Tourenwagen aus den Jahren 1984 bis 2007, vor allem aus der DTM, das vom 7. bis 9. Oktober auf dem Hockenheimring ausgetragen wird, startet der zweimalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey (GER) im BMW 635 CSi als Titelfavorit.

DTM Trophy: Fünfter Sieg für Tim Heinemann

 Tim Heinemann mit großem Schritt zum zweiten Titel in der DTM Trophy

  •     Toyota-Pilot baut Vorsprung in der Tabelle auf 64 Punkte aus
  •     BMW auf zwei und drei: Theo Oeverhaus und Moritz Löhner
  •     Colin Caresani und Samstag-Sieger Daniel Gregor gehen leer aus

Toyota-Pilot Tim Heinemann hat mit seinem fünften Saisonsieg in Spa-Francorchamps seine Tabellenführung in der DTM Trophy weiter ausgebaut © DTM

Tim Heinemann aus dem Team Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing scheint nicht zu stoppen: Im Sonntagsrennen der Talentschmiede DTM Trophy schnappte sich der deutsche Toyota-Pilot auf der legendären Ardennen-Achterbahn von Spa-Francorchamps bereits seinen fünften Saisonerfolg im zehnten Rennen. Auf dem Podium flankierten mit Theo Oeverhaus (GER, Walkenhorst Motorsport) als Zweitplatziertem und Moritz Löhner (GER, FK Performance Motorsport) als Drittplatziertem zwei BMW-Piloten den strahlenden Sieger.

Mit nunmehr 182 Punkten hat Tim Heinemann seinen Vorsprung in der Fahrerwertung auf 64 Punkte auf Colin Caresani (118 Punkte, Project 1 BMW) ausgebaut. Der Niederländer ging am Sonntag in Belgien als 13. genauso leer aus wie Samstagsieger Daniel Gregor (GER), der im Porsche des KÜS Team Bernhard nach einem Reifenschaden vorzeitig ausschied, und der Brasilianer Thiago Vivacqua (Heide Audi). Dritter in der Punktetabelle ist Oeverhaus (115), der mit zwei zweiten Plätzen in Spa-Francorchamps bis auf drei Punkte an Caresani heranrückte. Dahinter folgen vor dem nächsten Gastspiel der DTM Trophy auf dem Red Bull Ring in Österreich (23. bis 25. September) Vivacqua (92), der Franzose Eduoard Cauhapé (72, BWT Mücke Mercedes-AMG) und Gregor (69).

Tim Heinemann, 2020 der erste Champion der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy, ließ auf dem anspruchsvollen 7,004-km-Kurs in Belgien nichts anbrennen. Von der Pole-Position, seiner vierten der laufenden Saison, dominierte er das Geschehen über die gesamte Distanz von 14 Runden. Im Ziel verwies er Oeverhaus um 5,526 Sekunden auf Rang zwei, der in einem einsamen Rennen seine vierte Podiumsplatzierung dfer Saison erzielte. Über mehr als die Hälfte des Rennen fuhr Jacob Riegel (GER), im Aston Martin des Teams Speed Monkeys aus der dritten Position gestartet, auf Rang drei. Dich Löhner wurde im Verlauf des Rennens immer stärker, zog im Schlussdrittel an Riegel vorbei und sicherte sich den letzten Podiumsplatz. Riegel sah die Zielflagge als Vierter.

Riegels Teamkollege Hancke lieferte sich mit den KÜS-Team-Bernhard-Teamkollegen Daniel Gregor und Ricky Capo (AUS) sehenswerte Positionskämpfe. verwickelt. Nach einer Vorteilsnahme durch das Überschreiten der Track-Limits musste Hancke jedoch Gregor zunächst den Vortritt lassen. Kurz darauf bezwang er den Porsche-Youngster im Zweikampf erneut. Doch damit nicht genug, denn in der Schlussphase überholte er auch noch den Mercedes-AMG von Rodrigo Dias Almeida (MOZ, BWT Mücke Motorsport) für Platz fünf. Hinter Hancke und Almeida kamen die beiden Mercedes-AMG von Edouard Cauhaupé und Alexandre Papadopulos (USA, Selleslagh Racing Team) auf die Plätze sieben und acht, gefolgt von den dem Bulgaren Steriyan Folev und Jordan Wallace (beide FK Performance BMW). Wie Gregor schied auch Capo aufgrund eines Reifenschadens vorzeitig aus.

Sonntag, 11. September 2022

Langersehnter erster DTM-Sieg für Neuseeländer Nick Cassidy

  • Erlösung: Cassidy verteidigt bis zum Schluss und fährt ersten DTM-Sieg ein
  • Heiße Rad-an-Rad-Duelle: Spannende Zweikämpfe an der Spitze
  • Topfavorit: Sheldon van der Linde bleibt Meisterschaftsführender

Nick Cassidy (NZL), AlphaTauri AF Corse Ferrari © DTM

Es ist der erste Sieg für den Neuseeländer Nick Cassidy in der DTM. Der 28 Jahre alte Ferrari-Pilot aus dem Team Red Bull AlphaTauri AF Corse setzte sich beim Sonntagsrennen auf dem Grand-Prix-Kurs von Spa-Francorchamps in extrem spannenden Zweikämpfen ganz vorne an der Spitze stets durch. Gestartet von Platz drei, ist Cassidy der glückliche Rennsieger vor Sheldon van der Linde im Schubert BMW und Thomas Preining im KÜS Team Bernhard Porsche. Der Südafrikaner Sheldon van der Linde startete gut, überholte direkt Polesitter René Rast (ABT Sportsline Audi) und führte das Feld an, ehe er Ende der neunten Runde zum Pflichtboxenstopp kam, bei dem es ein Problem vorne links gab und der ihn mit über elf Sekunden die Führungsposition kostete. Nick Cassidy musste fortan die Spitze bis zur letzten Runde mehrfach hart verteidigen.

Nick Cassidy: „Es fühlt sich wirklich fantastisch an, und in dieser Meisterschaft zu gewinnen, ist etwas, das ich schon lange machen wollte. Der Kampf mit René war sehr, sehr hart, genauso wie der mit Sheldon auf den kalten Reifen. Und ja, ich habe alles gegeben, ich hatte nichts zu verlieren, aber ich wollte unbedingt gewinnen, und ich habe nichts ausgelassen.“

Polesitter René Rast war in der Qualifikation am Morgen mit einer Zeit von 2.23,424 Minuten der Schnellste und sicherte sich damit drei Punkte. Nachdem er von Sheldon van der Linde direkt beim Start überholt wurde, touchierte der 35-Jährige im unmittelbaren Duell Nick Cassidy. Mit ihm lieferte er sich einen spannenden Zweikampf über mehrere Runden. Die Berührung hätte ihn eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe gekostet, jedoch musste Rast kurz vor Schluss seinen Boliden mit Reifenschaden abstellen, wodurch er eine Full-Course-Yellow-Phase auslöste. Der Re-Start nur eine Runde vor Schluss machte es noch einmal spannend. Im spektakulären Formations-Start konnte sich Cassidy aber vor van der Linde halten. Der Dritte auf dem Podium war wie schon am Vortag Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (KÜS Team Bernhard).

Der Schweizer Rolf Ineichen fuhr am Sonntag im Lamborghini von GRT Team Grasser Racing die schnellste Rennrunde und verdiente sich damit seinen ersten Punkt in der Gesamtwertung.

Gesamtführender mit 130 Punkten ist auch nach den Rennläufen elf und zwölf Sheldon van der Linde. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Lucas Auer (98 Punkte, Mercedes-AMG Team WINWARD) beträgt mittlerweile 32 Punkte. Dahinter reihen sich René Rast (96) und der Italiener Mirko Bortolotti (94, GRT Lamborghini) in die Riege der engsten Verfolger. Geburtstagskind Lucas Auer startete von Platz zehn, kämpfte sich nach vorn und hatte zwischenzeitlich sehr gute Chancen auf eine Podiumsplatzierung, die er als Vierter letztlich nur knapp verpasste. Weitere Punkte möchte der Österreicher bei seinem Heimrennen in zwei Wochen am Red Bull Ring (23. bis 25. September) sammeln. In Spielberg geht dann der Kampf um den Titel des DTM-Champions 2022 in die vorletzte Runde der Saison. Tickets und weitere Infos zum siebten Rennwochenende gibt es unter www.dtm.com.