Mittwoch, 31. August 2022

Vorschau IDM Red Bull Ring

 Action zu Land und in der Luft inmitten des Alpen-Panoramas

Foto: Jens Hawrda

Es geht in den Endspurt der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) 2022. Vom 2. bis zum 4. September findet auf dem Red Bull Ring in Österreich die vorletzte Wertungsrunde der Saison 2022 statt. Für zusätzliche Spannung sorgt, dass die neue Münzer-Schikane auf dem Kurs in der Gemeinde Spielberg für alle Fahrer Neuland ist und niemand über einen Testvorteil verfügt. 

In der Steiermark geht es Schlag auf Schlag in Deutschlands höchster Motorradrennsportserie. In den IDM-Klassen Superbike, Supersport, Supersport 300 und Sidecar werden jeweils zwei Rennen ausgetragen. Abgerundet wird das Wochenende durch die Läufe zum Northern Talent Cup, Yamaha R3 bLU cRU Cup und dem Austrian Junior Cup. 

Die IDM fährt zum ersten Mal das geänderte Layout der Highspeedstrecke. Die Münzer-Schikane wurde auf dem Weg zur Kurve drei aus Sicherheitsgründen eingeführt, um die Strecke an einer Schlüsselstelle zu entschärfen. Sie war eine der Auflagen für die Durchführung der MotoGP auf der schnellsten Strecke im Kalender. Es handelt sich um einen Rechts-Links-Knick, der hart angebremst werden muss. Somit wird Geschwindigkeit an der kritischen Stelle herausgenommen. Die neue Streckenvariante ist 30 Meter länger als die bisherige, die noch von der Formel 1-befahren wird. Dadurch misst die Strecke jetzt 4,348 Kilometer. 

IDM Superbike

In der IDM Superbike steht mit Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW) der Meister schon vorzeitig fest. Bereits in Assen hat der 28-jährige den Sack zugemacht. Was die Spannung in der Königsklasse keinesfalls mindert. Denn noch immer versucht Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing), den nun vierfachen Champion ein zweites Mal in diesem Jahr zu schlagen. In Oschersleben war es dem 26-Jährigen erstmals gelungen. Alt galt zum Saisonbeginn als Hauptgegner von Reiterberger im Kampf um die Meisterschaft, hatte aber nach drei technischen Ausfällen keinerlei Chance, ihm die Krone streitig zu machen. Für ihn zählt jetzt jedes einzelne Rennergebnis und Alt ist zäh! Hinter den beiden Ausnahmefahrern versuchen die Niederländer Rob Hartog (Team SWPN) und Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zon-BMW) den dritten Platz in der Gesamtwertung unter sich auszumachen. Hartog ist der einzige Yamaha-Fahrer innerhalb einer ganzen BMW-Armada. 

Zum Zünglein an der Waage könnte Leandro Mercado auf der Holzhauer-Honda werden. Der WM-Superbiker aus Argentinien fühlt sich bei seinen Einsätzen auf der IDM-Bühne äußerst wohl. Eine spannende Frage bleibt auch, wie der Einstand von Luca Grünwald bei Honda verläuft. Nach seiner Beinverletzung bei Testfahrten vor der Saison ist er jetzt fit genug, um wenigstens bei den letzten zwei Saison-Events durchzustarten. Der lange verletzte Kawasaki-Fahrer Bastien Mackels hat es nach seiner Rückkehr inzwischen in die Top Ten geschafft. Die Ausfälle von Jan Mohr, Vladimir Leonov, Julian Puffe, und Toni Finsterbusch haben jedoch nicht unwesentlich dazu beigetragen.

IDM Supersport

Yamaha-Zugpferd Max Enderlein (M32 Racing) reist in der Supersport-Klasse mit 66 Punkten Vorsprung vor Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos Racing) an den vom Alpen-Panorama umgebenen Red Bull Ring. Zwischen dem Belgier und dem derzeitigen Gesamt-Dritten Andreas Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) liegen wiederum nur zwölf Punkte Unterschied. Kofler stand in diesem Jahr schon vier Mal auf dem Siegerpodest, aber noch nie ganz oben. Bei seinem Heimrennen wittert der 18-Jährige aus Attnang-Puchheim die ganz große Chance. Thomas Gradinger wird als Zuschauer an den Ring kommen. Der theoretisch zu den Sieganwärtern zählende Oberösterreicher hatte sich in Schleiz schwer an Schulter und Rücken verletzt. Das Eder-Team, zu dem er gehört, schickt trotzdem zwei Österreicher auf dem Red Bull Ring an den Start. Leon Lambing wechselt in das Team und außerdem wird Lukas Trautmann reaktiviert. „Trauti“ gehörte bis 2017 zu den hoffnungsvollsten Talenten der Alpenrepublik, zog sich dann aber aus verschiedenen Gründen zurück. Das Rennfahren hat er aber nicht verlernt.

IDM Supersport 300

Nur ein einziger Punkt trennt Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM-Paligo Racing) und Marvin Siebdrath (Füsport - RT Motorsports by SKM - Kawasaki) in der Nachwuchsklasse Supersport 300. Das Duell heißt nicht nur Österreich gegen Deutschland, sondern auch KTM gegen Kawasaki. Die beiden Titelfavoriten spielen Ping-Pong miteinander. In der kompletten Top 10-Riege ist noch viel Bewegung und kein einziger Fahrer kann sich auf seinem derzeitigen Platz in Sicherheit wiegen. Die Rennen werden oft erst in der letzten Kurve und mit einem Abstand von Tausendstelsekunden entschieden.

IDM Sidecar

Die IDM Sidecar bekommt in der Steiermark Besuch von Tom und Ben Birchall sowie Craig Currie und Justin Sharp. Die Birchall-Brüder sind mehrfache Sidecar-Weltmeister und elffache TT-Sieger.

Am IDM-Rennwochenende in Österreich treffen Superlative am Boden und in der Luft aufeinander. Auf dem Asphalt fährt die IDM, am Himmel im nur zwei Kilometer entfernten Zeltweg findet am 2. und 3. September Europas große Airshow „AirPower" statt. Das ist die große Vorführung der österreichischen Luftstreitkräfte, der Flying Bulls und internationaler Kunstflugstaffeln. Die Nachbarorte Zeltweg und Spielberg in der Steiermark verschmelzen an diesem Wochenende für eine gigantische Show.


Dienstag, 30. August 2022

Sheldon van der Linde gewinnt das Samstagsrennen auf dem Nürburgring und kehrt an die Spitze der Fahrerwertung zurück

Sheldon van der Linde übernimmt am Nürburgring wieder die Meisterschaftsführung
Foto: Jens Hawrda

Am fünften Rennwochenende der DTM-Saison gab Sheldon van der Linde (RSA) seine Rückkehr aus der Sommerpause mit einem perfekten Ergebnis auf dem Nürburgring (GER) bekannt. Am Samstag feierte der Schubert Motorsport Pilot im #31 BMW M4 GT3 seinen dritten Saisonsieg und kehrte damit an die Spitze der Fahrerwertung zurück. Er holte am Sonntag die Pole-Position, fiel aber nach einer Safety-Car-Phase auf den neunten Platz im Rennen zurück. Mit 110 Punkten liegt van der Linde nun 21 Punkte vor seinem nächsten Herausforderer. Philipp Eng (AUT) wurde am Samstag Sechster und punktete damit für sich und sein Team. Schubert Motorsport bleibt mit 149 Punkten an der Spitze der Teamwertung.

Nachdem starker Nebel den Abbruch des Qualifyings verursacht hatte, startete Sheldon van der Linde vom zweiten Platz aus in das Samstagsrennen, was seiner Position in der Meisterschaft entspricht. Die Fahrer mussten warten, bis sich die Sicht verbesserte, bevor sie das Rennen am späten Nachmittag starteten, und van der Linde profitierte auf seinem Weg zum Sieg von einer Kollision zwischen den beiden führenden Autos. Er überquerte die Ziellinie vor seinem Bruder Kelvin van der Linde (RSA, Audi) und verzeichnete eine weitere Premiere; zwei Brüder hatten noch nie zuvor die ersten beiden Plätze auf einem DTM-Podium belegt.

Am Sonntag machten sie da weiter, wo sie aufgehört hatten. Sheldon van der Linde sicherte sich die Pole-Position vor seinem Bruder und erzielte weitere drei Punkte. Zu Beginn des Rennens lag er mit Teamkollege Philipp Eng dahinter in Führung, nachdem er dank eines hervorragenden Starts vom fünften auf den zweiten Platz vorgerückt war. Eine Safety-Car-Phase brachte das Feld jedoch in Unordnung, als alle Fahrer ihre obligatorischen Boxenstopps machten. Beide Schubert Motorsport-Piloten fielen etwas zurück und Eng schied dann nach einer Kollision aus. Van der Linde wurde mit zwei Punkten Neunter.

Walkenhorst Motorsport erlebte ein hartes Wochenende. Marco Wittmann (GER) wurde am Samstag Achter und holte damit einige Punkte. Am Sonntag warf ihn eine außerplanmäßige Fahrt über das Gras während des Neustarts nach der Safety-Car-Phase weit zurück und er konnte sich nicht auf dem zehnten Platz verbessern und erzielte einen Punkt. Esteban Muth (BEL) belegte die Plätze 13 und 16. Der 17-jährige Theo Oeverhaus (GER) gastierte in einem dritten BMW M4 GT3 von Walkenhorst Motorsport und wurde damit der jüngste DTM-Pilot aller Zeiten. Er überquerte die Ziellinie in beiden Rennen als 19.

Montag, 29. August 2022

Wie in alten Zeiten

DRM-Rennwagen der Siebziger liefern sich spannende Kämpfe auf dem historischen Nürburgring

  • Vater-Sohn-Duell am Samstag: Stefan Mücke gewinnt vor Papa Peter
  • Ford-Porsche-BMW-Show am Sonntag – und ein kultiger Opel
  • DTM Classic DRM Cup geht im September am Red Bull Ring in die dritte Runde

M. Wagner, BMW M1 © DTM


Es könnte kaum einen besseren Schauplatz für die Rückkehr der historischen Rennwagen der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) der Siebziger geben als den Nürburgring: Porsche, BMW, Ford, Opel, Alfa Romeo, Chevrolet, De Tomaso – seltene Rennwagen der glanzvollen DRM-Ära lieferten sich in den beiden Rennen zum DTM Classic DRM Cup in der Eifel ein rasantes Schaulaufen. Daran hatten die zahlreichen Zuschauer auf den Tribünen und im Fahrerlager ihre helle Freude. Der sportliche Ausgang war letztlich eine "Family-Affair", denn im Samstagsrennen rang Stefan Mücke im BMW M1 seinen Vater Peter im Zakspeed Ford Capri Turbo nieder, im Sonntagsrennen bei bestem Sommerwetter war die Hitze für den 75-jährigen Peter Mücke der härteste Gegner.

Stefan Mücke (BMW) und Vater Peter (Ford) © DTM


„Das war eine Augenweise, wie Peter Mücke mit seinen 75 Jahren diesen 600-PS-Capri bewegt hat, sein Sohn Stefan hat alles gegeben“, kommentierte Rennlegende Harald Grohs das Samstagrennen und machte keinen Hehl daraus, noch in diesem Jahr in der DTM Classic starten zu wollen. Sonntagsieger Peter Mücke: „Das Auto war wohl schneller als ich. Jedenfalls musste ich hart arbeiten, zumal die Temperaturen im Cockpit nach drei, vier Runden auf 70 Grad anstiegen. Aber es war so geil, ich genieße jede Runde mit diesem einzigartigen Rennwagen.“

Am Samstag, als das Rennen nach langem Warten wegen Nebels erst in den frühen Abendstunden gestartet wurde, erkämpfte sich Ingo Pütz im Porsche 934/5 den dritten Platz auf dem Podium neben Stefan und Peter Mücke. Pütz führte ein Porsche-Trio mit Björn Griesemann und Michael Hess an. Der schnellste BMW, ein 635 nach Gruppe-5-Reglement, wurde vom zweimaligen DTM-Vizemeister Olaf Manthey auf seiner Hausstrecke auf den sechsten Rang pilotiert. Hinter den beiden Porsche von Edgar Salewsky und Hans-Ulrich Kainzinger überquerte eine absolute Rarität die Ziellinie auf Position neun: der Alfa Romeo Montreal nach Gruppe-4-Reglement mit dem Niederländer Donald Molenaar am Steuer. Dietmar Schröder in einem weiteren Porsche RSR 3.0 komplettierte die Top Ten.

Mit dem wunderschönen Zakspeed-Capri, das Ende der Siebziger von Erfolgstuner Erich Zakowski im Nürburgring-nahen Niederzissen entwickelt wurde, fuhr Peter Mücke im Sonntagsrennen auf und davon. Dahinter war es der 23 Jahre alte Nick Salewsky, der im Carrera 911 RSR die Porsche-Meute anführte und vor dem ehemaligen DTM-Piloten Otto Rensing Zweiter wurde. „Kompliment ans Team. Das Auto ist perfekt gelaufen, und am Ende wird abgerechnet“, so Rensing, der ebenso wie Salewsky vom Ausfall wegen Kupplungsdefekt des zuvor zweitplatzierten BMW M1 von Achim Heinrich profitierte. Im Gruppe-5-BMW wurde Peter Schumann Vierter vor Kainzinger und Axel Hagemann mit einem weiteren der bildschönen BMW M1. Dahinter zwei weitere 911 mit Dietmar Schröder und Malte Müller-Wrede. Bemerkenswert: Wolfgang Kaupp schaffte es mit seinem Opel Kadett C (Gruppe 4) als Neunter unter die Top Ten vor Phillip Kennewell im BMW 3.0 CSL, während der einzigartige Opel Commodore von Oliver Steinmetz, Sohn des bekannten Tuners, zumindest am Samstag die Zielflagge sah.     

Die zahlreichen Motorsport-Enthusiasten am Nürburgring nutzen vor allem das lange Warten wegen des Nebels, um die DRM-Boliden aus den Siebzigern und deren Fahrer hautnah zu bewundern, deren Geschichten zu hören und natürlich Autogramme zu ergattern. Einmal mehr erwies sich die DTM Classic als beliebte Ergänzung zum vielfältigen Programm beim „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“. Die DRM-Rennwagen treffen sich in vier Wochen (23.-25. September) wieder zum Finale im DTM Classic DRM Cup, dann am Red Bull Ring in der malerischen Steiermark.

Zweifach-Sieg am Nürburgring

Tim Heinemann gewinnt auch das Sonntagsrennen zur DTM Trophy

  • Vierter Saisonsieg des Toyota-Piloten
  • Porsche-Duo Capo und Gregor aus dem KÜS Team Bernhard auf dem Podium
  • Colin Caresani nach Kollision als Zehnter gewertet

T. Heinemann (GER), Ring-Racing Toyota © DTM

Tim Heinemann krönt ein großartiges Wochenende in der DTM Trophy mit seinem zweiten Doppelsieg der Saison. Im Toyota Supra des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing gewann Heinemann nach 20 Runden auch das zweite Rennen in der Eifel, nachdem er schon am Vortag ganz oben auf dem Podium gestanden hatte. Schon beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring hatte der DTM-Trophy-Champion von 2020 beide Rennen gewonnen.

Spannend war der Kampf um Platz zwei, den die beiden Porsche-Teamkollegen Daniel Gregor (GER) und Ricky Capo (AUS) aus dem KÜS Team Bernhard unter sich ausmachten. Gregor hatte Position zwei seit der Startphase inne, doch Capo legte nach einem schwierigen Rennbeginn eine beeindruckende Aufholjagd hin. Capo fiel von Startplatz zwei bis auf Rang fünf zurück und schnappte sich noch in den ersten Umläufen Mercedes-AMG-Pilot Edouard Cauhaupé (BWT Mücke Motorsport) aus Frankreich und den brasilianischen Audi-Fahrer Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport). Anschließend machte Capo Jagd auf Gregor und verstrickte seinen Teamkollegen in aufregende Zweikämpfe. Wenige Runden vor Schluss war der Australier schließlich vorbei und fuhr den zweiten Platz vor Gregor nach Hause.

Heinemann startete von der Pole-Position in den achten Saisonlauf der Talentschiede auf der DTM-Plattform und kontrollierte das Feld an der Spitze souverän. Im Ziel hatte der Toyota-Pilot 2,209 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger. In der Gesamtwertung baut Heinemann seinen Vorsprung deutlich aus, zwischen ihm und BMW-Pilot Colin Caresani (Project 1) aus den Niederlanden steht es nun 151 zu 112 nach Punkten.

Hinter den drei Bestplatzierten erkämpfte der deutsche BMW-Pilot Moritz Löhner (FK Performance Motorsport) den vierten Rang, gefolgt von Vivacqua, Cauhaupé und Aston-Martin-Fahrer Jacob Riegel (GER, Speed Monkeys). Caresani kam als Achter ins Ziel, fiel durch eine Zeitstrafe wegen des Verursachens eines Unfalls mit Riegels Teamkollegen Nick Hancke jedoch noch bis auf Rang zehn zurück.

Die Saison 2022 der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy geht bereits in zwei Wochen weiter. Auf der legendären Rennstrecke von Spa-Francorchamps in Belgien stehen die Saisonrennen neun und zehn auf dem Programm.

Sonntag, 28. August 2022

Luca Stolz triumphiert erstmals in der DTM

  • Heimsieg für Mercedes-AMG Team HRT – Sheldon van der Linde weiter Spitzenreiter
  • Superknappes Qualifying: 20 DTM-Rennwagen in nur 0,326 Sekunden
  • Schon in zwei Wochen: Sechstes DTM-Rennwochenende in Spa-Francorchamps

Erster DTM-Sieg für Luca Stolz
Foto: Jens Hawrda

Zweite DTM-Gala am Nürburgring: Nach dem ersten Doppelsieg der Brüder Sheldon und Kelvin van der Linde der DTM-Geschichte am Samstag feierte Luca Stolz am Sonntag seinen ersten Sieg in der Traditionsserie. Der 27-Jährige aus Brachbach im Westerwald bescherte seinem Mercedes-AMG Team HRT mit Sitz im Gewerbepark Nürburgring in Meuspath einen viel umjubelten Heimsieg beim DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG. Zweiter in einem intensiven Rennen wurde der Norweger Dennis Olsen im Porsche von SSR Performance, als Dritter durfte Auftaktsieger Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG) beim 90. DTM-Rennen auf dem Nürburgring aufs Podium klettern.

„Endlich! Endlich!“, jubelte Luca Stolz nach der Zieldurchfahrt im Funk, ein Jahr nach seinem Gaststart in der DTM an gleicher Stelle. „Es ist grandios! Der Boxenstopp war ausschlaggebend. Danke Euch allen“, so Stolz, der seiner Crew eine Kiste Bier versprach. In der Meisterschaft verteidigte der dreimalige Saisonsieger Sheldon van der Linde (RSA), der das Sonntagrennen nur als Neunter beendete, mit 110 Punkten seine Führung. „Nach dem Re-Start nach der Safety-Car-Phase war mein Rennen quasi gelaufen. Auch wenn noch sechs Rennen ausstehen, bin ich für den Titelkampf zuversichtlich, wir haben ein starkes Auto“, so der BMW-Pilot des Teams Schubert Motorsport. Mit 89 Zählern ist Mirko Bortolotti (ITA) unverändert Zweiter, obwohl der Lamborghini-Werksfahrer wie schon am Samstag gegen Felipe Fraga (BRA, Red Bull Ferrari) auch am Sonntag im Kampf um Platz vier gegen Kelvin van der Linde (RSA, ABT Audi) in der Schlusshase zu ungestüm zu Werke ging und dieses Wochenende somit insgesamt 28 mögliche Punkte leichtfertig wegwarf. Auer rückte mit 85 Zählern vorbei an René Rast (GER, 81) auf Rang drei vor, Luca Stolz ist mit 73 Zählern nun Tabellenfünfter.

Die erste Sensation des Tages lieferte das Qualifying am Sonntagvormittag. 20 Autos lagen innerhalb von nur 0,326 Sekunden – ein Beleg für die unfassbare Leistungsdichte in der DTM Jahrgang 2022! Und wie im Samstagsrennen waren es die Brüder van der Linde, die herausragten: Sheldon van der Linde im Schubert BMW eroberte die Pole-Position, sein Bruder Kelvin war im bislang engsten Zeittraining der Saison um eine Hundertstelsekunde langsamer und sicherte sich Startplatz zwei. Mirko Bortolotti war Viertschnellster, aufgrund der Strafe vom Vortag wegen der Kollision mit dem führenden Felipe Fraga  bedeutete das jedoch Startplatz neun.

Mit dem großen Starterfeld von 28 GT-Rennwagen absolvierte die DTM auf der 3,629 km langen Sprintstrecke des Nürburgring – anders als am Vortag bei bestem Sommerwetter – einen Bilderbuch-Start. Philipp Eng (AUT) schob sich von Startplatz fünf gekonnt hinter seinen Teamkollegen Sheldon van der Linde auf Rang zwei vor, dahinter folgten Dennis Olsen  im SSR Porsche, Thomas Preining (AUT) im KÜS Team Bernhard Porsche, Luca Stolz im HRT Mercedes-AMG, während Kelvin van der Linde einiges an Boden verloren hatte.

David Schumacher (GER) im WINWARD Mercedes-AMG sorgte in Runde vier für eine Vorentscheidung, als er in der Zielkurve den ABT Audi von René Rast (GER) touchierte, der sich daraufhin ins Kiesbett drehte. Beide schieden aus, und der Zwischenfall löste eine Safety-Car-Phase aus. „Ich bin wie gestern wieder abgeräumt worden, so macht das keinen Spaß“, schimpfte der dreimalige DTM-Champion. Wie so oft in der DTM, wirbelte der Re-Start das Feld ordentlich durcheinander. Stolz fand sich nach perfektem Boxenstopp in Führung wieder, vor Olsen, Lucas Auer, Kevin van der Linde und Bortolotti, der große Nutznießer diese Phase, während Sheldon van der Linde auf Rang zehn der großer Verlierer war. An der Spitze setzte sich Luca Stolz mehr und mehr ab und brachte seinen ersten Sieg souverän nach Hause, vor Olsen und Auer.

In der DTM gibt es nach den beiden spektakulären Rennen am Nürburgring keine Verschnaufpause. Schon in zwei Wochen (09.-11. September) folgt auf dem belgischen Grand-Prix-Kurs von Spa-Francorchamps bei den Saisonrennen elf und zwölf der nächste Schlagabtausch, ehe der Titelkampf auf dem Red Bull Ring (23.-25. September) und in Hockenheim (7.-9. Oktober) auf die Zielgerade einbiegt.