Dienstag, 16. August 2022

DTM Classic liefert packende Positionskämpfe auf dem Nürburgring

  • Däne Steffen Lykke Gregersen feiert ersten Sieg im BMW
  • Vortagessieger Ronny Scheer Zweiter vor Norisring-Sieger Gerhard Füller im Opel
  • Zweimaliger DTM-Vizemeister Roland Asch: Pole-Position, aber kein Glück im Rennen

Platz 2 am Sonntag für Gerhard Füller im Opel 
Foto: Jens Hawrda

Das rasende Geschichtsbuch der DTM sorgte auch im Sonntagsrennen beim 49. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring für beste Motorsport-Unterhaltung. Packende Positionskämpfe im gesamten Starterfeld und am Ende drei Marken auf dem Podium prägten den sechsten von zehn Läufen zum DTM Classic Cup, in dem vor allem Fahrzeuge der DTM-Ära von 1984 bis 2007 an den Start gehen. Bei Kaiserwetter in der Eifel eroberte der Däne Steffen Lykke Gregersen im BMW M3 E30 einen überlegenen Sieg. Der Vortageszweite distanzierte den Vortagessieger Ronny Scheer (GER) im Ford Sierra RS500 um 27 Sekunden. Dritter wurde wie schon im Samstagrennen Norisring-Sieger Gerhard Füller (GER) im Opel Vectra, der dritten Marke auf dem Podium.

„Wie am Samstag gab es auch im heutigen Rennen einen spannenden Kampf, allerdings nicht für lange, dann war ich vorne ziemlich einsam“, berichtete Steffen Lykke Gregersen, der seinen ersten Start im DTM Classic Cup absolvierte. „Das war nicht mein letzter Start, es hat viel Spaß gemacht.“ Sichtlich zufrieden war auch der Dresdner Ronny Scheer aus dem Team BWT Mücke Classic. „In der Schlussphase konnte ich das Potenzial des Autos nicht voll ausnutzen, da ich Vibrationen spürte. Ich wollte aber unbedingt ins Ziel kommen, so war es sehr schwer, Gerhard Füller hinter mir zu halten.“

Für einen kleinen Paukenschlag hatte am Morgen Roland Asch gesorgt. Der zweimalige DTM-Vizemeister war erstmals mit einem AMG-Mercedes 190E Evo 2.5-16V am Start, genau jenem Auto in Original-Sonax-Lackierung, mit dem er 1993 DTM-Zweiter geworden war. „Es macht so unglaublich viel Spaß, dieses Auto wieder zu fahren zu können“, sprudelte es aus dem mittlerweile 72-jährigen Ammerbucher heraus. Im Rennen hatte Asch allerdings Pech, denn sein Kampf um Platz zwei endete nach nur vier Runden mit einer großen Rauchwolke.

Neben dem Kampf um Rang zwei mit Scheer, Füller und dem letztlich viertplatzierten Moritz Horn (GER) im ALPINA-M3 E30 lieferten sich Guido Momm (GER) im ehemaligen Ford Mustang von Gerd Ruch, Peter Schumann (GER) im BMW 635 CSI, der am Vortag von DTM-Vizemeister Olaf Manthey gesteuert wurde, und Matthias Jochen (GER) im Original-Gilden-Kölsch-Opel Monza einen beherzten Dreikampf, der mit der ersten Top-10-Platzierung für Lokalmatador Momm aus dem Nürburgring-nahen Kelberg endete. Eine starke Leistung zeigte auch der ehemalige DTM-Pilot Leopold Prinz von Bayern (GER) im BMW 320i E30. Der 79-Jährige erkämpfte sich einen bemerkenswerten achten Rang. Bester Fahrer der drei gestarteten Volvo 850 war Klaus Niesen (GER) auf Rang 13.

Schon in zwei Wochen (26.-28. August) gastiert die DTM Classic erneut in der Eifel. Beim „DTM Nürburgring powered by Mercedes-AMG“ gehen im DTM Classic DRM Cup die Rennwagen der Siebziger aus der ehemaligen Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) an den Start.


Tolle Show, spannendes Rennen

weiter Saisonsieg f+DTM Classic Cup begeistert Zuschauer beim 49. AvD-Oldtimer-Grand-Prix

  • Erfolgsgeschichte: Zweiter Saisonsieg für Ronny Scheer im Mücke-Ford RS 500
  • Enges Rennen: Top Drei innerhalb von 0,754 Sekunden
  • Enorme Hitze: Sommerliche Temperaturen sorgen für extra Herausforderung

Zweiter Saisonsieg für Ronny Scheer
Foto: Jens Hawrda

Beim 49. AvD-Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring, dem einzigen Auftritt der DTM Classic außerhalb ihrer eigenen Rennwochenenden, sorgte der DTM Classic Cup mit Autos aus den Jahren 1984 bis 2007 schon am Samstag für Begeisterung. In einer spannenden Schlussphase setzte sich der Dresdener Ronny Scheer im Ford RS 500 aus dem Team BWT Mücke Classic durch und überquerte die Ziellinie nach 13 Runden als Erster. Nur eine gute halbe Sekunde hinter ihm belegte der Däne Steffen Lykke Gregersen, der lange Zeit das Rennen anführte, im BMW M3 den zweiten Platz. Gerhard Füller kam im Opel Vectra als Dritter ins Ziel. Die Top Drei trennten nur 0,754 Sekunden.

Die sommerlich-heißen Temperaturen hatten am Samstag auch Auswirkungen auf die Technik. So konnte das schnellste Auto aus dem Qualifying, der Opel Calibra 2.5 V6 4x4, eingesetzt von BWT Mücke Classic, wegen eines Problems mit einem Ventilschaft im Rennen gar nicht erst antreten. Damit nahm Yannick Trautwein im BMW E36 des Teams Schnitzer Classic das Rennen von der Spitze aus in Angriff, musste es aber wegen eines Leistungsverlusts vorzeitig beenden. Auf den Plätzen drei und vier starteten der Däne Steffen Lykke Gregersen und Gerhard Füller im Opel Vectra STW. Beim Start setzte sich Gregersen gegen Trautwein durch und setzte sich in Führung, die er bis zur zehnten Runde behielt. Dann jedoch setzte Ronny Scheer, der sich im Ford Sierra von Startplatz sechs souverän durchgekämpft hatte, zum Überholen an und übernahm die Führung. Drei Runden später fuhr er seinen zweiten Saisonsieg nach Hause, hatte in der Schlussphase aber die heftig attackierenden Gregersen, der seinen ersten DTM Auftritt als zweiter beendete, und Füller, der schließlich Dritter wurde, im Nacken.

„Es ist ein wunderschönes Gefühl, in diesem Rahmen hier zu gewinnen“, sagte Sieger Ronny Scheer direkt nach dem Rennen. „Es war ein toller, absolut schöner, fairer Kampf um Platz eins.“ Auch Steffen Lykke Gregersen lobte das faire Miteinander: „Es war am Ende richtig eng und in der letzten Kurve waren wir zu dritt nebeneinander, aber es gab keine Berührungen. Ich bin richtig glücklich mit dem Ergebnis und hoffe, morgen nochmal einen Platz gut machen zu können.“

Moritz Horn kämpfte rundenlang sehr eng mit Leonard Batenburg und Marc Hessel. Die drei BMW-Markenkollegen kamen nach mehreren Positionswechseln in dieser Reihenfolge auf den Plätzen vier bis sechs ins Ziel, vor Thomas Wandel im PS- und lautstarken Audi 200 quattro. Der Österreicher Willy Salzgeber (Audi A4 STW), DTM-Legende Olaf Manthey (BMW 635 CSi) und Markus Reich (AUT, Audi A4 STW) komplettierten die Top Ten.


Dinamic Motorsport debütiert im ADAC GT Masters

  • Gaststart in der Deutschen GT-Meisterschaft am DEKRA Lausitzring
  • Porsche-Piloten-Duo vertraut mit der Rennserie
  • Family & Friends Festival lockt mit tollem Programm und einmaligen Preisen ab 5 Euro

Dinamic Motorsport gibt am DEKRA Lausitzring sein Debüt im ADAC GT Masters
Foto: ADAC-Motorsport

Das Interesse am ADAC GT Masters ist ungebrochen groß. Beim fünften Saisonstopp absolviert Dinamic Motorsport einen Gaststart und gibt damit sein Debüt in der Deutschen GT-Meisterschaft. Im Rahmen des Family & Friends Festivals am DEKRA Lausitzring schickt das italienische Team Klaus Bachler (31/AUT) und Adrien De Leener (33/B) in einem Porsche 911 GT3 R in die Rennen neun und zehn. TV-Partner NITRO überträgt die Läufe des ADAC GT Masters am Samstag und Sonntag jeweils ab 12:30 Uhr live.

Das Team aus Reggio Emilia in Norditalien wurde 2011 von Maurizio Lusuardi gegründet und ist seitdem vor allem in den Porsche Markenpokalen am Start. 2019 folgte das Debüt in der GT World Challenge, auch in der 24H Series ist die Mannschaft aktiv. Nun ergänzt das ADAC GT Masters als eine weitere Top-Serie die Teamhistorie von Dinamic Motorsport. „Wir werden die Gelegenheit haben, die Serie kennen zu lernen und wichtige Daten zu sammeln. Außerdem prüfen wir auch ein mögliches Engagement im Jahr 2023“, sagt Team Manager Giuliano Bottazzi. Mit ihrer Fahrerwahl setzt die Mannschaft auf zwei routinierte ADAC GT Masters-Piloten für den Gaststart am DEKRA Lausitzring. Sowohl Klaus Bachler als auch Adrien De Leener sind in der Vergangenheit bereits in der Deutschen GT-Meisterschaft angetreten und kommen zusammen auf fast 150 Rennen.

Adrien De Leener: „Zunächst einmal freue ich mich sehr darauf, wieder im ADAC Masters zu fahren, insbesondere mit Dinamic Motorsport und zusammen mit Klaus an den Start zu gehen. Gemeinsam haben wir 2018 gute Resultate erzielt. Die Konkurrenz in dieser Meisterschaft wird wie immer sehr stark sein, denn die Qualität der Teams und Fahrer ist erstklassig. Für Dinamic Motorsport ist es der erste Auftritt im ADAC GT Masters und die Crew bereitet sich akribisch auf diese Premiere vor. Klaus ist in diesem Jahr schon mit den neuen Reifen von Pirelli gefahren, so dass wir eine gute Ausgangsbasis für das Wochenende haben sollten. Wir werden unser Bestes geben, um das Maximum herauszuholen und ein gutes Ergebnis für das Team zu erzielen.“

Neben spektakulärem Motorsport erwartet die Besucher beim Family & Friends Festival eine einzigartige Mischung aus Technik-Highlights, Spaß, Shows, Präsentationen und ein Blick hinter die Kulissen des DEKRA Lausitzring. Spannende Erlebniswelten können auf dem gesamten Gelände erkundet werden und sind über einen Shuttle-Service schnell und bequem erreichbar. Auch Musikfans kommen auf ihre Kosten. Am Samstagabend tritt das deutsche DJ-Duo „Gestört aber geil“ auf und sorgt für ordentlich Stimmung. Tickets sind an diesem Wochenende für einmalig günstige Preise bereits ab 5 Euro online unter adac.de/motorsport zu haben. Für Kinder unter 16 Jahren ist das abwechslungsreiche Event in Begleitung eines Erwachsenen kostenfrei.

Markus Reiterberger kassiert Titel Nummer 4

Markus Reiterberger holt zum vierten mal den IDM Titel
Foto: Jens Hawrda

Mit den Rennen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem TT Circuit im niederländischen Assen bog die Serie am vergangenen Wochenende auf die Zielgeraden der Saison 2022 ein. Das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW unter der Leitung des Belgiers Werner Daemen und des Deutschen Andy Gerlich reiste dieses Mal nur mit drei Piloten an, um in der IDM Superbike anzutreten. Am Start waren der Deutsche Markus Reiterberger, der Niederländer Pepijn Bijsterbosch und der Pole Kamil Krzemien. Von zuhause musste der verletzte Österreicher Jan Mohr die Rennen per Live-Stream verfolgen.

Markus Reiterberger musste in den letzten Tagen seine gute physische Kondition unter Beweis stellen. Denn wenige Tage zuvor war er noch bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft im japanischen Suzuka unterwegs und hatte bereits einen Tag nach seiner Rückkehr die Reise in die Niederlande angetreten. Dort erwarteten ihn und seine Fans neben hochsommerlichen Temperaturen auch Dauer-Konkurrent Florian Alt und mit dem Franzosen Loris Baz ein Gast aus der WorldSBK.

In den Trainings am Freitag und Samstag hatte Reiterberger seinen Laden im Griff und sicherte sich erneut die Pole-Position. Auch wenn er wie alle anderen mit dem spärlichen Grip des Assen-Asphalts zu kämpfen hatte. «Der wird sich schon noch was einfallen lassen», erklärte Reiterberger schmunzelnd in Richtung Baz. Und er sollte recht behalten. Bis über die Ziellinie des ersten Rennens ließ der Franzose nicht locker und war in absoluter Schlagdistanz. Doch Reiterberger ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und schnappte sich den ersten Tagessieg mit einem Vorsprung von dezenten 0,046 Sekunden.

Lauf 2 ging dann für den Sieger aufgrund der umgekehrten Reihenfolge aus der dritten Reihe los und auch da kristallisierte sich nach wenigen Runden wieder das Match Reiterberger vs. Baz heraus. Doch auch da sollte Reiterberger die Oberhand behalten und sich mit einem sehenswerten Schlussspurt den Sieg Nummer 2 holen. Doch nicht nur das. Sein Mitstreiter um den Titel, Florian Alt, wurde bei seinem Assen-Ausflug vom Pech verfolgt. Noch Dritter in Lauf 1, strandete er im zweiten Lauf mit einem Motorschaden im Aus und konnte keine Punkte machen. Für Reiterberger war nach einem weiteren Doppelsieg damit der Weg frei zum vorzeitigen Titelgewinn. Denn bei noch zwei ausstehenden IDM-Wochenenden, wo es es noch maximal 100 Punkte zu holen gibt, liegt Seriensieger Reiterberger mit einem Vorsprung von 107 Zählern uneinholbar an der Spitze.

»Für Flo tut es mir wirklich leid», erklärte der nun vierfache IDM-Titelträger. «Er hatte einfach riesiges Pech diese Saison, denn er war wirklich kein einfacher Gegner für mich und ist starke Rennen gefahren. Umso stolzer bin ich, dass mein Team es geschafft hat, mir so ein tolles Bike hinzustellen. Wir hatten keine Ausfälle zu verzeichnen, was mich unglaublich froh und stolz macht. Ich danke meinem Team, die auch an diesem Wochenende wieder super Arbeit geleistet haben. Ich freue mich sehr, dass ich sie vorzeitig mit dem Meistertitel dafür belohnen konnte. Das war ein richtig geiles Wochenende.»

Pepijn Bijsterbosch hatte sich für sein Heimrennen bereits eine Woche zuvor beim mit 75.000 Fans besuchten Jack’s Racing Day auf der GP-Piste warmgefahren und sein Ego mit zwei Pokalen ordentlich aufpoliert. Ihm zur Seite stand in Assen auch der IDM Superbike-Meister Ilya Mikhalchik. Der Ukrainer hatte im Vorjahr in Assen den IDM-Doppelsieg geholt und kennt sich auf der Strecke entsprechend aus. «Ilya hat mir Freitag und Samstag als Riding Coach echt gut geholfen», lobt Bijsterbosch seinen Teamkollegen aus dem Vorjahr. «Er hat an der Strecke geschaut, in welchem Bereich wir noch etwas verbessern können. Bei der Linie oder auch wie sich das Motorrad im Vergleich zu den anderen verhält. Es waren richtig gute Tipps von einem richtig schnellen Fahrer. Das ist immer gut und es hat mich gefreut, dass er da war.»

Nach den Qualifyings ging das erste Rennen für Bijsterbosch von Startplatz 4 los und er mischte lange im Kampf um einen Podestplatz mit. Als Fünfter kam er im Ziel an. Das wiederum bescherte ihm durch das Reverse Grid-Verfahren für das zweite Rennen einen Startplatz in der ersten Reihe. Wieder ging es für Bijsterbosch um einen Podestplatz. Im Ziel fehlten ihm dann gerade mal 0,036 Sekunden auf WM-Pilot Leandro Mercado und den dritten Platz. «Es war ein schönes Wochenende in Assen», meinte er dennoch am Ende des Tages. «Nachdem wir im Training gut gearbeitet haben, hatte ich in der Anfangsphase des ersten Rennens ein sehr gutes Gefühl mit dem Motorrad. Als der Tank leer war, hatte ich einige Probleme, das Motorrad richtig einzulenken. Eine kleine Änderung für das zweite Rennen hat sich dann ausgezahlt. Ich konnte das ganze Rennen über pushen. Für einen Podestplatz hat es leider nicht gereicht. Aber ich habe gut Punkte geholt und bin zufrieden.»

Kamil Krzemien war wieder voller Motivation zum fünften von sieben IDM-Events gereist. In den Trainings hatten er und seine Crew noch ein wenig mit der Technik zu kämpfen und er musste sich mit Startplatz 13 begnügen. Im ersten Rennen war der Pole dafür glänzend unterwegs und hatte ein Top-Ten-Ergebnis vor Augen. Doch es sollte nicht sollen sein. In der Schlussphase des Rennens tauchte Krzemien nicht mehr an seiner Position auf dem Zeitenmonitor auf. Er war mit seiner BMW im Kies gelandet und rollte anschließend mit zerschrammtem Motorrad und angekratztem Ego an die Box.

«Ich hatte mich echt stark gefühlt», beschreibt er sein Rennen. «Es lief gut, bloß hatte ich mit dem Grip am Vorderrad ein wenig Ärger. Ab Mitte des Rennens war ich da ziemlich am Limit unterwegs und ich habe alles versucht, um sitzenzubleiben. Am Ende ist mir dann doch das Vorderrad eingeklappt. Ich wollte weiterfahren, um eventuell noch ein paar Punkte zu holen, aber mein Schalthebel war kaputt. Das war Pech.» Bis zum zweiten Rennen war sein fahrbarer Untersatz wieder startklar und Krzemien versuchte erneut sein Glück. Dieses Mal mit Erfolg und neun Punkten für einen siebten Platz. «Es lief viel besser», versicherte er anschließend. «Ich bin total happy über die Punkte. Ich musste einiges überholen, konnte aber die Lücke zu Bastien Mackels schließen. Allerdings gab es keine Möglichkeit mehr, ihn zu attackieren.» Anschließend gratulierte Krzemien seinem Teamkollegen Markus Reiterberger noch zum vierten IDM Superbike-Titel, um sich dann auf den 1000 Kilometer langen Heimweg nach Polen zu machen.

Am ersten September-Wochenende trifft sich das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW wieder. Dann auf dem Red Bull Ring in Österreich, wo bereits das vorletzte Rennen der Saison 2022 ansteht.

Montag, 15. August 2022

Desaströse Pechsträhne reißt für GERT56 nicht ab

Julian Puffe in Assen mit Verletzung ausgeschieden
Foto: Jens Hawrda

Bei der fünften Saisonstation der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) auf dem TT Circuit von Assen in den Niederlanden verletzte sich Julian Puffe bereits im freien Training vom Freitag. Der Schleizer brach sich den rechten Fuß mehrfach und wurde bereits in Assen operiert. Toni Finsterbusch hatte sich am Schleizer Dreieck nach einem unverschuldeten Sturz einen Beckenbruch zugezogen und ist bereits aus dem Krankenhaus entlassen.

Auf der fünften Trainingsrunde am Freitagmorgen passierte es: Julian Puffe wurde bei einem Highsider von seiner BMW M 1000 RR abgeworfen, in der Flugphase traf das Arbeitsgerät das rechte Bein des Piloten. Puffe wurde ins Krankenhaus gebracht und nach Röntgen- und CT-Aufnahmen wurden mehrfache Brüche im rechten Bein diagnostiziert. 

Damit blieb für GERT56 in Assen nur noch Jan Schmidt als Einsatzfahrer übrig, denn ProSuperstock-Kollege Rico „Rixi“ Löwe war beim Niederlande-Ausflug von vornherein verhindert gewesen. 

Im Qualifying sicherte sich Schmidt den achten Startplatz in der dritten Reihe, welchen er im ersten Rennen am Samstagnachmittag auch ins Ziel retten konnte. Am Sonntag holte Schmidt den zehnten Platz. In der Gesamtwertung hält er damit auch Rang acht mit 71 Punkten.

Julian Puffe:

„Was für ein Pech! Nach dem Hoch vom Schleizer Dreieck mit zwei Podesten, sind wir hochmotiviert nach Assen gekommen. Ich war super vorbereitet, hatte viel trainiert und wollte diese Leistungen vom Heimrennen unterstreichen. Leider hat es nicht sollen sein und stattdessen habe ich mir das Bein mehrfach gebrochen und muss nun abwarten, wie lange die Genesung dauern wird. Es tut mir für das ganzes GERT56 sehr leid und ich möchte mich entschuldigen, aber auch für die tolle Unterstützung aller bedanken! Ich hoffe, dass ich dieses Jahr noch mal angreifen kann!“

Jan Schmidt:

„Natürlich bin ich mit den Plätzen acht und zehn normalerweise nicht zufrieden, aber wenn man bedenkt, dass ich mir in Most erst die Rippe gebrochen hatte, ist das in Ordnung. Wahnsinnig leid tut mir, was GERT56 jetzt durch machen muss! Nach Toni Finsterbusch ist nun auch Julian Puffe verletzt und ich war quasi allein in der Box.“

Karsten Wolf:

„Dieses Jahr hatten wir uns viel vorgenommen und einige unserer Saisonziele bereits früh erreicht. Als Team haben wir mit Julian Puffe und Toni Finsterbusch insgesamt schon sechs Podeste erzielt und lagen vor Assen in der Gesamtwertung auf den Plätzen drei und vier. Das ist das, was unterm Strich als positiv steht. Doch wie es sich jetzt entwickelt hat, ist die Saison für uns in unserer Stammbesetzung gelaufen. Toni ist in der Reha und kann trotz gebrochenem Becken und gebrochener Hand an Krücken bereits wieder laufen und kämpft sich zurück. Seine BMW M 1000 RR wird in unserem Workshop auf ihn warten, denn er wird auf keinen Fall bis Hockenheim wieder fit sein wird. Auch für Julian ist nach dem komplizierten Fußbruch die Saison beendet und auch er muss die nächsten Wochen und Monate sein Augenmerk auf eine völlige Wiederherstellung und Zurückerlangung seiner Fitness legen. Ein Kompliment möchte ich meinen Mechanikern machen, die Julians Bike noch in Assen nahezu in Neuzustand versetzt haben, so dass wir es am 9. September zum 40-jährigen Jubiläum von GS YUASA präsentieren können. Nach dem Totalausfall beider Fahrer und zwei notwendigen Neuaufbauten ist ein Start am Red Bull Ring für uns nahezu unmöglich. Aus Respekt vor den Fans und der IDM-Organisation werden wir aber zumindest ein GERT56-Superbike in Hockenheim mit einem Gaststarter besetzen, der sportlich und emotional zu uns passt und die BMW M 1000 RR artgerecht bewegen kann. Zudem werden wir mit beiden ProSuperstock-Bikes vor Ort sein und beim Finale die Kraft ausstrahlen, um dann optimistisch in die neue Saison gehen zu können, vielleicht mit etwas mehr Glück.“