Samstag, 6. August 2022

Erster Triumph in der ADAC GT4 Germany für Toyota

  • Start/Ziel-Sieg für Marcel Lenerz und Cedric Piro im Toyota GR Supra GT4
  • Mit Mercedes-AMG und Porsche zwei weitere Marken auf dem Podium
  • Aston Martin-Duo Ortmann/Sasse neue Tabellenführer

Großer Jubel: Cedric Piro (Mitte links) und Marcel Lenerz
Foto: ADAC-Motorsport

Die ADAC GT4 Germany ist auf dem Nürburgring mit einem packenden und actionreichen Rennen in die zweite Saisonhälfte 2022 gestartet. Vor vollen Tribünen und bei bestem Eifelwetter gab es einen souveränen Sieg für Marcel Lenerz (25/Ludwigsau) und Cedric Piro (24/Heusweiler, beide Piro Sports - Burg Zelem Foundation) im Toyota GR Supra GT4. Für die Marke aus Japan war es zudem der erste Erfolg in der Sportwagen-Serie des ADAC. Rang zwei ging an Marcel Marchewicz (26/Schwetzingen) und Marek Böckmann (25/Lautersheim, beide Schnitzelalm Racing) im Mercedes-AMG GT4, die sich knapp gegen das Porsche 718 Cayman GT4-Duo Nicolaj Møller Madsen (29/DNK) und Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) durchsetzten. „Ich kann meine Gefühle nicht in Worte fassen, da ich einfach nur überglücklich bin. Das Team hat sensationell gearbeitet und uns ein super Auto hingestellt“, jubelte Lenerz, der zudem auch seinen 25. Geburtstag feierte.

Lenerz begann das Rennen schon von der Pole-Position und setzte sich souverän an der Spitze ab. Im vorderen Mittelfeld gab es beim Start jedoch eine Kollision mit mehreren Fahrzeugen, die auch das Aus für die bisherigen Tabellenführer Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin bedeutete. Hinter dem Toyota machten sich im weiteren Rennverlauf Møller Madsen im Porsche sowie Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, Prosport Racing) im Aston Martin auf den Plätzen zwei und drei breit. Während sich Lenerz mit kontinuierlich schnellen Rundenzeiten locker an der Spitze absetzte, musste Ortmann in der ersten Rennhälfte noch zwei Positionen abgeben und fuhr auf Platz fünf vor Böckmann im Schnitzelalm-Mercedes-AMG.

Zum Öffnen des Boxenstoppfensters hatte der führende Lenerz einen Vorsprung von über neun Sekunden herausgefahren. „Am Start war es ein wenig tricky, da musste ich mich kurz durchsetzen. Aber danach hatte ich den Tunnelblick und einfach nur noch Vollgas gegeben“, beschrieb Lenerz. Nach den Fahrerwechseln behielt auch Teamkollege Piro die Führung und fuhr mit einem Vorsprung von über 16 Sekunden zum souveränen Sieg. „Marcel hat mir das langweiligste Rennen aller Zeiten beschert“, schätzte Piro mit einem Zwinkern. „Ich musste nur noch konzentriert bleiben und den Vorsprung verwalten. Heute Abend werden wir im Team natürlich kurz auf den Sieg und das Geburtstagskind anstoßen, doch dann geht der Blick schon auf das Sonntagsrennen.“

Hinter Piro entwickelte sich derweil ein sehenswerter Kampf um die weiteren Positionen auf dem Podium. Protagonist war dabei Marcel Marchewicz, der den Schnitzelalm-Mercedes-AMG von Böckmann übernommen hatte. Nach einem guten Boxenstopp lag er bereits auf Rang vier. Rund 15 Minuten vor Ende zog er an Markenkollegen Robin Falkenbach (20/Niederkassel, Drago Racing Team ZVO) vorbei auf Platz drei. Die letzten zehn Rennminuten kämpfte er schließlich mit Porsche-Pilot Zulauf, der nach Møller Madsen in den AVIA W&S-Porsche stieg, um Platz zwei. In der vorletzten Runde setzte sich Marchewicz schließlich durch und feierte das beste Ergebnis seines Teams in der ADAC GT4 Germany. Für Finn Zulauf bedeutete Gesamtrang drei der Sieg in der Junior-Wertung.

Rang vier ging an Ortmann und dessen Teamkollege Hugo Sasse (18/Aschersleben), die somit auch die Tabellenführung übernommen haben. Fünfte wurden mit Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA, beide Dörr Motorsport) in einem weiteren Aston Martin die neuen Tabellenzweiten. Falkenbach, der erstmals zusammen mit Jan Philipp Springob (21/Olpe) fuhr, fiel noch bis auf Platz sechs zurück. Dahinter folgten Julian Hanses (24/Hilden) und Theo Oeverhaus (17/Osnabrück, beide CV Performance Group), Robert Haub (33/USA) und Gabriela Jílková (27/CZE, beide Drago Racing Team ZVO) sowie Lucas Mauron (24/CHE) und Ferdinand Winter (18/Schweinfurt, beide CV Performance Group - alle Mercedes-AMG). Die Top Zehn komplettierten die amtierenden Champions Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an das Porsche-Duo Axel Sartingen (57/Köln) und Daniel Schwerfeld (43/Düsseldorf, beide Black Falcon Team Textar).

Marek Böckmann - Platz zwei für Schnitzelalm Racing: „Ich musste auf dem Podium tatsächlich ein Tränchen verdrücken. Denn nach der Qualifikation habe ich nicht mehr mit Platz zwei gerechnet. Über die Distanz war unser Auto einfach klasse. Ich hatte in meinem Stint einen fairen Zweikampf mit einem Aston Martin. Marcel kam auf Platz vier aus der Box und hat ein phänomenales Rennen gefahren. Ich bin einfach nur glücklich über das Ergebnis. Alles ist super aufgegangen.“

Marcel Marchewicz - Platz zwei für Schnitzelalm Racing: „Nachdem das Jahr relativ schwierig begann, bin ich nun sowohl für mich und Marek, als auch für das Team happy. Das Auto war heute richtig gut abgestimmt und somit schnell. Mein Stint hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mir den Porsche in den letzten Minuten zurechtgelegt. Uns fehlte ein wenig der Topspeed, deswegen musste ich versuchen, in einer Kurve an ihm vorbeizufahren. Das hat dann am Ende geklappt.“

Raffaele Marciello feiert am Nürburgring Halbzeitmeisterschaft

  • Raffaele Marciello und Serien-Rückkehrer Maro Engel landen souveränen Start-Ziel-Sieg
  • Die Kombination Engelhart/Güven gibt nach Platz fünf Tabellenführung ab
  • Zuschauer sehen spektakuläres Rennen mit harten Duellen und vielen Überholmanövern

Raffaele Marciello und Serien-Rückkehrer Maro Engel landen souveränen Start-Ziel-Sieg
Foto: ADAC-Motorsport

Raffaele Marciello (27/I) ist Halbzeitmeister im ADAC GT Masters. Nach dem überzeugenden Qualifying am Morgen legte der Pole-Setter vom Mann-Filter Team Landgraf im Rennen am Samstagmittag auf dem Nürburgring nach. Zusammen mit seinem Fahrerkollegen Maro Engel (36/Monte Carlo) gewann er im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 den siebten von insgesamt 14 Läufen in der Deutschen GT-Meisterschaft und übernahm nach seinem ersten Saisonsieg die Führung in der Gesamtwertung. „Ich bin natürlich schon sehr happy heute und freue mich riesig über den Sieg. Aber es gibt immer etwas, was man verbessern kann. Wir müssen auch in den nächsten Rennen Top-Leistungen bringen“, sagte Raffaele Marciello, der am Sonntag als Tabellenführer in die zweite Saisonhälfte geht.

Keyfacts, Nürburgring, Nürburg, Saisonrennen 7 von 14

Streckenlänge: 3.629 Meter

Wetter: 17,5 Grad, heiter bis wolkig

Pole-Position: Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:25,544 Min.

Sieger: Marciello/Engel (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48)

Schnellste Rennrunde: Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:26,829 Min.

Die Zuschauer erlebten am Samstagmittag auf dem Nürburgring ein spektakuläres Rennen mit vielen Duellen und harten Überholmanövern. Pole-Setter Raffaele Marciello setzte sich sofort nach dem Start vom Feld ab, fuhr wie entfesselt und baute seine Führung kontinuierlich aus. Nach dem ersten Saisoneinsatz des Safety-Car, das nach Kollisionen gleich zweimal auf die Strecke musste, damit Karbonteile entfernt werden konnten, büßte der Mercedes-AMG-Werkspilot seinen Vorsprung von über sechs Sekunden ein. Dennoch konnte er sein Fahrzeug beim Pflicht-Boxenstopp, den er als einer der letzten Fahrer absolvierte, mit einem Vorsprung von über drei Sekunden an Maro Engel übergeben. Der 36-jährige Serien-Rückkehrer kontrollierte von der Spitze aus das Feld und fuhr nach 41 Runden als Erster über die Ziellinie. Dahinter krönte Sven Müller (Bingen/30) mit Platz zwei eine starke Aufholjagd und taktische Meisterleistung des Teams Allied-Racing. Müllers Fahrerkollege Joel Sturm (20/Brühl) hatte sich mit dem Porsche 911 GT3 R #22 in der ersten Rennhälfte vom siebten Startplatz auf Rang vier vorgearbeitet. Nach einem frühen Boxenstopp und sehr schnellen Runden schob sich Sven Müller auf Rang zwei vor, den er souverän bis ins Ziel verteidigte. Eine ebenfalls starke Leitung zeigte das Duo Fabian Schiller (24/Troisdorf) und Jules Gounon (27/F) vom Drago Racing Team ZVO, das im Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer 4 Dritter wurde. Dahinter belegte die Kombination Patric Niederhauser (30/CH) und Luca Engstler (22/Wiggensbach) von Rutronik Racing im Audi R8 LMS GT3 Evo II #15 mit einem Abstand von über zehn Sekunden Platz vier. Etwas enttäuschend verlief das Rennen für Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR). Das Duo vom Team Joos Sportwagentechnik war als Tabellenführer von der dritten Startposition aus ins Rennen gegangen, verlor aber im Porsche 911 GT3 R #91 nach dem Boxenstopp zwei Plätze und damit als Fünfter auch die Führung im Gesamtklassement.

Das Gespann Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (22/GB) vom Mann-Filter Team Landgraf machte ein starkes Rennen und steuerte den Mercedes-AMG GT3 Evo #8 auf Platz sechs. Das war das bisher beste Saisonergebnis der beiden jungen Piloten. Die Sieger des Sonntagsrennens von Zandvoort, Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (32/E), konnten ihren Triumph nicht wiederholen und belegten mit dem Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 von Emil Frey Racing Rang sieben. Christopher Mies (32/Düsseldorf) und Tim Zimmermann (25/Langenargen) von Montaplast by Land-Motorsport verbesserten sich im Audi R8 LMS GT3 Evo II #1 gegenüber dem Zeittraining um sechs Positionen und wurden Achter. Knapp dahinter kamen Jan Marschalkowski (19/Inning) und Luca Stolz (27/Brachbach) im Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer 8 als Neunte ins Ziel. Die Youngster Niklas Krütten (19/Trier) und Ben Green (24/GB) von Schubert Motorsport komplettierten im BMW M4 GT3 #10 die Top-Ten.

Maro Engel: 

„Raffaele hat heute einen Mega-Job gemacht. Er hat mir das Auto mit einem guten Vorsprung und guten Reifen übergeben. Wir haben uns vorgenommen, so viele Siege wie möglich zu holen, heute war ein guter Anfang. Das Team hat insgesamt wunderbar zusammengearbeitet. Morgen fahre ich das Qualifying und ich werde natürlich Vollgas geben.“

Raffaele Marciello: 

„Ich bin sehr froh, das Cockpit mit Maro zu teilen. Er ist sicher einer, wenn nicht sogar der beste GT-Fahrer der Welt.“

Raffaele Marciello mit neuem Qualifyingrekord am Nürburgring

Raffaele Marciello holt mit der Mamba die Pole
Foto: Jens Hawrda

Raffaele Marciello (27/I) hat mit der Mamba wieder zugeschnappt. Der Mercedes-AMG-Werksfahrer vom Mann-Filter Team Landgraf war am Samstagmorgen im ersten Qualifying auf dem Nürburgring mit 1:25,544 Minuten schnellster Pilot und stellte damit einen neuen ADAC GT Masters-Qualifyingrekord auf. Neben dem Pirelli Pole Position Award sicherte er sich und seinem Teamkollegen Maro Engel (36/Monte Carlo) drei Zusatzpunkte für die Gesamtwertung und verkürzte damit seinen Abstand zu den Führenden auf zehn Zähler.

„Ich bin sehr glücklich. Es ist bisher eine tolle Woche mit dem Sieg in Spa und jetzt der Pole-Position im ADAC GT Masters. Ich hatte Spaß auf der Strecke, wenig Verkehr und konnte so sehr schnelle Runde fahren“, so Raffaele Marciello nach seiner vierten Pole-Position im ADAC GT Masters.

Das erste Zeittraining beim vierten Tourstopp der Deutschen GT-Meisterschaft wurde am Samstagmorgen um 9:00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, aber kühlen zwölf Grad auf dem Nürburgring gestartet. Die Piloten benötigten mehrere Runden, um die Reifen in das optimale Temperaturfenster zu bringen. So dauerte es bis zur Hälfte des Qualifyings, ehe die spannende Zeitenjagd begann. Mehrfach wechselte die Führung, in Runde acht setzte sich schließlich Raffaele Marciello an die Spitze und fuhr einen Umlauf später die Topzeit des Tages. Mit einem Rückstand von 0,186 Sekunden belegte sein Markenkollege Fabian Schiller (24/Troisdorf) vom Drago Racing Team ZVO Platz zwei und hat sich und Jules Gounon (27/F) damit eine sehr gute Ausgangsposition für den siebten Lauf des ADAC GT Masters geschaffen.

Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik knüpfte da an, wo er im Freien Training am Freitag aufgehört hatte und umrundete den 3,629 Kilometer langen Eifelkurs im Porsche 911 GT3 R #91 als Drittschnellster. Durch den fälligen Zusatzpunkt übernahm er zusammen mit Christian Engelhart (35/Starnberg) die Führung in der Gesamtwertung. Damit hat das Fahrer-Duo große Chance, Halbzeitmeister in der Deutschen GT-Meisterschaft zu werden. Neben dem Porsche geht die Besatzung Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (22/GB) mit dem Mercedes-AMG GT3 Evo #84 vom Mann-Filter Team Landgraf von Rang vier aus ins Rennen. Patric Niederhauser (30/CH) wurde im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 15 von Rutronik Racing, den er zusammen mit Luca Engstler (22/Wiggensbach) pilotiert, Fünfter. Insgesamt lagen 18 Fahrzeuge beim ersten Zeittraining innerhalb von einer Sekunde.

Quelle: adac-motorsport.de

2. Freies Training Nürburgring

Albert Costa Balboa behält im Nebel den Durchblick

Albert Costa Balboa im Lamborghini Huracàn GT3 Evo
Foto: Jens Hawrda

Das unberechenbare Eifel-Wetter hat beim vierten Tourstopp im ADAC GT Masters am Nürburgring wieder zugeschlagen. Nach der Hälfte des zweiten Freien Trainings zog am Freitagmittag Nebel auf, der acht Minuten vor Schluss für den Abbruch sorgte, da die Sportwarte teilweise keinen Sichtkontakt untereinander hatten. Die schnellste Runde ging mit 1:26,494 Minuten auf das Konto von Albert Costa Balboa (32/E) vom Team Emil Frey Racing, der sich das Cockpit des Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 mit Jack Aitken (26/GB) teilt.

Eine erneut starke Vorstellung zeigte die Besatzung Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR). Im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 vom Team Joos Sportwagentechnik belegte das Duo wie in der ersten Session am Morgen Platz zwei. Die Youngster Niklas Krütten (19/Trier) und Ben Green (24/GB) von Schubert Motorsport präsentierten sich ebenfalls in guter Form und wurden mit dem BMW M4 GT3 #10 Dritter. Beste Mercedes-AMG-Piloten waren Fabian Schiller (25/Troisdorf) und Jules Gounon (27/F) vom Drago Racing Team ZVO auf Rang vier. Dahinter sorgten Patric Niederhauser (30/CH) und Luca Engstler (22/Wiggensbach) mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo II #15 von Rutronik Racing dafür, dass alle Marken unter den Top-Five vertreten waren.

Tagesbester war Raffaele Marciello (27/I) im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 vom Mann-Filter Team Landgraf. Der Werkspilot fuhr im ersten Freien Training am Freitagmorgen mit 1:26,455 Minuten die insgesamt schnellste Runde. „Es war ein starker Anfang, morgen werden die Karten jedoch neu gemischt. Das Auto fühlt sich sehr gut an und wir gehen zuversichtlich in das erste Qualifying“, so Raffaele Marciello, der zusammen mit Serien-Rückkehrer Maro Engel (36/Monte Carlo) an den Start geht.

Quelle: adac-motorsport.de

Heimvorteil, oder nicht in der Kathedrale des Motorradrennsports?

Foto: Jens Hawrda

Vom 12. bis 14. August 2022 reist die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) zum TT Circuit Assen in die benachbarte Niederlande. Dort wartet auf die Fahrer und Fans ein absoluter Highspeed-Kurs. Die längste Gerade misst 970 m. Die Kurven sind traditionell leicht überhöht. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten, die auf der Strecke erreicht werden, trägt sie den Spitznamen „Cathedral of Speed“. 

Hier ist vor allem Rob Hartog (Team SWPN) zu Hause. Der Rookie aus der IDM Superbike hofft bei seinem Heimrennen auf der SWPN-Yamaha die BMW-Macht an der Spitze empfindlich stören zu können. Im Blut des 30-Jährigen ist zweifelsohne die Rennsport-DNA seiner Familie zu finden. Sein Onkel Wil wurde zwölf Mal Niederländischer Meister und er gewann fünf Grand-Prix in der Habliterklasse. Rob ging bereits mehrmals in der Supersport-Weltmeisterschaft an den Start. Die stärkere IDM Superbike ist für ihn immer noch Neuland, doch von Rennen zu Rennen kämpft er sich weiter nach vorn. Aber nicht nur Rob Hartog hofft auf einen Heim-Vorteil, auch Ricardo Brink, Jereon Hilster (beide TEAM RR SOCIA RACING TeamNL) und Pepijn Bijsterbosch (BCC-alpha-Van Zoe-BMW) kennen ihre Heimstrecke gut und werden alles tun, wichtige Meisterschaftspunkte aus Assen mit nach Hause zu nehmen.

In der Vergangenheit gelang es bereits Vladimir Leonov (Hertrampf MO Yamaha Racing Team), Leandro Mercado (Holzhauer Racing Promotion) und Leon Haslam (Kawasaki Weber-Motos Racing) ein komplettes BMW-Siegerpodium zu verhindern. Es wird sich nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Toni Finsterbusch (GERT56), Jan Mohr (BCC-alpha-Van Zon-BMW) und Leonov in Assen zeigen, ob es außer den üblichen Podestfahrern auch noch andere Anwärter auf die Top drei gibt. 

Nur eines steht fest: Markus Reiterberger (BCC-alpha-Van Zon-BMW), der große Dominator in der Königsklasse, wird als Spitzenreiter nach Assen fahren und die Rennstrecke auch als Meisterschaftsführender wieder verlassen. Er hat bereits 77 Punkte Vorsprung in der Gesamtwertung und ihm ist der vierte Titel in der höchsten IDM-Klasse kaum noch zu nehmen. Seine größten Gegner Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) und auch Julian Puffe (GERT56) werden aber versuchen, den Triumph so lange wie möglich hinauszuzögern.

Sensationell ist auch der Einsatz der beiden Superbike-WM-Fahrer Loris Baz und Eugene Laverty, die mit dem Team Bonovo Action BMW an den Start gehen werden. Teaminhaber Jürgen Röder und Teammanager Michael Galinski haben ihre Wurzeln in der IDM und freuen sich auf ein Wiedersehen mit der Serie. Baz und Lavery sind Gastfahrer, bekommen also keine Punkte. Interessant wird trotzdem, wo sie sich im Starterfeld einreihen werden.

In der IDM Supersport führt Max Enderlein (M32 Racing) die Gesamtwertung an. Er hat zuletzt auf dem Schleizer Dreieck vom Niederländer Twan Smits (Team Apreco) an der Spitze Besuch bekommen. Der 18-jährige Aufsteiger aus der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 hatte sich eiskalt und unerwartet am zweifachen Champion vorbeigeschoben, bekam aber nur Sekunden später eine Retourkutsche. Konkurrenz lauert auch in Form des Belgiers Luca de Vleeschauwer (Kawasaki Weber-Motos-Racing-Team), der momentan Gesamt-Zweiter ist. Und auch Andy Kofler (Kawasaki Schnock Team Motorex) darf auf der 4,555 Kilometer langen Strecke nicht unterschätzt werden. Der Österreicher ist vor allem wegen seiner exzellenten Starts bekannt.

Brisanter als in der IDM Supersport 300 kann es in punkto Nachwuchs nicht zugehen. Zwischen dem Führenden Leo Rammerstorfer (Freudenberg KT-Paligo Racing) und seinem Verfolger Marvin Siebdrath (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki) liegen nur drei Punkte. Hier geht auch um den Kampf zwischen den Marken. Das Konzept der KTM RC 390 R tritt gegen die Kawasaki Ninja 400 an. WM-Fahrer Lennox Lehmann, der zusätzlich zur großen Weltbühne auch den Großteil der IDM-Rennen bestreitet, hätte seinen Teamkollegen Rammerstorfer zuletzt auf dem Schleizer Dreieck gerne noch mehr unterstützt, aber wegen technischer Probleme war für den Junior nach seinem Sieg im ersten Lauf, im zweiten nur ein sechster Platz drin. In der IDM Supersport 300 entscheiden zumeist Zehntel-, Hundertstel- oder auch Tausendstelsekunden über Sieg und Niederlage. Fahrer aus neun Nationen treten an. In den Top Ten sind ein Österreicher, fünf Deutsche, drei Niederländer und ein Ungar vertreten.

Wer in Assen jeweils am schnellsten die 17 Kurven in einer Runde auf dem Circuit bewältigt, wird spannend. Zur Rennaction der Prädikatsklassen bieten auch in Assen wieder die Gastklassen der Pro Superstock Cup und des Yamaha R3 bLU cRU Cup weitere Unterhaltung. Auch wieder mit im Boot ist in diesem Jahr zum zweiten Mal, nach dem IDM-Lauf in Oschersleben der Northern Talent Cup. Auch in der Nachwuchsklasse, die zum „Road to MotoGP“ Nachwuchsprogramm der Dorna Sports - Rechteinhaber der Motorrad-Weltmeisterschaft - gehört, hat einige Niederländer, die ihren Heimvorteil nutzen könnten, mit am Start. Ein gut gefülltes Rahmenprogramm ist also garantiert.

Wer es nicht zur legendären MotoGP-Rennstrecke nach Assen schafft, der kann sich die Rennen wieder live auf www.idm.de/live anschauen. Auch weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite der Serie unter www.idm.de