Freitag, 17. Juni 2022

ADAC TCR Germany debütiert auf dem Salzburgring in Österreich

  •  Anspruchsvoller Kurs: Zwölf Kurven auf 4,25 Kilometern
  •  Andersen und Bäckman kämpfen um die Spitze der Gesamtwertung
  •  Karklys will nach Rückschlägen zurück aufs Podium
Foto: Jens Hawrda

Die ADAC TCR Germany feiert auf ihrer dritten Station der diesjährigen Saison ihr Debüt auf dem Salzburgring in Österreich. In der siebten Saison der Tourenwagenserie des ADAC ist die Strecke, die nur wenige Kilometer außerhalb von Salzburg liegt, erstmals im Rennkalender vertreten. Zwei lange Geraden und zwölf schnelle Kurven werden die Piloten der Serie auf den 4.255 Metern so richtig ins Schwitzen bringen. Besonders im Fokus werden dabei Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) und Jessica Bäckman (24, Schweden, Roja Motorsport) stehen, die an der Tabellenspitze nur ein Punkt voneinander trennt. Die beiden Rennen nahe der österreichischen Festspielstadt können am Samstag um 14.15 Uhr und am Sonntag um 13.45 Uhr live bei sport.de und auf adac.de/motorsport verfolgt werden.

„Ich freue mich auf den Salzburgring. Wir haben beim Test gute Erkenntnisse erhalten und hoffen es auch im Rennen umsetzen können. Die Konkurrenz ist sehr stark aber ich werde mein bestes geben“, freut sich Andersen auf die Premiere auf dem Salzburgring und fügt hinzu: „Mein klares Ziel ist es, die Führung in der Meisterschaft zu verteidigen.“

Neben dem Dänen an der Tabellenspitze, will auch Jessica Bäckman, die drei der vier bisherigen Saisonrennen gewann, auf dem Salzburgring wieder angreifen. „Mein Ziel ist es, das gleiche Tempo wie in Oschersleben und am Red Bull Ring zu halten und um die vorderen Plätze zu kämpfen“, sagt die junge Schwedin, die zuletzt auf dem Red Bull Ring zweimal siegte und noch keine Erfahrungen auf dem Salzburgring sammelte. „Die Strecke ist neu für mich, ich bin dort noch nie gefahren, was eine Herausforderung für mich darstellt. Es ist eine sehr schnelle Strecke mit nicht allzu vielen Kurven. Ich denke, es wird ein sehr enges Rennen werden.“

Aber nicht nur in der Fahrerwertung geht es heiß her. Auch in der Teamwertung geht es zur Sache. Hier führt ROJA Motorsport das Geschehen mit acht Punkten vor dem Liqui Moly Team Engstler an. Robin Jahr (31, Potsdam), Pilot und Roja-Teamchef in Personalunion, will die Tabellenspitze für den Magdeburger Rennstall in Salzburg verteidigen. „Ich mag Strecken, die mich vor neue Aufgaben stellen und mich so weiterbringen. Der Salzburgring hat seine eigenen sehr speziellen Ansprüche und natürlich werde ich versuche diese zu meistern um wieder auf dem Podium zu stehen. Ich freue mich, dass wir die Teamwertung anführen und wir werden alles dafür geben, den Vorsprung auszubauen.“ Neben Jahr und Bäckman will Junior-Pilot René Kircher (21, Hünfeld) als dritter Fahrer für das ROJA-Team Punkte sammeln.

In der Junior-Wertung bekommt es Kircher mit Audi-Pilot Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) und dem Führenden der Wertung Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) zu tun. Auch der junge Pole hofft auf ein gutes Ergebnis in der Mozartstadt: „Nach dem wirklich erfolgreichen Rennwochenende in Spielberg kann ich das Rennen auf dem Salzburgring kaum erwarten. Ich habe vor der Saison bereits Runden auf der Strecke gedreht und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich erwarte eine ähnlich gute Pace wie beim letzten Rennen auf dem Red Bull Ring.“ Roland Hertner, der Führende der Trophy-Wertung, komplettiert das Engstler-Trio.

Hinter Andersen und Bäckman lauert der Gesamtdritte Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) auf seine Chance. Der Litauer liegt 21 Punkte hinter Andersen und ist nach dem enttäuschenden Wochenende in Spielberg auf Wiedergutmachung aus: „Die Ereignisse vom Red Bull Ring motivieren uns, noch besser zu werden. Ich freue mich sehr auf den Salzburgring.“ Angreifen will auch Patrick Sing (30, Crailsheim, RaceSing), der seinen Hyundai in Spielberg auf den vierten Platz steuerte und damit sein bisher bestes Saisonergebnis einfuhr.

Auch Audi-Pilot Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) sowie die beiden Holden Astra TCR vom Schweizer Rennstall Maurer Motorsport kämpfen auf dem Salzburgring um Punkte. Für die Schweizer sitzen Michael Maurer (29, Schweiz) und Trophy-Pilot Vincent Radermecker (55, Belgien) hinter dem Steuer.

Donnerstag, 16. Juni 2022

Timo Glock vor DTM-Comeback im neuen BMW

 „Ich genieße jede einzelne Runde!“

  • Ehemaliger Formel-1-Pilot schließt DTM-Rückkehr nicht aus
  • Nach Feuer am Lausitzring: Neuer Ferrari 488 für den Brasilianer Felipe Fraga
  • Bortolotti über Imola: „Man muss sehr genau wissen, wo man seine Räder platziert“

Timo Glock
Foto: Jens Hawrda

Die Vorfreude auf sein DTM-Comeback am Wochenende (17.-19. Juni) in Imola war Timo Glock förmlich ins Gesicht geschrieben, und dass unmittelbar nach unzähligen Testrunden bei Temperaturen von 30 Grad und mehr. „Ich genieße jede einzelne Runde“, sagt der ehemalige Formel-1-Pilot. „Der neue BMW M4 so viel besser als der vorherige M6.“ Der 40 Jahre alte BMW-Werksfahrer, der in neun Jahren DTM fünf Siege erzielte, hat sichtlich den Spaß zurückgewonnen: „Das Auto zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.“ Seine Chancen beim Comeback am Wochenende – beide Rennen am Samstag und Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr (Rennstart um 13:30 Uhr) live auf ProSieben und im Stream auf DTM Grid (grid.dtm.com) – ordnet er trotzdem realistisch ein: „Ein Platz unter den besten 15 wäre gut, ein Platz in den Top zehn großartig.“ Die Freude an der Zusammenarbeit mit seinem neuen Teamchef von Ceccato Racing, Roberto Ravaglia, dem DTM-Meister von 1989, ist so groß, dass Glock sogar eine vollständige Rückkehr in die DTM mit Ravaglia und Ceccato Racing nicht ausschließt.

Dass den Weltklassepiloten der DTM in der Emilia-Romagna ein heißes Wochenende bevorsteht, war in der traditionellen Video-Pressekonferenz am Mittwochmittag auch Tabellenführer Sheldon van der Linde (RSA, BMW), Mirko Bortolotti (ITA, Lamborghini), René Rast (GER, Audi) und Felipe Fraga (BRA, Ferrari) bewusst. Der Ferrari-Pilot Fraga ist froh, dass er beim „Heimrennen“ wieder am Start sein kann, nachdem der Ferrari 488 des Teams Red Bull AlphaTauri AF Corse am Lausitzring plötzlich Feuer fing. „Ich hoffe, das Thema Feuer ist erledigt. Mein Team hat mir ein komplett neues Auto aufgebaut, trotz der Belastungen rund um die 24 Stunden von Le Mans“, so Fraga. „Imola und Ferrari – das ist eine spezielle Geschichte. Und ich hoffe auf ein gutes Ergebnis, für mich, das Team und für Ferrari, am liebsten mit einem Platz auf dem Podium.“

Nicht nur für Ferrari, sondern auch für Lamborghini bedeutet Imola ein Heimspiel. Werksfahrer Bortolotti kennt den 4,909 Kilometer langen Kurs gut. 2006 fuhr er dort sein erstes Formel-Rennen. „Imola ist ein technisch anspruchsvoller Kurs, mit langsamen und schnellen Kurven. Man braucht ein gutes Set-up und muss sehr genau wissen, wo man seine Räder platziert.“ Bortolotti erwartet „wie in der DTM üblich, aktionsreiche und enge Rennen.“ Hinter Sheldon van der Linde ist Bortolotti Tabellenzweiter in der DTM-Fahrerwertung. „Bisher läuft die Saison wirklich gut für uns. So müssen wir weitermachen.“

Bortolotti absolvierte am Dienstag einen kleinen Test mit seinem Lamborghini Huracán von Grasser Racing, ein sogenannter „Shake-down“. „Es war gut, nach Le Mans am vergangenen Wochenende wieder das Gefühl für den GT3-Rennwagen zu bekommen.“ Auch René Rast, ebenfalls in Le Mans am Start, kennt die Umstellungsprobleme. „Das ist nicht immer einfach.“ Immerhin hat Rast schon in Imola getestet. „Auf dieser Strecke ist es schwer zu überholen. Allerdings provoziert diese Strecke auch Fehler, und auf die muss man beim Vordermann hoffen, um vorbeizukommen“, sagt der dreimalige DTM-Champion, der zuletzt am Lausitzring seine erste Podiumsplatzierung im ABT Audi R8 erzielte. „Es hat etwas gedauert, aber am Sonntag am Lausitzring habe ich mich im Auto endlich richtig wohl gefühlt, die Änderungen haben sich ausgezahlt. Natürlich kenne ich den R8 aus den vergangenen Jahren, aber Sprintrennen wie in der hartumkämpften DTM sind dann doch wieder etwas anderes als die gewohnte Langstreckenrennen.“

Spitzenreiter Sheldon van der Linde ist nun der Gejagte. „Lausitzring war einfach großartig, ich bin immer noch total happy. Die Freude vor allem bei meinen Fans zuhause in Südafrika war riesig.“ Sein Ziel: „Imola ist eine komplett neue Rennstrecke für mich. Das wird ein hartes Wochenende. Ich will auf jeden Fall so viele Punkte wie möglich mitnehmen.“


Mittwoch, 15. Juni 2022

DTM Trophy: JP Southern Jr. mit neuem Team in Imola

  • Amerikaner JP Southern hat eigenständig ein Ersatzteam für Rennen in Imola akquiriert
  • Bekanntes Auto, neues Team: Eastside Motorsport übernimmt für das Rennwochenende Southerns Audi R8 von T3 Motorsport
  • JP Southern: "Ich kann allen Beteiligten gar nicht genug danken“

JP Southern Jr. (USA), Audi R8, Eastside Motorsport © DTM

Nachdem das Dresdner Team T3 Motorsport am Dienstag kurzfristig seine Teilnahme an der DTM sowie an der DTM Trophy am Wochenende (17. bis 19. Juni) in Imola absagen musste, hat sich der Amerikaner John Paul Southern Jr. kurzerhand eigenständig auf die Suche nach einem Ersatzteam gemacht. Fündig geworden ist er bei dem Team Eastside Motorsport aus Crimmitschau im Zwickauer Land.

Die Gründer von Eastside Motorsport haben die vergangenen zehn Jahre als Freelancer für verschiedene Teams gearbeitet, ehe sie 2019 ein eigenes Team gründeten. Da das Team auch 2021 mit ihrer Manpower in den T3-Einsatz in der DTM Trophy involviert war, ist sowohl das Auto als auch der Fahrer der Crew bestens bekannt. Teamchef Florian Schön: „Wir freuen uns, die Herausforderung DTM Trophy als Team gemeinsam mit JP Southern in Angriff zu nehmen. Wir sind und bleiben zwar ein Mercedes-AMG-treues Team, haben aber dennoch sowohl von Seiten der Mechaniker als auch des Ingenieursteams genug Erfahrung mit dem Audi, um JP den Kampf um Spitzenplätze zu ermöglichen.“ Für Eastside Motorsport ist es dennoch eine enorme Herausforderung, die sie adhoc im fast 1000 Kilometer entfernten Imola stemmen. „Besonders bedanken möchten wir uns bei unseren Mitarbeitern, die das freie Wochenende mit Ihren Familien gegen diesen spontanen Einsatz tauschen“, fügt Teamchef Schön hinzu.

Der 20-jährige Southern, der beim ersten Rennen am Lausitzring direkt auf das Podium fuhr, freut sich über die kurzfristige Möglichkeit. „Die Absage von T3 war für mich natürlich ein Schock und brachte mich in eine seltsame Lage. Glücklicherweise konnten wir uns mit Hilfe und Unterstützung aller bei T3 Motorsport zusammen mit Eastside Motorsport auf einen Start in Imola einigen. Ich bin sehr glücklich, dass ich meine Meisterschaft fortsetzen kann. Ich kann allen Beteiligten gar nicht genug danken.“

Auch Martin Tomczyk, verantwortlich für das Serienmanagement der DTM Trophy, würdigt die Eigeninitiative des Fahrers und das Engagement des Teams Eastside Motorsport: „Es ist toll, dass JP Southern trotz der Umstände eine Möglichkeit gefunden hat, in Imola starten zu können. Wir von der ITR haben dieses Vorhaben von der ersten Minute an im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützt, da uns die jungen Talente und die Serie sehr am Herzen liegen.“


Alfa Romeo, BMW, Ford und Porsche

Rennwagen-Klassiker aus den Siebzigern debütieren in Imola im neuen DTM Classic DRM Cup

  • Motorsport-Historie blüht auf der DTM-Plattform auf – live auf ServusTV On und DTM Grid
  • Volles Starterfeld mit 24 legendären Tourenwagen und GT-Sportwagen von 1972 bis 1981
  • Otto Rensing und Stefan Mücke – zwei ehemalige DTM-Piloten am Start

Foto: Jens Hawrda

Renaissance der Deutschen Rennsport-Meisterschaft: Die Tourenwagen und GT-Sportwagen aus den Siebzigern kehren im neugeschaffenen DTM Classic DRM Cup auf die Rennstrecke zurück. Bei der Premiere am Wochenende (17. bis 19. Juni) im Autodromo Enzo e Dino Ferrari sorgen 24 Rennwagen-Klassiker von sechs Marken mit 14 verschiedenen Modellen für eine beachtliche Bandbreite und eine eindrucksvolle Präsentation der Motorsport-Historie auf der DTM-Plattform.

Der legendäre Ford Zakspeed Capri Turbo und der wuchtige Sauber BMW M1 Gruppe 5 zählen zu den eindrucksvollsten Vertretern der DRM-Zeit, die von 1972 bis 1981 reichte. Die Münchner Automarke, mit elf Autos die stärkste Marke im Feld, ist gleich mit fünf verschiedenen Fahrzeug-Typen vertreten, neben dem einzigartigen M1 auch mit dem wunderschönen 3.0 CSL, dem klassischen 2002, dem 635 CSi und den ersten 3er-Modellen. Neben dem Capri ergänzt ein Escort RS 1600 die frühe DRM-Zeit des Kölner Herstellers. Porsche – der Zuffenhausener Sportwagen-Bauer prägte die DTM-Vorgängerserie DRM maßgeblich – ist mit dem klassischen Carrera RSR 3.0 dabei, aber auch einem der seltenen 914/6. Speziell für die fünf Teilnehmer mit Fahrzeugen der italienischen Marke Alfa Romeo dürfte der Auftritt auf dem Grand-Prix-Kurs in der Emilia-Romagna ein unvergessliches Erlebnis werden. Neben drei 1750 GT-Am und einer Giulia Sprint GTA ist auch ein seltener Montreal in Gruppe-4-Version mit von der Partie. Seltenheitswert haben zudem ein De Tomaso Pantera, ebenfalls nach dem freizügigen Gruppe-4-Reglement vorbereitet, und ein Opel Monza 3.0 im prägnanten Gilden-Kölsch-Design.

Alle Fahrer und Fahrerinnen haben ein großes Herz für ihre automobilen Schätze, die mühevoll gehegt und gepflegt werden, jedoch auf Rennstrecken wie dem 4,909 Kilometer langen Kurs von Imola zu bemerkenswerten Rundenzeiten getrieben werden. Im Teilnehmerfeld mischen auch zwei ehemalige DTM-Piloten mit: Otto Rensing, ab 1986 BMW-Junior und 1991 im BMW M3 in der DTM, wechselt sich mit Michael Hess am Steuer eines Porsche Carrera RSR 3.0 ab, im Zakspeed-Capri bilden Stefan Mücke, von 2002 bis 2008 für Mercedes-Benz in der DTM am Start, und der populäre Teamchef Peter Mücke ein Vater-Sohn-Team. Zwei Brüder-Paare mit Peter und Jürgen Schumann im BMW 635 CSi sowie Stephan und Matthias Jocher im Opel Monza, dazu Ute und Stefan Schreiber im Alfa Romeo 1750 GT-Am als einziges Ehepaar gehören genauso zum illustren Feld wie Adrian van Hooydonk, der als Designchef der BMW Group selbstverständlich ein schmuckes BMW 3.0 CSL Coupé auf die Rennstrecke bringt.

Der DTM Classic DRM Cup ist das erste reine Championat für DRM-Rennwagen und wird neben Imola noch auf zwei weiteren Traditions-Rennstrecken antreten: vom 26. bis 28. August auf dem Nürburgring und vom 23. bis 25. September auf dem Red Bull Ring in der Steiermark. Es werden am Samstag und Sonntag zwei Zeittrainings über je 20 Minuten (jeweils um 9:35 Uhr) und zwei Rennen über je 25 Minuten plus eine Runde (am Samstag um 17:05 und am Sonntag um 16:15 Uhr MESZ) ausgetragen, zudem gibt es am Freitag ein Freies Training über 30 Minuten. Alle Trainings und Rennen zum DTM Classic DRM Cup werden live auf ServusTV On (servusTV.com), der Video- und Streaming-Plattform von ServusTV, sowie über DTM Grid (grid.dtm.com) übertragen.



Mirko Bortolotti und Lamborghini peilen beim Heimrennen in Imola den ersten Sieg an

 Hohe Temperaturen, heißer Rennsport

  •  Historie: DTM-Legende Roberto Ravaglia als Teammanager von Rückkehrer Timo Glock
  •     Heimspiel: Lamborghini-Ass Bortolotti will Tabellenführer Sheldon van der Linde attackieren
  •     Heiß: Packendes Racing bei Temperaturen über 30 Grad in der Emilia-Romagna erwartet

Foto: Jens Hawrda

Premiere in Imola, Comeback von Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock und Hitzeschlacht erwartet – der DTM steht in der Emilia-Romagna ein heißes Rennwochenende bevor, nicht nur wegen Temperaturen über 30 Grad. Der legendäre Grand-Prix-Kurs ist heimisches Terrain für Ferrari und Lamborghini sowie für Alessio Deledda und Mirko Bortolotti. Werksfahrer Bortolotti brennt darauf, auf der 4,909 Kilometer langen Rennstrecke seinen ersten DTM-Sieg und den ersten Triumph für Lamborghini zu erobern und Lausitzring-Doppelsieger Sheldon van der Linde (BMW) von der Tabellenspitze zu verdrängen.


BMW-Werksfahrer Timo Glock kehrt in Italien, wo der 40-Jährige in dieser Saison die GT-Meisterschaft bestreitet, zurück ins Grid. Neun Jahre fuhr Glock in der DTM, erzielte in 146 Rennen fünf Siege und 15 Podiumsplätze. „Der neue BMW M4 passt gut zu mir“, gibt sich der Hesse zuversichtlich. Mit seinem Gaststart schreibt Glock ein Stück Geschichte, denn mit seinem Team Ceccato Racing bringt er eine DTM-Legende ins Fahrerlager zurück: Roberto Ravaglia, DTM-Champion von 1989. Der Italiener erzielte zwischen 1988 und 1992 sechs Siege. „Ich habe eine besondere Beziehung zur DTM“, unterstreicht Ceccato-Teammanager Ravaglia, der die M3-Ära von BMW maßgeblich mitgeprägt hat. Passend zum 50-jährigen Jubiläum von BMW M startet Glock mit der Startnummer 50.

Ein weiteres Jubiläum feiert in diesem Jahr der italienische Hersteller Ferrari – sein 75-jähriges Bestehen. Die legendäre Sportwagen-Marke hat ihren Sitz in Maranello keine Autostunde von Imola entfernt, ebenso wie Lamborghini in Sant´Agata Bolognese im sogenannten „Terra de Motori“, im Tal der Supercars. Seit 2021 stellen sich beide Hersteller dem prestigeträchtigen Marken-Duell mit Audi, BMW, Mercedes-AMG und seit diesem Jahr auch Porsche. Ferrari feierte 2021 vier DTM-Siege und wurde mit Liam Lawson (NZL) Vizemeister, Red Bull AlphaTauri AF Corse zudem Team-Champion. Dagegen wartet Lamborghini noch auf den ersten Sieg in der Traditionsserie. Den will Mirko Bortolotti – sein Markenkollege Alessio Deledda ist der zweite Italiener im Feld – am liebsten mit Heimvorteil erzielen. Bortolotti liegt mit 51 Punkten auf dem zweiten Tabellenrang und würde den führenden Sheldon van der Linde beim Heimrennen gerne von der Spitze verdrängen, der mit dem Schubert BMW bislang 66 Zähler einfuhr. Tabellendritter ist der Österreicher Lucas Auer (48 Punkte) im WINWARD Mercedes-AMG vor dem Schweizer Nico Müller (38 Punkte) im Rosberg Audi.

Die italienische Komponente war in der DTM immer schon überaus stark, zum einen durch Marken – dazu zählt auch Alfa Romeo – oder Fahrer – neben Ravaglia beispielsweise auch der 93-er Champion Nicola Larini und Alessandro Nannini – zum anderen durch Rennen, die südlich der Alpen ausgetragen wurden. Imola ist nach Mugello, Misano, Monza und Adria Raceway die fünfte italienische Rennstrecke, auf der die DTM startet. Eine Rennstrecke, die im Motorsport ebenfalls Geschichte geschrieben hat, mit Streckenpassagen wie Tamburello, Tosa, Acque Minerali oder Rivazza – ein anspruchsvoller Kurs, für Mensch und Maschine gleichermaßen.

Weil das Dresdner Lamborghini-Team T3 Motorsport mit Nicki Thiim (DEN) und Esmee Hawkey (GBR) seine Teilnahme in Italien kurzfristig abgesagt hat, stellen sich 28 Weltklassepiloten der Herausforderung in der Hitze der Emilia-Romagna. Auch die Talentschmiede DTM Trophy ist mit den Saisonrennen drei und vier am Start, zudem der Porsche Carrera Cup Deutschland, der Lotus Cup Europe und die MitJet International Tourenwagen-Serie. Für ein besonderes Highlight sorgt die Premiere des DTM Classic DRM Cup. Rennsport-Klassiker aus der Zeit der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) zwischen 1974 und 1982 sind am Start, vom BMW 3.0 CSL, BMW M1 Procar und BMW 2002 über Porsche 911 und Ford Capri Turbo, Alfa Romeo Gulia bis hin zum Opel Monza 3.0.

Alle Trainings- und Qualifying-Sessions sind live auf DTM Grid (grid.dtm.com) zu sehen. Im deutschsprachigen Raum werden die Rennen am Samstag und Sonntag jeweils ab 13:00 Uhr MESZ (Rennstart: 13:30) live auf ProSieben übertragen.