Dienstag, 24. Mai 2022

Erfolgreiches Wochenende in Oschersleben für GERT56

Toni Finsterbusch übernimmt IDM-Superbike-Tabellenplatz zwei

Toni Finsterbusch holt in Oschersleben zweimal Platz 4 und damit Meisterschaftsplatz 2
Foto: Jens Hawrda


Toni Finsterbusch holt zwei vierte Plätze. Julian Puffe mit einem Ausfall und Rang sieben. Jan Schmidt feiert erstes ProSuperstock-Podest, Teamkollege Rico Löwe holt die Ränge sieben und fünf.

Julian Puffe hatte in der Motorsport Arena Oschersleben das Glück nur bedingt auf seiner Seite. Im ersten Lauf musste er noch vor Rennhalbzeit mit einer defekten Kupplung die Box ansteuern und aufgeben. Damit musste Puffe den zweiten Lauf vom zehnten Startplatz aus aufnehmen. Das hielt den Schleizer aber nicht auf und bereits auf der ersten Runde schob er sich auf den achten Platz nach vorn. Puffe konnte schließlich noch den Niederländer Pepijn Bijsterbosch kassieren und Siebter werden – ein versöhnlicher Abschluss des Wochenendes in der Magdeburger Börde. 

Toni Finsterbusch fuhr erneut ein starkes erstes Rennen und verbesserte sich im ersten Lauf vom achten Startplatz bis auf Rang vier. Damit konnte er das zweite Rennen von der Pole-Position aus aufnehmen. Damit konnte er zumindest ein paar Kurven lang Führungskilometer sammeln. Ab Rennhalbzeit bezog Finsterbusch den vierten Rang und gab diesen bis ins Ziel nicht mehr her. Damit konnte er erneut kräftig punkten. 

In der Gesamtwertung liegt Finsterbusch auf dem zweiten Rang der IDM Superbike. Er hat 46 Punkte auf dem Konto und liegt nach vier von 14 Meisterschaftsläufen um 49 Zähler hinter Markus Reiterberger zurück. Julian Puffe ist mit 41 Zähler Fünfter und liegt damit nur fünf Punkte hinter Finsterbusch. 

Julian Puffe ist mit seinem Ergebnis in Oscherslenben nicht ganz zufrieden
Foto: Jens Hawrda

Julian Puffe:
"Die Trainings und Qualifyings in Oschersleben waren alle gut gelaufen und wir waren echt bei der Musik dabei. Der Kupplungsschaden aus Lauf eins war ärgerlich, aber das kann passieren und da trifft auch niemanden die Schuld. Im zweiten Rennen wäre ich gern noch weiter vor gefahren, aber mehr als der siebte Platz war leider nicht drin."

Toni Finsterbusch:
"Mit zwei vierten Plätzen können wir auch in Oschersleben zufrieden sein, das waren wieder Punkte satt. Im ersten Rennen bin ich von acht gestartet und habe dann gleich in der ersten Rennhalbzeit Druck gemacht und bin bis auf fünf vor gefahren. Dann habe ich mich noch an Rob Hartog ran gekämpft und konnte ihn schließlich auch noch überholen. Der zweite Lauf ging von der Pole-Position aus los, aber mit Reiti, Alt und Leonov konnte ich noch nicht mithalten. Es war dann wieder ein schöner Kampf mit Hartog und der erneut vierte Platz war mehr als zufriedenstellend."


IDM Superbike Oschersleben: Reiterberger baut Vorsprung aus und holte zwei Pokale

 

Markus Reiterberger mit zwei Podestplätzen in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Nach dem erfolgreichen Auftakt der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM auf dem Lausitzring, wo das Team BCC-alpha-Van Zon-BMW unter der Leitung des Belgiers Werner Daemen und des Deutschen Andreas Gerlich mit ihren vier Piloten Markus Reiterberger (D), Pepijn Bijsterbosch (NL), Jan Mohr (A) und Kamil Krzemien (PL) in der Superbike-Klasse brillierte, unter anderem mit dem Doppelsieg für den dreifachen Champion Markus Reiterberger, ging es am vergangenen Wochenende gleich wieder auf Punktejagd. Dieses Mal gastierte die IDM in der Motorsport Arena Oschersleben.
 
Markus Reiterberger kam direkt aus Belgien an die IDM-Piste gereist. In Spa-Franchorchamps hatte er mit dem BMW-Langstrecken-Team für den Anfang Juni anstehenden Weltmeisterschafts-Lauf geprobt und sich dort schon mal den Streckenrekord gesichert, der vorher jahrelang fest in der Hand seines belgischen Teamchefs lag. Am Freitag ging es mit der BMW M 1000 RR für ‚Reiti‘ in Oschersleben wieder zurück in die Sprint-Abteilung. Auch da ließ sich der Bayer nicht lumpen und landete planmäßig in Startreihe 1, obwohl die Motorsport Arena nicht zu seinen unbedingten Lieblingsstrecken zählt. Um überschaubare 13 Tausendstel Sekunden hatte er die Pole-Position an seinen härtesten Konkurrenten und Marken-Kollegen Florian Alt abgeben müssen.

Für das erste Rennen am Sonntag hatte sich Reiterberger für den härteren Pirelli SC1 entschieden, um damit sicher über die Distanz zu kommen. Bis zur letzten Runden, und auch da bis zur drittletzten Kurve, leistete der BMW-Pilot auch fleißig die Führungsarbeit. Alt konnte er allerdings nicht ganz abschütteln und musste sich nach dessen herzhafter Attacke auf den letzten Metern mit Platz 2 zufriedengeben. «Es war ein unterhaltsames Rennen», beurteilte er das Geplänkel mit Alt. «Ich wollte mit dem härteren Reifen auf Nummer sicher gehen und hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass Alts weiche Mischung so lange hält. Fünf Runden vor Schluss habe ich dann meine Attacke gesetzt, bekam aber dann selbst ein paar Probleme mit den Reifen, da ich auf der Flanke keinen rechten Grip mehr hatte.» Und das Überholmanöver von Alt in der letzten Runde? «Ich war schon innen in der Kurve», schildert Reiterberger, «da kam er innen über die Kerbs und hat mich kurz rausgeschoben. An der Stelle hätte ich nicht mit ihm gerechnet. Es war hart, aber das passt schon.»

Rennen 2 entschied sich Reiterberger für die weiche Mischung und fackelte am Start nicht lange. Nach der umgekehrten Startreihenfolge musste der Bayer von Platz 9 losfahren, was ihn nicht daran hinderte, sich bereits auf den ersten Metern die ersten Konkurrenten zu schnappen, in der dritten Kurve die Führung zu übernehmen und diese bis zur schwarz-weiß karierten Flagge auch nicht mehr abzugeben. Die Tabelle führt der dreifach IDM-Meister jetzt mit satten 49 Zählern an. «Ich wusste vorher, dass Alt eine super Pace hat», verriet Reiterberger nach seinem Sieg. «Da habe ich dann einfach einen brutalen Start hingelegt und habe versucht, wegzufahren. Der Grip war heute allgemein recht schlecht und alle hatten wohl das Problem mit Spinning am Hinterrad. Ich habe dann mit dem Reifen wohl am besten gehaushaltet.»

Jan Mohr hatte mit gesundheitlichen und technischen Problemen zu kämpfen
Foto: Jens Hawrda

Jan Mohr hatte beim Auftakt mit seinem ersten Podestplatz geglänzt, fand in Oschersleben allerdings nur schwer in seinen gewohnten Rhythmus. Der Österreich hatte mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen und musste in den ersten Trainingssessions arg leiden. Nach den beiden Qualifyings zog er sich mit Startplatz 6 dennoch achtbar aus der Affäre. Auch die Kräfte kamen beim Österreicher langsam, aber sicher zurück. «Das waren ein paar unruhige Nächte», meinte er. «Leider hatte ich im zweiten Quali in der ersten Runde mit dem weichen Reifen einen Verbremser in der Hasseröder-Kurve und fuhr ins Kiesbett und konnte mich nicht mehr verbessern. Aber einen sechsten Startplatz nimmt man doch gerne.»

Platz 6 wurde es für den Österreicher, dem es am Rennsonntag auch körperlich so halbwegs ging, auch im ersten Rennen. Er hatte sich wie sein Teamkollege Markus Reiterberger für die harte Variante des Pirelli-Reifens entschieden. «Ich wollte einfach safe sein», begründet er seine Wahl. «Obwohl ich einen nicht so guten Start hatte, lief es vor allem am Ende echt gut. Da konnte ich die Lücke zufahren. In der letzten Runde kam es noch zu einem Fight mit Rob Hartog im Shell-S, den er gewonnen hat. Aber Platz 6 geht absolut in Ordnung.»

Das Ergebnis hätte er im zweiten Rennen gerne noch getoppt. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Nach wenigen Runden steuerte Mohr die Box an. «Leider begann die Elektronik Probleme zu machen», klärte er anschließend auf. «Ich habe es dann noch eine Runde lang probiert, aber der Motor setzte immer wieder aus. Das hat dann leider keinen Sinn mehr gemacht, weiterzufahren. Schade.» Nach dem für Mohr nicht ganz stressfreien Wochenende konnte er es sich am Abend bei der Heimfahrt nach Österreich auf dem Beifahrersitz des Wohnmobils bequem machen und seinem Vater das Kommando am Steuer überlassen.

Pepjin Bijesterbosch
Foto: Jens Hawrda

 

Pepijn Bijsterbosch setzte auch im zweiten IDM-Meeting der noch jungen Saison seine Jagd nach einem Podestplatz fort. Auch von einem kleinen und zudem unverschuldeten Ausrutscher im Training ließ sich der Niederländer, der seine mühsame Saison 2021 inzwischen abgehakt hat und sich wieder im Aufwind befindet, nicht aus der Fassung bringen und eröffnete am Rennsonntag nach Startplatz 7 die dritte Startreihe.

Nicht ganz happy war der ehrgeizige Niederländer nach getaner Arbeit mit den Plätzen 7 und 8 in den beiden Sonntagsrennen in der Motorsport Arena Oschersleben. Doch vor allem die Fortschritte in Lauf 2, wo er in der Gruppe im Kampf um den vierten Rang mitfahren konnte, trösteten ihn über seine nicht ganz so prächtigen Platzierungen hinweg. «Das freie Training verlief wirklich gut», fasste er sein Wochenende zusammen, «aber das Qualifying war etwas enttäuschend, und der siebte Platz in der Startaufstellung war nicht das, was ich erreichen wollte. Das erste Rennen war schwierig, ich hatte nicht den Motor, den ich wollte. Es war schwierig, damit zu kämpfen. Für das zweite Rennen haben wir eine Änderung vorgenommen, und das war ein Schritt in die richtige Richtung. Erst als es mit dem Reifenabbau losging, hatte ich Schwierigkeiten, mit vollem Tank zu lenken. In der zweiten Hälfte des Rennens lief es besser und ich hatte einen schönen Kampf mit Julian Puffe. Das Ergebnis ist nicht das, was wir uns gewünscht hätten, aber wir haben das Wochenende mit einem Schritt nach vorne beendet und das gibt Zuversicht für die nächsten IDM-Läufe in Most.»

Kamil Krzemien
Foto: Jens Hawrda

Kamil Krzemien, seit dieser Saison neu im Team BCC-alpha-Van Zon-BMW, nahm seine Arbeit wie immer bestens gelaunt auf und konnte erstmals in dieser Saison mit ein wenig Streckenkenntnissen aufwarten. War der Lausitzring noch komplettes Neuland, kannte sich der Pole nach Erfolgen in der Langstrecken-WM in der Motorsport Arena Oschersleben schon einigermaßen aus. «Am Freitag lief es echt gut», berichtet er. «Am Samstag hatten wir dann ein wenig mit der Fahrwerkseinstellung zu kämpfen. In der Mitte der Kurve und beim Bremsen war es echt gut, aber am Kurvenausgang hatte ich mit dem Hinterrad zu tun.

Bis zum Sonntag hatten die Techniker rund um Krzemien das Problem aber in den Griff bekommen und nach Platz 8 in Rennen 1 prophezeite er wie schon am Lausitzring ein besseres Ergebnis in Lauf 2, welches er mit Platz 5 dann auch gekonnt ablieferte. «Im zweiten Rennen war ich in einer guten Gruppe dabei», berichtet er. «Ich war zwischenzeitlich auch mal an Toni Finsterbusch vorbei auf P4, aber er hatte am Ende die etwas bessere Pace. Und wenn ich ehrlich bin, wollte ich es zum Schluss auch nicht übertreiben.» Somit bewies der Pole nicht nur Talent und Schnelligkeit, sondern auch Köpfchen, was ihm am Ende des Tages den siebten Platz in der Gesamtwertung bescherte, in absoluter Schlagdistanz zu den vorderen Rängen.

Vier Wochen Pause sind für die IDM-Abteilung des Teams BCC-alpha-Van Zon-BMW nun angesagt, in der die Motorräder wieder fit gemacht werden für das nächste IDM-Wochenende vom 24. bis 26. Juni im tschechischen Most. Dazwischen gilt es für Reiterberger, Mohr und Teamchef Werner Daemen im belgischen Spa-Franchorchamps Daumen zu drücken, wenn die Langstrecken-Weltmeisterschaft nach jahrzehntelanger Abstinenz wieder auf die Strecke in den Ardennen zurückkehrt.

Montag, 23. Mai 2022

Perfektes Wochenende: Jessica Bäckman mit Doppelsieg in Österreich

  • Die Schwedin feierte auf dem Red Bull Ring ihre Saisonsiege drei und vier
  • Robin Jahr und Martin Andersen belegen die Plätze zwei und drei
  • Vincent Radermecker als bester Trophy-Pilot auf Platz fünf

Doppelsieg für Jessica Bäckman am Red Bull Ring
Foto: Jens Hawrda

Die Bäckman-Show geht weiter. Die Schwedin von ROJA Motorsport hat auch das zweite Rennen der ADAC TCR Germany in Spielberg gewonnen und damit bereits drei Saisonsiege auf dem Konto. Die 24-jährige setzte sich bei strahlendem Sonnenschein in ihrem Hyundai Veloster mit knapp einer Sekunde gegen ihren Teamkollegen Robin Jahr (31, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) durch, der den Doppelsieg für ROJA Motorsport perfekt machte. Bei Bäckman sah es lange Zeit nach dem dritten Platz aus, jedoch profitierte sie dann von einer Kollision zwischen Martin Andersen (27, Dänemark, Liqui Moly Team Engstler) und Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler). Die Schwedin schlüpfte an beiden Honda-Piloten vorbei und der Weg zum Sieg war frei.

„Ich bin sehr glücklich, da ich im Qualifying noch ein paar Probleme hatte. Natürlich hatte ich auch ein wenig Glück, aber ich bin super glücklich.“, freut sich Bäckman über den Sieg: „Es bedeutet mir unglaublich viel, dass wir als Team einen Doppelsieg eingefahren haben.“

Jahr fährt auf Platz zwei – Andersen und Ladniak kommen sich in die Quere

Robin Jahr ging als sechster ins Rennen und erwischte einen tollen Tag. Während sich beim Start nicht viel im Feld änderte, konnte Jahr mit seiner Pace Runde für Runde aufholen und profitierte dabei von Fehlern und Problemen bei anderen Autos. In Runde sieben musste Polesetter Jonas Karklys (32, Litauen, NordPass) einen Boxenstopp einlegen und fiel ans Ende des Feldes zurück. Vor Jahr kollidierten dann zudem die beiden Honda-Fahrer Martin Andersen und Szymon Ladniak. Jahr konnte dieses Duell nutzen, um auf Platz zwei zu fahren.

„Es war von allen Fahrern eine mega Leistung. Das Niveau in der TCR ist sehr hoch. Ein wenig Glück gehört natürlich auch dazu, aber hier nun einen Doppelsieg zu feiern ist ein unglaubliches Gefühl. Dank meines Teams habe ich es geschafft hier zu stehen“, fasst Jahr sein Rennen zusammen.

Dahinter folgen Andersen und Ladniak. Nachdem es lange nach einem Doppelsieg für das Engstler-Team aussah, müssen sich beide nach ihrer Kollision nun mit den Plätzen drei und vier begnügen. Ein kleiner Trostpreis: Ladniak beendete das Rennen als bester Junior-Pilot.

Radermecker bester Trophy-Fahrer – Rosowski fährt auf P7

Als bester Trophy-Pilot kam Vincent Radermecker (55, Belgien, Maurer Motorsport) auf Platz fünf ins Ziel. Für den Belgier war es zugleich das beste Ergebnis der noch jungen Saison. Max Gruhn (22, Dannenberg, Gruhn Stahlbau Racing) steuerte seinen Audi RS3 LMS TCR auf den sechsten Platz. Die Plätze sieben, acht und neun gingen an Kai Rosowski (28, Nordhorn, K-Ro Racing) im Audi, Roland Hertner (62, Heilbronn, LIqui Moly Team Engstler) im Honda Civic und Michael Maurer (29, Schweiz, Maurer Motorsport) im Holden Astra TCR. Jonas Karklys beendete sein Rennen nach Problemen noch auf Platz zehn.

Weiter geht es in der ADAC TCR Germany am Wochenende vom 17. bis 19. Juni auf dem Salzburging in Österreich. Dann geht es im dritten Meisterschaftslauf um die nächsten wichtigen Punkte.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Martin Andersen (Liqui Moly Team Engstler, Dritter): „Das nächste Podium für uns ist super, aber es war ein hartes Rennen. Ich hatte viele enge Duelle und habe dann leider Szymon Ladniak getroffen. Ich musste den Platz abgeben, aber konnte ihn mir dann zurückholen. Alles in allem war es ein gutes Wochenende für uns.“

Ben Green und Niklas Krütten siegen erneut im BMW M4 GT3

  • Junges Fahrer-Duo von Schubert Motorsport übernimmt nach zweitem Sieg Tabellenführung
  • Schwesterauto mit den Werksfahrern Jesse Krohn und Nicky Catsburg belegt Rang zwei
  • 25.000 Besucher sorgen für Zuschauerrekord im ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring

Das Podest von Rennen 2 am Red Bull Ring
Foto: ADAC-Motorsport

Das war der Ritterschlag für Niklas Krütten (19/Trier) und Ben Green (24/GB). Das junge Fahrer-Duo hat auch den Sonntagslauf auf dem Red Bull Ring gewonnen und übernahm damit die Tabellenführung im ADAC GT Masters. „Ich brauche erst einmal ein paar Tage, um das alles zu verdauen. Es ist unglaublich, hier beide Rennen gewonnen zu haben und jetzt sogar Spitzenreiter zu sein“, so Ben Green von Schubert Motorsport nach dem erneuten Triumph in Spielberg. Mit einem Rückstand von 4,712 Sekunden belegten die Werksfahrer Jesse Krohn (31/FIN) und Nicky Catsburg (34/NL), Team- und Markenkollegen des Sieger-Duos, Platz zwei und machten damit den Doppelerfolg für BMW perfekt. Den dritten Podiumsrang holte sich die Besatzung Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91. Das zweite Rennwochenende im ADAC GT Masters erlebten 25.000 Zuschauer auf dem Red Bull Ring und sorgten für einen neuen Zuschauerrekord der Serie in Österreich.

Keyfacts, Red Bull Ring, Österreich, Saisonrennen 4 von 14

Streckenlänge: 4.318 Meter

Wetter: 21,8 Grad, sonnig

Pole-Position: Niklas Krütten (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #10), 1:28,346 Min.

Sieger: Niklas Krütten/Ben Green (Schubert Motorsport, BMW M4 GT3 #10)

Schnellste Rennrunde: Dries Vanthoor (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS GT3 Evo II #29), 1:29,282 Min.

Niklas Krütten war am Sonntag um 13 Uhr im BMW M4 GT3 #10 als Pole-Setter in das zweite Rennen auf dem Red Bull Ring gegangen. Mit einem Top-Start verteidigte der Youngster seine Spitzenposition und übergab sein Fahrzeug in Führung liegend nach einem frühen Boxenstopp in der 26. Minute an seinen Kollegen Ben Green. Der Brite baute den Vorsprung kontinuierlich aus und machte nach 41 Runden den souveränen Start-Ziel-Sieg und damit den Doppel-Erfolg in Spielberg im zweitschnellsten Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters perfekt. Im Feld dahinter sahen die Zuschauer auf den vollen Tribünen des Alpenkurses spannende Positionskämpfe und harte Duelle. Jesse Krohn und Nicky Catsburg sicherten sich im Schwesterauto den zweiten Platz gegen einen immer stärker werdenden Ayhancan Güven, der zusammen mit Christian Engelhart im Porsche 911 GT3 R #91 erneut auf das Podium fuhr.

Hinter ihren Markenkollegen beendeten Joel Sturm (20/Brühl) und Sven Müller (30/Bingen) das Rennen im Porsche 911 GT3 R #22 von Allied-Racing auf Position vier. Jusuf Owega (20/Köln) und Dries Vanthoor (24/B) lagen im Audi R8 LMS GT3 Evo II #29 von Montaplast by Land-Motorsport in der ersten Rennhälfte auf Podiumskurs, belegten aber am Ende nach einer Penalty Lap wegen eines Vergehens beim Boxenstopp Rang fünf. Sechster wurde die Besatzung Kim-Luis Schramm (24/Meuspath) und Dennis Marschall (25/Eggenstein) im Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 27 von Rutronik Racing, gefolgt vom besten Mercedes-AMG GT3 Evo mit Jan Marschalkowski (19/Inning) und Daniel Juncadella (31/E). Jack Aitken (26/GB) und Albert Costa Balboa (31/E) steuerten ihren Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 vom Team Emil Frey Racing auf Rang acht. Der McLaren 720S GT3 #88 mit Christian Klien (39/A) und Dennis Lind (29/DK) platzierte sich dahinter auf Platz neun und beendete damit für JP Motorsport einen erfolgreichen Gaststart in der Deutschen GT-Meisterschaft. Die Top Ten vervollständigten Patric Niederhauser (30/CH) und Luca Engstler (22/Wiggensbach) am Steuer des Audi R8 LMS GT3 Evo II mit der Startnummer 15 von Rutronik Racing.

Stimmen nach dem Rennen

Niklas Krütten: „Ich war beim Start nervös, kam aber gut weg. Nach ein paar Runden hat sich das Rennen an der Spitze etwas beruhigt und ich habe versucht, die Reifen für Bens Stint zu schonen. Das hat geklappt, sodass Ben den Sieg perfekt machen konnte. Ich kann es noch gar nicht fassen, nach dem ersten Erfolg am Samstag erneut gewonnen zu haben. Es ist einfach unglaublich.“

Ben Green: „Niklas hat einen tollen Job gemacht. Ich konnte das Rennen von vorn kontrollieren und mein eigenes Tempo fahren. Ich hätte nie damit gerechnet, in meiner ersten Saison ganz vorn im ADAC GT Masters zu stehen.“

Nicky Catsburg: „Ich habe den ganzen Tag über versucht, Niklas nervös zu machen, damit ich den Start gewinne. Aber leider ist der Junge cool geblieben. Die beiden waren einfach zu stark und haben einen super Job gemacht. Mein Ziel war es, den Abstand möglichst klein zu halten und durch den Boxenstopp nach vorn zu kommen. Aber auch das hat nicht funktioniert.“

Jesse Krohn: „Wir sind immer noch dabei, das Auto optimal zu verstehen. Wir hatten keine Probleme und sind ein gutes Rennen gefahren. Aber die beiden Youngster waren heute einfach nicht zu schlagen.


Nach Doppelsieg am Lausitzring übernimmt Sheldon van der Linde DTM-Führung

  • Schubert BMW-Pilot nach Triumph am Samstag auch am Sonntag mit Start-Ziel-Sieg
  • Rast als Dritter hinter Engel erstmals nach Rückkehr wieder auf dem Podium
  • Ausfall für Red Bull AF Corse Ferrari nach Feuer-Unfall im Qualifying

Doppelsieg und Tabellenführung für Sheldon van der Linde
Foto: Jens Hawrda

Auch 25 Kilogramm Erfolgsgewichte konnten ihn nicht stoppen: Schubert BMW-Pilot Sheldon van der Linde raste nach seinem Erfolg am Samstag auch am Sonntag zum DTM-Sieg am Lausitzring Turn 1 powered by Autohero. Der Südafrikaner holte sich im BMW M4 von Schubert Motorsport vormittags die Pole-Position und fuhr mit einer weiteren sehr souveränen Leistung 25 Punkte ein. Zweiter im Sonntagsrennen wurde Maro Engel (GER) im GruppeM Mercedes-AMG, der sich auch den Extrapunkt für den Autohero Fastest Lap Award sicherte. Auf Rang drei landete der dreimalige DTM-Champion René Rast (GER), der im ABT Audi R8 erstmals nach seiner Rückkehr in die DTM wieder aufs Podium fuhr. Den guten Schubert-Tag rundete Philipp Eng (AUT) auf Rang vier ab.

„Es war wirklich nicht einfach, gerade am Ende hat Maro Engel nochmal richtig Druck gemacht. Ich bin überglücklich, dass es gereicht hat, und gehe mit einem guten Gefühl nach Imola“, freute sich Sheldon van der Linde. Auch Engel war zufrieden, musste aber zugeben: „Für Sheldon hat es heute einfach nicht gereicht.“ Der drittplatzierte Rast dankte seinem ABT-Team, das eine Nachtschicht eingelegt hatte: „Gestern habe ich mehr gejammert als Rennen gefahren, weil ich überhaupt nicht zufrieden war. Wir haben die ganze Nacht durch am Auto gearbeitet, das war ein guter Schritt.“

Durch seinen Doppelsieg am Lausitzring Turn 1 powered by Autohero holte sich Sheldon van der Linde die Führung in der Gesamtwertung der DTM 2022. Mit 66 Punkten liegt der 23-Jährige 15 Zähler vor Mirko Bortolotti (ITA), der im Grasser Lamborghini am Sonntag Sechster wurde, und 18 Punkte vor Lucas Auer (AUT, WINWARD Mercedes-AMG), der als Achter vier Punkte einfuhr.

Den Grundstein für den Erfolg legte Sheldon van der Linde wie am Samstag direkt beim Start, wo er sich von vorne fahrend aus allen Positionskämpfen heraushalten konnte. Dahinter ging es wie fast immer in der DTM mächtig zur Sache, die 28 Top-Piloten lieferten den Zuschauern speziell in der Steilkurve Turn 1, die in der DTM exklusiv gefahren wird, spektakuläres Racing.

Ein Fahrer konnte am Sonntagmittag nicht an den Start gehen: Felipe Fragas Red Bull AF Corse Ferrari fing am Vormittag im Qualifying Feuer, der Brasilianer griff selbst zum Feuerlöscher und bekämpfte die Flammen. Die Zeit bis zum Rennen war allerdings zu knapp, so dass der Ferrari 488 des Südamerikaners nicht an den Start gebracht werden konnte.

Die nächste Chance auf Punkte bietet sich vom 17. bis 19. Juni: Dann haben Ferrari und Lamborghini in Imola ebenso Heimspiel wie der Gesamtzweite Bortolotti. Der neue Gejagte wird dann Sheldon van der Linde heißen.