Mittwoch, 1. September 2021

DTM Trophy? Dreikampf zwischen Tregurtha, Green und Schrey

  • Routinier Michael Schrey gegen zwei englische Youngster
  • Laura Kraihamer vor Heimspiel in der Steiermark optimistisch
  • Live vom Red Bull Ring: SPORT1+ und DTM Grid zeigen beide Rennen

Michael Schrey (GER), BMW, Hofor Racing by Bonk Motorsport  © DTM

Es ist ein offener Dreikampf zwischen einem deutschen Routinier und zwei Youngster aus England. Auf dem 4,326 Kilometer langen Red Bull Ring (03. bis 05. September) beim ersten Gastspiel der DTM Trophy in der Steiermark kämpfen die Favoriten um weitere wichtige Meisterschaftspunkte: das siebte Saisonrennen am Samstag, das das Ende der ersten Halbzeit in der DTM Trophy markiert, und das achte Rennen am Sonntag als Start in die zweite Saisonhälfte. William Tregurtha, Mercedes-AMG-Pilot aus dem Team der CV Performance Group, liegt vor dem vierten Rennwochenende der Nachwuchsserie auf der DTM-Plattform mit 110 Punkten an der Tabellenspitze, gefolgt von seinem ehemaligen WG-Mitbewohner Ben Green im BMW von FK Performance Motorsport mit 107 und Markenkollege Michael Schrey aus der Mannschaft von Hofor Racing by Bonk Motorsport mit 88 Zählern. 28 Punkte, drei für die Pole-Position und 25 für den Sieg, gibt es am Samstag noch zu verdienen, um Halbzeit-Meister zu werden.

Tregurtha, 21 Jahre alt und in Bedford zu Hause, stand in sechs Rennen vier Mal auf dem Podium, feierte einen Sieg, holte zwei Pole-Positions und ging einmal leer aus. Sein Freund Green, zwei Jahre älter und aus Waltham Abbey, ist der einzige Fahrer in der hartumkämpften DTM Trophy, der bislang zweimal gewinnen konnte, zweimal auf der Pole-Position stand und wie Tregurtha viermal vom Podium jubelte. Schrey stand dreimal auf dem Podium, gewann ein Rennen und erkämpfte eine Pole-Position. Mit vier Siegern in sechs Rennen unterstreicht die DTM Trophy ihre Ausgeglichenheit. Nico Verdonck (BEL) im Toyota von Ring-Racing konnte ein Rennen für sich entscheiden, ist mit 65 Punkten Tabellenvierter vor dem Schweizer BMW-Piloten Yann Zimmer (FK Performance, 50) und Titelverteidiger Tim Heinemann (PROsport Performance, 49) im Aston Martin.

Michael Schrey hat Spaß am Sprintformat der DTM Trophy

„Die DTM Trophy ist sehr hart umkämpft, das habe ich nicht anders erwartet“, sagt Michael Schrey, der seine erste Saison in der Serie bestreitet. Der 38-Jährige aus Osnabrück zählt zu den Routiniers im 21-köpfigen Starterfeld und kann bereits auf zahlreiche nationale und internationale Erfolge mit seriennahen GT-Rennwagen verweisen. „Acht bis zehn Fahrer kommen für Siege in Frage. Ich glaube, das zeigt auch, dass die Balance of Performance ganz gut getroffen ist.“ Der zweimalige Champion der VLN Langstrecken-Meisterschaft Nürburgring, der aus einer Rennfahrer-Familie stammt und an der Seite von Vater Wolfgang quasi im Fahrerlager groß geworden ist, hat Spaß am Format der DTM Trophy: „Alleine für mich verantwortlich zu sein, reine Sprintrennen zu bestreiten, ohne taktische Zwänge – das ist der entscheidende Unterschied zu vergleichbaren Serien. Dadurch ist auch der Speed auf der Strecke höher.“

Auch sein Teamchef Michael Bonk sagt: „Ich finde die DTM Trophy super klasse. Uns war früh klar, dass wir da mitmachen müssen.“ Drei BMW setzt Hofor Racing by Bonk Motorsport ein, für Schrey, Christopher Rink (GER) und Philipp Stahlschmidt (GER). „Mit dem aktuellen dritten Platz sind wir sehr zufrieden. Am Ende der Saison wollen wir gerne bestplatzierter BMW sein und am liebsten natürlich den Titel gewinnen“, so Bonk. Auch Schrey ist bisher zufrieden: „Bei diesem hohen Leistungsniveau dürfen wir zufrieden sein.“ Der Familienvater geht davon aus, dass es bis zum Schluss beim Dreikampf zwischen ihm, Tregurtha und Green bleibt. Dabei ist klar, welcher Platz ihm am Ende am liebsten wäre.

Für das Gastspiel auf dem Red Bull Ring rechnet sich Michael Schrey gute Chancen aus. „Ich kenne die Strecke gut, sie sollte dem BMW liegen. Unser Turbomotor ist vielleicht ein kleiner Vorteil speziell beim Start, unser Reifenverschleiß leider ein Nachteil. Jedenfalls freue ich mich auf diese Strecke mit ihrem tollen Ambiente, auf ein Wochenende mit gutem Wetter.“


Laura Kraihamer (AUT), KTM, True Racing by Reiter Engineering © DTM

KTM-Werksfahrerin Laura Kraihamer schielt beim Heimspiel am Red Bull Ring auf erste Punkte

Laura Kraihamer, eine von drei Rennfahrerinnen im Feld, blickt optimistisch auf ihr Heimspiel. Die 30-jährige Österreicherin (True Racing by Reiter Engineering) hat wie Schrey ebenfalls schon einige Erfolge in der Steiermark gefeiert. „Ich liebe den Red Bull Ring“, sagt die KTM-Werksfahrerin.“ Sie hofft, dass möglichst viele Österreicher ihr die Daumen drücken, damit es mit den ersten Punkten der Saison endlich klappt. „Ich finde es mega, dass die Fans wieder ins Fahrerlager dürfen. Das Fahrerlager war ja nie leer, aber die Fans waren nicht da und somit fehlte eine gewisse Stimmung aus Leidenschaft und Adrenalin.“

Neu im Starterfeld ist Sebastian Kornely aus Binningen, der die restliche Saison im #31 Audi von Heide-Motorsport bestreitet. Zudem ist der Österreicher Florian Janits zum zweiten Mal nach Lausitzring dabei und steuert anstelle seines verhinderten Landsmannes Reinhard Kofler den #23 KTM von True Racing by Reiter Engineering.

Die beiden Rennen zur DTM Trophy werden am Samstag und Sonntag jeweils um 15:10 Uhr gestartet und live von SPORT1+ sowie über das Streaming-Portal DTM Grid (grid.dtm.com) übertragen.

Dienstag, 31. August 2021

Küs Team Bernhard holt Joel Eriksson in Deutsche GT-Meisterschaft

  • Starker Neuzugang aus Schweden startet bereits bei Lausitzring-Rennen
  • Joel Eriksson teilt sich Cockpit eines Porsche 911 GT3 R mit Dylan Pereira
  • Comeback im ADAC GT Masters für Eriksson willkommene neue Herausforderung

Küs Team Bernhard holt Joel Erikson in's Cockpit
Foto: Jens Hawrda

Prominenter Neuzugang beim Küs Team Bernhard eineinhalb Wochen vor den nächsten beiden ADAC GT Masters-Läufen auf dem Lausitzring (10.–12. September): Der Rennstall des zweimaligen Le-Mans-Siegers und FIA-Langstrecken-Weltmeisters Timo Bernhard verpflichtet für den Rest der ADAC GT Masters-Saison 2021 Joel Eriksson (23). Der Schwede teilt sich einen der beiden Porsche 911 GT3 R des Rennstalls aus Bruchmühlbach-Miesau mit Dylan Pereira (24/Luxemburg). Für Eriksson ist die Deutsche GT-Meisterschaft kein Neuland: 2020 war er im ADAC GT Masters mit einem Schubert-BMW am Start.

„Ich bin begeistert, dass ich zurück bin im GT-Auto. Umso mehr, weil ich in einer so hochkarätigen Meisterschaft wie dem ADAC GT Masters fahren kann und für eine so leidenschaftliche und erfolgreiche Mannschaft wie das KÜS Team Bernhard“, sagt Joel Eriksson. „Ich kann die Rennen auf dem Lausitzring kaum erwarten“, betont er. Zuletzt war der Schwede, Vize-Europameister der Formel 3 von 2017, in der Formel-E-Weltmeisterschaft für Dragon Penske im Einsatz.

Teamchef Timo Bernhard erklärt: „Ich bin froh, dass wir mit Joel Eriksson einen absoluten Hochkaräter verpflichten konnten. Wir haben uns vor drei Jahren beim Race of Champions kennengelernt, wo er mit dem Team Schweden am Start war. Wir haben uns schon damals gut verstanden, hatten immer Kontakt und standen schon einmal kurz vor einer Zusammenarbeit. Ich freue mich, dass ein Fahrer, den ich wirklich sehr schätze, jetzt in einem meiner Autos sitzt.“ Den zweiten Porsche 911 GT3 R des Küs Team Bernhard pilotieren im ADAC GT Masters Titelverteidiger Christian Engelhart (34/Starnberg) und Porsche-Werksfahrer Thomas Preining (23/A).



Montag, 30. August 2021

IDM spannende Rennen am Red Bull Ring

Doppelsieg für Florian Alt #66 am Red Bull Ring
Foto: IDM/Dino Eisele

 

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) hat auf dem Red Bull Ring wieder Geschichte geschrieben. Nach sieben Jahren Pause kehrte die Serie auf den Kurs in Österreich zurück. Ein Doppelsieg in der IDM-Königsklasse Superbike 1000 und haarscharfe Entscheidungen in allen weiteren Rennen, ließen die Fans  auf der Steiermark-Tribüne feiern. In Österreich wurden die Weichen für das große IDM-Finale im September in Hockenheim gestellt.  

Doppelsieg für Florian Alt in der Königsklasse

In der Königsklasse IDM Superbike 1000 wurde der Gesamt-Führende Ilya Mikhalchik (EGS-alpha-Van Zon-BMW) seinem Spitznamen „Iceman“ gerecht. Nach den beiden Podiumsplätzen in der Steiermark verzog der Ukrainer keine Miene, erst später war der Anflug eines Lächelns erkennbar. Grund seiner sich langsam auflösenden Verstimmung: Er hatte keines der beiden Rennen gewonnen.

Beide Siege gingen an den überragenden Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing), der schon im Training dominiert hatte. Nach einem verkorksten Saisonauftakt und seinem Fehlen bei der Veranstaltung im tschechischen Most spülte der Triumph den Nümbrechter nun binnen eines Wochenendes vom zehnten auf den dritten Platz in der Tabelle. Seinen Doppelsieg widmete Alt seiner Schwester Sina und seinem Schwager Pascal. Die Beiden hatten am Wochenende kirchlich geheiratet. Alt hatte die Beiden als Trauzeuge bereits zum Standesamt geführt und nun wäre der nächste Akt an der Reihe gewesen, aber jetzt ging der Rennsport vor. Als verantwortungsvoller Bruder der Braut hatte er sich aber im Vorfeld um die Organisation der Feierlichkeiten gekümmert.

Dem zweifachen Titelträger Mikhalchik kann der Deutsche auf dem Weg zur dritten Meisterschale trotz des tollen Wochenendes in der Steiermark nicht mehr gefährlich werden. Dafür trennen die Beiden zu viele Punkte voneinander. Theoretische Chancen hat aber noch Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing). Diese haben auf dem Red Bull Ring zwar  abgenommen, denn Debise kam in beiden Läufen als Vierter ins Ziel. Aber die Rechnung wird erst ganz zum Schluss gemacht.

Im ersten Lauf wurde das Podium neben Alt und Mikhalchik durch Markus Reiterberger (BCC Racing) vervollständigt, im zweiten durch Luca Grünwald (Kiefer Racing), der zum vierten Mal im Superbike-Premierenjahr seines Teams auf dem Treppchen stand.

Im zweiten Rennen präsentierten sich die einheimischen Fahrer besonders stark. Das Österreich-Trio mit Jan Mohr (EGS-alpha-Van Zon-BMW), Nico Thöni (Kawasaki Weber-Motos Racing) und Philipp Steinmayr (Team Ratezi)  raste in die Top Ten und das auf drei verschiedenen Marken.

IDM Supersport 600

In der IDM Supersport 600 hatte Patrick Hobelsberger (Bonovo action by MGM Racing) im ersten Rennen mit technischen Problemen am Motorrad zu kämpfen. Mehr als der fünfte Platz war nicht drin. Den Sieg trug ausgerechnet Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) davon, sein größter Konkurrent im Titelkampf. Der Franzose trat wie immer als Doppelstarter in zwei Klassen an. Die französische Supersport 600-Meisterschaft hat er bereits unter Dach und Fach gebracht, die deutsche soll die nächste werden. Kevin Wahr (MVR-Racing) hatte Debise rundenlang unter Druck gesetzt, musste aber passen. Der Nagolder wurde Zweiter.

Den zweiten Lauf konnte aber Hobelsberger vor Debise gewinnen, somit übte der Bayer Schadensbegrenzung. Dritter wurde in beiden Läufen Thomas Gradinger (Eder-Racing). Er wollte bei seinem Heimrennen unbedingt aufs Podium, auch wenn er in diesem Fall seinem Yamaha-Markenkollegen und Titelfavoriten Hobelsberger ein paar Meisterschaftspunkte raubte. Doch der Österreicher hielt herzerfrischend fest: „Ich konnte Pax überholen. Für ihn tut´s mir leid, er ist sicher angepisst, aber das ist Racing.“

IDM Supersport 300

Auch in der IDM Supersport 300, der Nachwuchsklasse im Programm, gab es keine Geschenke. Dass Victor Steeman den ersten Lauf für sich entschied, war keine Überraschung. Das Freudenberg KTM WorldSSP hatte seinen WM-Fahrer für einen Gaststart eingeladen mit erweiterter Funktion als Tipp-Geber für die vier IDM-Fahrer der Mannschaft. Steeman ist momentan Fünfter in der Supersport 300-Weltmeisterschaft. Auf dem Red Bull Ring fuhr er außerhalb der Wertung im ersten Rennen mit.   

Einen Meister-Moove zeigte in der finalen Runde des ersten Laufes Lennox Lehmann (Freudenberg KTM WorldSSP Team, 15). Der Titelverteidiger schlüpfte in der letzten Kurve noch innen an seinem Kontrahenten Luca De Vleeschauwer (Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki, 18) durch. Der Belgier erreichte mit dem dritten Platz wiederum sein bisher bestes Saisonergebnis.

Mit einem Fotofinish und Doppelsieg für das Füsport-RT Motorsports by SKM-Kawasaki-Team endete das turbulente zweite Rennen. Luca De Vleeschauwer (18) siegte mit einem Vorsprung von zwölf Tausendstelsekunden vor Marvin Siebdrath. Dritter wurde Leo Rammerstorfer (Freudenberg KTM WorldSSP Team, 17). Der Österreicher ist eng mit seinem Teamkollegen Lennox Lehmann befreundet, der zwei Wochen zu Besuch bei ihm war. „Wir haben ein bisschen mit E-Crossmotorrädern trainiert“, verriet Lehmann, „aber nicht so viel wie wir wollten, weil sich die Nachbarn beschwert haben.“ Für Rammerstorfer hat es sich aber gelohnt. Der dreifache Laufsieger Dirk Geiger, der bisher zum Kreis der Titelanwärter zählte, muss sich jegliche Hoffnungen abschreiben. Probleme mit der Elektronik machten  ihn auf dem Red Bull chancenlos.

IDM Sidecar

In der IDM Sidecar dominierten die WM-Gespannteams, die auf dem Rückweg von Rijeka in Richtung Heimat auf dem Red Bull Ring einen Stopp einlegten. Der WM-Zweite Todd Ellis feierte mit seiner Beifahrerin Emmanuelle Clèment (Santander Salt/LCR F1, 600 cm³) seinen Einstand mit neun Sekunden Vorsprung vor dem Feld, in dem es umso enger zuging.

Tim Reeves/Kevin Rousseau (Bonovo Action Team/Adolf RS F1) beharkten sich mit Pekka Päivärinta/Ilse De Haas und Markus Schlosser/Marcel Fries (Team Schlosser/LCR F1, 600 cm³). Reeves, der am Samstag seinen 49. Geburtstag hatte, ging als Gewinner der Positionswechsel hervor, Schlosser folgte ihm. Die IDM-Führenden Josef Sattler und Luca Schmidt (Bonovo Action Team/Adolf RS F1) beendeten den Lauf auf Rang sechs.

Todd Ellis gewann auch das zweite Rennen vor dem achtfachen Weltmeister Tim Reeves.  „Wir hatten heute einen richtigen Zweikampf auf Augenhöhe. Genau das, was wir wollten“, sagte Reeves im Anschluss. Auch Ellis war sich sicher, den Zuschauern guten Rennsport geboten zu haben. Sattler/Schmidt wurden nach drei Rennen ohne Podestplatz diesmal als Dritte abgewunken. „Nach diesem Wochenende kann ich endlich wieder ruhig schlafen“, sagte Sattler ausgelassen nach dem Rennen.

Gelungenes Wochenende in der Steiermark

Weil auch im IDM Superstock 600-Cup, dem Austrian Junior Cup sowie im Yamaha R3 bLU cRU Cup und dem Northern Talent Cup um Punkte gekämpft wurde, gab es in der Steiermark erstklassige Unterhaltung.

„Unser Comeback auf dem Red Bull Ring war ein voller Erfolg. Wir sind an einen Ort zurückgekehrt, der den Rennsport in vollen Zügen lebt“, resümiert IDM-Serienmanager Normann Broy. „Es gab spannende Rennen und Überraschungen in allen Klassen und das Wetter war besser als die Vorhersage. Die Weichen für das IDM-Finale vom 24. bis 26. September 2021 sind nun gestellt. Das Beste ist: In keiner IDM-Klasse wurde in diesem Jahr vorzeitig der Sieger gekürt. Das hatten wir lange nicht. Es bleibt also spannend.“

Sonntag, 29. August 2021

IDM Suberbike: Florian Alt holt Pole am Red Bull Ring

Florian Alt #66 holt Pole am Red Bull Ring
Copyright: Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG

Florian Alt (Wilbers-BMW-Racing) startet auf dem Red Bull Ring von der Pole Position in der IDM Superbike 1000. Er nahm Markus Reiterberger (BCC Racing) im Qualifying eine halbe Sekunde ab. Valentin Debise (Kawasaki Weber-Motos Racing) sorgte mit der ZX-10RR dafür, dass BMW nicht die komplette erste Startreihe besetzt. Der Meisterschaftsführende Ilya Mikhalchik brachte die viertbeste Zeit zustande und bastelte mit seiner Freundin an großen Namensschildern für seine Anzeigetafel in der Boxengasse. Das Team soll ihn so im Rennen über die Positionen der potentiellen Gegner auf dem Laufenden halten. Bastien Mackels zerstörte im ersten Qualifying die SWPN-Yamaha. Der Lenker ließ sich nach links und geradeaus bewegen. Ansonsten ging nichts mehr. Das Team holte aus der Verkleidung die halbe Wiese des Red Bull Rings heraus. Dank der Manpower im ihn herum konnte er im zweiten Qualifying trotzdem wieder fahren.

Nicht mehr am Start ist Alessandro Polita. Der Italiener vom HRP-Team war gestern im freien Training gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen.

Florian Alt hatte nicht eine Minute um die Pole Position zittern müssen. Ein Wermutstropfen trübte das Ergebnis. Er ist heute nicht live als Trauzeuge in der Heimat. Alts Schwester Sina heiratete um 14:00 Uhr kirchlich in Hülsenbusch. Das ist ein Ortsteil von Gummersbach im Oberbergischen Kreis im südlichen Nordrhein-Westfalen. Florian Alt war bereits Trauzeuge (siehe Titelbild) bei der standesamtlichen Zeremonie im Mai. Damals hatte die Familie den Termin um eine Woche verschoben, weil „Flo“ sonst bei der Endurance-WM bei der German Speedweek gewesen wäre, die dann auf Grund von Corona bekanntlich ausgefallen ist. Die Umlegung lohnte sich für das Brautpaar im Nachhinein sogar insofern, weil sich das Wetter eine Woche später viel besser präsentierte.

Obwohl er beim heutigen Fest nicht dabei ist, hat Alt alles für die Organisation gegeben. Er hat das Brautkleid mit seiner Schwester ausgesucht, „weil sie von mir eine ehrliche Meinung bekommen hat. In Sachen Brautkleidern bin ich jetzt der Profi“, ist er nach der Mammutaufgabe völlig überzeugt. Außerdem hat er alles besorgt, was für die Hochzeit notwendig ist, unter anderem das weiße BMW M4 Cabrio, in dem Sina und ihr Mann Pascal zu Hause abgeholt wurden. Und ganz aus der Welt war der Superbiker schließlich auch nicht. Er wurde per Videokonferenz in der Kirche zugeschaltet. Zwar ein bisschen später, weil auch genau um 14:00 Uhr das zweite Qualifying in der IDM Superbike 1000 stattfand, aber Alt hat sich ja beeilt.

IDM Superbike 1000, Ergebnis Q1 + Q2:

1. Florian ALT (DEU/BMW)

2. Markus REITERBERGER (DEU/BMW)

3. Valentin DEBISE (FRA/Kawasaki)

4. Ilya MIKHALCHIK (UKR/BMW)

5. Vladimir LEONOV (RUS/Yamaha)

6. Luca GRÜNWALD (DEU/BMW)

7. Julian PUFFE (DEU/BMW)

8. Bastien MACKELS (BEL/Yamaha)

9. Pepijn BIJSTERBOSCH (NLD/BMW)

10. Philipp STEINMAYR (AUT/Yamaha)

Quelle: idm.de / ANKE WIECZOREK

Freitag, 27. August 2021

Deutschen Rennsport-Meisterschaft sorgt am Red Bull Ring für optische und akustische Höhepunkte

  • DTM Classic bringt 20 automobile Schätze der Siebziger zurück auf die Rennstrecke
  • Vom legendären Zakspeed-Capri über Porsche bis zum BMW M1
  • Marc Surer steuert einen BMW 320 Gruppe 5 des einstigen BMW Junior Teams
  • Harald Grohs führt die Einführungsrunden im Werks-Porsche 935 an
  • Fünfte Station der DTM 2021: vom 03. bis 05. September auf dem Red Bull Ring

Peter Mücke (GER) im Zakspeed-Capri Turbo
Foto: Jens Hawrda

Hans-Joachim Stuck, Klaus Ludwig, Rolf Stommelen, Hans Heyer, Harald Ertl und Dieter Glemser – klangvolle Namen von wahren Lenkrad-Artisten, die in den Siebzigerjahren in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft (DRM) für Furore sorgten. Dabei begeisterten die Lenkrad-Virtuosen genauso wie die PS-gewaltigen Rennwagen, vor allem die Gruppe-5-Boliden von Ford, BMW und Porsche. Die DTM Classic, wichtige Säule der hochkarätigen DTM-Plattform, bringt 20 der legendären Boliden in einem einzigartigen DRM-Revival im Rahmen des fünften DTM-Rennwochenendes (03. bis 05. September) auf dem Red Bull Ring zurück auf die Rennstrecke. Herausragend: Der ehemalige Formel-1-Pilot Marc Surer wird einen BMW 320 Gruppe 5 des legendären BMW Junior Teams pilotieren, begleitet vom ehemaligen BMW Rennleiter Jochen Neerpasch und dem aktuellen BMW Junior Team bestehend aus Dan Harper, Max Hesse und Neil Verhagen. Zudem steuert Harald Grohs während den Einführungsrunden einen Porsche 935.

Die Deutsche Rennsport-Meisterschaft ist die glanzvolle Vorgänger-Serie der aktuellen DTM. Von 1972 bis 1981 fuhren Tourenwagen und Sportwagen gemeinsam in der damals höchsten Liga des deutschen Rennsports. 1972 wurde „Strietzel“ Stuck im Werks-Capri der erste DRM-Champion, danach beherrschte der Zakspeed-Escort die DRM, zweimal Dieter Glemser und zweimal Hans Heyer eroberten die Titel. Dann dominierte der bullige Porsche 935, mit dem 1976 Rolf Stommelen und 1979 Klaus Ludwig die Titel errangen. 1978 triumphierte Formel-1-Pilot Harald Ertl im Schnitzer BMW 320 Turbo, 1980 Hans Heyer im hellblauen Lancia Beta Montecarlo, bevor Klaus Ludwig mit dem Titelgewinn im Zakspeed-Capri Turbo 1981 diese spektakuläre Ära beendete.

Erstmals drei Gruppe-5-Capri in einem Rennen

Das DRM-Revival im Rahmen der DTM Classic auf der Formel-1-Rennstrecke in der Steiermark wird zum außerordentlichen Stelldichein von 20 der automobilen Schätze jener Zeit. Zum ersten Mal seit der DRM-Ära werden gleich drei jener fulminanten Gruppe-5-Capri im Rennen zu sehen sein, die einst vom legendären Meistermacher Erich Zakowski und seinem Zakspeed-Rennstall entwickelt wurden. In einem der drei Capris werden sich DTM-Teamchef Peter Mücke sowie sein Sohn und ehemaliger DTM-Pilot Stefan Mücke abwechseln.

Vom 1600er Ford Escort über BMW 2002, Porsche mit den Modellen 914/6 und 911 Carrera RSR bis hin zum De Tomaso Pantera und zum bildschönen BMW M1 reicht die breite Palette der Fahrzeuge jener Zeit. Diesen einzigartigen Augen- und Ohrenschmaus können die Zuschauer am Red Bull Ring nicht nur jeweils am Samstag und Sonntag in Tranings- und Rennaction auf der Strecke erleben, sondern auch hautnah im Fahrerlager. Denn beim DTM-Gastspiel in der Steiermark ist erstmals seit 2019 das Fahrerlager wieder für Zuschauer geöffnet, Eintrittskarte und Einhaltung der 3G-Regelung vorausgesetzt.

Höhepunkt des DRM Revivals: Ex BMW Junior kehrt ins Cockpit des Gruppe 5 BMW zurück

Dass Marc Surer, neben Manfred Winkelhock und Eddie Cheever der dritte im Bunde der „Wilde Reiter GmbH“, wie die BMW Junioren einst genannt wurden, mit einem dieser bulligen BMW 320 Gruppe 5  bei diesem DRM-Revival startet, ist ein absoluter Höhepunkt. Und Harald Grohs, der trotz seiner 77 Jahre immer noch ins Cockpit steigt und beherzt Gas gibt, steuert mit einem originalen Werks-Porsche 935 nicht nur das schnellste Führungsfahrzeug aller Zeiten, sondern auch genau jenen Rennwagen-Typ, mit dem der Essener, selbst siebenmaliger DTM-Sieger, einst Vizeweltmeister bei den Sportwagen wurde.

„Wir sind sehr glücklich, dass wir zur Premiere unseres DRM-Revivals im Rahmen der DTM Classic ein so hervorragendes Feld an historischen Fahrzeugen am Red Bull Ring begrüßen können. Jedes Auto ist ein Stück lebendige Motorsport-Geschichte. Und es ist großartig, dass wir genau zu diesem Ereignis das Fahrerlager für Zuschauer wieder öffnen dürfen. Besser hätte es nicht sein können“, freut sich Peter Oberndorfer. Der ehemalige DTM-Pilot koordiniert in Partnerschaft mit dem Automobilclub von Deutschland (AvD) die historischen Themen der DTM Classic, die die DNA der DTM in ihrer Vielfältigkeit darstellen soll.