Mittwoch, 14. Juli 2021

Comeback am Nürburgring: Hubert Haupt schreibt DTM-Geschichte

  •  Novum: einziger Fahrer mit Starts in allen drei Epochen der Traditionsserie
  •  Münchner Teambesitzer startet im dritten HRT-Mercedes-AMG mit markantem Partner
  •  Powerplay in der Eifel: DTM-Festival vom 20. bis 22. August auf dem Nürburgring

Comeback am Nürburgring: Hubert Haupt im #6 PLAYBOY-Mercedes-AMG © HRT 

Für Hubert Haupt geht ein weiterer Traum in Erfüllung: Der Münchner feiert auf dem Nürburgring sein Comeback in der DTM. Mit dem Mercedes-AMG seines eigenen Haupt Racing Teams (HRT) kehrt Hubert Haupt in die Serie zurück, wird vom Teambesitzer zum Teamkollegen und sorgt damit für ein absolutes Novum. Der 52-Jährige ist der erste Fahrer in der DTM, der in allen drei Epochen der Traditionsserie Rennen bestritt – in der klassischen DTM von 1984 bis 1996, in der zweiten Ära von 2000 bis 2020 und schließlich in der aktuellen Epoche der GT-Rennwagen (ab 2021). In den Jahren 1991 und 1992 fuhr Haupt 25 DTM-Rennen als Audi-Werksfahrer und erzielte 1991 beim AVUS-Rennen in Berlin als Dritter sein bestes Ergebnis, 2001 war er mit Opel bei 20 Rennen am Start. Bereits mit der Gründung seines HRT-Teams im Sommer 2020, das mit zwei Mercedes-AMG an der DTM 2021 teilnimmt, hatte sich der Immobilien-Unternehmer und Projektentwickler seinen ersten großen Traum erfüllt.

Die DTM macht mit ihrem Weltklasse-Ensemble vom 20. bis 22. August Station in der Eifel. Am Samstag und Sonntag – beide Rennen (Start jeweils um 13:30 Uhr) werden live in SAT.1 und in über 60 Ländern übertragen – werden die mindestens 20 DTM-Rennwagen den Asphalt des Nürburgrings gehörig unter Dampf setzen. Dabei wird sich Hubert Haupt im schwarz-weißen Mercedes-AMG mit der Startnummer 6 ins enge DTM-Getümmel stürzen. Sein Comeback wird von einem markanten und bekannten Partner unterstützt, der die DTM ebenfalls schon über viele Saisons begleitet hat: das weltbekannte Lifestyle-Magazin PLAYBOY.

„Für mich geht der nächste Traum in Erfüllung. Zuerst das eigene Team, das an der DTM teilnimmt, und nun greife ich auch selbst noch einmal ins Lenkrad in dieser Serie, mit der ich so viele Erinnerungen verbinde. Etwas schöneres kann man sich als Motorsportler kaum vorstellen“, sagt Hubert Haupt.

Als Teambesitzer führt Hubert Haupt sein im Gewerbepark Nürburgring ansässiges HRT-Team, doch wenn er ins Volant des dritten HRT-Mercedes-AMG greift, sind seine Fahrer für diesen Moment seine Gegner. Beim spektakulären DTM-Auftakt in Monza hatten beide HRT-Piloten Maximilian Götz (GER) und Vincent Abril (MON) auf Anhieb Podiumsplatzierungen erobert. „Sportlich reizt es mich natürlich, dass ich mich in diesem starken Umfeld mit jungen Profis messen kann. Wir sind gut vorbereitet und ich denke, dass wir auch ein gutes Ergebnis erzielen können“, so Haupt, der seit Jahren erfolgreich bei Langstreckenrennen am Start ist. Erst am vergangenen Samstag stand Hubert Haupt mit seinen Teamkollegen Adam Christodoulou (GBR) und Patrick Assenheimer (GER) als Gesamtzweiter beim Vierstunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife strahlend auf dem Podium.

„Es ist beeindruckend, dass Hubert Haupt in allen drei Epochen der DTM als Fahrer mitmischt. Sein Comeback, verbunden mit der Rückkehr eines prominenten Partners, ist eine echte Bereicherung und unterstreicht die Attraktivität der DTM“, sagt Frederic Elsner, Director Event & Operations der DTM-Organisation ITR.

Vom 23. bis 25. Juli bestreitet die DTM ihr zweites Rennwochenende auf dem DEKRA Lausitzring.   

Weerts/Vanthoor sorgen für zweiten Audi-Sieg beim Zandvoort-Wochenende der Deutschen GT-Meisterschaft

  •  Erster Saisontriumph für Team WRT
  •  Charles Weerts gewinnt auch in Pirelli-Junior-Wertung
  •  Rolf Ineichen siegt im Lamborghini in der Pirelli-Trophy-Wertung 

  Erster Saisonsieg für Charles Weerts und Dries Vanthoor (l.)
Foto: ADAC-Motorsport

Audi war beim dritten Saisonwochenende der Deutschen GT-Meisterschaft das Maß der Dinge: Nach dem Erfolg am Vortag sorgten im Sonntagsrennen Charles Weerts (20/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) für einen erneuten Sieg der Marke mit den vier Ringen. Mit Platz zwei für die Mercedes-AMG-Fahrer Maximilian Buhk (28/Hamburg) und Raffaele Marciello (26/I, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) und Rang drei von Rolf Ineichen (42/CH) und Franck Perera (37/F, beide GRT Grasser Racing Team) fuhren drei Marken auf das Podium. „Ich mag die Strecke hier in Zandvoort echt gerne und es ist schön, hier gewonnen zu haben“, sagte Sieger Charles Weerts. „Das ganze Wochenende lief mit Platz fünf am Samstag sowie der Pole und dem Sieg sehr gut für uns.“


Keyfacts, CM.com Circuit Zandvoort

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: 22 Grad, bewölkt

Pole-Position: Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS), 1.33,931 Minuten

Sieger: Charles Weerts/Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS)

Schnellste Rennrunde: Dries Vanthoor (Team WRT, Audi R8 LMS), 1.35,171 Minuten


Vanthoor und Weerts souverän

Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Audi-Sport-Fahrer Dries Vanthoor. Der Belgier ging von der Pole-Position in das sechste Saisonrennen und behauptete die Spitzenposition auch beim Start. Danach setzte er sich leicht von Verfolger Raffaele Marciello ab. Als er zur Rennmitte den Pflichtboxenstopp absolvierte und an Partner Charles Weerts übergab, betrug sein Zeitpolster knapp zwei Sekunden. Auch Weerts blieb – trotz einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Porsche von Sven Müller (29/Bingen am Rhein, Precote Herberth Motorsport) – danach souverän vorn und sah schließlich mit 3,951 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge. Der junge Belgier siegte zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

  Mercedes-AMG und Lamborghini sicherten sich die Plätze zwei und drei
Foto: ADAC-Motorsport

Die Mercedes-AMG-Piloten Marciello und Buhk holten als Zweite ihren zweiten Podiumserfolg der Saison. Das Duo war nach den Boxenstopps kurzzeitig auf Platz drei zurückgefallen, doch Schlussfahrer Buhk eroberte die zweite Position schnell zurück. Als Dritten gelang Rolf Ineichen und Franck Perera (beide GRT Grasser Racing Team) im bestplatzierten Lamborghini Huracán GT3 Evo erstmals 2021 der Sprung auf das Podium. Ineichen gewann damit auch die Pirelli-Trophy-Wertung.

Vierte wurden Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition) in ihrer Corvette C7 GT3-R vor der Mercedes-AMG-Paarung Igor Waliłko (23/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing). In einer turbulenten Schlussphase sicherten sich Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Dennis Marschall (24/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece) vor ihren Audi-Markenkollegen Florian Spengler (33/Ellwangen) und Markus Winkelhock (41/Zdiměřice, beide Car Collection Motorsport) Rang sechs. Dahinter platzierten sich mit Luca-Sandro Trefz (19/Wüstenrot) und Christopher Haase (33/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport) auf Rang acht sowie den Neuntplatzierten Jusuf Owega (19/Köln) und Patric Niederhauser (29/CH, beide Phoenix Racing) zwei weitere R8 LMS.

Mirko Bortolotti (31/I) und Albert Costa Balboa (31/E, beide GRT Grasser Racing Team), die von Rang drei gestartet waren, mussten sich nach ABS-Problemen am Ende mit Rang zehn zufriedengeben. Die Tabellenführer Mathieu Jaminet (26/F) und Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, beide SSR Performance) blieben nach einer späten Kollision und einem anschließenden Dreher wegen eines Reifenschadens ohne Punkte.

Stimmen der Sieger

Dries Vanthoor: „Zu Beginn des Rennens haben mir die dunklen Wolken etwas Sorgen bereitet, aber es ist trocken geblieben. Die neuen Reifen haben uns geholfen, auch wenn die Strecke recht dreckig war. Der Audi funktioniert hier wirklich gut und wir konnten unsere Führung im Rennen gut verwalten. Charles hat zum Ende hin einen super Job gemacht und den Sieg sicher nach Hause gefahren.“

Charles Weerts: „Dries hat mit der Pole-Position und seinem starken Stint gute Vorarbeit geleistet. In der zweiten Rennhälfte wurde es durch das Safety-Car noch mal etwas spannend, aber ich konnte danach noch einen soliden Vorsprung herausfahren.“


Zakspeed-Duo Marschalkowski/Nouet macht Doppelsieg in Zandvoort perfekt

  •     Vortagessieger Jan Marschalkowski und Théo Nouet triumphieren erneut
  •     Schrey/Piana nach Platz zwei Halbzeitmeister
  •     Kieffer/Kosch gewinnen Trophy-Wertung

  Die Doppelsieger von Zandvoort: Théo Nouet (li.) und Jan Marschalkowski
Foto: ADAC-Motorsport

Drama, Action und viel Spektakel: Das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem CM.com Circuit Zandvoort bot von der ersten bis zur letzten Sekunden kurzweilige Unterhaltung. Am Ende triumphierten mit Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (18/FRA, beide Team Zakspeed) im Mercedes-AMG GT4 die Sieger des Samstagsrennen erneut. Michael Schrey (38/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) fuhren nach einer taktischen Meisterleistung im BMW M4 GT4 auf Platz zwei und verteidigten die Tabellenführung. Das Podium komplettierten Andreas Wirth (36/Waghäusel) und Phil Dörr (20/Butzbach, beide Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4. „Das war wirklich ein Wahnsinnsrennen. Die Stimmung im Team ist nach unserem zweiten Sieg in Folge natürlich mega. Alles sind überglücklich. So kann es weitergehen“, freute sich Marschalkowski über das perfekte Rennwochenende von Zandvoort.

Nouet startete in das Sonntagsrennen von der Pole-Position und übernahm direkt die Spitze. Seine Teamkollegin Gabriela Jílková (26/CZE) holte sich im zweiten Zakspeed-Mercedes-AMG gleich nach dem Start die zweite Position und sorgte so für die Zakspeed-Doppelführung. Doch schon in der zweiten Runde musste das Rennen wegen eines Unfalls des Audi R8 LMS GT4 von Robin Rogalski (20/POL, Seyffarth Motorsport) mit der roten Flagge unterbrochen werden. Als sich die Fahrzeuge auf Start/Ziel einreihten, gab es dann eine Schrecksekunde für Zakspeed und Jílková. Flammen schlugen aus der Fronthaube, ein Gummi hatte sich entzündet und eine Steckverbindung beschädigt. Die Zakspeed-Techniker konnten das Auto mit großer Anstrengung auf der Start-Ziel-Geraden für den Re-Start wieder reparieren, was die Zuschauer auf der Haupttribüne mit großem Applaus quittierten.

Nach dem Re-Start blieb Nouet vorn, Jílková musste im weiteren Rennverlauf jedoch Nicolaj Møller Madsen (28/DNK, Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4 und Aston-Martin-Fahrer Wirth passieren lassen. Eine Kollision zwischen dem Porsche von Daniel Schwerfeld (42/Düsseldorf, Black Falcon Team Textar) und dem Mercedes-AMG von Robin Falkenbach (19/Niederkassel, Leipert Motorsport) sorgte wenig später für eine weitere Safety-Car-Phase.

Als das Rennen wieder frei gegeben wurde, ging auch noch BMW-Pilot Schrey vorbei an Jílková. Am Kommandostand von Hofor Racing by Bonk Motorsport entschied man kurz darauf, Schrey direkt nach Öffnen des Boxenstoppfensters hereinzuholen, um den BMW früh an Teamkollege Piana zu übergeben. Währenddessen baute Nouet seinen Vorsprung an der Spitze aus. „Mit den roten und gelben Flaggen sowie den Safety-Cars gab es für mich viel zu tun und es galt den Überblick zu behalten. Nachdem ich meinen Vorsprung ein wenig vergrößert hatte, wollte ich die Reifen für Jan schonen“, beschrieb Nouet, der den Mercedes-AMG an Teamkollege Marschalkowski übergab.

Die Taktik von Hofor Racing by Bonk Motorsport zahlte sich währenddessen aus: Piana hatte eine freie Strecke und fand sich nach einigen schnellen Runden direkt hinter Marschalkowski wieder, als dieser mit dem führenden Mercedes-AMG zurück auf die Strecke fuhr. Beide Piloten kämpften daraufhin rundenlang um die Führung. Dahinter entwickelte sich um Rang drei ein Vierkampf zwischen Jílkovás Teamkollege Robert Haub (32/USA), Dennis Fetzer (20/Buseck, Team Allied-Racing) und Phil Dörr, die von Møller Madsen und Wirth übernommen hatten, sowie Audi-Pilot Jan Philipp Springob (20/Köln, T3 Motorsport). Dörr entschied den Fight letzten Endes für sich.

Eine weitere Safety-Car-Phase brachte das Feld kurz vor dem Rennende nochmals eng zusammen. Nach dem letzten Re-Start blieb Marschalkowski in Führung und gewann mit 1,060 Sekunden Vorsprung vor Piana. „Gabriele hat Druck gemacht. Im zweiten Teil der Strecke konnte ich aber immer einen kleinen Vorsprung herausfahren. Somit hat es auf den folgenden Geraden jeweils ausgereicht, vorne zu bleiben. Unser Auto behandelt die Reifen zudem äußerst gut“, meinte Marschalkowski. Für Teamkollege Nouet bedeutete dies auch den Sieg in der Junior-Wertung.

Hinter dem drittplatzierten Aston Martin belegten Springob und Teamkollege John Paul Southern (19/USA) im Audi Platz vier vor dem Porsche-Duo Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team Bernhard). Haub/Jílková wurden Sechste vor Ben Dörr (16/Butzbach) und Nico Hantke (17/Hürth, beide Dörr Motorsport) im McLaren 570S GT4 und dem BMW-Duo Marcel Lenerz (23/Ludwigsau) und Michael von Zabiensky (20/Oschersleben, beide Schubert Motorsport). Fetzer fiel im Porsche noch auf Platz neun zurück. Die Top Zehn komplettierten Tom Kieffer (46/LUX) und Christian Kosch (44/LUX, beide Team Allied-Racing) in einem weiteren Porsche, die so auch die Trophy-Wertung für sich entscheiden konnten.

Die ADAC GT4 Germany macht nur eine kurze Pause. Schon von 6. bis 8. August folgt auf dem Nürburgring das vierte Rennwochenende der Saison 2021.„Dort wollen wir dann den nächsten Doppelsieg holen. Die Strecke liegt unserem Auto sehr gut. Wir greifen an“, gibt Marschalkowski einen Vorgeschmack auf das Rennen in der Eifel.


Samstag, 10. Juli 2021

Feller/Mies holen in Zandvoort ersten Saisonsieg von Audi in der Deutschen GT-Meisterschaft

  • Schweizerisch-deutsches Duo im Samstagsrennen nicht zu schlagen
  • Ricardo Feller siegt auch in Pirelli-Junior-Wertung
  • Markenkollege Florian Spengler gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung

Klarer Erfolg: Ricardo Feller (r.) und Christopher Mies
Foto: ADAC-Motorsport

Pole-Position, schnellste Rennrunde und Sieg: Ricardo Feller (21/CH) und Christopher Mies (31/Düsseldorf, beide Montaplast by Land-Motorsport) fuhren im Samstagsrennen der Deutschen GT-Meisterschaft in Zandvoort zu einem souveränen Sieg. Es war der erste der Saison für den Audi R8 LMS. Zweite wurden auf dem spektakulären Dünenkurs Maro Engel (35/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Mercedes-AMG Team Toksport WRT), Rang drei sicherten sich Nick Yelloly (29/GB) und Jesse Krohn (30/FIN, beide Schubert Motorsport) im BMW. „Ein perfekter Tag mit einem perfekten Rennen“, jubelte Sieger Feller. „Es hat alles zusammengepasst: Das Auto war fantastisch, die Strategie auf den Punkt und Chris ist den Sieg souverän nach Hause gefahren. Ich bin überglücklich.“


Keyfacts, CM.com Circuit Zandvoort

Streckenlänge: 4.259 Meter

Wetter: 21 Grad, bewölkt

Pole-Position: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS)

Sieger: Ricardo Feller/Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS)

Schnellste Rennrunde: Ricardo Feller (Montaplast by Land-Motorsport, Audi R8 LMS), 1.35,267 Minuten


Feller verteidigt Spitzenposition

Ricardo Feller legte den Grundstein für den Sieg mit seinem guten Start von der Pole-Position aus. Der Schweizer blieb vorn und behauptete seine Führung vor dem zweitplatzierten Lamborghini-Fahrer Mirko Bortolotti (31/I, GRT Grasser Racing Team) bis zu den Boxenstopps – trotz zweier kurzer Safety-Car-Phasen zur Bergung des Audi von Daniel Keilwitz (31/Villingen, Aust Motorsport) und des Porsche von Klaus Bachler (29/A, Precote Herberth Motorsport). Feller übergab in der 17. Runde an Partner Mies, während Bortolotti einen Umlauf später mit Partner Albert Costa Balboa (31/E) tauschte. Costa Balboa kam als Führender zurück auf die Strecke, konnte sich jedoch nur kurz über seine Position freuen: Nach vier Runden musste er eine Durchfahrtsstrafe wegen eines zu kurzen Boxenstopps absolvieren und fiel aus den Top Ten. Christopher Mies brachte danach souverän den Audi R8 LMS ins Ziel. Am Ende hatte er knapp drei Sekunden Vorsprung. Für Mies und Feller, ihren Rennstall und auch Audi war es auf dem umgebauten Kurs, der jetzt zwei spektakuläre Steilkurven hat, der erste Sieg der Saison. Feller gewann gleichzeitig auch die Pirelli-Junior-Wertung für Nachwuchsfahrer.

Die zweite Position holten Maro Engel und Luca Stolz. Das Duo war von Rang drei ins Rennen gegangen und feierte mit dem nach dem Startunfall auf dem Red Bull Ring neu aufgebauten Mercedes-AMG gleich seine erste Top-Drei-Platzierung der Saison. Rang drei ging an die BMW-Werksfahrer Nick Yelloly und Jesse Krohn.

Sven Müller (29/Bingen am Rhein) und Robert Renauer (36/Vierkirchen, beide Precote Herberth Motorsport) fuhren im bestplatzierten Porsche 911 GT3 R auf Platz vier, dahinter folgten Charles Weerts (20/B) und Dries Vanthoor (22/B, beide Team WRT) in einem weiteren Audi.

Mit Platz sechs verteidigten die Porsche-Fahrer Mathieu Jaminet (26/F) und Michael Ammermüller (35/Rotthalmünster, beide SSR Performance), die von Platz acht gestartet waren, im fünften Saisonrennen ihre Tabellenführung. Jeffrey Schmidt (27/CH) und Marvin Kirchhöfer (27/Luzern, beide Callaway Competition) wurden in der Corvette C7 GT3-R Siebte vor den Mercedes-AMG-Duos Igor Waliłko (23/PL) und Jules Gounon (26/F, beide Team Zakspeed Mobil Krankenkasse Racing) und Maximilian Buhk (28/Hamburg) und Raffaele Marciello (26/I, beide Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR).

Den letzten Rang der Top Ten sicherten sich Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Dennis Marschall (24/Eggenstein, beide Rutronik Racing by Tece), ihr Audi-Markenkollege Florian Spengler (33/Ellwangen) kam zusammen mit Ex-Formel-1-Pilot Markus Winkelhock (41/Zdiměřice, beide Car Collection Motorsport) als Elfter ins Ziel und holte sich damit den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

Stimmen der Sieger

Ricardo Feller: „Vor drei Wochen bin ich hier bereits in einer anderen Serie auf die Pole gefahren und habe den Sieg geholt. Ich habe nicht zu träumen gewagt, dass mir dies an diesem Wochenende noch mal gelingt. Das im ADAC GT Masters zu schaffen ist eine mega Leistung. Wir haben extrem wichtige Punkte sowohl für die Gesamtwertung als auch die Pirelli-Junior-Wertung geholt.“

Christopher Mies: „Ich freue mich sehr über den Sieg und für das Team. Ricardo hat schon im Qualifying einen super Job gemacht und im Rennen war es dank des guten Autos relativ einfach für uns. Der Sieg war zu keiner Zeit ernsthaft in Gefahr. Zuerst war ich ziemlich überrascht, warum der Lamborghini nach dem Boxenstopp so weit vor uns lag, und versuchte natürlich die Lücke möglichst schnell wieder zu schließen. Das ist mir auch gelungen. Als er für dann für die Strafe in die Box abbiegen musste, war das Rennen relativ ungefährdet.“



Perfekter Samstag für Zakspeed im GT4-Thriller in Zandvoort

  • Jan Marschalkowski und Théo Nouet mit erstem Saisonsieg
  • Mercedes-AMG GT4 von Zakspeed auf den ersten beiden Plätzen
  • Porsche-Duo Braun/Grotstollen mit Triumph in der Trophy-Wertung

Siegerauto: Der Mercedes-AMG GT4 vom Team Zakspeed
Foto: ADAC-Motorsport

Action und Positionskämpfe um Podiumsplätze bis zur letzten Runde beim Auftritt der ADAC GT4 Germany auf dem CM.com Circuit Zandvoort in den Niederlanden: Jan Marschalkowski (18/Inning) und Théo Nouet (18/FRA, beide Team Zakspeed) holten sich im Mercedes-AMG GT4 den ersten Saisonsieg. In einem bis zum Schluss spannenden Rennen sicherten sich die Teamkollegen Robert Haub (32/USA) und Gabriela Jílková (26/CZE) Platz zwei und machten so den Zakspeed-Erfolg perfekt. Das Podium komplettierten Marc de Fulgencio (21/ESP) und Robin Falkenbach (19/Niederkassel, beide Leipert Motorsport) in einem weiteren Mercedes-AMG. „Wir haben die ersten beiden Plätze geholt, da ist die Freunde im Team jetzt natürlich unheimlich groß. Alle haben einen super Job gemacht. Das Resultat ist einfach unglaublich. Théo und ich haben sich somit auch im Meisterschaftskampf zurückgemeldet“, jubelte Marschalkowski.

Marc de Fulgencio hatte das Rennen von der Pole-Position aus begonnen und die Führung im ersten Rennabschnitt souverän verteidigt. Hinter dem Spanier kämpften Gabriele Piana (34/ITA) im BMW M4 GT4 von Hofor Racing by Bonk Motorsport, Marschalkowski und Phil Dörr (20/Butzbach, Dörr Motorsport) im Aston Martin Vantage GT4 um die weiteren Plätze. Marschalkowski hatte gleich nach dem Öffnen des Boxenstoppfensters den Wagen an Teamkollege Nouet übergeben. „Ich wusste dass es schwer sein würde, den BMW im ersten Rennabschnitt zu überholen“, beschrieb Marschalkowski seine Renntaktik. „Somit habe ich versucht, die Reifen zu schonen, damit Théo später angreifen kann.“

Gesagt, getan: Der Franzose überholte schnell den vor ihm fahrenden Michael Schrey (38/Wallenhorst), der den BMW beim Fahrerwechsel von Piana übernommen hatte und machte Druck auf die Spitze. Diese hatte zunächst noch de Fulgencios Teamkollege Falkenbach inne. Doch schon direkt nach Schließen des Boxenstoppfensters ging Nouet in Führung. Zwischenzeitlich hatte Andreas Wirth (36/Waghäusel), der den Aston Martin von Dörr übernommen hatte, sich im Kampf um Rang drei gegen Schrey durchgesetzt.

Im weiteren Rennverlauf setzte sich Nouet an der Spitze immer weiter ab. Zwischen Falkenbach und Wirth entwickelte sich ein spannender Zweikampf um Rang zwei. Beide lieferten sich einen rundenlangen Zweikampf, in dem Falkenbach die Attacken des Aston Martin parierte und Wirth schließlich selbst unter Druck von Gabriela Jílková geriet. Die Zakspeed-Pilotin zog kurz vor Rennende an Wirth vorbei auf Rang drei und eroberte in der letzten Runde noch Platz zwei von Falkenbach.

„Ich hatte das Auto auf Platz acht übernommen. Der Mercedes-AMG lief einfach super. Ich konnte die ganze Zeit pushen und immer direkt an den Konkurrenten vorbeifahren. In der letzten Kurve habe ich den Zweitplatzierten außen angegriffen. Ich wollte dann auf keinen Fall lupfen und bin hin zur Ziellinie voll auf dem Gas geblieben. Es hat gereicht“, strahlte Jílková.

„Über unseren ersten Saisonsieg bin ich natürlich richtig froh“, meinte Laufsieger Nouet nach dem Rennen. „Das Team hatte den Mercedes-AMG richtig gut vorbereitet. Nachdem ich die Spitze übernommen hatte, konnte ich einen Abstand herausfahren. Danach ist es mir im Cockpit fast ein wenig langweilig geworden.“ Nouet sicherte sich gleichzeitig auch den Sieg in der Junior-Wertung.

Wirth verlor noch Platz vier an Audi-Pilot Robin Rogalski (20/POL, Seyffarth Motorsport), der gemeinsam mit Tim Reiter (22/Ostfildern) sein bestes Saisonergebnis feiern konnte. Rang sechs erreichten Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team Bernhard) im Porsche 718 Cayman GT4. Die bisher vierfachen Saisonsieger Schrey/Piana fielen noch auf Position sieben zurück, behielten aber die souveräne Tabellenführung. Hinter dem Audi-Duo John Paul Southern (19/USA) und Jan Philipp Springob (20/Köln, beide T3 Motorsport) kamen Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (50/Pfullingen, beide Team Buchbinder Rent-a-Car) auf Platz neun, was für die Porsche-Piloten gleichzeitig auch den Sieg in der Trophy-Wertung bedeutete. Marcel Lenerz (23/Ludwigsau) und Michael von Zabiensky (20/Oschersleben, beide Schubert Motorsport) komplettierten im BMW M4 GT4 die Top Zehn.