Mittwoch, 30. September 2020

ADAC GT Masters auf dem Sachsenring: Wer wird Halbzeitmeister?

  • Titelverteidiger Kelvin van der Linde/Patric Niederhauser erstmals Tabellenführer
  •  Top Drei der Gesamtwertung trennen lediglich sieben Punkte
  •  Abwechslung: bisher fünf Sieger in sechs Rennen

Foto. Jens Hawrda


Halbzeitmeister gesucht - und Zuschauer sind mit dabei: Beim vierten Saisonlauf des ADAC GT Masters am kommenden Wochenende (2.-4. Oktober) auf dem Sachsenring wollen sich die Topteams der "Liga der Supersportwagen" für den Endspurt im Titelkampf in eine aussichtsreiche Position bringen. Dank eines vom Sachsenring gemeinsam mit dem ADAC GT Masters erstellten Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes sind dabei bis zu 6.000 Zuschauer pro Tag an der Strecke zugelassen. Nach ihrem ersten Saisonsieg zuletzt in Hockenheim reisen die Titelverteidiger Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) erstmals in dieser Saison als Tabellenführer an. Doch die Verfolger des Audi-Duos liegen in Schlagdistanz. Die beiden Rennen werden Samstag und Sonntag ab 13.00 Uhr live von SPORT1 übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Die Favoriten

Sechs Rennen, fünf verschiedene Rennsieger und eine Meisterschaftswertung, in der die Top Drei gerade einmal sieben Zähler auseinanderliegen. Für viel Spannung ist gesorgt, wenn am kommenden Wochenende beim vierten von sieben Saisonläufen der Halbzeitmeister des ADAC GT Masters gesucht wird. Angeführt wird das Feld von Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde, die zuletzt in Hockenheim mit 88 Punkten die Tabellenführung übernommen haben. Das Audi-Duo zählt auch am Sachsenring zu den Siegkandidaten. Van der Linde ist dort mit insgesamt fünf Siegen Rekordgewinner, und auch Audi liegt die Strecke: Die Marke mit den vier Ringen hat die Hälfte aller 26 bisher dort ausgetragenen Rennen gewonnen. Auch die Markenkollegen von Montaplast by Land-Motorsport haben gute Erinnerungen an den Sachsenring. Sowohl Christopher Haase (32/Kulmbach) als auch Christopher Mies (31/Heiligenhaus), haben dort schon vier Mal gewonnen. Als Tabellenzweite mit 84 Zählern reisen die Porsche-Fahrer Christian Engelhart (33/Starnberg) und Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster, beide SSR Performance) zum vierten Lauf. Als einzige Fahrerpaarung holten sie bisher in dieser Saison zwei Siege. Nach einem schwierigen Wochenende in Hockenheim wollen die Tabellendritten Maro Engel (35/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Toksport WRT) wieder zurückschlagen. Ihre Chancen stehen nicht schlecht: Der Mercedes-AMG GT3 hat dort schon dreimal gewonnen.

Die Lokalmatadore

Auf einen Heimvorteil hofft am kommenden Wochenende T3-HRT-Motorsport. Das Team hat seinen Sitz im knapp 90 Kilometer vom Sachsenring entfernten Radebeul und bringt neben einem Audi R8 LMS auch den einzigen Bentley Continental GT3 an den Start. Im britischen Sportwagen nimmt diesmal der Brite Seb Morris (24) Platz, der Werksfahrerkollege Jordan Pepper vertritt. Zudem setzt T3-HRT-Motorsport Fahrzeuge in der ADAC GT4 Germany und im Porsche Carrera Cup Deutschland ein. Zum Fahreraufgebot der Sachsen zählt auch der junge Dresdner Maximilian Paul (20). Ebenfalls eine kurze Anreise hat der Wahlleipziger David Jahn (29), der einen Porsche 911 GT3 R des Küs Team75 Bernhard pilotiert.

Die Strecke

Der Sachsenring ist eine der spektakulärsten Strecken im Kalender des ADAC GT Masters. Seit 1927 werden bei Hohenstein-Ernstthal Auto- und vor allem Motorradrennen ausgetragen - anfangs noch auf einem Straßenkurs. Die aktuelle Rennstrecke, 1996 eröffnet, gilt als eine Art "Mini-Nordschleife". An ihrer steilsten Stelle hat die Berg-und-Tal-Bahn ein Gefälle von 12,8 Prozent. Viele der 14 Kurven sind nicht einsehbar, zudem gibt es einige schnelle Mut-Ecken. Neben dem Lausitzring ist der Traditionskurs die einzige Strecke im Kalender, die gegen den Uhrzeigersinn befahren wird. Der Sachsenring gilt daher als echte "Fahrerstrecke", die an die Piloten große Herausforderungen stellt. Für das Wochenende wurde vom Sachsenring gemeinsam mit dem ADAC GT Masters ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erstellt. Maximal 6.000 Fans am Tag können die "Liga der Supersportwagen" live vor Ort verfolgen, Tickets gibt es online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport. Neben dem ADAC GT Masters starten am Wochenende die ADAC GT4 Germany und die ADAC TCR Germany sowie erstmals in dieser Saison der Porsche Carrera Cup Deutschland. 

Jonas Folger feiert seinen IDM-Titel an einem aufregenden Finalwochenende in Hockenheim

 

Jonas Folger kann jubeln, Meister 2020
Foto: MPS/Dino Eisele

Die Sieger in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) stehen fest. Das Finale der Saison 2020 wurde auf dem Hockenheimring ausgetragen. Trotz vieler Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie war es der Motor Presse Stuttgart als Veranstalter und Promoter der Serie gelungen, eine kompakte und äußerst spannende Saison zu realisieren. Innerhalb von sechs Wochen wurden vier Events mit jeweils zwei Läufen in den IDM-Soloklassen Superbike 1000, Supersport/Superstock 600 und Supersport 300 ausgetragen.

Er war der große Dominator in Deutschlands höchster Motorradstraßenrennsportserie, aber auf dem Hockenheimring startete Ex-MotoGP-Pilot Jonas Folger (Yamaha) zum ersten Mal nicht von der Pole Position in der IDM Superbike 1000. Das durchwachsene Wetter nutzte sein Yamaha-Markenkollegen Dominic Schmitter aus der Schweiz für seine erste Pole Position in der IDM Superbike. Doch in den beiden Rennen im badischen Motodrom war Folger wie gewohnt nicht zu schlagen. Seine Saisonbilanz ist bravourös: Er gewann in der Königsklasse alle acht Läufe. Der 27-jährige Bayer hofft in den nächsten Wochen den nächsten Schritt tun zu können: den Aufstieg in die Superbike-Weltmeisterschaft. Bei einem Wildcard-Einsatz vor einer Woche in Barcelona konnte sich Folger bereits hervorragend in Szene setzen. Er verpasste nur haarscharf einen Top Ten-Platz. Die IDM Superbike 1000 war für ihn wieder das Sprungbrett nach oben, nachdem sich Folger aus medizinischen Gründen eine Auszeit nehmen musste. Als würdiger Vizemeister präsentiert sich Ilya Mikhalchik (BMW), der den Titel in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte. Der Ukrainer konnte 2020 bei sieben von acht Rennen aus Podium steigen. Dominic Schmitter aus der Schweiz wurde Gesamt-Dritter und stieß im Finale noch Florian Alt vom Sockel, der am Wochenende nicht in Hockenheim war, sondern seinen Verpflichtungen in der Langstrecken-WM nachging. Insgesamt nahmen in diesem Jahr Fahrer aus elf Nationen an der IDM Superbike 1000 teil. Gefahren wurde auf hochgezüchteten, über 200 PS starken Motorrädern der Marken BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha an der IDM Superbike 1000 teil.

Hochspannung bis zum Schluss bot die Titelentscheidung in der der Supersport/Superstock 600-Klasse. Kawasaki-Fahrer Luca Grünwald kam mit nur drei Punkten Vorsprung vor Lausitzring-Doppelsieger Martin Vugrinec (Yamaha) nach Hockenheim. Diesem wiederum folgte mit nur einem Zähler Rückstand der Titelverteidiger Max Enderlein. Auch für den Sachsen lag noch alles im grünen Bereich. Schon im ersten Rennen überschlugen sich die Ereignisse. Grünwald wurde nur als Sechster gewertet. Dennoch konnte er seinen Vorsprung in der Meisterschaft ausbauen, denn Vugrinec stürzte und auch Enderlein hatte Fehler gemacht. Im zweiten Lauf lieferten sich Grünwald ein brisantes Kopf-an-Kopf-Duell mit ständigen Überholattacken. Zwar gewann der Kroate den Zweikampf, aber Grünwald hatte durch seine Punkteausbeute aus dem ersten Rennen den Titelkampf zu seinen Gunsten entschieden und Kawasaki konnte endlich wieder einen Triumph in der 600er-Klasse feiern. Den Doppelsieg in der IDM Supersport trug am heutigen Sonntag jedoch der einheimische Yamaha-Fahrer Kevin Wahr davon. Als Gastfahrer erhielt er aber keine Punkte.

In der IDM Superstock 600 ist die Entscheidung nur vorläufig. In der erstmals als Meisterschaft ausgetragenen Serie wäre eigentliche Jan-Ole Jähnig auf Yamaha Meister. Obwohl er erst am Sachsenring in die Meisterschaft eingestiegen ist, sammelte er ausreichend Punkte für den Titel vor Paul Fröde auf Honda. In Hockenheim lag der 19-jährige Altenburger in beiden Rennen vorn. Doch das Ergebnis des ersten Laufes ist wegen eines Protests nur vorläufig. Somit steht die Entscheidung für den Titel aus.

Auch in der IDM Supersport 300 steht der Meister nicht fest. Rick Dunnik wurde wegen eines technischen Verstoßes an seinem Motorrad  disqualifiziert. Da der Niederländer auf die Einspruchszeit von fünf Tagen besteht, ist nach den beiden Finalrennen offen, wer den Titel feiern kann. Das vorläufige Ergebnis spricht für  Lennox Lehmann auf KTM. Der 14-jährige Dresdener gewann  keinen Saisonlauf, sammelte aber in der zweiten Saisonhälfte viele Punkte. In Hockenheim wurde Lehmann jeweils Zweiter hinter seinem Teamkollegen der Freudenberg SMC WorldSSP Academy, Dirk Geiger.

In der IDM Sidecar fallen die Titelentscheidungen am kommenden Wochenende beim Sidecar-Festival in Oschersleben. Als Favorit in der Klasse bis 600 cm³ geht der Schweizer Markus Schlosser mit seinem Beifahrer Marcel Fries an den Start. In der Kategorie bis 1000 cm³ führt das deutsch-schweizerische Duo Mike Roscher/Anna Burkard die Wertung vor dem Finale souverän an.

Das Hockenheim-Finale wurde umrahmt von vier Gastklassen. Im Pro Superstock Cup und im Twin Cup wurden mit Nico Thöni (BMW) beziehungsweise Nicolai Kraft (Suzuki) die Saisonsieger gekürt. Erstmals in diesem Jahr war bei der IDM eine begrenzte Anzahl von Besuchern zugelassen. Das strenge Hygienekonzept in Bezug auf COVID-19 erlaubte zugewiesene Tribünenplätze. Bis zum Einnehmen des Sitzplatzes herrschte Maskenpflicht.

ADAC GT Masters auf dem Sachsenring und dem Red Bull Ring mit Zuschauern

  •     Behörden lassen in Sachsen und in Österreich Zuschauer beim ADAC GT Masters zu
  •     Hygiene- und Infektionsschutzkonzept für Zuschauer an beiden Rennstrecken

Foto: Jens Hawrda

Fans dürfen beim ADAC GT Masters auf dem Sachsenring am ersten Oktoberwochenende (2. bis 4. Oktober) und auf dem Red Bull Ring (16. bis 18. Oktober) wieder vor Ort an der Rennstrecke mitfiebern. Für beide Rennwochenenden wurde von den Behörden unter Berücksichtigung eines von den Rennstrecken gemeinsam mit dem ADAC GT Masters erstellten Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes eine definierte Maximalanzahl von Fans zugelassen. Am Sachsenring können maximal 6000 Fans am Tag das ADAC GT Masters erleben, am Red Bull Ring maximal 3000 Fans pro Tag. Ein Zugang zum Fahrerlager ist an beiden Rennstrecken für Fans nicht möglich.
 
Am Sachsenring wird für die Zuschauer der Stehplatzbereich im Infield des Kurses geöffnet, in dem sie das komplette Geschehen auf der Rennstrecke auf zwei Videowalls verfolgen können. Der Zugang zu dem Zuschauerbereich erfolgt über den Karthallen-Vorplatz. Für alle Besucher gelten die bekannten COVID-19-Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Es stehen die Parkplätze 10 und 11 zur Verfügung.
 
Tickets für den Sachsenring sind online im Vorverkauf unter adac.de/motorsport erhältlich. Alle Tickets werden personalisiert. Fans, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt Tickets erworben haben, erhalten per E-Mail Informationen, wie sie ihre Tickets in personalisierte Eintrittskarten umtauschen können. Beim Zugang zum Zuschauerbereich wird eine Identitätskontrolle durchgeführt. Das Mitbringen eines amtlichen Lichtbildausweises ist daher erforderlich.
 
Tickets sind auch vor Ort an der Tageskasse am Karthallenvorplatz erhältlich. Um Wartezeiten zu vermeiden, wird der Onlinekauf von Tickets empfohlen. Alle Inhaber eines Tickets für Samstag oder Sonntag haben damit auch am Freitag Zugang zum Gelände. Neben dem ADAC GT Masters starten am ersten Oktoberwochenende auch die ADAC GT4 Germany, die ADAC TCR Germany und der Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem Sachsenring.
 
Am Red Bull Ring werden beim ADAC GT Masters die Tribünen "Start-Ziel" und "Steiermark" geöffnet sein. Tickets gibt es online im Vorverkauf und vor Ort an der Tageskasse, die Tickets werden personalisiert. Im Online-Vorverkauf können Fans sitzplatzgenau ihr Ticket bestellen. Für alle Besucher gelten die bekannten COVID-19-Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Am Red Bull Ring starten neben dem ADAC GT Masters auch die ADAC GT4 Germany, die ADAC Formel 4, die ADAC TCR Germany und der Porsche Carrera Cup Deutschland.
 
Bereits gekaufte Tickets für das ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring behalten ihre Gültigkeit. Alle Ticketinhaber wurden bereits per E-Mail informiert, wie sie anhand ihres bereits erworbenen Tickets eine sitzplatzgenaue Buchung für eine der beiden geöffneten Tribünen vornehmen können.

Seyffert führt Hyundai-Doppelsieg in Hockenheim an

  •     Jan Seyffert feiert seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany
  •     Harald Proczyk wird Zweiter und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung
  •     VW-Pilot Tovilavicius als Dritter erstmals auf dem Podium


Jan Seiffert
Foto: ADAC-Motorsport

Premierensieg für Jan Seyffert (22, Stuttgart), starker zweiter Platz und die Tabellenführung für Vizemeister Harald Proczyk (44, Österreich): Das Duo des österreichischen Teams HP Racing International hat das fünfte Saisonrennen der ADAC TCR Germany dominiert und einen Doppelsieg eingefahren. Die beiden Hyundai i30 N TCR-Fahrer verwiesen Dziugas Tovilavicius (28, Litauen, Skuba Racing Team) im VW Golf GTI auf den dritten Rang. Für den VW-Fahrer aus Litauen war es das bisher beste Ergebnis in der ADAC TCR Germany, als Siebter war René Kircher (20, Hünfeld, Volkswagen Team Oettinger) der beste Starter der Honda Junior Challenge.
 
"Der Sieg ist für mich persönlich sehr emotional und natürlich ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", jubelte Jan Seyffert, der von Platz zwei ins Rennen gegangen war: "Das Team hat einen mega Job gemacht, das Auto war fantastisch. Wir werden versuchen, die Stimmung mitzunehmen in den Rest der Saison. P1 und P2 - das ist eine überragende Teamleistung"
 
In der Gesamtwertung liegt Proczyk nun mit 91 Punkten vorne, Jan Seyffert (82) und der bisherige Tabellenführer Dominik Fugel (23, Chemnitz, Honda ADAC Sachsen) mit 75 Zählern folgen auf den Plätzen zwei und drei.
 
Ein sehr starkes Ergebnis fuhr Gaststarter Philipp Walsdorf (18, Berlin, Lubner Motorsport) ein, der in seinem ersten Rennen in der ADAC TCR Germany im Opel Astra TCR Vierter wurde. Dahinter folgten Szymon Ladniak (17, Polen, GT2 Motorsport) im VW Golf GTI TCR und Felix Wimmer (30, Österreich, Wimmer Werk Motorsport) im neuen Cupra Leon Competición TCR.
 
Siebter wurde Junior René Kircher vor Gaststarter Steffen Redlich (28, Lubner Motorsport) in einem weiteren Lubner-Opel. Enttäuschend verlief das Rennen dagegen für den bisherigen Tabellenführer Dominik Fugel, der seinen Honda Civic TCR abstellen musste. Auch das Hyundai Team Engstler fuhr nicht die gewünschten Ergebnisse ein: Pole-Setter Nico Gruber (19, Österreich) belegte Rang 13, sein Teamkollege Antti Buri kam als Elfter hinter dem zehntplatzierten Niki Schelle (54, Böbing) im VIP Auto ins Ziel.
 
Albert Legutko (23, Polen, Albert Legutko Racing) im Honda Civic TCR und Harri Salminen (51, Finnland, Positione Motorsport) hatten das Rennen ursprünglich auf den Plätzen drei und sechs beendet. Jedoch wurde bei der Untersuchung im Nachgang festgestellt, dass bei Legutkos Honda eine zu geringe Benzinrestmenge vorhanden war, der Junior wurde daraufhin disqualifiziert. Salminen erhielt eine 30-Sekunden-Zeitstrafe, weil er eine Kollision verursacht hatte und wurde als Neunter gewertet.
 
Beim Start sah alles noch gut aus für Gruber, der seine Führung zunächst behauptete und auch davon profitierte, dass sich die Konkurrenz einige Zweikämpfe lieferte. Auch Dominik Fugel mischte plötzlich in der Spitzengruppe mit, der Honda-Pilot hatte sich mit einigen starken Manövern schnell von Startplatz neun auf den vierten Rang verbessert. Doch nach einem Kontakt mit Seyffert fiel der Chemnitzer zurück und musste seinen Honda letztlich abstellen.
 
Seyffert kam in der Folge immer näher an den führenden Gruber heran und überholte den jungen Österreicher schließlich - wenig später folgte Harald Proczyk, der sich zuvor in einem harten Duell an Antti Buri vorbei an Platz drei gedrängt hatte. Proczyk behauptete seinen zweiten Platz im weiteren Verlauf souverän. Vorne fuhr sich sein Teamkollege Seyffert ein komfortables Polster heraus.
 
Doch weiter hinten im Feld lieferten sich die Piloten packenden Duelle. Legutko und Tovilavicius, beide bei den ersten zwei Rennwochenenden keine Kandidaten für die Spitzenplätze, setzten Antti Buri unter Druck und überholten den Finnen schließlich. Auch Junior René Kircher mischte kräftig mit. Von diesen Zweikämpfen profitierte das HP-Racing-International-Duo an der Spitze, das sich immer weiter absetzte. Gruber dagegen hatte in der Folge Probleme, das hohe Tempo mitzugehen und fiel weit zurück.

Großer Schritt in Richtung Titel: Heinemann holt sechsten Saisonsieg

  •  Tim Heinemann dominiert auch das zweite Rennen auf dem Nürburgring
  •   Mercedes-Pilot kann bereits beim nächsten Lauf den Titel holen
  •   Peter Terting erneut auf Platz zwei, Kisiel zum vierten Mal Dritter

Sechster Saisonsieg für Tim Heinmann - Titel greifbar
Foto: dtm.com


Die Heinemann-Festspiele in der DTM Trophy gehen weiter: Tim Heinemann (GER, Mercedes-AMG, HP Racing International) hat auch das zweite Rennen auf der Nürburgring Sprintstrecke überlegen gewonnen. Mit seinem sechsten Sieg in Folge hat der Schützling von DTM-Rekordmeister Bernd Schneider einen weiteren Schritt in Richtung Titel gemacht, bereits beim nächsten Rennen in Zolder (BEL) kann er der erste Champion der neuen DTM Trophy werden. Wie bereits am Samstag schnappte sich Heinemann auch am Sonntag erst die Pole Position und dann den Rennsieg und somit die maximale Punktzahl. Auf Rang zwei landete erneut Landsmann Peter Terting im Porsche von PROsport Racing, der erneut der härteste Widersacher von Heinemann war, ihn aber nie wirklich gefährden konnte. Komplettiert wurde das Podium von Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport).

Audi-Pilot Mauron nach Fahrfehler mit starker Aufholjagd

Die Zuschauer konnten sich beim Sonntagsrennen wieder über packende Rennaction ffeuen. Bereits der Start hatte es in sich: Während Heinemann vorne ungefährdet davonzog, gingen die dahinter liegenden Konkurrenten zu dritt in Kurve eins. Kisiel versuchte, Terting zu überrumpeln. Terting hatte die Aktion jedoch kommen sehen und schloss gekonnt die Lücke. Wenig später ging Kisiel dann tatsächlich vorbei, doch die Freude für den 26-Jährigen währte nur kurz. Terting schlug zurück, setzte sich innen neben den Polen, der eine Schikane abkürzen und seine Position anschließend kampflos zurückgeben musste. Weiter hinten im Feld drehte sich Lucas Mauron nach einem Fahrfehler. Der Schweizer vom Team Hella pagid - racing one startete anschließend eine fulminante Aufholjagd und kämpfte sich im Audi R8 LMS vom letzten Platz bis auf Rang neun und somit nich in die Punkteränge vor.

Mit dem sechsten Saisonsieg hat Spitzenreiter Tim Heinemann sein Punktekonto in der Gesamtwertung auf 206 Punkte aufgefüllt. Jan Kisiel, der am Sonntag bereits zum vierten Mal auf dem Podium stand, behauptet Rang zwei mit 112 Punkten, der Brite Ben Tuck (BMW, Walkenhorst Motorsport) ist Gesamtdritter mit 99 Zählern. In der DTM Trophy geht es ab dem 09. Oktober auf der Traditionsstrecke im belgischen Zolder wieder rund.

 
Stimmen – 2. Rennen, Nürburgring Sprint

Tim Heinemann (GER), Mercedes-AMG, HP Racing International
“Ein perfekter Tag! Sechs Siege in Folge, einfach unglaublich. Nach dem Start konnte ich zwar etwas Abstand gewinnen, aber Peter Terting hat Druck gemacht. Ich bin fast jede Runde am Limit gefahren. Wenn man die Meisterschaft anführt, kommt natürlich schon der Gedanke an den Titel. Trotzdem arbeiten wir von Tag zu Tag, von Rennen zu Rennen.”

Peter Terting (GER), Porsche, PROsport Racing
“Ein interessantes Rennen. Kurz nach dem Start hat Jan Kisiel mich überholt, aber ich habe es wenig später in der Schikane dann darauf ankommen lassen und mich mit einem recht harten Manöver wieder vorbei gequetscht. Ansonsten habe ich das Gleiche versucht, wie bereits am Samstag: Pushen, um zu Tim aufzuschließen und um den Sieg zu kämpfen. Aber immer wenn ich irgendwo eine Zehntel gefunden hatte, habe ich es an anderer Stelle wieder verloren. Aber wir bleiben dran und geben nicht auf.”

Jan Kisiel (POL), Mercedes-AMG, Leipert Motorsport
“Ich habe die Situation nach dem Start genutzt und mich auf Peter Terting konzentriert. Leider hat es nicht sollen sein. Vor mir zu viel Abstand, hinter mir genug zum Verfolger – ich war quasi ein Einzelkämpfer und bin ein ziemlich einsames Rennen gefahren. Wir mussten buchstäblich in letzter Sekunde vor dem Rennen noch das Setup am Auto ändern. Das hat zwar geklappt, aber die Performance war dennoch nicht ganz so gut wie am Samstag. Insgesamt aber natürlich ein Rennergebnis, mit dem ich sehr gut leben kann.”