Montag, 28. September 2020

Fünfter Streich: Heinemann setzt Siegesserie in der DTM Trophy fort

  •     Auf der Nürburgring-Sprintstrecke: Souveräner Start-Ziel-Sieg für Tim Heinemann
  •     Drei Hersteller auf dem Podium: Mercedes, Porsche und BMW
  •     Rundenlanges Duell um Platz drei begeistert Zuschauer

Tim Heinemann feiert Sieg Nr.5
Foto: dtm.com


An Tim Heinemann beißt sich die Konkurrenz in der DTM Trophy weiterhin die Zähne aus: Auf der Nürburgring Sprinstrecke fuhr der 22-jährige Deutsche vom Team HP Racing International im Mercedes-AMG-GT einen ungefährdeten Sieg nach Hause – sein fünfter Saisonsieg in der Trophy und der fünfte in Folge. Landsmann Peter Terting (Porsche, PROsport Racing) zeigte eine starke Leistung und verteidigte seinen zweiten Platz vom Start bis ins Ziel. Der Brite Ben Green (BMW, FK Performance Motorsport) komplettierte das Podium, musste aber bis zur letzten Runde um seine Position kämpfen, weil ein drängelnder Jan Kisiel (POL, Mercedes-AMG, Leipert Motorsport) immer wieder attackierte und für die Zuschauer in der Eifel immer wieder packende Szenen lieferte.

Bereits unmittelbar vor dem Start gab es den ersten Aufreger, als der Audi R8 LMS des Schweizers Lucas Mauron (Hella pagid - racing one) kurz vor der Startfreigabe Feuer fing. Während das Feld davon zog, konnte der gut reagierende Mauron seinen im Heckbereich brennenden Boliden rechtzeitig von der Strecke lenken und auf dem Grünstreifen abstellen. Eine kurze Safety-Car-Phase war die Folge; der Restart ergab keine Veränderungen an der Spitze. Während das Rennen für Mauron beendet war, zog Spitzenreiter Heinemann dem Feld davon. Terting konnte zwar nicht zu Heinemann aufschließen, dafür gelang es dem Deutschen, seinen Verfolger Green auf Abstand zu halten.

Kisiel sorgt für packendes Duell um Platz drei

Letzterer hatte alle Hände voll zu tun, einen beherzt fahrenden Jan Kisiel hinter sich zu halten, der seine Chance auf das Podium witterte. Der von Platz sieben gestartete Pole machte mehrere Plätze gut und klebte bis zur letzten Runde des Rennens am Heck von Ben Greens BMW M4. Da war jedoch Endstation für den Leipert-Mercedes-Piloten, denn Green fuhr Kampflinie und nutzte den guten Topspeed des M4 auf der Geraden geschickt aus. Für unterhaltsame Rennaction sorgte auch ein über mehrere Runden ausgetragener Dreikampf um Platz neun zwischen Neuzugang Nico Verdonck (BEL) im Toyota Supra von Ring Racing, dem Schweizer Felix Hirsiger (Porsche, Allied Racing) und Luke Wankmüller (GER, BMW, FK Performance Motorsport), bei dem sich Verdonck letztendlich behaupten konnte.

Weiter geht es in der DTM Trophy am Sonntag (Start um 15:15 Uhr / live via der Streaming-Plattform grid.dtm.com). Tabellenführer Heinemann baute seinen Vorsprung weiter aus und liegt nunmehr mit 178 Punkten einsam an der Spitze. Kisiel behauptet Gesamtrang zwei mit 96 Zählern, gefolgt von Green (87), der punktgleich mit Ben Tuck (GBR, BWM, Walkenhorst Motorsport) auf Rang drei liegt.

 
Stimmen – 1. Rennen, Nürburgring Sprint

 
Tim Heinemann (GER), Mercedes-AMG, HP Racing International
“Das Team hat einen perfekten Job gemacht: Ich musste mich eigentlich nur ins Auto setzen und fahren. So sollte es sein. Im Rennen hatte ich auch alles im Griff. Der Start hat gut geklappt, ebenso wie der Restart. Anschließend konnte ich eine kleine Lücke zu Peter Terting aufbauen. Er hat dann versucht, zu attackieren, aber ich konnte ihn auf Abstand halten, weil seine Reifen nach und nach abgebaut hatten. Von dem Zeitpunkt an war dann alles unter Kontrolle.”

 
Peter Terting (GER), Porsche, PROsport Racing
“Das erste Podium ist schon eine Erleichterung. Ich freue mich auch sehr für unser PROsport-Team, das sind alles junge Leute zwischen 23 und 27 Jahren. Sie haben alles gegeben, und es ist Klasse, dass sich die harte Arbeit nun endlich ausgezahlt hat. Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg war, dass wir viel getestet und das Auto Schritt für Schritt verbessert haben. Was den Rennverlauf angeht, hatte ich für kurze Zeit das Gefühl, Tim Heinemann attackieren zu können und habe das auch mit der Box besprochen. Ein paar Runden später haben wir uns dann aber entschieden, lieber auf Nummer sicher zu gehen.”

 
Ben Green (GBR), BMW, FK Performance Motorsport
“Ich hatte reichlich Arbeit, Jan Kisiel hinter mir zu lassen. Das waren harte, aber fair geführte Zweikämpfe, die mir auch viel Spaß gemacht haben. Es war auch etwas Kontakt dabei, aber das ist Racing. Der Reifenverschleiß war ein bisschen hoch, das hat gegen Ende des Rennens Probleme gemacht. Es ging dann nur noch darum, zu verteidigen. Aber ich bin ruhig geblieben, habe die Nerven behalten. Mit Platz drei können wir sehr zufrieden sein, denn mehr wäre nicht drin gewesen.”

Starkes Comeback: Nico Müller nach Nürburgring-Sieg unbeirrt auf Titelkurs

  • Nico Müller mit überlegenem Sieg auf der Sprintstrecke des Nürburgrings
  • Audi liegt in der Herstellerwertung uneinholbar vorn
  • Sheldon van der Linde als bester BMW-Mann Vierter

Nico Müller (Audi) klar auf Titelkurs
Foto: dtm.com



Mit einem überlegenem Sieg hat sich der DTM-Meisterschaftsführende Nico Müller (SUI, Audi) im zweiten Rennen auf der Nürburgring Sprintstrecke eindrucksvoll zurückgemeldet. Nach seinem Pech am Samstag, als Müller sich nach einem Dreher mit Rang fünf begnügen musste, fuhr der Schweizer am Folgetag mit einer Extraportion Ehrgeiz und war nicht zu schlagen. Titelkonkurrent und Teamkollege Robin Frijns (NED, Audi) kam als Zweiter mit fast zwölf Sekunden Rückstand über die Linie – dennoch ein Sonntag nach Maß für die Abt-Mannschaft, die einen beeindruckenden Doppelsieg feierte. Das Podium komplettierte Titelverteidiger René Rast (GER, Audi). Ein weiteres Mal standen also die „Big Three“ der DTM auf dem Treppchen. In der Herstellerwertung ist bereits nach dem zweiten Saisondrittel alles klar: Mit 872 Zählern liegen die Ingolstädter nun uneinholbar vorn, Konkurrent BMW kann mit 356 Zählern nicht mehr aufschließen.

Eine Überraschung gab es bereits im Qualifying, nach dessen Abschluss sich dieses Mal nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ unter den Top drei wiederfanden: Ferdinand Habsburg sprengte das Trio der Schnellsten und fuhr die zweitbeste Zeit. Eine kleine Sensation und das bislang beste Qualifying-Ergebnis für den jungen Österreicher und sein WRT-Kundenteam. Im Rennen konnte Habsburg seine Pace allerdings nicht vollends nutzen und landete auf dem sechsten Rang. Auch das BMW-Kundenteam ART glänzte mit Robert Kubica (POL) im Zeittraining mit Rang sieben, blieb im Rennen aber ebenfalls ohne Fortune.

Müller mit überlegener Pace am Rennstart

Nico Müller legte bereits kurz nach dem Start den Grundstein für seinen überlegenen Rennsieg: Während Pole-Mann Frijns zunächst die Nase vorn hatte, ging der Schweizer schon kurz nach Rennstart an Habsburg vorbei und machte anschließend Druck auf Frijns. In der siebten Runde schnappte sich Müller die Führung und baute sie kontinuierlich aus. René Rast, von Platz vier gestartet, fuhr ein unauffälliges Rennen und schnupperte nur einmal kurz am zweiten Platz, als Frijns nach seinem Pflichtstopp mit kalten Reifen kurz vor ihm auf die Strecke zurückkam – doch der Niederländer behielt die Nerven und konnte Rast hinter sich lassen. Auch wenn an der Spitze schnell alles klar war, konnten sich die Zuschauer in der Eifel bei Kaiserwetter über packende Rennaction im Mittelfeld freuen, wo es zahlreiche Positionskämpfe gab.

Van der Linde erneut bester BMW-Pilot, Pech für Kubica

Im BMW-Lager setzte ein weiteres Mal der Südafrikaner Sheldon van der Linde ein Ausrufezeichen, der mit Platz vier bester BMW-Pilot wurde. Dessen RBM-Team hatte Konkurrent Marco Wittmann (GER, BMW) mit einem Undercut geschickt ausgekontert, so dass dieser sich mit dem fünften Platz begnügen musste. Weiter hinten im Feld sorgten Philipp Eng (AUT, BMW), Lucas Auer (AUT, BMW) und Jamie Green (GBR, Audi) für unterhaltsame Positionskämpfe. Green hatte jedoch Pech und musste seinen RS 5 DTM kurz vor Rennende mit technischen Problemen in der Box abstellen. Auch Ex-Formel-1-Pilot Robert Kubica (POL, BMW), der mit einem starken siebten Startplatz auf sich aufmerksam gemacht hatte, musste im Rennen an sechster Position liegend mit einem Getriedefekt aufgeben.

Nach dem zwölften von 18 Saisonrennen baut Nico Müller seinen Vorsprung in der Fahrerwertung weiter aus und liegt nun mit 242 Punkten weiter an der Spitze. Frijns bleibt ihm mit 224 Zählern auf den Fersen, Rast ist Dritter mit nun 195 Punkten. In der DTM geht es weiter vom 09. bis 11. Oktober im belgischen Zolder. Und auch im kommenden Jahr können sich Motorsportfans auf packende Tourenwagen-Action freuen, denn die DTM geht ab 2021 erneut an den Start – mit geändertem Reglement, aber mit genau so viel Spannung und Faszination.


Stimmen – 2. Rennen, Nürburgring Sprint


Nico Müller (SUI), Audi, Sieger
„Es ist schön, wenn man einen Vorteil hat, aber man weiß ja nie, was passiert, ob es eine Safety-Car-Phase gibt oder nicht. Deshalb ist man nicht entspannt, sondern man muss fokussiert bleiben. Ich bin schon früh zum Stopp in die Boxengasse abgebogen und wusste, dass es ein sehr langer zweiter Stint wird. Erst fünf, sechs Runden vor dem Rennende war nich nicht mehr so besorgt – aber selbst dann weiß man ja nie, was noch passiert. Nach zwei schlechten Tagen am vergangenen Sonntag und am gestrigen Samstag war das ein erfolgreicher Tag heute. Das Überholen von Robin Frijns war kein Problem. Ich denke, er hat gesehen, dass ich schnell ankam. Aber zwischen uns ist das immer smart und fair. Dass Audi schon sechs Rennen vor dem Saisonende Markenmeister ist, ist ein starkes Statement. Wir können nur danke sagen, dass sie uns mit dem RS 5 ein so großartiges Tool gegeben haben. Wenn ich damit aus der Boxengasse rausfahre, habe ich immer ein Grinsen im Gesicht.“


Robin Frijns (NED), Audi, 2. Platz
„Ich habe mir früh einen Bremsplatten eingefangen und hatte dadurch Untersteuern in Linkskurven. Daher habe ich mich auch nicht so sehr gewehrt, als Nico Müller an mir vorbei ist. Ich habe dann versucht, dran zu bleiben doch der Abstand wurde immer größer. Zudem musste ich auf meine Reifen achten und habe gemerkt, dass die Reifen von Nico besser waren als meine. Der zweite Platz ist jedenfalls okay. Ich werde versuchen, aus jedem Rennen das maximale heraus zu holen. In Zolder will ich mir die Punkte wieder zurückholen. Audi ist seit zwei, drei Jahren sehr stark und nun wieder frühzeitig Markenmeister. Es ist einfach schön, mit dem Audi RS 5 DTM Rennen zu fahren.“


René Rast (GER), Audi, 3. Platz
„Der Boxenstopp hat leider nicht perfekt funktioniert, hinten rechts gab es ein Problem mit einer Radmutter. Aber das war letztlich nicht entscheidend. Im ersten Stint konnte ich mithalten. Im zweiten hatte ich von Beginn an wenig Grip. Wir hatten keine Antwort. In der Meisterschaft wird der Abstand langsam größer, das ist etwas frustrierend. Doch es sind noch sechs Rennen, noch ist alles offen. Man weiß ja nie, ich gebe nicht auf, die beiden unter Druck zu setzen. Dass Audi heute schon so früh Markenmeister geworden ist, macht uns alle stolz. Und ich bin dankbar, dieses Auto fahren zu dürfen.“


Ergebnis – 2. Rennen, Nürburgring Sprint


01. Nico Müller (SUI), Audi RS 5 DTM, 41 Runden in 57.09,856 Minuten
02. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, + 11,790 Sekunden
03. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 19,526 Sek.
04. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 22,733 Sek.
05. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, + 24,016 Sek.
06. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, + 25,713 Sek.
07. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 30,162 Sek.
08. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 33,795 Sek.
09. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, +40,763 Sek.
10. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 44,264 Sek.

Schnellste Rennrunde: René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.21,479 Min.
Pole-Position: Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.19,117 Min.
Wetter: 22°C, sonnig
Strecke: 36°C, trocken

Samstag, 26. September 2020

KTM siegt auch im Sonntagsrennen auf dem Hockenheimring

  • Florian Janits und Reinhard Kofler triumphieren auch in Lauf zwei
  • Jan Kasperlik und Nicolaj Møller Madsen durch Platz zwei neue Tabellenführer
  • Julien Apothéloz und Luca Trefz gewinnen Juniorwertung

Reinhard Kofler, Florian Janits holen Doppelsieg in Hockenheim
Foto: ADAC-Motorsport

Spannung pur bis zur letzten Runde: Florian Janits (22/AUT) und Reinhard Kofler (35/AUT, beide True Racing) erkämpften sich in der letzten Rennrunde die Führung und machen im KTM X-Bow GT4 Evo den Doppelsieg in Hockenheim perfekt. Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) werden nach langer Führung zweite, holten sich jedoch die Tabellenführung in der ADAC GT4 Germany zurück. Das Podium komplettierten Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT4. "Mit zwei Siegen in zwei Rennen sind wir natürlich überglücklich. Das Team hat über das Wochenende hart am Set-up gearbeitet und nun den verdienten Lohn bekommen", freute sich Florian Janits.

Der KTM hatte das Rennen zunächst auch von der Pole-Position aus gestartet. Doch direkt bei der Fahrt auf die erste Kurve setzte sich Nicolaj Møller Madsen im Porsche an die Spitze und baute anschließend die Führung kontinuierlich aus. KTM-Startfahrer Kofler über gab das Fahrzeug auf Position zwei liegend an Teamkollege Janits. "Mein Stint war sehr hart, da ich in einige Zweikämpfe verwickelt war und kühlen Kopf bewahren musste. Ich wusste aber, dass Florian stärker einzuschätzen ist als Jan Kasperlik im Porsche und so war ich schon zu Rennmitte optimistisch, dass wir den Doppelsieg einfahren könnten", meinte Kofler nach dem Rennen.

Durch eine längere Standzeit wegen des Sieges vom Samstag verlor Janits zunächst Platz zwei den an Audi R8 LMS GT4 von Hugo Sasse (16/Aschersleben, T3-HRT-Motorsport), konnte diesen aber schnell wieder überholen. Danach hatte er rund zehn Sekunden Rückstand auf den führenden Kasperlik, der den Porsche von Møller Madsen zuvor übernommen hatte. Mit kontinuierlich schnellen Rundenzeiten konnte der Österreicher die Lücke schließen und in der letzten Runde das entscheidende Überholmanöver zum Sieg setzen. "Wir haben einen Weg gefunden, die Reifen über den Stint gut managen zu können", erklärte Janits die Aufholjagd.

Hinter dem Porsche von Møller Madsen/Kasperlik schafften es Julien Apothéloz und Luca Trefz im Mercedes-AMG GT4 auf Platz drei und konnten somit auch den Sieg in der Juniorwertung verbuchen. Rang vier ging an den BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport). Der Audi von Sasse und dessen Teamkollege William Tregurtha (20/GBR) kam auf Rang fünf ins Ziel. Dahinter folgten Alexander Tauscher (18/Mitterfels) und Levi O'Dey (16/Jülich, beide Küs Team75 Bernhard) in einem weiteren Porsche.

Platz sieben sicherten sich die Gaststarter Dominik Schraml (33/Altenstadt) und Dennis Richter (24/Essen, beide Porsche Zentrum 5 Seen Motorsport) im Porsche vor dem McLaren 570S GT4 von Fred Martin-Dye (31/GBR) und Phil Dörr (19/Butzbach, beide Dörr Motorsport) und dem BMW von Claudia Hürtgen (49/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport).

Die Top Zehn komplettierte der BMW von Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team AVIA Sorg Rennsport). Durch Rang elf für den KTM X-Bow GT4 von Lennart Marioneck (31/München) und Jan Krabec (37/CZE, beide RTR Projects) konnte Krabec die Trophy-Wertung gewinnen.

Die ADAC GT4 Germany macht nur eine kurze Pause. Bereits in weniger als 14 Tagen von 2. bis 4. Oktober steht auf dem Sachsenring das dritte Rennwochenende der Saison 2020 an. "Dorthin reisen wir voller Motivation. Wir wollen in die Top Drei h

Sieg und Tabellenführung für Audi-Duo Niederhauser/van der Linde

  • Vorjahreschampions führen Dreifachsieg von Audi an
  • Tim Zimmermann gewinnt erneut in der Pirelli-Junior-Wertung
  • Pirelli-Trophy-Wertung geht zum dritten Mal an Rolf Ineichen

v.d. Linde (l.) und Niederhauser siegen am Sonntag und holen Tabellenführung
Foto: ADAC-Motorsport

Die Mission Titelverteidigung läuft auf vollen Touren: Nach Platz zwei am Vortag fuhren Patric Niederhauser (28/CH) und Kelvin van der Linde (24/ZA, beide Rutronik Racing) beim zweiten Rennen in Hockenheim mit ihrem Audi R8 LMS zu ihrem ersten Saisonsieg. Die Meister des Vorjahres führen nun erstmals in diesem Jahr die Fahrerwertung an. Auf den folgenden Positionen fuhren zwei weitere Audi-Duos über die Ziellinie. Max Hofer (21/A) und Christopher Haase (32/Kulmbach, beide Montaplast by Land Motorsport) holten Rang zwei, Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT) wurden Dritte. "Ein mega Rennen und ein mega Wochenende", freute sich Sieger Kelvin van der Linde. "Hockenheim wird langsam wirklich zu einer meiner Lieblingsstrecken. In den vergangenen drei Jahren habe ich jetzt hier jeweils am Sonntag den Sieg eingefahren - einmal mit meinem Bruder Sheldon und nun zweimal mit Patric."

Van der Linde mit starker erster Runde

Das Sonntagsrennen in Hockenheim begann turbulent. Pole-Setter Steijn Schothorst (25/NL, GRT Grasser Racing Team) verteidigte zwar in den ersten Kurven die Führung, fiel jedoch im weiteren Verlauf der Startrunde auf Platz fünf zurück. Spitzenreiter war stattdessen Kelvin van der Linde, der von Startplatz sechs kommend bereits in der Parabolika-Kurve auf Rang drei lag. Vor der Spitzkehre zog der Südafrikaner aus dem Windschatten auch an Markenkollege Mirko Bortolotti und Schothorst vorbei auf Rang eins. Auch Audi-Pilot Haase - von Startplatz vier kommend - zog noch an ihnen vorbei auf Rang zwei. Danach beruhigte sich das Geschehen auf den Spitzenpositionen. Van der Linde fuhr einen kleinen Vorsprung auf Haase und Bortolotti heraus und übergab schließlich beim Pflichtboxenstopp an Partner Patric Niederhauser. Der Schweizer kontrollierte danach das Rennen und vergrößerte den Abstand nach hinten zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden. Im Ziel betrug das Zeitpolster 4,3 Sekunden. Van der Linde und Niederhauser sicherten sich damit ihren ersten Saisonsieg und übernahmen mit 88 Punkten auch die Führung in der Gesamtwertung.

Dahinter kamen die Audi-Markenkollegen Max Hofer und Christopher Haase als Zweite ins Ziel, Rang drei ging an Rolf Ineichen (42/CH) und Mirko Bortolotti (30/I, beide Team WRT). Für beide war es das erste Podium der Saison, für Ineichen zudem der dritte Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung in diesem Jahr.

Mit Platz vier holten Indy Dontje (27/NL) und Maximilian Götz (34/Uffenheim, beide Mann-Filter-Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT3 Evo ihr bisher bestes Saisonergebnis. Das Duo kämpfte sich in der zweiten Rennhälfte noch an den Pole-Settern Tim Zimmermann (24/Langenargen) und Steijn Schothorst (25/NL, beide GRT Grasser Racing Team) vorbei, die sich am Ende mit Platz fünf begnügen mussten. Für Zimmermann reichte es dennoch wie am Vortag zum Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

Robert Renauer (35/Vierkirchen) und Sven Müller (28/Bingen am Rhein, beide Precote Herberth Motorsport) wurden mit ihrem Porsche 911 GT3 R Sechste, die Mercedes-AMG-Fahrer Philip Ellis (27/GB) und Raffaele Marciello (25/I, beide Knaus-Team HTP-Winward) kamen als Siebte vor den Lamborghini-Werksfahrern Franck Perera (36/F) und Albert Costa Balboa (30/E, beide GRT Grasser Racing Team) ins Ziel. Die Top 10 vervollständigten als Neunte Maro Engel (35/Monte Carlo) und Luca Stolz (25/Brachbach, beide Toksport WRT) in einem weiteren Mercedes-AMG sowie Kim-Luis Schramm (23/Meuspath) und Christopher Mies (31/Heiligenhaus) im zweiten Audi R8 LMS von Montaplast by Land Motorsport.

Stimmen der Sieger:

Kelvin van der Linde (Rutronik Racing, Audi R8 LMS):

"Heute haben uns sicherlich eine gute erste Runde und ein tolles Auto geholfen. Grundsätzlich sind wir als Team sehr gut aufgestellt. Wir wissen, was wir hinsichtlich unserer Pace brauchen und vor allem, was wir dafür tun müssen. Außerdem schaffen wir es, von Rennen zu Rennen sehr konstant unterwegs zu sein. Erst das macht die Tabellenführung, die wir nun innehaben, möglich. Wir sind hier mit knapp 30 Punkten Rückstand angereist, daher habe ich nicht damit gerechnet, dass wir als Führende des Gesamtklassements weiter zum nächsten Lauf auf dem Sachsenring reisen werden."

Patric Niederhauser (Rutronik Racing, Audi R8 LMS):

"Mit den Plätzen eins und zwei hatten wir ein unglaubliches Wochenende. Natürlich war es unser Ziel, in der Meisterschaft Boden gutzumachen. Dass wir jetzt führen, übertrifft unsere Erwartungen allerdings deutlich. Kelvin hat mit dem Start und der ersten Runde bereits den Grundstein für den Sieg gelegt. Für mich war es dann wichtig, einen sauberen Fahrerwechsel hinzulegen und hier keine Zeit zu verlieren. Direkt nach dem Boxenstopp habe ich sehr gepusht, das Auto lag sehr gut auf der Strecke, sodass wir uns einen Vorsprung erarbeiten konnten, den es dann zu verwalten galt."



KTM-Triumph im Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring

  • Erster Saisonsieg für Florian Janits und Reinhard Kofler
  • Mit KTM, BMW und Porsche drei Marken auf dem Podium
  • Jan Marschalkowski gewinnt die Juniorwertung

Siegerwagen in Hockenheim: Der KTM X-Bow GT4 Evo von True Racing
Foto: ADAC-Motorsport

Florian Janits (22/AUT) und Reinhard Kofler (35/AUT, beide True Racing) gewinnen im KTM X-Bow GT4 Evo das erste Rennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring. Nach langer Führung belegt der BMW M4 GT4 von Michael Schrey (37/Wallenhorst) und Gabriele Piana (34/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) Platz zwei. Jan Kasperlik (41/Huglfing) und Nicolaj Møller Madsen (27/DNK, beide Team Allied-Racing) komplettieren im Porsche 718 Cayman GT4 das Podium "Die Stimmung im Team ist nun natürlich mega. Wir sind überglücklich über den ersten Saisonsieg in der ADAC GT4 Germany für True Racing und Reiter Engineering. Alle im Team haben sehr hart dafür gearbeitet", jubelte Kofler nach dem Rennen.

Florian Janits hatte den KTM zunächst für die Pole-Position auf dem Hockenheimring qualifiziert. Aufgrund einer Strafe musste er das Rennen jedoch von Startplatz zwölf aus beginnen. Doch schon nach rund sieben Rennminuten befand er sich wieder auf Rang drei. "Es hat richtig viel Spaß gemacht, in der Anfangsphase so durch das Feld pflügen zu können. Ich bin sehr sauber durchgekommen und habe mich danach nur noch nach vorne orientiert", beschrieb Janits die erste Rennhälfte aus seiner Sicht.

An der Spitze machte derweil Gabriele Piana im BMW M4 GT4 die Pace. Bis zum Öffnen des Boxenstopp-Fensters hatte er sich einen Vorsprung von knapp 13 Sekunden auf den zweitplatzierten Porsche von Jan Kasperlik erarbeitet. Nach den Fahrerwechseln lag Janits Teamkollege Reinhard Kofler dann bereits auf der zweiten Position. Im weiteren Rennverlauf setzte der Österreicher kontinuierlich schnelle Rundenzeiten und konnte den Rückstand auf den führenden Michael Schrey, der den BMW von Piana übernommen hatte, stetig verkürzen. Zwölf Minuten vor Rennende überholte Kofler schließlich den BMW und setzte sich danach an der Spitze ab. Am Ende sah er die Zielflagge mit einem Vorsprung von 2,385 Sekunden. "Michael hatte wohl nicht mehr viel Grip im Reifen. Er hat mir in der Spitzkehre fair Platz gemacht, sodass ich den ersten Platz einnehmen konnte", lobte Kofler.

Um Rang zwei gab es noch einen Zweikampf zwischen Schrey und Nicolaj Møller Madsen, der zuvor den Porsche von Kasperlik übernommen hatte. Der Däne sicherte sich in der Schlussphase des Rennens zunächst die zweite Position, musste in der letzten Runde jedoch eine Durchfahrtsstrafe antreten, da er zu oft die Streckenbegrenzung überquert hatte. Für ihn und Kasperlik reichte es jedoch trotzdem zu Platz drei.

Vierter wurde der BMW von Jan Marschalkowski (17/Inning) und Hendrik Still (33/Kempenich, beide Team AVIA Sorg Rennsport), was für Marschalkowski auch den Sieg in der Juniorwertung bedeutete. Um Platz fünf gab es einen sehenswerten Zweikampf zwischen Julien Apothéloz (19/CHE) und Luca Trefz (18/Wüstenrot, beide Mann-Filter Team HTP-Winward) im Mercedes-AMG GT4 sowie Claudia Hürtgen (49/Aschheim) und Sebastian von Gartzen (27/Linden, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) in einem weiteren BMW. Letztendlich setzte sich das Mercedes-Duo, das zuletzt am Nürburgring noch einen Laufsieg feiern konnte, durch.

Platz sieben ging an den McLaren 570S von Christer Jöns (33/Ingelheim) und Christopher Dreyspring (22/Nürnberg, beide Dörr Motorsport). Dieses Fahrzeug ist mit einem Steer-by-Wire-System ausgestattet und kommt somit ohne herkömmliche Lenksäule aus. Mit Platz acht holten sich Tano Neumann (45/BUL) und Joachim Bölting (53/Gelsenkirchen, beide DLV-Team Schütz Motorsport) im Porsche den Sieg in der Trophy-Wertung. Der BMW von Stephan Grotstollen (52/Langenhagen) und Georg Braun (49/Pfullingen, beide Team Lillestoff) sowie der Porsche von Tom Kieffer (45/LUX) und Christian Kosch (43/LUX, beide Team Allied-Racing) komplettierten die Top Zehn.