Mittwoch, 11. Dezember 2019

Rookies und Routiniers testen Meisterauto Audi RS 5 DTM

Foto: Jens Hawrda
Sechs Fahrer testen vom 11. bis 13. Dezember in Jerez de la Frontera den Audi RS 5 DTM. In Spanien erstmals am Lenkrad des aktuellen Meisterautos, das 2019 zwölf der 18 Rennen und alle drei möglichen DTM-Titel gewann: Edward Jones, Robin Rogalski und Fabio Scherer. Edward Jones (24) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bestritt in der abgelaufenen Saison die IndyCar Series. Der erst 19 Jahre alte Robin Rogalski aus Deutschland gewann in einem Audi R8 LMS GT4 den Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup 2019. Der Schweizer Fabio Scherer (20) trat in der erstmals veranstalteten FIA Formel-3-Meisterschaft an. Neben den drei DTM-Rookies fahren den Audi RS 5 DTM in Jerez zwei routinierte Werkspiloten: DTM-Champion René Rast (33/Deutschland) und Vizemeister Nico Müller (27/Schweiz). Außerdem der 2019 in einem Kundenfahrzeug des WRT Team Audi Sport erstmals in der DTM eingesetzte Jonathan Aberdein (21/Südafrika).

DTM: WRT-Audi bestätigt Fahrer für die Saison 2020

Im Rahmen des Young-Driver-Tests in Jerez gab das Audi Kundenteam seine Fahrer für die DTM-Saison 2020 bekannt und sorgte für eine Überraschung. Mit der Neuverpflichtung  des IndyCar Piloten Ed Jones aus den Vereinigten Emiraten und des Schweizer Formel 3 Piloten Fabio Scherer setzt WRT wieder auf neue Gesichter. Damit trennt man sich bei WRT von den bisherigen Stammpiloten Jonathan Aberdein und Pietro Fittipaldi, die beide in der Saison 2019 durchaus erfolgreich für die belgische Truppe um Vincent Vosse  unterwegs waren.
Fabio Scherer
Fotoquelle: w-racingteam.com

Fabio Scherer (20) ist ein vielversprechender Nachwuchstalent aus dem schweizerischen Kanton Obwalden. Er  hat in den letzten beiden Saisons an der FIA F.3-Europameisterschaft teilgenommen, nachdem er die Formel 4 absolviert hatte und drei Saisonrennen in Deutschland absolviert hatte. 
Ed Jones
Fotoquelle: w-racingteam.com
Ed Jones (24), Sohn von britischen Eltern, geboren in Dubai , fuhr in der Renault-Serie, bevor er in die Formel 3 aufstieg und 2013 den Euroformula Open-Titel gewann. Anschließend startete er eine erfolgreiche Karriere in den USA und wurde Indy Lights-Champion In den Jahren 2017 bis 2019 und er fuhr er in der IndyCar, wo er 2017 beim Indy 500 auf dem Podium stand (3. Platz ).

Vincent Vosse: „Wir freuen uns sehr, im Team Fabio und Ed zwei junge Fahrer begrüßen zu dürfen, die sich bereits bewährt haben und in der DTM die richtige Serie für ihre berufliche Entwicklung sehen. Einmal mehr geben wir jungen Talenten eine Chance, was einer unserer Grundprinzipien ist. Ich bin überzeugt, dass Fabio und Ed in unserer entscheidenden zweiten Saison in der DTM viel zum Wachstum des WRT-Teams Audi Sport beitragen werden. “

Fabio Scherer: „Es ist eine große Freude, mit dem WRT Team Audi Sport an der DTM 2020 teilzunehmen. Außerdem ist ein Traum in Erfüllung gegangen, denn ich glaube, es gibt nichts Höheres als die DTM! Es ist erstaunlich, diese Möglichkeit zu haben, und ich danke allen, die dies ermöglicht haben. Ich freue mich sehr auf 2020, bin sehr aufgeregt und denke, wir können viel erreichen. “

Ed Jones: „Ich freue mich darauf, im Jahr 2020 zum WRT Team Audi Sport und zur DTM zu gehören. Dies ist eine Serie, die ich in der Vergangenheit sehr ansprechend, mit hochrangigen Wettbewerben und großartigen Rennen verfolgt habe. Ich freue mich darauf, mit einem so großartigen Team um mich herum loszulegen. Audi hat im vergangenen Jahr den Titel gewonnen, WRT hat eine großartige erste Saison hinter sich, und jetzt ist es das Ziel, auf dem Podium zu stehen, und wenn alles gut läuft, einen Sieg anzustreben. Ich weiß, dass es schwierig werden wird, aber wir haben alles, um zu wachsen und gute Leistungen zu erbringen. “

Champion Max Hesse im Interview: "Voller Fokus auf Motorsport"

  • Der 18-Jährige strebt eine Karriere im professionellen Motorsport an
  • Hesse über den Titel: "Der größte Erfolg meiner Karriere"

Max Hesse TCR Germany Meister 2019
Foto: ADAC-Motorsport
2018 war er Sieger der Honda Junior Challenge, 2019 ließ Max Hesse den Meistertitel in der ADAC TCR Germany folgen, als Krönung der Saison wurde er Anfang November zum ADAC Junior Motorsportler des Jahres gewählt. Der 18-Jährige peilt eine Karriere im professionellen Motorsport an. Hesse lässt die Saison nochmals Revue passieren und wagt einen Ausblick auf 2020.

Einige Wochen sind seit deinem Titelgewinn vergangen. Kannst du dich noch an das letzte Saisonrennen auf dem Sachsenring in allen Details erinnern?
Max Hesse: Ja, absolut. Ich spiele das Rennen auch manchmal noch in meinem Kopf durch. Aber ich muss sagen: In der Woche darauf war es mehr, da wurde man ständig darauf angesprochen. Ich erinnere mich gerne an das Rennen, was da alles passiert ist, wie spannend und aufregend das Ganze war. Aber nun denke ich natürlich schon an 2020 und schaue, was das nächste Jahr bringt.

Wie ist die Saison aus deiner Sicht verlaufen?
Der Saisonverlauf war natürlich wechselhaft, obwohl man eigentlich sagen muss, dass wir nur ein schwaches Wochenende hatten und das auch noch einigermaßen ging. Wir hatten eigentlich zwei Einzelresultate, bzw. drei Einzelresultate mit Sachsenring Rennen eins, welche die Saison wechselhaft gemacht haben. Sonst waren wir immer in den Top-5 und vorn dabei. Aber auch der Anfang war überhaupt nicht schlecht mit zweimal Podium in Oschersleben und einmal Platz 2 und Platz 5 in Most. Zum Red Bull Ring sind wir mit 12 Punkten Rückstand gefahren, also da war alles im grünen Bereich.

Gab es einen Knackpunkt oder ein Schlüsselerlebnis im Laufe der Saison?
Wir hatten einen Durchhänger am Red Bull Ring aufgrund technischer Probleme, die wir aber zum Glück schnell lösen konnten. Von da an hatten wir einen Super-Speed und konnten vier Rennen gewinnen. Das war auch ein wenig die Kehrtwende. Der ausschlaggebende Punkt kam in der Sommerpause, da hatten wir nochmal einen Test und konnten einiges ausprobieren. Wir haben mit Gabriele Tarquini zusammen viel Erfahrung gesammelt. Der Sachsenring war natürlich ein Herzschlagfinale, gerade mit der letzten Runde. Es war super schwierig, wir konnten das alles aber gut meistern und sind happy, dass wir Meister geworden sind.

Wie hast du den Titelkampf erlebt?
Die Konkurrenzsituation hat sich über die Saison mehrfach geändert. Am Anfang dachten alle, dass Mike Halder derjenige ist, der zu schlagen ist. Hari Proczyk hatte die ersten beiden Wochenenden noch sehr zu kämpfen, war aber ab dem Wochenende am Red Bull Ring super stark. Antti Buri war sehr schwer einzuschätzen. Meiner Meinung nach ist er in den Trainings und im Qualifying immer mit angezogener Handbremse gefahren, aber dafür war er sonntags immer sehr stark und hat es taktisch sehr schlau gemacht. Er hat uns samstags um die Punkte kämpfen lassen und es sich sonntags dann durch den Reverse-Grid in Anführungszeichen sehr einfach gemacht. Das war taktisch richtig schlau von ihm. Antti war nicht unbedingt immer der Schnellste, hat aber am konstantesten seine Leistung abgerufen. Auch nach einem schlechten Start, oder einer schlechten ersten Runde, war er am Ende des Rennens dennoch immer da.

Wie ordnest du den Titelgewinn ein?
Das ist mein größter Erfolg im Motorsport. Mir ist mittlerweile absolut bewusst, was ich da erreicht habe.

Zu welchem Zeitpunkt im Laufe der Saison wusstest du, dass es etwas werden kann mit dem Titel?
Von Anfang an waren wir stark, konnten aber irgendwie noch nicht gewinnen, weil immer wieder verschiedene Kleinigkeiten nicht gepasst haben. Die Sommerpause haben wir super genutzt, haben uns alle zusammengesetzt und geschaut, woran es liegen könnte. Dann haben wir getestet, dabei haben wir noch zusätzliche Performance gefunden und etwas mehr Pace. Von da an ging es dann. Ab Zandvoort war es ein ganz anderes Auftreten, ein ganz anderes Fahren.

Du bist als ADAC Junior Motorsportler des Jahres ausgezeichnet worden, was bedeutet dir das?
Ich habe nicht mit dieser Auszeichnung gerechnet, für mich war das eine große Überraschung, die mich sehr freut. Die Auszeichnung als ADAC Junior Motorsportler des Jahres ist eine große Ehre, auch wenn man auf die bisherigen Preisträger blickt, wie Mick Schumacher im vergangenen Jahr.

Wie geht's weiter in 2020?
Ideen und Wünsche hat man immer. Natürlich verfolgen wir auch einen Plan, wohin wir wollen und wie das aussehen soll. Aber aktuell ist noch nichts fix. Es gibt mehrere Optionen, vielleicht entwickelt sich eine Tendenz, wo es hingehen kann - aber aktuell ist noch nichts entschieden und es sind noch viele Sachen offen.

Wie viel Zeit nimmt der Motorsport in deinem Alltag ein?
Ich konzentriere mich derzeit voll auf den Motorsport, darauf liegt mein voller Fokus. Ich bin noch jung, jobbe nebenbei, um gut über die Runden zu kommen. Ich bin als Teilzeitkraft aktiv. Wenn ich merke, dass es nach einer bestimmten Zeit nicht klappt, werde ich meine Ausbildung auch nachholen.

Gibst du dir selbst ein Zeitfenster vor?
Die nächsten drei Jahre möchte ich mir die Zeit nehmen. Ich denke, nur so kann man es schaffen. Ich versuche, nichts mit halber Kraft zu machen, entweder ganz oder gar nicht. Das ist mir wichtig. Ich bin gerade 18 Jahre - es ist kein Problem, wenn man mit 21 nochmal eine Ausbildung anfängt. Aber jetzt verfolge ich einfach meinen Traum.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

DTM-Testfahrten erstmals in Monza

  • DTM zu Gast bei der Monza Rally Show an diesem Wochenende
  • Ticket-Vorverkauf für das Rennwochenende im Juni hat begonnen
Monza, Start-Ziel-Gerade
Foto: Jens Hawrda

Die offiziellen Testfahrten vor Beginn der DTM-Saison 2020 finden vom 16. bis 18. März in Monza statt. Somit können sich Fahrer und Teams bereits im Frühjahr mit dem italienischen Hochgeschwindigkeits-Kurs vertraut machen, auf dem die DTM dann vom 26. bis 28. Juni 2020 zum ersten Mal für ein Rennwochenende gastieren wird. Der ITR-Test ist traditionell der einzige Termin im DTM-Kalender, bei dem sich das gesamte Starterfeld gemeinsam auf die anstehende Rennsaison vorbereitet.

Das „Autodromo Nazionale di Monza“ vor den Toren Mailands ist eine der ältesten Rennstrecken in Europa. Seit Austragung der ersten Formel-1-Weltmeisterschaft im Jahr 1950 ist sie mit nur einer Ausnahme jedes Jahr Bestandteil des Grand-Prix-Kalenders gewesen. Auf dem 5,793 Kilometer langen Traditionskurs werden spektakuläre Windschattenduelle mit den höchsten Topspeeds der DTM erwartet.

DTM zu Gast bei der Monza Rally Show

Die DTM-Premiere in Monza wird an diesem Wochenende (6.–8. Dezember) auch auf der Monza Rally Show ein Thema sein. Auf der bekannten Motorsport-Veranstaltung, die ein Rallye-Event auf der Rennstrecke mit einer mehrtägigen Sportmesse verbindet und mehr als 150.000 Besucher anzieht, wird ein Audi RS 5 DTM Showcar auf dem offiziellen DTM-Stand präsentiert.

Zudem werden auf der Messe Eintrittskarten für das DTM-Rennwochenende im Juni 2020 verkauft. Darüber hinaus hat der Ticket-Vorverkauf auf den offiziellen DTM-Kanälen begonnen: Sowohl im Ticketshop auf DTM.com als auch über die DTM-Ticket-Hotline 0180 6 386386 (0,20 €/Anruf inkl. MwSt aus dem deutschen Festnetz, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt. aus dem deutschen Mobilfunknetz) können Eintrittskarten bestellt werden. Die Hotline ist montags bis freitags jeweils von 8:00 bis 18:00 Uhr geschaltet.

Apropos Monza: MotoGP-Superstar und DTM-Fan Valentino Rossi ist mit sieben Erfolgen der Rekordsieger bei der Monza Rally Show, aber auch andere bekannte Namen wie beispielsweise Formel-1-Pilot Robert Kubica oder Le-Mans-Sieger Rinaldo Capello haben die Rallye bereits gewonnen. Selbst ein DTM-Champion hat sich bereits in die Siegerliste der Monza Rally Show eingetragen: Nicola Larini gewann den Wettbewerb 1992 – um dann im folgenden Jahr die DTM zu dominieren.

Montag, 2. Dezember 2019

Zweites Rennen, zweites Podium: Stoffel Vandoorne fährt in Diriyah auf Platz drei

Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team schließt sein erstes Rennwochenende in der ABB FIA Formel E Meisterschaft mit seinem zweiten Podestplatz ab

Formel E – Mercedes-Benz EQ Formel E Team, Diriyah E-Prix 2019
Stoffel Vandoorne Nyck de Vries
Foto: Mercedes-Motorsport
  • Stoffel Vandoorne erzielte im zweiten Saisonlauf seinen zweiten Podestplatz – es ist sein drittes Podium in der Formel E und das zweite in der noch jungen Teamgeschichte
  • Nyck de Vries machte mit einer starken Aufholjagd im Rennverlauf 17 Positionen gut und beendete den Diriyah E-Prix auf Position sechs – eine nachträgliche Strafe warf ihn jedoch aus den Punkterängen
  • Ian James: „Das Team hat heute eine außergewöhnlich starke Leistung gezeigt. Die beiden Ergebnisse zeigen, dass wir uns als Team auf einem vielversprechenden Weg befinden.“
  • Stoffel Vandoorne: „Von Startplatz elf bis auf Platz drei nach vorne! Das war ein ereignisreiches Rennen, das ich mit einem guten Ergebnis abschließen konnte.“
  • Nyck de Vries: „Abgesehen von meiner Strafe bin ich mit dem heutigen Rennen und unserem Debütwochenende zufrieden.“


Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team hat an diesem Wochenende für eine positive Premiere in der ABB FIA Formel E Meisterschaft gesorgt, bei der es in beiden Rennen auf das Podium fahren konnte. Wie schon im ersten Rennen im Rahmen des Diriyah E-Prix am Freitag fuhr Stoffel Vandoorne auch im zweiten Saisonlauf am Samstag auf Platz drei.

Nach seinem dritten Platz beim Saisonauftakt am Freitag ging Stoffel in der ersten Gruppe ins Qualifying, in der die Streckenverhältnisse für gewöhnlich noch nicht optimal sind. Er startete von Startplatz elf und fand sich schon nach der Startrunde in den Top-10 wieder. Vor der ersten von zwei Safety-Car-Phasen kurz vor der Rennmitte lag Stoffel bereits auf dem vierten Platz, den er auch im Ziel belegte. Durch eine nachträgliche Strafe für BMW-Pilot Max Günther rückte Stoffel nach Rennende auf den dritten Platz auf und erzielte damit sein zweites Podium im zweiten Saisonlauf.

Auch Stoffels Teamkollege Nyck de Vries startete in Gruppe eins und ging nach einem Fehler auf seiner Qualifying-Runde vom 23. Startplatz ins Rennen. Der Formel-E-Rookie verbesserte sich mit einer starken Aufholjagd im Verlauf der 30 Runden um 17 Positionen und überquerte die Ziellinie auf Platz sechs. Nach Rennende wurde er mit einer Durchfahrtsstrafe belegt, die in eine 24-Sekunden-Zeitstrafe umgerechnet wurde. Dadurch fiel Nyck nachträglich aus den Punkterängen heraus.

Das Team reist nach seinem Debütwochenende mit insgesamt 38 Punkten unerwartet als Führender in der Teamwertung aus Diriyah ab. Nach zwei von 14 Saisonläufen belegt Stoffel mit 30 Zählern den zweiten Platz der Fahrerwertung, Nyck liegt mit acht Zählern auf Rang neun.

Stoffel Vandoorne:
„Von Startplatz elf bis auf Platz drei nach vorne! Das war ein ereignisreiches Rennen, das ich mit einem guten Ergebnis abschließen konnte. Ich war am Start zunächst geduldig und hatte danach eine gute Pace. Auch konnte ich etwas Energie sparen und den Attack-Mode einsetzen, als ich einen Abstand zu meinen Verfolgern hatte, sodass ich dadurch nicht allzu viele Positionen verloren habe. Im Rennverlauf gab es viele Gelb- und Safety-Car-Phasen sowie knifflige Situationen, etwa bei den Re-Starts, mit denen ich richtig umgehen musste. Für das erste Rennwochenende des Teams können wir mit unserer Punkteausbeute absolut zufrieden sein.“