Dienstag, 20. August 2019

500. DTM-Rennen und Herstellertitel für Audi in Reichweite

  • DTM feiert auf dem Lausitzring ein rundes Jubiläum
  • Audi-Piloten über ihre ganz persönlichen DTM-Highlights
  • Chance auf vorzeitigen Gewinn der Herstellermeisterschaft
Foto: Jens Hawrda

Jubiläum in der DTM und erster Matchball für die Vier Ringe: Im 500. DTM-Rennen kann sich Audi am Sonntag (25. August) auf dem Lausitzring vorzeitig die Markenmeisterschaft sichern.

710 Punkte hat Audi in den ersten zwölf Rennen gesammelt, Verfolger BMW 426. Wächst der Vorsprung an diesem Wochenende um weitere 20 Punkte an, liegt die Marke vor den beiden noch ausstehenden Rennwochenenden auf dem Nürburgring (14./15. September) und in Hockenheim (5./6. Oktober) uneinholbar an der Spitze.

„Traditionell hat der Fahrertitel in der DTM den höchsten Stellenwert“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Doch auch der Herstellertitel ist sehr wertvoll. Er ist ein starker Indikator für die Arbeit der gesamten Mannschaft und auch dafür, wer das beste Auto hat. Wir sind mit der Performance unseres Audi RS 5 DTM und des neuen Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotors bisher sehr zufrieden.“

Auf dem Lausitzring hat Audi in der DTM bereits sieben Siege gefeiert, im vergangenen Jahr im Samstagsrennen aber auch eine Nullrunde einstecken müssen. Unvergessen sind dabei die Fernsehbilder des spektakulären Überschlags von René Rast. „Der Unfall sah von außen schlimmer aus, als er war“, sagt der DTM-Tabellenführer. „Aber dass ich im zweiten Rennen am Sonntag nicht starten konnte, hat mich möglicherweise den Titel gekostet. Schließlich haben am Ende nur vier Punkte gefehlt.“

Aktuell liegt Rast mit 206 Punkten an der Spitze der Fahrerwertung. Sein Markenkollege Nico Müller, der in diesem Jahr als einziger Fahrer bei allen zwölf Rennen gepunktet hat, liegt 37 Punkte zurück. Marco Wittmann hat als bester BMW-Pilot 59 Punkte Rückstand.

Der Lausitzring sei nicht gerade seine Lieblingsstrecke, sagt Rast. „Die Strecke ist sehr technisch und fahrerisch keine besonders große Herausforderung. Trotzdem: Der Lausitzring ist eine schöne Anlage und die Rennstrecke bietet eigentlich alles, was man als Rennfahrer braucht: langsame Kurven, schnelle Kurven und eine lange Gerade, auf der man mit DRS und Push-to-Pass gut überholen kann. Deshalb gibt es auf dem Lausitzring meistens sehr gute Rennen. Und von der Haupttribüne aus sehen die Zuschauer fast die gesamte Strecke.“

Die Audi-DTM-Piloten über ihre prägendsten DTM-Erlebnisse

Das 500. DTM-Rennen am Sonntag ist auch für den Tabellenführer ein Meilenstein. „Als Kind war ich beim Flugplatzrennen in Diepholz“, erinnert sich der Audi-Pilot. „Das war Anfang der 1990er-Jahre die Zeit mit Klaus Ludwig und Kurt Thiim und ein prägender Moment für mich. Später bin ich viele Jahre im Rahmen der DTM gefahren und habe immer davon geträumt, selbst DTM-Fahrer zu werden. Als der Traum sprichwörtlich über Nacht wahr wurde, hatte ich die Hoffnung schon aufgegeben.“ Seine persönlichen DTM-Highlights: „Mein erster Sieg 2017 in Budapest und natürlich mein Titelgewinn.“

Das erste DTM-Rennen, das Verfolger Nico Müller selbst vor Ort erlebte, war das Finale der Saison 2005 auf dem Hockenheimring. „Am TV habe ich die DTM schon früher verfolgt. Mein persönliches Highlight war definitiv Norisring 2016 – mein erster Sieg, der hart erkämpft war. Beim Heimrennen von Audi vor den vielen Fans da oben auf dem Podium zu stehen, war wirklich etwas Unvergessliches. Das war der Lohn für viel harte Arbeit und hat sich megacool angefühlt.“

Mike Rockenfeller, derzeit Tabellenfünfter, sah sein erstes DTM-Rennen als Kind auf dem Nürburgring. „Das war Mitte der 1990er-Jahre“, sagt „Rocky“. „Alfa Romeo fuhr gegen Mercedes. Es hat geregnet und die Autos hatten alle Lichter an. So etwas kannte ich bis dahin nur von meiner Carrera-Bahn und hat es mich total fasziniert. Trotzdem konnte ich mir in den kühnsten Träumen nicht ausmalen, später einmal selbst DTM zu fahren. Mein erster DTM-Test 2007 war ein ganz besonderer Moment. Ich bin davor fast nur GT-Autos gefahren und der Wechsel von Porsche zu Audi war ein großer Schritt für mich. Ich habe damals nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde, in der DTM Rennen zu gewinnen und Meister zu werden. Umso schöner war der Titelgewinn 2013 in Zandvoort – und das, nachdem ich mir fast einen Frühstart geleistet hätte.“

Auch Robin Frijns, in seiner zweiten DTM-Saison aktuell auf dem sechsten Platz der Fahrermeisterschaft, träumte schon lange von der DTM, als er Anfang 2018 DTM-Pilot wurde. „Die Serie hat eine so lange Tradition und steht für spannendes Racing – genau das, was ich mag. Als ich erfuhr, dass ich zum DTM-Kader von Audi gehören werde, war ich überglücklich und baff zugleich.“ Sein persönliches Highlight sei bisher das Finalrennen in Hockenheim 2018 gewesen. „Ich bin als Letzter gestartet und am Ende Fünfter geworden. Ich bin spät in die Box und konnte danach wieder voll angreifen und viele Autos überholen. Das hat sehr viel Spaß gemacht.“

Loïc Duval, der als Gesamtsiebter seine bisher beste DTM-Saison bestreitet, war 2004 und 2005 in der Formel 3 im Rahmenprogramm der DTM aktiv. „Ich erinnere mich vor allem noch an Zandvoort 2005“, sagt der Franzose. „Ehe ich nach Hause gefahren bin, habe ich mir am Sonntag das DTM-Rennen angesehen. Da gab es den massiven Unfall von Peter Dumbreck im Opel ausgangs der letzten Kurve. Das werde ich nie vergessen. Der Unfall war unglaublich, er selbst aber war okay. Das war das Wichtigste. Mich hat das enge Racing mit dieser Art von Autos schon immer beeindruckt und ich freue mich, heute selbst ein Teil der DTM zu sein.“

Jamie Green, derzeit Tabellenneunter, obwohl er wegen einer Blinddarmoperation die beiden Rennen in Misano auslassen musste, hat sich in der DTM vor allem mit seinen vier Siegen auf dem Norisring einen Namen gemacht. Vom Stadtkurs in Nürnberg stammt auch seine bisher beste DTM-Erinnerung. „Das war ganz klar mein Norisring-Sieg 2012“, sagt der Brite. „Ich habe kurz vor Rennende zwei BMW überholt — inklusive eines entscheidenden Manövers in der letzten Kurve.“ Auch auf dem Lausitzring hat Green schon dreimal gewonnen. Sein erstes DTM-Rennen sah er 2003 in Donington. „Das ist meine Heimstrecke. Es wäre cool, wenn die DTM vor dem Ende meiner Karriere dort noch einmal fahren würde.“

Die DTM-Highlights der Audi-Teamchefs

Auch Thomas Biermaier, Teamchef des Audi Sport Team Abt Sportsline, nennt ein Norisring-Rennen als prägendsten DTM-Moment: „2002, als Laurent Aiello in der letzten Kurve Bernd Schneider überholt hat. Ich bin vor diesem Rennen in die Position des Teammanagers gerutscht und der Druck war sehr hoch. Aber mit guten Boxenstopps und dem Sieg hat sich das Risiko für mich rentiert und war für mich so ein bisschen der Start meines Weges bei ABT. Unvergesslich war neben vielen anderen Momenten auch der erste Meistertitel 2002 in Zandvoort.“

Ernst Moser vom Audi Sport Team Phoenix beschreibt Valencia 2011 als persönliches DTM-Highlight: „Martin Tomczyk hat mit einem Vorjahreswagen und dem damals neu eingestiegenen Sponsor Schaeffler schon im vorletzten Rennen mit einer Traumsaison den Titel geholt. Besonders eindrucksvolle Momente sind für mich auch immer die Startaufstellungen in Hockenheim und am Norisring bei vollem Haus – das war und ist immer Gänsehaupt pur und macht stolz, in der DTM dabei zu sein.“

Arno Zensen, Teamchef des Audi Sport Team Rosberg, blickt noch weiter zurück: „Nie vergessen werde ich mein erstes Rennen als DTM-Teamchef 1995 in Hockenheim. Wir hatten mit Klaus Ludwig und Keke Rosberg ein Dream-Team und ich hatte Angst, dass wir schnell als Show-Team verspottet werden. Doch schon im ersten Rennen haben wir mit Platz drei ein Podium geholt. Unglaublich war natürlich, dass wir 2017 mit 21 Punkten Rückstand zum Finale nach Hockenheim gekommen sind und mit unserem Rookie René Rast neben dem Teamtitel auch noch den Fahrertitel geholt haben. Das zu erleben, nachdem wir in der DTM viele Jahre mit Vorjahresautos antreten mussten, war unbeschreiblich.“

Die persönliche Top 10 des Audi-Motorsportchefs

Audi-Motorsportchef Dieter Gass hatte in jungen Jahren selbst Ambitionen, DTM-Fahrer zu werden. „Während der Jahre meiner Teilnahme am Renault 5 Pokal und am Clio Cup waren die Rennen im Rahmenprogramm der DTM immer das Highlight“, sagt er. Letzten Endes entschied Gass sich dann aber für eine Ingenieurskarriere. Da er die DTM praktisch seit dem ersten Tag verfolgt, hat er eine persönliche Top 10 von Ereignissen zusammengestellt, die ihm anlässlich des 500. DTM-Rennens einfallen: „Der Gewinn aller drei Titel 2017 in Hockenheim mit René Rast als Rookie-Champion war ein ganz besonderer Moment. Aber auch der erste DTM-Titel für Audi 1990 mit Hans-Joachim Stuck oder der Titelgewinn 2013 mit Mike Rockenfeller in meinem ersten Jahr als Leiter DTM bei Audi Sport. Und die ersten acht Startplätze in Ungarn 2017 sowie zuletzt die Wiederholung dieses bis dahin einmaligen Kunststücks in Brands Hatch.“

„Natürlich kommen mir auch kritische Dinge in den Sinn, wie zum Beispiel ‚Schieb ihn raus‘, der Unfall von René Rast im vergangenen Jahr auf dem Lausitzring, die Kurbelwellen-Affäre 1992, die Audi für viele Jahre aus der DTM vertrieben hat, die Wasserflasche am Norisring, Barcelona 2007, als alle noch im Rennen verbliebenen Audi in die Box abgebogen sind, und last but not least Spielberg 2016 und 2017: Da hat jeweils ein Getriebeproblem Jamie Green zwei Jahre hintereinander in Führung liegend in derselben Kurve den Sieg und potenziell die Meisterschaft verhagelt.“

Audi hat 304 der 498 DTM-Rennen bestritten – zählt man die Starts von Privatfahrern vor 1990 mit, sogar 311. 108 Siege, 330 Podien, 99 Pole-Positions, 107 Schnellste Runden, zehn Fahrertitel, sechs Teamtitel und vier Herstellertitel gehen auf das Konto der Marke mit den Vier Ringen.

Vor dem 500. DTM-Rennen am Sonntag werden auf dem Lausitzring auch bereits am Samstag Meisterschaftspunkte vergeben. Beide Rennen beginnen zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr, SAT.1 überträgt am Samstag und am Sonntag jeweils ab 13 Uhr live aus der Lausitz. Die Rennstrecke liegt rund 120 Kilometer südlich von Berlin. Tickets für den Event sind online unter www.audi.com/dtm erhältlich.

Montag, 19. August 2019

Lamborghini dominiert am Sonntag beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring

  • Rolf Ineichen und Franck Perera siegen von der Pole-Position aus
  • Porsche-Fahrer Klaus Bachler und Timo Bernhard auf Rang zwei
  • Ineichen siegt in der Pirelli-Trophy-Wertung, Beretta in der Pirelli-Junior-Wertung
Frank Perera (l.) und Rolf Ineichen
Foto: ADAC-Motorsport

Lamborghini war beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring zu schlagen: Nachdem im Samstagsrennen Christian Engelhart (32/Starnberg) und Mirko Bortolotti (29/I) dominierten, ging der Sieg im Sonntagsrennen an ihre Teamkollegen Rolf Ineichen (41/CH) und Franck Perera (35/F). Die zweite Position holten zum zweiten Mal in dieser Saison das Porsche-Duo Timo Bernhard (38/Homburg/Saar) und Klaus Bachler (28/A, beide Küs Team75 Bernhard), die sich knapp gegen die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (23/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) im besten Audi R8 LMS durchsetzten. "Wow, was für ein tolles Wochenende für unser Team", jubelte Premierensieger Perera. "Gestern der Sieg und die Pole-Position unserer Teamkollegen und nun gelang uns das Gleiche. Einfach mega." 

Perera und Ineichen bleiben vorn

Nachdem das Qualifying am Morgen noch bei nassen Bedingungen stattfand, war der Nürburgring beim Start zum zweiten ADAC GT Masters-Rennen wieder abgetrocknet. Pole-Setter Franck Perera hatte im Lamborghini einen guten Start und setzte seine gute Ausgangsposition in die Führung um. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Lamborghini von Samstagssieger Christian Engelhart und des Audi von William Tregurtha (19/GB, T3 Motorsport), die in der Startrunde kollidiert waren, setzte sich Perera langsam von den Verfolgern ab. Bis zum Fahrerwechsel fuhr er einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Partner Ineichen kam danach souverän in Führung liegend auf die Strecke zurück und kontrollierte bis ins Ziel das Geschehen. Am Ende sah er mit 5,3 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge und sicherte sich und Startfahrer Perera den ersten Saisontriumph. Für den Franzosen war es zudem der erste Sieg überhaupt im ADAC GT Masters, für Ineichen bereits der vierte, der gleichzeitig auch Platz eins in der Pirelli-Trophy-Wertung für Nicht-Profis bedeutete. 

Während die Entscheidung um den Sieg eine klare Sache war, machten im Kampf um Platz zwei nur 0,4 Sekunden den Unterschied. Bis zu den Boxenstopps hielt Audi-Fahrer Kelvin van der Linde die erste Verfolgerposition, während dahinter Porsche-Pilot Klaus Bachler lauerte. Bachler absolvierte den Fahrerwechsel zur Rennmitte eine Runde später als van der Linde - das zahlte sich aus. Partner Timo Bernhard übernahm Rang zwei, Patric Niederhauser, der von van der Linde übernommen hatte, fuhr als Dritter auf die Strecke. Bis ins Ziel setzte Niederhauser den Porsche-Werksfahrer unter Druck, fand aber keinen Weg vorbei. Bachler und Bernhard kamen damit zum zweiten Mal in der Saison auf den zweiten Rang, van der Linde und Niederhauser wurden wie am Vortag Dritte. Dank ihrer achten Top-Vier-Platzierung der Saison bauten die Tabellenführer damit ihren Punktevorsprung bei noch vier ausstehenden Rennen auf 40 Zähler aus. 

Die Gaststarter Luca Stolz (24/Brachbach) und Maro Engel (33/Monte Carlo) hinterließen im Mercedes-AMG von Toksport WRT erneut einen starken Eindruck. Nach Position zwei am Samstag kamen sie diesmal als Vierte ins Ziel. Luca Ludwig (30/Alfter) und Sebastian Asch (33/Ammerbuch, beide HB Racing) holten als Fünfte im Ferrari 488 GT3 ihr bisher bestes Saisonergebnis. Nur 0,6 Sekunden dahinter belegten Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) in ihrem Mercedes-AMG Rang sechs. 

Eng ging es auch auf den weiteren vier Positionen zu. Vor allem in der Schlussphase sorgten die Kämpfe auf den hinteren Rängen der Top Ten für Kurzweil. Platz sieben holten sich schließlich Michele Beretta (24/I) und Marco Mapelli (32/I, beide Orange1 by GRT Grasser) in einem weiteren Lamborghini. Beretta gewann damit zum zweiten Mal in diesem Jahr die Pirelli-Junior-Trophy für Nachwuchsfahrer unter 25 Jahre. Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) zeigten erneut eine starke Aufholjagd. Die Tabellenzweiten fuhren von Startplatz 19 noch bis auf Platz acht nach vorn und sammelten so wichtige Zähler im Titelkampf. Die ersten zehn komplettierten zwei weitere Audi R8 LMS. Max Hofer (20/A) und Christopher Mies (30/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) wurden Neunter, Rang zehn ging an Jeffrey Schmidt (25/CH) und Christopher Haase (31/Kulmbach, beide BWT Mücke Motorsport). 

Stimmen der Sieger: 

Franck Perera (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo:
"Mit dem Sieg haben wir gezeigt, dass wir bei unterschiedlichen Bedingungen wettbewerbsfähig sind. Erst die Pole-Position im Nassen, dann der Sieg im Trockenen. Es war nicht einfach. Beim Start wollte ich natürlich vorne bleiben, ohne allzu viele Risiken einzugehen. Das hat geklappt. Danach habe ich versucht, eine Lücke herauszufahren, aber gleichzeitig die Reifen für Rolfs Stint zu schonen. Er ist dann super gefahren und hat den Sieg ins Ziel gebracht." 

Rolf Ineichen (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo):
"Ich glaube, von außen machte es den Anschein, dass alles sehr entspannt und easy war. Für mich war es das aber nicht. Es war schon sehr tricky. Ich bin aus der Box herausgefahren und in Turn 1 außen auf den nassen Teppich gekommen. Da bin ich erst mal schön weggerutscht. Danach habe ich einfach versucht, das Rennen sicher nach Hause zu fahren. Franck hat einen Mega-Job gemacht. Er hat heute Morgen das Auto mit einer super Runde auf die Pole gestellt. Das war die Basis für den Sieg. Ich bin sehr happy über das Ergebnis. Für Orange1 by GRT Grasser ist das ein toller Erfolg." 

Max Hesse gewinnt am Sonntag im Hyundai auf dem Nürburgring

  • Wetterkapriolen beinträchtigen Rennen der ADAC TCR Germany
  • Thierry Neuville im Sonntagsrennen Sechster
  • Apotheloz feiert Doppelsieg in der Honda Junior Challenge
Max Hesse siegt am Sonntag unter schwierigen Bedingungen
Foto: ADAC-Motorsport

Perfektes Wochenende für Hyundai auf dem Nürburgring: Nachdem Rallye-Ass Thierry Neuville das Samstagsrennen im Hyundai i30 N TCR gewann, legte sein Teamkollege Max Hesse (18, Wernau, Hyundai Team Engstler) am Sonntag nach. Der 18-Jährige hat im Hyundai i30 N TCR das von Wetterkapriolen geprägte und nach einem Starkregen vorzeitig abgebrochene zehnte Saisonrennen der ADAC TCR Germany gewonnen. Im strömenden Regen auf dem Nürburgring lag Hesse zum Zeitpunkt des Abbruchs in Führung, und so konnte der 18-Jährige über seinen zweiten Sieg in der ADAC TCR Germany jubeln. Platz zwei ging an Gaststarter Pascal Eberle (28, Schweiz, Steibel Motorsport) im Cupra Leon TCR, Dritter wurde Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) im Audi RS3 LMS, der damit seine Tabellenführung in der ADAC TCR Germany behauptete. 

Das Rennen wurde nach Starkregen in der achten Runde abgebrochen und dem Reglement entsprechend nach dem Ende der sechsten Runde gewertet. Aufgrund der großen Wassermassen auf der Rennstrecke und einer bestehenden Unwetterwarnung wurde das Rennen aus Sicherheitsgründen nicht wieder neu gestartet. Aufgrund des vorzeitigen Rennabbruchs wurden halbe Punkte vergeben. 

"Das Rennen war unglaublich. So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Hesse, der am Vortag hinter Gaststarter und Rallye-Superstar Thierry Neuville (31, Belgien, Hyundai Team Engstler) Zweiter geworden war: "Es hat sich ausgezahlt, dass wir so lange draußen und auf Slicks geblieben sind. Die letzten zwei Runden sind unfahrbar gewesen, das war unglaublich. Es war absolut richtig, das Rennen zu diesem Zeitpunkt zu unterbrechen." 

Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR und Junior Julien Apotheloz (18, Schweiz, Topcar Sport) im Cupra folgten auf den Plätzen. Für Apotheloz war es der zweite Sieg in der Honda Junior Challenge an diesem Wochenende, er machte in der Nachwuchswertung damit einigen Boden gut. 

Der viermalige Rallye-Vizeweltmeister Thierry Neuville wurde Sechster vor Sebastian Steibel (23, Walkertshofen, Steibel Motorsport) im VW Golf GTI TCR und Jan Seyffert (21, Stuttgart, Lubner Motorsport) im Lada Vesta TCR. Gaststarterin Karen Gaillard (18, Schweiz, Topcar Sport) und Dominik Fugel (22, Chemnitz, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) komplettierten die Top Ten. 

Bereits beim Start ging es turbulent zu. Gaststarter Pascal Eberle, der aufgrund der Reverse-Grid-Regel auf der Pole Position stand, kam nicht weg. Direkt hinter dem Schweizer reagierte Dominik Fugel (22, Chemnitz, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) umso schneller und fuhr von Platz drei bis an die Spitze vor - dank eines guten Starts, und weil sich neben ihm Junior Mitchell Cheah (21, Malaysia, VW Team Oettinger) im VW Golf GTI TCR und Tabellenführer Antti Buri in den ersten Kurven ein intensives Duell lieferten. 

Auch Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International) mischte in seinem Hyundai i30 N TCR plötzlich vorne mit - der Meister war von Startplatz sechs direkt bis in die Spitzengruppe gefahren und reihte sich als Dritter hinter Cheah ein. Nach nur zwei Minuten begann es zu regnen und bei nun immer nasser werdender Strecke stürmte Proczyk nach vorne. Zunächst an Cheah vorbei und wenig später an Fugel vorbei in Führung. 

Der Regen wurde immer stärker, und ein Großteil des Feldes fuhr umgehend in die Box, um Regenreifen aufzuziehen. Eberle, Hesse, Buri, Mike Halder und Julien Apotheloz verzichteten auf den Reifenwechsel und blieben auf Slicks. Innerhalb der noch Slick-bereiften Führungsgruppe hatte mittlerweile Hesse die Führung übernommen, da aufgrund des starken Regens an verschiedenen Streckenabschnitten viele Teilnehmer von der Strecke rutschen, ging das Safety Car raus, in der Folge wurde das Rennen dann mit der roten Flagge abgebrochen und nicht fortgesetzt. 

Erster Saisonsieg für Mercedes-AMG in der ADAC GT4 Germany am Sonntag

  • Luke Wankmüller und Tim Heinemann siegen auf dem Nürburgring
  • Wankmüller gewinnt zudem in der Junior-Wertung, Suabo triumphiert in der Trophy-Wertung
  • Hamza Owega und Jusuf Owega neue Tabellenführer
Das Podium vom Sonntagsrennen
Foto: ADAC-Motorsport

Tim Heinemann (21/Fichtenberg) und Luke Wankmüller (18/Keltern, beide HP Racing International) gewinnen im Mercedes-AMG GT4 das Sonntagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Michael Schrey (36/Wallenhorst) und Thomas Jäger (25/AUT, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) fahren im BMW M4 GT4 auf Position zwei. Hamza Owega (27/Köln) und Jusuf Owega (17/Köln, beide GetSpeed Performance) komplettieren in einem weiteren Mercedes-AMG als Dritte das Podium und übernehmen dadurch die Führung in der Gesamtwertung. "Nach drei ernüchternden Wochenenden gelang uns nun der Befreiungsschlag. Ich kann diesen Triumph aktuell noch gar nicht wirklich fassen. Alles ist einfach unbeschreiblich", strahlte Heinemann nach dem Premierensieg des Mercedes-AMG GT4 in der ADAC GT4 Germany. 

Aufgrund eines vorangegangen starken Regenschauers startete das Feld der ADAC GT4 Germany auf Regenreifen in das Sonntagsrennen auf dem Nürburgring. Zunächst bestimmte Pole-Setter Marvin Dienst (22/Lampertheim, Schütz Motorsport) im Mercedes-AMG GT4 die Pace an der Spitze des Feldes. Heinemann, der von Position neun startete, machte aber schnell Boden gut und befand sich schon nach drei Runden auf dem dritten Platz. Nachdem er auch noch den Porsche 718 Cayman GT4 von Hendrik Still (32/Schalkenbach, KÜS Team75 Bernhard) überholte, lieferte er sich ein spannendes Duell mit Dienst um die Führung. 

Nach Absolvieren der Plichtboxenstopps und Fahrerwechsel ging Heinemanns Teamkollege dann als Führender zurück auf die Strecke. Der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport fuhr das Rennen souverän zu Ende und siegte mit einem Vorsprung von 7,2 Sekunden. "Dadurch, dass die Strecke zunächst immer weiter abtrocknete, machte ich mir zunächst Sorgen um unsere Regenreifen. Und obwohl ich immer wieder feuchte Stellen suchte, war ich so ziemlich das schnellste Fahrzeug auf der Strecke. Als es gegen Rennende erneut anfing zu regnen, war nochmals Vorsicht geboten. Ich hatte aber einen so großen Vorsprung, dass ich locker zu Ende fahren konnte", beschrieb Wankmüller, der gleichzeitig auch die Junior-Wertung für sich entschied. "Wir hatten auf nasse Verhältnisse spekuliert und das Set-up entsprechend eingestellt. Das hat sich ausgezahlt", erklärte Heinemann nach dem Rennen. 

Um Rang zwei duellierten sich in der Endphase der BMW M4 GT4 von Michael Schrey (36/Wallenhorst)/Thomas Jäger (25/AUT, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) und der Mercedes-AMG GT4 von Hamza Owega (27/Köln) und Jusuf Owega (17/Köln, beide GetSpeed Performance). Zwar hatte der M4 GT4 final die Nase um 0,426 Sekunden vorne, doch durch Platz drei konnten die Owega-Brüder die Tabellenführung in der ADAC GT4 übernehmen. 

Marcus Suabo (50/Ettlingen), der den zu Rennbeginn führenden Mercedes-AMG von Dienst in der zweiten Rennhälfte pilotierte, kam auf Platz vier ins Ziel und machte seinen ersten Sieg in der Trophy-Wertung der ADAC GT4 Germany klar. Fünfter wurde der Porsche 718 Cayman GT4 von Jan Kasperlik (40/Huglfing) und Lars Kern (31/Weissach, beide Team Allied-Racing). Dahinter folgten die McLaren 570S GT4 von Phil Dörr (18/Butzbach) und Dennis Trebing (27/USA, beide Dörr Motorsport) sowie der Vortagessieger Charles Fagg (20/GBR) und Michael Benyahia (19/MAR, beide Team GT). 

Die KTM X-Bow GT4 von Laura Kraihamer (28/AUT) und Reinhard Kofler (34/AUT, beide True Racing) sowie Mads Siljehaug (23/NOR) und Eike Angermayr (20/AUT, beide Felbermayr-Reiter) landeten auf den Plätzen acht und neun. Felix von der Laden (25/Köln) und Alain Valente (22/CHE, beide Team GT) komplettierten in einem weiteren McLaren die Top Zehn. Die bisherigen Tabellenführer Marius Zug (16/Pfaffenhofen) und Gabriele Piana (32/ITA, beide RN Vision STS Racing Team) schieden nach einem Unfall in der Anfangsphase aus und blieben am Sonntag ohne Punkte. 

Bortolotti/Engelhart holen auf Nürburgring am Samstag zweiten Saisonsieg

  • Lamborghini-Piloten dominieren Samstagsrennen des ADAC GT Masters
  • Luca Stolz und Maro Engel im Mercedes-AMG auf Platz zwei
  • Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde bauen als Dritte Tabellenführung aus
Christian Engelhart (l.) und Mirko Bortolotti
Foto: ADAC-Motorsport

Mit einer souveränen Leistung fuhren Pole-Setter Mirko Bortolotti (29/I) und Christian Engelhart (32/Starnberg, beide Orange1 by GRT Grasser) im Samstagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring zu einem klaren zweiten Saisonsieg. Luca Stolz (24/Brachbach) und Maro Engel (33/Monte Carlo, beide Toksport WRT) kamen im Mercedes-AMG GT3 auf Rang zwei. Ebenfalls auf dem Podium: die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (23/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) im besten Audi R8 LMS. "Für uns war der Nürburgring in den letzten Jahren immer ein schweres Pflaster. Jetzt kommt uns anscheinend die Strecke mit dem neuen Auto deutlich mehr entgegen. Es ist super, nach Zandvoort mit einem Sieg weiterzumachen", so Sieger Engelhart. 

Siegerduo souverän vorn 

Der Triumph von Mirko Bortolotti und Christian Engelhart war eine klare Sache. Nur beim Start kam Pole-Setter Bortolotti leicht in Bedrängnis. Danach setzte sich der Lamborghini-Werkspilot langsam vom Feld ab. Als er zur Rennmitte zum Fahrerwechsel an die Box kam, hatte er einen Vorsprung von etwas mehr als drei Sekunden herausgefahren. Partner Engelhart baute das Zeitpolster danach auf zwischenzeitlich mehr als fünf Sekunden aus. Erst in den Schlussrunden ließ es der Deutsche etwas ruhiger angehen und sah schließlich mit einem Vorsprung von 2,7 Sekunden als Erster die Zielflagge. Bortolotti und Engelhart standen damit nach dem Samstagstriumph in Zandvoort zum zweiten Mal innerhalb von sieben Tagen ganz oben auf dem Podium. 

Ebenfalls unter die Top Drei kamen als Zweite Luca Stolz und Maro Engel im besten Mercedes-AMG sowie die Tabellenführer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde im Audi. Stolz und Engel lagen anfangs hinter den Audi-Fahrern auf dem vierten Rang. In Runde sieben ging Stolz jedoch an Niederhauser vorbei auf die dritte Position, die er bis zum Boxenstopp behauptete. Nach den Fahrerwechseln kämpften sich Engel und van der Linde vorbei an der Zweitplatzierten Carrie Schreiner (20/Völklingen, HCB-Rutronik Racing), deren Partner Dennis Marschall (23/Eggenstein-Leopoldshafen) im Audi aus der ersten Startreihe ins Rennen gegangen war. Während Schreiner bis ins Ziel noch auf Platz 14 zurückfiel, brachten Engel und van der Linde ihre Podestplätze ins Ziel. Den als Gaststarter nicht punkteberechtigten Stolz und Engel gelang der erste Podestplatz für ihren Rennstall Toksport WRT im ADAC GT Masters, die drittplatzierten Niederhauser und van der Linde bauten mit ihrem vierten Podium der Saison ihre Tabellenführung weiter aus. 

Position vier ging an David Jahn (28/Leipzig) und Sven Barth (38/Eberbach, beide RWT Racing) in der bestplatzierten Corvette C7 GT3-R. Barth sicherte sich damit seinen vierten Saisonsieg in der Pirelli-Trophy-Wertung. Dahinter folgte auf der fünften Position als bester Fahrer der Pirelli-Junior-Wertung Max Hofer (20/A) zusammen mit Christopher Mies (30/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) in einem weiteren Audi. Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) kämpften sich mit ihrem Mercedes-AMG GT3 vom 13. Startplatz noch auf die sechste Position nach vorn. 

Luca Ludwig (30/Alfter) und Sebastian Asch (33/Ammerbuch, beide HB Racing) sammelten im Ferrari 488 GT3 als Siebte Punkte vor dem Audi-Duo Ricardo Feller (19/CH) und Dries Vanthoor (21/B, beide Montaplast by Land-Motorsport). Im Kampf um Rang neun setzten sich Titelverteidiger Robert Renauer (34/Jedenhofen) und Thomas Preining (21/A, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche nach einem mehrere Runden dauernden Zweikampf gegen Nicolai Sylvest (22/DK) und Jens Klingmann (29/CH, beide MRS GT-Racing) im BMW M6 GT3 durch. 

Stimmen der Sieger: 

Mirko Bortolotti (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo): 
"Es war eine enge Kiste in der ersten Kurve, da niemand mit vollen Tanks und kalten Reifen so richtig wusste, wo er bremsen soll. Aber ein großes Kompliment an das ganze Feld, denn es ist alles gut abgelaufen. Ich habe danach versucht, wegzuziehen und konnte eine Lücke herausfahren. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt den Boxenstopp gemacht und haben dadurch unseren Vorsprung noch etwas vergrößert. Eine super Leistung und ein perfektes Rennen für uns." 

Christian Engelhart (Orange1 by GRT Grasser, Lamborghini Huracán GT3 Evo): 
"Als ich das Auto übernahm, wusste ich, dass ich Maro Engel hinter mir hatte. Da kann man sich nicht ausruhen, sondern muss weiter pushen. Das habe ich bis drei Runden vor dem Ziel auch gemacht. Dann hat mir das Team mitgeteilt, dass ich 5,2 Sekunden Vorsprung habe. Ich habe dann etwas Tempo rausgenommen und bin dann in der Schikane nicht mehr über die Curbs gefahren, um die Reifen noch etwas zu schonen."