Montag, 19. August 2019

Doppelsieg für McLaren in ADAC GT4 Germany am Nürburgring am Samstag

  • Charles Fagg und Michael Benyahia gewinnen Lauf eins am Nürburgring
  • Hamza Owega und Jusuf Owega mit drittem Podium 2019
  • Jan Kasperlik triumphiert in Trophy-Wertung
Foto: ADAC-Motorsport

Charles Fagg (19/GBR) und Michael Benyahia (19/MAR, beide Team GT) gewinnen im McLaren 570S GT4 das Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Nürburgring. Fred Martin-Dye (30/GBR) und Christer Jöns (32/Ingelheim, beide Dörr Motorsport) machen als Zweite den Doppelsieg für den britischen Hersteller perfekt. Hamza Owega (27/Köln) und Jusuf Owega (17/Köln, beide GetSpeed Performance) führen das Rennen zunächst lange Zeit an und komplettieren im Mercedes-AMG GT4 das Podium das Dritte. "Ich entschuldigte mich gestern Abend noch bei meinem Teamchef für die schlechte Startposition", erklärte Fagg, der von Platz sechs losfuhr. "Aber ich versprach ihm gleichzeitig auch, alles zu geben, um das Rennen für ihn zu gewinnen. Das ist jetzt tatsächlich gelungen. Ich kann es noch gar nicht fassen." 

In der ersten Rennhälfte beherrschte zunächst Hamza Owega das Rennen. Von der Pole-Position aus gestartet, erarbeitete sich der Mercedes-AMG-Pilot an der Spitze des Feldes einen soliden Vorsprung. Währenddessen machte Verfolger Fagg Position um Position gut und fuhr bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters bis auf Rang zwei vor. Nach dem Fahrerwechsel zur Rennmitte übernahm Faggs Teamkollege Benyahia dann die Führung. Doch der zweitplatzierte Jusuf Owega machte mit schnellen Rundenzeiten Boden auf den McLaren gut, schloss auf und duellierte sich mit Benyahia über mehrere Runden um die Spitze. Zwölf Minuten vor Rennende kam es dann zum Kontakt zwischen den beiden Kontrahenten, der in einem Dreher von Owega endete. Owega reihte sich als Dritter wieder ein, an der Spitze fuhr Benyahia souverän mit 1,5 Sekunden Vorsprung auf Jöns zum Sieg. Fagg und Benyahia triumphierten damit gleichzeitig auch in der Junior-Wertung der ADAC GT4 Germany. "Ich hatte eine phänomenale Pace und konnte gute Überholmanöver setzen. Es war hartes aber auch sehr faires Racing. Das bereitete mir richtig viel Spaß", sagte Fagg nach dem Rennen. 

Platz vier und fünf gingen an die beiden Mercedes-AMG GT4 von Luca Trefz (17/Wüstenrot) und Morgan Haber (25/AUS, beide Leipert Motorsport) sowie Tim Heinemann (21/Fichtenberg) und Luke Wankmüller (18/Keltern, beide HP Racing International). Rang sechs holten sich Jan Kasperlik (40/Huglfing) und Lars Kern (31/Weissach, beide Team Allied-Racing) im Porsche 718 Cayman GT4. Kasperlik sicherte sich dadurch auch den Triumph in der Trophy-Wertung. 

Auf Platz sieben kamen Marius Zug (16/Pfaffenhofen) und Gabriele Piana (32/ITA, beide RN Vision STS Racing Team). Das BMW M4 GT4-Duo hatte das Rennen aus der ersten Startreihe begonnen, wurde jedoch durch eine Durchfahrtsstrafe wegen eines Vergehens beim Boxenstopp zurückgeworfen. Achter wurde der Mercedes-AMG GT4 von Marcus Suabo (50/Ettlingen) und Marvin Dienst (22/Lampertheim, beide Schütz Motorsport) vor dem McLaren von Phil Dörr (18/Butzbach) und Dennis Trebing (27/USA, beide Dörr Motorsport). Die Top Zehn komplettierten Mads Siljehaug (23/NOR) und Eike Angermayr (20/AUT, beide Felbermayr-Reiter) im KTM X-Bow GT4. 

Donnerstag, 15. August 2019

Sprintrennen statt Langstrecke: Frikadelli Racing Team mit Gaststart auf dem Nürburgring

  • Nordschleifen-Spezialisten setzen beim ADAC GT Masters-Debüt einen Porsche 911 GT3 R ein
  • Teamchef Klaus Abbelen und Matt Campbell als Fahrerduo
  • Testeinsatz für mögliches Engagement in 2020
Der Frikadelli-Porsche warten auf seinen Einsatz beim GT-Masters am Nürburgring
Foto: ADAC-Motorsport
Am kommenden Rennwochenende (16.–18. August) auf dem Nürburgring startet das Frikadelli Racing Team erstmals im ADAC GT Masters. Der Rennstall aus der Eifel setzt beim fünften Saisonlauf der „Liga der Supersportwagen“ einen Porsche 911 GT3 R für Teamchef Klaus Abbelen (58/Barweiler) und Porsche-Förderkandidat Matt Campbell (24/AUS) ein.

„In den vergangenen Jahren hat sich Frikadelli Racing fast ausschließlich auf die Nürburgring-Nordschleife konzentriert. Zwar ist die Nordschleife direkt vor unserer Tür, dennoch spüren wir, dass es an der Zeit ist, uns auch mit einer neuen Herausforderung zu beschäftigen. Das ADAC GT Masters ist eine mögliche Plattform im nächsten Jahr“, sagt Teamchef Klaus Abbelen, der zusammen mit Sabine Schmitz das Team leitet. „Ich denke, dass sich so ziemlich jedes GT3-Team schon mal mit einem Engagement im ADAC GT Masters beschäftigt hat. Die Serie hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt und bietet regelmäßig spannenden Motorsport auf allerhöchstem Niveau. Nun freuen wir uns bereits darauf, am Nürburgring unsere eigenen Erfahrungen zu sammeln. Die Eindrücke werden wir dann in unsere Entscheidung für 2020 einfließen lassen.“ 

Bei der Premiere auf der Sprintstrecke des Nürburgrings setzt Frikadelli Racing Team den zu Saisonbeginn neu erworbenen Porsche 911 GT3 R ein, den Abbelen und Matt Campbell aus Australien pilotieren. Ex-Motorradpilot Abbelen startete bereits in der FIA-GT-Serie, konzentrierte sich aber in den vergangenen Jahren auf Langstreckenrennen mit seinem Rennstall auf der Nordschleife, bei denen auch mehrere Siege gelangen. Campbell ist Mitglied des Porsche Young Professional-Programms. Nach Erfolgen im Markenpokal holte er Klassensiege in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC, darunter bei den 24 Stunden von Le Mans, und gewann Anfang dieses Jahres das 12-Stunden-Rennen in Bathurst. „Ich freue mich sehr, dass ich zusammen mit Frikadelli Racing diesen Einsatz im ADAC GT Masters bestreiten kann“, sagt Campbell. „Es wird sicherlich eine tolle neue Erfahrung für das ganze Team, aber auch für mich persönlich werden.“

ADAC GT4 Germany startet am Nürburgring in die zweite Saisonhälfte

  • Marvin Dienst mit Doppelstart in ADAC GT Masters und ADAC GT4 Germany
  • Zwei Gaststarter mit BMW und KTM ergänzen das Feld
  • Erneut beide Rennen live bei SPORT1 im Free-TV
Foto: Jens Hawrda
Die ADAC GT4 Germany startet am Wochenende (16. - 18. August) am Nürburgring in die entscheidende Phase der Premierensaison. Mit den Saisonläufen sieben und acht in der Eifel beginnt die zweite Saisonhälfte, wer bis zum Saisonfinale um den Titel kämpfen will, sollte bei den beiden Rennen auf der Sprintstrecke des Nürburgrings seine Ambitionen anmelden. Marius Zug (16/Pfaffenhofen) und Gabriele Piana (32/ITA, beide RN Vision STS Racing Team) kommen im BMW M4 GT4 als Halbzeitmeister in die Eifel. "Der Nürburgring ist meine zweite Heimat", erklärt Piana, der einige Jahre in Meuspath und somit in unmittelbarer Nähe zum Ring gelebt hat. "Wir rechnen uns natürlich wieder einiges aus. Der BMW M4 GT4 ist sehr konstant und funktioniert aber auf allen Strecken gut." SPORT1 zeigt erneut beide Rennen live im Free-TV; Lauf 1 am Samstag ab 11.45 Uhr und Lauf 2 am Sonntag ab 15.30 Uhr. Zudem werden die Rennen wie üblich auf SPORT1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac im Live-Stream online übertragen. 

Zum bekannten Feld gesellen sich in der Eifel zwei Gaststarter. Dabei handelt es sich zum einen um das Nürburgring erfahrene Team AVIA Sorg Rennsport, das einen BMW M4 GT4 einsetzt, und um RTR projects. Die Mannschaft aus Tschechien vertraut auf einen KTM X-Bow GT4. Die meiste Streckenzeit wird am Nürburgring zweifelsohne Marvin Dienst (22/Lampertheim, Schütz Motorsport) haben. Der Champion der ADAC Formel 4 aus dem Jahre 2015 absolviert einen Doppelstart und gibt sowohl im ADAC GT Masters als auch in der ADAC GT4 Germany Gas. "Ich trete sicherlich nicht an, um im Mittelfeld zu fahren. Natürlich möchte ich vorne mitmischen", macht Dienst, der sich den Mercedes-AMG GT4 mit Trophy-Pilot Marcus Suabo (50/Ettlingen) teilt, seine Ambitionen klar. "Ich werde mich hauptsächlich um die Abstimmung des Fahrzeuges kümmern und ein Set-up erarbeiten, mit welchem Marcus perfekt zurecht kommt." 

Die ADAC GT4 Germany befährt am Nürburgring die 3,629 Kilometer lange Kurzanbindung, die gleichzeitig auch die kürzeste Strecke im Kalender 2019 darstellt. "Die Kurzanbindung des Nürburgrings kenne ich aus meinen drei Jahren im Scirocco Cup sehr gut", freut sich Dennis Trebing (27/USA), der gemeinsam mit Phil Dörr (18/Butzbach, beide Dörr Motorsport) in einem McLaren 570S GT4 unterwegs ist. "Für mich ist sie ein High-Speed-Kurs wie Spielberg. Da der Turbolader des McLaren super funktioniert, werden wir beim Herausbeschleunigen aus den engen Kurvenabschnitten stark auftrumpfen können. Der Nürburgring dürfte unsere beste Strecke im Kalender sein. Somit ist es unser Ziel, endlich auf das Podest zu fahren." 

Als klare Tabellenführer der Trophy-Wertung möchten Stephan Grotstollen (50/Langenhagen) und Georg Braun (48/Pfullingen, beide MRS Besagroup Racing Team) in ihrem BMW M4 GT4 die nächste gute Performance abliefern. Beim vorletzten Rennwochenende am Red Bull Ring fuhr das Gentleman-Duo sogar auf das Podium der Gesamtwertung. "Obwohl ich die Kurzanbindung tatsächlich noch niemals gefahren bin, kenne ich den Nürburgring doch sehr gut. Unserem BMW M4 GT4 müsste die Strecke gut liegen, insbesondere die etwas schnelleren Passagen. Insofern reisen wir zuversichtlich zum Rennwochenende in die Eifel", führt Grotstollen aus. "Wir haben einen sehr hohen Anspruch an uns selbst und möchten natürlich am liebsten immer ganz vorne fahren. Jedoch ist das Feld in der ADAC GT4 Germany insgesamt sehr stark und ein Platz auf dem Podium, wie zuletzt am Red Bull Ring, ist daher immer etwas ganz besonderes." 

Noch überhaupt keine Erfahrung am Nürburgring hat dagegen Junior-Pilot Jan Philipp Springob (18/Olpe), der sich einen Mercedes-AMG GT4 mit Oliver Mayer (61/Ingolstadt) teilt. "Ich habe den Nürburgring jedoch bereits im Simulator des Teams vorbereitet", verrät er. "Die kurze Strecke hat ein cooles Layout. Es gibt viele schnelle Kurven, was unserem Mercedes-AMG GT4 zugutekommen dürfte. Auch auf der Bremse sind wir immer sehr stark. Mein Ziel ist die Verteidigung von Platz zwei in der Junior-Wertung. Für das Einfahren des Titels, so denke ich, ist der Zug aber bereits abgefahren."

Rallyestar Neuville fiebert Gaststart auf dem Nürburgring entgegen

  • Der viermalige Rallye-Vizeweltmeister fährt das VIP Auto des Hyundai Team Engstler
  • Thierry Neuville: „Will zeigen, was ich draufhabe“
  • Kampf um die Meisterschaft spitzt sich zu: Antti Buri reist als Tabellenführer an
Thierry Neuville
Foto: ADAC-Motorsport
Wenn an diesem Wochenende die fünfte Runde der ADAC TCR Germany steigt, wird Thierry Neuville im Mittelpunkt stehen. Der Rallyestar fiebert seinem Gaststart entgegen - und zählt bereits die Tage. „Natürlich ist der Spaß super wichtig, aber ich will schon zeigen, was ich draufhabe“, sagt der Belgier, der im VIP Auto des Hyundai Team Engstler angreifen wird, mit einem Lächeln: „Das Gefühl ist gut, es sollte eine gute Performance drin sein.“ SPORT1 zeigt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV, online sind sie im Livestream auf SPORT1.de, adac.de/motorsport, youtube.com/ADAC und auf der Facebook-Seite der ADAC TCR Germany zu sehen.

Neuville hat sich vorgenommen, „für eine kleine Überraschung“ zu sorgen. Und dafür überlässt der viermalige Rallye-Vizeweltmeister nichts dem Zufall. Ende Juli konnte der Belgier seinen 350 PS starken Hyundai i30 N TCR auf dem Nürburgring bereits testen und kennenlernen, vor Beginn des Rennwochenendes geht es am Donnerstag erneut auf die Strecke. Tipps und Tricks wird er dabei von Gabriele Tarquini bekommen. Der ehemalige Formel-1-Fahrer und aktuelle Champion der WTCR ist ebenfalls vor Ort, um den Belgier zu unterstützen.

Nach dem Rennwochenende geht es für Neuville direkt weiter zur ADAC Rallye Deutschland, die vom 22. bis 25. August im Saarland steigt. Dann sitzt der Belgier wieder in seinem angestammten Hyundai i20 WRC und im gewohnten Umfeld. Die ADAC TCR Germany ist dagegen Neuland für ihn. Die Anforderungen sind ganz andere. Wiederkehrende Bremspunkte, Rundstrecke, direkter Kontakt mit den Konkurrenten. „Mich reizt das“, sagt er. „Natürlich sind die anderen alle Spezialisten auf ihrem Gebiet, es wird schwierig, dort vorne mitzufahren“, meint Neuville mit Blick auf die starke Konkurrenz in der ADAC TCR Germany: „Ich fahre nicht um die Meisterschaft und möchte auch auf keinen Fall entscheidend eingreifen. Aber wenn das Gefühl im Auto gut ist, werde ich versuchen, so weit wie möglich nach vorne zu kommen.“

Für die Fahrer der ADAC TCR Germany bleibt derweil keine Verschnaufpause. Nur fünf Tage nach dem Sonntagsrennen von Zandvoort stehen am Freitag auf dem Nürburgring bereits die ersten Trainingseinheiten an. Als Tabellenführer reist Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) an. Der finnische Audi RS3 LMS-Fahrer, der drei der vier bisherigen Sonntagsrennen gewonnen hat, liegt mit 270 Punkten jedoch nur knapp vor Titelverteidiger Harald Proczyk (43, Österreich, HP Racing International), Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) und Max Hesse (18, Wernau, Hyundai Team Engstler. Diese vier Piloten haben sich nach acht von 14 Rennen bereits von der Konkurrenz abgesetzt. Proczyk ist mit 258 Punkten Zweiter vor Halder (246) und Hesse (233).

„In Zandvoort hatten wir ein paar Probleme mit der Pace und konnten nicht ganz mithalten“, sagt Buri, der an der niederländischen Nordseeküste die Plätze fünf und zwei eingefahren hat: „Dass wir unter diesen Umständen trotzdem gute Ergebnisse hatten, macht sie umso wertvoller. Ich hoffe sehr, dass wir in Zandvoort die Lücke zur Konkurrenz wieder schließen und selbst wieder die Pace vorgeben können.“

Im vergangenen Jahr war das Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen nicht zu schlagen und gewann im Honda Civic TCR beide Rennen. Samstags triumphierte Mike Halder, am Sonntag sein Teamkollege Dominik Fugel (22, Chemnitz). Zuversichtlich ist auch Max Hesse, der in Zandvoort jüngst seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany gefeiert hat. 

Apropos positiv: Auch Michelle Halder (20, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) kommt voller Selbstvertrauen in die Eifel. Die 20-Jährige hatte im Sonntagsrennen in Zandvoort triumphiert und als erste Frau einen Sieg in der ADAC TCR Germany gefeiert. „So kann es gerne weitergehen, ein Wahnsinnsgefühl“, sagt sie lachend. Die Schwester von Mike Halder ist in der Honda Junior Challenge derzeit Zweite, in Führung liegt dort Bradley Burns (18, Großbritannien, Pyro Motorsport).

An diesem Wochenende stoßen neben Neuville noch drei weitere Gaststarter zur ADAC TCR Germany. Pascal Eberle (28, Schweiz, Steibel Motorsport) und Jörg Schori (58, Schweiz, Lubner Motorsport) waren bereits in der Vergangenheit in der Tourenwagenserie des ADAC am Start, Karen Gaillard (18, Schweiz, Topcar Sport) gibt dagegen ihr Debüt. Sie gehört zu den Top Drei der diesjährigen Young Driver Challenge von Cupra und AutoScout24. „Ich werde weiterhin konzentriert bleiben“, sagt sie: „Ich weiß, dass ich gut vorbereitet bin und freue mich unglaublich auf diese Chance.“

Ein Kurzzeit-Comeback gibt auch Kai Jordan (50, Wolfsburg). Der 50-Jährige ersetzt beim VW Team Oettinger Maurits Sandberg (46, Niederlande), der vor Kurzem Vater geworden ist und das Wochenende mit der Familie verbringt.

500. Rennen: DTM feiert am Lausitzring besonderes Jubiläum

  • 500 Rennen in 35 Jahren: Die DTM ist die beliebteste Tourenwagen-Rennserie Europas
  • Gerhard Berger: „Meilenstein in der Erfolgsgeschichte DTM“
  • Legenden wie Bernd Schneider, Klaus Ludwig oder Hans-Joachim Stuck feierten in der DTM Titel und Triumphe

Foto: dtm.com
Die DTM feiert ein besonderes Jubiläum: Am Sonntag, 25. August, wird die beliebteste Tourenwagen-Rennserie Europas auf dem Lausitzring das 500. Rennen ihrer Geschichte austragen. Die DTM ist somit eine der traditionsreichsten Rennserien weltweit, die seit ihrem Start 1984 an bislang 342 Veranstaltungswochenenden 498 Rennen ausgetragen hat. Bei der DTM-Veranstaltung in der Lausitz (23.–25. August) stehen wie gewohnt zwei Rennen auf dem Programm – eines am Samstag und eines am Sonntag (Start jeweils 13:30 Uhr).

Dass die 500er-Marke ausgerechnet am Lausitzring geknackt wird, ist durchaus passend. Eigentümerin des Lausitzrings ist die international führende Expertenorganisation DEKRA, die wiederum in diesem Jahr ein spezielles Jubiläum feiert: die seit 30 Jahren bestehende Partnerschaft mit der DTM, die zu den längsten im weltweiten Motorsport gehört. Außerdem ist die östlichste Rennstrecke Deutschlands seit 20 Jahren fester Bestandteil des DTM-Kalenders. Seit 2000 wurden 23 Rennen auf dem „modernsten Traditionskurs“ der DTM ausgetragen.

Von Zolder bis nach Fuji

Das Kürzel DTM hat sich in 35 Jahren zu einem international bekannten Markenzeichen entwickelt. Was 1984 unter dem Namen „Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft“ ihren Anfang nahm, ist heute eine weltweit bekannte Rennserie, mit attraktiven und abwechslungsreichen Motorsport-Veranstaltungen in Deutschland, Europa – und auch bald erneut in Asien: Am 23./24. November steht im japanischen Fuji das „Dream Race“ auf dem Programm, wo Fahrzeuge der SUPER-GT-Rennserie und der DTM in zwei nach DTM-Format ausgetragenen Rennen gegeneinander antreten.

„Laut. Nah. Dran.“, lautet das Motto der DTM. Aber die DTM ist mehr als „nur“ Motorsport. Heute bieten die Rennwochenenden auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm in familienfreundlicher Festival-Atmosphäre mit Autogrammstunden der Stars, Gewinnspielen, Livekonzerten und Einblicken hinter die Kulissen der DTM. Zudem wird die DTM derzeit in 30 Ländern live im TV übertragen und kann im Rest der Welt über die offiziellen Livestreams auf DTM.com, YouTube und in der mobilen DTM-App verfolgt werden.

Erfolgsgeschichte DTM begann 1984

Die Erfolgsgeschichte der DTM begann weit vor dem digitalen Zeitalter am 11. März 1984 auf dem Circuit Zolder mit dem Sieg von Harald Grohs (GER) in einem BMW 635 CSi. Einige interessante Zahlen und Fakten aus (fast) 500 DTM-Rennen:

  • Die erste Saison endete gleich mit einem Kuriosum: BMW-Fahrer Volker Strycek (GER) gewann die Fahrer-Meisterschaft, ohne ein einziges Rennen gewonnen zu haben.
  • Die meisten Fahrertitel, nämlich fünf, sammelte Bernd Schneider (GER). Die zweitmeisten Titel gingen an Klaus Ludwig (GER), der drei Mal DTM-Champion wurde.
  • Schneider und Ludwig führen auch drei weitere DTM-Statistiken an: die meisten Rennsiege (Schneider 43, Ludwig 37), die meisten Punkte (Ludwig 1.823,5, Schneider 1.808,5) und die meisten Starts (Schneider 236, Ludwig 219).
  • Beide Fahrer bestritten jeweils große Teile ihrer Karrieren für Mercedes-Benz, das mit 195 Siegen auch die erfolgreichste Marke in der DTM-Geschichte ist. Audi kommt auf 108 Siege, BMW hat bislang 87 Siege gefeiert.
  • Stichwort Fahrer: Ein Blick in die Starterlisten der DTM offenbart das „Who is Who“ des Motorsports. Neben Schneider und Ludwig kam in der DTM auch in Hans-Joachim Stuck eine weitere deutsche Motorsport-Legende zu Meisterehren.
  • Mit Ellen Lohr (GER), Annette Meeuvissen (GER), Susie Wolff (GBR), Vanina Ickx (BEL), Katherine Legge (GBR), Rahel Frey (SUI), Beate Nodes (GER), Mercedes Stermitz (AUT), Lella Lombardi (ITA), Henny Hemmes (NED) und Traudl Klink (GER) starteten elf Frauen in der DTM. Lohr war mit 144 Starts und einem Rennsieg (Hockenheim 1992) am erfolgreichsten.
  • Für Giancarlo Fisichella (ITA), Alexander Wurz (AUT), Jan Magnussen (DEN), Paul Di Resta (GBR), Pascal Wehrlein (GER), Christijan Albers (NED) und Esteban Ocon (FRA) diente die DTM ebenfalls als Sprungbrett in die Formel 1. Dario Franchitti (GBR) reifte nach seiner DTM-Zeit in Nordamerika als viermaliger IndyCar-Champion und dreimaliger Sieger der 500 Meilen von Indianapolis zum absoluten Superstar.
  • Die ehemaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen (FIN) und Keke Rosberg (FIN) feierten nach ihrer Zeit in der „Königsklasse des Motorsports“ in der DTM Erfolge – ebenso wie die Grand-Prix-Sieger David Coulthard (GBR), Ralf Schumacher (GER), Heinz-Harald Frentzen (GER), Alessandro Nannini (ITA) und Jean Alesi (FRA). Und „Mr. Le Mans“, der neunmalige Sieger der 24 Stunden von Le Mans, Tom Kristensen (DEN), zählte zwischen 2004 und 2009 zur absoluten Spitzenklasse der DTM.
  • Auch die Liste der DTM-Gaststarter kann sich sehen lassen: Ein gewisser Michael Schumacher (GER) gab 1990 und 1991 mehrere Gastspiele in der DTM. Juan-Pablo Montoya (COL) gewann u.a. die IndyCar-Meisterschaft, zweimal die 500 Meilen von Indianapolis sowie sieben Formel-1-Grand-Prix‘. Christian Fittipaldi (BRA), Neffe des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi (BRA) und Onkel des aktuellen DTM-Fahrers Pietro Fittipaldi (BRA), gab ebenso 1996 ein Gastspiel. Im vergangenen Jahr saß der sechsmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier (FRA) in Spielberg am Steuer eines Mercedes-AMG C63 DTM, in diesem Jahr startete MotoGP-Star Andrea Dovizioso (ITA) auf seiner Heimstrecke in Misano Adriatico in einem Audi RS5 DTM. Unvergessen ist auch der Gaststart von Alessandro Zanardi (ITA) in einem speziell angepassten BMW M4 DTM vor einem Jahr an selber Stelle.
  • Übrigens: Auch Gerhard Berger (AUT), seit 2017 Vorsitzender der DTM-Dachorganisation ITR, absolvierte einst einen Gaststart in der DTM. 1985 wurde Berger in einem BMW 635 CSi des Schnitzer-Teams beim Rennen in Zolder Achter.
  • Zu den weiteren Sportgrößen, die Rennen in der DTM bestritten, gehören u.a. Ski-Legende Franz Klammer (AUT), der viermalige Le-Mans-Sieger Yannick Dalmas (FRA) und die Rallye-Weltmeister Walter Röhrl (GER) und Markku Alén (FIN).
  • Auf 38 verschiedenen Rennstrecken hat die DTM seit 1984 Station gemacht. Spitzenreiter ist hier der Hockenheimring (93), vor dem Nürburgring (80) und dem Norisring (46). Mit dem 500. Rennen am Lausitzring rückt die Rennstrecke in Brandenburg mit 25 Rennen auf den vierten Platz der ewigen Statistik vor.


Zu den bislang 498 Rennen zählen im Übrigen auch alle 36 Rennen der ITC, als 1995 und 1996 unter dem Dach des Automobil-Weltverbands FIA als „International Touring Car Series“ bzw. „International Touring Car Championship“ Rennen mit DTM-Fahrzeugen ausgetragen wurden, die zehn Rennen des ITR-Gold-Cups (1991, 1993, 1994), das DTM-Einladungsrennen in Schanghai 2004, sowie die drei gestarteten, aber nach Abbrüchen nicht gewerteten Rennen auf dem Salzburgring (1988) und der Berliner Avus (1995). Die 2000 auf dem Lausitzring wegen starken Regens letztlich abgesagten Rennen zählen hingegen nicht dazu, ebenso wie die DTM-Veranstaltungen im Olympiastadion München (2011, 2012).