Sonntag, 21. Juli 2019

Rockenfeller siegt bei Reifen-Krimi in Assen

  • „Reifenflüsterer“ Rockenfeller siegt erstmals wieder seit 2017
  • Wittmann vs. Müller – Titelkandidaten machen mit Podiumsresultaten Boden auf Rast gut
  • Aston Martin erneut in den Punkterängen
Mike Rockenfeller Siegt am Sonntag in Assen
Foto: Jens Hawrda

Oben auf in den Niederlanden – Mike Rockenfeller (GER) hat in Assen erstmals seit zwei Jahren ein DTM-Rennen gewonnen. Zuletzt war der Audi-Fahrer im Jahr 2017 in Zandvoort erfolgreich – ebenfalls in den Niederlanden. Schlüssel zum Erfolg: Der sorgsame Umgang mit und die clevere Einteilung der Hankook-Wettbewerbsreifen. Rockenfeller absolvierte die Renndistanz in Assen mit nur dem einen Pflichtstopp – und entschied das Rennen für sich. Auch seine Konkurrenten Marco Wittmann (GER, BMW) und Nico Müller (SUI, Audi) waren als Zweite und Dritte mit dieser Strategie erfolgreich, Wittmann sogar vom letzten Startplatz aus.

Damit machten die Verfolger in der Meisterschaft Boden gut. Allerdings sorgte der Gesamtführende René Rast (GER, Audi) mit einer beherzten Schlussphase dafür, dass es nur wenige Zähler waren, die die beiden aufholten. Der Polesitter kreuzte als Fünfter die Ziellinie – war allerdings nur acht Runden vor Schluss mit einem zusätzlichen, zudem nicht ganz optimalen Boxenstopp von der führenden Position auf den 13. Platz zurückgefallen. Platz vier ging an den beeindruckenden Rookie Jonathan Aberdein (RSA, Audi).
Daniel Juncadella mit starker Leistung auf Platz sieben
Foto: Jens Hawrda
Juncadella krönt starke Aston-Martin-Leistung mit Platz sieben

Die starke Pace von Aston Martin im Rennen setzte Daniel Juncadella (ESP) in einen beachtenswerten siebten Platz um. Auch Juncadella profitierte vom schonenden Umgang mit den Reifen und nur einem Boxenstopp im Rennen. Kurz vor dem Fallen der Zielflagge sah es sogar so aus, als könne er nach Rang fünf greifen – Juncadella setzte sich neben „Local Hero“ Robin Frijns (NED, Audi), konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Beide musste sich zudem dem heranstürmenden René Rast wenige Kurven vor Schluss geschlagen geben.

Vorteil, Rast: mit 22 Punkten Vorsprung nach Brands Hatch

Nach dem ersten Auftritt der DTM auf dem TT Circuit in Assen führt René Rast die Meisterschaft mit 158 Punkten weiter an. 22 Zähler beträgt sein Vorsprung auf Audi-Markenkollege Müller. Der Sieger vom Samstag, Marco Wittmann, hat nach den Rennen in Assen 118 Punkte auf dem Konto, Philipp Eng (AUT, BMW) 111. Mike Rockenfeller kommt mit dem Assen-Sieg am Sonntag auf 94 Punkte.

DTM: Renè Rast holt Pole für Rennen zwei

Renè Rast holt Pole fürs Sonntagsrennen in Assen
Foto: Jens Hawrda
Renè Rast (Audi) hat sich die Pole und die Zusatzpunkte für das heutige Sonntagsrennen der DTM in Assen  vor Jonathan Aberdein vom Audi Kundenteam WRT und Mike Rockenfeller (Audi) geholt.

Auf den Plätzen vier und fünf folgen mit Nico Müller und Robin Frijns zwei weitere Audi-Piloten vor dem besten BMW von Sheldon Van der Linde auf Platz sechs. Loic Duval (Audi), Philipp Eng (BMW), Timo Glock (BMW) und Pietro Fittipaldi (Audi) vervollständigen die Top-Ten.

Die Aston Martin Piloten belegen nach dem Qualifying die Plätze 14-17. Der gestrige Sieger, Marco Wittmann (BMW) steht als Letzter in der Startaufstellung.
Starke Leistung von Jonathan Aberdein mit Platz zwei im Qualifying
Foto: Jens Hawrda

IDM-Superbike: Puffe siegt und holt Tabellenführung

Julian Puffe holt sich die Tabellenführung zurück
Foto: Jens Hawrda

Das war spannend, den Fahrer von drei verschiedenen Marken standen auf dem Siegerpodest: BMW, Kawasaki, Yamaha. Der erste IDM Superbike 1000-Lauf im Rahmen des Internationalen ADAC Truck-Grand-Prix war ein Kracher.

Ilya Mikhalchik und Polesetter Julian Puffe (beide alpha Racing-Van Zon-BMW) setzten sich an der Spitze ab. Der 23-jährige Schleizer übernahm zunächst die Führungsarbeit. Als ihm in der Kurzanbindung des Nürburgrings das Vorderrad leicht einklappte, zog der Ukrainer, der auch der IDM-Titelverteidiger ist, an Puffe vorbei. 

Das brisante Duell – Mikhalchik und Puffe trennte vor dem Rennen ein einziger Punkt in der Gesamtwertung – endete vorzeitig in der 16. Runde. Mikhalchik rollte aus: technischer Defekt an der S 1000 RR. Der 23-jährige war stinksauer. Puffe sah seinen Konkurrenten vor sich ausfallen und gewann zum zweiten Mal in dieser Saison. „Ich hatte bei beiden Siegen Glück. Ilya ist jedes Mal mit technischem Defekt ausgeschieden. Er hätte sonst gewonnen.“ Puffe war während des Rennens irritiert gewesen durch ein Geräusch an seiner BMW, das er nicht definieren konnte. „Etwa nach acht Runden hat sich die Schraube aus der Auspuffhalterung gelöst. Der Auspuff hat am Motorrad geschliffen. Es war ein total komisches Gefühl. Ich konnte es aber erst im Ziel nachvollziehen.“ Im Endeffekt zählt aber nur, dass Puffe jetzt wieder die Tabellenführung inne hat. Zumindest bis zum morgigen Lauf um 14:50 Uhr hat er 24 Punkte Vorsprung vor Ilya Mikhalchik.

Erwan Nigon (Kawasaki Weber-Motos Racing) fuhr dahinter ein einsames Rennen, hatte eine große Lücke nach vorn und viel Luft nach hinten. Es war der vierte Podiumserfolg für die Grünen in diesem Jahr. Dritter wurde Marc Moser (MGM Racing Performance, Yamaha). Der 25-Jährige hatte zum Saisonbeginn Podestplätze angekündigt, war aber bisher vom Pech verfolgt. Dass ihn der dritte Platz gleichzeitig in die Top Ten der IDM Superbike 1000 brachte, fühlte sich für ihn an wie ein Befreiungsschlag. 

Moser hatte im spannendsten Fight des Laufes gesteckt, in dem sich desweiteren Alex Polita (Holzhauer Racing Promotion, Honda), Jan Mohr (BCC Racing Team, BMW) und Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer) beharkt hatten. Keine Runde kam ohne Positionswechsel aus.

Nichts lief aber mehr bei Daniel Kartheininger (HPC-Power Suzuki). Er wurde durch einen technischen Defekt ausgebremst. Teamkollege Kevin Sieder stürzte. Suzuki-Laux-Pilotin Sarah Heide blieb unabhängig davon nur wenige Meter daneben liegen.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Schwieriges Regenrennen für Aston-Martin in Assen

  • Neuntes von achtzehn Saisonrennen: R-Motorsport schließt erste Saisonhalbzeit auf dem TT Circuit Assen ab
  • Jake Dennis: „Mit Platz zwölf kamen wir nicht weit von den Punkterängen ins Ziel. Alles in allem bin ich mit dem Tag nicht unzufrieden.“
  • Dr. Florian Kamelger: „Jetzt heißt es nach vorne zu schauen und am Sonntag zu versuchen, wieder einmal Punkte zu holen.“
  • R-Motorsport beendet die erste Hälfte der DTM-Saison 2019 mit einem fordernden Regenrennen in Assen. 
Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda

Kurz vor dem Start öffneten sich die Schleusen über dem TT Circuit Assen. Ein heftiger Regenschauer setzte die Strecke unter Wasser, sodass es zu einer starken Gischt-Entwicklung kam. Nachdem alle Trainings und das Qualifying zuvor bei trockenen Bedingungen stattgefunden hatten, wurde das Rennen aus Sicherheitsgründen hinter dem Safety Car gestartet.

Das Fahrer-Quartett von R-Motorsport ging aus der zweiten Hälfte der Startaufstellung ins Rennen und setzte gesammelt auf einen Boxenstopp in Runde sieben. Jake Dennis (24, Großbritannien) machte im Vergleich zu seiner Startposition sechs Plätze gut und überquerte die Ziellinie als Zwölfter.

Sein Teamkollege Ferdinand von Habsburg (22, Österreich) verbesserte sich im Rennverlauf um vier Positionen und kam auf Rang 13 ins Ziel. Paul Di Resta (33, Großbritannien) beendete den ersten Lauf in Assen direkt hinter seinen beiden Markenkollegen auf dem 14. Platz. Der DTM-Champion des Jahres 2010 verbesserte auf abtrocknender Strecke mehrmals die zu diesem Zeitpunkt jeweils schnellste Rennrunde.

Für Daniel Juncadella (28, Spanien) war das neunte Saisonrennen leider schon kurz nach dem Start beendet. Der Spanier rollte nach wenigen Minuten mit einem technischen Defekt am Streckenrand aus.

Samstag, 20. Juli 2019

Wittmann gewinnt spektakuläre DTM-Premiere in Assen

  • Saisonsieg Nummer drei: BMW-Fahrer Marco Wittmann in hart umkämpftem Regenrennen vorn
  • Mutige Strategie: Audi-Mann Nico Müller wird nach kämpferischer Leistung Zweiter
  • Audi-Speerspitze René Rast als Dritter „Halbzeitmeister“

Marco Wittman vor Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann (GER, BMW) hat die packende Premiere der DTM in der „Kathedrale des Motorsports“ für sich entschieden. Von der Pole-Position nutzte er bei denkbar schwierigen, weil extrem nassen Bedingungen den Start hinter dem Safety-Car klug aus, setzte sich vor seinem Pflichtboxenstopp um das entscheidende Quäntchen von seinem direkten Konkurrenten René Rast (GER, Audi) ab und kämpfte sich in der Schlussphase gekonnt am Führenden Nico Müller (SUI, Audi) vorbei. Müller hatte von allen Fahrern am längsten mit seinem Pflichtboxenstopp gewartet und hatte seine zwischenzeitliche Führung auch nach dem Reifenwechsel zunächst behalten. Auf kalten Regenreifen hatte der Schweizer dem glänzend aufgelegten Wittmann in der Schlussphase allerdings nichts entgegenzusetzen.

Zum Abschluss der ersten Saisonhälfte standen damit nicht nur drei der vier Fahrer auf dem Podium, die den Saisonverlauf bisher bestimmt haben, sondern auch der vierte im Bunde, Philipp Eng (AUT, BMW), landete unter den Top Vier. Rast führt die Meisterschaft nun mit 145 Zählern an, gefolgt von Müller (121 Punkte), Eng (111 Punkte) und Wittmann (100 Punkte), der in Assen zum zweiten Mal in dieser Saison von der Pole-Position ein Rennen gewann.

Knifflige Bedingungen – höchstes Tempo bei minimalem Grip

Die Rennstrecke in Assen gilt im DTM-Rennkalender als eine der schnellsten. Mit der „Ramshoek“ steht hier die schnellste Kurve der Saison auf der Agenda – Höchstgeschwindigkeit im Trockenen mit 270 Kilometern in der Stunde und rund 3g Querbeschleunigung inklusive. Das Wetter brachte im Samstagsrennen zusätzliche Würze: Ergiebige Regenschauer setzten die Strecke in Assen vor dem Start kräftig unter Wasser, sodass auf Anweisung des Renndirektors dieser erst nach drei Runden hinter dem Safety-Car fliegend freigegeben wurde. In der Folge trocknete der Kurs immer mehr ab, sodass sich eine trockenere Fahrspur bildete. Ein vorhergesagtes, schweres Gewitter blieb bis Rennende aus.

Positive Resultate für Aston Martin

Nicht nur Timo Glock (GER, BMW) erlebte in Assen mit Rang fünf ein positives Resultat nach einem eher verkorksten Saisonstart, auch die Mannschaft von Aston Martin hinterließ einen guten Eindruck. Jake Dennis (GBR) und Ferdinand von Habsburg (AUT) beendeten das schwierige Rennen auf den Plätzen zwölf und 13, Paul Di Resta (GBR) nach starken Rundenzeiten auf der 14. Position.


Ergebnis – 1. Rennen, Assen

01. Marco Wittmann (GER), BMW,
02. Nico Müller (SUI), Audi,
03. René Rast (GER), Audi,
04. Philipp Eng (AUT), BMW,
05. Timo Glock (GER), BMW,
06. Jonathan Aberdein (RSA),
07. Jamie Green (GBR), Audi,
08. Loïc Duval (FRA), Audi,
09. Mike Rockenfeller (GER), Audi,
10. Sheldon van der Linde (ZAF), BMW.