Donnerstag, 6. Juni 2019

Heimspiel für die Champions: ADAC TCR Germany auf dem Red Bull Ring

  • Drittes Rennwochenende der Tourenwagenserie des ADAC in Österreich
  • Titelverteidiger Proczyk und Teamkollege Niedertscheider fiebern den Heimrennen entgegen
  • Prominenter Gaststarter: WTCR-Champion Gabriele Tarquini im Hyundai i30 N TCR dabei

Foto: Jens Hawrda
Auf in die Berge! Das dritte Rennwochenende der ADAC TCR Germany steht vor der Tür - vom 7. bis 9. Juni gibt die Tourenwagenserie des ADAC in den Bergen der Steiermark auf dem Red Bull Ring Vollgas. Fans dürfen sich erneut auf 350 PS starke Tourenwagen der Marken Audi, Cupra, Honda, Hyundai, Opel und VW freuen. Es ist das Heimspiel für das Meisterteam HP Racing International mit den beiden Fahrern Harald Proczyk (43) und Lukas Niedertscheider (24) - zudem feiert WTCR-Champion Gabriele Tarquini (57, Italien) als Gaststarter im VIP-Auto des Hyundai Team Engstler sein Debüt in der ADAC TCR Germany. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV. Online sind die Läufe im Livestream auf SPORT1.de und adac.de/motorsport sowie auf dem Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac zu sehen. 
Harald Proczyk vor Max Hesse 
Foto: Jens Hawrda
Allen voran Harald Proczyk fiebert den beiden Rennen am Samstag (17.15 Uhr) und Sonntag (14.40 Uhr) entgegen. "Hier hat alles angefangen, hier habe ich viele Jahre verbracht. Es ist immer schön, hier auf dieser Strecke zu fahren", sagt der Titelverteidiger, der in Knittelfeld ganz in der Nähe des Rings zur Welt gekommen ist. An diesem Wochenende gönnt sich Proczyk den Luxus, die Nächte zu Hause zu verbringen. "Ich wohne knapp fünf Kilometer entfernt, das ist natürlich schon besonders", sagt er. Im vergangenen Jahr legte der Routinier mit einem Sieg auf dem Red Bull Ring den Grundstein für seinen späteren Triumph in der Meisterschaft. Doch in dieser Saison sind die Vorzeichen andere - Proczyk ist nun nicht mehr Herausforderer, sondern Gejagter. Zudem sieht er nach seinem Wechsel vom Opel Astra TCR zum Hyundai i30 N TCR weiterhin Luft nach oben. 

"Gerade bei den Longruns müssen wir uns noch steigern. Dass wir eine schnelle Runde hinbekommen, das haben wir jetzt schon bewiesen", sagt Proczyk, der sowohl in Oschersleben als auch in Most im Qualifying die Pole Position eingefahren hatte: "Aber jetzt müssen wir versuchen, dass wir unsere Performance auch mal über die Distanz abrufen und auf die Strecke bekommen. Dann wäre ich zufrieden - unabhängig von den Ergebnissen." 
Mike Halder vor Max  Hesse
Foto: Jens Hawrda
In der Gesamtwertung liegt Proczyk mit 115 Punkten auf Rang vier, Tabellenführer Mike Halder (23, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) hat 152 Zähler auf dem Konto und ist extrem gut in Form. Der Honda Civic TCR-Fahrer hat zwei der bislang vier Saisonrennen gewonnen, dazu kommen ein zweiter und ein vierter Platz. "Der Titel ist das Ziel in diesem Jahr, aber wir gehen Schritt für Schritt", sagt Halder, der im vierten Jahr in der ADAC TCR Germany fährt und auf dem Red Bull Ring noch ohne Sieg ist: "Es sind noch immer viele Rennen zu fahren!" 

Auf den Plätzen zwei und drei der Gesamtwertung liegen der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Max Hesse (17, Wernau, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR und Antti Buri (30, Finnland, LMS Racing) im Audi RS3 LMS. Hinter dem Spitzenquartett kommt bereits der erste Junior: Auf Rang fünf liegt Bradley Burns (17, Großbritannien, Pyro Motorsport), der derzeit die Honda Junior Challenge anführt. Der Sieger dieser Wertung erhält am Ende des Jahres einen neuen Honda Civic. 

In der Starterliste an diesem Wochenende findet sich auch ein prominenter Name. "Eine echte Legende", wie Titelverteidiger Proczyk sagt: Gabriele Tarquini, Ex-Formel-1-Fahrer und aktueller Champion des FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR, wird für das Hyundai Team Engstler im VIP-Auto starten. "Die Rennen sind sehr spannend und toll anzusehen, da das Niveau der Piloten sehr hoch ist", sagt der 57 Jahre alte Italiener. "Ich freue mich, nach der STW-Saison 1999 wieder in einer deutschen Rennserie zu starten." 

Ein echtes Highlight - nicht nur für die Fans der Serie. "Es ist schon beeindruckend, wie fit er mit seinen 57 Jahren ist. Da kann man nur den Hut ziehen", sagt Proczyk über den WTCR-Champion Tarquini und fügt lächelnd an: "Neben ihm könnte ich mich ja fast nochmal in der Junior-Wertung anmelden. Ich wünsche ihm noch viele Jahre auf Top-Niveau. Für die Serie selbst ist es eine tolle Sache, einen solchen Fahrer dabei zu haben." 

MotoGP-Star Andrea Dovizioso vor DTM-Debüt

  • DTM in Italien mit prominentem Gastfahrer im Audi RS 5 DTM
  • Audi nach zwei Siegen Spitzenreiter der Herstellerwertung
  • Streckenverlauf in Misano verspricht spektakuläres Racing
 Andrea Dovizioso / Ducati Panigale V4 R, Audi RS 5 DTM
Copyright: Audi Communications Motorsport / Malte Christian

Für Motorsport-Fans lohnt sich am Pfingstwochenende ein Ausflug zur DTM nach Italien gleich doppelt: Der Misano World Circuit Marco Simoncelli bei Rimini bot schon im Vorjahr zwei besonders spektakuläre DTM-Rennen. Zudem wagt MotoGP-Star Andrea Dovizioso mit einem Audi RS 5 DTM einen Gasteinsatz in der DTM (Samstag und Sonntag jeweils ab 13 Uhr live auf SAT.1).

Der Ducati-Werksfahrer hat sich im Simulator und mit einem zweitägigen Test in Misano auf das DTM-Abenteuer vorbereitet. „Es ist eine völlig neue Erfahrung für mich“, sagt der Italiener. „Der Audi RS 5 DTM hat jede Menge Power und viel Abtrieb, den man in den schnellen Kurven spürt. Die Linie ist völlig anders als mit dem Motorrad und es ist schwierig, das Limit zu finden. Ich freue mich sehr auf das Wochenende und möchte es einfach nur genießen – ganz ohne Erwartungen, denn das Level in dieser Meisterschaft ist extrem hoch.“

„Man darf sehr gespannt sein, wie sich Andrea in der DTM schlägt“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Er hat beim Testen sehr methodisches und fokussiertes Vorgehen gezeigt. Aber wir wissen natürlich, wie hart die DTM gerade in diesem Jahr mit den neuen Turboautos ist. Deshalb darf die Erwartungshaltung nicht zu hoch sein. Es ist eine tolle Sache für Audi und die Motorsport-Fans, dass Andrea trotz seines vollen Terminkalenders in der DTM antritt.“

Dovizioso startet in Misano mit der Nummer 34 in den Farben von Ducati für das WRT Team Audi Sport. Als Coach zur Seite steht ihm der langjährige Audi-Werksfahrer und zweimalige DTM-Champion Mattias Ekström, der dem MotoGP-Star schon bei den Testfahrten wertvolle Tipps gab.

Auf der 4,226 Kilometer langen Rennstrecke an der Adriaküste absolvierte die DTM im vergangenen Jahr zwei spektakuläre Nachtrennen mit vielen Überholmanövern. Dieses Mal starten beide Rennen zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr bei Tageslicht.

„Letztes Jahr war das Racing richtig gut“, sagt Loïc Duval, der 2018 in Misano seine erste Pole-Position in der DTM holte. „Das Layout der Strecke ist cool. Es gibt verschiedene Linien, was dazu geführt hat, dass viel nebeneinander gefahren und überholt wurde. Und in den mittelschnellen und schnellen Kurven fühlt man so richtig die Power und den Grip unserer Autos.“

Genau wie seine Fahrerkollegen freut sich Duval auf das DTM-Debüt von Andrea Dovizioso. „Ich bin ein großer MotoGP-Fan. Die Rennen sind toll, extrem eng. Ich bin immer wieder beeindruckt, wozu die Fahrer fähig sind. Sie gehen ein hohes Risiko ein und haben eine unglaubliche Kontrolle über ihre Maschinen.“

Auch die neuen DTM-Autos mit ihren über 610 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotoren sind nicht leicht zu beherrschen. Bis zu 270 km/h schnell ist der Audi RS 5 DTM in Misano. Als besonders anspruchsvoll gilt die lang gezogene Rechtskurve am Ende der Gegengeraden. „Da fährt man absolut am Limit, ehe man die folgende Spitzkehre anbremsen muss“, beschreibt Duval. „Das Auto ist dort sehr unruhig.“

Im vergangenen Jahr holten Robin Frijns am Samstag – mit einem spektakulären Überholmanöver zwei Kurven vor dem Ziel – und René Rast am Sonntag einen zweiten und einen dritten Platz für Audi Sport. In dieser Saison haben die Audi-Piloten in den ersten vier DTM-Rennen neun von zwölf möglichen Podiumsplatzierungen erzielt. Audi ist Spitzenreiter der Markenwertung und René Rast mit zwei Siegen der bisher erfolgreichste Fahrer der neuen Turbo-Ära. Ihm fehlen vor Misano nur fünf Punkte zur Tabellenspitze. Das Audi Sport Team Rosberg führt die Teamwertung an.

Tickets und Fan Packages für die DTM in Misano sind online unter www.audi.com/dtm erhältlich. Für alle Besucher kostenlos ist ein Besuch der Audi Thrill Zone. Der Treffpunkt im DTM Fan Village bietet virtuelle Rennen, Autogrammstunden, Interviews und viele andere Fanaktionen.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Lucas Auer führt österreichisches Quintett am Red Bull Ring an

  • Ex-DTM-Pilot gibt im Zakspeed-Mercedes-AMG Comeback im ADAC GT Masters
  • Fünf Lokalmatadore wollen österreichische Durststrecke beim Heimspiel beenden
  • Vier der aktuellen Piloten aus dem Alpenland waren im ADAC GT Masters schon siegreich

Lucas Auer startet in der ADAC-GT-Masters am Red Bull Ring
Foto: ADAC-Motorsport / Gruppe C GmbH
Seit 2011 haben die österreichischen Piloten beim ADAC GT Masters-Heimspiel auf dem Red Bull Ring nicht mehr gewonnen. Am kommenden Pfingstwochenende (7.–9. Juni) wollen die fünf Lokalmatadore beim dritten Saisonlauf der „Liga der Supersportwagen“ diese Durststrecke endlich beenden. Verstärkt wird das Aufgebot der Alpenländer von Ex-DTM-Pilot Lucas Auer (24/A), der im Mercedes-AMG GT3 vom Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing in der Steiermark ein Comeback in der Serie feiert. SPORT1 überträgt die Rennen jeweils live und in voller Länge. Der Durchgang am Samstag startet um 14.45 Uhr, Sonntag beginnt das Rennen wie gewohnt um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Auer, der in diesem Jahr als Red-Bull-Junior in der japanischen Super Formula startet und von 2015 bis 2018 in der DTM antrat, gab vor zwei Jahren auf dem Red Bull Ring seinen Einstand im ADAC GT Masters. Bei seinem nächsten Einsatz auf dem Nürburgring gelang ihm bereits ein Sieg. Am Red Bull Ring vertritt er Stammpilot Jeroen Bleekemolen (37/NL), der an den 24 Stunden von Le Mans teilnimmt, und pilotiert zusammen mit Jimmy Eriksson (28/S) das Fahrzeug mit der Startnummer 21. „Als die Anfrage aus Deutschland kam, musste ich nicht lange überlegen. Die Details waren schnell geklärt“, sagt Auer. „Jetzt freue ich mich einfach nur auf dieses Wochenende. Denn am Beginn des Jahres hätte ich mir nicht vorstellen können, dass ich heuer zu einem Heimrennen komme.“ Ebenfalls für das Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing startet ADAC GT Masters-Neuling Mick Wishofer (19/A). Der Youngster aus Wien, der sich im zweiten Auto des Traditionsrennstalls mit Kelvin Snoeks (31/NL) abwechselt, fuhr im vergangenen Jahr bereits in der ADAC Formel 4 in Spielberg auf das Podest. Nach viel Pech an den ersten beiden Rennwochenenden ist Wishofer zuversichtlich. Einen Erfahrungsnachteil sieht er nicht: „Wir sind gut vorbereitet und waren schon auf dem Red Bull Ring testen. Wir werden alles geben, um ein gutes Resultat einzufahren. Ich kenne die Strecke bereits aus zwei Saisons in der ADAC Formel 4 und habe daher dort schon genügend Kilometer absolviert. Wir werden auf jeden Fall spannendes Racing erleben. Ich freue mich darauf, an diesem Wochenende Lucas Auer als Teamkollegen zu haben. Ich denke, ich kann sicher von ihm noch etwas lernen.“

Mit guten Chancen treten auch die beiden österreichischen Porsche-Piloten bei ihrem Heimspiel an. Für Furore sorgte bereits beim Saisonauftakt in Oschersleben Neueinsteiger Thomas Preining (20/A, Precote Herberth Motorsport). Dem Linzer gelang zusammen mit Titelverteidiger Robert Renauer im neuen Porsche 911 GT3 R auf Anhieb ein Sieg in der „Liga der Supersportwagen“. „Mein erstes Heimspiel im ADAC GT Masters ist natürlich etwas Besonderes“, sagt Preining, der 2016 in Spielberg ein Rennen der ADAC Formel 4 gewann. „Wir wollen ordentlich Punkte sammeln, aber es ist schwierig vorherzusagen, wo wir liegen werden. Auch wenn der Kurs nur acht Kurven hat, ist der Red Bull Ring sehr anspruchsvoll. Es kommt auf jedes Detail an, denn die Zeitenabstände sind immer sehr gering. Einen Fehler darf man sich daher nicht erlauben.“ Markenkollege Klaus Bachler (27/A, Küs Team75 Bernhard), der sich den Neunelfer mit Le-Mans-Sieger Timo Bernhard (38/Homburg/Saar) teilt, hat von den fünf Österreichern die kürzeste Anreise. „Ich bin Heimschläfer, da mein Heimatort Unzmarkt nur knapp 25 Minuten vom Red Bull Ring entfernt liegt. Die Rennen sind definitiv für mich einer der Höhepunkte der Saison. Ich freue mich riesig darauf. Ich denke, unser Auto passt ganz gut zum Red Bull Ring, deswegen sollten wir gute Chancen haben. Die Strecke schaut einfach aus, hat aber viele verschiedene Charakteristiken. Daher sind dort die Bremsen, die Aerodynamik und mechanischer Grip gefordert. Es kann in Spielberg auch immer mal regnen, aber der neue Porsche fühlt sich im Nassen gut an. Er ist in verschiedenen Situationen sehr konstant.“ 

Seinen Aufwärtstrend fortsetzen will Max Hofer (20/A), der sich 2019 erstmals bei Montaplast by Land-Motorsport mit Ex-Champion Christopher Mies (30/Heiligenhaus) in einem Fahrzeug abwechselt. Zuletzt in Most schaffte das Duo seinen ersten Podestplatz der Saison. „Die Rennen auf dem Red Bull Ring sind immer etwas Besonderes. Ich freue mich immer wieder darauf, vor heimischen Fans zu fahren. Für mich ist das ADAC GT Masters die stärkste Serie im GT3-Sport. Die Fans werden packende Zweikämpfe erleben.“ 

Dienstag, 4. Juni 2019

Weltmeister Tarquini startet in der ADAC TCR Germany

  • Der Italiener steuert auf dem Red Bull Ring das VIP Auto des Hyundai Team Engstler
  • Ex-Formel-1-Pilot Tarquini: "Freue mich, wieder in einer deutschen Serie zu starten"
  • Mit 57 Jahren noch Weltspitze: "Leidenschaft für den Motorsport hat nie nachgelassen"
Gabriele Tarquini startet für das Hyundai Team Engstler am Red Bull Ring
Foto: ADAC-Motorsport

Prominenter Gaststarter in der ADAC TCR Germany: Beim dritten Rennwochenende der Tourenwagenserie des ADAC auf dem Red Bull Ring (7. bis 9. Juni) wird Gabriele Tarquini, 2018 Champion des FIA Tourenwagen-Weltcup WTCR, an den Start gehen. Der Italiener steuert das VIP Auto des Hyundai Team Engstler und freut sich auf sein Debüt im Hyundai i30 N TCR in der deutschen Serie. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV. Online sind die Läufe im Livestream auf SPORT1.de und adac.de/motorsport sowie auf dem Facebook-Kanal der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac zu sehen. 

"Ich habe im vergangenen Jahr viele Rennen im Fernsehen gesehen, insbesondere nach dem Einstieg von Hyundai", sagt Tarquini, der an der Entwicklung des Hyundai i30 N TCR eng beteiligt war: "Die Rennen sind sehr spannend und toll anzusehen, da das Niveau der Piloten sehr hoch ist. Ich freue mich, nach der STW-Saison 1999 wieder in einer deutschen Rennserie zu starten." 

Tarquini ist schon seit Jahrzehnten im Motorsport aktiv, der 57-Jährige denkt aber längst noch nicht ans Aufhören. Der Motorsport steht im Mittelpunkt - entsprechend professionell bereitet sich der Italiener vor. Er beteiligt sich an der Abstimmung des Autos und treibt viel Sport, um auch körperlich mit den meist deutlich jüngeren Konkurrenten mithalten zu können. Ein Geheimnis habe er aber nicht, versichert Tarquini lachend. "Meine große Leidenschaft für den Motorsport hat nie nachgelassen, und deshalb fühle ich auch durch mein Alter hinter dem Lenkrad kein Handicap", sagt er. 

Vielmehr sei sein Alter in gewisser Hinsicht sogar ein Vorteil, denn "meine große Erfahrung hilft mir beim Abstimmen des Fahrzeugs und dabei, die Rennen zu managen", sagt er. "Ich weiß, dass meine Karriere eines Tages zu Ende sein wird, aber ich hoffe, der Zeitpunkt ist noch möglichst weit entfernt." 

Tarquini fuhr unter anderem in der Formel 1, startete aber allen voran in den TCR-Klassen beeindruckend durch. 2018 sicherte er sich den Titel in der WTCR, in diesem Jahr belegt er nach vier von zehn Rennwochenenden den siebten Platz und hat bereits zwei Laufsiege gefeiert. Und das stets im Hyundai i30 N TCR. "Ich bin in das Projekt seit der ersten Runde auf einer Rennstrecke - im April 2017 in Aragón - involviert", sagt der Italiener: "Seitdem haben wir nicht aufgehört, das Auto weiterzuentwickeln." 

"Ich war 2017 in der TCR International in China der Fahrer, der mit dem i30 N TCR den ersten Sieg eingefahren hat. Im vergangenen Jahr habe ich die FIA WTCR gewonnen", erzählt Tarquini: "Ich fühle mich in diesem Rennwagen einfach zu Hause." Die Fans der ADAC TCR Germany können sich davon am Wochenende ein Bild machen. 

Montag, 3. Juni 2019

Das ADAC GT Masters am Red Bull Ring: Highspeed in den Alpen

  • Audi-Fahrer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde reisen als Tabellenführer an
  • Rekordgewinner Corvette will nach bereits zwei Saisonsiegen in Spielberg nachlegen
  • Starkes österreichisches Aufgebot mit guten Chancen
Foto: Jens Hawrda

Das ADAC GT Masters macht am kommenden Wochenende (7.-9. Juni) Station auf der schnellsten Strecke des Jahres. Auf dem Red Bull Ring treten die 31 Supersportwagen zum dritten Lauf des Jahres an. Die Audi-Piloten Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing) reisen zwar als Gesamtführende nach Österreich, doch die Konkurrenz will dem Duo die Spitzenposition streitig machen. Dazu gehört auch ein starkes Aufgebot an österreichischen Fahrern und Teams, das vor heimischem Publikum glänzen will. SPORT1 überträgt die Rennen jeweils live und in voller Länge. Der Durchgang am Samstag startet um 14.45 Uhr, Sonntag beginnt das Rennen wie gewohnt um 13.00 Uhr. Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

Das Duo Niederhauser und Ex-Champion van der Linde übernahm dank seines Sieges im Samstagsrennen des vergangenen Laufs in Most erstmals die Tabellenführung. Nun steht jedoch mit dem schnellen Red Bull Ring ein Kurs an, auf dem Audi im ADAC GT Masters bisher noch nicht gewonnen hat. Niederhauser: "Ich mag die Strecke sehr. Die Umgebung erinnert mich an mein Heimatland Schweiz und deswegen fühle ich mich heimisch. Der Kurs liegt dem Audi leider nicht so gut, aber wir werden alles geben. Die Top 10 sollten auf jeden Fall drin sein. Das Ziel ist, viele Punkte zu sammeln und möglichst die Tabellenführung zu verteidigen." 

Ebenfalls schon einmal 2019 siegreich war Lokalmatador Thomas Preining (20/A, Precote Herberth Motorsport), der die österreichischen Piloten anführt. Zusammen mit Titelverteidiger Robert Renauer (34/Jedenhofen) feierte der Porsche-Junior aus Linz einen sensationellen Einstand im ADAC GT Masters, als er das Sonntagsrennen beim Auftakt in Oschersleben gewann. Einen weiteren Neunelfer pilotiert sein Landsmann Klaus Bachler (27/A, Küs Team75 Bernhard). "Ich freue mich extrem auf das Heimspiel", so der Unzmarkter. "Ich denke, dass unser Auto zum Red Bull Ring passt, daher haben wir aussichtsreiche Chancen. Wichtig sind hier gute Bremsen, eine gute Aerodynamik, aber in den engen Ecken auch eine gute Traktion und mechanischer Grip." Zwei Audi-Piloten zählen ebenfalls zum Aufgebot der Alpenrepublik: Max Hofer (20/A, Montaplast by Land-Motorsport) und Simon Reicher (19/A, T3 Motorsport). Komplettiert wird das österreichische Kontingent von ADAC-Formel-4-Aufsteiger Mick Wishofer (19/A, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) im Mercedes-AMG. 

Die kürzeste Anreise zum Red Bull Ring hat jedoch die Mannschaft von Orange1 by GRT Grasser, deren Teamsitz nur einen Steinwurf entfernt in Knittelfeld beheimatet ist. Gleich drei Lamborghini Huracán GT3 Evo bringt die Mannschaft, die bereits 2015 und 2017 auf dem Red Bull Ring siegte und im vergangenen Jahr im verregneten Sonntagsrennen nur knapp an einem weiteren Triumph vorbeischrammte, an den Start. 2019 erzielte das Team bereits zwei Pole-Positions, der erste Sieg steht jedoch noch aus. Nun will der Rennstall von Gottfried Grasser, der aktuell Rang zwei der Team-Wertung belegt, nachlegen. Auf ein gutes Ergebnis hofft auch Ferrari-Pilot Sebastian Asch (32/Ammerbuch), der zusammen mit Luca Ludwig (30/Alfter) den Ferrari 488 GT3 von HB Racing, dem zweiten österreichischen Team im Feld, pilotiert: "Es ist das Heimspiel meines Teams und natürlich würde ich ihnen gerne dort ein Podium bescheren. Wir müssen sehen, wie wir auf der Strecke zurechtkommen. Sie hat einen sehr hohen Topspeed-Anteil, weshalb andere Autos wohl eher im Vorteil sind. Andererseits ist Luca vergangenes Jahr im Sonntagsqualifying auf Platz zwei gefahren, also sieht es vielleicht gar nicht so schlecht aus. Die Strecke selbst gefällt mir auf jeden Fall sehr gut und liegt mir auch. 2015 haben Luca und ich dort unseren ersten gemeinsamen Podiumsplatz im ADAC GT Masters eingefahren und sind später Meister geworden. Das ist doch ein gutes Omen für das Rennen in diesem Jahr." 

Zu den Favoriten zählen in der Steiermark die beiden Corvette C7 GT3-R, die wie das Vorgängermodell Z06.R GT3 bereits vier Mal auf dem Alpenkurs gewonnen hat. 2018 triumphierte der US-Sportwagen von Callaway Competition in beiden Rennen - einer der damaligen Piloten: Marvin Kirchhöfer (25/Luzern), der sich die Corvette in diesem Jahr erstmals mit Markus Pommer (28/Neckarsulm) teilt. Das auf dem zweiten Gesamtrang liegende Duo legte ebenfalls einen vielversprechenden Saisonstart hin und holte in den ersten vier Rennen zwei Siege. "Ich denke, es wird in diesem Jahr für uns schwieriger", so Kirchhöfer. "Daher wäre ich mit zwei Top-3-Ergebnissen sehr zufrieden. Der Red Bull Ring ist auf jeden Fall eine meiner bevorzugten Strecken. Wichtig ist dort eine gute Fahrzeugbalance, denn die Kurven sind sehr unterschiedlich. Die Kurven 3 und 4 sind sehr langsam. Dort sind daher gute Bremsen wichtig. Die Sektoren zwei und drei sind dagegen flüssig und schnell. Hier spielt die Aerodynamik eine wichtige Rolle. Power kann auf dem Red Bull Ring natürlich auch nicht schaden." 

Mit der ADAC GT4 Germany, der ADAC TCR Germany, der ADAC Formel 4 sowie dem Porsche Carrera Cup Deutschland erleben die Zuschauer in Spielberg umfangreiche Motorsportaction. Beim Pitwalk (Samstag, 11.00-11.30 Uhr und Sonntag, 10.35-11.20 Uhr) können die Fans in der Boxengasse hinter die Kulissen des ADAC GT Masters blicken. Autogrammjäger dürfen sich aber auch auf das Meet the Drivers vor der ADAC Hospitality im Fahrerlager (Samstag, ab 17.20 Uhr) freuen.