Samstag, 22. September 2018

Opel-Pilot Proczyk siegt in Hockenheim und übernimmt Tabellenführung

  • Proczyk geht mit vier Punkten Vorsprung auf Engstler ins letzte Saisonrennen
  • Langeveld folgt mit 22 Punkten Rückstand, Halder ohne Chance auf den Titel
  • Hesse baut Führung in der Honda Rookie Challenge aus 

Das Podium vom Samstagsrennen am Hockenheimring
Foto: ADAC-Motorsport

Opel-Pilot Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International) hat das vorletzte Saisonrennen der ADAC TCR Germany in Hockenheim gewonnen und damit die Führung in der Meisterschaft übernommen. Der Pole-Setter setzte sich bei besten Bedingungen vor Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic TCR und Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) im Hyundai i30 N TCR durch.

"Ich hatte heute schlicht das schnellste Auto, ich musste nur fahren. Es ist kein Zufall, dass der Opel hier gut geht. Wir haben schon im vergangenen Jahr einen Sieg hier geholt, da hat alles angefangen", sagte Proczyk: "Was im Rennen am Sonntag passiert, kann man nicht vorhersagen. Wenn man alleine vorne fährt, ist alles wunderbar. Aber wenn man irgendwo mittendrin ist, geht nachher gar nichts mehr. Es kann alles passieren."

Im letzten Rennen der Saison am Sonntag (ab 14.50 Uhr) fällt die Entscheidung in der umkämpften dritten Saison der ADAC TCR Germany. Proczyk geht mit vier Punkten Vorsprung auf Engstler in den abschließenden Lauf. Audi-Pilot Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) lauert mit 22 Punkten Rückstand auf seine Chance, Mike Halder hat dagegen angesichts eines Rückstands von 63 Zählern keine Möglichkeit mehr auf den Meistertitel.

Vierter wurde Audi-Pilot Langeveld vor Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) im VW Golf GTI TCR, Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport) im Cupra TCR, Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler), Lukas Niedertscheider (23, Österreich, Niedertscheider Motorsport) im Peugeot 308 TCR und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance), der als Neunter bester Rookie wurde. Niko Kankkunen (19, Finnland, Team Engstler Europe) komplettierte die Top Ten.

Hesse baute damit die Führung in der Honda Rookie Challenge weiter aus. Er hat nun 91,5 Punkte auf dem Konto, sein Verfolger Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing International) folgt mit 84 Zählern. Einer der beiden 17-Jährigen wird die Nachwuchswertung der ADAC TCR Germany somit gewinnen und kann sich auf einen neuen Honda Civic freuen. Auch in der Honda Rookie Challenge fällt die Entscheidung am Sonntag, Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) hat als Dritte mit 73,5 Punkten keine Chance mehr auf den Titel.

Proczyk wehrt Angriffe ab und zieht davon - intensive Verfolgerduelle

Beim Start verlor Proczyk zunächst die Führung an Engstler, doch noch vor Ende der ersten Runde zog der Opel-Pilot auf der langen Gerade wieder vorbei. Auch Honda-Pilot Halder setzte Engstler unter Druck, der sich zwar hartnäckig, aber letztlich ohne Erfolg wehrte. Die Duelle seiner Verfolger spielten Proczyk in die Karten, der Österreicher baute seinen Vorsprung so kontinuierlich aus. Unterdessen hatte sich auch Niels Langeveld von Startplatz sechs auf vier nach vorne gearbeitet. Im Audi RS3 LMS versuchte er fortan, an Engstler vorbeizukommen.

In den folgenden Runden blieb das Bild unverändert: Proczyk bestimmte das Tempo, Halder folgte mit etwas Abstand. Dahinter lieferten sich Engstler und Langeveld als erste Verfolger intensive Duelle. Das Feld rückte erst wieder eng zusammen, als Jasmin Preisigs (26, Schweiz, Steibel Motorsport) Opel Astra TCR bei noch 15 Minuten Renndauer ausrollte und das Safety Car auf die Strecke kam. Beim Restart lauerten Proczyks Verfolger auf ihre Chance, doch der Österreicher setzte sich schnell wieder ab.

"Das hat perfekt funktioniert, so konnte ich mich immer wieder absetzen und bin gar nicht erst in die gefährliche Zone bei meinen Verfolgern gekommen. Das war auch wichtig, weil der Honda und speziell auch der Hyundai in den Kurven schon sehr, sehr gut gingen", sagte Proczyk, der auch eine weitere Safety-Car-Phase nach einem Kontakt zwischen Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) und Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport) unbeschadet überstand und am Ende ausgelassen über seinen dritten Saisonsieg jubelte.

Anders erging es Engstler, der sich bis zur Ziellinie gegen die Angriffe Langevelds verteidigen musste. Zwischenzeitlich fand der Niederländer im Audi einen Weg vorbei, doch Engstler konterte im Hyundai und rettete seinen dritten Platz letztlich nervenstark.

Im letzten Saisonrennen am Sonntag hat Langeveld die beste Startposition. Er geht von Rang drei ins Rennen, Proczyk als Zehnter und Engstler als 19. müssen dagegen aufholen. Engstler hatte im Samstagsrennen seine dritte Verwarnung in dieser Saison erhalten, dies hat laut Regelwerk eine Rückversetzung von zehn Startplätzen zur Folge. Von der Pole Position startet Cupra-Pilot Oliver Holdener (22, Schweiz, Wolf-Power Racing) als Zehnter des Qualifyings. Im Sonntagsrennen startet die Top Ten des Zeittrainings in umgekehrter Reihenfolge. SPORT1 überträgt die Entscheidung live im TV und als Stream auf www.SPORT1.de. Das Rennen ist zudem im Livestream auf adac.de/motorsport, der Facebook-Seite der ADAC TCR Germany und unter youtube.com/adac mit deutschem und englischem Kommentar zu sehen.


Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Luca Engstler (Dritter, Hyundai Team Engstler): "Ich habe gekämpft und war komplett am Limit. Mehr wäre nicht möglich gewesen, das ist frustrierend. In den Sektoren mit den Kurven war ich der Schnellste - auf der Geraden aber habe ich sechs Zehntel verloren. Das tut weh, aber so ist es. Damit musste jeder schon kämpfen, wir müssen jetzt hart arbeiten, und dann werden wir sehen, was passiert. Dann hoffen wir, dass es reicht. Vielleicht haben wir ein Regenrennen, und dann sieht alles ganz anders aus. Aufgeben kommt nicht in Frage. Ich kämpfe bis zum letzten Meter, bis ich die Checkered Flag sehe. Und wenn es dann nicht reichen sollte, dann braucht sich niemand bei uns etwas vorzuwerfen."

Max Hesse (bester Rookie, Prosport Performance): "Im Moment sieht's ganz gut aus für uns. Der Start war sehr gut, danach ging es eigentlich nur darum, meine Position zu halten und zu schauen, was machen die anderen. Ich bin dann auch ganz wenig Risiko eingegangen. Nach der Safety-Car-Phase gab es ein paar Rempeleien, aus denen ich mich versucht habe herauszuhalten. Es war einfach nicht nötig Risiko einzugehen, weil es egal war, ob ich Achter, Neunter oder Zehnter werde. Jetzt hier ganz oben zu stehen, war das Wichtigste - und die Punkte mitzunehmen. Der Vorsprung beträgt 7,5 Punkte, ich muss nur vor Luke landen und das Ding nach Hause bringen."

DTM: Daniel Juncadella holt seine dritte Pole dieses Jahr

Die drei Schnellsten des Qualifyings
Daniel Juncadella fuhr auf dem Red Bull Ring seine dritte Pole-Position dieser Saison heraus. Der Mercedes-AMG-Pilot war bei schwierigen Bedingungen zum rechten Zeitpunkt auf der Strecke und distanzierte die gesamte DTM-Konkurrenz. „Das ist ein sehr schönes Gefühl. Die dritte Pole der Saison, meine erste im Regen. Ich hatte eine wirklich gute Runde. Es ist toll auf dieser Strecke auf Startplatz eins zu stehen, nachdem ich am Nürburgring zuletzt ein schwieriges Wochenende hatte“, sagte Juncadella. Aufgrund der irregulären Bedingungen musste das Qualifying bereits nach fünf Minuten unterbrochen werden, der Kurs war aufgrund der Regenfälle und der starken Gischt kurzzeitig nicht befahrbar. Nach wenigen Minuten Unterbrechung konnte die Zeitenjagd aber fortgesetzt werden. 

Mit Timo Glock und Mike Rockenfeller fuhren Piloten der anderen beiden Hersteller auf die Plätze zwei und drei. Für BMW-Pilot Glock waren es die ersten Punkte im Qualifying seit dem Saisonauftakt in Hockenheim. „Meine Bilanz im nassen ist generell nicht so schlecht. Heute morgen habe ich mich im Auto schon wohlgefühlt. Mit Platz zwei bin ich zufrieden. In Turn eins habe ich am Ausgang die weiße Linie erwischt, das hat mich definitiv das Zehntel zu Platz eins gekostet. Bei den Bedingungen hat aber keiner eine perfekte Runde hinbekommen. Gestern haben wir noch bei 25 Grad in der Sonne gelegen. Heute könnte sich das im Rennen so ausgehen wie in Misano. Es geht im Nassen los und wir fahren ins Trockene rein“, sagte Glock.

Audi-Pilot Rockenfeller sammelte sogar den ersten Punkt im Qualifying in 2018 ein. „Ich bin froh. Wir waren in der Lage, um die Pole-Position zu kämpfen. Bei den Bedingungen brauchst du ein bisschen Glück. Am Ende war ich zur falschen Zeit auf der Strecke. Ich hatte zunächst viel Verkehr und in den letzten Minuten der Session hat es wieder stärker geregnet, so dass ich mich nicht mehr verbessern konnte“, sagte „Rocky“.

Die drei Führenden der Fahrerwertung landeten auf den Plätzen vier, Paul Di Resta, acht, René Rast und neun, Gary Paffett. Nach der dritten Verwarnung der Saison werden Audi-Pilot Robin Frijns und Mercedes-AMG-Pilot Pascal Wehrlein in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt. Frijns ist nun 13. und Wehrlein startet von Position 18. Gaststarter Sébastien Ogier startet im Mercedes-AMG vom Ende des Feldes. Der Rennstart für das erste Rennen in der Steiermark ist um 13:30 Uhr.

DTM: Wittmann (BMW) im zweiten Freien Training Schnellster

Marco Wittman
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann (BMW) war im zweiten Freien Training am Samstagmorgen auf regennasser Streckeder Schnellste am Red Bull Ring. Platz zwei belegte Robin Frijns. Hinter dem Audi-Pilot wurde Timo Glock (BMW) Dritter. Der Führende der Fahrerwertung, Gary Paffett, wurde Sechster hinter den Audi-Piloten René Rast und Mike Rockenfeller. Mercedes-Gaststarter Sébastien Ogier hatte bei schwierigen Wetterverhältnissen als 19. und Letzter 2,132 Sekunden Rückstand auf den Ersten. 

„Es lief gut. Ich bin das erste Mal hier in Spielberg auf nasser Strecke gefahren. Als ich zuletzt im Regen gefahren bin, hatte ich Probleme. Jetzt bin ich zurück in der Spur. Warten wir mal das Qualifying ab“, sagte Rookie Frijns. 

Im ersten Qualifying geht es ab 10:35 Uhr um die besten Startplätze für das erste Rennen in der Steiermark, der Rennstart ist um 13:30 Uhr.

Freitag, 21. September 2018

DTM Spielberg: Auer legt vor

Lucas Auer (Mercedes) Schnellster im ersten Freien Training
Foto: Mercedes-Motorsport
Das erste Freie Training am heutigen Freitag auf dem Red Bull Ring wurde von Audi und Mercedes bestimmt. Beide Marken stellten am Ende des Tages vier Fahrer in die Top-Ten. Lucas Auer (Mercedes) fuhr vor heimischer Kullisse die Tagesbestzeit er verwieß Jamie Green (Audi) auf Platz zwei. Dritter wurde Pascal Wehrlein. 


„Ich hatte ein schlechtes Jahr in der DTM. Deshalb experimentieren wir hier ein bisschen mit meinem Auto. Ich war froh, dass es trocken war, weil die letzten beiden Wochenenden war es nass, so dass wir nicht am Setup arbeiten konnten. Ich habe die Session genossen, das Auto war gut“, sagte Green, der derzeit Letzter der Fahrerwertung ist.


Das derzeit in der Fahrerwertung führende Trio beendete das erste Freie Training auf den Plätzen fünf (René Rast), sechs (Gary Paffett) und acht (Paul Di Resta). Bester BMW-Pilot war Augusto Farfus als Zwölfter. Gaststarter Sébastien Ogier beendete den Tag auf Position 17. 


Das zweite Freie Training in Österreich beginnt am Samstagmorgen um 8:30 Uhr. Im ersten Qualifying geht es ab 10:35 Uhr um die besten Startplätze für das erste Rennen.

ADAC GT-Masters: Van der Linde-Brüder legen beim Finale vor

  • Audi-Piloten mit Bestzeit im ersten Training des ADAC GT Masters-Saisonfinales
  • Mercedes-AMG und Lamborghini auf den weiteren Positionen
  • 15 Fahrer mit Titelchancen beim letzten Saisonlauf
Kelvin u. Sheldon van der Linde mit Bestzeit am Freitag
Foto: Jens Hawrda
Starkes Statement im Titelkampf von den aktuellen Tabellendritten Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) im ersten freien Training beim Finale in Hockenheim. Im Audi R8 setzten die Brüder im ersten freien Training die Bestzeit und lagen 0,254 Sekunden vor ihrem nächsten Verfolger. Die beiden Rennen des großen Finalwochenendes werden am Samstag (ab 14:30 Uhr) und Sonntag (ab 13:00 Uhr) von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. 

Die Brüder van der Linde beherrschten von Anfang an die 50-minütige Sitzung. Kelvin van der Linde setzte mit 1.40,074 Minuten bereits früh die erste Bestmarke, die bis in die Schlussminuten Bestand hatte. Zwar verloren die Titelkandidaten kurz vor Ende der Session zwischenzeitlich noch einmal den Spitzenplatz, doch dann erzielte Sheldon van der Linde mit 1.39,471 Minuten die endgültige Bestzeit. "Ich hatte bereits zu Beginn mit alten Reifen einen sehr guten Run", so Kelvin van der Linde. "Zum Schluss haben wir unsere Qualifying-Abstimmung für morgen ausprobiert, da es wohl im Lauf des Tages zu regnen beginnen soll. Wir sind gut vorbereitet. Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch zu tun, aber wir sind startklar für Samstag." 

0,254 Sekunden hinter den Audi-Fahrern fuhren Luca Stolz (23/Brachbach) und Sebastian Asch (32/Ammerbuch, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) im Mercedes-AMG auf den zweiten Rang vor Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) im schnellsten Lamborghini Huracán GT3. Die Top Fünf komplettierten Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek, beide Mann-Filter Team HTP) und Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport). 

Die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) kamen auf den 14. Rang, nachdem sie in den Tests am Donnerstag die Tagesbestzeit erzielt hatten. 

Fahrerwechsel bei AutoArenA Motorsport und im GRT Grasser Racing Team

Der achtmalige Rennsieger Dominik Baumann (25/A) gibt in Hockenheim sein Comeback im ADAC GT Masters. Der Österreicher pilotiert beim Finale neben Patrick Assenheimer (26/Heilbronn) den Mercedes-AMG von AutoArenA Motorsport. Auch beim GRT Grasser Racing Team gibt es beim letzten Saisonlauf ein neues Gesicht: der Niederländer Carlo van Dam (32/NL) gibt als Teamkollege von Ezequiel Perez Companc (24/RA) seinen Einstand in der "Liga der Supersportwagen". "Der Deal war sehr kurzfristig", so der ehemalige deutsche und japanische Formel-3-Meister. "Ich bin am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring gefahren und dann zurück nach Asien geflogen, wo ich lebe. Nachdem ich den Anruf vom Team bekommen hatte, hatte ich nur drei Stunden, um noch einen Flug zurück nach Europa zu bekommen. In Hockenheim bin ich das letzte Mal 2007 in der Formel 3 gefahren."