Mittwoch, 19. September 2018

DTM Spielberg am kommenden Wochenende

Am kommenden Wochenende (21.-23. September) reist die DTM zum vorletzten Rennwochenende der Saison ins idyllische Spielberg. Zum ersten Mal gastierte die Rennserie zwischen 2001 und 2003 in der Steiermark. Bei allen drei Rennen stand ein Mercedes-Fahrer ganz oben auf dem Podest. Bei der Premiere erzielte Bernd Schneider 2001 einen Hattrick mit Pole, Sieg und schnellster Rennrunde, 2002 und 2003 gab es sogar einen Vierfach- respektive Dreifachsieg. Seit der Rückkehr nach Spielberg im Jahr 2011 konnte das Team fünf Podestplätze einfahren, blieb in den vergangenen beiden Jahren jedoch ohne Podiumserlebnis. Das soll sich laut Teamchef Ulrich Fritz an diesem Wochenende ändern: „Die Motivation ist daher natürlich umso größer, dieses Manko in unserem letzten Jahr auszumerzen.“

Gaststarter Sebastian Ogier
Sebastian Ogier startet in Spielberg mit einer besonderen Lackierung am Fahrzeug
Bild: Mercedes-Motorsport
Im Rahmen des Rennwochenendes in Spielberg gibt der fünfmalige Rallye-Weltmeister Sébastien Ogier sein Debüt als Gaststarter in der DTM. Dabei nimmt Sébastien am Steuer eines ganz besonderen Mercedes-AMG C 63 DTM Platz: Auf seinem Auto sind schier unzählige Fotos aus der 30-jährigen DTM-Geschichte der Marke mit dem Stern abgebildet. Von Jubelbildern auf dem Podium über Fotos von Teammitgliedern bis hin zu Legenden wie Bernd Schneider und Klaus Ludwig - Sébastiens Auto ist DTM-Historie auf vier Rädern. Passend dazu ziert der Schriftzug „30 Jahre DTM“ die Motorhaube sowie das Dach des Rennwagens mit der Startnummer 17.

Neuer Drei-Jahres-Vertrag: Die DTM fährt weiter am Nürburgring

  • Wichtiger Baustein in unserer Zukunftsplanung“
  • Der Eifelkurs ist seit Beginn der DTM 1984 ununterbrochen im Kalender
  • Event-Konzept mit „Olé Party“ war erfolgreich
Foto: Jens Hawrda
Eine 34-jährige Erfolgsgeschichte wird fortgesetzt: Die DTM startet auch künftig auf dem Nürburgring. Die ITR GmbH, Dachorganisation der DTM, hat mit der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG einen neuen Drei-Jahres-Vertrag vereinbart. „Dieser Vertrag ist ein wichtiger Baustein in unserer Zukunftsplanung“, sagt Frederic Elsner, ITR Head of Operations & Event Programm Manager. „Wir setzen weiter auf diese kontinuierliche, erfolgreiche Zusammenarbeit. Der Nürburgring ist eine Rennstrecke mit großer Strahlkraft und perfekter Infrastruktur. Fahrer, Teams und auch wir als DTM-Dachorganisation sind stets sehr gerne in der Eifel zu Gast. Ohne diesen Traditionskurs wäre die DTM nur schwer vorstellbar.“

„Die DTM gehört einfach zum Nürburgring und wird auch in den kommenden drei Jahren ein festes Highlight in unserem Eventkalender sein“, freut sich Mirco Markfort, Geschäftsführer der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG über den neuen Vertrag. „Die Rennserie hat bewiesen, dass sie ein Event-Konzept hat, das auf die Bedürfnisse der Motorsport-Fans eingeht. Bausteine wie Fan Village, Pit View und Fan Terrace sowie die diesjährige Kombination mit der ‚Olé Party‘ in der Müllenbachschleife haben den Besuchern ein abwechslungsreiches Erlebnispaket geboten.“

Der Nürburgring ist und bleibt die legendärste Rennstrecke Deutschlands. Der Eifelkurs steht für Motorsport-Tradition pur. Seit der Gründung der Tourenwagenserie 1984 war die DTM in jedem Jahr für mindestens ein Rennen zu Gast. In den Jahren 1988, 89, 90, 92 und 93 fuhren die DTM-Boliden sogar in der „Grünen Hölle“. Vier Runden waren auf der anspruchsvollen Nordschleife zu absolvieren, zwei dieser Rennen gingen an einem Tag über die Bühne. Seit dem Jahr 2002 kämpfen die Fahrer auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke um Punkte und Pokale.

Vor etwas mehr als einer Woche war René Rast der „King of the Ring“. Der Audi-Pilot holte 56 Punkte – die maximal mögliche Punktzahl. Das gab es in der DTM seit Einführung des aktuellen Rennformats noch nie. Samstag und Sonntag sicherte sich der Champion Pole-Position und Sieg. Ein großer Erfolg war in diesem Jahr auch die Kooperation mit der „Olé Party“ in der Müllenbachschleife, die gleichzeitig offizielle „DTM After Race Party“ am Samstag mit freiem Eintritt für DTM-Ticketinhaber war. Das Event-Konzept der ITR ging voll auf. Die DTM ist „Laut. Nah. Dran.“ Mehr als 2.000 DTM-Besucher nutzten die Gelegenheit, mit ihrem DTM-Ticket bei der größten Open-Air-Party Deutschlands mit vielen Größen der Schlagerszene vorbeizuschauen.

Der genaue Renntermin für das kommende Jahr, sowie die zu fahrende Streckenvariante, werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die ITR steht in intensivem Kontakt mit bestehenden und potenziell neuen Veranstaltern. Die Veröffentlichung eines ersten Kalenderentwurfes ist für Oktober geplant.

Montag, 17. September 2018

So spannend wie noch nie: ADAC GT Masters-Showdown in Hockenheim

  • 15 Piloten von sechs Marken beim Finale mit Titelchancen
  • Auch Team-, Junior- und Trophy-Wertungen noch nicht entschieden
  • Ausblick auf die ADAC GT4 Germany im Fahrerlager
Action ist bei der ADAC GT-Masters-Serie garantiert
Foto: Jens Hawrda

15 Fahrer mit Supersportwagen von sechs Marken: Der Titelkampf im ADAC GT Masters war nie spannender als vor dem Finale in Hockenheim am kommenden Wochenende (21. bis 23. September). Fahrer von Audi, BMW, Corvette, Mercedes-AMG, Lamborghini und Porsche kämpfen in den beiden Finalrennen noch um den Titel. Der Punktevorsprung der Tabellenführer und Porsche-Fahrer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) auf ihre engsten Verfolger beträgt lediglich vier Zähler. Die beiden Rennen des Finalthrillers werden am Samstag (ab 14:30 Uhr) und Sonntag (ab 13:00 Uhr) von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen. Im Fahrerlager präsentiert sich zudem die neue ADAC GT4 Germany und gibt einen Ausblick auf 2019. 

Elf verschiedene Rennsieger von fünf Marken und neun Teams sowie zwölf unterschiedliche Pole-Setter - und dies bei einem Dutzend Rennen: Das ADAC GT Masters präsentiert sich 2018 so ausgeglichen und unvorhersehbar wie nie. Dies spiegelt sich auch im Titelkampf wider, der am Wochenende in die letzte Runde geht. Die Fans können sich in Hockenheim auf zwei spannende Rennen freuen. 

Als Gejagte kommen die "Neunelfer"-Fahrer Renauer und Jaminet nach Baden-Württemberg. Die deutsch-französische Paarung eroberte am vorletzten Wochenende auf dem Sachsenring die Tabellenspitze zurück und hat 109 Punkte auf ihrem Konto. "Das Ziel ist ganz klar, Meister zu werden", sagt Renauer, der bereits 2013 Gesamtzweiter wurde, selbstbewusst. "Damit uns dies gelingt, wollen wir auf das Podium fahren. Es ist wichtig, zwei saubere Rennen abzuliefern. Wir haben die Titelentscheidung in der eigenen Hand. Es liegt an uns, was wir daraus machen." 

Nur fünf Punkte hinter den Führenden folgen Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP). Nach einem schwarzen Wochenende in Sachsen, wo sie nach zwei unverschuldeten Kollisionen leer ausgingen, will das Mercedes-AMG-Duo zurückschlagen. "Natürlich war es unser Ziel, die Führung vor dem Finale nach Möglichkeit auszubauen, weil der Hockenheimring aufgrund seiner Charakteristik eher nicht zu unseren bevorzugten Strecken gehört. Aber noch ist alles möglich. Wir kämpfen bis zum Schluss", verspricht Götz, der 2012 in Hockenheim mit einem Sieg seinen ersten ADAC GT Masters-Titel gewann. 

Die Tabellendritten Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (29/Villingen), der Champion von 2013, wollen in Hockenheim nach der Meisterschaft von Jules Gounon (F) den zweiten Fahrertitel in Folge für Callaway Competition einfahren. Obwohl ihr Rückstand bei 50 noch zu vergebenden Punkten 17 Zähler beträgt, ist das Duo optimistisch. 2017 gelang der Corvette C7 GT3-R in Hockenheim ein Sieg und ein zweiter Platz. "Es ist noch alles drin", ist sich Kirchhöfer sicher. Genau 20 Punkte fehlen den Brüdern Sheldon (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) zur Tabellenspitze. Das Audi-Duo ist zwar 2018 vier Mal auf Platz zwei gefahren, aber als einzige der aussichtsreichsten Titelkandidaten noch sieglos. 

Sieben weitere Piloten haben noch Außenseiterchancen auf den Titel. Zu diesen zählt unter anderem der ehemalige DTM-Champion und jetzige BMW-Werksfahrer Timo Scheider (39/Lochau, BMW Team Schnitzer) sowie die Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser). Ihr Rückstand zur Tabellenspitze beträgt jedoch mindestens 45 Punkte. 

Offen sind vor den beiden letzten Saisonrennen auch noch die Team-Wertung, die Pirelli-Junior-Wertung und die Pirelli-Trophy-Wertung. Bei den Rennställen hat das Mann-Filter Team HTP die besten Trümpfe in der Hand. Die Mannschaft aus Altendiez hat 34 Punkte Vorsprung auf Precote Herberth Motorsport. Sollte das Punktepolster vor dem zweiten Rennen mindestens 25 Zähler betragen, ist HTP der Titel bereits am Samstag sicher. 

Enger ist die Situation dagegen in der Pirelli-Junior-Wertung. Zwar hat Audi-Pilot Sheldon van der Linde im Klassement für Piloten unter 25 Jahre 29,5 Punkte Vorsprung, aber sechs weitere Piloten könnten den Südafrikaner noch überholen. Die besten Chancen haben die Markenkollegen und Tabellenzweiten Max Hofer (19/A) und Philip Ellis (25/GB, beide Phoenix Racing), die am Wochenende noch maximal 75 Punkte einfahren können. 

In der Pirelli-Trophy-Wertung steht dagegen der Schweizer Remo Lips (35) vor dem Titelhattrick. Als einziger Fahrer im Titelkampf kann ihm Porsche-Pilot Jan-Erik Slooten (33/Neuss, IronForce by RING POLICE) gefährlich werden. Dazu müsste der Serienneuling jedoch in beiden Durchgängen die Klasse gewinnen und auf Rennpech von Audi-Fahrer Lips hoffen. 

Neben den Titelkandidaten hoffen auch zahlreiche Lokalmatadore auf gute Ergebnisse. Zu diesen zählt unter anderem Sebastian Asch (32/Ammerbuch, Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing), der zusammen mit Partner Luca Stolz (23/Brachbach) noch auf den ersten Podestplatz 2018 wartet. "Der Hockenheimring ist ein ganz besonderer Ort für mich. Keine andere Strecke liegt näher an meiner Heimat Ammerbuch, daher kommen jedes Jahr viele Fans und die Familie", so der Mercedes-AMG-Pilot. "Zudem verbinde ich mit dem Hockenheimring die Erinnerung an meine beiden Meistertitel 2012 und 2015. Das waren die größten Erfolge in meiner Karriere und beide habe ich dort dingfest gemacht. In diesem Jahr ist eine Prognose schwierig. Auf den langen Geraden - vor allem der Parabolika - fehlt uns Top-Speed. Ich hoffe, wir können das auf anderen Streckenabschnitten kompensieren." 

Die Fans in Hockenheim können neben den spektakulären GT3-Duellen weiterem spannenden Motorsport entgegenfiebern. Die Nachwuchsfahrer der ADAC Formel 4, in der mit Lirim Zendeli (18/Bochum) der Titelgewinner schon feststeht, wollen noch einmal auf ihr Talent aufmerksam machen. In der ADAC TCR Germany fällt die Titelentscheidung bei einem Vierkampf dagegen ebenfalls erst in Hockenheim - genauso wie beim Porsche Carrera Cup Deutschland. Ihren vorletzten Saisonlauf bestreiten am Wochenende die Youngsters des Formel Renault Eurocup. Im Fahrerlager erwartet die Fans zudem ein Ausblick auf die ADAC GT4 Germany mit einer Ausstellung von Audi R8 GT4, BMW M4 GT4, KTM X-Bow GT4, Mercedes-AMG GT4 und Porsche Cayman GT4. 

Samstag, 15. September 2018

Mercedes und Pascal Wehrlein gehen zukünftig getrennte Wege

Pascal Wehrlein
Foto: Jens Hawrda
Nach sechs gemeinsamen Saisons, darunter der Gewinn der Meisterschaft in der DTM im Jahr 2015 sowie zwei Jahre in der Formel 1, gehen Pascal Wehrlein und Mercedes-Benz am Ende der Saison 2018 getrennte Wege. Als Mercedes-Benz Fahrer wurde Pascal in der Saison 2013 der jüngste Starter in der DTM-Geschichte. Ein Jahr darauf kürte er sich zunächst zum jüngsten Rennsieger der DTM bevor er 2015 der jüngste Champion der Serie wurde.

Diese Erfolge waren der Grundstein für sein Formel 1-Debüt mit Manor in 2016, auf das 2017 eine zweite Saison mit Sauber folgte. In beiden Jahren zeigte Pascal herausragende Leistungen, indem er mit beiden Teams wertvolle und unerwartete Punkte für die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft einfuhr. Da Mercedes ihm für die Saison 2018 keinen Platz in der Formel 1 sichern konnte, kehrte Pascal in die DTM zurück. Dort liegt er aktuell auf dem achten Platz der Fahrerwertung. Jetzt ist die Zeit gekommen, dass sich die Wege von Pascal und Mercedes trennen.

Pascal Wehrlein:

„Mein Vertrag mit Mercedes läuft am Ende der Saison 2018 aus und wir haben gemeinsam entschieden, die Zusammenarbeit nicht fortzusetzen. Ich sehe mich nach neuen Herausforderungen und Möglichkeiten um und spreche im Moment mit anderen Teams über ein Cockpit für die nächste Saison.“

„Ich bin Mercedes für all die Unterstützung sehr dankbar - von meinem ersten Treffen mit Gerhard Ungar und Norbert Haug 2012 über die Entscheidung mit Toto, 2013 in der DTM statt der Formel 3 zu starten, bis zu meinem Titelgewinn 2015. Für mich ist damit ein Traum wahr geworden. Schließlich bin ich nur eine Stunde von Stuttgart entfernt aufgewachsen.“

„Der Titelgewinn und die Unterstützung von Mercedes hat mir dann die Tür zur Formel 1 geöffnet, zunächst mit Manor und dann mit Sauber. Die Punkte, die ich mit beiden Teams eingefahren habe, waren gewaltige Momente für mich. Vielen Dank an jeden Einzelnen in Stuttgart, Affalterbach und Brackley, der mich auf meinem Weg unterstützt hat. Jetzt ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.“

Toto Wolff :

„In unserem Nachwuchsprogramm ging es schon immer darum, junge Fahrer zu unterstützen und Möglichkeiten für sie zu finden, die im besten Interesse für ihre Karrieren waren. Der Weg an die Spitze verläuft nicht immer in geraden Bahnen und manchmal muss man auch akzeptieren, dass es an der Zeit ist, eine Beziehung zu beenden.“ 

"Leider konnten wir Pascal kein konkurrenzfähiges Cockpit für das nächste Jahr anbieten. Deshalb haben wir in seinem besten Interesse gemeinsam mit Pascal entschieden, unsere Zusammenarbeit nicht zu verlängern. Das soll ihm die bestmögliche Chance geben, andernorts eine Möglichkeit zu finden, die seinem Talent entspricht. Wir möchten ihm für seine fantastischen Leistungen für Mercedes-Benz in den vergangenen Jahren danken und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft."

Donnerstag, 13. September 2018

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, wie stufst Du das vergangene Rennwochenende auf dem Nürburgring ein?

Gary Paffett: Das Wochenende am Nürburgring war klasse und wir können damit zufrieden sein, wie es verlaufen ist. Die Pace des Autos war das ganze Wochenende über außerordentlich gut. Ich qualifizierte mich für beide Rennen in der ersten Reihe und habe die Pole am Samstag nur um drei Hundertstel sowie am Sonntag nur um sechs Tausendstel verpasst. Ich war also an beiden Tagen nah dran. Damit können wir sehr zufrieden sein. Am Samstag war es mit dem neuen Reglement für den Reifendruck schwierig, aber Platz drei war ein gutes Ergebnis. Am Sonntag hatten wir die Pace, um Zweiter zu werden und vielleicht sogar das Rennen zu gewinnen. Leider ist uns beim Boxenstopp ein Fehler unterlaufen, aber die Pace des Autos war exzellent. Gleichzeitig haben wir uns in der Meisterschaft vom zweiten auf den ersten Platz verbessert. Alles in allem war es ein großartiges Wochenende, mit dem wir zufrieden sein können.

Wie hart war der Zeitverlust beim Boxenstopp für Dich und das Team?

Gary Paffett: Das war sehr hart. Die Jungs üben so viele Boxenstopps und selten geht dabei etwas schief. Aber es ist für alle gleich. Jeder steht unter starkem Druck. Die Boxenmannschaft absolviert ihr eigenes Rennen und sie geben alles, um den Stopp so schnell wie möglich zu erledigen. Schon ein winziger Fehler kann dich ein oder zwei Zehntel kosten. Diesmal haben wir vier oder fünf Sekunden verloren, aber ich fühle mit den Jungs, weil sie nach dem Stopp auch noch warten mussten, während andere Autos durch die Boxengasse gefahren sind. Wir haben also nicht nur wegen des Fehlers beim Stopp Zeit verloren, sondern auch durch den Verkehr. Dafür konnten sie nichts. Das war hart und eine sehr schwere Strafe für einen kleinen Fehler. Es war schlimm für mich, fünf Plätze zu verlieren, aber auch für die Jungs, die am Auto arbeiten. Wir sind ein sehr starkes Team und alle unsere Mechaniker und Ingenieure sind super motiviert und engagiert. Nehmen wir die Situation nach Misano und vor dem Nürburgring als Beispiel: In Misano habe ich die Führung in der Meisterschaft verloren und keinen einzigen Punkt geholt. Danach kamen wir zum Nürburgring und hatten ein unglaublich starkes Wochenende, an dem man die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der Jungs gesehen hat.

Glaubst Du, dass die Meisterschaft nur zwischen den Mercedes-Fahrern entschieden wird? Oder sind Audi und BMW auch noch im Titelrennen? 

Gary Paffett: Ich glaube schon, dass sie noch in Reichweite sind. Sie können die Meisterschaft noch gewinnen. Aber nach den letzten Rennwochenenden sehe ich BMW nicht mehr als realistischen Herausforderer. Sowohl Wittmann als auch Glock müssen sehr viele Punkte aufholen. Marco ist am Sonntag vor mir ins Ziel gekommen, aber ich denke nicht, dass sie so viel mehr Punkte als wir einfahren können, um noch den Titel zu gewinnen. Mathematisch ist noch alles drin, aber dafür muss bei uns schon etwas dramatisch schieflaufen. Bei René Rast andererseits... wer weiß? Er ist in Topform und hat seit Zandvoort unglaublich viele Punkte gesammelt. Damit hat er richtig viele Zähler auf uns gutgemacht. Noch liegt er mehr als 50 Punkte zurück, das ist schon viel, aber wenn er so weitermacht wie am letzten Wochenende, dann hat er definitiv noch eine Chance. Für den Moment sehe ich den Kampf aber zwischen Paul und mir. Wir müssen aber René im Auge behalten. Er ist keinesfalls raus aus dem Titelrennen.