Sonntag, 9. September 2018

Audi-Piloten Erhart und Kaffer gelingt Überraschungssieg

  • Duo holt im Sonntagsrennen auf dem Sachsenring ersten ADAC GT Masters-Triumph
  • Dreifachsieg für Audi
  • Porsche-Fahrer Renauer/Jaminet übernehmen Tabellenführung 

Der gelbe Audi R8 mit Elia Erhart und Pierre Kaffer siegt überraschend am Sonntag
Foto: Jens Hawrda

Zwei Überraschungssieger auf dem Sachsenring und ein Titelkampf, der vor dem Finale in Hockenheim in zwei Wochen noch spannender wird: Die Audi-Fahrer Elia Erhart (30/Röttenbach) und Pierre Kaffer (41/Schlieren, beide EFP by TECE) holten in einem von zahlreichen Safety-Car-Phasen geprägten Sonntagsrennen durch einen taktisch klug getimten Boxenstopp ihren ersten Sieg im ADAC GT Masters. Mit Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) gingen auch die weiteren Podestplätze an Piloten eines Audi R8 LMS. Dank Platz vier übernahmen die Porsche-Fahrer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) beim vorletzten Saisonlauf die Tabellenführung mit knappen vier Punkten Vorsprung. "Grandios. Mir fehlen die Worte", jubelte Sieger Erhart. "Es war am Ende so ein harter Kampf. Ich habe gemerkt, dass Rennen fahren eine Kopfsache ist, und mein Kopf wollte unbedingt gewinnen." 

Pole-Setter Bachler führt in erster Rennhälfte

Porsche-Pilot Klaus Bachler (27/A, KÜS Team75 Bernhard), der sich im Zeittraining den besten Startplatz gesichert hatte, verteidigte beim Start die Führung. Dahinter kollidierten in der zweiten Kurve mehrere Fahrzeuge - darunter auch der Mercedes-AMG der bisherigen Tabellenführer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP) -, weshalb das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen wurde. Nach dem anschließenden Restart behauptete Bachler vor dem Audi von Kelvin der Linde und dem Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL Mann-Filter Team HTP) bis zum Fahrerwechsel seine Spitzenposition.

Eine Safety-Car-Phase zu Beginn des Boxenstopp-Fensters zur Bergung des BMW M6 GT3 von Jens Klingmann (28/Ermatingen, MRS GT-Racing) wirbelte das Feld durcheinander. Während nahezu das gesamte Feld zum Fahrerwechsel an die Box fuhr, bevor das Safety-Car auf die Strecke ging, blieb Kaffer auf der Strecke, übernahm die Spitze und übergab den Audi während der Safety-Car-Phase an Erhart. Damit lag der Audi auch nach dem Restart vorn, während Bachlers Partner Adrien de Leener (28/B) auf Platz sieben zurückgefallen war. Der Belgier fiel kurze Zeit später nach einer Kollision aus.

Erhart wurde danach von seinen Verfolgern unter Druck gesetzt - allen voran von Sheldon van der Linde. Der 19 Jahre alte Südafrikaner versuchte in der Schlussphase mehrmals, am Audi-Markenkollegen vorbeizukommen, steckte aber schließlich zurück. Erhart gewann schließlich mit nur 0,317 Sekunden Vorsprung und sicherte sich und Startfahrer Pierre Kaffer den ersten Sieg im ADAC GT Masters. Auch für ihren Rennstall EFP by TECE war es der Premierentriumph.
Wie am Vortag auf Platz Zwei: die van der Linde Brüder
Foto: Jens Hawrda


Die van-der-Linde-Brüder kamen wie am Vortag als Zweite ins Ziel und wahrten damit vor dem Saisonfinale in zwei Wochen in Hockenheim als Tabellenvierte ihre Titelchancen. Sheldon van der Linde holte damit zudem seinen zweiten Sieg des Wochenendes in der Pirelli-Junior-Wertung, in der er dank des Sieges auch seine Führung ausbaute. Rang drei ging mit den BWT-Mücke-Motorsport-Piloten Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke an weitere Audi-Fahrer. 

Als Vierte kamen die Porsche-Fahrer Robert Renauer und Mathieu Jaminet ins Ziel, die als neue Tabellenführer zum Saisonfinale reisen. Dahinter folgten mit ihren Markenkollegen Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) und Kévin Estre (29/F, beide KÜS Team75 Bernhard) die Sieger von Samstag.

Indy Dontje und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek, beide Mann-Filter Team HTP) mussten sich, nachdem sie in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs lagen, mit Platz sechs zufriedengeben. Siebte wurden Nicolai Sylvest (21/DK) und Kim-Luis Schramm (21/Wümbach, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing) in einem weiteren Mercedes-AMG GT3.

Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (29/Villingen, beide Callaway Competition) zeigten eine starke Aufholjagd und erkämpften sich vom 31. Startplatz aus als Achte noch drei Meisterschaftszähler. Auch das Corvette-Duo liegt so mit 19 Zählern Rückstand auf Tabellenrang drei noch im Titelrennen. Komplettiert wurde die Top Ten von Mikkel Jensen (23/DK) und Timo Scheider (39/Lochau, beide BMW Team Schnitzer) im BMW M6 GT3 und dem Audi-Duo Oscar Tunjo (22/CO) und Ivan Lukashevich (27/RUS, beide Phoenix Racing).

Die bisherigen Tabellenführer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) blieben wie schon am Samstag ohne Punkte. Startfahrer Götz erlitt bei der Startkollision, die zur Rennunterbrechung führte, einen Reifenschaden und musste daher beim Restart vom Ende des Feldes starten. Am Ende sprang für das Duo der 16. Platz heraus. Pommer und Götz fehlen als Tabellenzweite vier Punkte auf die neuen Spitzenreiter Renauer/Jaminet. 

In der Pirelli-Trophy-Wertung holten Remo Lips (35/CH) und Maximilian Hackländer (28/Rüthen, beide Aust Motorsport) den Sieg. Lips baute damit seinen Vorsprung in der Wertung für Nichtprofis aus. 
Pierre Kaffer (l.) und Elia Erhart im Ziel
Foto: Jens Hawrda

Stimmen der Sieger

Elia Erhart (EFP by TECE, Audi R8 LMS): "Als wir während des Safety-Cars unseren Boxenstopp machen konnten, habe ich gerechnet und war mir sicher, dass wir deutlich vor dem bis dahin führenden Porsche rauskommen würden. Ich hatte zum Schluss großen Druck von Sheldon, aber ich habe mich auf die Stellen konzentriert, wo er schneller war und habe dort immer viel Schwung mit auf die Geraden genommen. Dadurch konnte er mich nicht ausbremsen. Es war hart, aber alles fair. Jetzt wird gefeiert."

Pierre Kaffer (EFP by TECE, Audi R8 LMS): "Das Rennen war sehr turbulent. Beim ersten Start hatten wir viel Glück und sind nur leicht von einem anderen Fahrzeug getroffen worden. Unser Auto war gestern und heute im Rennen wirklich gut. Wir hatten natürlich mit dem Boxenstopp während des Safety-Cars Glück. Aber das nimmt uns sicher niemand übel. Jeder in dieser Serie arbeitet sehr hat für den Erfolg und heute waren wir die Glücklichen. Elia ist genau vor dem Safety-Car wieder rausgefahren und das hat uns nach vorn gebracht. In der Schlussphase ist er wohl den Stint seines Lebens gefahren. Vielen Dank an alle, die diesen Sieg möglich gemacht haben."

DTM: Mike Rockenfeller (Audi) Schnellster im dritten Freien Training am Nürburgring

Mike Rockenfeller (Audi) Schnellster im dritten Freien Training am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda
Mike Rockenfeller (Audi) vor BMW-Pilot Philipp Eng und Renè Rast waren die drei Schnellsten im dritten Freien Training am Nürburgring am Sonntag früh.  „Wir haben ein paar Änderungen am Auto vorgenommen. Es ist kalt, wir müssen jetzt schauen, wie sich das im Qualifying auswirkt, hoffentlich ohne Verkehr. Wir haben versucht, uns gleichermaßen auf das Rennen und das Qualifying vorzubereiten. Wir waren mit Long- und Shortruns unterwegs. Das war vielversprechend“, sagte „Rocky“.

Bester Mercedes-AMG-Pilot war Daniel Juncadella als Vierter vor dem gestrigen Pechvogel im Mercedes-AMG, Paul Di Resta. Der Führende der Fahrerwertung, Gary Paffett, wurde im Mercedes-AMG Elfter. „Wir hatten gestern einen guten Tag. Ich war mit dem Podium sehr zufrieden. Heute will ich erneut so viele Punkte wie möglich sammeln. Die Zeiten im Freien Training sind nicht so entscheidend. Wichtig ist, wie sich das Auto anfühlt. Das war sehr gut“, sagte der Brite.  

Das zweite Qualifying startet ab 11:15 Uhr.

GT-Masters: Porsche-Fahrer Bernhard/Estre Sieger unter Vorbehalt

  • Porsche-Werksfahrer gewinnen Samstagsrennen auf dem Sachsenring
  • Audi und Mercedes-AMG auf den Positionen zwei und drei
  • Titelkandidaten glücklos

Kevin Estre (l.) und Timo Bernhard
Foto: Jens Hawrda
Der Titelkampf im ADAC GT Masters wird noch spannender: Die Porsche-Piloten Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) und Kévin Estre (29/F, beide KÜS Team75 Bernhard) haben das Samstagsrennen des ADAC GT Masters dominiert und sind im 911 GT3 R als Erste über die Ziellinie gefahren, während die vier erstplatzierten Fahrerpaarungen in der Meisterschaft im viertletzten Saisonrennen allesamt ohne Punkte blieben. Aufgrund eines angekündigten Berufungsverfahrens nach einer Disqualifikation im Qualifying ist der Sieg von Bernhard/Estre bis zu einer Verhandlung vor einem Berufungsgericht des DMSB vorläufig. Platz zwei ging an Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 LMS vor dem Mercedes-AMG-Duo Nicolai Sylvest (21/DK) und Kim-Luis Schramm (21/Wümbach, beide Team Zakspeed BKK Mobil Oil Racing). „Das Rennen war perfekt“, sagt Timo Bernhard. „Ein tolles Ergebnis, denn wir haben uns diesen Sieg hart erarbeitet.“ 

Pole-Setter Bernhard/Estre dominieren Samstagsrennen

Von der Pole-Position aus fuhr die deutsch-französische Paarung Bernhard/Estre auf dem Sachsenring souverän ihren ersten Saisonsieg ein. Auch mehrere kurze Safety-Car-Phasen, die das Feld wieder zusammenschoben, brachten sie nicht aus der Ruhe. Im Ziel hatte Estre einen Vorsprung von 4,8 Sekunden. Während es für den Franzosen der insgesamt siebte Sieg im ADAC GT Masters war, stand der ehemalige FIA-WEC-Weltmeister und Le-Mans-Sieger Bernhard erstmals ganz oben auf dem Podium. 
Porsche-Duo Bernhard / Estre
Foto: Jens Hawrda
Der Sieg des Porsche-Duos ist vorläufig, da nach dem Qualifying von den technischen Kommissaren des DMSB am Fahrzeug ein Verstoß gegen das technische Reglement des ADAC GT Masters festgestellt und der 911 GT3 R disqualifiziert wurde. Das Team75 Bernhard kündigte eine Berufung gegen die Disqualifizierung an, unter Vorbehalt durfte Bernhard die im Qualifying herausgefahrene Pole-Position wieder einnehmen. 

Hinter den „Neunelfer“-Fahrern belegten Sheldon und Kelvin van der Linde mit ihrem Audi R8 LMS zum dritten Mal in dieser Saison den zweiten Rang. Das Duo setzte nach den Safety-Car-Phasen die Sieger jeweils kurzzeitig unter Druck, konnte aber letztendlich das Tempo der Spitzenreiter nicht mitgehen. Für Sheldon van der Linde bedeutet der zweite Rang auch gleichzeitig den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung. Als Dritte fuhren Nicolai Sylvest und Kim-Luis Schramm im Zakspeed-Mercedes-AMG erstmals 2018 auf das Podium.
Platz zwei für die van der Linde Brüder
Foto: Jens Hawrda
Mikkel Jensen (23/DK) und Timo Scheider (39/Lochau, beide BMW Team Schnitzer) machten mit ihrem BMW M6 GT3 bereits beim Start eine Position gut und kamen schließlich als Vierte vor den Mercedes-AMG-Fahrern Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbek, beide Mann-Filter Team HTP) ins Ziel. 

Auf den folgenden Plätzen folgte ein Audi-Trio von BWT Mücke Motorsport. Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin) setzten sich hier als Sechste gegen Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf) sowie Ricardo Feller (18/CH) und Christopher Haase (30/Kulmbach) durch. 

Die Audi-Markenkollegen Christopher Mies (29/Heiligenhaus) und Alex Riberas (24/E, beide Montaplast by Land-Motorsport) kamen bei ihrem ersten gemeinsamen Rennen im ADAC GT Masters als Neunte ins Ziel, Aaro Vainio (24/SF) und Michele Beretta (23/I, beide Team Rosberg) sammelten als Zehnte mit ihrem Lamborghini Hurácan GT3 den letzten Meisterschaftszähler. 

Unglückliches Rennen für Titelkandidaten

Keine Punkte gab es im elften Saisonlauf des ADAC GT Masters für die Top-Platzierten der Gesamtwertung: Die Tabellenführer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) schieden bereits in der zweiten Runde nach einer unverschuldeten Kollision mit dem Audi von Lokalmatador Philip Geipel (31/Rosenbach/Vogtland, YACO Racing) und der Corvette des Tabellendritten Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg, Callaway Competition) aus. Kirchhöfer musste sein Fahrzeug schließlich nach sieben Runden wegen Folgeschäden abstellen. Ebenfalls nicht ins Ziel kamen wegen der Auswirkungen einer Kollision die Tabellenzweiten Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport). Durch diese Nuller bleiben Pommer und Götz unverändert an der Tabellenspitze.
Unglückliches Rennen für die Meisterschaftsführenden Pommer/Götz
Foto: Jens Hawrda
Ausfall Pommer/Götz
Foto: Jens Hawrda
Sieger der Pirelli-Trophy-Wertung wurden zum dritten Mal in dieser Saison die Porsche-Fahrer Jan-Erik Slooten (33/Neuss) und Lucas Luhr (39/Ermatingen, beide IronForce by RING POLICE).

Stimmen der Sieger

Timo Bernhard
(KÜS Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R): „Ich habe bei den drei Restarts nach den Safety-Car-Phasen darauf geachtet, dass ich perfekt wegkomme und auch die Bremsen und Reifen auf Temperatur sind. Denn ich hatte mit Sheldon und Nicolai zwei junge Wilde hinter mir, die schon bereitstanden. Das Auto war sehr gut. Sheldon konnte das Tempo teilweise gut mitgehen, daher war die Lücke, die ich rausgefahren habe, hart erarbeitet. Aber ich wollte das Auto mit einem Vorsprung an Kévin übergeben.“

Kévin Estre (KÜS Team75 Bernhard, Porsche 911 GT3 R): „Timo hatte von der Pole einen guten Start. Er fuhr danach immer wieder einen kleinen Vorsprung heraus, der jedoch durch die Safety-Cars wieder verloren ging. Das Team hatte die richtige Strategie mit einem recht frühen Pflichtboxenstopp, da wir auf Verkehr aufliefen. Ich hatte eine gute Outlap und habe danach unseren Vorsprung vergrößert. Ich freue mich für die ganze Mannschaft, die sehr hart gearbeitet hat. Nach dem ersten Podestplatz unserer Teamkollegen in Zandvoort haben wir es auch geschafft. Toll, dass wir zurück an der Spitze sind.“

Samstag, 8. September 2018

René Rast holt ersten Nürburgring-Sieg seiner DTM-Karriere

  • Gary Paffett wird Dritter und erobert Tabellenführung zurück
  • Paul Di Resta am Samstag ohne Punkte
  • Bruno Spengler holt ersten Podestplatz seit Moskau 2017 

Der DTM-Champion 2017 setzt seinen Aufwärtstrend fort: Am Nürburgring holte sich René Rast seinen zweiten Saisonsieg. Der Deutsche gewann das 15. DTM-Saisonrennen vor Bruno Spengler (BMW) und Gary Paffett (Mercedes-AMG). Für Rast ein Samstag nach Maß. Der 31-Jährige holte mit Pole-Position und Sieg die Maximalpunktzahl von 28 und fuhr zudem die schnellste Rennrunde. „Ich bin richtig glücklich heute“, sagte er im Sieger-Interview. „Die volle Punktzahl hatte ich noch nie. So kann es gerne weitergehen. Aber das Ergebnis morgen zu toppen, wird schwer.“ In der DTM-Fahrerwertung hat sich Rast mit seinem zweiten Saisonsieg von Position sieben auf den fünften Rang verbessert. Ebenfalls verbessert hat sich Gary Paffett, der in der DTM-Fahrerwertung Paul Di Resta überholte und jetzt mit 194 Punkten auf Rang eins liegt.

Dabei wurde es für Rast in der Schlussphase des Rennens brenzlig. Mit riesigen Schritten hatte Spengler den Abstand zum Führenden verkürzt. Für einen Angriff reichte es am Ende aber nicht mehr. „Bruno war extrem schnell unterwegs. Wenn das Rennen noch ein paar Runden länger gedauert hätte, dann wäre es für mich nochmal richtig eng geworden“, analysierte Rast. Während er seinen fünften DTM-Sieg bejubelte, freute sich Spengler über seinen ersten großen Erfolg in der Saison 2018. Zuletzt stand der BMW-Pilot 2017 in Moskau auf dem Podium. „Das war ein toller Tag für uns und ein zweiter Platz tut immer gut. Wir hatten in der Vergangenheit viel Pech. Heute waren wir konstant von der ersten bis zur letzten Runde.“ Der drittplatzierte Gary Paffett war mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden, er hatte sich von Startplatz zwei mehr erhofft. „Natürlich möchte man immer so viele Punkte wie möglich holen und ich hatte gehofft, weiter vorne zu landen. Trotzdem waren das extrem wichtige Punkte für die Fahrerwertung“, so der Champion von 2005, der in der Schlussphase noch von Timo Glock angegriffen wurde, seine Position aber gegen den Vierten verteidigen konnte.

In der DTM-Fahrerwertung hat Paffett wieder die Führung übernommen. Nach 15 Rennen liegt er mit 194 Punkten auf Rang eins vor seinem Mercedes-AMG-Kollegen Di Resta (186), der im Samstagsrennen auf dem Nürburgring nach einer Kollision mit Philipp Eng keine Punkte holte. Dritter ist Edoardo Mortara (138, Mercedes-AMG) vor Marco Wittmann (122, BMW), der für Platz fünf mit zehn Punkten belohnt wurde. Einen großen Schritt hat Sieger Rast gemacht, der mit 121 Punkten Fünfter in der Tabelle ist.

Das zweite Rennen des Wochenendes findet morgen statt. Am Sonntag steht für die 18 DTM-Piloten Saisonrennen Nummer 16 auf dem Programm. Rennstart ist um 13:30 Uhr, SAT.1 überträgt bereits ab 13:00 Uhr live vom Nürburgring. In Österreich ist ORF eins am Sonntag ab 13:15 Uhr auf Sendung. In der Schweiz zeigt MySports das Rennen live. Auf DTM.com und in der offiziellen DTM-App werden alle Freien Trainings, Qualifyings und Rennen kostenfrei im Livestream gezeigt.

Engstler holt auf dem Sachsenring im Hyundai zweiten Saisonsieg

  • Proczyk übernimmt wieder die Führung in Gesamtwertung
  • Engstler schiebt sich auf Platz zwei der Fahrerwertung
  • Michelle Halder bester Rookie auf Rang fünf 

Podium des ersten Rennens
Foto: Jens Hawrda
Luca Engstler (18, Wiggensbach, Hyundai Team Engstler) hat einen Start-Ziel-Sieg im ersten Rennen der ADAC TCR Germany auf dem Sachsenring gefeiert und sich in der Fahrerwertung auf Rang zwei geschoben. Der Hyundai-Pilot ließ Vizemeister Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda Civic und Opel-Fahrer Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International), der wieder die Führung in der Fahrerwertung von Audi-Pilot Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One) übernahm, hinter sich.

"Es war super. Wir dachten, dass es sehr schwierig wird am Wochenende. Ich hatte fast ein bisschen Bammel vor dem ersten Rennen, aber ich konnte dann am Anfang enorm Speed aufnehmen und eine Lücke bilden, aber die Safety-Car-Phasen waren für uns der Schlüssel zum Erfolg", sagte Engstler, der nun nur noch drei Punkte Rückstand auf den Führenden Proczyk hat: "Was in der Meisterschaft passiert, ist mir momentan komplett egal. Ich bin einfach nur happy und dankbar über jeden Meter, den ich Auto fahren darf. Wer's am Ende macht, der macht's. Ich genieße jetzt erst mal den Moment hier."

Am Start kam Engstler gut weg und verteidigte seine Führung erfolgreich, Teamkollege Théo Coicaud (18, Frankreich, Hyundai Team Engstler) konnte - an Pascal Eberle (27, Schweiz, Steibel Motorsport 2) und Rookie Justin Häußermann (18, Forchtenberg, Team Engstler Germany) vorbei - auf Rang vier vorfahren. In einem spannenden Rennen mit drei Safety-Car-Phasen gelang es Engstler immer wieder die Restarts zu seinem Vorteil zu nutzen und schließlich knapp eine Sekunde Vorsprung auf Halder herauszufahren.

Antti Buri (29, Finnland, LMS Racing) fuhr von Startplatz 13 noch auf Platz vier vor, profitierte dabei aber auch von einem Kontakt zwischen Eberle im Cupra und Coicaud im zweiten Hyundai i30 N, die beide ausschieden.

Cupra-Pilotin Michelle Halder (19, Meßkirch, Profi-Car Team Halder) holte auf Rang fünf den Sieg in der Honda Rookie Challenge. "Es war ein tolles Rennen, ich habe schon beim Start ein paar Plätze gut gemacht. Morgen gehe ich von Startplatz zwei ins Rennen, da möchte ich natürlich wieder hier oben auf dem Podium stehen", sagte sie freudestrahlend.

Sechster wurde der Niederländer Langeveld, der die Führung in der Gesamtwertung wieder an Proczyk abgeben musste, aber ebenfalls nur drei Punkte Rückstand auf Platz eins hat. Dahinter reihten sich die beiden Rookies Luke Wankmüller (17, Straubenhardt, HP Racing International) im Opel und Max Hesse (17, Wernau, Prosport Performance) im Audi RS 3 LMS TCR auf den Plätzen sieben und acht ein. Wankmüller vergrößerte damit seinen Vorsprung in der Rookie-Wertung auf viereinhalb Punkte.

Lokalmatador Dominik Fugel (21, Chemnitz, Team Honda ADAC Sachsen) wurde im Honda Neunter, Benjamin Leuchter (30, Duisburg, Max Kruse Racing) komplettierte im VW Golf GTI TCR die Top Ten.

Im zweiten Rennen der ADAC TCR Germany am Sonntag (14.45 Uhr) wird Langeveld als Zehnter des Qualifyings auf der Pole Position starten. Engstler geht von Rang zehn ins Rennen. SPORT1 überträgt die Rennen der ADAC TCR Germany im TV, zudem sind sie bei SPORT1.de, adac.de/motorsport, dem YouTube-Kanal des ADAC und bei Facebook zu sehen.

Weitere Stimmen zur ADAC TCR Germany

Mike Halder (Zweiter, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen): "Wir hatten einen guten Start und ich behielt Position zwei. Aber auch Luca Engstler und Harald Proczyk hatten einen guten Start, deshalb hat sich da nichts verändert. Nach den Safety-Car-Phasen musste ich mich dreimal verteidigen. Ich versuche, mit unserem Paket das Maximum rauszuholen und versuche schneller zu fahren als die anderen und mehr Punkte zu machen und hoffe, dass es dann letztlich reicht."

Harald Proczyk (Dritter, Österreich, HP Racing International): "Wir haben das Maximum rausgeholt, keinen Fehler gemacht, aber wir haben nicht mehr Speed. Ich hatte Glück, dass mich Antti Buri nicht noch angegriffen hat, weil er war glaube ich noch ein bisschen schneller. Die Gefahr ist sehr hoch, dass wir am Ende des Jahres statt auf eins auf vier stehen. Aber der Teamtitel ist mir sowieso mit Abstand das Wichtigste und da sieht es sehr gut aus."