Dienstag, 10. Juli 2018

Formel-E-Finale in New York - Audi mit großen Zielen

  • Alle Titelentscheidungen fallen am Finalwochenende in New York
  • Audi Sport ABT Schaeffler nimmt Teammeisterschaft ins Visier
  • Daniel Abt: „Habe noch eine Rechnung mit New York offen“
Daniel Abt, Audi e-tron FE04 #66 (Audi Sport ABT Schaeffler)
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
 
Eine kleine Tradition setzt sich fort: Auch in dieser Saison fallen alle Titelentscheidungen der Formel E erst am letzten Rennwochenende. Am 14. und 15. Juli geht es für Audi mit Daniel Abt und Lucas di Grassi in New York um den Titel in der prestigeträchtigen Teammeisterschaft: 33 Punkte gilt es in den zwei verbleibenden Rennen aufzuholen.
 
Die vierte Saison endet, wie sie vor gut sieben Monaten in Hongkong begonnen hat: mit einem sogenannten „Double-Header“, also zwei Läufen an einem Wochenende. Das bedeutet sowohl doppelte Action für die Fans an der Strecke und vor dem Fernseher als auch doppelte Chancen auf Siege und Punkte für die Fahrer. Gut für Audi: Die Marke liegt mit 186 Punkten auf dem zweiten Platz der Teamwertung und will im „Big Apple“ angreifen.
 
Dass die Mannschaft um Teamchef Allan McNish am Finalwochenende überhaupt noch eine Chance im Titelkampf hat, ist das Resultat einer starken Aufholjagd: Während Lucas di Grassi und Daniel Abt in den ersten vier Saisonrennen nur zwölf Zähler holten, waren es in den vergangenen vier Rennen 128 Punkte und damit 39 Prozent mehr als bei den Meisterschaftsführenden. „Wir sind während des schwierigen Saisonauftakts cool geblieben und haben an uns geglaubt“, sagt McNish. „Wir haben uns diese Chance an der Strecke und zu Hause in Neuburg hart erarbeitet – jetzt wollen wir sie natürlich auch nutzen.“
 
Schauplatz der beiden letzten Saisonrennen ist das Viertel Red Hook des New Yorker Stadtteils Brooklyn mit Blick auf die beeindruckende Skyline von Manhattan. Die in diesem Jahr modifizierte und jetzt 2,373 Kilometer lange Strecke führt direkt am Ufer der Upper New York Bay entlang, die Manhattan und Brooklyn trennt. Lange Geraden, Spitzkehren, schnelle Kurven – das Layout des temporären Stadtkurses verspricht zwei spannende Rennen, die Samstag über 45 und Sonntag über 43 Runden gehen. Doppelrennen stellen besondere Anforderungen an Fahrer und Ingenieure. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, wird Nyck de Vries in New York als Reservefahrer dabei sein, um das Team zu unterstützen. Der 23 Jahre alte Niederländer war auch einer der beiden Piloten beim offiziellen Rookie-Test der Formel E Anfang des Jahres in Marrakesch.
 
„Dass die Formel E ein Rennen mitten in der Stadt austrägt, ist einfach nur großartig“, sagt Daniel Abt, der in dieser Saison bereits die Rennen in Mexiko-Stadt und Berlin gewonnen hat. „Sportlich gesehen war der New York E-Prix in der vergangenen Saison für mich sehr nervenaufreibend. Gerade am ersten Renntag lief es für mich ziemlich gut, ehe ich auf Platz drei liegend kurz vor dem Ziel wegen des Defekts eines Einheitsteils, für den wir nichts konnten, ausgerollt bin. Ich habe mit New York also noch eine Rechnung offen.“
 
Teamkollege Lucas di Grassi kommt mit dem Rückenwind seines ersten Saisonsieges in Zürich in die USA. Dass es sein vorerst letztes Rennwochenende mit der Startnummer eins sein wird, stört ihn nicht. „Wir haben in der zweiten Saisonhälfte unser wahres Gesicht gezeigt und so viele Punkte geholt wie kein anderes Team“, sagt di Grassi und fügt schmunzelnd hinzu: „Fasst man die Rennen in Rom, Paris, Berlin und Zürich zusammen, dann wären wir jetzt Europameister!“
 
Zusätzliche Motivation erhält der Brasilianer von seinem wohl jüngsten Anhänger: Di Grassis Frau Bianca brachte am Dienstag in São Paulo Leonardo zur Welt – den ersten Sohn des Paares.

Montag, 9. Juli 2018

IDM Superbike Zolder - Rennen 2

Bastian Mackels (BMW S 1000 RR)siegt in Zolder im Rennen 2
Foto: Jens Hawrda
Wieder startete Lokalmatador Bastian Mackels am besten ins Rennen hinter ihm der Pepijn Bijsterbosch der ebenfalls mit einem Blitzstart seine Ausgangsposition verbesserte. Im Kampfgetümmel der ersten Runde touchierte Jan Halbig (Honda)  Mikhalchik  am Heck seiner BMW und schickte in ins Kiesbett. Mikhalchiks Teamkollege Julien Puffe wurde durch diese Aktion auch behindert und musste auch in den Kies ausweichen. Damit kam Mikhalchik nur als siebter aus Runde eins währen Julian Puffe plötzlich letzter war.
Julian Puffe (BMW S 1000 RR) vor Toni Finsterbusch (Suzuki GSX 1000 RR)
Foto: Jens Hawrda
Mackels konnte sich in Folge Runde für Runde von den Verfolgern absetzten hinter ihm wurde um die Plätze zwei bis sechs hart gefightet.In der zehnten Runde war Mikhalchik auf Position vier vorgerückt, als er einen Fahrfehler machte und sich auf Platz 6 wiederfand. Derweil waren Bijsterbosch, Finsterbusch und Kartheininger in einen Kampf verwickelt, der sich immer mehr zuspitzte. Das endete schließlich mit dem Sturz von Finsterbusch und Bijsterbosch am Ende der Start-Zielgeraden. Mikhalchik erbte so noch zwei Plätze und Julian Puffe kam schließlich noch als Fünfter ins Ziel.

Der Sieg ging an Bastien Mackels vor Kerschbaumer und Kartheininger.

IDM Superbike Zolder - Rennen 1

Ilya Mikhalchik (BMW S 1000 RR) siegt in Rennen 1
Foto: Jens Hawrda
Kurz vor 12 Uhr erfolgte der Start ins erste Superbikerennen über 17 Runden. Bastian Mackels startete am besten und übernahm die Führung. Die erste Runde beendete dann Mackels als Erster, 0,5 Sekunde vor Mikhalchik und seinem Teamkollegen Julian Puffe.  Im Rennen fuhr Mackels dann auch teilweise schnellere Zeiten als im Qualifying und konnte seine Führung bis in die letzte Runde behaupten.

In der letzten Kurve vor Start-und Ziel kam der Angriff von Mikhalchik, beide Piloten bogen nebeneinander in die letzte Schikane ein und schließlich reiche es für Mikhalchik der einen Wimpernschlag vor Mackels ins Ziel kam.


Der geschlagene Mackels meinte im Ziel: „Es war nicht einfach, alleine an der Spitze zu fahren und immer die Konzentration zu behalten. Wir sind wirklich nebeneinander auf das Ziel zugefahren. Aber das war nicht genug, um zu gewinnen.“ 

Sieger Mikhalchik bedankte sich öffentlich zuerst bei seinem Team. „Die Mechaniker mussten die BMW nach meinen zwei Trainingsstürzen komplett neu aufbauen. Im Training hatten wir noch ein paar Probleme, aber als im Rennen alles funktionierte, habe ich mich gefragt, ob ich dann nicht auch angreifen sollte.“
Platz 6 für Honda-Pilot Jan Halbich
Foto: Jens Hawrda
Teamkollege Julian Puffe sorgte für einen BMW-Dreifach-Triumph auf dem Siegerpodium. Als Vierter brachte Stefan Kerschbaumer (MPB Racing) die erste Yamaha ins Ziel. Fünfter wurde Suzuki-Mann Dominic Schmitter (HPC Power), vor Jan Halbich (Honda) auf dem sechsten Platz.

Sonntag, 8. Juli 2018

IDM Superbike Zolder: Qualifying - Mikhalchik auf Pole

Zolder: Mikhalchik im Qualifying vorn
Foto: Jens Hawrda
Im Zeittraining stürzte Mikhalchik zwei mal, trotzdem stand er am Ende auf Pole. Bastian Mackels und Julian Puffe (beide ebenfalls BMW) waren die Einzigen die dem Führenden folgen konnten und standen nach dem Qualifying dann ach auf den Startplätzen zwei und drei. Mackels haderte allerdings nicht lange mit seinem Schicksal und meinte: „Entscheidend ist der morgige Tag, wenn die beiden Rennen sind.“ 

In der zweiten Startreige starten Stefan Kerschbaumer und Daniel Kartheiniger vor Bijesterbosch von den Plätzen 4 bis 6. Dominic Schmitter (HPC Power) und Toni Finsterbusch (Suzuki Mayer), sind auf 7 und 9 die besten Suzuki-Piloten. Honda-Pilot, Jan Halbich muss von Startplatz 8 ins Rennen starten. Mathieu Gines (Weber Motos) und Lucy Glöckner (Kawasaki Schnock Team Motorex) starten morgen von den Plätzen 11 und 12.

Samstag, 7. Juli 2018

GT-Masters: Timo Bernhard - Vom Nordschleifen-Rekord

  • Porsche-Pilot kehrt nach Rekordrunde mit dem ADAC GT Masters auf den Nürburgring zurück
  • Bernhard zieht Bilanz über seine ersten Rennen in der "Liga der Supersportwagen"
  • Podestplatz als Mindestziel für zweite Saisonhälfte
Timo Bernhard
Foto: Gruppe C Photography/ADAC-Motorsport
ADAC GT Masters-Debüt, Start bei den 24h von Le Mans im Porsche 911 RSR, Rekordrunde auf der Nürburgring-Nordschleife im Porsche 919 Hybrid Evo und Vorbereitung auf die 24h von Spa mit seinem eigenen Team: Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau, KÜS Team75 Bernhard) wurde in den vergangenen Monaten nicht langweilig. Nach seinem Nordschleifen-Rekord, der weltweit für Aufmerksamkeit sorgte, kehrt der Porsche-Werksfahrer beim ADAC GT Masters vom 3. bis 5. August in die Eifel zurück.

Während dem zweimaligen Gesamtsieger in Le Mans diesmal das Glück fehlte und der Porsche 911 RSR nach einem Aufhängungsschaden vorzeitig abgestellt werden musste, lief in der "Grünen Hölle" alles nach Plan. Bernhard gelang mit 5.19,55 Minuten die bisher schnellste je gefahrene Runde auf dem 20,8 Kilometer langen Kurs, der als die schwierigste Rennstrecke der Welt gilt. "Die Nordschleife ist mir ja wirklich vertraut. Aber ich habe sie im über 1.000 PS starken 919 Hybrid Evo neu kennengelernt", so der 37-Jährige. "Die Runde war schon sehr gut, aber es war nicht einfach, sie so zusammenzubringen. Es war wichtig, alles abzurufen und vollkommen fokussiert zu sein, um sich keine Fehler zu erlauben. Auch die körperliche Anstrengung wegen der Fliehkräfte war sehr hoch. Aber wir haben uns gründlich vorbereitet und sind den Rekordversuch angegangen wie ein Rennwochenende."

In der zweiten Jahreshälfte konzentriert sich Bernhard auf Einsätze im Porsche 911 GT3 R. Bei den bisherigen drei Rennwochenenden sprang Platz vier auf dem Red Bull Ring als bestes Ergebnis heraus. "Mir war von Anfang an klar, dass es eine Umstellungsphase gibt", sagt Bernhard, der in den vergangenen zehn Jahren überwiegend in Le-Mans-Prototypen unterwegs war. "Es gibt Fahrer, die starten fast an jedem Wochenende in einem GT3-Rennen. Das darf man nicht unterschätzen. Da fehlt mir sicher noch ein wenig die Praxis."

Die bisherigen Rennen hatten für Bernhard und Teamkollege Kévin Estre (29/F) Höhen und Tiefen: "In Oschersleben hatten wir etwas Pech. Dort waren wir im Qualifying solide unterwegs. Im ersten Rennen lag ich auf Platz sechs und wurde dann rausgedrückt, Position sieben im zweiten war aber schon okay. In Most war dagegen komplett der Wurm drin. Wir haben anschließend das Wochenende analysiert und einige Sachen herausgefunden, die nicht funktioniert haben. Dadurch haben wir extrem viel gelernt. Auf dem Red Bull Ring waren wir dann das ganze Wochenende über wirklich gut. Im ersten Rennen wurden wir auf P4 bester Porsche, im zweiten lagen wir auf Platz sieben, als sich Kévin gedreht hat. Das kann natürlich mal passieren."

Eine Leistungssteigerung erkennt Bernhard auch beim zweiten Porsche 911 GT3 R seines Teams, der von Klaus Bachler (26/A) und Adrien de Leener (29/B) pilotiert wird: "Die Steigerung gegenüber 2017 ist enorm. Klaus macht einen sehr guten Job und hat Adrien richtig geholfen. Im Gegensatz zu uns hatten sie in Most ein gutes Wochenende und hätten fast Punkte geholt. Obwohl das Leistungsniveau im ganzen Feld gestiegen ist, liegt das Auto jetzt deutlich weiter vorn. Es würde mich freuen, wenn es mit Punkten klappen würde."

Der zweimalige WEC-Champion möchte bei seinem Auto den Schwung von Spielberg in die nächsten Rennen mitnehmen: "Unsere Performancekurve ging dort steil nach oben. Das hat mir gut gefallen. Deswegen bin ich zuversichtlich für die nächsten Rennen. Der Nürburgring und Hockenheim sind traditionell gute Strecken für den Porsche. In Zandvoort und auf dem Sachsenring bin ich schon ewig nicht gefahren. In Zandvoort hat Kévin jedoch bereits mit dem Porsche gewonnen, der Sachsenring ist dagegen eine Strecke, die dem Auto bisher nicht so lag. Wir arbeiten hart daran, in der zweiten Saisonhälfte vorn dabei zu sein. Unser Ziel ist ganz klar das Podium - und vielleicht noch ein bisschen mehr."