Freitag, 6. Juli 2018

TCR Germany: Antti Buri - Auf den Spuren von Finnlands Motorsportgrößen

  • Audi-Pilot rätselt über finnischen Erfolg: "Vielleicht bemühen wir uns mehr"
  • Chef des Teams LMS Racing im dritten Jahr der ADAC TCR Germany: "Es sind immer sehr tolle Wochenenden"
  • Finne verliert Ziel nicht aus den Augen: "Die Meisterschaft gewinnen"
Antti Buri
Foto: Jens Hawrda
Warum immer wieder finnische Rennfahrer im Motorsport Erfolge feiern, kann Antti Buri sich auch nicht erklären. Eine ausgeprägte Motorsportinfrastruktur, die Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen und Kimi Räikkönen hervorbrachte, gibt es im östlichsten skandinavischen Land eigentlich nicht. "Zumindest haben wir keine richtig gute Strecke, davon kann es also nicht kommen", sagt Buri, der zugleich Chef des Teams LMS Racing ist: "Vielleicht bemühen wir uns mehr."

Doch Buri eifert nicht den großen Namen nach, er hat andere Vorbilder. "Ich ziehe meinen Hut vor Markus Palttala und Toni Vilander", erzählt Buri: "Sie machen seit Jahren einen großartigen Job als professionelle Fahrer im internationalem GT-Sport. Es ist sehr schön zu sehen, was sie machen."

Auch Buris Ehrgeiz, bereits in dessen dritter Saison der ADAC TCR Germany, ist weiter ungebrochen. Dafür fokussiert sich der junge Finne auch völlig auf den Motorsport. "Ich habe nicht wirklich Hobbies, denn ich beschäftige mich 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche mit dem Motorsport. Ich habe nur ein Fitnessprogramm." Der Audi-Pilot hat als Chef von LMS Racing ohnehin eine Vielzahl von Aufgaben. "Team LMS ist ein Familienunternehmen, man muss alle Arten von Arbeit übernehmen, nicht nur Rennen fahren", sagt Buri: "Auch Organisation, den Truck fahren und mechanische Arbeiten. Wir haben eine sehr gute Atmosphäre und in diesem Jahr auch viel Erfolg. Alle sind sehr motiviert."

Deshalb war dem 29-Jährigen ein Sieg im Autodrom in Most nach den ersten zwei Rennwochenenden auch viel zu wenig. "Es war nicht der beste Saisonstart für mich. Wir sind zweimal nicht in die Punkte gefahren und was zählt, sind Punkte", sagte Buri.

Das dürfte sich nach den beiden Rennen in Spielberg geändert haben. Zwei zweite Plätze für den Audi-Fahrer auf dem Red Bull Ring - das bedeutete viele Zähler für die Fahrerwertung. "Es war ein fast perfektes, ein sehr gutes Wochenende", erklärte ein freudestrahlender Buri nach den Rennen in Österreich. Seine beiden Pokale präsentierte er drapiert mit den Sektflaschen, die nach der Siegerehrung geköpft wurden, auf einem Facebook-Foto und dem Kommentar: "Was für ein Wochenende."

So schob er sich in der Fahrerwertung mit 123 Punkten auf Position vier und hat bei 62 Zählern Rückstand auf den Führenden Harald Proczyk (42, Österreich, HP International Racing) im Rennen um die Meisterschaft noch alle Chancen. "Die deutsche Serie ist seit ihrer Premiere 2016 sehr stark. Wir haben uns auch dieses Jahr wieder für ADAC TCR Germany entschieden, weil sie gut organisiert ist, die Strecken schön sind und es immer sehr tolle Wochenenden sind", sagt Buri.

Und das Ziel bleibt klar: "die Meisterschaft gewinnen." Dafür hat Buri noch jede Menge Zeit: Nach der Sommerpause der ADAC TCR Germany folgten die Saisonrennen sieben und acht auf dem Nürburgring. Vor dem großen Finale in Hockenheim (21. bis 23. September) stehen noch die Stationen in Zandvoort und auf dem Sachsenring an. Strecken, die dem Finnen liegen: Einzig auf dem Hockenheimring ist der Audi-Pilot noch ohne Sieg.

DTM: Drei Fragen an Daniel Juncadella

Daniel Juncadella
Foto: Jens Hawrda
Daniel, Du hast auf dem Norisring Dein erstes DTM-Podium eingefahren. Wie fühlt sich das mit etwas Abstand zum Rennwochenende an?
 
Daniel Juncadella: Super! Das war natürlich ein fantastischer Moment für mich. Das gesamte Wochenende verlief für mich sehr stark. Ich glaube, ich befinde mich nun auf dem richtigen Weg. Jetzt muss ich das auch am nächsten Rennwochenende so umsetzen. In den nächsten Wochen stehen Strecken an, die mir sehr gut liegen. Mal sehen, was dort drin ist. Wir erleben als Team eine positive Phase und für mich persönlich waren meine erste Pole Position und mein erster Podestplatz natürlich eine super Motivation. Jetzt heißt es, weiter dran zu bleiben.
 
Du hast gesagt, dass Dir die kommenden Strecken wie Zandvoort und Brands Hatch gut liegen. Woran liegt das?
 
Daniel Juncadella: Beides sind Mega-Fahrerstrecken, auf denen man keinen Fehler machen darf. Dort wird jeder kleinste Fehler sofort bestraft und man ist draußen. So ist das eben auf diesen typischen, alten Strecken ohne Asphaltauslaufzonen. Dort musst du immer auf der Ideallinie fahren, sonst kommst du schnell in Schwierigkeiten. In Brands Hatch und Zandvoort habe ich auch einige meiner besten Formel-3-Ergebnisse erzielt. In Brands Hatch fahren wir in diesem Jahr zum ersten Mal mit der DTM die lange Streckenvariante, die etwas ganz Besonderes ist. Das finde ich toll. Einfach mega. Ich bin diese Variante schon im vergangenen Jahr im GT-Auto gefahren, vielleicht habe ich dadurch ja einen kleinen Vorteil.
 
Du hast es gerade angesprochen: Wie sehr hilft Dir die Erfahrung im GT-Bereich für die DTM?
 
Daniel Juncadella: Das GT-Auto folgt einer komplett anderen Philosophie und du musst dir das Cockpit mit einem anderen Fahrer teilen. Aber wenn du aktiv bist und an jedem Wochenende im Rennauto sitzen kannst, ist das eine perfekte Vorbereitung, weil du dabei lernst, innerhalb kurzer Zeit zwischen zwei komplett unterschiedlichen Autos zu wechseln und dich darauf einzustellen. Deshalb finde ich diese Einsätze gut.

Donnerstag, 5. Juli 2018

DTM: Drei Fragen an Edoardo Mortara

Edoardo Mortara
Foto: Mercedes-Motorsport
Edo, auf dem Norisring hast Du ein Rennen gewonnen und bist zweimal aufs Podium gefahren. Dazu Dein Sieg auf dem Lausitzring und Platz zwei in der Meisterschaft: Was machst Du anders im Vergleich zu 2017?
 
Edoardo Mortara: Es läuft in dieser Saison wirklich viel besser für mich im Vergleich zum vergangenen Jahr. 2017 war eine sehr schwierige Saison. Wir haben aber aus den vergangenen Fehlern gelernt und das Auto ist jetzt viel konkurrenzfähiger.
 
Beim nächsten DTM-Wochenende in Zandvoort kommt es zu einer Überschneidung mit der Formel E. Da Du in der DTM mitten im Titelkampf steckst, verpasst Du das Saisonfinale in New York. Trauerst Du dem hinterher?
 
Edoardo Mortara: Ich wusste von Beginn an, dass für mich die DTM Priorität gegenüber der Formel E genießt. Traurig bin ich nicht, dass ich das Formel-E-Saisonfinale in New York wegen der DTM in Zandvoort verpassen werde. In der DTM habe ich ja viel bessere Aussichten auf die Meisterschaft als in der Formel E. Ehrlich gesagt, bin ich wegen der Formel E aber etwas frustriert. Ich bin sicher, dass wir bessere Ergebnisse hätten erzielen können. Leider kam an einigen Rennwochenenden etwas dazwischen, das uns Punkte gekostet hat. Hoffentlich bekomme ich in Zukunft eine weitere Chance, aber aktuell ist das kein Thema für mich und ich konzentriere mich voll auf die DTM.   
 
Mercedes und BMW kämpfen derzeit um die vorderen Plätze. Glaubst Du, dass sich das ändern wird und auch Audi noch in den Titelkampf eingreifen wird?
 
Edoardo Mortara: Audi darf man nie unterschätzen. Ich kenne sie sehr gut, weil ich viele Jahre für sie gefahren bin. Ich weiß, wie stark sie sein können. Dieses Jahr haben sie Probleme, aber ich bin sicher, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt bessere Lösungen für das Setup ihrer Autos finden werden, damit die Fahrer mehr Vertrauen bekommen. Ich gehe davon aus, dass sie dann auch um die vorderen Plätze mitfahren können. Ob das reicht, um noch in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen, weiß ich nicht. Aber die Saison ist ja auch noch lang.

Mittwoch, 4. Juli 2018

DTM: Mercedes- Acht Saisonrennen, fünf Siege

Foto: Jens Hawrda
Mercedes hat bislang an jedem der vier Rennwochenenden in Hockenheim, am Lausitzring, in Budapest und auf dem Norisring mindestens ein Rennen gewonnen. Wie stark die mannschaftliche Geschlossenheit bei der Marke mit dem Stern ist, zeigt sich darin, dass in Nürnberg in beiden Rennen jeweils fünf der sechs Fahrer in die Top-10 gefahren sind. 

Dabei gab es auch einige Premieren zu bejubeln: 

Daniel Juncadella fuhr am Sonntag zunächst seine erste Pole Position in der DTM ein. Im Rennen gelang ihm dann in seinem 64. DTM-Rennen mit Platz drei sein erster Podestplatz in der Serie. Gemeinsam mit ihm stand Edoardo Mortara auf dem Podium, der bereits am Samstag gemeinsam mit Gary Paffett den dritten Doppelsieg des Teams in diesem Jahr und den 107. in der 30-jährigen DTM-Geschichte der Marke einfuhr. Das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team reist nun als Führender in allen drei Meisterschaften zum nächsten Rennwochenende nach Zandvoort.

Dienstag, 3. Juli 2018

Kommendes Wochenende IDM in Zolder

Foto: Jens Hawrda
Die lange Sommerpause hat ein Ende. Die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) fährt im belgischen Zolder in die nächste Runde. Vom 6. bis 8. Juli 2018 bebt der Asphalt in und um die Provinz Limburg. Alle IDM-Klassen sind vertreten, dazu die Marken-Cups im Rahmenprogramm. Absolutes Highlight ist, dass Suzuki auch das erste GSX-R-Europatreffen in die IDM eingebunden hat und die Superstars Kevin Schwantz und Alex Rins auf den Circuit Zolder kommen werden. 

Neun Wochen hat die Pause für die IDM-Klassen Supersport 600, Supersport 300 und Sidecar gedauert. Nur die IDM Superbike 1000 hatte zwischendurch ein Gastspiel mit zwei Läufen im Rahmen der Endurance-WM in Oschersleben, bei dem sich einiges getan hat. Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) hat mittlerweile drei Siege auf dem Konto und kommt als klarer Spitzenreiter der Top-Klasse nach Zolder. Der Ukrainer führt die Meisterschaft mit 14 Punkten Vorsprung auf den Belgier Bastien Mackels (Wilbers-BMW) an. Für Mackels ist es extrem wichtig, am Wochenende auf seinem Heimkurs zu gewinnen. Erstens muss der 32-Jährige den Rückstand zu Mikhalchik verkürzen. Zweitens ist Mackels der Nationalheld auf der Strecke. Die Rechnung wird nicht ohne Julian Puffe, dem momentan bestplatzierten Deutschen und Teamkollegen von Mikhalchik gemacht. Der Schleizer will aufs Podium, damit seine vierten Plätze endlich in die Vergangenheit verbannt werden. Vier der fünf Markenpartner in der IDM Superbike 1000 konnten bisher einen Podiumsplatz feiern: BMW, Honda, Suzuki und Yamaha. Nur Kawasaki fehlt noch.

Auch in den anderen IDM-Klassen hat sich viel bewegt. Viele Fahrer waren testen und die Karten sind für Zolder neu gemischt. In der IDM Supersport 300 sind in der Zwischenzeit sogar Änderungen im Reglement in Kraft getreten. Verschiedene Modifikationen tragen dazu bei, die unterschiedlichen Motorenkonzepte in der Nachwuchsklasse noch mehr anzunähern, was die Chancengleichheit erhöht. An der Spitze dominieren momentan vier KTM-Fahrer. Die Motorradmarke aus Österreich unterstützt den IDM-Partner-Pool seit 2018. 

Für die Würze im Rahmenprogramm sorgen diesmal nicht nur der Suzuki GSX-R 1000-Cup und der Twin 700 Cup, sondern parallel findet das erste europaweite Treffen aller GSX-R Fahrer statt. Stargäste sind kein Geringer als Suzuki-Ikone Kevin Schwantz, 500 cm³-Weltmeister von 2003, und Alex Rins, der aktuelle Suzuki-Fahrer in der MotoGP. Von Kevin Schwantz stammt der legendäre Ausspruch über das Anbremsen vor den Kurven: „Wenn Du Gott siehst, dann musst Du bremsen. Der Texaner wird am Samstag, 10:30 Uhr, in der Stunt Area am Suzuki-Zelt Autogramme geben. 18:00 ist Suzuki-Markenbotschafter Schwantz zu Gast im IDM-Paddock-Talk. Der IDM-Promotor Motor Presse Stuttgart hat aufgefahren, was möglich ist. So wird die Sendung  live auf der Siegerehrungsbühne im Fahrerlager vor dem Publikum gedreht. Auch am Sonntag, 12:40 Uhr, gibt es noch einmal Autogramme. Hier hat sich neben Kevin Schwantz der aktuelle MotoGP-Pilot Alex Rins angekündigt. Der Spanier hat am vergangenen Wochenende in Assen den zweiten Platz gefeiert.