Dienstag, 5. Juni 2018

ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring

Highspeed in den Alpen

 
  • Dritter Saisonlauf des ADAC GT Masters
  • "Liga der Supersportwagen" startet auf schnellster Strecke im Kalender
  • Vier Rennsieger in bisherigen vier Rennen versprechen viel Spannung
 
Foto: Jens Hawrda
Vorhang auf für Runde drei des ADAC GT Masters 2018: Auf dem Red Bull Ring geht es an diesem Wochenende (8.-10. Juni) in der "Liga der Supersportwagen" mit dem zweiten Auslandsgastspiel in Folge weiter. Die Porsche-Piloten Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) sind auf dem schnellsten Kurs des Jahres als Tabellenführer die Gejagten. Nach vier verschiedenen Siegern in den ersten vier Saisonrennen versprechen die 36 GT3-Sportwagen von acht Marken auch in den Alpen beste Unterhaltung. Die beiden Rennen werden am Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr von SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

Mit dem Lauf in Österreich steht eine der beliebtesten Veranstaltungen des Jahres an. Der Red Bull Ring ist nicht nur wegen seiner Alpen-Atmosphäre einmalig, er ist auch der schnellste Kurs im ADAC GT Masters-Kalender. 2017 gewann hier das Lamborghini-Duo Rolf Ineichen (40/CH) und Christian Engelhart (31/Starnberg, beide GRT Grasser Racing Team) mit einem Schnitt von 170,9 km/h das schnellste Rennen der Serienhistorie.

Die aktuellen Spitzenreiter Robert Renauer und Mathieu Jaminet reisen zwar noch ohne Saisonsieg in die Steiermark. Ende April in Most haben sie jedoch dank zweier dritter Plätze in ihrem Porsche 911 GT3 R Rang eins in der Gesamtwertung übernommen. "Es ist natürlich sehr schön, als Tabellenführer an den Red Bull Ring zu reisen", so Renauer. "Aber wir wissen auch, dass erst zwei Rennwochenenden hinter uns liegen und noch einige Läufe auf uns warten. Wir konzentrieren uns einfach darauf, die anstehenden Rennen ähnlich gut wie die beiden ersten zu überstehen." Der Alpenkurs ist Renauers Lieblingsstrecke im Kalender, mit einer Vorhersage für das Wochenende hält er sich jedoch zurück: "Die Strecke macht Spaß zu fahren und liegt einfach in einer klasse Gegend, da kommt immer etwas Urlaubsflair auf. Es ist schwer, Prognosen abzugeben. Wir konnten bis jetzt sehr konstant Punkte sammeln und deshalb hoffe ich, dass wir daran anknüpfen können. Ich glaube nicht, dass wir unbedingt um den Sieg mitkämpfen werden, aber unser Ziel ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen, um den Red Bull Ring auch als Tabellenführer zu verlassen. Wir wollen auf jeden Fall wieder vorn landen, vielleicht wieder auf dem Podium."

Gesamtzweite sind nach ihrem Sonntagstriumph in Most die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP), die in Spielberg den Sieg wiederholen wollen - ebenso wie die weiteren Rennsieger der bisherigen Rennen. Zu diesen gehören der Österreicher Max Hofer (18) und Partner Philip Ellis (25/GB) im Audi R8 LMS von Phoenix Racing sowie ihre Markenkollegen von BWT Mücke Motorsport Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin). Mücke wird in der Steiermark jedoch wie bereits beim Saisonauftakt von DTM-Star Jamie Green (35/GB) vertreten. Ebenfalls ganz oben auf dem Podest standen bereits der in Wien lebende Lamborghini-Werkspilot Mirko Bortolotti (28/I) und dessen Teamkollege Andrea Caldarelli (28/I), die einen Huracán GT3 für das unweit der Strecke in Knittelfeld ansässige Team ORANGE1 by GRT Grasser steuern.

Optimistisch für den Red Bull Ring ist auch Corvette-Pilot Daniel Keilwitz (28/Villingen) - mit sechs Siegen der erfolgreichste ADAC GT Masters-Pilot auf der 4,318 Kilometer langen Strecke. Zuletzt gewann er auf dem Alpenkurs im Samstagsrennen 2017 mit dem späteren Titelgewinner Jules Gounon (23/F). Zusammen mit seinem neuen Teamkollegen Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) erzielte Keilwitz in Tschechien zwei zweite Plätze. Das Duo verbesserte sich dadurch auf den dritten Gesamtrang. In Österreich wollen die Piloten von Callaway Competition den ersten Saisonsieg einfahren.

Auch der letztjährige Le-Mans-Sieger und FIA-WEC-Weltmeister Timo Bernhard (37/Bruchmühlbach-Miesau) möchte am Wochenende ein Ausrufezeichen setzen. Der Porsche-Werkspilot, der zusammen mit Kévin Estre (29/F) einen 911 GT3 R für seinen Rennstall KÜS Team75 Bernhard pilotiert, bestreitet seine erste Saison als Fahrer in der "Liga der Supersportwagen". "Am Red Bull Ring wollen wir auf jeden Fall in die Punkteränge und vielleicht noch weiter nach vorn", so Bernhard.

 Neben Max Hofer haben mit Porsche-Pilot Klaus Bachler (26, KÜS Team75 Bernhard), Christopher Zöchling (30, MRS GT-Racing) im BMW M6 GT3 und Mercedes-AMG-Fahrer Clemens Schmid (27, AutoArenA Motorsport) noch drei weitere Österreicher auf dem Red Bull Ring ein Heimspiel. Beim oberösterreichischen Team HB Racing gibt es dabei einen Fahrerwechsel: Da Stammpilot Dominik Schwager (41/München) verletzungsbedingt ausfällt, kommt beim Heimrennen des Rennstalls Alfred Renauer (33/Jedenhofen) als Teamkollege von Luca Ludwig (29/Bornheim) im Ferrari 488 GT3 zum Einsatz. Renauer spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Teams und ist seit der Gründung ein guter Freund des Rennstalls. Dadurch entsteht eine kuriose Situation, da der Bayer eigentlich Teamchef von Precote Herberth Motorsport ist. Aufgrund seines Einsatzes als Fahrer für ein anderes Team wird er diese Position aber in Spielberg nicht ausüben.

Zusätzlich zum ADAC GT Masters starten in Spielberg auch die Nachwuchstalente der ADAC Formel 4, die spektakulären Tourenwagen der ADAC TCR Germany, der Porsche Carrera Cup Deutschland sowie der Renault Clio Cup Central Europe. Aber auch abseits der Strecke gibt es für die Zuschauer Unterhaltsames: Sowohl am Samstag (10:15-10:45 Uhr) als auch am Sonntag (10:35-11:15 Uhr) können die Zuschauer beim Pit Walk Autogramme sammeln und einen Blick hinter die Kulissen der "Liga der Supersportwagen" werfen. Beim Meet the Drivers auf der Bull's Lane Terrasse haben die Fans am Samstag (15:00-15:30 Uhr) ebenfalls die Gelegenheit, die Fahrer zu treffen.
 

Montag, 4. Juni 2018

DTM: Disqualifikationen nach Unfallserie vom Sonntag

Auer, Mortara und Spengler disqualifiziert

Lucas Auer wird nach seinem Unfall in der Boxengasse disqualifiziert
Foto: dtm.com
Am Sonntag Abend, Stunden nach dem Rennen gab es doch noch Konsequenzen aus der Unfallserie in der Boxengasse. Lucas Auer, Edoardo Mortara und Bruno Spengler wurden von den Sportkommissaren für die Unfälle verantwortlich gemacht,  disqualifiziert und aus der Wertung genommen.
Im neuen Rennergebnis rücken die nachfolgenden Fahrer auf.  Die Sportkommissare berufen sich bei ihren Entscheidungen auf das Sportliche Reglement und sehen in den Unfällen einen Verstoß gegen Artikel 30.9: „Ab Auffahrt auf die Einfädelspur hat der Fahrer seine Geschwindigkeit so herabzusetzen, dass er sein Fahrzeug ohne Gefährdung anderer Teilnehmer oder Sportwarte an den Boxen zum Halten bringen kann.“
Mortara und Spengler wurden darüber hinaus mit einer Rückversetzung um zehn Plätze in der Startaufstellung des jeweiligen nächsten Wertungslaufs bestraft. Die Strafe ist ausgesetzt auf zwei Rennwochenende zur Bewährung. Beide Piloten wurden per Funk von ihren Teams auf die extrem rutschigen Bedingungen in der Boxengasse vorbereitet. Zudem wurden nach dem ersten Unfall von Auer in der Box gelbe Flaggen gezeigt.

BMW-Dreifachsieg im ereignisreichen Sonntagsrennen auf dem Hungaroring

Chaosrennen beschert BMW einen Dreifachsieg
Foto: BMW-Motorsport
Marco Wittmann (GER) holte am Sonntag im Hungaroring (HUN) seinen ersten Saisonsieg im BMW Driving Experience M4 DTM. Timo Glock (GER, DEUTSCHE POST BMW M4 DTM) und Philipp Eng (AUT, SAMSUNG BMW M4 DTM) folgten ihm und fuhren für BMW einen Dreifachsieg nach Hause.

Am Ende eines chaotischen sechsten Rennens der Saison war das Rennergebnis jedoch von geringer Bedeutung. Bei Zwischenfällen in der Boxengasse wurden mehrere Personen verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sieben Runden vor Schluss wurde das Rennen nach mehreren Zwischenfällen in der Boxengasse nach einem Regenguss unterbrochen.

Auf dem nassen und extrem rutschigen Beton vor den Boxen konnten einige Autos nicht rechtzeitig anhalten. Mehrere Leute, die in der Boxengasse arbeiteten, wurden verletzt, als die Autos bei Boxenstopp unkonrollierbar ins rutschen kamen. Spenglers BMW Bank M4 DTM war eines der Fahrzeuge, das ins Rutschen geriet. Er traf einen BMW Team RBM-Mechaniker, der nach Angaben des Mannschaftsarztes leichte Prellungen am Fuß erlitt. Er arbeitete bereits wieder an Spenglers Wagen, als die Autos für den Neustart in die Startaufstellung kamen.
Spengler kam schließlich als Siebter ins Ziel. Wie alle BMW Fahrer profitierte er von der Tatsache, dass die sechs BMW ihre Pflichtboxenstopps bis zur Rennunterbrechung bereits beendet hatten. Als die frühere Spitzengruppe nach dem Neustart an die Box kam, übernahm Wittmann die Führung und kontrollierte ab diesem Zeitpunkt das Rennen. Er fuhr schließlich seinen zehnten Sieg in der DTM ungefährdet ein. Timo Glock wurde Zweiter und kehrt mit 90 Punkten an die Spitze der Fahrerwertung zurück. BMW Team RMR führt den Team-Wettbewerb mit 131 Punkten.
Hinter Eng, als Dritter, der in seiner jungen DTM-Karriere den zweiten Podiumsplatz erreichte, kamen Joel Eriksson (SWE, BMW M4 DTM) und Augusto Farfus (BRA, Shell BMW M4 DTM) als Sechste und Achte ins Ziel.

DTM Budapest: Audi-Pilot Rockenfeller Vierter am Sonntag

  • Regenschauer und Unfälle stellen Renngeschehen in Budapest auf den Kopf
  • Boxenstopp in Runde eins im Sonntagsrennen entscheidend
Die DTM bleibt unberechenbar: Im turbulenten Sonntagsrennen auf dem Hungaroring stellte ein Regenschauer das Renngeschehen komplett auf den Kopf. Am Ende lagen jene Fahrer vorn, die in eher aussichtslosen Positionen ihre Pflichtboxenstopps gleich zu Beginn des Rennens absolviert hatten.
Mike Rockenfeller holt Platz vier für Audi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Einer der Gewinner der DTM-Lotterie von Budapest war Mike Rockenfeller vom Audi Sport Team Phoenix. Von Startplatz 16 ins Rennen gegangen, wechselte „Rocky“ gleich in der ersten Runde die Reifen. Nach sieben Runden sorgte ein starker Regenschauer für drei schwere Unfälle in der Boxengasse und eine längere Rennunterbrechung, die all jene Fahrer benachteiligte, die noch nicht gestoppt hatten oder zum Zeitpunkt des Abbruchs gerade an der Box waren. Außer Rockenfeller traf das auf alle anderen fünf Audi-Piloten zu.

„Das war ein verrücktes Rennen“, sagte der DTM-Champion von 2013, der nach dem Restart Vierter wurde. „Dass ich es fast aufs Podium geschafft hätte, ist heute völlig nebensächlich. Die Bilder von den Unfällen in der Boxengasse sahen schlimm aus. Dass jemand verletzt wird, ist das Letzte, was wir wollen. Ich hoffe, den Betroffenen geht es nicht so schlecht, wie es im ersten Moment aussah. Ich drücke ihnen die Daumen!“

„Am wichtigsten ist, dass die Unfälle in der Boxengasse zum Glück offenbar nicht ganz so schlimm ausgegangen sind, wie man es zunächst befürchten musste“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Die Situation war für alle Fahrer schwierig, denn sie wussten nicht, welche Bedingungen sie in der Boxengasse erwarteten. Durch die Rote Flagge war das Rennen für alle gelaufen, die zuvor noch nicht an der Box waren. Am Ende ist noch ein vierter Platz für Mike Rockenfeller herausgesprungen. Das ist nicht schlecht, aber nach dem gestrigen Tag hatten wir uns mehr versprochen.“
Weiter geht es in der DTM am 23. und 24. Juni beim Audi-Heimspiel auf dem Norisring.

DTM: Mercedes kann Ergebnis vom Vortag nicht wiederhohlen

Unfälle überschatten zweites DTM-Rennen in Budapest

  • Das Rennen wurde nach mehreren Zwischenfällen in der Boxengasse zwischenzeitlich unterbrochen und wieder aufgenommen
  • Paul Di Resta (Mercedes-AMG Motorsport REMUS), Lucas Auer und Edoardo Mortara (beide SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport) beenden das Rennen auf den Plätzen fünf, neun und zehn
  • Paul Di Resta: „Zunächst hoffe ich natürlich, dass alle nach den Zwischenfällen bei den Boxenstopps okay sind. Sportlich haben wir nach einem sehr vielversprechenden Qualifying für die Marke nach der roten Flagge versucht, zu retten, was zu retten war.“
  • Ulrich Fritz: „Nach Ereignissen wie heute steht das sportliche Ergebnis natürlich im Hintergrund. Wir wünschen allen verletzten Personen eine schnellstmögliche Besserung.“
Gary Paffett beendet das Rennen auf Platz 18 und verliert die Tabellenführung an Timo Glock
Foto: dtm.com
Die DTM erlebte kurz nach dem Start des sechsten Saisonlaufs auf dem Hungaroring einige Schrecksekunden. Schon nach einer Viertelstunde Rennzeit wurde das zweite Rennen in Budapest wegen mehrerer Zwischenfälle in der Boxengasse unterbrochen. Grund hierfür waren mehrere voneinander unabhängige Unfälle in der regennassen Boxenstraße, in die auch die Autos von Lucas Auer und Edoardo Mortara verwickelt waren. Dabei wurden drei Personen verletzt und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Ein verletzter Sportwart erlitt ersten Informationen zu Folge schwere Beinverletzungen, zwei weitere Personen wurden mittelschwer verletzt. Nach einer längeren Pause wurde das Rennen um 14:20 Uhr für eine Distanz von 28 Minuten plus einer Runde wieder aufgenommen.

Lucas Auer startete bei trockenen Verhältnissen von der Pole Position in das Rennen. Kurz nach dem Start setzte jedoch Regen ein, der im Laufe der ersten Runden immer stärker wurde und dazu führte, dass immer mehr Fahrer zum Wechsel von Trocken- auf Regenreifen an die Box kamen. Dabei konnten mehrere Piloten ihre mit Slicks bestückten Autos auf der nassen Streckenoberfläche in der Boxengasse nicht mehr kontrollieren und für den Stopp abbremsen.

Das Rennergebnis wurde durch die turbulente Anfangsphase mit frühen Boxenstopps, dem einsetzenden Regen sowie der zwischenzeitlichen Unterbrechung nach den Boxenzwischenfällen und dem folgenden Re-Start stark durcheinandergewürfelt. Zu Rennbeginn lagen die sechs Mercedes-AMG Motorsport DTM-Fahrer noch auf den ersten sechs Plätzen.

Im Endergebnis kamen drei von ihnen in die Top-10: Paul Di Resta (Mercedes-AMG Motorsport REMUS), Lucas Auer (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport) und Edoardo Mortara (SILBERPFEIL Energy Mercedes-AMG Motorsport) belegten die Ränge fünf, neun und zehn. Daniel Juncadella (Mercedes-AMG Motorsport REMUS) und Pascal Wehrlein (Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS) führten das Rennen nach dem Re-Start zwischenzeitlich an, kamen nach ihrem Pflichtboxenstopp auf den Plätzen 14 und 16 ins Ziel. Gary Paffett (Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS) beendete das Rennen auf Rang 18.

In der Fahrerwertung liegt Gary nach sechs Saisonrennen mit elf Punkten Rückstand auf BMW-Pilot Timo Glock (90 Punkte) auf Platz zwei. Mercedes-AMG (297 Punkte) führt die Herstellerwertung mit 57 Punkten Vorsprung auf BMW (240 Punkte) weiter an.