Sonntag, 20. Mai 2018

Rast unverletzt, aber mit Startverbot fürs Sonntagsrennen

Renè Rast überschlägt sich
Foto: dtm.com
Jamie Green war sprachlos. Schockiert legte er die Hand auf den Mund. Auf dem Monitor in einer Box verfolgte der Audi-Pilot den fürchterlichen Unfall von René Rast am Samstag in Runde sechs des DTM-Rennens auf dem Lausitzring. Nachdem das Auto von Markenkollege Loïc Duval den roten Audi des Champions berührt hatte, rutschte der Wagen mit der Nummer 33 auf die Wiese, stellte sich quer, verkantete sich in der Wiese, wurde ausgehoben, landete auf dem Dach und überschlug sich. Die Zuschauer am Lausitzring hielten den Atem an. Doch entgegen aller Befürchtungen ging der Horror-Crash glimpflich aus.
Der Audi von Renè Rast ist ein Totalschaden
Foto; dtm.com
Das Auto war ein Totalschaden, aber Rast gab sofort Entwarnung und winkte. Aufatmen allerseits. Nach wenigen Momenten kletterte er aus seinem demolierten Fahrzeug. Das ganze Dach und die Frontscheibe waren zerstört. Mit dreckverschmiertem Gesicht gab er wenig später das erste Interview in der Boxengasse. „Ich sehe zwar etwas mitgenommen aus. Aber es geht mir überraschend gut. Ich habe keine Schmerzen. Wie man sieht, ist das Auto sehr sicher. Ich bin happy, dass ich gesund bin“, sagte Rast.
Renè Rast unmittelbar nach seinem schweren Unfall, zum Glück unverletzt.
Foto: dtm.com
Am späten Nachmittag wurde er im Klinikum Niederlausitz geröntgt. Dabei wurden keine Frakturen festgestellt. Vorsichtshalber blieb Rast aber über Nacht in Senftenberg. Am morgigen Rennen wird er auf Anraten der Ärzte nicht teilnehmen.

Glückwunsch zum Sieg !


Samstag, 19. Mai 2018

Nach Safetycar und Roter Flagge: Edoardo Mortara gewinnt turbulentes Samstagsrennen in der Lausitz

  • Timo Glock baut mit Platz zwei seine Führung in der Fahrerwertung aus
  • Erstes Podium für DTM-Rookie Philipp Eng
  • René Rast nach schwerem Unfall unverletzt
Neunter DTM-Sieg und erster mit Mercedes für Edoardo Mortara
Foto: dtm.com
Sieger in einem ereignisreichen dritten DTM-Saisonrennen ist Edoardo Mortara. Im Mercedes-AMG C63 DTM gewann der Italiener das Samstagsrennen auf dem Lausitzring. Für Mortara ist es der neunte Sieg seiner DTM-Karriere und der erste für Mercedes-AMG. „Der erste Sieg mit Mercedes-AMG ist ein ganz besonderer Sieg und sehr emotional“, sagte Mortara nach der Siegerehrung. „Wir haben hart gekämpft und ich bin natürlich super zufrieden.“ Platz zwei in der Lausitz ging an BMW-Pilot Timo Glock, der damit seine Führung in der DTM-Fahrerwertung ausbauen konnte. Seinen ersten Podestplatz im dritten DTM-Rennen feierte Philipp Eng. Der Österreicher wurde Dritter. Wie sicher die DTM-Autos sind, zeigte sich in Runde sieben. Nach einer Berührung rutschte René Rast von der Strecke und überschlug sich anschließend. Der aktuelle DTM-Champion konnte aus dem völlig zerstörten Audi RS 5 DTM unverletzt aussteigen.

„Die Audi-Jungs tun mir richtig leid“, kommentierte der Zweitplatzierte Glock das Unfall-Pech der Ingolstädter, denn neben Rast schieden auch Jamie Green und Nico Müller nach einer Startkollision aus. Während dieser Unfall eine Safetycar-Phase nach sich zog, wurde das Rennen nach Rasts Überschlag mit der Roten Flagge unterbrochen. Glock weiter: „Bei den heftigen Unfällen müssen wir froh sein, das nichts passiert ist. In der Schlussphase des Rennens habe ich vielleicht zu wenig riskiert. Aber mit Platz zwei kann ich zufrieden sein. Ich glaube, wir haben den Zuschauern wieder guten Rennsport geboten.“

Zum ersten Mal in seiner Motorsport-Karriere durfte Philipp Eng bei einer DTM-Siegerehrung jubeln. In seinem dritten Rennen holte sich der Österreicher Platz drei und war entsprechend zufrieden. „Das war eine kurze Eingewöhnung für mich in die DTM“, sagte er. „Das Rennen war aufregend und unfassbar spannend. Ich hätte gerne gewonnen, aber der Podestplatz ist schon extrem cool."

Gerne gewonnen hätte auch Lucas Auer. Der Mercedes-AMG-Pilot war von der Pole-Position gestartet und das Rennen über weite Strecken angeführt. In der Schlussphase fiel Auer auf Platz vier zurück.

In der DTM-Fahrerwertung liegt nach drei von 20 Saisonrennen weiterhin Timo Glock in Führung. Mit 62 Punkten auf dem Konto hat der BMW-Pilot 17 Punkte Vorsprung auf Gary Paffett (45 Punkte). Dritter ist Rennsieger Edoardo Mortara (37 Punkte).

Weiter geht es auf dem Lausitzring bereits morgen. Das vierte Saisonrennen zeigt SAT.1 in der Sendung „ran racing“ ab 13:00 Uhr; Rennstart ist um 13:30 Uhr.

Audi elektrisiert Berlin: Doppelsieg beim Formel-E-Heimspiel

  • Daniel Abt siegt in Berlin vor seinem Teamkollegen Lucas di Grassi
  • Audi Sport ABT Schaeffler holt als erstes Formel-E-Team die maximale Punktzahl
  • Audi e-tron FE04 in Berlin-Tempelhof das überragende Auto
Daniel Abt (Audi) siegt beim Heimrennen überlegen
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Mit einem Bilderbuch-Ergebnis hat Audi beim Formel-E-Heimspiel Berlin elektrisiert. Dank Pole-Position, einem überlegenen Doppelsieg und der schnellsten Rennrunde ist Audi Sport ABT Schaeffler das erste Team, das an einem Renntag der Elektro-Rennserie die maximale Punktzahl holte.

Strahlender und vom Berliner Publikum frenetisch gefeierter Sieger war Daniel Abt. Der 25-jährige Deutsche lieferte bei seinem Heimspiel eine perfekte Leistung ab. Obwohl er in der ungünstigen ersten Gruppe auf die Strecke gehen musste, qualifizierte sich Abt mühelos für das Einzelzeitfahren der schnellsten Fünf, das er klar für sich entschied und so die ersten drei Punkte für die zweite Pole-Position seiner Formel-E-Karriere sammelte. Es folgte ein souveräner Start-Ziel-Sieg und als Krönung auch noch der Punkt für die schnellste Rennrunde.

„Das war der wohl wichtigste Sieg meiner bisherigen Karriere und ein unglaublicher Tag von Anfang bis Ende“, sagte Daniel Abt, nachdem er den Siegerpokal von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer entgegengenommen hatte. „Maximale Punkte mit der Pole-Position, dem Sieg und der schnellsten Runde und dann auch noch ein Doppelsieg für Audi – mein Dank geht an alle, die uns unterstützen. Heute wird richtig gefeiert!“

Doppelsieg für Audi in Berlin mit D. Abt (l.) u. L. Di Grassi
Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel
Den Audi-Doppelsieg beim Heimspiel in Berlin perfekt machte Lucas di Grassi. Der Titelverteidiger fuhr im Qualifying mit seinem Audi e-tron FE04 die schnellste Runde, leistete sich in der „Super Pole“ dann aber einen kurzen Quersteher, der ihn auf den fünften Startplatz zurückwarf. Nach dem Start brauchte der Brasilianer nur zwölf Runden, um sich auf den zweiten Platz nach vorn zu arbeiten. Nach dem Boxenstopp schloss der Brasilianer zu seinem Teamkollegen auf und fuhr anschließend Platz zwei souverän nach Hause. Der Drittplatzierte Jean-Eric Vergne im Techeetah hatte im Ziel bereits mehr als zwölf Sekunden Rückstand.

„Erst einmal Glückwunsch an Daniel, der den Sieg heute absolut verdient hat“, sagte di Grassi nach seinem vierten Podiumsergebnis in Folge. „Unser Audi war heute superschnell und der Konkurrenz überlegen, sodass wir den Sieg eigentlich nur unter uns ausmachen mussten. Nach dem Boxenstopp war ich an Daniel dran, aber mit meinem zweiten Auto hatte ich ein Problem, das wir analysieren müssen. Mit dem Doppelsieg ist für Audi ein Traum wahr geworden. Nachdem das Jahr für uns so schlecht angefangen hatte, liegen wir jetzt auf Platz zwei der Team-Meisterschaft.“

In der Fahrer-Meisterschaft verbesserten sich Daniel Abt und Lucas di Grassi vor den letzten drei Rennen in Zürich (10. Juni) und New York (14./15. Juli) auf die Plätze vier und sechs. Zu Tabellenplatz drei fehlt Abt nur noch ein Punkt.

„Es war ein fantastisches Rennen für uns“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der erste Doppelsieg für Audi seit dem werkseitigen Einstieg in die Formel E und der erste überhaupt für das Team – und das beim Heimspiel! Daniel hat das maximal Mögliche erreicht und Lucas den Tag für uns perfekt gemacht. Mein Glückwunsch gilt allen, die so hart dafür gearbeitet haben. Einen so großen Vorsprung sieht man bei einem Formel-E-Rennen sehr selten.“

„Ein Doppelsieg für Audi in Berlin ist einfach unglaublich“, sagte Teamchef Allan McNish. „Ein ‚Clean Sweep‘ auf heimischen Boden, besser als dieser Samstag in Tempelhof kann ein Tag einfach nicht sein. Ich bin unheimlich stolz auf das ganze Team!“

DTM: Stimmen der BMW-Piloten zum Samstagsrennen am Lausitzring

Zwei Fahrer auf dem Podium, fünf Fahrer in den Top-10: BMW hat beim dritten DTM-Rennen auf dem Lausitzring ein starkes Ergebnis erzielt. Timo Glock (GER) fuhr mit dem DEUTSCHE POST BMW M4 DTM auf den zweiten Platz, gefolgt von Philipp Eng (AUT) auf dem dritten Platz im SAMSUNG BMW M4 DTM. Für Eng war es sein erstes DTM-Podium. Auch Bruno Spengler (CAN, BMW Bank M4 DTM), Marco Wittmann (GER, BMW Driving Experience M4 DTM) und Augusto Farfus (BRA, Shell BMW M4 DTM) erreichten die Plätze fünf, sieben und zehn. Joel Eriksson (SWE, BMW M4 DTM) überquerte als Zwölfter die Ziellinie.

Marco Wittmann (Rennergebnis: 7. Platz):
"Es war ein sehr chaotisches Rennen. Ich hoffe wirklich, dass es allen Fahrern, die an den Unfällen beteiligt sind, gut geht. Es sah wirklich ernst aus, als sich René Rast überschlug. Wichtig war in der richtigen Runde den Boxenstopp zu absolviereb, da das Feld so eng bei einander lag. Edoardo Mortara hat gezeigt, dass man mit dem perfekten Timing einen großen Schritt nach vorne machen kann. "
Augusto Farfus
Foto: Jens Hawrda
Augusto Farfus (Rennergebnis: 10. Platz):
"Es ging darum, es bis zum Ende dieses Rennens zu schaffen. Es war schwierig, während des Rennens die richtige Balance des Autos zu finden. Aber wir haben es geschafft."
Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo Glock (Rennergebnis: 2. Platz):
"Vor allem müssen wir froh sein, dass es allen Fahrern, die heute Unfälle hatten, gut geht. All diese Vorfälle haben das heutige Rennenes zu einem sehr kurzen Sprint-Rennen gebracht, aber unsere Strategie hat sich am Ende ausgezahlt. Die Reifen brauchten ein bisschen zu lange, um ins richtige Arbeitsfenster zu kommen. Ich denke, wir hätten sogar etwas aggressiver in Sachen Strategie sein können. Aber natürlich bin ich froh, dass ich das Podium erreicht habe und ich freue mich auch für Philipp, der ein tolles Rennen gefahren ist. Er hatte bisher ein sehr gutes Wochenende und war sehr schnell. Zwei Autos auf das Podium zu bringen, ist ein großartiges Ergebnis für BMW. "

Philipp Eng (Rennergebnis: 3. Platz):
"Ich bin sehr glücklich mit diesem dritten Platz in meinem dritten DTM-Rennen. Es hätte kaum besser laufen können. Ich hatte am Ende keinen DRS, aber Edoardo Mortara war sehr schlau. Dann konnte Timo auch an mir vorbeigehen. Das dämpft jedoch meine Stimmung nicht. Wir haben heute eine echte Mannschaftsleistung gezeigt. Ein großes Dankeschön an unsere Ingenieure - seit Hockenheim haben wir gute Arbeit geleistet. "
Bruno Spengler
Foto: Jens Hawrda
Bruno Spengler (Rennergebnis: 5. Platz):
"Ich persönlich bin nicht total glücklich. Ich lag über weite Strecken des Rennens auf dem zweiten Platz, musste mich aber letztendlich mit Platz fünf begnügen. Ich finde es nicht ideal, dass wir so früh gestoppt haben. Positiv ist, dass wir wieder einige Punkte gesammelt haben. Insgesamt ist es ein sehr positiver Tag für BMW. Ich hätte gerne das Podium erreicht, aber jetzt müssen wir uns auf das morgige Rennen konzentrieren."

Joel Eriksson (Rennergebnis: 12. Platz):
"Das war ein sehr hartes Rennen für mich. Im Qualifying lief es nicht so gut. Im Rennen passierte dann eine Menge, und der IndyCar Neustart  war für mich nicht ideal. Ich kam nicht voran, sondern viel zurück. Ich war ein paar Mal zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich muss dieses Rennen vergessen und hart arbeiten, um mich auf morgen vorzubereiten. "