Donnerstag, 3. Mai 2018

DTM: Auftakt in die Jubiläumssaison für Mercedes

Vor 30 Jahren begann die Erfolgsgeschichte von Mercedes-AMG Motorsport in der DTM mit dem werksseitigen Einstieg. Am kommenden Wochenende schlägt das Team beim Heimrennen in Hockenheim das erste von zehn Kapiteln der Jubiläumssaison 2018 auf.
Die Mercedes - Piloten sind bereit für den Start in die Saison
Foto: Mercedes-Motorsport
  • Erster Start als Werksteam in Hockenheim: 24. April 1988 (Bestes Ergebnis: zwei zweite Plätze durch Alain Cudini)
  • Erster Sieg in Hockenheim: 16. April 1989 (damals drittes Saisonrennen) mit Neuzugang Klaus Ludwig, der neben dem ersten Heimsieg (bis heute: 34 Siege) auch die erste Heim-Pole (bis heute: 20 Poles) von Mercedes-AMG Motorsport in Hockenheim erzielte
  • Mit insgesamt 34 Siegen erfolgreichste Marke in Hockenheim: Mit Gary Paffett (4 Siege), Paul Di Resta, Edoardo Mortara (je 2 Siege) und Lucas Auer (1 Sieg) haben vier der sechs Mercedes-AMG DTM-Fahrer bereits mindestens ein Rennen auf dem Hockenheimring gewonnen
  • Comeback: Pascal Wehrlein, der jüngste Champion in der Geschichte der DTM, bestreitet an diesem Wochenende in Hockenheim sein erstes DTM-Rennen seit seinem Titelgewinn an gleicher Stelle im Oktober 2015
  • Ulrich Fritz: „Da die DTM 2018 sicher noch enger wird als in den Jahren zuvor, ist der Spielraum für Fehler ebenfalls kleiner.“

Foto: Mercedes-Motorsport
Stimmen zu den DTM-Rennen in Hockenheim

Gary Paffett (37 Jahre, England):
„Hinter uns liegt ein richtig langer Winter und es ist sehr viel Zeit seit dem letzten Rennen in Hockenheim im Oktober vergangen. Seitdem hat sich in der DTM ziemlich viel verändert. Das neue Reglement mit den Einheits-Aerodynamikteilen macht in diesem Jahr einen großen Unterschied aus. Mit Blick auf die Autos reisen wir in diesem Jahr mit einem viel ausgeglicheneren Feld nach Hockenheim. Ich glaube allerdings, dass wir noch nicht genau wissen, wo wir uns im Vergleich zu den anderen einordnen. Bei den Testfahrten arbeitet man an seinem eigenen Auto und seiner eigenen Balance. Man versucht, damit glücklich zu werden, aber die Rundenzeiten bedeuten nicht wirklich viel. Ich war am zweiten Testtag Schnellster, aber bei den Tests geht es hin und her und man weiß nie, mit wie viel Sprit die anderen gefahren sind oder wie lang ihre Runs waren. Ehrlich gesagt, ist es unmöglich vorherzusagen, wo wir stehen. Aber eins ist klar: es geht eng zu. Die Autos sind unglaublich ausgeglichen und alles ist hart umkämpft. Wenn wir von Beginn an eine gute Fahrzeugbalance haben und richtig gute Arbeit abliefern, dann haben wir eine Chance, das Rennen zu gewinnen. Das ist die Ausgangslage, die wir vor jedem Wochenende haben sollten. Ich kann es kaum erwarten, dass es endlich wieder losgeht.“

Paul Di Resta (32 Jahre, Schottland):
„Schluss mit der Winterpause, der Countdown zum Saisonauftakt läuft. Hockenheim ist ein großartiges Rennen, um in die neue Saison zu starten. Nach dem langen Winter sieht alles gut aus. Aber wir werden erst am kommenden Wochenende sehen, wo wir im Vergleich zu den anderen stehen. Natürlich wollen wir die letzte Saison von Mercedes-AMG Motorsport in der DTM mit dem richtigen Spirit abschließen. Aber im Moment sind wir voll konzentriert auf das Ergebnis und möchten ein Wörtchen im Titelkampf mitsprechen.“

Lucas Auer (23 Jahre, Österreich):
„Endlich geht es wieder los, die Vorfreude bei mir ist riesig. Anfang April hatten wir die letzten Tests vor dem Saisonauftakt und ich glaube, dass es relativ eng zugehen wird. Vor dem ersten Rennwochenende überwiegt ganz klar die Spannung auf die neue Saison und wie das Kräfteverhältnis sich entwickeln wird. Hockenheim ist eine geile Strecke, auf der das Qualifying wichtig ist, aber nicht ausschlaggebend. Denn dort kann man auch mega überholen. Mit der neuen Aerodynamik liegen die Bremspunkte früher und man kann besser reinstechen und überholen. Es ist kein Geheimnis, dass alle nach der Winterpause heiß sind und danach fliegen normalerweise die Fetzen. Der Saisonstart in Hockenheim ist deswegen immer ein hammergeiles Wochenende.“

Daniel Juncadella (26 Jahre, Spanien):
„Hockenheim ist für mich gleich aus mehreren Gründen ein ganz besonderes Wochenende. Zunächst einmal, weil ich beim Saisonauftakt zum ersten Mal seit langer Zeit wieder an einem DTM-Rennen teilnehme. Gleichzeitig ist es der erste DTM-Start nach meiner Verletzung in der Saisonvorbereitung. Als ich den Fahrradunfall hatte, rechnete ich im ersten Moment nicht damit, dass ich zum Auftakt fit sein würde. Deshalb ist es fantastisch für mich, dass ich fahren kann. Entsprechend fühle ich mich absolut bereit für den Saisonstart, der auch noch auf den Geburtstag eines Freundes fällt, der im vergangenen Jahr verstorben ist. Dadurch gehe ich mit ganz besonderen Emotionen in das erste Rennwochenende der Saison.“

Edoardo Mortara (31 Jahre, Italien):
„Der Saisonauftakt in Hockenheim ist immer eine großartige Veranstaltung. Es ist wichtig, nach der langen Pause, wieder gut in Schwung zu kommen. Ich hoffe sehr, dass wir in diesem Jahr ganz vorne um den Titel mitkämpfen können. Am ersten Rennwochenende ist es für alle immer eine kleine Überraschung, zu sehen, wer wo steht und wie konkurrenzfähig alle sind. Dann erfahren wir endlich, wer 2018 um Siege und Podestplätze kämpfen kann. Ich hoffe natürlich, dass wir dazu gehören.“

Pascal Wehrlein (23 Jahre, Deutschland):
„Die Winterpause ist in der DTM immer sehr lang, entsprechend freue ich mich umso mehr auf den Saisonstart und mein erstes DTM-Rennen seit 2015. Ich fühle mich körperlich sehr gut vorbereitet und bei den Testfahrten in Hockenheim hatte ich ebenfalls ein positives Gefühl. Ich werde in Hockenheim wie immer alles geben und bin gespannt, wie das Wochenende verläuft.“

Ulrich Fritz, Mercedes-AMG Motorsport DTM Teamchef:
„Die Vorfreude, dass die DTM am Wochenende endlich wieder losgeht, ist sowohl beim Team als auch bei mir riesig. Natürlich sind die Emotionen in diesem Jahr noch intensiver als sonst, schließlich wird es das letzte Mal sein, dass wir nach Hockenheim zu einem Auftaktrennen fahren. Es ist immer wichtig, einen guten Start in die Saison zu finden. Da die DTM 2018 sicher noch enger wird als in den Jahren zuvor, ist der Spielraum für Fehler ebenfalls kleiner. Dementsprechend muss jeder im Team den Fokus komplett auf die kommenden Rennen legen.“

DTM-Stars begeistern Fans in Budapest

  • René Rast und Timo Glock feiern Motorsport-Party in Ungarn
  • 200.000 Zuschauer säumen den 2,5 Kilometer langen Kurs in der ungarischen Hauptstadt
  • Die DTM startet vom 1. bis 3. Juni auf dem Hungaroring
Demorunden von Timo Glock und Renè Rast in Budapest
Foto: dtm.com
Die DTM war am 1. Mai einer der Höhepunkte des 6. GREAT RUN, einer Promotion-Veranstaltung des Hungarorings in der ungarischen Hauptstadt Budapest. 200.000 Zuschauer säumten bei strahlendem Sonnenschein den 2,5 Kilometer langen Kurs in der Donau-Metropole, als René Rast und Timo Glock mit ihren spektakulären DTM-Boliden für eindrucksvolle Bilder und tollen Sound sorgten.
 
„Seit meinem ersten Formel-1-Rennen im Jahr 1986 mag ich diese Stadt. Mir gefällt das Flair“, sagte der ITR-Vorsitzende Gerhard Berger, der zusammen mit Formel-1-Boss Chase Carey die Veranstaltung eröffnete. „Der GREAT RUN ist eine tolle Veranstaltung. Ich denke, wir haben den Zuschauern mit den beiden DTM-Autos eine gute Show geboten.“ Begeistert war auch DTM-Champion Rast, der zum ersten Mal beim GREAT RUN dabei war: „Ein super Event in einer tollen Stadt. Beeindruckend, wie viele Menschen an dem Kurs standen. Ich habe es genossen und freue mich auf die DTM-Veranstaltung in Budapest.“
das Zuschauerinteresse in Budapest war enorm
Foto: dtm.com
Die beiden Fahrer von Audi und BMW pilotierten Renntaxi-Versionen des Audi RS 5 DTM und des BMW M4 DTM, chauffierten SAT.1-Moderatorin Andrea Kaiser und ihre ProSieben-Kollegin Nina Beeth, die für das Magazin „taff“ einen Selbstversuch machte und zum ersten Mal in einem Rennauto Platz nahm. „Heute habe ich mein Ziel nicht erreicht, denn es war nach den Runs noch immer etwas Gummi auf meinen Reifen. Eigentlich wollte ich sie bei den Doughnuts komplett runterfahren...“, feixte Glock, der 2008 seinen ersten Formel-1-Podestrang auf dem Hungaroring feierte. „Zu dieser Veranstaltung komme ich immer wieder gern.“
Renè Rast hatte sichtlich Spass in Budapest
Foto: dtm.com
Neben den DTM-Rennern von Audi und BMW war Max Verstappen mit seinem Red-Bull-Formel-1-Renner Headliner des GREAT RUN. Daneben begeisterten Fahrzeuge aus der NASCAR, Formel Renault und TCR sowie Renntrucks und klassische Rennfahrzeuge die Zuschauer. Abgerundet wurde das Programm, das der ungarische Sportsender M4 drei Stunden lang live im TV übertrug, von einer Air Show mit Flugzeugen und Hubschraubern aus der Flugstaffel von Red Bull.
 
Nach ihrem Budapest-Abenteuer haben Rast und Glock nun nicht viel Zeit zum Verschnaufen. Bereits an diesem Wochenende (4. bis 6. Mai) startet die DTM auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg in die neue Saison. Nach Budapest kehrt der DTM-Zirkus dann vom 1. bis 3. Juni für die Saisonläufe fünf und sechs zurück.

Mittwoch, 2. Mai 2018

DTM: Audi Sport auf Mission Titelverteidigung

  • Saisonstart in Hockenheim erstmals live bei neuem Fernsehpartner SAT.1
  • Abschiedsrennen von Mattias Ekström
  • Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Echte Favoriten gibt es nicht“
 
Das lange Warten der DTM-Fans hat ein Ende: An diesem Wochenende beginnt auf dem Hockenheimring die neue Saison. Audi Sport ist mit dem Audi RS 5 DTM am Start und Titelverteidiger in der Fahrer-, Hersteller- und Team­wertung. Das bedeutet gleichzeitig: Audi Sport ist in allen drei Meisterschaften der Gejagte.
 
Die Audi-Piloten sind bereit für die Saison 2018
Foto: Audi-Motorsport
Exakt 202 Tage liegen zwischen dem DTM-Finale 2017 und dem ersten Rennen 2018, das an diesem Samstag um 13.33 Uhr (MEZ) startet und erstmals live auf SAT.1 übertragen wird. „Die DTM-Saison ist sehr kompakt und die Winterpause lang“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Es ist höchste Zeit, dass es wieder losgeht. Wir rechnen mit einer extrem spannenden Saison, in der nach dem Wegfall der Performance-Gewichte jeder ausschließlich Vollgas gibt – genau so, wie es sich die Fans wünschen. Echte Favoriten gibt es für mich nicht.“
 
Die Karten wurden im Winter neu gemischt. Audi, BMW und Mercedes-Benz starten mit einer vereinheitlichten Aerodynamik, weiter reduziertem Abtrieb und weniger Setup-Optionen beim Fahrwerk. „Ich gehe davon aus, dass das Feld so noch enger zusammenrückt“, sagt der amtierende DTM-Champion René Rast. „Ich bin gespannt, ob wir die richtigen Schluss­folgerungen aus den Testfahrten gezogen haben und wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Auf jeden Fall ist es ein tolles Gefühl, als DTM-Champion zum Saisonauftakt nach Hockenheim zu kommen.“
 
Fast sieben Monate lang hat sich Audi Sport intensiv auf die neue DTM-Saison vorbereitet. Ab diesem Wochenende stehen Fahrer und Teams wieder voll im Rampenlicht – und das mehr denn je: In Deutschland überträgt ab sofort der neue TV-Partner SAT.1 die DTM live. Die Sendezeit beginnt jeweils schon eine halbe Stunde vor dem Start der Rennen. Das ermöglicht den Fernsehzuschauern intensivere Einblicke hinter die Kulissen.
 
Auch in der DTM-Mannschaft von Audi Sport hat sich seit dem Finale der vergangenen Saison einiges verändert. So startet René Rast in diesem Jahr mit einem roten Audi Sport RS 5 DTM. Der Schaeffler Audi RS 5 DTM von Mike Rockenfeller erscheint erstmals in Weiß-Grün. Auch Nico Müller (Castrol EDGE) und Loïc Duval (Audi Sport) fahren mit neuen Sponsoren. Beide haben zudem neue Renningenieure. Robin Frijns (Aral Ultimate) ist der neue Rookie im Team, er hat bei den offiziellen DTM-Testfahrten bereits einen starken Eindruck hinterlassen. Neuer Projektleiter DTM bei Audi Sport ist Andreas Roos. Eine Konstante im Audi-Kader ist Jamie Green, der zuletzt dreimal in Folge in die Top Drei der Meisterschaft fuhr: Der Brite startet wieder mit dem orangefarbenen Hoffmann Group Audi RS 5 DTM und seiner Mannschaft vom Audi Sport Team Rosberg.
 
Einen besonderen Auftritt in Hockenheim hat Mattias Ekström: Der erfolgreichste Audi-DTM-Pilot aller Zeiten fährt außerhalb der Wertung in einem siebten Audi RS 5 DTM. Er verabschiedet sich mit zwei abschließenden Rennen von den DTM-Fans. 2018 will sich der Schwede ganz auf sein Engagement in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft (World RX) konzentrieren.
 
Ekströms Red Bull Audi RS 5 DTM ist der Testträger von Audi Sport. Für den Gaststart sind zehn zusätzliche Mechaniker von Audi Sport und ABT Sportsline im Einsatz. Die Boxenstopps übernimmt die Crew von Frijns und Müller. Renningenieur ist Markus Michelberger, der in der DTM früher mit Miguel Molina zusammenarbeitete und aktuell der verantwortliche Ingenieur von Titelverteidiger Lucas di Grassi in der Elektro-Rennserie Formel E ist.
 
SAT.1 überträgt am Samstag und am Sonntag (5./6. Mai) jeweils ab 13 Uhr live aus Hockenheim. Tickets und Audi-Fanpakete sind im Internet unter www.audi.com/dtm erhältlich.

DTM: Drei Fragen an Ulrich Fritz

Abschied zum Auftakt: Beim Saisonauftakt der DTM am kommenden Wochenende (04.-06. Mai) in Hockenheim startet das Mercedes-AMG Motorsport DTM Team in seine Jubiläumssaison. Vor 30 Jahren stand zum ersten Mal ein Werksauto des Teams am Start. Neben den 18 Einsatzfahrern ist an diesem Wochenende auch ein 19. Pilot mit von der Partie: der ehemalige Champion Mattias Ekström bestreitet seine beiden Abschiedsrennen.
 
„So etwas habe ich bislang noch nicht erlebt”, sagt Gary Paffett. „Er hat seinen Rücktritt nach dem Saisonende bekannt gegeben und so konnte er sich nicht verabschieden. Der Gaststart bietet ihm eine gute Gelegenheit dazu. Je mehr Autos im Feld sind, desto besser ist es. So lange er auf der Strecke niemanden ärgert, ist es für mich okay.“
 
In Vorbereitung des kommenden Saisonstarts ein Kurzinterview mit dem Mercedes DTM Motorsportchef Ulrich Fritz:
 
Uli, die Zeit des Wartens ist vorbei. Am Wochenende startet die DTM in die neue Saison. Wie ist die Stimmung im Team?
 
Ulrich Fritz: Sehr gut. Die Vorfreude ist natürlich bei allen groß. Man arbeitet den ganzen Winter an den neuen Autos, macht sich fit für das erste Rennen und will dann einfach sehen, wie gut man wirklich gearbeitet hat, oder ob die Konkurrenz einen Tick besser ist. Klar - die Tests geben einen kleinen Einblick, aber wie heißt es so schön? When the flag drops, the bullshit stops. Also erst, wenn es wirklich zählt, deckt jeder seine Karten auf. Meine Hoffnung ist, dass alle Hersteller nahe beieinander liegen und wir endlich wieder eine Saison haben, in der der Sport im Vordergrund steht.
 
Wenn Du ein Fazit über die Vorbereitung ziehen müsstest, wie würde dieses ausfallen?
 
Ulrich Fritz: Ich denke, die Vorbereitung lief trotz einiger Hürden ganz gut. Es fing ja schon mit den chaotischen Wetterverhältnissen beim Test in Italien an. Mit Schnee haben wir nun wirklich nicht gerechnet. Allerdings hat uns das Wetter dann sogar geholfen, nachdem wir unser Testauto schon am zweiten Tag verloren haben. Durch das Wetter konnten die anderen aber auch nicht viel mehr mitnehmen als wir. Vor Hockenheim kam dann die Hiobsbotschaft von Dani, dass er sich das Schlüsselbein angebrochen hat. Obwohl keiner daran geglaubt hat, ist er aber dann trotzdem das volle Testprogramm gefahren und ist fit für den Saisonstart. Das grenzt für mich immer noch an ein Wunder. Sonst lief aber alles relativ normal und die Jungs in der Werkstatt haben einen tollen Job abgeliefert.
 
In den Medien wurde in letzter Zeit oft die Option besprochen, dass HWA im kommenden Jahr als Privatteam in der DTM antreten könnte. Wie stehst Du dazu?
 
Ulrich Fritz: Es ist doch so. Wären wir dazu technisch und personell in der Lage? Ja, sicher. Ist es zielführend als Privatteam gegen Werkseinsätze der Hersteller anzutreten? Eher nicht. Abgesehen davon denke ich, dass sich ein solches Projekt seriös und wettbewerbsfähig durchgeführt, kaum privat finanzieren lässt.

Montag, 30. April 2018

IDM startete in Oschersleben in neue Saison

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ist in die neue Saison gefahren. In der Motorsport Arena Oschersleben feierten die Zuschauer bei frühlingshaftem Wetter die Sieger sowie auch Verlierer in vier Prädikatsklassen. Unter der Leitung des neuen Serien-Promoters zeigte sich, dass die sich zuletzt in einer Talsohle befindliche Serie wieder deutlich im Aufwind ist.   Sechs Motorradmarken nehmen in Deutschlands Top-Serie des Motorradstraßen-Rennsport den Kampf um die Meisterschaftspunkte auf: BMW, Honda, Kawasaki, KTM, Suzuki und Yamaha.

Superbike 1000

In der IDM Superbike, der höchsten Klasse, in der mit 1000 cm³-Maschinen gefahren wird, teilten sich der Belgier Bastien Mackels (Wilbers BMW) und der Ukrainer Ilya Mikhalchik (alpha Racing-Van Zon-BMW) die Siege in den beiden ausgetragenen Rennen. Der Name des IDM-Neuzugangs Mikhalchik liegt zwar noch schwer auf der Zunge, aber Fans sollten ihn sich merken. Der 21-Jährige gilt als Mann der Zukunft und verfügt auch über Erfahrungen auf internationaler Ebene. Sein Kommentar in punkto Superbike-Debüt auf deutschem Boden: „Die IDM fühlt sich nicht an wie eine nationale Meisterschaft, sondern ich komme mir eher wie in einer Weltmeisterschaft vor. Auch das fahrerische Niveau ist verdammt hoch.“

Ilya Mikhalchik siegt im Rennen zwei
Foto: Jens Hawrda
Teamchef Benny Wilbers war derart begeistert von der Leistung seines Fahrers Bastien Mackels, dass er ihm spontan den Wunsch erfüllte, ihm demnächst ein Wochenende mit einem Sportwagen zu spendieren. Das Besondere: In Belgien, wo Mackels zu Hause ist, muss für Edelkarossen eine Luxussteuer gezahlt werden, demzufolge hält sich der private Besitz im Land schwer in Grenzen.

Jan Halbich sorgte mit einem dritten Platz am Wochenende für Jubel bei Honda, ebenso wie Dominic Schmitter bei Suzuki. Die schnellste Yamaha wurde auf dem fünften Rang notiert. Auf ihr sitzt der zu den Titelfavoriten zählende Danny de Boer. Doch dem Niederländer war das Glück in der Magdeburger Börde nicht besonders hold. Im zweiten Lauf fiel er mit technischem Defekt aus. Lucy Glöckner, die einzige Dame im Feld und gleichzeitig einziges Kawasaki-Zugpferd holte einen achten Platz im zweiten Rennen, nachdem sie im ersten Lauf von einem Konkurrenten unsanft touchiert wurde.

Supersport 600

In der IDM Supersport 600, der bewährten Mittelklasse mit 600 cm³ Hubraum, hat Kevin Wahr die Gesamtführung in der Meisterschaft übernommen. Er gewann das zweite Rennen. Und was wurde aus Max Enderlein, der etliche Runden geführt hatte und sich Wahr lange vom Leib gehalten hatte? Der Sieger des ersten Laufes stürzte in der allerletzten Kurve. Wahr hatte ihm kurz zuvor die Führung abgenommen. Enderlein wollte kontern, doch der Plan endete im Abseits. Kein Grund um aufzugeben. Enderlein hievte die Yamaha wieder hoch. Die Verkleidung hing an der Seite zwar in Fetzen herunter, dennoch rettete der Sachse noch den 10. Platz ins Ziel und übte damit Schadensbegrenzung.

Supersport 300

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 ging der Auftaktsieg an Maximilian Kappler.  Der 20 Jahre alte KTM-Fahrer aus Oberlungwitz verwies seinen holländischen Markenkollegen Victor Steeman auf den zweiten Platz. Kappler ist einer der drei Piloten des sächsischen Freudenberg-Teams, das sich der Nachwuchsförderung verschrieben hat und in erster Linie in der 300 cm³-Weltmeisterschaft antritt. Steemans inniger Wunsch war jedoch, die die schnellen Deutschen in Oschersleben irgendwie doch noch zu besiegen. Am Sonntag setzte er den Plan in die Tat um. Jetzt führt der 17-Jährige sogar die Meisterschaft an. Für KTM ist das ein gelungener Einstand als neuer IDM-Partner.
Kappler vor Steeman das war das Duell des Wochenendes
Foto: Jens Hawrda
Sidecar

Pole Position und zwei Siege in der IDM Sidecar: Es war das perfekte Wochenende für Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen (LCR Suzuki). Der Ex-Weltmeister mit der Startnummer „1“ aus den Niederlanden sahnte beim IDM-Auftakt der Sidecars in Oschersleben die volle Punktzahl ab. Das Podium wurde beide Male durch Josef Sattler/Uwe Neubert (Adolf RS 1 BMW) sowie André Kretzer/Björn Bosch (LCR Suzuki) ergänzt. Das Ganze ging nicht ohne zwei spektakuläre Dreher von Kretzer ab. Ansonsten wäre bei ihm noch mehr drin gewesen.
Den Fans an der Strecke wurde jede Menge Action geboten. Umrahmt wurden die IDM-Klassen durch drei weitere Cup-Rennen. Live dabei zu sein lohnt sich immer noch am meisten.