Dienstag, 13. März 2018

Nach Mexiko-Triumph: Audi zur Formel E in Uruguay

  • Sechster Lauf der Elektrorennserie am Strand von Punta del Este
  • Team Audi Sport ABT Schaeffler will nach Erfolg in Mexiko nachlegen
  • Daniel Abt: „Sieg macht Lust auf mehr“
 
Mit seinem Triumph in Mexiko hat Audi Sport ABT Schaeffler ein Stück Formel-E-Geschichte geschrieben: Daniel Abt feierte als erster deutscher Fahrer einen Sieg in der Rennserie. Beim nächsten Lauf am Samstag, 17. März, in Punta del Este (Uruguay) will das Team um Daniel Abt und den amtierenden Champion Lucas di Grassi nachlegen. Es ist das sechste von insgesamt zwölf Saisonrennen.

Daniel Abt im Audi e-tron FE04
Foto: Audi-Motorsport / Michael Kunkel
Nach einer Pause in der vergangenen Saison kehrt die Formel E am Wochenende nach Uruguay zurück. Der Kurs in Punta del Este führt direkt an der Strandpromenade entlang und hat ein besonderes Flair. Auch sportlich verbindet Audi Sport ABT Schaeffler beste Erinnerungen mit dem südamerikanischen Ferienort: Bei beiden Gastspielen der Formel E feierte Lucas di Grassi einen Podiumsplatz, auch Teamkollege Daniel Abt punktete schon in Uruguay.
 
Nach einigen technischen Schwierigkeiten hat Audi zur Halbzeit der Saison zu alter Stärke zurückgefunden. Beim Rennen in Mexiko feierte Daniel Abt den ersten Sieg eines Deutschen in der Formel E. Lucas di Grassi sammelte in einem starken Rennen mit Platz neun und der schnellsten Rennrunde seine ersten Punkte. „Nach Santiago und Mexiko gehe ich in Punta endlich ohne eine Rückversetzung ins Rennen“, sagt der Brasilianer. „Für mich ist das wie ein kleiner Neustart in die Saison. Jetzt wollen wir als Team noch mehr Rennen gewinnen.“
 
Auch Daniel Abt hat nach seinem souveränen Sieg Lust auf mehr: „Mexiko und die Tage danach waren für mich ein absoluter Höhepunkt – eine lange Party am Samstagabend, hunderte Gratulationsnachrichten, riesige Resonanz in den Medien und ein toller Empfang zu Hause.“ Der Sieg des Deutschen im Herzen von Mexiko-Stadt markiert gleichzeitig den 25. Podiumsplatz des Teams in der Formel E.
 
Geht es nach Teamchef Allan McNish, soll diese Zahl schnell weiter steigen. „Daniels Sieg und Lucas’ starke Aufholjagd in Mexiko haben gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Ein schöner Lohn für die harte Arbeit der ganzen Mannschaft an der Rennstrecke und zu Hause in Neuburg“, sagt der Schotte. „Der Sieg hat allen gutgetan. In Punta werden die Karten neu gemischt, jeder fängt bei null an. Wir arbeiten weiter konzentriert, damit unserem ersten Erfolg in dieser Saison weitere folgen.“
 
Punta del Este liegt rund eineinhalb Autostunden östlich von Montevideo direkt an der Küste des Südatlantiks. Der beliebte Urlaubsort hat rund 10.000 Einwohner und wird auch „Monaco Südamerikas“ genannt. Die 2,785 Kilometer lange Rennstrecke mit ihren 19 Kurven befindet sich am beliebten Strand Playa Brava. Dort ist auch das Podium aufgebaut. Die starke Brandung am Strand schafft eine besondere Atmosphäre und sorgt für wechselnde Rennbedingungen, weil immer wieder Sand von den Dünen auf die Strecke weht.
 
Der sechste Saisonlauf der Formel E 2017/2018 führt über 37 Runden und startet am Samstag um 16 Uhr Ortszeit (20 Uhr MEZ). In Deutschland überträgt Eurosport ab 19.45 Uhr live. 

Freitag, 9. März 2018

HP Racing mit zwei Opel Astra TCR in der ADAC TCR Germany

  • Erfahrener Harald Proczyk und Rookie Luke Wankmüller in einem Team
  • Österreicher Proczyk ehrgeizig: "Minimum Platz fünf"
  • Vom Seat Leon TCR zum Opel Astra: "Haben ein gutes Paket zusammen"
 
Von Seat zu Opel, vom Einzelkämpfer zum Mentor: Die dritte Saison der ADAC TCR Germany bringt viele Änderungen für Harald Proczyk (42, Österreich) und sein Team. Der Vizemeister der Premierensaison 2016 begrüßt in diesem Jahr Luke Wankmüller (16, Straubenhardt) als zweiten Fahrer an seiner Seite. Die beiden greifen für das Team HP Racing International im Opel Astra TCR an - und sie fiebern dem Saisonstart am Wochenende vom 13. bis 15. April in Oschersleben entgegen. SPORT1 zeigt die Rennen der ADAC TCR Germany im Fernsehen.
Harald Proczyk im Opel Astra TCR
Foto: ADAC-Motorsport
"Wir wollen wieder vorne dabei sein, das neue Auto kennen- und verstehen lernen", sagt Proczyk, der einerseits als Mentor für Wankmüller fungiert, aber auch ambitionierte Ziele hat: "Klar wäre ich enttäuscht, wenn ich nicht Minimum Platz fünf in diesem Jahr erreichen würde. Ich will, dass Luke eine bestmögliche Entwicklung macht. Aber ich bin natürlich sportlich auch ehrgeizig und möchte, dass der Opel so weit wie möglich vorne mitfährt." Das Team HP Racing International arbeitet mit einem Ingenieur und drei festangestellten Mechanikern. Tobias Niederberger ist Geschäftsführer, das Team ist von der Schweiz nach Deutschland umgezogen.
 
Nach Proczyks Vizemeisterschaft 2016 folgte Platz vier im vergangenen Jahr - jeweils im Seat Leon TCR. Dass er auch im Astra TCR schnell ist, hat Proczyk bereits beim Saisonfinale 2017 bewiesen. Damals war der Österreicher in Hockenheim von Seat auf Opel umgestiegen, und er holte prompt den ersten Sieg überhaupt in der ADAC TCR Germany für den Astra TCR. Dem 42-Jährigen geht es aber nicht nur um Erfolge als Einzelkämpfer, vielmehr stellt er das Gesamtpaket des Teams in den Vordergrund. "Am Wichtigsten ist es, bei der ganzen Fahrerei das gesamte Drumherum nicht zu vergessen", sagt er.

Harald Proczyk ist in den vergangenen Jahren erfolgreich in der ADAC TCR Germany unterwegs
Foto: ADAC-Motorsport
Der Routinier, der bereits in zahlreichen Rennserien - darunter auch im ADAC GT Masters - gestartet ist, will den jungen Wankmüller bei dessen Premierensaison im Tourenwagensport unterstützen. "Ich habe Luke nun bereits eine längere Zeit begleitet und bin begeistert von seiner Einstellung und Auffassungsgabe", sagt Proczyk über den 26 Jahre jüngeren Wankmüller: "Er ist mit vollem Herzblut dabei und arbeitet sich in alle Details ein, das ist am Ende der Schlüssel zum Erfolg. Als zweiter Fahrer im Team werde ich Luke zusätzlich unterstützen und ihm dabei helfen, sich auf das neue Umfeld einzustellen."
 
Der Hauptdarsteller in diesem neuen Umfeld ist der Opel Astra TCR - 350 PS stark und aus der Schmiede von Kissling Motorsport. Das Kraftpaket sorgt schon jetzt für Begeisterung bei den beiden HP Racing International-Piloten. "Wir haben ein gutes Paket zusammen und jetzt geben wir alles, um den Opel richtig schnell zu machen - das ist natürlich für das Team und die Ingenieure eine Herausforderung", sagt Proczyk.
 
Wankmüller selbst sagt: "Ich bin begeistert von dem Auto. Der Opel hat bereits 2017 seine Leistungsfähigkeit mit guten Ergebnissen in der ADAC TCR Germany unterstrichen und ist für mich eine gute Basis, um mich als Rookie zu beweisen." Der Nachwuchspilot ist schon "richtig gespannt auf die ersten Rennen in der ADAC TCR Germany", sagt er: "Ich habe gemeinsam mit meinem Team viel gearbeitet, um mich auf mein Debüt bestens vorzubereiten. Mein Ziel ist es, um die Rookie-Wertung zu kämpfen."

Die Fahrzeugdesigns für die sechs BMW M4 DTM für die Saison 2018

Die Fahrzeugdesigns von BMW für die Saison 2018
Bild: BMW-Motorsport
Nachdem BMW Motorsport beim DTM-Test in Vallelunga (ITA) die BMW Driving Experience M4 DTM von Marco Wittmann (GER) vorgestellt hat, sind die Entwürfe der anderen fünf Fahrzeuge nun auch für die Saison 2018 bestätigt.

So unterschiedlich sie auch aussehen mögen, die sechs BMW M4 DTM haben eines gemeinsam: Die übergreifenden Elemente des neuen BMW M Motorsport Designs fallen in allen Lackierungen auf. Der moderne, dynamische Look wurde für jeden BMW M4 DTM individuell umgesetzt und an das Fahrzeug angepasst. Das mattschwarze Element auf der Fahrerseite der Motorhaube und der v-förmige Übergang nach hinten sorgen für einen einzigartigen Wiedererkennungswert.

Langjährige BMW Motorsport Partner bleiben in der Saison 2018 Teil des DTM-Projekts. Bruno Spengler (CAN) wird mit der BMW Bank M4 DTM Nummer 7 erneut auf die Strecke gehen. Der Brasilianer Augusto Farfus wird wieder an der Nummer 15 Shell BMW M4 DTM teilnehmen. Timo Glock (GER) bestreitet erneut die kommende Saison in der Nummer 16 der DEUTSCHEN POST BMW M4 DTM.
 
DTM-Rookie Philipp Eng startet 2018 im Samsung-Design
Bild: BMW-Motorsport
Philipp Eng (AUT) wird seine Rookie-DTM-Saison im SAMSUNG BMW M4 DTM Nummer 25 bestreiten. Der sechste BMW M4 DTM im Kader des BMW DTM-Neulings Joel Eriksson (SWE / Startnummer 47) trägt die Logos von Puma und BMW LIFESTYLE.

DTM-Neuling Joel Eriksson startet 2018 im Puma-Design
Bild: BMW-Motorsport
Darüber hinaus werden weitere Partner und Zulieferer ihr Engagement für die kommende Saison im BMW Motorsport DTM-Team fortsetzen. Dazu gehören die offiziellen Partner Amplus, Akrapovič, BMW M Performance Teile, H & R, MAHLE, ZF und Zollner. Außerdem tritt Oakley Puma als offizieller Lieferant bei.

Was auffällt, im Jahr 2018 startet kein BMW im RED-BULL Design, offensichtlich hat BMW diesen Werbepartner verloren. 

Donnerstag, 8. März 2018

Formel E: Audi e-tron FE05 bereit für Premierenrunden

  • Motorsportchef Dieter Gass: „Technischer Beweis, wie rasant sich die Elektromobilität weiterentwickelt“
  • Erste Testfahrten im Frühling
Audi etron FE05 für die Saison 2018/2019
Foto: Audi-Motorsport
Während die aktuelle Saison der Formel E in vollem Gang ist, beginnt bei Audi in Neuburg bereits die Zukunft der Elektro-Rennserie: Der erste Streckentest für den neuen Audi e-tron FE05 der Saison 5 (2018/2019) steht unmittelbar bevor.
 
Das futuristische Design des Formel-E-Autos der zweiten Generation sorgt für Aufsehen. „Auch technisch beweist er, wie rasant sich die Elektromobilität weiterentwickelt“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Der neue Elektro-Rennwagen von Audi startet im Frühling zum ersten Mal bei Testfahrten.
Audi etron FE 05 - es ist phantastisch zu sehen wie schnell sich die Formel-E entwickelt
Foto: Audi-Motorsport
Dank einer leistungsfähigeren Batterie und noch weiter verbesserter Effizienz verdoppelt sich die Reichweite des Formel-E-Rennwagens. Ein Autotausch zur Rennmitte ist dadurch ab der Saison 2018/2019 nicht mehr nötig. Der Audi e-tron FE05 verfügt zudem über deutlich mehr Motorleistung als sein Vorgängermodell. „Wir alle waren gespannt auf das neue Formel-E-Auto“, sagt Allan McNish, Teamchef von Audi Sport ABT Schaeffler. „Es sieht atemberaubend aus, vor allen im Audi-Look. Genauso eindrucksvoll ist die Technik im Rennwagen. Hier macht das Gen-2-Auto noch einmal einen Riesenschritt gegenüber dem Formel-E-Auto der ersten Generation.“
 
Der Formel-E-Rennwagen der zweiten Generation wurde vom Weltverband FIA am Dienstag, 6. März, auf dem Automobilsalon in Genf enthüllt. Audi präsentiert auf seinem Stand in Genf unter anderem das Meisterauto von Lucas di Grassi aus der Formel-E-Saison 2016/2017.

Mittwoch, 7. März 2018

DTM: Drei Fragen an Gary Paffett

Gary Paffett: „Hoffentlich stehen die Fähigkeiten der Fahrer wieder mehr im Mittelpunkt“

Mercedes Werksfahrer Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
Gary, der erste Test des Jahres in Vallelunga liegt hinter Dir. Wie sehen Deine ersten Eindrücke vom neuen Auto aus?
 
Gary Paffett: Es war natürlich super, wieder im Auto zu sitzen. Es war ein langer Winter und es ist sehr schön, wieder testen zu können. Wir hatten am Freitag etwas Glück mit dem Wetter und konnten den gesamten Nachmittag im Trockenen testen und dabei viel lernen. Durch die neuen Einheits-Aero-Teile gibt es weniger Abtrieb und das bringt in diesem Jahr einige große Veränderungen mit sich. Ich finde das großartig. Die Aerodynamik hat sich auch in der DTM zuletzt zu einer Art Wettrüsten entwickelt und je mehr Geld man ausgegeben hat, desto schneller war man. Die Vereinheitlichung der Komponenten bringt alle Teams auf ein ausgeglicheneres Niveau und genau das wollen wir doch alle. Es wurde viel über den geringeren Abtrieb gesprochen, aber ehrlich gesagt fühlt es sich immer noch wie ein DTM-Auto an. Es mag nicht mehr so viel Abtrieb haben, aber es fühlt sich nicht gänzlich anders an. Wenn überhaupt, rutscht es vielleicht etwas mehr. Bislang sieht die Bilanz also positiv aus.
 
Glaubst Du also, dass die neuen Autos auf dem richtigen Weg sind, um die Fähigkeiten der Fahrer mehr in den Mittelpunkt zu stellen?
 
Gary Paffett: Wir Fahrer haben uns etwas weniger Abtrieb gewünscht. Wenn man viel Abtrieb hat, nimmt das viel von deiner Leistung weg. Außerdem ist es dadurch sehr schwierig, anderen Autos nah zu folgen und sie zu überholen. Es gibt viele Vorteile, wenn man weniger Abtrieb hat. Wir haben seit Jahren betont, dass wir den Abtrieb verringern können. Dafür müssen wir ihn aber durch mechanischen Grip ersetzen. Genau das haben wir letztes Jahr gemacht. Die weicheren Reifen ersetzten den verlorenen Downforce. In diese Richtung müssen wir gehen. Wir brauchen Reifen mit viel Haftung, mit denen wir schnell durch die Kurven fahren können, die es aber nicht erschweren, hinter anderen Autos herzufahren. Ich glaube, in diesem Jahr haben wir eine ziemlich gute Balance gefunden und die Autos werden im Trockenen wie im Nassen etwas schwieriger zu fahren sein. Hoffentlich stehen dadurch die Fähigkeiten der Fahrer wieder etwas mehr im Mittelpunkt als die reine Performance der Autos.
 
Es gibt nicht mehr so viele Testgelegenheiten bis zum Saisonstart in Hockenheim. Wie groß ist der Einfluss des verlorenen Testtages am vergangenen Wochenende in Vallelunga? Und welche Bedeutung hat Deine Bestzeit vom Freitag?
 
Gary Paffett: Wir konnten am Freitag viel von unserer Arbeit erledigen, mehr als wir gedacht haben. Wir haben viele Daten gesammelt und hatten dann am Samstag ein wenig Glück im Unglück. Die Bedingungen waren früh ziemlich schlecht und dann machte Lucas leider einen Fehler, der unseren Test vorzeitig beendete. Aber wir hatten das Glück, dass die Strecke nicht abtrocknete. Die schnellste Rundenzeit war 14 Sekunden langsamer als am Vortag. Der Asphalt war noch sehr nass und rutschig und man konnte so nur sehr wenig lernen. Aus Fahrersicht wäre es schön gewesen, noch ein paar Runden zu fahren, aber ich glaube nicht, dass wir aus Sicht des Teams sehr viel verloren haben. Aber hoffentlich sind die Bedingungen in Hockenheim besser, damit wir dort so viel wie möglich lernen können. Wir sollten nicht allzu viel in die Rundenzeiten bei den Testfahrten hineininterpretieren. Im letzten Jahr waren wir beim Test in Hockenheim vor dem ersten Rennen auch sehr schnell und dann lief es in der Saison nicht so, wie wir es zu diesem Zeitpunkt gedacht hatten. Aber man kann es als ein positives Anzeichen sehen, dass wir am Freitag fast eine Sekunde schneller waren als alle anderen. Wir haben uns nicht darauf konzentriert, sehr schnell zu fahren. Wir haben getestet und uns auf unsere Arbeit fokussiert. Es ging uns nicht darum, schnelle Rundenzeiten abzuliefern. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber es war ein schöner Anfang, die Zeitentabelle anzuführen.