Freitag, 15. September 2017

DTM: Performance-Gewichte werden abgeschafft

  • Hersteller entscheiden im Sinne der Serie
  • Berger: „Ein starkes Signal für die DTM“
Bereits im nächsten Rennen am Red Bull Ring könnten die erfolgsabhängigen
Ballastgewichte der Vergangenheit angehören
Foto: Jens Hawrda
Mit einer zukunftsweisenden Entscheidung haben die drei Hersteller der Tourenwagenserie DTM den Weg zur Abschaffung der umstrittenen Performance-Gewichte freigemacht. Gemeinsam mit der DTM-Organisation ITR verständigten sich Audi, BMW und Mercedes einvernehmlich darauf, die erfolgsabhängigen Ballastgewichte mit sofortiger Wirkung vollständig abzuschaffen.
 
Vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) können damit bei den beiden verbleibenden Veranstaltungen der Saison am Red Bull Ring (22.-24. September) und in Hockenheim (13.-15. Oktober) alle Rennfahrzeuge mit demselben Gewicht an den Start gehen. Ballastgewichte in Abhängigkeit zur Performance eines Herstellers im Rennen würden nicht mehr verteilt werden.
 
„Alle Beteiligten haben die Stimmen der Fans gehört. Ich freue mich sehr, dass die Hersteller an einem Strang ziehen und im Sinne des Sports entschieden haben“, sagt der ITR-Vorsitzende Gerhard Berger und ergänzt: „Das ist ein starkes Signal für die DTM.“ Berger weiter: „Wir werden in Kürze beim DMSB einen Vorschlag einreichen. Da der DMSB bereits signalisiert hatte, einen einstimmig von ITR und Herstellern eingebrachten Vorschlag zu unterstützen, rechne ich mit der Zustimmung des Verbandes.“
 
Die Abschaffung des Handicap-Systems soll auch für die Jahre nach 2017 gelten. Die drei Hersteller haben zudem vereinbart, das Aerodynamik-Reglement der DTM für 2018 zu optimieren. So sollen für ausgewählte Aerodynamikbauteile standardisierte Geometrien vorgeschrieben werden.
 
Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Ich freue mich, dass die Diskussion über die Performance Gewichte endlich vom Tisch ist und der sportliche Wettkampf wieder im Vordergrund steht. Wir haben noch vier Rennen im Kampf um die Meisterschaft und jeder Hersteller ist mit mindestens einem Fahrer in den Top Vier vertreten. Es ist alles offen und wird sicherlich bis zuletzt spannend bleiben.“
 
BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt: „Das ist ein guter Tag für die DTM, ihre Fans und echten Motorsport. Heute gibt es nur Gewinner. Wir haben in den vergangenen Wochen mit allen Parteien intensiv nach einer Lösung gesucht und sie im Konsens gefunden. Für die kommenden Monate werden wir darauf aufbauen und die DTM fit für die Zukunft machen. Diese Plattform wird noch attraktiver - und ist für weitere Hersteller offen.“
 
Mercedes-AMG Motorsport DTM-Teamchef Ulrich Fritz: „Es freut uns sehr, dass wir endlich eine Einigung erzielen konnten und der Weg somit frei ist die Performance-Gewichte abzuschaffen. Damit erfüllt die DTM den Wunsch der Fans und Fahrer. Ich bin sicher, dass uns ein heißer Kampf um den Titel bevorsteht. Darauf freuen wir uns jetzt umso mehr, dass die Diskussionen über die Gewichte endlich ein Ende haben und der Sport wieder stärker im Fokus steht.“

Jan Bühn und Marvin Fritz starten beim 24-Stunden-Rennen in Le Castellet/Frankreich

Am Wochenende (16.-17. September) findet mit dem legendären Bol d’Or das 24-Stunden-Rennen in Le Castellet/Frankreich als Auftakt zur Endurance-Langstreckenweltmeisterschaft für die Saison 2017/2018 statt. Mit am Start sind auch die Motorradrennfahrer Jan Bühn aus dem badischen Kronau sowie Marvin Fritz aus Neckarzimmern.
Die zwei Supersport-IDM Meister Marvin Fritz (Neckarzimmern/Yamaha) und BMW-Pilot Jan Bühn (Kronau/rechts) freuen sich auf den WM-Auftakt in Südfrankreich
Foto: Hermann Rüger
Der 24-jährige Marvin Fritz wurde mit seinen Teamkollegen Broc Parkes (AUS) und Kohta Nozane (Japan) vom YART-Yamaha Team aus Österreich in seiner ersten kompletten Langstrecken-Saison gleich WM-Dritter. „Wir hatten zweimal nur ganz knapp den Sieg verpasst, nun kennen wir alle die Rennstrecken und möchten um den Titel kämpfen“, ist Marvin Fritz voller Hoffnung. Den WM-Titel holte sich beim letzten Rennen noch das GMT 94 Yamaha-Team vor dem Suzuki Endurance Racing Team. Das Voelpker NRT48-BMW Team by Schubert-Motors von Jan Bühn belegte als bestes deutsches und bestes BMW-Team den 14. Gesamtrang unter 54 Teams. Marvin Fritz wurde mit seinem YART-Team bei den Rennen in Le Mans/Frankreich und Oschersleben jeweils Zweiter und verpasste den ersten WM-Sieg nur um wenige Sekunden. Für Jan Bühn und Marvin Fritz ist es der erste Start in Le Castellet, denn im Vorjahr kollidierte der Termin mit dem Motorrad-IDM Finale in Hockenheim. Die beiden Freunde sind 2008 zusammen im Kiefer-Racing Team in der IDM (125 ccm Klasse) gefahren und wurden beide Supersport-IDM Meister, Marvin Fritz gelang dies 2014 und ein Jahr später 2015 wurde Jan Bühn sein Nachfolger.
 
Das Team vom 26-jährigen Jan Bühn fuhr im Vorjahr in der Stocksport-Wertung, beim Heimrennen in Oschersleben belegte es den zweiten Platz und beim 8-Stunden-Rennen auf dem Slovakia-Ring stand das BMW-Trio mit Jan Bühn, Julian Puffe (Schleiz) und dem Österreicher Stefan Kerschbaumer als Sieger ganz oben auf dem Podium. Im Gesamtklassement belegte das BMW-NRT48-Team den vierten Gesamtrang im FIM Endurance World Cup. Für die neue Saison ist das Team nun in die EWC-Klasse umgestiegen und geht mit Jan Bühn sowie Lucy Glöckner (Krumhermersdorf) und Stefan Kerschbaumer (AUT) an den Start. Der Teamchef vom BMW-NRT48-Team Ingo Nowaczyk konnte den ehemaligen Superbike-WM Sieger Max Neukirchner als Teammanager verpflichten.

Die 5,791 km lange Rennstrecke „Circuit Paul Ricard“ liegt in der Region Provence-Alpes an der Cote d’Azur in Südfrankreich. Das 24-Stunden-Rennen, der 81. Bol d’Or, wird am Samstag um 15 Uhr gestartet. Im WM-Kalender gibt es noch ein weiteres 24-Stunden-Rennen in Le Mans/Frankreich sowie drei 8-Stunden-Rennen. Diese werden auf dem Slovakia-Ring, in Oschersleben (am 8.-9. Juni 2018) in der Nähe von Magdeburg sowie mit dem Finale in Suzuka/Japan ausgetragen. Jan Bühn freut sich auf den WM-Auftakt: „Wir waren in den letzten zwei Jahren immer das Beste deutsche Team und auch das erfolgreichste BMW-Team. Zusätzlich sind wir beim Heimrennen von unserem Teamchef Ingo Nowaczyk als Zweiter auf das Podium gefahren, das Highlight war aber der Sieg auf dem Slovakia-Ring in der Stocksport-Wertung und der fünfte Gesamtrang. Ich möchte an meine guten Leistungen anknüpfen und das 24-Stunden-Rennen erstmals zu Ende fahren.“ Im Vorjahr gewann das Suzuki Endurance Team das Rennen, das Voelpker NRT48-BMW Team belegte den zehnten Rang. Weitere Informationen über das legendäre 24-Stunden-Rennen gibt es im Internet unter
www.boldor.com und www.FIMEWC.com sowie über Jan Bühn unter www.jan-buehn.de.
 
Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Woche der Entscheidung in der ADAC TCR Germany beginnt auf dem Sachsenring

  • Files in Führung – Halder, Langeveld & Co. lauern auf ihre letzte Chance
  • Heimspiel für Steve Kirsch und das Honda Team ADAC Sachsen
Foto: Jens Hawrda
Die Sommerpause ist vorbei, von Entspannung aber keine Spur: Am Wochenende startet die ADAC TCR Germany auf dem Sachsenring (15. bis 17. September) den Titel-Countdown, der nur eine Woche später beim großen Saisonfinale am Hockenheimring (22. bis 24. September) mit der Kür der Meister vollendet wird. Liefern die Saisonrennen elf und zwölf bereits die Vorentscheidung zu Gunsten von Titelverteidiger Josh Files (26, Großbritannien, Target Competition) oder wird das Gesamtklassement am Sachsenring noch einmal durchgerüttelt? Beide Rennen werden von SPORT1 und SPORT1+ übertragen, zudem gibt es Livestreams auf www.SPORT1.de, www.adac.de/motorsport und www.youtube.com/adac.
 
 osh Files kann an diesem Wochenende in Sachen Titelverteidigung alles klarmachen, weiß aber auch, dass er sich auf seinen 77 Punkten Vorsprung nicht ausruhen darf. Der Brite war zwar immer konstant dabei, wenn es um die Siegerpokale und Punkte ging, musste aber zuletzt im zweiten Rennen am Nürburgring – nach einer Kollision und trotz schneller Reparatur ohne Aussicht auf Punkte – den Motor vorzeitig abstellen. Das soll aber die Ausnahme bleiben. „Alle Positionen – inklusive der Spitzenplätze – können sich noch ändern. Wir werden wie gewohnt Vollgas geben und nichts anbrennen lassen“, sagt Files, der sich auf die Rückkehr freut: „Der Sachsenring ist ein phantastischer Kurs, in Großbritannien kaum bekannt. Auch ich war erst einmal dort und freue ich mich darauf, erstmals mit dem Honda an den Start zu gehen.“
 
Stärkste Verfolger von Files sind der Seat-Pilot Mike Halder (21, Meßkirch, Wolf-Power Racing) sowie die Audi-Fahrer Niels Langeveld (29, Niederlande, Racing One) und Sheldon van der Linde (18, Südafrika, AC Mayen e.V. im ADAC). Sie alle haben den Titel noch nicht aus den Augen verloren und sich vorgenommen, den Spitzenreiter zu ärgern.
 
Insbesondere der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Halder, mit 211 Punkten aktuell Zweiter, brachte Champion Files am Nürburgring sogar an den Rand einer Niederlage. „Ärgern können wir Josh noch auf jeden Fall. Wenn er einen Ausfall hat, würde es sicher nochmal richtig eng“, sagt Halder, der den Sachsenring neben Zandvoort zu seinen Lieblingsstrecken zählt. Er reist mit der positiven Erinnerung an, dass er es im letzten Jahr von Platz 19 auf den vierten Rang schaffte. „Dadurch, dass man dort vorher nicht viel trainieren kann, rechne ich mir relativ gute Chancen aus.“
Foto: Jens Hawrda
Auch Niels Langeveld zieht den Schlussstrich unter die Saison erst nach dem letzten Rennen. Bis dahin will der Niederländer um die Top-Positionen mitkämpfen „Ich kenne den Kurs zwar nicht, aber von dem was ich auf den Onboards gesehen habe, ist er ziemlich eng und verzeiht mit seinen vielen blinden Ecken keine Fehler“, sagt Langeveld, der den Druck auf Files und Halder noch einmal verstärken will. „Halder ist nicht weit weg, Files schon. Aber ich gebe nicht auf, bevor das letzte Rennen vorbei ist. Bis dahin gebe ich Vollgas in Sachen Meisterschaft.“
 
Beim Heimspiel seines Teams AC Mayen e.V. im ADAC am Nürburgring meldete sich auch Sheldon van der Linde (18, Südafrika) in der Spitze zurück. Dreimal schaffte es der 18-Jährige in seiner ersten Saison aufs Podium, nur ganz oben stand er noch nicht. „Ein Sieg fehlt mir noch, dafür werde ich hart kämpfen“, verspricht van der Linde. „Allerdings ist der Sachsenring komplett neu für mich. Es wird wichtig sein, bei den Trainingssessions am Freitag viel zu fahren und ein gutes Gefühl für die Strecke zu entwickeln.“ Der Südafrikaner hofft mit Blick auf die Meisterschaft noch auf Änderungen an der Spitze. „Wenn man die diesjährige Qualität des Starterfeldes betrachtet, wäre ein Platz in den Top 3 schon zufriedenstellend. Zu Platz 1 ist es ein langer Weg, aber man konnte sehen, dass sich von Rennen zu Rennen noch viel ändern kann.“

Kirsch will beim Heimspiel sein ganzes Potenzial zeigen: „Wir müssen uns nicht verstecken“
Auch Steve Kirsch (38, Chemnitz, Team Honda ADAC Sachsen hat sich für sein Heimspiel viel vorgenommen. Eigentlich wollte der Gesamtdritte von 2016 in dieser Saison um den Titel mitfahren, aber sowohl technische Probleme, als auch Ausfälle in den Rennen machten seine Planungen zunichte. Am Sachenring, den der Chemnitzer in- und auswendig kennt, will er aber zumindest Sponsoren, Fans und Freunden etwas bieten. „Ehrlich gesagt hatte ich mir viel mehr vorgenommen, aber das Glück war in dieser Saison manchmal nicht auf unserer Seite“, sagt der 38-Jährige, an dessen Seite im zweiten Honda Moritz Oestreich (25, Fulda) antritt. „Wir müssen uns aber nicht verstecken, denn das Level in der ADAC TCR Germany ist in diesem Jahr viel höher als 2016. Bei den letzten Rennen, und besonders bei unserem Heimrennen, wollen wir natürlich unser ganzes Potenzial zeigen. Das sind wir unseren Sponsoren und Fans schuldig.“

Luca Engstler fährt Sieg in der Honda Rookie Challenge entgegen

Golf-Pilot Luca Engstler (17, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) ist der Sieg in der Honda Rookie Challenge kaum noch zu nehmen. Schon siebenmal stand der Youngster im VW Golf GTI TCR in dieser Saison als bester Nachwuchsfahrer auf dem Siegerpodest und führt Wertung mit 83 Punkten klar an. Als besonderer Lohn winkt dem Sieger der Nachwuchswertung ein neuer Honda Civic als Prämie.
Foto: Jens Hawrda
Debüts für Hesse, Braun, Brinkmann und Holdener – Dino Calcum im Opel am Start

Ihre Debüts in der ADAC TCR Germany feiern am Sachsenring ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Max Hesse (16, Wernau, Aust Motorsport) im Audi RS3 LMS, Georg Braun (46, Kusterdingen), der den zweiten Opel Astra TCR beim Team Lubner Motorsport pilotiert, sowie im Seat Manuel Brinkmann (36, Bielefeld, TOPCAR Sport) und der Schweizer Nachwuchsfahrer Oliver Holdener (20, Bennau, TOPCAR Sport), der als zweiter von drei Kandidaten im Rahmen der „AutoScout24 Young Driver Challenge powered by SEAT” die Chance erhält, seine ersten Schritte im Tourenwagensport zu absolvieren. Nach der Kollision am Nürburgring ist auch der Opel von Dino Calcum (27, Bochum, Schläppi Race-Tec) gerade noch rechtzeitig zum Rennwochenende fertig geworden, einem Start des Bochumers auf der ‚Berg- und Talbahn‘ in Sachsen steht nichts im Weg
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Donnerstag, 14. September 2017

DTM: Drei Fragen an Robert Wickens

Robert Wickens
Foto: Jens Hawrda
Rob, du hast auf dem Nürburgring deinen ersten Saisonsieg eingefahren. Wie fühlst du dich mit ein paar Tagen Abstand?
 
Robert Wickens: Das war ein unglaubliches Wochenende. Im Vorfeld war ich ziemlich optimistisch, aber in der DTM darf man nie so ein Wochenende erwarten, wie wir es dann am Nürburgring erlebt haben. Am Samstag hatten wir viel Glück mit dem Wetter, denn wir dachten, dass wir im Trockenen nicht so stark sein würden. Ich denke, die Tatsache, dass es den ganzen Samstag über geregnet hat, war ein wichtiger Grund für unser Ergebnis – einen Vierfach-Sieg und alle sechs Autos in den Punkten. Es war ein fantastischer Tag für die Marke. Am Sonntag im Trockenen konnten wir diese Performance mehr oder weniger wiederholen. Das zeigt, wie weit wir als Team gekommen sind und dass wir stetig weiter Gas geben. Wir haben die schlechten Nachrichten über den Ausstieg Ende 2018 weggesteckt und zeigen nun, dass wir weiter hart kämpfen und nicht aufgeben. Zwei Podestplätze an einem Wochenende sind in der DTM nahezu unmöglich und die Tatsache, dass mir das in diesem Jahr schon zweimal gelungen ist, zeigt, was für ein starkes Team wir sind.
 
Es sind noch 100 Punkte in dieser Saison zu vergeben und du liegst 36 Punkte hinter dem Führenden in der Fahrerwertung, Mattias Ekström. Siehst du dich noch als Titelanwärter?
 
Robert Wickens: Ehrlich gesagt, möchte ich gar nicht richtig über die Meisterschaft nachdenken. Ich fahre, weil es meine Leidenschaft ist und es mir Spaß macht, in der DTM zu sein. Vor dem Wochenende am Nürburgring war die Meisterschaft für mich weit weg. Ich wollte es einfach genießen und es war ein fantastisches Wochenende, das mich wieder zum Jäger gemacht hat. Ich habe die gesamte Saison über nur von Rennen zu Rennen und von Tag zu Tag gedacht. Ich habe nicht allzu weit in die Zukunft geschaut, da ich diese nicht kontrollieren kann. Ich kann nur beeinflussen, was ich und mein Team machen. Es ist eine fantastische Saison und dass es zehn Fahrer gibt, die alle noch eine gute Chance auf den Titelgewinn haben, hat es bislang noch nicht gegeben. Dass es zehn Fahrer gibt, die innerhalb eines Wochenendes mathematisch die Meisterschaftsführung übernehmen könnten, ist fantastisch und absolut unglaublich. So etwas habe ich in meiner ganzen Zeit im Motorsport noch nicht erlebt.
 
Im zweiten Rennen am Sonntag haben sich relativ viele Fahrer über die harte Gangart auf der Strecke beschwert. Ist das normal für die DTM oder kommen wir nun in die entscheidende Phase, in der die Ellenbogen weiter ausgefahren werden?
 
Robert Wickens: Aus meiner Erfahrung heraus, ist es normal in der DTM, dass es jetzt noch härter zur Sache geht. Mich hat am letzten Wochenende zum Beispiel die Strategie von Audi getroffen. Ich bin mir sicher, dass andere Fahrer es vielleicht anders sehen, aber als ich nach dem Boxenstopp in Führung lag und auf Duval und Müller aufholte, hatte ich schon das Gefühl, dass beide bei ihrer Teamtaktik ein wenig zu weit gingen. Besonders, wenn man bedenkt, dass ich keine direkte Gefahr in der Meisterschaft war. Aber sie versuchten einfach, jeden einzubremsen, um den Titelkandidaten von Audi zu helfen. Ich weiß, dass das Teil der DTM ist, aber ich denke, dass wir bei Mercedes erhobenen Hauptes sagen können, dass wir das nicht machen. Wir versuchen, den Fans die bestmögliche Show zu bieten, faires und echtes Racing. Der Kampf zwischen Marco (Wittmann) und mir war das ganze Rennen lang einfach nur pures „Old School“-Racing. Für mich war das sehr gute Unterhaltung, die mir sehr gefallen hat. Das hat richtig Spaß gemacht.

ADAC GT-Masters Sachsenring kommendes Wochenende