Mittwoch, 13. September 2017

Spannung auf dem Sachsenring: Im ADAC GT Masters beginnt die Woche der Entscheidung

  • Corvette-Pilot Jules Gounon kann bereits vorzeitig Titel gewinnen
  • Duell der DTM-Stars Lucas Auer und Jamie Green
  • Letzten zwei Saisonläufe der "Liga der Supersportwagen" innerhalb einer Woche
Foto: Jens Hawrda
Ein packender Titelkampf zwischen Corvette, BMW und Audi und das Duell der DTM-Stars Lucas Auer und Jamie Green zum Auftakt der "Super-Woche" im ADAC GT Masters: Auf dem Sachsenring steht am Wochenende (15. bis 17. September) das vorletzte Rennwochenende auf dem Programm, bevor nur eine Woche später in (Hockenheim (22. bis 24. September) das Finale ausgetragen wird. Tabellenführer Jules Gounon (22/F, Callaway Competition) hat den ersten Matchball: Der Corvette-Pilot kann sich in Sachsen vorzeitig zum Champion küren. Seine Verfolger von BMW und Audi wollen den Titeldreikampf jedoch weiter spannend halten. Aber auch Mercedes-AMG und Porsche haben noch Außenseiterchancen. Spannung verspricht auch das Duell der DTM-Stars Lucas Auer (23/A) im Mercedes-AMG GT3 und Jamie Green (35/GB, beide BWT Mücke Motorsport) im Audi R8 LMS, die erstmals im ADAC GT Masters aufeinandertreffen. Die beiden Rennen werden am Samstag und am Sonntag (jeweils ab 13.00 Uhr) bei SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und unter youtube.com/adac zu sehen.
 
Dramatik im Titelkampf und das Duell der DTM-Piloten Lucas Auer und Jamie Green - der vorletzte Saisonlauf auf dem Sachsenring verspricht viel Spannung. Auer, der am vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring in der DTM das Samstagsrennen gewann und dort derzeit Tabellenzweiter ist, und Green, 2017 schon zwei Mal in der Tourenwagen-Serie siegreich, treten im ADAC GT Masters beide für BWT Mücke Motorsport an. Während Auer sich zum dritten Mal den Mercedes-AMG des Teams mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch) teilt, startet der Brite erstmals in der "Liga der Supersportwagen" und pilotiert den Audi R8 mit der Startnummer 24 im Look von kfzteile24. "Ich freue mich auf das Wochenende und auf das Aufeinandertreffen mit meinem DTM-Rivalen Lucas Auer. Es wird jedoch etwas komisch sein, für das gleiche Team zu starten - auch wenn wir weiterhin mit zwei verschiedenen Marken antreten. Natürlich möchte ich schneller sein als er. Ich starte das erste Mal auf dem Sachsenring. Ich habe sehr viel Gutes über die Strecke gehört. Jeder sagt, wie toll sie ist. Ich bin schon gespannt."
 
Titel-Topfavorit Jules Gounon reist dank zweier Saisonsiege und beeindruckender Konstanz - nur einmal ging er in den ersten zehn Rennen leer aus - mit einem Punktepolster von 38 Zählern nach Sachsen. Sollte er nach dem Rennwochenende mehr als 50 Punkte Vorsprung haben, ist ihm der Titel nicht mehr zu nehmen. Die Statistik spricht allerdings gegen eine Titelentscheidung in Sachsen: Im ADAC GT Masters fiel die Entscheidung bisher stets am Finalwochenende, in den vergangenen fünf Jahren sogar erst im Finalrennen. "Ich liebe den Sachsenring", so Gounon. "Er hat viele schnelle Kurven, die unserer Corvette C7 liegen, und es geht ständig bergauf und bergab. 2016 haben wir dort ein Rennen gewonnen. Ich kann jedoch noch nicht einschätzen, ob wir in diesem Jahr auch so wettbewerbsfähig sind. Zuletzt auf dem Nürburgring hatten wir ein schwieriges Wochenende." Gounon teilt sich das Fahrzeug am Wochenende wieder mit dem Niederländer Renger van der Zande (31/NL), mit dem er zusammen im Juli das Sonntagsrennen in Zandvoort gewonnen hat.
 
Erster Verfolger des Franzosen ist Philipp Eng (27/A, BMW Team Schnitzer). Der Österreicher, der einen BMW M6 GT3 pilotiert und bereits vor sechs Wochen auf dem Nürburgring seinen Rückstand zu Gounon verkleinerte, ist optimistisch: "Der Sachsenring liegt unserem Auto. Ich hoffe, wir können das Potenzial nutzen und die Lücke zur Corvette weiter schließen, damit wir in der nächsten Woche in Hockenheim um den Titel kämpfen können." Wie schon zuvor in Zandvoort und auf dem Nürburgring teilt sich Eng den einzigen BMW im Starterfeld mit Nick Catsburg (29/NL).
 
46 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze haben die drittplatzierten Audi-Piloten Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA). Auch das Duo, das auf dem Nürburgring den Premierensieg von Aust Motorsport einfuhr, will mit zwei guten Resultaten am Wochenende das Titelrennen bis zum Saisonfinale in Hockenheim offenhalten. Vor allem van der Linde hat gute Erinnerungen: Der Meister von 2014 feierte drei seiner vier Siege im ADAC GT Masters auf der Berg-und-Tal-Bahn bei Hohenstein-Ernstthal.
 
Ebenfalls schon auf dem Sachsenring triumphiert hat der in der Meisterschaft bestplatzierte Mercedes-AMG-Fahrer Sebastian Asch. 2016 gewann er das Rennen am Samstag. Auf dem Nürburgring holte der Tabellenfünfte zusammen mit Lucas Auer den ersten Saisonsieg für die "Sterne". "Ich habe immer gesagt, dass Aufgeben nicht mein Ding ist", so der Schwabe. "Ich habe 48 Punkte Rückstand. Es gibt noch vier Rennen und damit 100 Punkte zu holen. Und deshalb kämpfe ich, bis ich entweder zum dritten Mal Meister bin oder es keine Chance mehr gibt. Grundsätzlich sollte unser Mercedes-AMG GT3 am Sachsenring super funktionieren. Alle Vorzeichen passen also, wir müssen es jetzt nur noch umsetzen."
 
Auch die Fahrer auf den weiteren Tabellenpositionen - zu diesen zählen die bestplatzierten Porsche-Piloten Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard) sowie die Vorjahreschampions und Audi-Piloten Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) - haben mathematisch noch Titelchancen. Doch mit mindestens 55 Punkten Rückstand müssen sie auf Patzer der vor ihnen platzierten Piloten hoffen. Für Spannung am Sachsenring ist also gesorgt, nicht zuletzt, da in den bisherigen Saisonrennen des ADAC GT Masters bereits 19 Piloten von acht Teams Siege eingefahren haben.
 
Neben der "Liga der Supersportwagen" können sich die Zuschauer in Sachsen auf weitere Rennaction freuen: Zusätzlich zur ADAC Formel 4 und der ADAC TCR Germany treten dort auch der Porsche Carrera Cup und die Spezial Tourenwagen Trophy (STT) an. Karten können im offiziellen Ticket-Shop des ADAC GT Masters unter adac.de/motorsport bestellt werden und sind an der Tageskasse erhältlich.

Dienstag, 12. September 2017

Audi-Pilot Ekström behauptet DTM-Führung

  • Hart erkämpfter sechster Platz im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring
  • Audi RS 5 DTM auf trockener Strecke mit Zusatzgewicht nicht schnell genug
  • Nur zwei Audi-Piloten in den Punkterängen
Foto: Audi-Motorsport
Mit einem hart erkämpften sechsten Platz im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring hat Audi-Pilot Mattias Ekström seine Führung in der DTM behauptet und den Vorsprung auf Lucas Auer (Mercedes-Benz) auf neun Punkte vergrößert.
 
Nach dem verregneten Vortag kämpften die Audi-Piloten am Sonntag auf trockener Strecke erwartungsgemäß mit stumpfen Waffen. Jamie Green (Audi Sport Team Rosberg) qualifizierte sich als bester Audi-Pilot für Startplatz elf. Tabellenführer Mattias Ekström (Audi Sport Team Abt Sportsline) ging von Position 13 ins Rennen. Alle anderen Audi-Piloten fanden sich am hinteren Ende der Startaufstellung wieder.
 
Mattias Ekström und Jamie Green machten das Beste aus der schwierigen Ausgangslage. Beide stoppten in einem phasenweise turbulenten Rennen erst spät und kämpften sich in der Schlussphase auf frischen Reifen noch von den Plätzen zehn und elf auf die Positionen sechs und sieben nach vorn. Damit sammelten beide wertvolle Punkte im Titelkampf, der sich vor den letzten beiden Rennwochenenden in Spielberg und Hockenheim weiter zugespitzt hat.
 
„Mein Rennen war relativ langweilig“, sagte Mattias Ekström. „Ich bin viel alleine gefahren. Am Ende, nach allen Boxenstopps, war ich Sechster – das gibt gute Punkte, aber kein gutes Gefühl.“
 
Ähnlich fiel die Bilanz von Audi-Motorsportchef Dieter Gass aus: „Es war kein wirklich gutes Rennen für uns. Wir waren nicht schnell genug und hatten mit Reifenabbau zu kämpfen, was eigentlich gar nicht unser Thema ist. Das war sicherlich auch dem hohen Gewicht geschuldet. Von daher müssen wir mit den Plätzen sechs und sieben für Mattias und Jamie einigermaßen zufrieden sein.“
 
Ekström und Green waren die einzigen beiden Audi-Piloten, die am Sonntag Punkte sammelten. René Rast wurde nach seiner dritten Verwarnung der Saison auf den letzten Startplatz zurückversetzt und verlor durch ein Problem beim Reifenwechsel rund zehn Sekunden. Der Deutsche kämpfte sich noch auf Rang zwölf vor und ist in der Gesamtwertung weiter Dritter.
 
Enttäuschend verlief das Heimspiel des Audi Sport Team Phoenix, das in der Eifel an beiden Tagen ohne Punkte blieb. Loïc Duval wurde am Sonntag 15., Zandvoort-Sieger Mike Rockenfeller nach zwei Reifenwechseln 17.
 
Nico Müller musste seinen Audi RS 5 DTM elf Runden vor Schluss vorzeitig an der Box abstellen, nachdem ihm BMW-Pilot Timo Glock beim Anbremsen der Schikane vehement aufs Heck gefahren war.
 
Weiter geht es in der DTM bereits in 14 Tagen auf dem Red Bull Ring in Spielberg. Mattias Ekström kommt als Tabellenführer nach Österreich. René Rast, Jamie Green und Mike Rockenfeller liegen auf den Plätzen drei, fünf und sechs. In der Herstellerwertung steht Audi mit nun 52 Punkten Vorsprung auf Mercedes-Benz weiter an der Spitze. In der Teamwertung führt das Audi Sport Team Rosberg 52 Punkte vor dem Audi Sport Team Abt Sportsline.

Sonntag, 10. September 2017

Wickens gewinnt DTM-Rennen am Nürburgring

  • Mercedes-AMG feiert Doppelsieg
  • Meisterschaft weiter offen, Ekström baut Führung aus
  • Auer bringt sich durch Dreher um wichtige Punkte
  • 78.000 Zuschauer am Rennwochenende in der Eifel
Robert Wickens
Foto: Jens Hawrda
Robert Wickens fuhr am Sonntag auf dem Nürburgring zu seinem ersten Saisonsieg. Der Mercedes-AMG Pilot hatte das 14. Rennen der Saison von Platz drei aus in Angriff genommen und überquerte nach 40 Runden die Ziellinie als Sieger. Nach dem Vierfacherfolg am Samstag feierten die Stuttgarter mit Paul Di Resta auf Platz zwei diesmal einen Doppelsieg. Für den Kanadier ist es der sechste Sieg in seinem 80. DTM-Rennen. Das Podium in der Eifel komplettierte als Dritter Titelverteidiger Marco Wittmann, der BMW-Werksfahrer wahrte damit seine Meisterschaftschancen.

„Das war ein hart erkämpfter Sieg“, sagte Wickens nach dem Rennen. „Ich hatte einen tollen Kampf mit Marco. Das Rennen war fordernd, hat aber richtig viel Spaß gemacht.“ In der DTM-Fahrerwertung ist nach 14 von 18 Saisonrennen weiterhin alles offen. Audi-Pilot Mattias Ekström wurde von Startplatz 13 aus am Ende Sechster und baute damit seine Führung leicht aus, während der Meisterschaftszweite Lucas Auer sich nach einem selbst verschuldeten Dreher in der Anfangsphase des Rennens früh um einen möglichen Podiumsplatz brachte. Neben dem Österreicher blieb mit René Rast auch der Dritte in der laufenden Meisterschaft ohne Punkte. Aufgrund einer Strafe musste der Audi-Pilot von ganz hinten starten und kam nie in die Nähe der Punkteränge.

Nach dem Regen-Roulette am Samstag fand das Rennen am Sonntag unter trockenen Bedingungen statt. Wittmann, von der Poleposition gestartet, war erst der Jäger, dann der Gejagte. Nach dem verlorenen Startduell gegen Paul Di Resta kämpfte er sich wieder an den Führenden heran und konnte Platz eins in Runde 15 zurückerobern. Die Freude währte allerdings nur kurz: Drei Runden später musste sich der zweimalige Meister dem späteren Rennsieger Wickens geschlagen geben. Zwar versuchte Wittmann in der verbleibenden Zeit den Kanadier anzugreifen, hatte in Runde 35 aber erneut das Nachsehen gegen Di Resta. „Gegen die Mercedes hatte ich zum Ende des Rennens keine Chance“, resümierte Wittmann. „Paul war extrem schnell. Zwischenzeitlich war ich zuversichtlich, das Rennen noch gewinnen zu können. Aber am Ende bauten meine Vorderreifen immer weiter ab. Da ging nichts mehr.“

Die DTM-Fahrerwertung bleibt vier Rennen vor Saisonende hoch spannend: Ekström führt mit 136 Punkten vor Auer (127), Rast (124), Wittmann (115), Green (113), Rockenfeller (110) und Glock (108). Bei noch 112 zu vergebenden Punkten in den vier Rennen und Qualifyings haben noch rund zehn Fahrer realistische Chancen auf den Titel.

Die Fortsetzung im Kampf um den DTM-Titel findet in zwei Wochen im österreichischen Spielberg statt. Auf dem Red Bull Ring stehen vom 22. bis 24. September 2017 die Saisonrennen 15 und 16 an, bevor es Mitte Oktober in Hockenheim zum großen Finale kommt.

DTM: Schnellster im Qualifying: Marco Wittmann (BMW)

Marco Wittmann
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann holt sich die Pole-Position für das Sonntagsrennen der DTM auf dem Nürburgring. Wittmann blieb in seiner schnellsten Runde (1:20,936 Minuten) als einziger Fahrer unter 1:21 Minuten und verwies die beiden Mercedes-AMG-Fahrer Paul Di Resta und Robert Wickens auf die Plätze zwei und drei. Lucas Auer der in den vergangenen drei Jahren die Qualifyings auf dem Traditionskurs in der Eifel dominiert hatte, kam über Rang vier nicht hinaus und komplettiert Startreihe zwei.


BMW und Mercedes-AMG machten die besten Startplätze bei trockenen Bedingungen auf dem Nürburgring unter sich aus. Tom Blomqvist, Timo Glock und Augusto Farfus belegten die Positionen fünf bis sieben. Die besten zehn Plätze vervollständigen Gary Paffett (Mercedes-AMG), Bruno Spengler (BMW) und Edoardo Mortara (Mercedes-AMG). Den schnellsten Audi RS5 DTM pilotierte Jamie Green. Der Brite büßte auf Wittmanns Bestzeit 0,550 Sekunden ein.

Marco Wittmann:
„Das Schwierigste war heute bei zehn Grad Außentemperatur, den Reifen auf Betriebstemperatur zu bekommen. Mit einer Pole-Position kann man immer zufrieden sein. Am Ende haben wir alles richtig gemacht. Es gab heute keine Regen-Lotterie und keine Poker-Spielchen. Ich bin happy auf der Eins zu stehen. Gestern war ich in der ersten Reihe, heute starte ich noch weiter vorne. Das ist eine optimale Ausgangslage. Jetzt hoffe ich, dass der Regen wegbleibt. Oder, dass es zumindest ganz klare Bedingungen gibt.“

DTM: Mercedes im dritten Freien Training vorne

Lucas Auer wieder vorn
Foto: Jens Hawrda
Das dritte Freie Training der DTM auf dem Nürburgring war fest in der Hand von Mercedes-AMG. Schnellster war der gestrige Rennsieger Lucas Auer in 1:21,258 Minuten. „Man versucht im Freien Training ein paar Sachen, man fährt ein bisschen rechts, links und schaut, was das Schnellste ist. Im Qualifying werden die Karten erst auf den Tisch gelegt. Die Tabelle ist mir wurscht. Ich weiß nicht mal wie viele Punkte ich habe“, sagte der Gesamtzweite der DTM in gewohnt lockerer Art.

Zweiter wurde Gary Paffett (1:21,351). Damit fuhr der Brite in allen drei Freien Trainings unter die Top zwei. Den dritten Platz schaffte Robert Wickens (1:21,406). Dahinter folgten mit Marco Wittmann (1:21,486), Tom Blomqvist (1:21,520) und Timo Glock (1:21,549) drei BMW-Piloten. Bester Audi-Pilot war als Siebter erneut René Rast (1:21,557). „Es sieht nicht so schlecht aus, aber ich glaube, die anderen können im Qualifying noch eine Schippe drauflegen. Das hat man in der Vergangenheit oft gesehen, dass die anderen da noch konkurrenzfähiger waren. P7 war nicht so verkehrt für mich“, sagte Rast.