Dienstag, 5. September 2017

Jan Bühn fährt in Oschersleben als Zweiter auf das Podium

Jan Bühn in der Startaufstellung in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda
Der Motorradrennfahrer Jan Bühn aus dem badischen Kronau fuhr bei der sechsten Veranstaltung zur Internationalen Deutschen Motorrad-Straßenmeisterschaft in der Motorsport Arena Oschersleben als Zweiter im ersten Lauf zum vierten Mal in dieser Saison auf das Podium.

Bereits im freien Training am Freitag überzeugte der 26-jährige BMW-Pilot mit schnellen Zeiten und war im ersten Training Zweiter und im 2. Training Drittschnellster in der hubraumstarken Superbike-Klasse. Beim ersten Zeittraining am Samstag war Jan Bühn Dritter und konnte sich dann im Abschlusstraining um fast Vierzehntel Sekunden steigern und stand erstmals in dieser Saison auf dem zweiten Startplatz hinter seinem BMW-Teamkollegen Markus Reiterberger (Obing), der 0,923 Sekunden schneller war. Beim ersten Rennen am Samstag hatte Jan Bühn einen guten Start und bog als Zweiter in die erste Kurve ein und konnte diesen bis zum Zielstrich verteidigen. Nach 18 Runden (Gesamtdistanz 66,006 km) auf der 3,667 km langen Rennstrecke in der Nähe von Magdeburg hatte Jan Bühn im Ziel einen Rückstand von 10,275 Sekunden. Dritter wurde mit nur 0,171 Sekunden hinter dem Badener der Niederländer Danny De Boer. Somit standen erstmals alle drei Piloten vom Van Zon-Remeha-BMW Team auf dem Siegerpodest.

Beim zweiten Rennen am Sonntag hatte Danny De Boer einen besseren Start als Jan Bühn. Nach der ersten Runde führte Reiterberger vor De Boer und Jan Bühn. Nach zehn Runden wurde Jan Bühn vom Yamaha-Piloten Florian Alt (Nümbrecht) auf der Gegengerade überholt und im Ziel als Vierter mit 14,351 Sekunden auf Doppelsieger Reiterberger abgewunken. Der Bayer lag nach Rennende 10,561 Sekunden vor De Boer und 11,414 Sekunden vor Florian Alt.

Nach den Rennen war Jan Bühn sehr zufrieden: „Dies war mein bisher bestes Wochenende in dieser Saison, erstmals ging ich vom zweiten Startplatz ins Rennen. Ich konnte den Abstand auf Markus Reiterberger im Training auf eine Sekunde verringern und dann im Rennen den Rückstand nochmals verkürzen. Es läuft immer besser, der Start war super – ich war von der ersten Kurve bis zum Schluss Zweiter. Wie beim Saisonauftakt auf dem Nürburgring wurde ich Zweiter. Im zweiten Lauf war ich am Anfang gleich schnell wie De Boer und blieb hintendran. Als mich Alt überholte, war ich 3 bis 4 Runden am Limit, ich habe dann den vierten Platz sicher nach Hause gefahren. Wir haben einen großen Schritt nach vorne gemacht, vielen Dank an das ganze BMW-Team. Jetzt bin ich mit Florian Alt vor dem Finale in Hockenheim punktgleich, dort möchte ich mir bei meinem Heimrennen den Vizetitel holen. Beim letzten Rennen im Vorjahr stand ich als Dritter im Motodrom auf dem Podium.“

Nach 12 von 14 Läufen gibt es hinter Meister Markus Reiterberger mit 295 Punkten einen packenden Dreikampf um den Vizetitel. Florian Alt und Jan Bühn liegen punktgleich mit 154 Zählern auf dem zweiten Rang, knapp dahinter ist De Boer als Vierter mit 144 Punkten. Das Finale findet traditionell im badischen Hockenheim auf der Heimstrecke von Jan Bühn am 30. September/1. Oktober statt. Weitere Informationen über Jan Bühn gibt es auf der Internetseite von Jan Bühn www.jan-buehn.de bzw. über die Motorrad-IDM unter www.IDM.de.

Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof

Montag, 4. September 2017

DTM: Hartes Titelrennen für Audi in der Eifel

  • Audi Spitzenreiter aller drei Wertungen und fünfmaliger Saisonsieger
  • Hohe Zusatzgewichte für den Audi RS 5 DTM auf dem Nürburgring
  • Tabellenführer Ekström: „Vor allem im Qualifying wird es extrem schwer“
Titelkandidat von Audi: Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Enges Rennen um die Meisterschaft in der DTM: Vor den letzten sechs Läufen der Saison haben mindestens acht Piloten echte Titelchancen. Vier von ihnen fahren einen Audi RS 5 DTM: Mattias Ekström, René Rast, Mike Rockenfeller und Jamie Green.

„Mit dem bisherigen Saisonverlauf können wir sehr zufrieden sein“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. Fünf Siege, drei Pole-Positions und neun schnellste Rennrunden gehen nach zwölf Rennen auf das Konto von Audi. Mit Mattias Ekström, René Rast und Mike Rockenfeller liegen drei Audi-Piloten an der Spitze der Fahrerwertung. Die Audi Sport Teams Rosberg und Abt Sportsline führen die Teamwertung an und in der Herstellerwertung liegt Audi mit 518 Punkten deutlich vor BMW (405) und Mercedes-Benz (361).

Trotzdem sind die Erwartungen vor den beiden Rennen auf dem Nürburgring am Wochenende gedämpft. Grund sind die bei Fans und Fahrern gleichermaßen unbeliebten „Performance-Gewichte“, die eigentlich kleinere Unterschiede zwischen den drei Marken ausgleichen sollten. Eine umstrittene Regeländerung hat nun dazu geführt, dass Audi mit 25 Kilogramm mehr Gewicht als BMW in das Nürburgring-Wochenende geht, obwohl der Münchner Konkurrent bei den beiden letzten Rennen die Ziellinie jeweils als erster überfahren hatte.

25 Kilogramm, die es der Mannschaft von Audi Sport im wahrsten Sinne des Wortes schwer machen werden. Denn laut Computersimulationen entspricht das Zusatzgewicht auf dem 3,629 Kilometer langen Sprint-Kurs des Nürburgrings einem Zeitverlust von knapp einer halben Sekunde pro Runde. Was das bedeuten kann, zeigt ein Blick auf die Ergebnisse des Vorjahres: Damals lagen die Abstände zwischen den schnellsten 18 Fahrern im Zeittraining am Sonntag innerhalb von nur 0,476 Sekunden.

„Das klingt im ersten Moment nach einer ‚Mission Impossible‘ für unsere Fahrer“, sagt Dieter Gass. „Aber unsere Philosophie lautet: Du hast keine Chance – nutze sie! Wir müssen am Nürburgring versuchen, trotz der schwierigen Situation wichtige Punkte zu sammeln und dürfen nicht ausschließlich auf Siege oder das Podium schielen.“

Ähnlich sieht es auch DTM-Spitzenreiter Mattias Ekström: „Vor allem im Qualifying wird es extrem schwer für uns. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich immer kämpfe und nie aufgebe. Ich komme mit 14 Punkten Vorsprung zum Nürburgring und möchte die Tabellenführung auch dort verteidigen.“

DTM-Fans dürfen sich auf ein unterhaltsames Wochenende auch neben der Strecke freuen. Im Rahmen der ARD Chartshow tritt die weltweit bekannte Sängerin Anastacia auf. Außerdem können sie beim Pitview den DTM-Teams bei der Arbeit in den Boxen über die Schulter blicken.

Übrigens, wussten Sie, dass …
  • Walter Röhrl 1990 am Steuer eines Audi V8 quattro der erste Sieger für Audi bei einem DTM-Rennen auf dem Nürburgring war?
  • Nico Müller, René Rast und Mike Rockenfeller schon einmal das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen haben?
  • DTM-Rennen in der Eifel von 1988 bis 1993 auch auf der Nordschleife gefahren wurden?
  • der Nürburgring nur gut 3 km vom Standort des Audi Sport Team Phoenix entfernt und auch das Heimrennen für Mike Rockenfeller ist?

Reiterberger auch am Sonntag nicht zu schlagen

Erneuter Sieg für Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Zum Glück lag der Start des Sonntagsrennen der Superbikes in Oschersleben erst auf 16.20 Uhr. Gegen 14.00 Uhr entlud sich doch ein recht kräftiger Regenguss, nachdem es den ganten Vormittag sonnig war. Nach einer Stunde war der Regenspuk vorbei und ab 15.00 Uhr schien wieder die Sonne. Die Superbikes konnten also auf trockener Strecke starten.

Markus Reiterberker (BMW), von Pole gestartet übernahm sofort die Spitze, gefolgt von Danny de Boer (BMW) und Jahn Bühn (BMW). Hinter Bühn reite sich Florian Alt (Yamaha) und Dominik Vincon (BMW) ein, dann folgten Bastian Mackels (Yamaha), Jan Halbich (Honda) und Vincent Lonbois (BMW). An der Spitze fuhr Markus Reiterberger mit Vorsprung in seiner eigenen Liga, auch Danny de Boer auf Platz 2 konnte unbedrängt fahren.

Jan Bühn auf Platz 3 konnte nicht zum vor ihm fahrenden de Boer aufschließen. Das war umso erstaunlicher als Danny de Boer durch Krankheit stark geschwächt war und mit seinen Kräften haushalten musste. Ganz im Gegenteil Jan Bühn bekahm Druck vom hinter ihm fahrenden Florian Alt. In Runde 10 war es dann soweit Alt ging an Bühn vorbei, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Jan Halbig fuhr wieder ein sehr gutes Rennen und kämpfte sich Platz um Platz nach vorn, in Rund 14 ging er an Mackels vorbei und war damt wie am Vortag Fünfter.
Der von Krankheit geschwächte Danny de Boer kann die Podiumszeremonie nur sitzend miterleben
Foto: Jens Hawrda
Den Sieg holte erneut Markus Reiterberger mit guten 10 Sek. Vorsprung vor Danny de Boer und Florian Alt. Jahn Bühn wurde Vierter vor Jan Halbig. Bie beste Kawasaki lag mit Lucy Glöckner im Ziel auf Platz 11 vor dem besten  Suzuki-Piloten Dominic Schmitter auf Platz 12.

Samstag, 2. September 2017

Reiterberger in Oschersleben: Pole, schnellste Runde Sieg

Zehnter Sieg in Folge für Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Für seine Pole am Samstag in Oschersleben brauchte Reiterberger ganze vier Runden. Die 18 Runden  am Samstag in Oschersleben ging Markus Reiterberger also wie schon gewohnt, von Startplatz eins an. Aus der ersten Runde kam Reiterberger (BMW) vor Bühn (BMW), de Boer (BMW), Alt (Yamaha) und Halbich (Honda).


In der Folge fuhr Reiterberger sein Rennen von der Spitze, konnte sich aber nicht ganz so deutlich vom Feld absetzen wie in der Vergangenheit. Dahinter folgten Bühn, Alt und deBoer. Halbich konnte den Anschluss nicht halten und hatte Vincent Lonbois und Stefan Kerschbaumer hinter sich. 

Während Reiterberger beständige Rundenzeiten von 1.26 dreht ging den unmittelbaren Verfolgern langsam die Luft aus, dort wurden lediglich 1.27 Runden gefahren. Im Ziel fuhr Markus Reiterberger schließlich den zehnten Sieg in Folge ein, mit 10,275 Sek. vor Jan Bühn. Danny de Boer war nicht mehr vorbeigekommen und gab sich mit Platz 3 zufrieden.

Donnerstag, 31. August 2017

Die IDM kehrt am kommenden Wochenende in die Arena Oschersleben zurück

Nach einem Jahr Pause ist sie in der Motorsport Arena zurück: Vom 1. bis 3. September 2017 fährt die Internationale Deutsche Meisterschaft auf dem Kurs in Oschersleben. Der erste Titel in Deutschlands höchster Motorradstraßenrennportserie ist schon vergeben, doch in den anderen Klassen brennt die Luft. Die Magdeburger Börde ist die vorletzte Station in der Saison. Fehler kann sich hier kein potentieller Titelfavorit mehr leisten. Und auch abseits der Strecke ist jede Menge Action angesagt.
Foto: Jens Hawrda
Markus Reiterberger ist schon durch und hat seine Aufgabe erfüllt. Der 23-jährige Bayer ist der IDM Superbike 1000-Champion 2017 und gewann den Titel in der IDM-Top-Klasse auf der BMW S1000 RR bereits zum dritten Mal. Reiterberger, den alle nur „Reiti“ nennen, fährt in seiner eigenen Welt. Verletzt und von seinem damaligen Team enttäuscht, kehrte er am Jahresbeginn aus der Superbike-Weltmeisterschaft zurück, um in seinem gewohnten IDM-Umfeld Kräfte für einen neuen Anlauf in der WM zu sammeln.
 
Das Vorhaben ist gelungen. Reiti fährt in einer Einheit mit seinem Motorrad auf höchstem Niveau und ist wieder ganz der Alte. Während der Meister inzwischen eine One-Man-Show an der Spitze abzieht, sind dahinter knallharte Poitionskämpfe angesagt. Allein zehn Konkurrenten sind in der Lage aufs Podium zu fahren. Und der Ausfall von nur einem Piloten zieht unmittelbare Folgen in der Gesamtwertung nach sich. So verlor der Niederländer Danny de Boer, der zugleich Reiterbergers Teamkollege ist, binnen eines Wochenendes zwei Plätze in der Gesamtwertung und rutschte auf den vierten Rang ab. Zweiter ist jetzt Yamaha-Zugpferd Florian Alt. Dritter in der Tabelle ist Jan Bühn wieder ein BMW-Fahrer. Die beste Yamaha wird auf dem fünften Platz notiert und vom Österreicher Stefan Kerschbaumer gefahren. Honda-Star Jan Halbich ist Siebter und Suzuki-Hoffnung Luca Grünwald Neunter. Die schnellste Kawasaki wird von einer Frau gelenkt: Lucy Glöckner. In Oschersleben dürfen sich die Herren warm anziehen. War die 27-Jährige zuletzt auf dem Lausitzring noch Siebte im ersten Lauf, könnte in der Magdeburger durchaus noch mehr drin sein. Weil Lucy hier schon oft als Instruktorin bei Renntrainings eingesetzt wurde, kennt sie den Kurs aus dem Eff-Eff. Der Kampf ist auf jeden Fall eröffnet. Knapp 30 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet für die IDM-Topklasse.

In der IDM Supersport 600 hat sich Thomas Gradinger an der Spitze einen Vorsprung erarbeitet, doch mit 38 Punkten mehr als Kevin Wahr ist er noch längst nicht auf der sicheren Seite. Hinter den Beiden geht es umso enger zu. In der Yamaha-dominierten Klasse darf sich jetzt niemand mehr einen Fehler leisten, der um die vorderen Plätze mitreden will.
 
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der kleinen IDM Supersport 300-Klasse. Hier gibt es noch eine Besonderheit. Das kleine, aber feine und angriffslustige Feld wird in Oschersleben wieder durch eine Schar von Niederländern erweitert. Ihre Motorräder sind auf Grund des unterschiedlichen Reglements etwas stärker, deshalb werden sie getrennt in ihrer nationalen Meisterschaft gewertet. Aber für die Deutschen ist wesentlich mehr Konkurrenz vorhanden, an der sie wachsen können.

In der IDM Sidecar könnten Markus Schlosser/Thomas Hofer vorzeitig für die Titelentscheidung sorgen. Noch ein Sieg, dann wäre der Titel in der Tasche. Verhindern können das in erster Linie Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen aus den Niederlanden, die Meister von 2016.
Mit dem Yamaha R6-Dunlop-Cup, dem Suzuki GSX-R-Cup sowie dem Twin Cup 700 sorgen drei weitere Klassen für mächtig Unterhaltung auf der Strecke.

Und auch abseits ist jede Menge los: offenes Fahrerlager, Pitwalk, Autogrammstunde, öffentliche Pressekonferenzen, Taxifahrten, Shoppingmeile. So nah kommen Fans ihren Idolen sonst nie. Ein Highlight jagt das andere. Für das i-Tüpfelchen sorgen die IDM-Macher selbst: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Ihre aktuellen Motorradmodelle stehen für Probefahrten zur Verfügung. Der Preis für das WochenWochenende ist heiß: Für 25,00 Euro ist alles drin. Ein einzelnes Tagesticket kostet 14,00 Euro.