Freitag, 18. August 2017

SBK-WM: 1.Freies Training am Lausitzring, Markus Reiterberger Sechster

Markus Reiterberger
Foto: Jens Hawrda
Markus Reiterberger holt im ersten Freien Training zum Lauf der Superbike - WM auf dem Lausitzring Platz sechs. Damit ist er bester BMW-Pilot, mit über einer halben Sekunde Vorsprung auf seinen ehemaligen Teamkollegen vom Althea BMW-Team J. Torres. Stefan Bradl (Honda) beendet das erste Freie Training auf Platz 11. Trainingsschnellster war Tom Sykes vor Jonathan Rea (beide Kawasaki). Dritter wird C.Davis (Ducati).

Interview mit Gary Paffett

Gary Paffett: „Ich mache diesen Job nicht, um berühmt zu sein“

Gary Paffett
Foto: Jens Hawrda
DTM-Champion, Team-Captain und Vollblut-Racer: So kennt die DTM-Welt Gary Paffett. Wir stellen in einer dreiteiligen Interview-Reihe den Menschen hinter dem Rennfahrer vor. Im letzten Teil spricht Gary über...
  • seine Frau Lisa: „Sie hat mich zweifelsohne als Mensch sehr verändert, von dem Tag an, als wir uns kennengelernt haben.“
  • seinen Förderer Martin Hines: „Er war die Person, die mehr an mich geglaubt hat als jede andere. Er hatte nie den geringsten Zweifel an meinen Fähigkeiten.“
  • seine Zukunft im Motorsport: „Ich möchte mit Teams und Fahrern arbeiten und versuchen, ihnen dabei zu helfen, besser zu werden, Rennen zu gewinnen und erfolgreich zu sein.“

Gary, du bist an den Rennwochenenden oft weit weg von zuhause. Wie schwer ist es, Freundschaften zu pflegen?

Gary Paffett:
Das ist schon schwierig. Andererseits habe ich den Großteil meiner Freunde über den Motorsport kennengelernt. Ich spreche eigentlich mit niemandem mehr, mit dem ich zusammen zur Schule gegangen bin. Hin und wieder schreibe ich mit ein paar Leuten von damals auf Facebook. Aber richtigen Kontakt habe ich zu diesen Leuten nicht mehr. All meine Freunde kommen aus dem Motorsport. Andererseits habe ich ohnehin keinen riesengroßen Freundeskreis, den ich jede Woche zum Abendessen sehe. Es gibt ein paar Leute, die wir über Schulfreunde unserer Kinder kennengelernt haben sowie natürlich die Leute aus dem Rennsport. Das ist letztendlich mein Freundeskreis.

Kannst du dich an das erste Mal erinnern, als du um ein Autogramm gebeten wurdest?

Gary Paffett:
Nein, das kann ich nicht. Ich kann mich aber an die Zeit erinnern, als ich meine Unterschrift geübt habe. Wenn du das erste Mal ein Autogramm geben musst, wirst du meistens kalt erwischt. Ich habe es unterschrieben, wie ich sonst alles unterschrieben habe. Das habe ich dann ein paar Mal gemacht und mir gedacht: das dauert viel zu lange, daran muss ich etwas ändern. Und dann ging ich durch den ganzen Prozess in dem ich entschied, wie mein Autogramm aussehen sollte.

Kannst du dich noch an das erste Mal erinnern, als du in der Öffentlichkeit erkannt wurdest?

Gary Paffett:
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob es das erste Mal war. Zunächst passiert es dir als Rennfahrer sowieso nicht so häufig, da du keine unglaubliche Berühmtheit bist. Aber als ich einmal in Deutschland am Flughafen angekommen bin, ging ich durch die Passkontrolle und der Typ sah mich an, schaute auf den Pass, drehte sich zu seinem Kollegen um und zeigte ihm den Pass. An diesem Punkt machte ich mir etwas Sorgen, dass sie mich mitnehmen würden. Aber dann sagte er: „Oh, Gary Paffett, viel Glück am Wochenende!“ Und ich sagte: „Oh, vielen Dank.“ Das war wohl das erste Mal, dass mich jemand abseits der Rennstrecke erkannt hat. Das passiert mit der Zeit mehr und mehr. Je länger du dabei bist, desto mehr Leute kennen dich. Es ist auch in England schon ein paar Mal passiert, wo ich lebe. Es ist immer etwas seltsam, wenn du abseits der Rennstrecke erkannt wirst.

Würde es dir gefallen, wenn du mehr im Rampenlicht stehen würdest, dich mehr Leute erkennen würden und du irgendwo in den Boulevardzeitungen auftauchen würdest?

Gary Paffett:
Nein, nicht wirklich. Ich mache diesen Job nicht, um berühmt zu sein. Ich tue es, weil ich das Racing, die Arbeit mit all den Leuten und das Reisen liebe. Aber nicht, weil ich berühmt sein will. Das ist nur ein Nebeneffekt von dem, was wir tun. Ich liebe die Fans und die Unterstützung, die ich von ihnen erhalte. Aber das ist natürlich nicht der Hauptgrund. Es gehört einfach zu dem, was wir tun, dazu.

Welche Person hat dein Leben am meisten beeinflusst?

Gary Paffett:
Da gibt es viele Menschen, die mein Leben beeinflusst haben. Ursprünglich war es natürlich mein Vater, der mich an den Sport herangeführt hat. Meine Mutter und mein Vater haben mich großgezogen und damit logischerweise den Großteil der Arbeit erledigt und mich auf den Weg gebracht, auf dem ich heute bin. Die zweite Person war Martin Hines, dem das Kart-Team gehört, für das ich die meiste Zeit in meiner Karriere gefahren bin. Er hat mich entdeckt und finanziell bei allem unterstützt, was ich damals gemacht habe. Er war eine große Nummer in der Welt des Kartsports, er wusste alles darüber. Aber er wusste nicht so viel über Automobilrennsport und wie es dort weitergeht.

Martin wurde zunächst mein Manager, aber das hat nicht gut funktioniert. Nichtsdestotrotz war er die Person, die mehr an mich geglaubt hat als jede andere. Er hatte nie den geringsten Zweifel an meinen Fähigkeiten. Und es gibt andere Menschen oder Manager, die zwar an dich glauben, aber es gleichzeitig Momente gibt, in denen du denkst, dass sie sich nicht wirklich sicher dabei sind. Er stand aber zu 100% hinter mir und versuchte, mit seinem Enthusiasmus und der Überzeugung, wie gut ich war, mich bei anderen Leuten bekannt zu machen. Das hat mir dabei geholfen, dorthin zu gelangen, wo ich jetzt bin. Ab dem Alter von zehn Jahren bis zu meiner Formel-3-Zeit in Deutschland war er die Person, die alles ermöglicht hat. Ohne ihn wäre es nicht möglich gewesen.

Eine weitere wichtige Person ist natürlich Lisa. Wir sind zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten und manchmal brauche ich sie, um mir einen kleinen Reality-Check zu geben. Ich bin ein ziemlicher Optimist und sehe immer in allem und jedem das Gute. Sie muss mir manchmal klarmachen, dass die Dinge doch nicht ganz so gut sind, wie ich denke. Und sie hat meistens Recht, was ziemlich nervt. Aber sie hat ganz einfach oft Recht. Nicht jeder ist so gut, wie ich denke. Das ist manchmal sehr schade. Aber Lisa ist ohne Frage diese gegensätzliche Persönlichkeit zu mir. Das hilft sehr und wir funktionieren zusammen sehr gut. Sie hat mich zweifelsohne als Mensch sehr verändert, von dem Tag an, als wir uns kennengelernt haben.

Wenn alles gut läuft, kannst du vielleicht noch zehn Jahre weiterfahren. Aber hast du dir schon mal darüber Gedanken gemacht, was nach dem Motorsport kommt?

Gary Paffett:
Ja, ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht. Aber ich habe mich noch nicht ernsthaft damit beschäftigt oder nach Jobs gesucht. Aber es gibt so viele Leute, die mir schon Jobs angeboten haben. Leute, die wohl denken, dass ich reif zum Aufhören bin. Aber dazu bin ich noch nicht bereit. Ich denke, mit meiner Erfahrung in unserem Sport werde ich wohl auch nach meinem Karriereende noch etwas im Motorsport machen. Das ist der Sport, den ich liebe. Wenn ich keine Rennen mehr fahre und hierherkomme, werde ich das Fahren vermissen. Aber es gibt so viele Dinge, die ich tun oder Teams und Fahrern anbieten kann. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ich etwas im Motorsport machen werde. Aber ich werde sicher kein Kommentator. Es gefällt mir nicht, nur darüber zu sprechen. Ich möchte mit Teams und Fahrern arbeiten und versuchen, ihnen dabei zu helfen, besser zu werden, Rennen zu gewinnen und erfolgreich zu sein.

Donnerstag, 17. August 2017

DTM: Audi mit Doppelspitze nach Zandvoort

  • Mattias Ekström führt mit einem Punkt Vorsprung vor René Rast
  • Ekström schon viermal Sieger auf dem Dünenkurs bei Amsterdam
  • Niederländer Nyck de Vries im Audi RS 5 DTM Renntaxi
Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Mit einem absoluten Highlight meldet sich die DTM am Wochenende aus der Sommerpause zurück: Am 19./20. August starten die mehr als 500 PS starken Tourenwagen auf dem Circuit Zandvoort. Der in den Dünen an der niederländischen Nordseeküste gelegene Kurs gilt als anspruchsvollste Rennstrecke im DTM-Kalender. Audi feierte hier bisher neun Siege.
„Zandvoort ist eine Strecke der alten Schule und für mich persönlich die schönste in der DTM“, sagt Audi-Pilot Jamie Green. „Dass ich im vergangenen Jahr erstmals in der DTM dort gewonnen habe, ist immer noch eines meiner Highlights der Saison 2016. Die schnellen Kurven machen wahnsinnig viel Spaß – erst recht im Qualifying mit nur wenig Benzin im Tank.“ Auch die anderen Audi-Piloten haben beste Erinnerungen an Zandvoort. Mike Rockenfeller gewann dort 2011 sein erstes DTM-Rennen und 2013 den DTM-Titel. Loïc Duval erkämpfte 2008 in den Dünen bei schwierigen Bedingungen für das französische Nationalteam einen Sieg in der A1-Grand-Prix-Serie. Absoluter „König“ der 4,307 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren Amsterdams ist jedoch Mattias Ekström: Der zweimalige DTM-Champion und amtierende Rallycross-Weltmeister stand in Zandvoort schon viermal ganz oben auf dem Siegerpodest, zuletzt 2014.


„Zandvoort ist absolut cool, keine Frage“, sagt der Schwede, der nach einem kurzen Italienurlaub mit seiner Familie als Tabellenführer an die Nordsee kommt – wenn auch nur mit einem einzigen Punkt Vorsprung auf Markenkollege René Rast. Der Sensationsmann der laufenden Saison kam in Zandvoort im vergangenen Jahr als Ersatzfahrer quasi über Nacht zu seinem unerwarteten DTM-Debüt, das ihm den Weg zu einem Stammplatz in der Tourenwagen-Serie ebnete. Zwölf Monate später hat Rast zwei Siege auf dem Konto, drei Pole-Positions, zwei schnellste Rennrunden und gute Chancen im Titelkampf. Auch Youngster Nico Müller ist ein großer Fan der Rennstrecke in Zandvoort. „Ich bin schon sehr gespannt auf den neuen Asphaltbelag dort“, sagt der Schweizer. „Wir werden die ohnehin schon schnellen Kurven noch zügiger fahren als bisher und deutlich schnellere Rundenzeiten sehen.“


„Man muss abwarten, ob und wie sich der neue Asphalt auf die Performance der Reifen auswirken wird“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Zandvoort war schon immer reifenmordend, aber wir sind damit in der Vergangenheit gut zurechtgekommen. Die Strecke sollte uns liegen. Aber die DTM ist unberechenbar. Ich gehe davon aus, dass wir zwei sehr spektakuläre Rennen sehen werden.“


Die ARD überträgt am Samstag (19. August) ab 14.30 Uhr und am Sonntag (20. August) ab 15 Uhr live aus Zandvoort. Tickets und Fan-Packages sind online unter www.audi.com/dtm erhältlich.

Der Niederländer Nyck de Vries wird in Zandvoort Gäste im Audi RS 5 DTM Renntaxi um seinen Heimatkurs pilotieren.

IDM*Superbike: Letzte Probe vor der großen Show

Foto: Jens Hawrda
Die Internationale Deutsche Meisterschaft ist in die zweite Saisonhälfte eingebogen. Vom 11. bis 13. August 2017 gastierte die höchste deutsche Serie im Motorradstraßenrennsport in Assen. Dank der Entscheidungen steht fest: Die IDM bleibt auch auf den letzten Metern spannend und 2018 kommt eine weitere Motorradmarke hinzu.  Für die IDM Superbike 1000 war der Start in Assen zugleich eine Generalprobe. Die Topklasse hat schon am kommenden Wochenende einen Gastauftritt im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft auf dem Lausitzring.  

Besonders für den IDM-Führenden Markus Reiterberger ist der Start im Rahmen der Superbike-Weltmeisterschaft ein heißes Eisen. Der 23-jährige Bayer kämpft um eine Rückkehr in die Weltelite. Der zweifache Deutsche Superbike-Meister war schon ganz oben angelangt, teaminterne Probleme und eine Rückenverletzung veranlassten ihn nach einem Jahr zum Rückzug. In der heimischen IDM Superbike und in seinem alten Team fand er seine Reputation. Auf dem Lausitzring will der Star des VanZon Remeha BMW-Teams zeigen, dass er wieder zur Weltspitze gehört. Reiterberger begibt in der Lausitz in eine Doppelrolle: Einmal als Gastfahrer in der Superbike-WM und ein weiteres Mal als Gesamt-Führender in den zwei Rennen der IDM Superbike 1000. Den Punkte-Vorsprung baute er in Assen nochmals mit zwei Siegen aus. Sein größter Kontrahent  Danny de Boer, der gleichzeitig sein Teamkollege ist,  war ihm im ersten Rennen dicht auf den Fersen, doch eine gerissene Kette vereitelte die Siegambitionen des Niederländers. Florian Alt auf der Werks-Yamaha kam als Zweiter ins Ziel, gefolgt von Pepijn Bijsterbosch. Mit ihm kam dann doch noch ein einheimischer Fahrer aufs Siegerpodium. Den zweiten Lauf gewann Reiterberger vor de Boer und Bijsterbosch, der meinte: „In Assen auf dem Podium zu stehen ist eine Pflicht.“ 

Fünf Motorradmarken sind in der IDM-Topklasse vertreten: BMW, Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha. Bis auf Kawasaki schaffte es in beiden Läufen mindestens ein Fahrer in die Top Ten. Die schnelle Dame Lucy Glöckner, die Kawasaki aus der Talsohle geholt hat, stürzte diesmal in beiden Rennen, wobei sie im zweiten Lauf schuldlos zu Fall kam. Ein Konkurrent hatte Öl verloren und die Sächsin war wie vier weitere Fahrer darauf ausgerutscht.


In der IDM Supersport 600 musste Kevin Wahr aus Nagold einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Bekam er für den ersten Lauf noch die volle Punktzahl gutgeschrieben, wurde das zweite Rennen zur Nullrunde. An seiner Yamaha stiegen Rauchwolken auf. Grund: Eine Eckverbindung zum Ölkühler hatte ein Leck. Wahr musste das Rennen verlassen. Dadurch hat der Meisterschaftsführende Thomas Gradinger aus Österreich nun so einen großen Vorsprung, dass ihm unter normalen Umständen kein Gegner mehr den Titel entreißen kann.


In der kleinen Supersport 300-Klasse gab es einen Führungswechsel. Jan-Ole Jähnig löste seinen Teamkollegen Maximilian Kappler an der Spitze ab. Und auch dahinter gab es reichlich Bewegung in der von Yamaha dominierten Klasse. Troy Beinlich gewann das zweite Rennen und verdrängte damit Sophia Liebschner vom dritten Tabellenplatz. Obwohl das Fahrerfeld noch klein ist, ist die NachwuchsKlasse sehr interessant und vor ihr liegt eine aussichtsreiche Zukunft. Im kommenden Jahr wird sich ein weiterer Hersteller neben Yamaha und Kawasaki engagieren. KTM hat starkes Interesse angemeldet und will einsteigen.

In der IDM Sidecar gelang dem Team Markus Schlosser/Thomas Hofer in Assen ein Doppelsieg, den auch die Einheimischen Bennie Streuer/Gerard Daalhuizen nicht verhindern konnten. Die Niederländer sind zugleich die Titelverteidiger, doch das Duo aus der Schweiz war einfach unschlagbar.  
 
Knapp 4.000 Zuschauer verfolgten die Rennen außerhalb der deutschen Grenzen. Während die Supersportler und die Sidecar-Fraktion jetzt drei Wochen Pause haben bis zur nächsten Veranstaltung in Oschersleben vom 1. bis 3. September 2017, reisen die Superbiker jetzt ohne Umschweife weiter zur Superbike-WM an den Lausitzring.

DTM: Achterbahnfahrt auf neuem Asphalt in Zandvoort

  • BMW-Pilot Spengler mit 150. DTM-Rennen
  • Formel-1-Star Max Verstappen ist zu Gast
  • Ekström hofft auf fünften Sieg in Zandvoort
Max Verstappen in Zandvoort zu Gast bei der DTM
Foto: Hoch Zwei / dtm.com
Die Boliden sind zurück. Die DTM hat die Sommerpause beendet. Passenderweise startet die zweite Saisonhälfte an einer Rennstrecke mit besonderem Flair: Zandvoort steht seit jeher für familiäre Atmosphäre mit Sonne, Strand und Meer, garniert durch heiße Renn-Action. Die Läufe elf und zwölf in der Meisterschaft auf dem „Circuit“ versprechen in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich und atemberaubend zu werden. Auch der neu aufgelegte Asphalt wird dieses Mal auf dem holländischen Rundkurs an der Küste eine entscheidende Rolle spielen. Abgerundet wird das Sommer-Festival in den Dünen durch die Teilnahme prominenter Gäste.

Die Fahrer freuen sich unisono auf die wohl anspruchsvollste Strecke des DTM-Kalenders. Allen voran Audi-Pilot Mattias Ekström. Der Schwede stand in Zandvoort schon viermal ganz oben auf dem Siegerpodest, zuletzt 2014. Auf der 4,307 Kilometer langen Rennstrecke vor den Toren Amsterdams will der zweimalige DTM-Champion und amtierende Rallycross-Weltmeister seine Führung (113 Punkte) in der Gesamtwertung verteidigen. „Zandvoort ist absolut cool, keine Frage. Durch den neuen Belag soll der Grip sehr hoch sein. Wenn man in die Glaskugel schaut, sieht es so aus, als wäre es etwas für unsere Konkurrenten. Ich werde dennoch alles versuchen, um im Qualifying vorne zu stehen“, so „Eki“, der nur einen einzigen Punkt Vorsprung auf Markenkollege René Rast hat. Der Rookie gab im letzten Jahr in Zandvoort als Ersatzfahrer sein DTM-Debüt. „Es ist eine richtige Männerstrecke: Knappe Auslaufzonen, viele schnelle Kurven. Das ist das, was ein Rennfahrer eigentlich möchte“, schwärmt Rast von dem Kurs an der Nordseeküste.

Ähnlich klingt es bei Maro Engel, dem Überraschungssieger des letzten Rennens in Moskau: „Es ist eine fantastische Strecke, relativ schnell, wo Du den Speed dieser DTM-Autos wirklich fühlst und spürst. Und es ist auch immer eine grandiose Atmosphäre“, unterstreicht Mercedes-AMG-Pilot. Ein besonderes Jubiläum steht Bruno Spengler auf dem Achterbahnkurs durch die Dünen bevor. Der BMW-Pilot bestreitet am Samstag sein 150. DTM-Rennen. „Zandvoort ist etwas Besonderes, die Atmosphäre ist immer toll. Es kommen sehr viele Fans, die den Motorsport lieben. Es gibt immer viel Wind und damit viel Sand auf der Fahrbahn. Deshalb kann sich die Strecke von einer Runde zur nächsten ändern. Doch das gehört hier einfach dazu.“

Laut Manfred Sandbichler, Hankook Motorsport Direktor Europa, könnte der neue Asphaltbelag vor allem bei Regen für die Teams zu einer kniffligen Herausforderung werden: „Wir sind schon mit anderen Serien auf dem neuen Belag gefahren und es gab nichts Auffälliges. Neu verlegter Asphalt ölt allerdings aus, was bei Regen für einen tückischen Schmierfilm auf der Fahrbahn sorgen kann. Das Hauptthema in Zandvoort bleibt der Sand, der durch den Wind konstant auf die Strecke getragen wird. Dadurch haben die Fahrzeuge weniger Grip und geraten ins Rutschen. Die Folge sind erhöhte Laufflächentemperaturen und damit größerer Verschleiß beim DTM-Einheitsreifen Ventus Race.“

Nicht entgehen lassen will sich auch Formel-1-Star Max Verstappen den packenden Tourenwagensport in seiner Heimat. „Die DTM in Zandvoort wird sicherlich wieder ein grandioses Spektakel“, sagt der Red Bull Racing-Fahrer, der am Sonntag während der Starterfeldpräsentation im Interview zu sehen und zu hören sein wird. Anschließend fährt er im Cabriolet den Gewinner eines Wettbewerbs um den Dünenkurs. Zudem überreicht Verstappen auf dem Podium den Siegerpokal.

Ein Prinz, ein Ex-Formel 1-Rennfahrer und ein Schauspieler gehen im Rahmenprogramm beim Audi Sport TT Cup ins Rennen. Prinz Bernhard van Oranje, der zweite Sohn von Pieter van Vollenhoven und Margriet van Oranje-Nassau, der Prinzessin der Niederlande, ist ebenso dabei wie der ehemalige niederländische Formel-1-Fahrer Giedo van der Garde und Daniel Roesner, bekannt als Kriminalkommissar Renner aus der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“. Die Rennen der FIA Formel 3 Europameisterschaft mit Mick Schumacher, Sohn des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher, sowie der GT 4 European Series Northern Cup runden das sportliche Event ab.