Freitag, 30. Juni 2017

Stimmen der BMW-Piloten vor dem Rennwochenende am Norisring

Marco Wittmann:
"Ich erwarte viel Action und viel Spannung. Als der einzige Straßenkurs im Kalender ist der Norisring immer ein Highlight und die Tatsache, dass es mein Heimrennen ist, macht es umso spezieller. Wie immer gibt es dort viele Freunde und vertraute Gesichter, ebenso wie mein Fanclub, der dort sein wird, um mich zu unterstützen und mich zu bejubeln. Das spornt mich ungeheuer an, und ich hoffe auf ein gutes Ergebnis. Letztes Jahr holte ich hier einen vierten Platz und verpasste nur knapp einen Platz auf dem Podest. Damit wird es dieses Jahr Zeit besser zu sein und aufs Podest zu steigen."
Augusto Farfus
Foto: Jens Hawrda
Augusto Farfus:
"Das Rennen am Norisring ist das beste Event des ganzen Jahres. Es gibt immer eine unglaubliche Anzahl von Fans dort. In der Theorie hat die Strecke ein sehr einfaches Layout. In der Praxis ist es aber dort extrem schwierig, alles richtig zu machen. Es ist fast immer heiß, und die Wellen auf den langen Geraden machen die Strecke zu einer einzigartigen Herausforderung. Ich genieße es immer dort zu sein, denn du bist ganz in der Nähe der Fans, auch wenn du im Auto bist."
Timo Glock
Foto: Jens Hawrda
Timo Glock:
"Die Atmosphäre am Norisring ist immer fantastisch. Wir müssen abwarten und sehen, wie gut es für uns aus der Rennperspektive funktioniert. Wir werden sicherlich versuchen, das Maximum auf dem einzigen Straßenkurs im Rennkalender zu holen. Ich hoffe, wir werden ein paar Punkte holen können."

Bruno Spengler:
"Die Atmosphäre am Norisring ist einzigartig. Es ist etwas Besonderes, in der Stadt zu fahren. Die Strecke ist sehr schwierig, da man sich nicht erlauben kann, einen Fehler zu machen. Dann ist da die einzigartige Atmosphäre mit den vielen Fans am Dutzendteich. Es ist wirklich das Highlight des DTM-Kalenders. Es kann im Rennen immer viel passieren und es gibt viele Überholmöglichkeiten, das macht es für uns als Fahrer sehr interessant."

Tom Blomqvist:
"Die schiere Anzahl der Fans macht den Norisring großartig. Die Atmosphäre ist einfach klasse. Das macht die Veranstaltung wirklich einzigartig. Das Streckenlayout ist ganz anders als bei den Strecken im DTM-Kalender. Es ist der einzige Stadtkurs auf dem wir fahren. Es gibt viele Unebenheiten, lange Geraden und sehr enge Ecken. Das bedeutet, dass die Anforderungen an das Auto ganz anders sind als sonst. Das Fahren ist etwas Besonderes, aber es macht viel Spaß. Letztes Jahr konnte ich am Sonntag aus der ersten Reihe starten und ich konnte dann das Rennen fast gewinnen. Hoffentlich wird dieses Jahr gleichermaßen erfolgreich sein."
Maxime Martin
Foto: Jens Hawrda
Maxime Martin:
"Wir hatten ein gutes Wochenende im Norisring im vergangenen Jahr: Tom und ich belegten den zweiten und dritten Platz bei BMW Team RBM. Deshalb bin ich zuversichtlich für dieses Wochenende, obwohl es wieder schwierig sein wird, da der Norisring immer sehr eng ist. Die Atmosphäre ist einzigartig. Die Fans, der Straßenkurs - es ist alles fantastisch für die DTM. Es ist kein Zufall, dass sie den Norisring das Monaco der DTM nennen, und ich freue mich sehr darauf."

Donnerstag, 29. Juni 2017

Next Stop Norisring !!!


DTM: Rasender Verkehr in Nürnbergs City

  • Die Rennen auf dem Norisring sind der Saisonhöhepunkt der DTM
  • Stadtkurs in Nürnberg fordert Mensch und Material auf das Äußerste
  • Wittmann will bei seinem Heimrennen endlich auf das Podest
Foto: Jens Hawrda
Die DTM ist zurück am Dutzendteich. Keine Stadtrundfahrt ist derart spektakulär, wie jene durch das „Fränkische Monaco“. Was die Faszination eines Autorennens auf öffentlichen Straßen angeht hat der Norisring in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal. Am kommenden Wochenende gibt sich die Hautevolee des Tourenwagensports erneut die Ehre in Nürnberg. Die Veranstaltung auf dem einzig verbliebenen Stadtkurs in Deutschland ist dank ihrer einzigartigen Atmosphäre seit Jahren ein Highlight im Rennkalender. Nur 2,3 Kilometer Länge, über 250 km/h auf der Geraden, mächtige Bremsmanöver vor den Spitzkehren, millimetergenaue Steuerkunst entlang den alten Mauern hinter der Steintribüne - diese halsbrecherische Herangehensweise reizt die Fahrer immer wieder. Seit der Serien-Premiere im Jahr 1984 zählen die DTM-Piloten auf dem Zeppelinfeld zu den Stammgästen. Lediglich 1985 und 1986 ging die DTM am Norisring, der in diesem Jahr sein 75. Jubiläum feiert, nicht an den Start.

Durchaus unterschiedlich sind die Ausgangssituationen der drei Hersteller vor dem Saisonhöhepunkt der DTM in der mittelfränkischen Metropole. Mit René Rast, Jamie Green und Mattias Ekström sind gleich drei Audi-Piloten auf den ersten vier Plätzen der Fahrerwertung zu finden. Rookie Rast führt die Tabelle nach dem ersten Saisondrittel mit 70 Punkten an und er hat gute Erinnerungen an den Norisring. 2012 holte Rast im Porsche Carrera Cup zweimal die Pole-Position, gewann beide Rennen und drehte zweimal die schnellste Runde. „Ich mag Stadtkurse sehr gerne. Der Norisring ist eine große Herausforderung. Er ist wellig, man muss spät bremsen – das kommt mir entgegen.“ Mit einem DTM-Auto betritt Rast in Nürnberg indes Neuland. „Am Anfang ist es sicher ein kleiner Nachteil. Aber ich werde im Training viele Runden fahren und ich hoffe, dass ich mich schnell eingewöhnen kann.“

Jamie Green, Dritter im Tableau mit 65 Punkten, siegte bereits vier Mal auf dem Kurs zwischen Dutzendteich und Nürnberger Fußballstadion. „Es gibt DTM-Strecken, die mich fahrerisch mehr reizen. Aber für die Fans ist der Kurs perfekt. Und dass mir der Norisring liegt, habe ich nicht nur bei meinen vier Siegen bewiesen. Ich war dort immer schnell“, so der Brite, der deshalb auch den Spitznamen „Mr. Norisring“ verliehen bekam.

Ein sehr gutes Pflaster war der Norisring bislang für Mercedes-AMG Motorsport: Mit 18 Siegen sind die Stuttgarter hier die erfolgreichste Marke auf dem Stadtkurs. Lucas Auer, Gesamtzweiter mit 69 Punkten, hofft nach seiner Nullnummer von Budapest auf ein erfolgreiches Comeback: „Der Norisring war in der Vergangenheit immer eine Mega-Strecke für Mercedes. Aber auch ich verbinde mit dem Stadtkurs viele positive Erinnerungen. Der Norisring ist meine Lieblingsstrecke im DTM-Rennkalender. Es ist ein Straßenkurs mit vielen langen Geraden und es sind auch immer viele Zuschauer da. Darauf freue ich mich unheimlich.“

Nachholbedarf hat BMW. Für die Münchner um Titelverteidiger Marco Wittmann wird es Zeit, dass der Knoten platzt. Beim sechsten Saisonlauf in Budapest stand der 27-Jährige zwar als Zweiter in der ersten Startreihe. Im Rennen schied der Fürther aber auf Platz sechs liegend zwei Runden vor Schluss aufgrund eines aufgewirbelten Styropor-Teiles, das den Luftkanal an seinem M4 blockierte, aus. Während Wittmann, der mit 24 Punkten derzeit nur Zwölfter ist, am Hungaroring Pech hatte, gelangen zumindest Timo Glock, Bruno Spengler und Maxime Martin durch glückliche Umstände und/oder eine aggressive Strategie Podiumsplätze. Dennoch ist BMW mit nur 124 Punkten gegenüber Audi (284) und Mercedes-AMG (234) unter Zugzwang.

Marco Wittmann gewann bereits auf sechs verschiedenen Rennstrecken in der DTM. Nur vor der eigenen Haustür war ihm bislang nicht mehr als Platz vier als beste Platzierung beschieden. „Zu wissen, dass Fan-Klub, Freunde und Familie vor Ort sind, gibt mir den Extraschub an Motivation. Ich habe mich die letzten Jahre stetig gesteigert am Norisring. Es wird mal Zeit für mehr. Mein persönliches Ziel ist es, diesmal beim Heimrennen zumindest auf dem Podium zu stehen.“

Eine kurzfristige wichtige Programmänderung des TV-Partners ARD hat eine neue Startzeit des ersten Laufs am Norisring am Samstag zur Folge. Der ursprünglich für 18:55 Uhr geplante Start wird auf 13:25 Uhr vorverlegt. Das Rennen am Sonntag findet wie geplant um 17:25 Uhr statt.

Rasant ist auch das Rahmenprogramm am Norisring mit der FIA Formel 3 Europameisterschaft, Audi Sport TT Cup und Porsche Carrera Cup. Ein besonderes Highlight sind zudem die Tourenwagen Classics, bei denen 30 historische DTM-Fahrzeuge die alten Zeiten wieder aufleben lassen.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Robert Wickens: „50 Jahre AMG ist eine große Sache und ich freue mich sehr, das auf meinem Auto zu repräsentieren“

Drei Fragen an Robert Wickens:

Robert Wickens startet am Norisring mit neuem Fahrzeugdesign
Bild: Mercedes-Motorsport
Am vergangenen Wochenende hast du zum ersten Mal an einem Freien Training bei den Indycars teilgenommen. Wie kam es dazu?
 
Robert Wickens: Ich hatte mich auf ein entspanntes Wochenende zuhause eingestellt. Dann habe ich am Donnerstagnachmittag einen Anruf von Schmidt Peterson Motorsports erhalten. Mit diesem Team haben wir im April schon den Fahrzeugtausch mit James Hinchcliffe gemacht. Sie fragten mich, ob ich nach Road America kommen und für Mikhail Aleshin einspringen könnte, der Schwierigkeiten bei der Einreise hatte. Zum Glück stimmte Toto zu und schon saß ich in einem Flugzeug nach Wisconsin. Wir kamen nicht vor 10:00 Uhr abends am Donnerstag im Hotel an und das 1. Freie Training war schon sehr früh am Freitagmorgen. Darauf musste ich mich erst einmal einstellen. Das Training selbst hat Spaß gemacht und die Strecke war richtig gut. Es wäre fantastisch, wenn wir dort eines Tages ein DTM-Rennen bestreiten könnten. Ich wollte natürlich das ganze Wochenende fahren, aber der Einsatzfahrer löste seine Probleme und war bis Freitagabend an der Strecke. Damit war meine Pflicht erfüllt, aber es war dennoch ein schöner Freitag.
 
Hast du jetzt Blut geleckt und möchtest Indycar Rennen fahren?
 
Robert Wickens: Ehrlich gesagt nicht. Ich möchte einfach nur Rennautos fahren. Das ist das Wichtigste für mich. Ich habe im Moment kein Verlangen, die DTM zu verlassen. Alles läuft gut und ich bin bei Mercedes richtig happy.
 
Am Norisring erhältst du erneut ein neues Fahrzeugdesign. Findest du es gut, dass du immer wieder ein anders aussehendes Auto fährst? Und was erwartest du an diesem Wochenende?
 
Robert Wickens: Ich glaube, dass ich es bei der VfB Stuttgart Sonderlackierung schon gesagt habe: Wenn ich im Auto sitze, sehe ich den Unterschied nicht. Aber es ist cool, so lange die Fans es mögen. 50 Jahre AMG ist eine große Sache und ich freue mich sehr, das an diesem Wochenende auf meinem Auto repräsentieren zu dürfen. Ansonsten habe ich keine besonderen Erwartungen an das Wochenende. Die DTM ist so eng umkämpft. Ich hatte in der Vergangenheit das Glück, viele gute Ergebnisse auf dem Norisring gehabt zu haben. Aber das bedeutet nicht, dass es wieder so sein wird. Wir müssen sehr hart arbeiten. Die Strecke hat Mercedes in den vergangenen Jahren gelegen, aber wir wissen nicht, ob wir noch immer einen Vorteil haben. Mein Team hat bislang in diesem Jahr großartige Arbeit geleistet, obwohl es bei unseren Ergebnissen etwas auf und ab gegangen ist. Es wäre großartig, wenn wir dieses Wochenende viele Punkte mitnehmen könnten.

DTM Norisring mit geändertem Zeitplan

Foto: Jens Hawrda
Wegen einer ARD-Sondersendung zum Gedenken an Altkanzler Helmut Kohl beginnt das erste der beiden DTM-Rennen auf dem Norisring am Samstag (1. Juli) bereits um 13.25 Uhr. Wegen der früheren Startzeit werden am Samstag auch das Freie Training (8.45 Uhr) und das Qualifying (10.20 Uhr) vorgezogen. Der Zeitplan am Sonntag (2. Juli) bleibt unverändert. Das zweite DTM-Rennen startet um 17.20 Uhr, das Qualifying beginnt um 14 Uhr.