Samstag, 24. Juni 2017

Interview mit René Rast: „Uns als Team beflügelt der Erfolg“

  • Erste Pole-Position, erster DTM-Sieg in Budapest
  • DTM-Rookie Führender in der Fahrerwertung nach drei Rennwochenenden
  • Erfolge zusätzliche Motivation für den 30-Jährigen
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Audi-Pilot René Rast hat einige seiner selbst gesteckten Ziele bereits erreicht: erstes Podiumsergebnis, zweimal schnellste Rennrunde am Lausitzring. Erste Pole-Position und erster DTM-Sieg in Budapest. Außer bei seinem Ausfall im Sonntagsrennen in Hockenheim hat der Rookie jedes Mal Punkte erzielen können. Erfolgsdruck ist für den 30-Jährigen jedoch bisher kein Thema.

Herr Rast, wie fühlt man sich als derzeit Führender in der DTM-Fahrerwertung?

René Rast: „Es ist natürlich ein tolles Gefühl – gar keine Frage. Ich hatte es wirklich nicht erwartet, das ganze Thema war noch so weit weg für mich. Im TV-Interview habe ich dann erfahren, dass ich die Meisterschaft anführe. Mittlerweile habe ich es nach und nach realisiert, es fühlt sich auf jeden Fall gut an.“


Am vergangenen Wochenende haben Sie in Budapest bereits Ihre DTM-Sieg-Premiere gefeiert. Beflügelt es Sie eher oder hemmt Sie nun der Erfolgsdruck?

„Uns als Team beflügelt es eher. Ob in Hockenheim die erste Startreihe oder das Podium am Lausitzring. Je mehr Erfolg wir hatten, desto motivierter wurden wir. Das hat uns allen noch einmal einen Boost gegeben. In Budapest bin ich bei einem Reifentest schon ein paar Runden gefahren und kannte daher die Strecke. Als ich dann im ersten Freien Training nah an den Zeiten meiner Markenkollegen war, wusste ich, dass es richtig gut laufen kann. An einen Sieg habe ich da aber noch nicht gedacht.“


Wird sich etwas an Ihrer Vorbereitung auf die Rennwochenenden ändern? Versuchen Sie nun, noch akribischer zu arbeiten?

„Zurzeit haben wir keinen Grund, die Dinge anders anzugehen als bisher. So, wie wir es gemacht haben, hat es an allen Rennwochenenden gut funktioniert. Von mir aus kann es daher gerne so weitergehen."


Sowohl in den Qualifyings als auch in den bisherigen Rennen zählten Sie immer zu den Fahrern mit den schnellsten Rundenzeiten. Das Setup scheint zu stehen – fehlt jetzt nur noch die Feinabstimmung?

„Das richtige Setup für das jeweils bevorstehende Event zusammenzustellen – das bleibt nach wie vor eine große Herausforderung. Wir können uns daher nicht auf den Erfolgserlebnissen ausruhen, sondern müssen uns für jedes Rennen ganz spezifisch vorbereiten. In Budapest hatten wir das Auto vor allem auf viel Abtrieb abgestimmt, während man beim anstehenden DTM-Event am Norisring eher auf wenig Abtrieb setzt. Jeder Kurs verlangt sein eigenes Setup. Mein Team ist zum Glück in der Lage, schon sehr gut aussortiert an die Rennstrecke zu kommen. Das erleichtert uns die anschließende Feinabstimmung. An den vergangenen drei Rennwochenenden haben wir als Team immer ein gutes Setup gefunden, aber das ist keine Selbstverständlichkeit.“


Welchen Eindruck haben Sie von der Zusammenarbeit mit Ihrem Renningenieur Florian Rinkes?

„Einen besonders guten Eindruck. Wir sind so gesehen beide Rookies, er hat vorher ja noch nicht in der Position gearbeitet. Trotzdem haben wir uns schon sehr gut aufeinander eingespielt. Er macht wirklich einen grandiosen Job und weiß extrem viel über das Auto. Und er hat immer das richtige Gespür. Man kann nur den Hut ziehen vor dieser Leistung, die er zurzeit für uns als Team Rosberg vollbringt.“


Vom 30. Juni bis 2. Juli findet das DTM-Event auf dem Stadtkurs in Nürnberg statt. Welche Erwartungen haben Sie an die Rennen?

„Es ist schwierig vorherzusehen. Natürlich wäre es toll, wenn wir an die Erfolge, die wir jetzt in Budapest hatten, anknüpfen könnten. Wie immer müssen wir abwarten, wie die Trainings laufen und ob wir wieder so konkurrenzfähig sind. In den vergangenen Jahren hat man gesehen, dass Audi in Ungarn häufig stark war und es auf dem Norisring hingegen nicht einfach hatte. Aber ich denke, dass wir wieder ein gutes Auto haben werden. Die Devise wird sicher wieder sein, in die Punkte zu kommen. Dafür müssen wir die Rennen aber erst einmal beenden.“


Sind Sie zuvor noch bei anderen Rennen im Einsatz?

„Am Donnerstag geht es für mich nach Paul Ricard zu einem weiteren GT-Einsatz. Mit WRT werde ich dort im Blancpain GT Series Endurance Cup starten und mich damit auf das 24-Stunden-Rennen in Spa vorbereiten. Aber spätestens ab Sonntagabend heißt es wieder volle Konzentration auf die DTM am Norisring.“

Freitag, 23. Juni 2017

DTM: Ekström startet auf Norisring

  • Terminkollision zwischen DTM und Rallycross-Weltmeisterschaft
  • Amtierender Rallycross-Weltmeister verzichtet auf WM-Lauf in Schweden
Jetzt ist es entschieden, Mattias Ekström startet beim DTM-Rennen am Norisring
Foto: Audi-Motorsport
 Gute Nachricht für alle DTM-Fans: Mattias Ekström geht mit seinem Red Bull Audi RS 5 DTM beim DTM-Saisonhöhepunkt auf dem Norisring am ersten Wochenende im Juli an den Start. Den Rallycross-WM-Lauf in Höljes (Schweden) lässt Ekström aus.
 
„Es war eine sehr schwierige Entscheidung, weil wir noch früh in der Saison sind und Mattias in beiden Meisterschaften Titelchancen hat“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der Werkeinsatz in der DTM hat für uns aber Priorität. Mattias kann in diesem Jahr seinen dritten DTM-Titel gewinnen und war am Norisring schon immer sehr stark. Außerdem ist es unser Heimspiel und wir brauchen Mattias dort.“
 
In Höljes vertritt Ekströms Landsmann P-G Andersson den Schweden beim Team EKS. „Ich bin froh, dass mir mein Chef (Dieter Gass) diese Entscheidung abgenommen hat“, sagt Ekström. „Dass ausgerechnet mein Heimrennen in Höljes und eines meiner Lieblingsrennen in der DTM kollidieren, ist extrem schade. Ich wäre gerne beides gefahren, aber das ist logistisch eben leider unmöglich.“

Donnerstag, 22. Juni 2017

DTM: Zwischenstand Fahrer,-Team und Markenwertrung

Foto: Jens Hawrda

Fahrerwertung (Top-Five):

  1. Renè Rast           70 Pkt.
  2. Lucas Auer          69 Pkt.
  3. Jamie Green        65 Pkt.
  4. Mattias Ekström   62 Pkt.
  5. Gary Paffett         54 Pkt.

Teamwertung (Top-Five):

  1. Audi Sport Team Rosberg                              135 Pkt.
  2. Mercedes-AMG Motorsport Mercedes me       96 Pkt.
  3. Audi Sport Team Abt Sportsline                       95 Pkt.
  4. Mercedes-AMG Motorsport BWT                     90 Pkt. 
  5. Audi Sport Team Phoenix                                54 Pkt.

Markenwertung:

  1. Audi             284 Pkt.
  2. Mercedes    234 Pkt.
  3. BMW           124 Pkt.

Mittwoch, 21. Juni 2017

DTM: Drei Fragen an Paul Di Resta

Paul Di Resta
Foto: Jens Hawrda
Budapest war ein großartiges Wochenende für dich. Wie groß war die Erleichterung?
 
Paul Di Resta: Die Erleichterung war groß und der Sieg kam zu einem entscheidenden Zeitpunkt in der Saison. Zur Saisonmitte kristallisieren sich langsam die Titelkandidaten heraus. Nach diesem Wochenende bin ich ihnen nun etwas näher gekommen. Es ist gut, zu diesem kritischen Zeitpunkt etwas Schwung für den Norisring aufzunehmen. Dort möchte ich ein weiteres starkes Wochenende zeigen. Noch ist nicht klar, ob mit Mattias Ekström dort einer der möglichen Titelanwärter fehlt. Persönlich würde ich kein Rennen auslassen. Wenn man sich in einer Rennserie engagiert, sollte man auch alle Rennwochenenden bestreiten. Ich glaube aber, dass er am Norisring fahren wird. Mein Gefühl sagt mir, dass Audi derzeit noch keinen klaren Titelkandidaten hat. Aber mich betrifft das nicht. Wir möchten sie so oder so in einem fairen Duell schlagen.
 
Bist du überrascht, dass nach sechs Rennen so viele Fahrer in der Gesamtwertung so eng zusammenliegen?
 
Paul Di Resta: Es geht sehr eng zu. Genau so haben wir es uns gewünscht. Das neue Reifen-Reglement spielt hier eine wichtige Rolle. Du kannst ganz andere Strategien fahren und dein Startplatz ist nicht gleichbedeutend mit deinem Rennergebnis. Wenn du aggressiv herangehst, zahlt es sich manchmal auch aus – so wie am Samstag in Budapest. Oder auch am Lausitzring, als einige Audi-Fahrer in der ersten Runde gestoppt haben. Die Fahrer und Teams treffen mutige Entscheidungen, aber am wichtigsten ist es, so viele Punkte wie möglich mitzunehmen, wenn du ein starkes Paket hast. Nach einem schwierigen Wochenende auf dem Lausitzring war es für mich wichtig, in Budapest zurückzuschlagen. Denn in Hockenheim habe ich im zweiten Rennen durch Pech einen Podestplatz verloren. Diesmal war das Glück aber wieder auf meiner Seite. So läuft es eben im Motorsport. Die Leute erinnern sich nicht an deinen Saisonstart, sondern nur daran, wie du das Jahr beendest.
 
Ab wann werden wir sehen, welche Fahrer in diesem Jahr um die Meisterschaft kämpfen? Könnte das auch erst beim Saisonfinale in Hockenheim der Fall sein?
 
Paul Di Resta: So wie es im Moment läuft, würde ich sagen, dass in Hockenheim sicher eine Reihe an Fahrern noch Titelchancen haben werden. Der kritische Punkt in der Meisterschaft ist für mich das vorletzte Rennwochenende in Spielberg. Auf dieser Strecke weiß man nie, was passiert. Ich freue mich auf den Titelkampf. Als Fahrer magst du solche Herausforderungen. Natürlich würdest du am liebsten allen auf und davon fahren. Aber ich erinnere mich daran, dass ich in meinem Meisterjahr 2010 auch nicht den besten Saisonstart hatte. Umso stärker war jedoch der Saisonabschluss für mich. Wir wissen, dass wir ein starkes Auto haben. Wir müssen aber auch noch viel darüber lernen.

Dienstag, 20. Juni 2017

Stimmen der Audi-Piloten nach dem Rennen in Budapest

Auf dem Hungaroring feierte René Rast vor 39.500 Zuschauern (am Wochenende) seinen ersten DTM-Sieg. Mattias Ekström komplettierte mit Platz zwei am Sonntag den starken Auftritt des neuen Audi RS 5 DTM beim ersten Auslandseinsatz. Die Stimmen aus dem Audi-Lager.
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
René Rast (AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM #33) Platz 6 / Platz 1
„Es war fast ein perfektes Wochenende. ‚Fast’, weil ich zweimal auf der Pole-Position stand, aber ‚nur’ einmal auf dem Podium. Am Samstag wäre sicherlich mehr drin gewesen. Aber man hat es nicht in der Hand, wann das Safety-Car herauskommt. Sonst hätten wir am Samstag ein ähnliches Ergebnis erzielen können wie am Sonntag. Aber ich bin natürlich megahappy über meinen ersten Sieg. Ich habe mir vor dem Wochenende nicht ausgemalt, hier als Meisterschaftsführender abzureisen.“


Jamie Green (Hoffmann Group Audi RS 5 DTM #53) Disqualifiziert (Platz 7) / Platz 5
„Das Wochenende war schwierig. Der siebte Platz am Samstag war okay. Wir hatten die Strategie etwas falsch gewählt und waren von der frühen Safety-Car-Phase betroffen. Nach dem Rennen wurde ich disqualifiziert. Wir müssen jetzt abwarten, ob ich die Punkte zurückbekomme. Am Ende des Qualifyings am Sonntag bekam ich keine gute Runde zusammen, dadurch wurde das Rennen schwierig. Ich konnte zwei Autos überholen und hatte ein gutes Rennen, aber einen schlechten Boxenstopp. Es war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen.“

Mattias Ekström
Foto: Jens Hawrda
Mattias Ekström (Red Bull Audi RS 5 DTM #5) Platz 5 / Platz 2
„Ich bin mit der Leistung im Qualifying und meinem Renntempo zufrieden. Am Samstag war der Start ganz gut, leider war er am Sonntag nicht so optimal. Insgesamt haben wir jedoch einen großen Schritt nach vorn gemacht und ich bin mit diesem Wochenende sehr happy.“

Mike Rockenfeller (Schaeffler Audi RS 5 DTM #99) Platz 4 / Platz 10
„Das Wochenende war nicht so toll wie erwartet. Ich glaube, wir hätten locker zwei Top-Fünf-Ergebnisse einfahren können, denn das Qualifying war ganz gut. Das Sonntagsrennen hat viele Punkte gekostet, wir hatten ein Problem vor dem Start und dann ist auch zu allem Übel der Stopp schiefgegangen. Wir waren sechsmal in den Punkten, aber die Saison ist noch lang. Wir werden sicherlich auch wieder Rennen gewinnen und sind dann auch wieder vorn.“

Nico Müller
Foto: Jens Hawrda
Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM #51) Platz 10 / Platz 4
„Nach einem tollen Start am Sonntag war eigentlich das Podium das Ziel. Aber Mattias (Ekström) hat seine Karten gut gespielt und unsere Strategie hat nicht ganz funktioniert. Deshalb ging es von Platz zwei wieder zurück auf Platz vier. Der BMW, der sich noch vorgeschlichen hat, wurmt mich ein wenig. Ein Podium wäre sicherlich schön gewesen, aber die Punkte für den vierten Platz nehmen wir gern mit. Der Sonntag war ein guter Tag, der Samstag etwas weniger.“
Loìc Duval
Foto: Jens Hawrda
Loïc Duval (Castrol EDGE Audi RS 5 DTM #77) Platz 14 / Platz 16
„Das Wochenende startete ganz gut, am Samstag lagen wir innerhalb des Leistungsfensters. Der siebte Platz im Qualifying war vielversprechend. Das Rennen verlief jedoch durch das Safety-Car nicht wie gewünscht und wir fielen zurück. Ich lag in der letzten Runde in den Punkten, hatte dann beim Überholen einen leichten Kontakt mit Marco Wittmann, bekam einen Reifenschaden und fiel aus den Punkterängen. Am Sonntag kämpften wir wieder mit der Performance, das Qualifying war nicht gut. Im Rennen konnte ich nicht viel machen. Es war ein gemischtes Wochenende, aber ich glaube, meine Lernkurve in der DTM zeigt nach oben. Ich freue mich auf das nächste Rennen.“