Mittwoch, 7. Juni 2017

Heimspiel für schnelle Österreicher auf dem Red Bull Ring

  • Fünf Österreicher hoffen auf gute Ergebnisse auf dem Red Bull Ring
  • Vizemeister Harald Proczyk: "Strecke hat ein tolles Ambiente"
  • Saisondebüt für Lukas Niedertscheider: "Freue mich, ein Teil des Feldes zu sein"
Foto: Jens Hawrda
Die Anfahrt ist kürzer, die Umgebung bekannter, die Atmosphäre heimatlicher: Die fünf Österreicher im Fahrerfeld der ADAC TCR Germany fiebern ihrem Heimspiel auf dem Red Bull Ring (9. bis 11. Juni) entgegen und freuen sich auf "ganz besondere Rennen" in Spielberg im Schatten der Berge. "Klar, schließlich ist das meine Heimat, meine Familie wohnt ein paar Kilometer von der Strecke weg. Deshalb freue ich mich natürlich auf die Rennen", sagt etwa Vizemeister Hari Proczyk (41, HP Racing): "In der Steiermark ist es immer schön, die Strecke hat ein tolles Ambiente, und sie war für mich persönlich sehr wichtig, um überhaupt in den Motorsport zu kommen. Ich habe hier arbeitstechnisch viele Jahre verbracht."

Auch Jürgen Schmarl (43, Target Competition), Simon Reicher (17, Certainty Racing), Max Hofer (18, AC 1927 Mayen e.V. im ADAC) und Saison-Debütant Lukas Niedertscheider (22, Niedertscheider Motorsport) wollen in Spielberg besonders überzeugen.

Für die ADAC TCR Germany-Piloten ist der Red Bull Ring kein Neuland. Bereits im vergangenen Jahr wurde auf dem spektakulären Rundkurs in der Steiermark gefahren - ein Sieg sprang dabei für die Piloten aus der Alpenrepublik allerdings nicht heraus. Am nächsten dran waren Proczyk, der im zweiten Rennen auf Rang zwei fuhr, und Schmarl, der das Podium als Vierter im ersten Rennen nur knapp verpasste.

In diesem Jahr soll es dann etwas werden mit dem Heimsieg. "Aber das wird sicher nicht einfach. Bei einem Fahrerfeld mit mehr als 40 Teilnehmern wird es wichtig sein, im Qualifying vorne zu landen", sagt Seat Leon TCR-Pilot Proczyk, der auf dem Highspeedkurs insbesondere die Konkurrenz im Audi RS3 LMS oder im Honda Civic TCR stark einschätzt.

In einem Honda und zwei Audi gehen Proczyks Landmänner Reicher und Hofer (beide Audi) sowie Routinier Schmarl (Honda) auf Punktejagd. Für den Osttiroler Niedertscheider ist das Abschneiden dagegen fast zweitrangig. Nachdem der 22 Jahre alte Seat-Pilot den Saisonauftakt krankheitsbedingt verpasst hatte und am ersten Rennwochenende von seinem Vater Martin vertreten wurde, fiebert er nun seinem "persönlichen Saisonauftakt" entgegen.

Einen besseren Rahmen als das Heimrennen könnte es dafür kaum geben. "Es war nicht sehr schön, in Oschersleben aussetzen zu müssen. Aber ich freue mich nun umso mehr auf den Red Bull Ring, mein letztes Rennen in der ADAC TCR Germany in Hockenheim ist ja doch schon acht Monate her. Das ist meine Heimstrecke, ich werde da ein bekanntes Umfeld vorfinden."

Wo Niedertscheider dann tatsächlich landet, ist erstmal zweitrangig. "Ich mache mir keinen Druck und sehe das alles ganz entspannt", sagt er: "Ich freue mich jetzt einfach, ein Teil des Feldes zu sein. Und eigentlich ist es egal, ob man vorne oder in der Mitte ist. Um Positionen gekämpft wird überall."

Alle Fahrer aus der Alpenrepublik haben sich bei dem Heimrennen viel vorgenommen, auch Jürgen Schmarl, der im ersten Saisonrennen einen starken fünften Platz belegt hatte und seinen Honda durchaus zu den Siegerautos zählt. "Ziel ist natürlich das Podium, den Speed dazu haben wir auf jeden Fall", sagt der Tiroler und ergänzt augenzwinkernd: "Nachdem es das einzige Rennen in Österreich ist, ist das selbst für einen Tiroler in der Steiermark ein Heimrennen. Aber es macht einfach Riesenspaß, auf der Superanlage am Red Bull Ring vor heimischem Publikum zu fahren. Im TCR-Segment ist die ADAC TCR Germany sicher die stärkste Meisterschaft momentan in Europa. Und ich bin stolz, dass ich sie fahren kann."

Dienstag, 6. Juni 2017

Auer, Eng, Siedler und Co: Starkes Alpenquintett beim ADAC GT Masters-Gastspiel auf dem Red Bull Ring

  • Fünf Fahrer und zwei Teams aus Österreich wollen beim Heimspiel für Furore sorgen
  • DTM-Tabellenführer Auer feiert Premiere in der „Liga der Supersportwagen“
Fünf Piloten stehen am kommenden Wochenende beim dritten Saisonlauf des ADAC GT Masters besonders im Fokus: Mit DTM-Shooting-Star Lucas Auer (22, BWT Mücke Motorsport), Klaus Bachler (25, Schütz Motorsport), Philipp Eng (27, BMW Team Schnitzer), Christopher Höher (20, Audi Sport racing academy) und Norbert Siedler (34, HB Racing) bestreitet ein österreichisches Quintett sein Heimspiel auf dem Red Bull Ring. Mit HB Racing und dem GRT Grasser-Racing-Team sind zudem zwei Rennställe aus der Alpenrepublik am Start.

Auer kommt als aktueller Tabellenführer der DTM nach Spielberg. Auf dem Red Bull Ring feiert er im Mercedes-AMG GT3 sein Debüt in der „Liga der Supersportwagen“. „Ich freue mich auf das Wochenende“, so der Pilot aus Kufstein. „Ich habe die Serie zuletzt immer mehr verfolgt. Ich habe riesigen Respekt vor dem Starterfeld. Es ist sehr gut besetzt.“

Für Porsche-Pilot Bachler ist die Veranstaltung einer der Höhepunkte der Saison: „Ich hoffe auf zwei spannende Rennen. Der Red Bull Ring ist eine wunderschön gelegene Strecke. Es ist toll, dass ich diesmal fast vor der Haustür Rennen bestreiten kann. Ich kann sogar zu Hause schlafen, da ich nur 20 Kilometer von der Rennstrecke entfernt wohne.“
Hat Philipp Eng Siegchancen beim Heimrennen ?
Foto: Jens Hawrda
BMW-Werksfahrer Philipp Eng ist bisher der einzige Österreicher, der 2017 ein Rennen im ADAC GT Masters gewonnen hat. Zusammen mit Partner Ricky Collard (20/GB) siegte er sonntags beim Auftakt in Oschersleben. „Dieses Wochenende ist nicht nur das Heimspiel von mir, sondern in gewisser Weise auch vom BMW Team Schnitzer, das seinen Teamsitz in Freilassing unmittelbar an der deutsch-österreichischen Grenze hat. Die Strecke sollte dem BMW M6 GT3 liegen. Es wäre ein Traum, vor heimischer Kulisse zu siegen. Viele Freunde und Familienmitglieder kommen an die Strecke. Ich hoffe, es wird ein großes Fest.“

Mit 20 Jahren ist Christopher Höher der Jüngste im österreichischen Fahrerquintett. Der Pilot der Audi Sport racing academy bestreitet seine erste Saison in der „Liga der Supersportwagen“. „Wir lernen von Rennen zu Rennen dazu“, so der Kärntner, der einen Audi R8 pilotiert. „Ich hoffe, dass wir an diesem Wochenende eine gute Leistung zeigen werden. Ich möchte eine gute Show liefern, damit die Zuschauer ein schönes Wochenende haben.“

Norbert Siedler gewann 2011 das Premierenrennen des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring. Der Tiroler startet in einem Lamborghini Huracán für die oberösterreichische Mannschaft HB Racing: „Nachdem wir zuletzt am Lausitzring viel Pech hatten, wollen wir diesmal unter die ersten fünf fahren. Für die Zuschauer ist der Red Bull Ring toll, da man dort viel vom Kurs sehen kann. Die Zeitenabstände sind hier immer sehr gering. Wenn man einen kleinen Fehler macht, liegt man immer weit hinten.“

Mit dem GRT Grasser-Racing-Team kommt noch ein zweiter Rennstall aus Österreich. Das Team aus dem unmittelbar am Red Bull Ring liegenden Knittelfeld siegte 2015 als Gaststarter mit dem Lamborghini vor der eigenen Haustür. Einer der damaligen Piloten: Mirko Bortolotti. Der in Wien lebende Italiener startet auch 2017 im Lamborghini Huracán der Lokalmatadoren. Nach dem Sieg im Sonntagsrennen auf dem Lausitzring reist er als Tabellenzweiter in die Steiermark. „Ich habe tolle Erinnerungen an die Strecke. Ich habe auf dem Red Bull Ring nicht nur meinen ersten Sieg im ADAC GT Masters geholt, sondern auch in anderen Rennserien dort gewonnen“, so Bortolotti. „Für mich als Wahl-Wiener sind die Rennen auch immer ein Heimspiel. Wir haben ein Paket, das dort gut funktionieren sollte. Zudem haben sowohl das Team als auch ich viel Erfahrung auf der Strecke. Aber bei der hohen Leistungsdichte des ADAC GT Masters muss am Auto alles passen, damit man dann auch wirklich vorn dabei ist. Wenn es am Rennwochenende heiß werden sollte, wird der Reifenverschleiß eine große Rolle spielen. Es kommt dann darauf an, dass man eine Abstimmung hat, mit der man auch am Rennende noch angreifen kann.“

Wer siegt beim ADAC GT Masters-Debüt von Lucas Auer?

  • Erstes von zwei Auslandsgastspielen des ADAC GT Masters
  • ADAC GT Masters-Premiere von DTM-Tabellenführer Lucas Auer
  • SPORT1 überträgt beide Rennen am Samstag und Sonntag live
Vier Rennen, vier Sieger: Das ADAC GT Masters präsentiert sich in dieser Saison bisher äußerst abwechslungsreich. Am kommenden Wochenende (9.-11. Juni) tritt die "Liga der Supersportwagen" auf dem Red Bull Ring (A) zu ihrem ersten Auslandsgastspiel des Jahres an. Die große Frage vor dem dritten von sieben Saisonläufen: Werden auf dem schnellsten Kurs im Kalender abermals neue Gesichter ganz oben auf dem Podest stehen? Ebenfalls im Mittelpunkt des Interesses steht Lucas Auer (22/A, BWT Mücke Motorsport). Der DTM-Tabellenführer gibt sein Debüt im ADAC GT Masters. Die beiden Rennen werden am Samstag und am Sonntag (jeweils ab 13.00 Uhr) bei SPORT1 live und in voller Länge übertragen.

Als Tabellenführer treten am Wochenende die Porsche-Fahrer Robert Renauer (32/Jedenhofen) und Sven Müller (25/Bingen, beide Precote Herberth Motorsport) an. Das Duo gewann zuletzt auf dem Lausitzring das Rennen am Samstag. "Wir sind gut aufgestellt und haben auf dem Red Bull Ring auch schon getestet", so Porsche-Werksfahrer Müller. "Wir hoffen, wieder auf das Podium zu fahren und die Tabellenführung zu verteidigen. Die Strecke sollte dem 911 GT3 R liegen. Ich erwarte jedoch, dass alle Fahrzeuge sehr eng zusammenliegen." Mit zwei Triumphen ist Porsche die bisher erfolgreichste Marke im ADAC GT Masters 2017. Beim Saisonauftakt in Oschersleben holten Mathieu Jaminet (22/F) und Michael Ammermüller (31/Rotthalmünster, beide KÜS Team75 Bernhard) den ersten Sieg des Jahres.
Kann das Grasser-Racing-Team beim Heimrennen einen Sieg hohlen ?
Foto: Jens Hawrda
Nur sechs Punkte hinter Renauer und Müller liegen als Tabellenzweite Ezequiel Perez Companc (22/RA) und Mirko Bortolotti (27/I). Ihnen gelang mit ihrem Lamborghini Huracán GT3 auf dem Lausitzring am Sonntag von der Pole-Position aus ein souveräner Start-Ziel-Sieg. Sie starten für das nur wenige Kilometer vom Red Bull Ring entfernt ansässige GRT Grasser-Racing-Team aus Knittelfeld. 2015 holte der Rennstall auf dem österreichischen Grand-Prix-Kurs bei der Premiere des Huracán im ADAC GT Masters auf Anhieb einen Sieg.
Collard/Eng waren in diesem Jahr schon erfolgreich
Foto: Jens Hawrda
Ebenfalls einmal in der aktuellen Saison siegreich waren Ricky Collard (20/GB) und Philipp Eng (27/A, beide BMW Team Schnitzer) mit dem BMW M6 GT3. Sie waren am Sonntag in Oschersleben das Maß der Dinge. Eng ist neben ADAC GT Masters-Debütant und DTM-Tabellenführer Lucas Auer im Mercedes-AMG, Klaus Bachler (25, Schütz Motorsport) im Porsche, Christopher Höher (20, Audi Sport racing academy) und Lamborghini-Fahrer Norbert Siedler (34, Team HB Racing) einer von fünf Österreichern, die auf dem Red Bull Ring ihr Heimspiel bestreiten.

Zu den großen Favoriten auf dem Alpenkurs und damit zu den Kandidaten, die die Serie der unterschiedlichen Sieger fortsetzen könnten, zählt die Corvette C7 GT3-R der Tabellendritten Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition). Im Vorjahr gewann das Duo das Rennen am Sonntag, Keilwitz siegte bei fünf der zwölf bisher auf dem 4,326 Kilometer langen Kurs ausgetragenen Rennen des ADAC GT Masters. Der ADAC GT Masters-Champion von 2013 ist auch für dieses Jahr zuversichtlich: "Der Red Bull Ring ist die Strecke im Kalender, die am besten zur Corvette passt. Wir wollen endlich unseren ersten Saisonsieg holen und damit wichtige Punkte für die Meisterschaft sammeln. Ich freue mich jedes Jahr auf die Rennen auf dem Red Bull Ring. Die Lage der Rennstrecke ist wirklich toll und das Layout mit den vielen Höhenunterschieden ist klasse. Es macht sehr viel Spaß, dort zu fahren."

Die ADAC GT Masters-Titelverteidiger Connor De Phillippi (23/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) kommen hoch motiviert nach Österreich. Zusammen mit Kelvin van der Linde (20/ZA, Aust Motorsport) und Markus Winkelhock (36/Schorndorf) gewannen sie Ende Mai das ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring. Für den Red Bull Ring stapelt Audi-Fahrer Mies jedoch tief: "Die Strecke kommt uns von ihrer Charakteristik nicht so entgegen. Wir wollen aber Punkte sammeln, Top-fünf-Platzierungen wären jedoch eine Überraschung. Die Strecke ist für mich dennoch eine der besten im Kalender." Lediglich sechs Punkte trennen nach vier Saisonrennen die Top vier der Junior-Wertung für Piloten unter 25 Jahre. Hier führt Ricky Collard (59 Punkte) mit vier Zählern vor Mercedes-Fahrer Luca Stolz (21/Brachbach, Mercedes-AMG Team ZAKSPEED), dahinter liegen Audi-Fahrer Jeffrey Schmidt (23/CH, Montaplast by Land-Motorsport, 54) und Ezequiel Perez Companc (53).

Spannende Unterhaltung an drei Tagen

Die Besucher des Red Bull Rings erwartet mit dem ADAC GT Masters, der ADAC Formel 4, der ADAC TCR Germany, dem Porsche Carrera Cup, der GT4 European Series und der Trofeo Abarth Europe ein volles Programm mit insgesamt 13 Rennen. Abseits der Strecke können die Fans sowohl am Samstag als auch am Sonntag von jeweils 12:00-12:30 Uhr beim Pitwalk Boxengassenluft schnuppern. Am Samstag gibt es zudem von 15:45-16:15 Uhr auf der Bull's Lane Terrasse das "Meet the Drivers", bei dem die Fahrer für Autogramme und Fotos zur Verfügung stehen.

Samstag, 3. Juni 2017

Fakten zum vierten Audi-Sieg bei den 24h am Nürburgring (2)

Die siegreiche Manschaft von Audi Sport Team Land
Foto: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Der Altersdurchschnitt der diesjährigen Gewinner betrug 27 Jahre. Christopher Mies feierte drei Tage vor dem Rennstart seinen 28. Geburtstag, Markus Winkelhock ist 36 Jahre alt. Connor De Phillippi ist 24 und Kelvin van der Linde erst 20 Jahre alt.

Trotz seines niedrigen Alters und der geringen Nordschleifen-Erfahrung glänzte Kelvin van der Linde mit hervorragenden Rundenzeiten, darunter der schnellsten Rennrunde innerhalb der Audi-Mannschaft. Als es um die Entscheidung ging, wer den Audi R8 LMS ins Ziel fahren darf, einigten sich das Team und seine Rennfahrerkollegen rasch auf den Südafrikaner. Van der Linde hat erst Ende 2015 seinen Nordschleifen-Permit erworben, 2016 die 24 Stunden Nürburgring sowie ein VLN-Rennen bestritten und im April 2017 einen weiteren VLN-Lauf und das Qualifikationsrennen.

Auf dem Weg zum Sieg hat Kelvin van der Linde 63 Rennrunden in 9 Stints absolviert. Connor De Phillippi saß fünf Mal im Auto und umrundete die Nordschleife 39 Mal. Markus Winkelhock war in fünf Rennabschnitten 40 Runden lang im Einsatz und Christopher Mies absolvierte in zwei Phasen insgesamt 16 Umläufe. Mies wie auch De Phillippi pilotierten zudem das Schwesterauto mit der Nummer 28.

Die Nummer 29 ist die neue Glückszahl des Teams: Mit ihr gewannen Christopher Mies/Connor De Phillippi 2016 das ADAC GT Masters im Audi R8 LMS und nun mit ihren Teamkollegen das 24-Stunden-Rennen.

In einer regulären Runde betätigen die Piloten das Sechsganggetriebe des Audi R8 LMS auf dem Nürburgring mitsamt Nordschleife 101 Mal. Daraus ergeben sich fast 16.000 Schaltvorgänge über die gesamte Renndistanz.


In den 21 einzelnen Rennabschnitten, die der siegreiche Audi R8 LMS zwischen den Boxenstopps von Start bis Ziel absolvierte, zog das Team 20 Satz Slickreifen von Dunlop auf. Vier Mal entschied sich Renningenieur Wolfgang Martens für die profillose Gummimischung soft, neun Mal für Medium-Reifen und sieben Mal für harte Slicks. Ganz zum Schluss setzte das Team taktisch klug auf einen 21. Satz Reifen: Die Dunlop-Pneus mit Rillen waren bei den Regenschauern die perfekte Wahl und ein Baustein zum Sieg.


Das Unternehmen von Wolfgang Land zählt auf dem Nürburgring mit 22 VLN-Siegen zu den besten und erfahrensten Mannschaften der Szene. Ein Sieg bei diesem 24-Stunden-Rennen hat den Westerwäldern allerdings noch gefehlt. In Dubai hat die Mannschaft vor acht Jahren ihren ersten 24-Stunden-Rennsieg gefeiert, der Erfolg mit Audi in der Eifel war für sie der zweite Gesamtsieg bei einem Marathon zweimal rund um die Uhr, hinzu kommen zwei Klassensiege in Spa. Insgesamt 23 Mitarbeiter des Teams waren am Nürburgring für zwei Rennwagen im Einsatz.


Während der Audi R8 LMS seit 2009 in der Eifel an den Start geht, hat sich die heutige Audi Sport GmbH schon davor am Nürburgring engagiert. Zum 16. Mal war Audi Partner des Veranstalters – seit 2002 vertrauen die Offiziellen auf Modelle mit den Vier Ringen. In diesem Jahr stellte Audi 13 Autos: ein R8 Coupé V10 plus, ein RS 5 Coupé, einen A8, fünf RS 6 Avant und fünf A6 Avant.


Zum ersten Mal prägte eine Partnerschaft zwischen Audi Sport customer racing und Montaplast die Zusammenarbeit. Das prägnante Design der beiden grün-weißen Audi R8 LMS des Audi Sport Team Land entstand in den kundigen Händen von Audi-Designer Tobias Drews, der das Rennen in der Eifel privat besuchte. Auch die beiden werksunterstützten R8 LMS des Audi Sport Team WRT, die Audi R8 LMS GT4 des Audi Sport Team Phoenix, die ausgestellten GT-Modelle in der Audi Sport experience area, sämtliche Official Cars und die ganz neu gestalteten Rennoveralls zogen mit dem einheitlichen Signature-Design die Aufmerksamkeit auf sich.


Zum ersten Mal waren drei aktuelle Modelle von Audi Sport customer racing in einem Wettbewerb vertreten. Neben sechs Audi R8 LMS in GT3-Spezifikation gab es das Debüt von zwei Exemplaren des Audi R8 LMS GT4, ebenso setzten Kunden auf insgesamt drei Audi RS 3 LMS.


Darüber hinaus war ein modifizierter Rennwagen aus einer früheren Produktion von Audi Sport customer racing erfolgreich. Der Audi TT RS von Ulrich Andree/Daniela Schmid/Christian Schmitz/Stefan Wieninger steuerte den Sieg in der Klasse SP 3T bei. Das Team LMS Engineering setzte sich dabei gegen die Werksteams von drei namhaften asiatischen Automobilherstellern durch.

Freitag, 2. Juni 2017

Fakten zum vierten Audi-Sieg bei den 24h am Nürburgring (1)

  • Audi einzige Marke mit mehr als 4.000 Kilometern Distanz
  • Kelvin van der Linde triumphiert als erster Südafrikaner
  • Mehr als 90 Prozent der Führungskilometer gehen an Audi
Die Sieger von Land Motorsport
Foto: Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH
Am 28. Mai hat Audi zum vierten Mal die 24 Stunden auf dem Nürburgring gewonnen. Hintergründe und Fakten zum Sieg in der Eifel.

Nach drei GT3-Klassensiegen in den Jahren 2009 bis 2011 hat der Audi R8 LMS nun seinen vierten Gesamtsieg bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring erreicht. Bereits 2012, 2014 und 2015 war der R8 LMS das schnellste Auto im Feld.

Der siegreiche Audi R8 LMS mit der Chassisnummer AS4SAFGT201700069 war zuvor in Asien im Einsatz. Er hatte bereits den FIA GT World Cup im November 2016 in Macau und im Dezember die 12 Stunden von Sepang bestritten sowie ein VLN-Rennen, bevor er ins 24-Stunden-Rennen ging. Die Audi-Sport-Mitarbeiter personalisieren ihre Rennwagen gerne und gaben dem späteren Siegerauto den Namen Catalena.

Audi hat 143 von 158 Führungsrunden verbucht – das entspricht 90,5 Prozent oder 3.629 Kilometern. Der Audi R8 LMS des Audi Sport Team WRT mit der Startnummer 9 kommt auf 17 Führungsrunden, die späteren Sieger aus dem Audi Sport Team Land dominierten das Geschehen mit 126 Runden.

Insgesamt prägten 21 Führungswechsel das Rennen. Nur bei sechs dieser 21 Gelegenheiten war Audi nicht an der Spitze. Seit der 26. Rennrunde lag ununterbrochen ein Audi R8 LMS vorn – also zwischen Samstagabend, 19.30 Uhr, und der Zielankunft am Sonntag um 15.30 Uhr.

Im Verlauf von 158 Runden legte der siegreiche Audi R8 LMS mit der Startnummer 29 genau 4.009,724 Kilometer zurück. Bei einer Fahrtdauer von exakt 24:02.28,858 Stunden ergibt sich ein Durchschnittstempo von 166,784 km/h einschließlich aller Boxenstopps.

Erst zum zweiten Mal in der Geschichte des seit 1970 ausgetragenen Rennens hat damit ein Teilnehmer die 4.000-Kilometer-Marke übertroffen. Zum ersten Mal gelang dies 2014 dem Audi Sport Team Phoenix, das 4.035 Kilometer weit gefahren ist. Damit bleibt der Audi R8 LMS das einzige Auto, das in der gegebenen Zeit von 24 Stunden auf dem Nürburgring mehr als 4.000 Kilometer abgespult hat.

Beinahe wäre die Rekorddistanz von 2014 nun egalisiert worden. Die Computersimulationen signalisierten den Ingenieuren bis zur letzten Rennstunde, dass auch in diesem Jahr 159 Runden möglich gewesen wären. Der eine halbe Stunde vor Rennende einsetzende Regenschauer machte diese Berechnungen allerdings zunichte – zu sehr mussten die Piloten das Tempo auf der nassen Fahrbahn verringern.

Hätte der Audi R8 LMS wie sein straßenzugelassenes Pendant einen Kilometerzähler, so wäre der Stand am letzten Mai-Wochenende beträchtlich gestiegen. Vom ersten Freien Training am Donnerstag bis ins Ziel am Sonntag legte der grün-weiße Rennwagen der Gewinner 4.872,576 Kilometer zurück. Das entspricht einer Distanz von Ingolstadt bis in den Norden der kanadischen Provinz Québec.

Das siegreiche Fahrerquartett steht für ganz unterschiedliche Erfolge: Connor De Phillippi und Kelvin van der Linde feierten jeweils ihren ersten Sieg bei diesem Rennen, Christopher Mies seinen zweiten nach 2015 und Markus Winkelhock bereits seinen dritten nach 2012 und 2014 – alle Fahrer waren jeweils mit Audi ganz vorn. Innerhalb der Familie Winkelhock steht es nun 3:2. Markus ist seinem Onkel Joachim, dem Gewinner von 1990 und 1991, nun einen Sieg voraus.

Während Markus Winkelhock und Kelvin van der Linde sich 2017 das Siegerauto teilten, gab es vor 23 Jahren schon einmal einen erfolgreichen gemeinsamen Einsatz beider Familien im Motorsport. Kelvins Vater Shaun sowie Joachim Winkelhock gewannen 1994 zwei der vier Läufe der International Touring Car Challenge im südafrikanischen Kyalami.
Bei den Nationalitäten gibt es eine Premiere: Kelvin van der Linde ist der erste Südafrikaner, der dieses Rennen gewonnen hat, Connor De Phillippi erst der zweite Amerikaner nach dem Triumph seines Landsmannes Boris Said im Jahr 2005.

Mit dem Audi Sport Team Land aus Niederdreisbach hat zum dritten Mal ein Audi-Team aus Rheinland-Pfalz den Wettbewerb für sich entschieden. Zuvor hatte das am Nürburgring ansässige Audi Sport Team Phoenix in den Jahren 2012 und 2014 gewonnen. Hinzu kommt ein belgischer Audi-Erfolg durch das Audi Sport Team WRT im Jahr 2015.