Samstag, 10. September 2016

Dritter Saisonsieg für Marco Wittmann

dritter Saisonsieg für Marco Wittmann
Foto: Jens Hawrda
Mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg im Samstagsrennen auf dem Nürburgring hat Marco Wittmann seine Führung in der DTM-Fahrerwertung ausgebaut. Der BMW-Pilot gewann bei angenehmen spätsommerlichen Bedingungen das Rennen nach 30 Runden mit 7,136 Sekunden Vorsprung vor seinem Markenkollegen Tom Blomqvist. Für Wittmann ist es der achte Sieg seiner DTM-Karriere und der dritte in der Saison 2016. „Unglaublich. Das war ein tolles Rennen“, sagte Wittmann nach dem Rennen. „Ich hatte einen guten Start und habe versucht, keine Fehler zu machen. Ich bin die ganze Zeit Vollgas gefahren um den Fokus und die Konzentration hochzuhalten. Das ist ein besonderer Sieg – vor allem für mein Team RMG und Teamchef Stefan Reinhold. Für die Jungs ist der Nürburgring ein Heimspiel.“

Das Podium in der Eifel komplettierte Jamie Green, der im Audi RS 5 DTM als Dritter die Zielflagge sah. Markenkollege Edoardo Mortara wurde Vierter vor Timo Glock in einem weiteren BMW. Bestplatzierter Mercedes-AMG-Pilot war Paul Di Resta als Sechster. Der Meisterschaftszweite Robert Wickens, der von Platz 13 in das Rennen gestartet war, überquerte hinter Lucas Auer und Maxime Martin als Neunter die Ziellinie und büßte im Kampf im Kampf um den DTM-Titel wichtige Zähler ein.

In der DTM-Fahrerwertung hat sich Wittmann mit seinem Sieg einen Vorsprung von 35 Punkten herausgearbeitet. Mit 155 Punkten liegt er auf Platz eins vor Wickens (120 Punkte), Green (119 Punkte) und Edoardo Mortara (112 Punkte). Eine Vorentscheidung um Titel ist bei noch fünf ausstehenden Rennen und 125 zu vergebenden Punkten nicht gefallen.
das Podium vom Samstag
Foto: dtm.com
Ergebnis Rennen am Samstag am Nürburgring (Top-Five):

1. Marco Wittmann (BMW),
2. Tom Blomqvist (BMW),
3. Jamie Green (Audi),
4. Edoardo Mortara (Audi),
5.Timo Glock (BMW).

DTM Qualifying: Auer mit Bestzeit, aber Wittmann auf Pole

Lucas Auer fuhr im Qualifying zum Samstagsrennen am Nürburgring zum dritten mal in seiner DTM-Karriere die Bestzeit.  Mit seiner Rundenzeit von 1:22,900 Minuten war der Österreicher in seinem Mercedes-AMG C 63 DTM zwar der Schnellste aller 24 DTM-Piloten, auf der Pole-Position im Rennen am Samstag steht jedoch ein anderer Fahrer. In Moskau wurde Auer zum dritten Mal in dieser Saison verwarnt und wird damit in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückversetzt – er steht in der Startaufstellung auf Platz sechs.

Lucas Auer fährt Bestzeit
Foto: Jens Hawrda
Marco Wittmann, dem 0,128 Sekunden auf die Bestzeit von Auer fehlten, erbt die Pole von Auer und nimmt das Samstagsrennen auf dem Nürburgring von Platz eins aus in Angriff. Neben ihm in der ersten Startreihe auf Platz zwei steht mit Tom Blomqvist ein weiterer BMW-Pilot.

Jamie Green, Dritter und damit bestplatzierter Audi-Pilot in der Fahrerwertung – geht vom dritten Platz in das Samstagsrennen während Edoardo Mortara von Platz vier startet.

Lucas Auer, Qualifying Platz 1, Startplatz 6, Mercedes-AMG:
„Ich scheine den Bogen hier raus zu haben. Im letzten Jahr habe ich am Nürburgring meine erste DTM-Pole geholt. Das war ein wirklich großer Moment. Aber heute sieht man auch, wie ich mich in den vergangenen 24 Monaten entwickelt habe. Alles lief irgendwie ganz locker, ich wusste genau was ich zu tun habe und habe es auf den Punkt abrufen können. Eigentlich ist das unglaublich, wie wenig Stress mit dieser Zeit, diesem Ergebnis verbunden war. Ich bin das ganze Wochenende hier schon sehr locker drauf und ziehe einmal mehr meinen Hut vor meinem Team. Was die hier wiedermal leisten, ist nicht hoch genug zu loben. Wir sind mit Abstand das schwerste Auto und können doch mit den Konkurrenten voll mithalten. Schade, dass ich aufgrund meiner drei Verwarnungen nun vom sechsten Platz starten muss. Da bin ich aber selbst dran Schuld und muss das jetzt auslöffeln. Aber, ich stehe immer noch in der dritten Startreihe, habe einen guten Speed und im Rennen alle Möglichkeiten.“

Marco Wittmann, Qualifying Platz 2, Startplatz 1, BMW:
„Wir waren in den Trainings schon gut drauf und konnten zum Qualifying nochmals eine Schüppe drauf legen. Ich bin einfach nur megahappy jetzt aus der ersten Reihe starten zu dürfen, besonders, weil wir hier doch einige Schwierigkeiten hatten. Das Grip-Level ist hier an diesem Wochenende relativ niedrig. Wir haben hier schon deutlich schnellere Runden gedreht und mussten uns diesen Begebenheiten anpassen. Aber, wir haben offensichtlich die Schrauben in die richtige Richtung gedreht. Alles ist super, zumal Tom wie schon in Moskau wieder hinter mir steht. Es freut mich auch sehr für ihn. Er hat sich inzwischen fest in der DTM etabliert und liefert immer stärke Leistungen ab und gemeinsam wollen wir gleich wieder ein sehr gutes Ergebnis einfahren.“

Tom Blomqvist, Qualifying Platz 3, Startplatz 2, BMW:
„In den Trainings lief es für mich bisher überhaupt nicht rund, umso besser, dass wir im richtigen Moment die entscheidenden Korrekturen vornehmen konnten. Meine Runde war ehrlich gesagt auch nicht besonders toll, was mich im ersten Moment seht frustriert hat. Schon eine große Überraschung, dass es für die drittbeste Zeit und durch Lucas Strafe für die erste Startreihe gereicht hat. Jetzt muss ich gucken, dass ich Jamie beim Start hinter mir halten kann. Das wäre dann auch für Marco eine große Hilfe. Ich werde alles tun, meine Position zu halten. Marco ist derzeit der aussichtsreichste BMW-Pilot im Titelkampf. Und so lange das so ist, werde ich ihn unterstützen – wir werden sehen, wie sich das Rennen entwickelt.“

DTM: Zweites Freies Training - Miguel Molina vorn

Miguel Molina
Foto: Jens Hawrda
Beim zweiten Freien Training am Samstagmorgen war das Feld deutlich schneller als in der ersten Session am Freitagnachmittag unterwegs. Der schnellste der 24 Piloten war dieses Mal Miguel Molina (Audi), der im Vorjahr auf dem Nürburgring am Sonntag den ersten Sieg seiner Karriere feierte und auch damals im zweiten Freien Training die schnellste Runde setzte.

„Wir haben ein sehr gutes Fenster erwischt. Die Strecke war frei, das Auto perfekt und die Runde sehr gut“, sagte Molina, der im Gegensatz zu seinen Audi-Mitstreitern mit den neuen Reifen am Auto bestens zurecht kam. „Da hat etwas nicht gepasst. Wir wissen noch nicht, warum wir auf den neuen Reifen verhältnismäßig langsam unterwegs waren. Aber, wir werden den Fehler finden“, klagte unter anderem Edoardo Mortara, der in 1:23.670 Minuten die zwölftbeste Zeit erzielte.

Das Mercedes-AMG-Team Mücke präsentierte wieder einmal in bestechender Form. Christian Vietoris, am Freitag Trainingsbester, fuhr auf den zweiten Rang (1:23.215 Minuten) und Teamkollege Lucas Auer auf Rang drei (1:23.328 Minuten). „Ich bin absolut bester Dinge“, sagte Vietoris. „Wir sitzen zwar im deutlich schwersten Auto, aber wir scheinen diesen Gewichtsnachteil wettmachen zu können.“

Insgesamt zeigte sich Mercedes stark und brachte sechs Fahrer in die Top-Ten, das schafften Audi und BMW nur mit jeweils zwei Piloten.

Ergebnis zweites Freies Training (Top-Five):

1. Miguel Molina (Audi),
2. Christian Vietoris (Mercedes),
3. Lucas Auer (Mercedes),
4. Gary Paffett (Mercedes,
5. Felix Rosenqvist

DTM: Erstes Freies Training - Vietoris mit Bestzeit

Bestzeit im ersten Freien Training: Cgristian Vietoris
Foto: Jens Hawrda
Im ersten Freien Training am Freitag Nachmittag holte sich Christian Vietoris (Mecedes) bei strahlendem Sonnenschein die Bestzeit. Lediglich vier Fahrern gelang es, die 3,629 Kilometer lange Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurses unter 1:24 Minuten zu umrunden. Drei von ihnen saßen hinter dem Steuer eines Mercedes-AMG C63 DTM, einer im BMW M4 DTM.

Robert Wickens, der Zweite der Fahrerwertung fuhr eine 1:23.916 Minuten und hielt damit lange die Bestzeit. Zwei Minuten vor dem Ende des Trainings konnte jedoch Vietoris die Zeit des Kanadiers noch überbieten. Eine Minute nach Vietoris Bestzeit legte auch der Tabellenführer Marco Wittmann nochmal entscheidend zu. Mit 1:23.922 Minuten ergatterte er am Ende den dritten Platz im Zeitenklassement. „Ein schöner Start ins Rennwochenende. Aber, natürlich geht es erst morgen um die Wurst. Dennoch gibt einem so ein Auftakt schon mal ein gutes Gefühl“, sagte Wittmann.

Als vierter Pilot schaffte es Neuling Felix Rosenqvist unter den 1:24 Minuten zu bleiben.

DTM: Martin Tomczyk beendet DTM-Karriere

Martin Tomczyk beendet DTM-Karriere
Foto: Jens Hawrda
Als einer der dienstältesten DTM-Piloten wird Martin Tomczyk nach 16 Jahren zum Saisonende seine DTM-Karriere auf eigenen Wunsch hin beenden. Tomczyk bleibt der BMW Motorsport Familie aber erhalten und wird sich künftig auf Einsätze im internationalen Motorsport konzentrieren.

Am 22. April 2001 bestritt Tomczyk in Hockenheim als damals jüngster DTM-Fahrer sein erstes Rennen in dieser Serie. Nur acht Fahrer in der DTM-Historie haben bis heute mehr Rennen bestritten als der Pilot aus Rosenheim. Seinen ersten Sieg feierte Tomczyk 2006 in Barcelona, sechs weitere folgten im Verlauf seiner Karriere. 2011 sicherte er sich in seiner erfolgreichsten DTM-Saison den Fahrertitel.

Im folgenden Jahr wechselte er von Audi zu BMW und sammelte für das BMW Team RMG sowie für das BMW Team Schnitzer Punkte und Podestplätze.

„Meine Entscheidung ist mir sicherlich nicht leicht gefallen, da ich in den 16 Jahren ein Teil der DTM geworden bin“, sagte Tomczyk. „In dieser Zeit habe ich viele Fahrer kommen und gehen sehen. Jetzt ist es an der Zeit, selbst ‚Servus’ zu sagen und mich gemeinsam mit BMW neuen sportlichen Herausforderungen zu stellen. Ein großer Dank gilt Hans-Jürgen Abt und seinem gesamten Team, wo ich zehn Jahre lang das Handwerkszeug als Profi-Rennfahrer gelernt habe. Auch Dr. Wolfgang Ullrich und Audi haben mir damals den nötigen Rückhalt gegeben, um mich im Motorsport etablieren zu können. Ernst Moser und sein Team Phoenix Racing waren 2011 der Schlüssel, um gemeinsam den DTM-Titel einzufahren. Sicher das Highlight meiner bisherigen Karriere.“

Tomczyk weiter: „Ab 2012 begann für mich mit BMW dann ein neuer Abschnitt in der DTM. Der Wiedereinstieg und die damit verbundene Aufbauarbeit stellten für mich eine ganz besonders reizvolle Aufgabe dar. Dass wir bereits im ersten Jahr gemeinsam alle DTM-Titel feiern durften, war ebenfalls ein großer Moment. Ich denke, ich habe mich in den letzten Jahren als Rennfahrer weiterentwickelt und nach mittlerweile 16 Jahren in dieser Serie darüber nachgedacht: Passt die DTM noch zu mir? Kann ich dort noch die Ergebnisse erzielen, die meinen eigenen Ansprüchen entsprechen? Ich fühle mich auch im GT-Sport sehr wohl, in dem ich in den letzten Jahren immer wieder unterwegs war. Er hat sich sehr stark professionalisiert und wird dies noch weiter tun. Ich glaube, dass ich mich dort als Fahrer noch mehr weiterentwickeln und einbringen kann. Aus diesem Grund habe ich für mich diese Entscheidung getroffen und Jens Marquardt darüber informiert. Ich freue mich deshalb umso mehr, auch weiterhin mit BMW zusammenarbeiten und neue, gemeinsame Motorsportprojekte erfolgreich in Angriff nehmen zu können.“