Freitag, 5. August 2016
Phoenix Racing stellt sich für Nürburgring-Heimspiel neu auf
- Firmensitz in Meuspath nur drei Kilometer vom Eifelkurs entfernt
- Nicolaj Møller Madsen neuer Teamkollege von Markus Winkelhock
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| Foto: Jens Hawrda |
Meuspath hat ein Gemeindehaus, einen Junggesellenverein, eine freiwillige Feuerwehr und 140 Einwohner. Die Dichte von ansässigen Motorsportteams in der kleinen Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler ist allerdings besonders hoch. Im Gewerbepark tummeln sich mehr als eine Handvoll. Der Grund ist die Nähe zum Nürburgring, Deutschlands bekanntester Rennstrecke. Eines dieser Teams ist Phoenix Racing. Der Firmensitz der Rheinland-Pfälzer liegt nur drei Kilometer vom Haupteingang des Eifelkurses entfernt.
„Jedes Mal, wenn wir am Nürburgring starten, ist das ein spezielles Erlebnis“, so Ernst Moser. „Freunde, Familie und Sponsoren achten ganz besonders auf uns. Wir sind immer hoch motiviert und freuen uns sehr.“ Ein gewohntes Umfeld, eingefleischte Fans, Heimspielatmosphäre – die Annehmlichkeiten sind vielfältig. Aber vor allen Dingen in puncto Logistik genießt Phoenix Racing Vorteile. Moser: „Wenn wir etwas vergessen haben, fährt jemand aus dem Team kurz zur Firma zurück und holt es. Im Umkehrschluss transportieren wir aber auch zusätzliches Cateringmaterial und Merchandisingartikel, um die Gäste in unserer VIP-Lounge zu bewirten und unseren Shop im Boulevard zu bestücken.“
Auch für einige Phoenix-Teammitglieder bietet sich ein seltenes Privileg. „Unsere Jungs sind fast das ganze Jahr über unterwegs. Wenn sie dann bei einem Nürburgring-Event mal zu Hause schlafen können, ist das sehr willkommen. Zusätzlich sparen wir dadurch Hotelkosten“, so Moser. Vorteile auf der Rennstrecke sieht er hingegen nicht: „Wir haben auf dem Nürburgring bestimmt mehr Rennen bestritten als andere Teams und haben dadurch mehr Daten erhoben, um das richtige Set-up zu finden. Zusätzliche Testmöglichkeiten konnten wir aber zum Beispiel nicht in Anspruch nehmen, da die Rennstrecke praktisch das ganze Jahr über ausgebucht ist.“
Phoenix-Stammpilot Markus Winkelhock ist der Nürburgring unter anderem aus drei ADAC GT Masters-Saisons und als zweimaliger Sieger des ADAC Zurich 24-Stunden-Rennens bestens bekannt. „Der Nürburgring war schon immer eine Lieblingsstrecke von mir“, so der Routinier. „Ich habe in allen Serien, mit denen ich dort angetreten bin, gute Resultate erzielt. Ganz besonders sind mir meine Führungsrunden in der Formel 1 in Erinnerung. Ich denke, dass die Strecke unserem Audi besser liegen wird als zum Beispiel zuletzt der Red Bull Ring. Ich hoffe, dass wir ganz vorn mitfahren können.“
Auch Teamchef Ernst Moser gibt als erklärtes Ziel ein Spitzenresultat aus: „Nach drei Punkteresultaten zu Saisonbeginn sind wir zuletzt fünfmal ohne Zählbares geblieben. Jetzt muss mal ein Podestplatz her – und warum nicht beim Heimspiel?“ Beim Versuch, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, wird Neuzugang Nicolaj Møller Madsen helfen. „Ich freue mich schon sehr auf den Start am Nürburgring“, so der Däne, der 2015 Gesamtzweiter im Audi Sport TT Cup wurde und 2016 sein Debütjahr im GT3-Sport gibt. „Der Audi R8 erzeugt viel Abtrieb. Das zu lernen war für mich der größte Schritt. Ich lasse mir die Technik genau erklären. Was passiert zum Beispiel, wenn man einen Stabilisator verstellt. Mein Teamkollege Markus Winkelhock bringt sehr viel Erfahrung mit. Er kann sich auf die Abstimmung unseres Autos konzentrieren und ich mich auf meinen Fahrstil. Das sollte mir helfen.“
Erneuter Sieg für Kevin Wahr beim Schleizer Dreieck-Rennen
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| Kevin Wahr (Nagold/Suzuki) siegte im ersten Lauf beim Schleizer Dreieck-Rennen Foto: Hermann Rüger |
Für den zweiten Lauf um Sonntag wählte Kevin Wahr einen härteren Reifen, der aber nicht so richtig auf Temperatur kam. Damit konnte sich Bryan Schouten durchsetzten und feierte mit 1,596 Sekunden Vorsprung vor Kevin Wahr seinen dritten Saisonerfolg, dritter wurde Christian Stange. Nach den Rennen war Kevin Wahr zufrieden: „Die Deutsche Meisterschaft in Schleiz ist jedes Mal ein Highlight. Dort kommen immer die meisten Zuschauer, das Rennen hat Tradition. Das Schleizer Dreieck ist eine besondere Rennstrecke, mein Vater ist früher auch schon dort gefahren. Allerdings noch auf der alten Strecke, seit 2004 wurde sie verkürzt. Wir hatten einen guten Start in das Wochenende und bei allen Trainings war ich vorne mit dabei. Die Superstock 600-Klasse ist sehr ausgeglichen, die ersten acht Fahrer lagen im Training innerhalb von einer Sekunde – die ersten Fünf sogar innerhalb von nur drei Zehntel Sekunden. Beim ersten Rennen am Samstag konnte ich in der zweiten Runde in Führung gehen und gewann dann das Rennen. Beim zweiten Lauf am Sonntag war es kühler und wir entschieden uns für einen härteren Hinterreifen. Wir kämpften zu fünft um den Sieg, leider musste ich den Niederländer Schouten vorbeilassen und wurde Zweiter. Ich hätte gerne meinen Doppelsieg von 2013 in Schleiz wiederholt. Bis jetzt läuft es super, vier Starts mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen.“
Im Gesamtklassement der Superstock 600-Klasse hat Christian Stange nach 8 von 14 Läufen seine Führung mit 150 Punkten auf Maurice Ullrich (Wörrstadt/Yamaha) mit 128 Zählern vergrößert. Mit den zwei Saisonsiegen ist Kevin Wahr mit 90 Punkten bereits Fünfter im Gesamtklassement. Für Kevin Wahr und das HPC-Power Suzuki-Team war dies der zweite IDM-Saisonsieg.
Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof
Mittwoch, 3. August 2016
Jan Bühn verteidigt in Schleiz den dritten Gesamtrang
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| BMW-Pilot Jan Bühn (Kronau) mit Freundin Charleen und Georg Räth (links) vor dem Start in Schleiz Foto: Hermann Rüger |
Im zweiten Durchgang war Gaststarter Marc Moser aus Dieburg der überragende Fahrer. Der Ducati-Pilot, der im ersten Lauf Dritter wurde, siegte dann mit 3,241 Sekunden vor Marvin Fritz (Neckarzimmern/Yamaha). Fritz gewann den ersten Lauf und führt jetzt mit 32 Punkten Vorsprung das Superbike-IDM Klassement an. Nach den Rennen war Jan Bühn ein wenig enttäuscht: „Nach dem guten sechsten Startplatz waren wir super happy, auch die zwei Starts waren okay. Der Speed war da, wir hatten ein Kupplungsproblem, es wäre mehr drin gewesen. Für den zweiten Lauf konnten wir das Problem leider nicht lösen. Wir gehen jetzt am Freitag in Hockenheim testen und hoffen das Problem dort lösen zu können. Auf meiner Heimstrecke im badischen Motodrom findet vom 24.-25. September das IDM-Finale statt.“ Als bester BMW-Pilot vom Van-Zon-Remeha-BMW Team bleibt Jan Bühn mit 107 Punkten auf dem dritten Gesamtrang in der IDM-Superstock 1000-Klasse nach 9 von 15 Läufen. Es führen die Yamaha-Fahrer Danny de Boer (Niederlande) mit 205 Zählern vor Luca Grünwald (Waldkraiburg) mit 176 Punkten. Weitere Informationen über Jan Bühn gibt es auf der Internetseite von Jan Bühn www.jan-buehn.de bzw. über die IDM unter www.Superbike-IDM.de.
Text : Michael Sonnick, Dieselweg 5, 67117 Limburgerhof
ADAC GT Masters auf dem Nürburgring: Der Titelkampf spitzt sich zu
- Tabellenführer Jules Gounon/Daniel Keilwitz in starker Form
- Zehn Jahre Nürburgring im ADAC GT Masters: wo alles begann
- Heimspiele für Land, Zakspeed, Phoenix und Luca Ludwig
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| Foto: Jens Hawrda |
Im Juni 2007 gab das ADAC GT Masters mit zwei Rennen im Rahmen des ADAC Zurich 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring sein Debüt. Die spektakulären GT3-Fahrzeuge sorgten von Beginn an für große Begeisterung in der Motorsportszene. Einziger Pilot im aktuellen Starterfeld, der vor zehn Jahren schon dabei war, ist Christopher Haase (28, Kulmbach/Car Collection Motorsport). „Der Umstieg vom Dacia Logan Cup in das ADAC GT Masters war für mich eine riesige Herausforderung“, so der Audi-Pilot. „Von damals bis heute hat sich die Serie sehr positiv entwickelt: Es gibt mehr Autos, mehr Hersteller, die meisten Fahrer sind Vollprofis. Wenn man in dieser Serie vorn steht, dann weiß man, dass man gut ist.“
Ganz vorn in der Saison 2016 steht aktuell das Corvette-Duo Gounon/Keilwitz. Nach einem dritten Rang und einem Sieg beim vergangenen Rennwochenende am Red Bull Ring beträgt der Vorsprung in der Fahrerwertung 29 Punkte. ADAC GT Masters-Rekordsieger Keilwitz übt sich dennoch in Zurückhaltung: „Natürlich ist die Ausgangslage schon sehr gut. Aber es wäre zu früh, sich jetzt schon ausschließlich auf den Titelgewinn zu konzentrieren. Ein Ausfall von uns und ein Sieg der Konkurrenten – und schon ist der Vorsprung wieder dahin. Wir müssen einfach so weitermachen, wie bisher, gut punkten und fehlerfrei fahren. Wenn wir am vorletzten Rennwochenende in Zandvoort dann immer noch vorn liegen, fokussieren wir uns auf den Titel. Jetzt steht erst einmal der Nürburgring an. Ich bin optimistisch, dass wir dort gut aussehen. Das Wetter kann am Nürburgring einen Einfluss haben. Ich hoffe, dass es trocken bleibt.“
Am Nürburgring dürften es die Verfolger von Gounon/Keilwitz nicht unbedingt einfach haben, Punkte aufzuholen, denn deren Team Callaway Competition ist in zehn Jahren Nürburgring beim ADAC GT Masters mit vier Siegen das erfolgreichste. Zudem betritt der Franzose Gounon bekanntes Terrain. „Endlich kommen wir zum Nürburgring. Das ist die einzige Strecke im aktuellen Rennkalender, die ich schon kenne“, so der Serienneuling. „Es läuft für uns bisher wirklich perfekt und ich glaube, dass wir dort ebenso eine gute Rolle spielen können.“
Erste Verfolger in der Tabelle sind weiterhin Connor De Phillippi (23, USA) und Christopher Mies (27, Heiligenhaus/beide Montaplast by Land-Motorsport). Die beiden Audi-Piloten mussten am Red Bull Ring mit nur acht gesammelten Punkten einen Rückschlag hinnehmen, profitierten dabei sogar noch von der nachträglichen Bestrafung einiger Konkurrenten beim zweiten Rennen, in dessen Wertung sie auf Rang sechs vorrückten. „Wir geben alles, was wir können“, so De Phillippi. „Das Auto fühlt sich immer gut an. Schauen wir, was der Nürburgring bringt.“
In Lauerstellung mit zwölf Zählern Rückstand hinter De Phillippi/Mies befinden sich die Titelverteidiger Sebastian Asch (30, Ammerbuch) und Luca Ludwig (27, Bonn/beide AMG-Team Zakspeed). Für Lokalmatador Ludwig ist der kommende Lauf ein ganz besonderer: „Die Verbundenheit zum Nürburgring ist schon sehr groß. Einerseits zur Rennstrecke, da ich durch die Aktivitäten meines Vaters dort praktisch aufgewachsen bin. Andererseits zur Gegend. Ich genieße es jedes Mal, von meiner Heimat Bonn durch die Wälder in die Eifel zu fahren.“ Auch Ludwigs AMG-Team Zakspeed und die Mannschaft von De Phillippi/Mies, Montaplast by Land-Motorsport, haben ihren Firmensitz in der näheren Umgebung. Aber mehr Heimspiel als für das Audi-Team Phoenix Racing geht nicht. Die Werkstatt im Gewerbegebiet Nürburgring liegt nur drei Kilometer von der Strecke entfernt. „Wenn wir etwas vergessen haben, dann fahren wir fünf Minuten zurück und holen es“, so Teamchef Ernst Moser. „Viele unserer Mitarbeiter sind Heimschläfer. Das ist angenehm und spart zudem auch Kosten.“
Von den acht Piloten, die sich in den vergangenen vier ADAC GT Masters-Rennen auf dem Nürburgring in die Siegerliste eingetragen haben, sind sieben auch 2016 am Start. Einer von ihnen ist David Jahn (25, Speyer), der seinen einzigen ADAC GT Masters-Erfolg zusammen mit Sven Barth (35, Weinheim) 2014 auf dem Nürburgring holte. Dieses Jahr teilt sich Jahn einen Porsche 911 mit Kévin Estre (27, F). Gemeinsam bescherten sie ihrem KÜS TEAM75 Bernhard, das 2016 erstmals in der „Liga der Supersportwagen“ teilnimmt, im ersten Rennen am Red Bull Ring den Debütsieg.
„Wir wussten immer, dass wir als Team stark sind und diesen Erfolg erreichen konnten. Darüber haben wir uns sehr gefreut“, so Jahn. „Wir haben uns bisher jeden Tag, an dem wir das Auto gefahren sind, verbessert. Das Team wächst immer mehr zusammen. Gleichzeitig bleiben wir aber auch auf dem Boden der Tatsachen. Wir gehen davon aus, dass wir auch in den letzten sechs Saisonrennen Punkte sammeln.“
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