Dienstag, 19. Juli 2016

Nachgefragt bei ... René Rast

Der Audi-Werkspilot über seinen überraschenden DTM-Einstand in Zandvoort als Vertretung für den verletzten Adrien Tambay.
Renè Rast
Foto: Jens Hawrda
Wann haben Sie von Ihrem DTM-Debüt erfahren?

Am Samstagabend habe ich noch den 30. Geburtstag meiner Freundin gefeiert. Gegen neun, halb zehn bekam ich dann einen Anruf, ob ich nicht Lust habe DTM zu fahren. Natürlich habe ich sofort zugesagt. Nach dem Anruf ging es für mich direkt los. Zum Glück hatte ich noch meinen Helm im Kofferraum liegen. Wir kamen dann gegen zwei, drei Uhr nachts im Hotel an.

Wie war der Ablauf am Renntag?

Der Wecker stand auf 5.45 Uhr. Ich kannte das Auto ja noch nicht. Vorher bin ich nur den Audi A4 DTM gefahren. Daher musste ich natürlich noch eine Einweisung bekommen – welcher Knopf ist wofür, wie läuft die Startprozedur ab. Zudem haben wir noch Sitzanpassungen vorgenommen. Als ich dann das erste Mal rausfahren wollte, habe ich nicht einmal den ersten Gang gefunden. Es ging alles so schnell. Aber dann hat es mit dem Freien Training ja doch noch geklappt.

Wie fällt Ihr Fazit zum Einstand aus?

Wenig Schlaf, viel Action, ein langer Tag mit vielen neuen Eindrücken. Ich habe viel dazugelernt, was das Fahren und auch die Technik angeht. Es war schwierig, nach nur 30 Minuten freiem Training gleich das Qualifying zu fahren. Aber in der zweiten Rennhälfte ist dann der Groschen gefallen, wie ich das Auto zu bewegen habe. Die Zeiten wurden zum Ende hin immer besser, im zweiten Sektor war ich schnellster Audi. Wenn ich jetzt noch einmal ein DTM-Rennen fahren würde, würde das Ergebnis vielleicht anders ausfallen.

Was liegt nun in der nächsten Zeit an?

Kommendes Wochenende fahre ich bei der WEC am Nürburgring und eine Woche später die 24 Stunden von Spa.

Sonntag, 17. Juli 2016

DTM Zandvoort: Green gewinnt Sonntagsrennen

Jamie Green - erster Saisonsieg in Zandvoort
Foto: Audi-Motorsport
Die DTM ist fulminant in die zweite Saisonhälfte gestartet. Strahlender Sieger in einem bis zum Schluss spannenden und dramatischen Rennen im niederländischen Zandvoort war Jamie Green im Audi RS 5 DTM. Der Brite, von der Pole-Position gestartet, fuhr souverän zu seinem ersten Triumph in dieser Saison, dem 13. seiner DTM-Karriere. „Ich bin super glücklich, endlich hier Zandvoort gewonnen zu haben“, freute sich Green im Ziel. „Auf diesen Sieg musste ich viele Jahre warten. Heute hat alles gepasst. Nach dem schnellen Boxenstopp war der zweite Reifensatz sehr gut und ich konnte Robert und Gary davonfahren.“ Nach 39 Runden überquerte er mit einem Vorsprung von 9,731 Sekunden vor Mercedes-AMG-Pilot Gary Paffett die Ziellinie. Für Paffett ist es der erste Podestrang in diesem Jahr. Audi-Pilot Edoardo Mortara wurde als Dritter abgewinkt. 38.000 Zuschauer erlebten bei schönem Sommerwetter das DTM-Wochenende im niederländischen Badeort

Bis zur 34. Rennrunde machten Robert Wickens, Gary Paffett und Christian Vietoris Jagd auf Green. Vor allem für Wickens wäre der zweite Platz im Kampf um den DTM-Titel wichtig gewesen, denn so hätte er den Rückstand zu Wittmann deutlich verkürzen können. Nach einem Reifenschaden am vorderen linken Rad musste der Kanadier unplanmäßig die Box ansteuern und sah als 16. die Zielflagge. Auch Christian Vietoris verlor seinen dritten Platz, den er nach dem Problem von Wickens geerbt hatte, wegen eines Reifendefekts.
Green vor Paffett
Foto: Audi-Motorsport
Vom Pech der beiden Mercedes-AMG-Fahrer profitierte – neben Mortara - vor allem Marco Wittmann. Der BMW-Pilot wurde Vierter und verteidigte seine Führung in der Fahrerwertung, in der er nun 105 Punkte hat. Jamie Green verbesserte sich mit seinem Sieg in der Tabelle auf Platz zwei (98 Punkte). Edoardo Mortara ist mit 88 Punkten Dritter. Robert Wickens ist von Platz zwei auf vier zurückgefallen, hat nach zehn Rennen 83 Zähler auf seinem Konto.

Nach einer fünfwöchigen Sommerpause startet die DTM vom 19. bis 21. August in Russland auf dem ‚Moscow Raceway’. Vor den Toren der russischen Hauptstadt stehen die Saisonrennen elf und zwölf auf dem Programm.

Ergebnis Rennen am Sonntag (Top-Ten):

Quelle: dtm.com

Stand Fahrerwertung (Top-Five):

Quelle: dtm.com

DTM Zandvoort: Jamie Green holt Pole

Pole für Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Bei strahlendem Sonnenschein holt sich Jamie Green die Pole für das Rennen am Sonntag in Zandvoort, auf den Rängen zwei und drei folgen die beiden Mercedes-Piloten Gary Paffett und Christian Vietoris.

Top-Ten Qualifying 2
Quelle: dtm.com


DTM: Rennen eins mit Nachwehen bei Audi

  • Jamie Green am Samstag in Zandvoort bester Audi auf Platz fünf
  • Wirbel um Strafen gegen Edoardo Mortara und Nico Müller
  • Adrien Tambay zur Untersuchung im Krankenhaus

bester Audi-Pilot am Samstag - Jamie Green
Foto: Jens Hawrda
Jamie Green belegte im Hoffmann Group Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Rosberg im ersten der beiden DTM-Rennen in Zandvoort (Niederlande) als bester Audi-Pilot den fünften Platz. Auch Mattias Ekström kam im Red Bull Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Abt Sportsline in die Top Ten. Gegen seinen Teamkollegen Edoardo Mortara wurde eine folgenschwere Durchfahrtsstrafe verhängt, die sich nach dem Rennen als ungerechtfertigt erwies.
 
Jamie Green war bereits im Zeittraining als Fünfter der beste Audi-Pilot und verteidigte diese Position auch über die 25-Runden-Distanz. „Es war ein solides Rennen und wir haben wertvolle Punkte geholt“, sagte Jamie Green nach der Zieldurchfahrt. „Ich hatte im Rennen nach kurzer Zeit ein langes Bremspedal, aber ich denke nicht, dass heute mehr möglich gewesen wäre als Platz fünf. Morgen sollten wir bessere Chancen haben.“

Mattias Ekström hing fast das ganze Rennen dem BMW von António Félix da Costa im Nacken, konnte den Portugiesen aber nicht überholen und fuhr als Siebter über die Ziellinie.
Edoardo Mortara startete wie Jamie Green aus der dritten Reihe und lag hinter dem Briten auf der aussichtsreichen sechsten Position, ehe gegen den Italiener von der Rennleitung eine Durchfahrtsstrafe wegen einer angeblichen Verletzung der Slow-Zone-Regeln verhängt wurde. „Ich habe nichts falsch gemacht“, sagte Mortara. „Das sieht man auch anhand der Onboard-Aufnahmen aus meinem Auto und in unserer Datenaufzeichnung.“
 
Am Abend räumte die Rennleitung bei den Autos von Edoardo Mortara und Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM) Unstimmigkeiten im offiziellen GPS-System ein. „Das ist ausgesprochen bitter, Edo hat dadurch mindestens acht Punkte verloren, die am Saisonende die Meisterschaft entscheiden können“, sagte Dieter Gass, Leiter DTM bei Audi Sport. „Das Audi Sport Team Abt Sportsline hat dadurch auch die Führung in der Teamwertung verloren und wir Punkte in der Herstellerwertung, denn statt als Sechster ist Edo auf Platz 17 ins Ziel gekommen. Da ist ein Fehler passiert, den man nur schwer akzeptieren kann.“
 
Für Adrien Tambay endete das Rennen im Speedweek.com Audi RS 5 DTM bereits nach wenigen Metern durch eine Kollision, bei der sein Auto auf der rechten Seite an der Vorderachse getroffen wurde. Nach einem Schlag des Lenkrads auf seine linke Hand klagte der Franzose über starke Schmerzen und wurde zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Röntgenaufnahmen bestätigen, dass nichts gebrochen ist.
Timo Scheider verpasste im AUTO BILD MOTORSPORT Audi RS 5 DTM des Audi Sport Team Phoenix nur knapp einen Punkt. Der zweimalige DTM-Champion arbeitete sich mit einer Aufholjagd vom 18. Startplatz auf Rang elf nach vorn. Sein Teamkollege Mike Rockenfeller fuhr von Startplatz 17 auf Position 14.
 
Miguel Molina (Teufel Audi RS 5 DTM) und Norisring-Sieger Nico Müller (Playboy Audi RS 5 DTM) beendeten das Samstagsrennen auf den Positionen 18 und 20.

DTM Zandvoort: Vietoris Schnellster im dritten Freien Training

Schnellster im dritten Freien Training - Christian Vietoris
Foto: Jens Hawrda
Zandvoort präsentierte sich nach einem bewölkten Samstag beim dritten Freien Training am Sonntagmorgen bei strahlendem Sonnenschein. Um 9:20 Uhr eröffnete Miguel Molina die erste Session des Tages und zeigte sich in der 30-minütigen Einheit eine gute Form. In seinem Audi umrundete der Spanier den 4,307 Kilometer langen Kurs in 1:31.727 Minuten und war damit letztlich der zweitschnellste Pilot. Schneller war nur Christian Vietoris, der an der niederländischen Nordseeküste starke Auftritte in Serie ablieferte. Schon zur Mitte des Freien Trainings hatte der Mercedes-AMG-Pilot eine 1:31.569 Minuten gezeitet – eine Marke die nicht mehr unterboten werden konnte. „Ich habe relativ früh meine frischen Reifen genutzt. Allerdings werden wir von Session zu Session an diesem Wochenende schneller – es passt wirklich alles. Gleich im Qualifying wird es noch schneller zugehen, denn die Strecke war doch stellenweisen noch etwas feucht“, sagte Vietoris, der ein ganzes Audi-Rudel auf die weiteren Plätze verwies. Ingolstädter Fabrikate belegten die Ränge zwei bis sechs.
 
„Für uns scheint es heute richtig gut zu laufen“, sagte Molina hinter dem sich die Markenkollegen Nico Müller, Mattias Ekström, Jamie Green und Edoardo Mortara im Trainings-Klassement einreihten. Der Sieger vom Samstag, Robert Wickens, folgte auf dem siebten Platz. Die Mercedes-Dominanz der vergangenen beiden Tage scheint beendet.
 
Schwer taten sich am Sonntagmorgen die BMW-Piloten. Bruno Spengler gelang als neunter das beste Ergebnis, umrundete die Strecke in 1:32.179 Minuten. „Es ist für uns alle bei BMW an diesem Wochenende nicht leicht und wir müssen extrem kämpfen. Meine Balance hat sich heute schon besser angefühlt, aber wir haben noch viel Arbeit. Wir müssen es schaffen, das Auto sowohl für das Qualifying schnell zu machen und gleichzeitig auch für die Distanz des Rennens. Gestern haben wir da schon teilweise sehr nachgelassen“, sagte Spengler, dessen Markenkollege, der Gesamtführende Marco Wittmann, mit der Zeit von 1:32.801 Minuten lediglich auf den 17. Rang fuhr.
 
Mit Bravour schlug sich der Ersatzmann von Adrien Tambay. René Rast erfuhr erst am Samstagabend von seinem Einsatz, reiste aus Hannover an die Nordsee und drehte hier seine ersten Wettkampf-Runden im Audi RS5 DTM. „Ich habe in diesem Auto bisher lediglich ein paar Runden bei einem Rollout gedreht, in dieser Nacht nur zwei, drei Stündchen geschlafen und muss nun schnell sehen, dass ich an mein Limit komme“, sagte Rast, der sich von Runde zu Runde steigerte und am Ende eine 1:33.364 Minuten zustande brachte –aller ehren Wert für einen Neuling.
 
Schon ab 11:20 Uhr geht es für die DTM-Piloten in das zweite Qualifying. Wie wichtig auf dem Circuit Park eine gute Startposition ist, zeigte das Rennen am Samstag, als es nur wenige Positionswechsel gab.
 
Text übernommen von: dtm.com
 
Top-Ten drittes Freis Training
Quelle: dtm.com