Donnerstag, 28. April 2016

Audi-DTM-Piloten auf dem Prüfstand

  • Fitnesscheck an der Technischen Universität München
  • Audi Sport Vorreiter auch bei Fitness und Gesundheit
Nico Müller
Foto: Audi-Motorsport
Am 7. und 8. Mai startet in Hockenheim die DTM in ihre neue Saison. Audi Sport hat den aktuellen Audi RS 5 DTM für seine letzte Rennsaison noch einmal in vielen Details optimiert. Auch die Audi-Fahrer sind fit für den harten Wettbewerb mit BMW und Mercedes-Benz – das ergab der jüngste Fitnesscheck an der Technischen Universität München.

Nicht nur bei den Rennautos setzt Audi auf „Vorsprung durch Technik“. Die Marke mit den Vier Ringen hat als einer der ersten Automobilhersteller schon früh erkannt, wie wichtig die Fitness und Gesundheit der Piloten für den Erfolg ist. Schon zu Zeiten des legendären Ur-quattro in der Rallye-Weltmeisterschaft begleitete ein Teamarzt alle Werkseinsätze der Ingolstädter. Das gemeinsame Wintercamp mit allen Fahrern, das Audi Sport jedes Jahr vor Saisonbeginn organisiert, entstand in den 1990er-Jahren.

Inzwischen hat Audi Sport in Sachen Fitness noch einen Gang hochgeschaltet: Alle Werksfahrer unterziehen sich vor dem Saisonstart in Hockenheim einem umfassenden Fitness- und Gesundheitscheck an der Technischen Universität München (TUM). Das Klinikum rechts der Isar ist das größte Zentrum für Prävention und Sportmedizin in Deutschland, das jedes Jahr mehr als 500 Athleten aus Nationalmannschaften betreut – darunter auch die Skisportler des Audi-Partners DSV. Über den Skiverband entstand der Kontakt zwischen Audi Sport und der TUM.

Das Programm, das die acht Audi-DTM-Piloten absolvieren, ist hart. Sie sind trotzdem jedes Jahr mit großem Elan dabei. „Ausstattung und Betreuung in der Klinik sind erstklassig, es gibt dort alles an einem Ort“, sagt Jamie Green, im vergangenen Jahr der punktbeste Audi-Pilot in der DTM. „Es ist toll, dass uns Audi Sport diese Möglichkeit bietet. Auch bei mir wurden dort schon Dinge gefunden, die kein anderer Arzt entdeckt hat. So konnte ich gemeinsam mit meinem Physiotherapeuten daran arbeiten.“
Jamie Green
Foto: Audi-Motorsport
Am Anfang der rund vierstündigen und teils schweißtreibenden Untersuchung erfolgt eine Blutabnahme. Anschließend stehen isometrische Kraftmessungen auf dem Programm. Dabei werden Körperbau und Kopfhaltung, Kraft und Beweglichkeit sowie die Funktionen der Gelenke überprüft. Der Vergleich mit den Werten der vorangegangenen Untersuchungen ergibt ein Bild von der Entwicklung des Rennfahrers – so ist es möglich, das Trainingsprogramm individuell anzupassen.

 
„Typisch für einen Rennfahrer sind unterschiedlich ausgeprägte Beinmuskulaturen, weil das Bein, mit dem er bremst, stärker belastet wird als das, mit dem er Gas gibt“, sagt Oberarzt Dr. Johannes Scherr. „Wie bei jedem Menschen ist es wichtig, dass die Balance stimmt. Sonst kann es Probleme bis hinauf in den Nacken geben.“

Bis zu 30 verschiedene Tests umfassen die isometrischen Kraftmessungen, die dem Fahrer zeigen, ob sein Training Erfolg hat. So stellte Jamie Green beim Check mit großer Zufriedenheit fest, dass sich die Flexibilität im Schulterbereich innerhalb eines Jahres fast verdoppelt hat.

Auch eine Sehprüfung, Checks des Lungenvolumens und der Reaktionszeiten gehören zum Programm von Dr. Scherrs Team. Ganz zum Schluss geht es zum EKG aufs Rad, bei dem die Belastung in regelmäßigen Intervallen bis zur Erschöpfung gesteigert wird. Youngster Nico Müller schaffte dieses Mal einen persönlichen Bestwert. „Die Werte sind insgesamt stark und liegen im Bereich von anderen Ausdauersportlern, zum Beispiel Triathleten“, sagt Dr. Scherr. „Natürlich gibt es Unterschiede. Und auch Routine spielt eine große Rolle: Ein Pilot, der mehr Erfahrung hat, sitzt entspannter im Cockpit und verbraucht deshalb weniger Kraft. Aber wer nicht grundsätzlich fit ist, der hat auch in der DTM keinen Erfolg.“ 

Mittwoch, 27. April 2016

Zehn Jahre ADAC GT Masters auf dem Sachsenring

  • Sachsenring seit Bestehen des ADAC GT Masters immer im Kalender
  • Mehr als 30 Teams beim zweiten Rennwochenende am Start
  • Heimspiel für YACO Racing und Philip Geipel
Foto: Jens Hawrda
Das ADAC GT Masters ist startklar für das zweite Rennwochenende der Saison 2016: Weniger als zwei Wochen nach dem spannenden Saisonauftakt steht auf dem anspruchsvollen Sachsenring (29. April bis 1. Mai) die Fortsetzung auf dem Programm, Supersportwagen von acht Marken kämpfen um die beiden Laufsiege. Die „Liga der Supersportwagen“ feiert dabei in Sachsen ein besonderes Jubiläum: Zum zehnten Mal startet das ADAC GT Masters in diesem Jahr auf dem Sachsenring, die Rennstrecke ist seit dem Bestehen der Serie fester Bestandteil im Kalender. Traditionell sind auf der Berg- und Talbahn die Mittelmotorsportwagen Favoriten auf die vorderen Ränge. Christopher Mies (26, Heiligenhaus) und Connor de Phillippi (23, USA/beide Montaplast by Land-Motorsport) sind mit guten Ergebnissen vom Saisonstart in Oschersleben Tabellenführer und machen im mehr als 30 Supersportwagen starken Feld jagt auf den ersten Sieg. SPORT1 überträgt beide Rennen vom Sachsenring samstags und sonntags live ab 13:00 Uhr.

Audi-Duo Mies/De Phillippi erste Tabellenführer 2016

Der Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben hielt alle Zutaten für ein spannendes Rennwochenende: Hohe Leistungsdichte, ein enges Qualifying, spannende Rennen und Markenvielfalt in den Top Zehn. Beim Renndebüt der neuen Generation von Supersportwagen in  Oschersleben sicherten sich Mies/de Philippi die größte Punkteausbeute, der US-Boy holte  zudem einen Doppelsieg in der neuen Junior-Wertung. „Ein toller Auftakt für uns“, so Mies, der  nach zwei Jahren Pause in das ADAC GT Masters zurückkehrte. „Für die Rennen auf dem  Sachsenring haben wir noch ein wenig Arbeit vor uns.“ Teamkollege De Phillippi ist  zuversichtlich: „Ich freue mich schon auf den Sachsenring, den ich aus dem Porsche Carrera Cup  kenne. Dem Audi R8 sollte der Kurs liegen.“

Für das Audi-Team YACO Racing ist das Sachsenring-Wochenende das Highlight der Saison. Der  Teamsitz in Plauen liegt lediglich 65 Kilometer von der Rennstrecke entfernt. „Definitiv eine  ganz besondere Geschichte“, so der Sachse Philip Geipel (29, Plauen), der im Audi R8 mit der  ehemaligen DTM-Pilotin Rahel Frey startet. „Großen Druck verspüre ich nicht, eher einen extra  Schub Motivation. Wir haben noch ein bisschen was gutzumachen, unser Saisonstart war nicht  optimal. Besonders im Qualifying haben wir Potenzial. Dann wird es vielleicht etwas mit den  ersten Punkten. Auf jeden Fall wollen wir unseren Fans eine gute Show liefern.“

Für eine große Überraschung beim Saisonstart sorgten Trophy-Pilot Rolf Ineichen (37, CH) und  Christian Engelhart (29, Kösching/beide GRT Grasser-Racing-Team), die in ihrem Lamborghini  Huracán das zweite Rennen gewannen. „Wir waren die Tage danach natürlich noch beflügelt  von dem tollen Erfolg“, so Engelhart. „Ob wir diese Form auf den Sachsenring transportieren  können, bleibt abzuwarten. Dem Lamborghini sollte der Kurs liegen. Und mir persönlich auch.  Ich habe dort zwar noch nie gewonnen, stand aber schon auf dem Podium.“

Titelverteidiger peilen die Top Fünf an

Die Titelverteidiger Sebastian Asch (29, Ammerbuch)/Luca Ludwig (27, Bonn/beide AMG - Team Zakspeed) fuhren in Oschersleben beim ADAC GT Masters-Debüt des neuen Mercedes-AMG GT zum Debütsieg, verpassten allerdings einen möglichen Doppelsieg. Asch ist vor dem zweiten Rennwochenende angriffslustig: „Auf dem Sachsenring stehen die Uhren wieder auf Null. Mit unserem neuen Mercedes-AMG sollten wir dort definitiv stärker sein als 2015 mit dem SLS. Wenn wir zweimal unter die Top Fünf fahren würden, wäre ich zufrieden.“ Nicht nur die neuen Modelle von Audi, Mercedes-AMG und Lamborghini waren beim Saisonstart  schnell unterwegs. Die neue Corvette von Callaway Competition präsentiert sich beim  Renndebüt vielversprechend, Bentley sammelte Führungskilometer und im schnellsten neuen  Porsche 911 verpassten Robert Renauer (31, Jedenhofen)/Martin Ragginger (27, A/beide  Precote Herberth Motorsport) das Podest beim Saisonstart knapp. Ein Podiumsplatz könnte nun  am Sachsenring folgen. „Dass es mit Rang vier und Platz sechs so gut lief, kam für uns  überraschend. Wir hatten eher mit Platzierungen zwischen fünf und zehn gerechnet“, so  Renauer. „Trotz der guten Ergebnisse waren wir noch nicht einhundertprozentig zufrieden. Wir  waren direkt nach dem Oschersleben-Wochenende testen, haben weiter am Set-up gearbeitet  und wichtige Daten erhoben, die uns am Sachsenring helfen werden. Trotzdem ich glaube, dass  der Kurs eher den Mittelmotorautos von Audi und Lamborghini liegen wird, sind wir  zuversichtlich.“ Seinen ersten Einsatz in dieser Saison hat am Sachsenring Kévin Estre (27,  F/KÜS Team75 Bernhard). Der Porsche Werksfahrer startet im 911 gemeinsam mit David Jahn  (25, Leipzig). Einen Fahrerwechsel gibt es auch bei BMW. An der Seite von Jesse Krohn (25, FI) startet im BMW M6 nun planmäßig Louis Delétraz (19, CH/beide Schubert Motorsport).
Foto: Jens Hawrda
Volles Rahmenprogramm mit Demofahrt von Marvin Kirchhöfer

Die Besucher am Sachsenring dürfen sich auf ein besonderes Highlight im Rahmenprogramm freuen. Marvin Kirchhöfer, Champions des ADAC Formel Masters 2012, präsentiert auf dem Sachsenring seinen neuen Rennwagen aus der GP2-Serie. Der Leipziger und ehemalige Förderpilot der ADAC Stiftung Sport startet 2016 in der GP2-Serie im Rahmen der Formel 1 und absolviert Samstag ab 14:35 Uhr Demorunden auf dem Sachsenring. Ab 15:00 Uhr nimmt Kirchhöfer auch an der „Meet the drivers“ Autogrammstunde vor der ADAC Hospitality im Fahrerlager teil. Im Rahmenprogramm sorgen zudem die ADAC Formel, die ADAC TCR Germany, der DTC und die STT sowie der Renault Clio Cup für ein volles Programm.

Dienstag, 26. April 2016

Umfangreiche Berichterstattung über die DTM in den kommenden zwei Jahren auf den SPORT1-Plattformen

Die ITR tritt der Sport1 GmbH umfangreiche Multimediarechte an der DTM für die kommenden beiden Jahre 2016 und 2017 ab. Das Lizenzpaket beinhaltet plattformneutrale nicht-exklusive Verwertungsrechte an den Rennen der DTM für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Rahmen der Kooperation berichtet SPORT1 über jedes Rennen in tagesaktuellen einstündigen Highlight-Zusammenfassungen im Free-TV sowie zeitversetzt auf dem Pay-TV-Sender SPORT1+. Außerdem werden zahlreiche Videos der DTM auf SPORT1.de, in der SPORT1-App und auf den Social Media-Kanälen angeboten. Darüber hinaus berichtet SPORT1 im Free-TV dieses Jahr auch über die beiden DTM-Rahmenserien Porsche Carrera Cup und Audi Sport TT Cup live oder in tagesaktuellen Highlights. Alle Rennen sind zusätzlich auch im kostenlosen Livestream auf SPORT1.de zu sehen.
Foto: Jens Hawrda
Bei der populärsten internationalen Tourenwagenserie liefern sich die drei deutschen Premium-Hersteller Audi, BMW und Mercedes einen spannenden Dreikampf auf insgesamt neun Saisonstationen mit jeweils zwei Rennen. Mit tagesaktuellen einstündigen Highlight-Zusammenfassungen von jedem Rennen begleitet SPORT1 die komplette DTM-Saison im Free-TV. Beim Saisonauftakt in Hockenheim gibt es die Höhepunkte des 1. Rennens am Samstag, 7. Mai, ab 21:30 Uhr und die Höhepunkte des 2. Rennens am Sonntag, 8. Mai, ab 22:15 Uhr zu sehen. Außerdem werden die Rennen zeitversetzt auf dem Pay-TV-Sender SPORT1+ gezeigt (Sendezeiten siehe Übersicht). Die Übertragungen begleitet Moderatorin Julia Josten und Kommentator Peter Kohl.

ITR-Vorsitzender Hans Werner Aufrecht: „Wir freuen uns, mit SPORT1 einen zusätzlichen, motorsport-affinen TV-Partner gewonnen zu haben, der die DTM mitsamt seinen Rahmenserien einem großen Publikum zugänglich macht. Wir versprechen uns, dank den Übertragungen auf den verschiedenen Kanälen ein zusätzliches, junges Publikum ansprechen zu können, das sich mit unserer Tourenwagenserie identifizieren kann.“

SPORT1-Chefredakteur Dirc Seemann: „SPORT1 wird zum ‚Home of Motorsport‘! Durch die Vereinbarung mit der ITR berichten wir in den kommenden beiden Jahren auf unseren Plattformen umfangreich und tagesaktuell über die DTM. Zusammen mit den Rahmenserien Porsche Carrera Cup und Audi Sport TT Cup können wir unseren Zuschauern an den DTM-Wochenenden ein PS-starkes Motorsport-Programm präsentieren. Die neuen Rechte ergänzen unser bestehendes Motorsport-Portfolio mit hochwertigen Serien wie dem ADAC GT Masters, der ADAC Formel 4, der ADAC TCR Germany, der FIA WRC oder dem Red Bull Air Race. Unser Anspruch ist es, den Motorsportfans im deutschsprachigen Raum mit dem multimedial umfangreichsten und besten Angebot eine Heimat für ihre Leidenschaft zu geben.“

SPORT1 wird zum „Home of Motorsport“

Deutschlands führende 360°-Multimedia-Sportplattform engagiert sich ab sofort redaktionell stärker denn je im Motorsport: Unter dem Slogan „Home of Motorsport“ bündelt SPORT1 die redaktionellen Kräfte und hat so einen noch größeren Fokus auf die plattformübergreifende Motorsportberichterstattung. Alle relevanten Serien sind auf den SPORT1-Plattformen vertreten und bekommen in der Berichterstattung crossmedial eine einheitliche Handschrift. Die digitalen Angebote auf SPORT1.de, in den SPORT1-Apps und auf den Social Media-Kanälen bieten darüber hinaus eine noch größere inhaltliche Tiefe: Die Fans können sich dabei unter anderem auf ein großes Livestream- und Datenangebot sowie regelmäßige Videos, Liveticker, News, Kolumnen und Exklusiv-Interviews freuen. Zudem sind auch für das digitale Sportradio SPORT1.fm Neuigkeiten im Motorsport-Bereich vorgesehen.

Montag, 25. April 2016

Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz wirft im Interview einen Blick voraus auf die DTM-Saison 2016

  • Über das neue Auto: „Die Herausforderung für uns ist es nun, die Aerodynamik des alten Autos mit der Form des neuen Autos in Einklang zu bringen.“
  • Über die DTM: „In der DTM fahren eben nicht nur die drei deutschen Premiummarken, sondern vor allem die besten Tourenwagenpiloten der Welt.“
  • Über die Fahrer: „Die Fahrer müssen in den Vordergrund gestellt werden. Und da darf es dann auch schon einmal den ein oder anderen Konflikt geben.“

Mercedes-Piloten 2016
Foto: Mercedes-Motorsport
Vom 06. bis 08. Mai startet die DTM beim Heimrennen von Mercedes-AMG in Hockenheim in die neue Saison 2016. Vor dem Saisonstart erklärt Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz die wichtigsten Neuerungen und größten Herausforderungen in der anstehenden DTM-Saison.
Ulrich Fritz, Mercedes-AMG DTM-Teamchef
Foto: Mecedes-Motorsport
Uli, das Mercedes-AMG DTM Team hat im vergangenen Jahr sowohl den Fahrer- als auch den Teamtitel gewonnen. Mit welcher Zielsetzung geht ihr nach einem solchen Erfolg in die kommende Saison?

Ulrich Fritz: „Ich denke, es wäre unglaubwürdig, wenn wir uns hinstellen und behaupten, dass wir die Titel nicht verteidigen wollen. Schließlich sind wir genau deswegen in der DTM – um Titel und Rennen zu gewinnen. Dennoch muss man auch realistisch sein. Die DTM ist meiner Meinung nach von der Leistungsdichte die härteste Serie der Welt. Um hier Titel zu gewinnen muss alles passen. Daher bin ich vorsichtig mit Prognosen.“

Es wird oft davon gesprochen, dass Mercedes-AMG in diesem Jahr mit einem neuen Auto an den Start geht. Was ist denn wirklich „neu" am Einsatzfahrzeug?

Ulrich Fritz: „Die wirkliche Neuerung an unserem Auto betrifft in erster Linie das eindrucksvolle Fahrzeugdesign. Daher hat sich zwar die Optik stark verändert, aber es war uns nicht erlaubt, an den Performance-relevanten Aerodynamik-Teilen unter der sogenannten Design-Linie etwas zu verbessern. Die Herausforderung für uns ist es nun, die Aerodynamik des alten Autos mit der Form des neuen Autos in Einklang zu bringen.“

Das hört sich aber nicht nach einem Vorteil an?

Ulrich Fritz: „Nein, das sicher nicht. Aber in der DTM ist es nun einmal so, dass sich die Einsatzfahrzeuge immer an den aktuellen Serienmodellen orientieren. Daher haben wir das Design angepasst. Das Auto sieht jetzt natürlich wirklich super aus, aber stellt uns auch vor die eine oder andere Aufgabe, die es zu lösen gibt.“

Wo siehst du euer Team im Vergleich zum Wettbewerb?

Ulrich Fritz: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg. Entscheidend wird sein, wie schnell wir das richtige Setup für unser Auto finden. Da haben unsere Wettbewerber sicher einen Vorteil. Bei ihnen wurde am Fahrzeug nichts verändert. Daher können sie uneingeschränkt auf die Erfahrungswerte der letzten Jahre zurückgreifen. Aber letztendlich will ich gar nicht so sehr über die Leistungsstärke der anderen Marken sprechen. Durch die neue Performancegewichts-Regelung werden die Autos mittelfristig auf ein ähnliches Niveau gebracht. Und dann geht es hauptsächlich um den Fahrer.“

Wie seid ihr übereingekommen, dass nicht mehr hauptsächlich die Leistungsfähigkeit einer Marke im Vordergrund stehen soll?

Ulrich Fritz: „Natürlich fahren wir in der DTM, um die Marke Mercedes-AMG bestmöglich zu präsentieren. Aber uns ist allen klar, dass die Fans einen Kampf Mensch gegen Mensch auf der Strecke sehen wollen. Die DTM ist eine Fahrermeisterschaft. Wir haben spektakuläre Autos, aber nur wenige wissen, wer eigentlich im Auto sitzt. Was ist das für ein Typ? Kann ich mich mit dem identifizieren? Das kam zu kurz. In der DTM fahren eben nicht nur die drei deutschen Premiummarken, sondern vor allem die besten Tourenwagenpiloten der Welt. Paffett gegen Ekström, Di Resta gegen Spengler das wollen die Menschen sehen. Die Fahrer müssen in den Vordergrund gestellt werden. Und da darf es dann auch schon einmal den ein oder anderen Konflikt geben.“

Wenn wir schon über Fahrer sprechen, wer ist dein Favorit auf den Meistertitel in diesem Jahr?

Ulrich Fritz: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass oftmals ein Fahrer gewinnt, den man zu Beginn des Jahres gar nicht auf dem Zettel hat. Wer hat schon 2014 gedacht, dass Wittmann den Titel holt? Ich nicht. Und letztes Jahr Pascal war sicher auch für viele überraschend. Das ändert aber nichts daran, dass beide ihren Titel verdient gewonnen und diesen Saisons ihren Stempel aufgedrückt haben. Ich bin mir aber relativ sicher, dass die üblichen Verdächtigen sicher wieder ein Wörtchen mitsprechen werden, wenn es um die Meisterschaft geht.“

Freitag, 22. April 2016

Start der DTM-Saison 2016 rückt näher

Das erste Kräftemessen zwischen Audi, BMW und Mercedes-Benz in der DTM-Saison 2016 ist vorbei: Bei den einzigen offiziellen Testfahrten auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg trafen die in der DTM engagierten Hersteller erstmalig nach der langen Winterpause aufeinander. Nach intensiven viertägigen Testfahrten vor dem DTM-Auftakt, der zwischen dem 6. und 8. Mai ebenfalls auf dem Hockenheimring stattfindet, ist eines sicher: Einen Favoriten auszumachen ist nahezu unmöglich. Umso mehr steigen Kribbeln und Vorfreude bei Fans und Fahrern gleichermaßen.
Foto: Jens Hawrda
Das Fahrerfeld besticht auch in der Saison 2016 durch Qualität: Acht ehemalige DTM-Champions, viele Arrivierte und ein Rookie werfen in diesem Jahr ihren Hut in den Ring. „50 Prozent des Feldes kann man als ernstzunehmende Titelkandidaten einstufen – für einen Rennsieg kommt jeder in Frage“, sagt der DTM-Champion von 2004 und 2007, Mattias Ekström. Die Statistik der vergangenen Saison untermauert diese Einschätzung: 13 unterschiedliche Sieger in 18 Rennen, zwischen Pole-Position und 24. Startplatz lagen im Qualifying nicht selten weniger als eine Sekunde. „Hier geht es eigentlich immer zur Sache. Das ist anders als beispielsweise in der Formel 1, wo zwei, drei Fahrer dem Rest des Feldes davonfahren“, sagt BMW-Pilot und Ex-Formel-1-Fahrer Timo Glock.

Wenn die Startampel am 7. Mai beim DTM-Auftaktrennen erlischt, geht es so eng zu, wie in keiner anderen Serie der Welt. Um dieses Alleinstellungsmerkmal zu stärken und die Fähigkeiten der Fahrer noch mehr in den Fokus zu rücken, wurde das Reglement nochmals verfeinert: Die Verteilung der Performance-Gewichte wird in Zukunft im Qualifying ermittelt und im anschließenden Rennen bereits angewandt, die DRS-Nutzung limitiert. Verantwortliche und Fahrer sind sich einig: „Wir wollen eine Serie, in der allein die Fahrer entscheiden, wer das Rennen gewinnt. Jeder soll praktisch mit dem gleichen Rüstzeug in ein Rennen starten“, gibt Ulrich Fritz, DTM-Chef bei Mercedes-Benz, die einhellige Meinung wieder.

Vor allem aber setzt die DTM 2016 auf Kontinuität und führt Bewährtes fort: Zwei Rennen und zwei Qualifyings an jedem der neun Rennwochenenden in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Von traditionell bis modern, von kurvig bis extrem schnell – alles ist im Rennkalender vertreten. Egal an welcher der attraktiven Rennstrecken, ein Besuch bei der DTM lohnt sich immer. Zumal den Zuschauer an jedem Wochenende ein erstklassiges Rahmenprogramm erwartet. So geht es beispielsweise beim Auftakt in Hockenheim parallel in der Rallyecross-Weltmeisterschaft zur Sache.

Auch abseits der Strecke wird den Fans einiges geboten. Der Bummel durchs Fahrerlager ist lohnenswert, zumal die Chance groß ist, einem der Protagonisten persönlich zu begegnen – Zeit für ein gemeinsames Foto ist in diesem Falle immer vorhanden. Konzerte mit nationalen und internationalen Musikstars, Stuntshows, Interviews und Gewinnspiele tragen zu bester Unterhaltung bei. An einem DTM-Wochenende kommt die ganze Familie auf ihre Kosten – zu vernünftigen Preisen. Tickets für die Auftaktveranstaltung auf dem Hockenheimring sind ab 29 Euro erhältlich. Das günstigste Familienticket inklusive Fahrerlager für zwei Erwachsene und zwei Jugendliche (bis einschließlich 14 Jahre) kostet für drei Tage 105 Euro.