Mittwoch, 17. Juli 2013

DTM - Audi siegt am Norisring und wird später disqualifiziert

  • 126.000 Zuschauern feiern Mattias Ekström in Nürnberg
  • Erster Triumph für Audi beim DTM-Heimrennen seit 2002
  • Mike Rockenfeller übernimmt alleinige Tabellenführung
  • am Abend die Ernüchterung, Ekström wird disqualifiziert

hier war die Welt für Audi noch in Ordnung, Siegerehrung am Norisring
Foto: Audi-Motorsport
Für Audi war es der erste Erfolg beim DTM-Heimspiel in Nürnberg seit Laurent Aiellos Triumph im Jahr 2002, für Ekström der erste Sieg mit dem Audi RS 5 DTM und für das Audi Sport Team Abt Sportsline der erste in einem DTM-Meisterschaftslauf seit dem Rennen in Valencia im Oktober 2011.

Ekström an seinem 35. Geburtstag in Siegerpose
Foto: Audi-Motorsport
Ekström überholte bereits in der Anfangsphase den BMW von Titelverteidiger Bruno Spengler und den Mercedes-Benz des Trainingsschnellsten Robert Wickens und wechselte genau wie sein Markenkollege Edoardo Mortara in Runde 13 auf die schnellen Optionsreifen. Mit diesen konnten sich die beiden Audi-Piloten zur Freude der vielen Audi-Fans auf den Tribünen immer weiter von den Verfolgern absetzen. In Runde 64 übernahm Ekström die Führung und hatte kurz vor dem Ziel einen so großen Vorsprung, dass er auch nach seinem zweiten Boxenstopp an der Spitze blieb und die Ziellinie als umjubelter Norisring-Sieger überquerte.
erste Kurve nach dem Start: Wickens (Mercedes) vor Spengler (BMW)
Foto: Mercedes-Motorsport
Geradezu sensationell war die Aufholjagd von Mike Rockenfeller, der wegen eines Getriebewechsels an seinem Schaeffler Audi RS 5 DTM aus der letzten Startreihe ins Rennen gehen musste. Der Tabellenführer kämpfte sich innerhalb weniger Runden in die Top Ten nach vorn und absolvierte seine beiden Pflichtboxenstopps in den Runden 13 und 15 währende einer Safety-Car-Phase direkt hintereinander. Mit dieser cleveren Strategie des Audi Sport Team Phoenix und einem fehlerfreien Rennen kam „Rocky“ vom 21. auf den fünften Platz nach vorn und sicherte sich die alleinige Tabellenführung zwei Punkte vor BMW-Pilot Bruno Spengler.

Mortara (Audi) vor Wickens (Mercedes) und Spengler (BMW)
Foto: Audi-Motorsport
Am Abend dann die Ernüchterung für Audi, Ekström wird disqualifiziert und Mercedes-Pilot Wickens zum Sieger erklärt. Damit feiert Mercedes einen sensationellen Dreifacherfolg am Norisring und siegt zum elften Mal in ununterbrochener Reihenfolge.

Rennergebnis Norisring (Top-Five):

1. Robert Wickens (Mercedes
2. Christian Vietoris (Mercedes)
3. Daniel Juncadella (Mercedes)
4. Mike Rockenfeller (Audi)
5. Bruno Spengler (BMW)

DTM - Qualifikation Norisring

Mercedes zeigt am Norisring alte Stärke, fünf der sechs Mercedes-Piloten liegen nach der Qualifikation in den Top-Ten.
 
die Trainingsschnellsten vom Norisring: Mortara, Spengler, Wickens und Paffett (v.l.n.r.)
Foto: DTM-Media
Die erste Startreihe für den fünften Lauf der DTM-Saison 2013 ist fest in kanadischer Hand: Im Qualifying auf dem Nürnberger Norisring sicherte sich Robert Wickens im DTM Mercedes AMG C-Coupé erstmals in seiner DTM-Karriere die Pole-Position. Sein Landsmann Bruno Spengler fuhr im BMW M3 DTM auf Platz zwei. Dahinter folgte der Brite Gary Paffett (Mercedes-Benz) als Drittschnellster vor Edoardo Mortara als bestplatzierter Fahrer eines Audi RS 5 DTM auf Rang vier. Die beiden Mercedes-Benz-Youngster Pascal Wehrlein und Daniel Juncadella qualifizierten sich für die Startplätze fünf und sieben, dazwischen landete BMW-Fahrer Andy Priaulx, der mit Platz sechs sein bestes DTM-Qualifyingergebnis egalisierte.

Donnerstag, 11. Juli 2013

DTM – BMW will am Norisring wieder angreifen

DTM-Saison 2013 startet in einen heißen Sommer.

Zentimeterarbeit für Bruno Spengler bei Einfahrt ins Schöller-S
Foto: DTM-Media
Nach einer vierwöchigen Pause nimmt die DTM-Saison 2013 mit dem Rennen auf dem Norisring  wieder Fahrt auf. Am 14. Juli treten die vier BMW Teams in Nürnberg beim einzigen Stadtrennen im DTM-Kalender wieder in Aktion. Trotz des zuletzt schwierigen Wochenendes auf dem Lausitzring  geht BMW mit 177 Punkten als Führender bei den Herstellern ins fünfte Rennwochenende des Jahres. Der amtierende DTM-Champion Bruno Spengler belegt mit 59 Zählern Platz zwei in der Fahrerwertung, punktgleich mit Audi Pilot und Spitzenreiter Mike Rockenfeller. In der Teamwertung hat das BMW Team Schnitzer aktuell 81 Punkte auf dem Konto und hält damit die Spitze.

Ausfahrt Schöller-S   - vorsicht Mauer !
Foto: DTM-Media
Packende Zweikämpfe, Spannung bis zur letzten Kurve: Der Regen-Thriller auf dem Norisring war eines der aufregendsten Rennen der vergangenen DTM-Saison. Gleich zwei BMW Fahrer schafften 2012 den Sprung auf das Podium: Martin Tomczyk auf Position zwei und Spengler als Dritter. Auch in diesem Jahr verspricht der DTM-Lauf in Nürnberg wieder ein echtes Highlight zu werden. Nirgendwo kommen die Autos der Streckenbegrenzung so nah wie auf dem Stadtkurs am Dutzendteich. 2012 verfolgten 135.000 Fans im Verlauf des Wochenendes das Geschehen auf der 2,3 Kilometer langen Strecke. Der Norisring feierte 1984 sein DTM-Debüt. Bis heute zieht das Rennen mit seiner einmaligen Atmosphäre Zuschauer und Fahrer gleichermaßen in seinen Bann.

Norisring ein Stadtkurs - viele Mauern - kaum Auslaufzonen
Foto: DTM-Media
Ein BMW Fahrer fiebert dem Auftritt in der „Franken-Metropole“ besonders entgegen: Marco Wittmann. Der DTM-Neuling ist im nur 40 Kilometer entfernten Markt Erlbach aufgewachsen und lebt seit diesem Jahr in Fürth. Auch für Spengler ist der Stadtkurs mit seinen unterschiedlichen Straßenbelägen, die nur wenig Grip bieten, ein gutes Pflaster. 2006 feierte er dort seinen ersten DTM-Sieg. Insgesamt drei Mal konnte sich der Kanadier bisher in die Siegerliste eintragen. BMW hat am Norisring bereits fünf Mal im Rahmen der DTM triumphiert.


Meinungen einiger BMW-Piloten zum bevorstehenden Rennen:

Bruno Spengler (Startnummer 1, BMW Team Schnitzer):

„Der Norisring ist meine absolute Lieblingsstrecke. Hier habe ich schon drei Mal gewonnen und bin fast immer aufs Podium gefahren. Die Atmosphäre ist einfach sensationell. Nürnberg ist das Monaco der DTM, ein Stadtkurs, der uns Fahrern trotz des auf den ersten Blick recht einfachen Layouts ziemlich viel abverlangt. Du musst sehr nah an die Mauer fahren, auf die Bodenwellen achten und spät bremsen – nur dann hast du eine Chance auf den Sieg. Die Fans in Nürnberg sind motorsportbegeistert. Das gefällt mir sehr.“

Augusto Farfus (Startnummer 7, BMW Team RBM):

„Der Kurs in Nürnberg ist sehr speziell, aber ich mag ihn. Im vergangenen Jahr haben wir ein tolles Qualifying-Ergebnis erzielt. Ich war als Drittplatzierter bester BMW Fahrer. Doch dann kam der Regen und hat die Karten komplett neu gemischt. In Folge einer Kollision kurz nach dem Start musste ich mein Auto bereits nach wenigen Runden vorzeitig abstellen. Dennoch: BMW war 2012 in Nürnberg stark unterwegs. Ich hoffe, dass dies auch in diesem Jahr der Fall sein wird.“ 

Timo Glock (Startnummer 22, BMW Team MTEK):

„Der Norisring ist eine von mehreren Strecken im DTM-Kalender, auf denen ich vor zehn Jahren während meiner Formel-Zeit bereits Rennen gefahren bin. Ich kann mich erinnern, dass es großen Spaß gemacht hat, dort anzutreten. Der Kurs ist mit 2,3 Kilometern recht kurz, ziemlich holprig und ein bisschen verzwickt. Das wird sicher ein interessantes Wochenende. Ich hoffe, dass der Norisring unserem Auto besser liegt als zuletzt der Lausitzring.“ 

DTM - Nachgefragt bei ... Jamie Green

Vor der Halbzeit Ihrer ersten DTM-Saison bei Audi – sind Sie schon so richtig angekommen?

Mit jedem Tag ein bisschen mehr. Ich fühle mich sehr wohl bei Audi. Aber dieses gute Gefühl regelmäßig in Top-Resultate umzusetzen geht nicht auf Knopfdruck. Das braucht einfach Zeit. Aber ich bekomme sehr viel Unterstützung vom Team und vom Management. Als ich in den ersten Rennen die Erwartungen nicht erfüllen konnte, hat mich jeder aufgemuntert. Ich habe als Audi-Werksfahrer einen der besten Jobs im Motorsport überhaupt.


"Mister Norisring" Jamie Green - kann er auch im Audi seine Erfoksserie am Norisring fortsetzen ?
Foto: Audi-Motorsport
Gibt es ein Rennen außerhalb der DTM, das Sie unbedingt noch einmal fahren möchten?

Ich habe meine Karriere mit Stockcar-Rennen begonnen. Das mal wieder zu probieren, wäre bestimmt lustig. Zumal mein Bruder da immer noch aktiv ist. Aber bestimmt nicht im Moment. Jetzt liegt meine ganze Konzentration bei der DTM. Irgendwann in der Zukunft könnte vielleicht auch mal das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ein Thema für mich werden.
Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das DTM-Rennen auf dem Norisring in einer Woche?

Wenn ich zu einem Rennen reise, erwarte ich niemals, dort zu gewinnen. Ich will immer den bestmöglichen Job machen. Erst im Verlauf des freien Trainings und im Qualifying kristallisiert sich langsam heraus, was an einem Wochenende vielleicht möglich ist. Eine Garantie für Erfolg gibt es niemals.

Mittwoch, 10. Juli 2013

DTM Norisring – Audi vor DTM-Heimspiel

  • Audi-Pilot Mike Rockenfeller kommt als Tabellenführer nach Nürnberg
  • Neuzugang Jamie Green mit bester Norisring-Bilanz aller Fahrer
  • In letzten zehn Jahren immer Mercedes siegreich
  • Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen unterstützt Audi-Team


"Mister Norisring" Jamie Green siegte 2012, damals noch für Mercedes
Foto: DTM-Media
Eine voll besetzte Steintribüne, tausende Audi-Fahnen und eine einmalige Atmosphäre zwischen Dutzendteich und Fahrerlager: Die Vorfreude des gesamten Audi-Teams auf das Heimspiel der DTM ist groß. Mit einer geschlossen starken Mannschaftsleistung wollen Piloten und Teams den ersten Audi-Sieg seit 2002 auf dem Norisring nach Ingolstadt holen.
 
Nur 75 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem Audi-Stammsitz in Ingolstadt und der Rennstrecke im Herzen Nürnbergs. Entsprechend groß ist die Fangemeinde aus Mitarbeitern und Anhängern, die das Audi-Aufgebot Jahr für Jahr unterstützt. Auch 2013 setzen die Audi Sport Teams Abt Sportsline, Phoenix und Rosberg alles daran, für Audi endlich einen Sieg am Norisring zu holen.

Den letzten Audi-Sieg auf dem Norisring errang Laurent Aiello im Juni 2002, seit dem hat immer Mercedes gewonnen. Das Duell im Jahr 2002 zwischen Aiello und DTM-Rekordchampion Bernd Schneider über die gesamte Renndistanz von damals 44 Runden gilt aber immer noch als eines der spektakulärsten Rennen der DTM-Geschichte und endete mit einem Vorsprung von 0,197 Sekunden. Seitdem standen Mattias Ekström und Timo Scheider zwar sechsmal auf dem Podium – nur für einen weiteren Sieg reichte es bisher nicht.

Allerdings hat Audi in diesem Jahr  Jamie Green im Kader und der hat in den letzten Jahren vier Triumphe beim einzigen Stadtrennen im DTM-Kalender vorzuweisen. Der Brite gewann 2008, 2009, 2010 und 2012 und erwarb sich damit den Spitznamen „Mister Norisring“. Nachdem Wechsel von Mercedes zu Audi lief es Anfangs nicht rund für den Britten, doch zuletzt am Lausitzring war ein deutlicher Formanstieg zu vermelden. Jetzt soll Jamie Green am Norisring mit seiner Siegerfahrung für Audi endlich einen Triumph einfahren.
 
Ein wichtiger Faktor im Kampf um den Sieg wird gerade am Norisring das „Drag Reduction System“ (DRS) sein, mit dem der Heckflügel per Knopfdruck am Lenkrad flach gestellt werden kann. Besonders am Ende der langen Start-Ziel-Gerade haben die Rennfahrer beim Anbremsen der Grundig-Kehre eine ideale Überholmöglichkeit. Auch der Einsatz der Optionsreifen, die nur während des Rennens gefahren werden dürfen, gibt den Strategen ein spannendes taktisches Mittel an die Hand. Da die nur 2,3 Kilometer lange Strecke über sonst öffentliche Straßen mit unterschiedlichen Asphalt- und Betonbelägen führt, ist das Thema Reifen besonders interessant.

Prominente und freundschaftliche Unterstützung bekommt die Audi-Mannschaft von Tom Kristensen. Der Le-Mans-Rekordsieger, der gerade zum neunten Mal das legendäre 24-Stunden-Rennen in Frankreich gewonnen hat, besucht seine Markenkollegen am Norisring. Kristensen startete selbst von 2004 bis 2009 in der DTM und fuhr bei seinen sechs Rennen in Nürnberg immer in die Top Acht. Am Wochenende wird der Däne sein Le-Mans-Siegerauto, den Audi R18 e-tron quattro, für einige Demonstrationsrunden über die Rennstrecke pilotieren.

Alle Norisring-Sieger seit 2000

2000 Joachim Winkelhock (Opel), Bernd Schneider (Mercedes-Benz)
2001 Uwe Alzen (Mercedes-Benz)
2002 Laurent Aiello (Abt-Audi)
2003 Christijan Albers (Mercedes-Benz)
2004 Gary Paffett (Mercedes-Benz)
2005 Gary Paffett (Mercedes-Benz)
2006 Bruno Spengler (Mercedes-Benz)
2007 Bruno Spengler (Mercedes-Benz)
2008 Jamie Green (Mercedes-Benz)
2009 Jamie Green (Mercedes-Benz)
2010 Jamie Green (Mercedes-Benz)
2011 Bruno Spengler (Mercedes-Benz)
2012 Jamie Green (Mercedes-Benz)