Freitag, 4. September 2026

Euro Moto Superbike: Twan Smits reitet auf der Erfolgswelle

Twan Smits am Freitag mit der schnellsten Zeit
Foto: Jens Hawrda

Der Nürburgring schreibt seine eigenen Gesetze. Das bekam die EURO MOTO Superbike-Elite im Superpole Pre-Practice zu spüren. Weder Titelverteidiger Lukas Tulovic noch Markus Reiterberger konnten die Bestzeit holen. Stattdessen setzte Twan Smits das erste Ausrufezeichen des Wochenendes. Der 22-jährige Niederländer knüpfte nahtlos an seinen Doppelsieg von Assen an und war mit 1:23,592 Minuten der Schnellste.

Twan Smits (Team Apreco-Yamaha), das ist ein Name, den man sich merken sollte. Zwei Wochen nach seinem spektakulären Sturz in Oschersleben und mit einer Handgelenkschiene am Arm hatte Smits beim letzten EURO MOTO-Event in Assen einen Superbike-Doppelsieg für Yamaha geholt. Und das, obwohl er erst seine zweite Saison in der höchsten Klasse bestreitet. Aber 2026 wirkt er deutlich reifer als vor einem Jahr. Und wie er selbst sagt, sind Struktur und Planung ein zentraler Bestandteil seines Erfolgs. Er liebt klare Abläufe.

Mit einer Rundenzeit von 1:23,592 min dominierte Smits das Superpole Pre-Practice ab der dritten Runde. Zuvor hatte Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) die Zeitenliste angeführt. Marcel Schrötter (GERT56), Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion), Jan-Ole Jähnig (GERT56) und Kevin Orgis (ORM) schafften ebenfalls den Sprung in die Superpole 2.

Alt kämpft mit den gleichen Problemen wie im letzten Jahr. „Wenig Grip im Gegensatz zu den anderen Motorrädern.“ Alt ist der einzige Honda-Fahrer im Feld und sagt: „Ich muss deshalb später und tiefer in die Kurve bremsen, aber völlig kompensieren kann ich das nicht.“ Wobei er vor einem Jahr als Elfter gewertet wurde. Beim Öhlins-EURO MOTO-Lauf in diesem Jahr hatte er die viertschnellste Zeit.

Bitter verlief das Training für Markus Reiterberger (Masteroil Alpha Van Zon BMW). Der vierfache Champion verpasste als einer der Favoriten den direkten Einzug in die Superpole 2. Nur die sechs Schnellsten sind dafür qualifiziert. Die Leistungsdichte ist enorm: Die ersten zehn Fahrer lagen innerhalb einer Sekunde.

„Das ist alles brutal eng“, sagte Reiterberger und schüttelte den Kopf. „Ich bin am Limit und muss mehr als 100 Prozent geben.“ Dabei hatte sich für den BMW-Piloten zuletzt ein positiver Trend entwickelt. In Oschersleben und Assen war Reiterberger wieder näher an die Spitze gerückt. Doch in den Niederlanden kam es zu einem Zwischenfall. Beim Angriff auf den führenden Twan Smits kam er im zweiten Lauf von der Ideallinie ab, musste durch den Notausgang und kehrte anschließend ohne die vorgeschriebene Verzögerung auf die Strecke zurück. Eine Long-Lap-Strafe war die Folge. Aus den Hoffnungen auf den Sieg wurde Platz sieben. „Mein Fehler. Aber den habe ich schwer verkraftet.“

Während Smits derzeit auf der Erfolgswelle surft, muss Reiterberger morgen bereits in der Superpole 1 liefern, um überhaupt noch in der Superpole 2 um einen Startplatz in den ersten drei Reihen kämpfen zu können. Damit hatte der Dritter in der Meisterschaftswertung nicht gerechnet.

Superpole Pre-Practice

1. Twan SMITS (NLD/Yamaha)

2. Lukas TULOVIC (GER/Ducati)

3. Marcel SCHRÖTTER (GER/BMW)

4. Florian ALT (GER/Honda)

5. Jan-Ole JÄHNIG (GER/BMW)

6. Kevin ORGIS (GER/BMW)

7. Toni FINSTERBUSCH (GER/BMW)

8. Hannes SOOMER (EST/BMW)

9. Markus REITERBERGER (GER/BMW)

10.Leon ORGIS (GER/BMW)

11.Milan MERCKELBAGH (NLD/BMW)

12.Lorenzo ZANETTI (ITA/Ducati)

13.Marco FETZ (GER/BMW)

14.Jan MOHR (AUT/BMW)

15.Martin VUGRINEC (CRO/BMW)

16.Christoph BEINLICH (GER/BMW)

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek

Euro Moto Sportbike: Frühes Aus für Luis Rammerstorfer am Nürburgring

Für Luis Rammersdorfer #13 ist das Rennwochenende leider schon beendet
Foto: Jens Hawrda

Kaum hatte das Rennwochenende am Nürburgring begonnen, war es für Luis Rammerstorfer (Freudenberg RoRa Paligo Racing) auch schon wieder vorbei. Der Österreicher stürzte am Freitagmorgen im ersten Freien Training der EURO MOTO Sportbike und muss den Rest des Wochenendes zuschauen.

Dabei war das Training noch jung. Nach nur kurzer Zeit schaukelte sich seine Triumph Daytona 660 auf und Rammerstorfer kam zu Fall. Bei dem Sturz schlug er heftig mit dem Kopf auf und verletzte sich zudem am rechten Unterarm.

Die Untersuchungen brachten zumindest etwas Entwarnung. Bis auf Prellungen am rechten Unterarm blieb der 21 Jährige ohne weitere Verletzungen. Trotzdem ist an eine Fortsetzung des Rennwochenendes nicht zu denken. Für Rammerstorfer ist die sechste von insgesamt sieben Saisonstationen damit beendet, bevor sie richtig begonnen hat.

Besonders ärgerlich ist der Ausfall auch mit Blick auf die  Top-10 in der Meisterschaft. Rammerstorfer kam mit 46 Punkten und Rang elf an den Nürburgring. Der Weg zurück in die Top Ten wäre dabei alles andere als weit gewesen. Nur drei Punkte trennen ihn aktuell von Alexander Weizel und Maksymilian Palmowski, die mit jeweils 49 Zählern auf den Plätzen neun und zehn liegen.

Damit heißt es für Rammerstorfer nun erst einmal erholen und zuschauen. Eine letzte Chance auf weitere Punkte bleibt in dieser Saison noch. Vom 25. bis 27. September steht am Hockenheimring das siebte und letzte Rennwochenende der EURO MOTO 2026 an.

Quelle: euromoto.racing / Rowena Hinzmann


Euro Moto Superbike: Schrötter erhält seine Most-Punkte zurück

Marcel Schrötter hat seine Punkte aus Most zurück und rückt in der Meisterschaft näher an Tulovic heran
Foto: Jens Hawrda

Nachrichten aus der DMSB-Zentrale: Die Protestentscheidung vom 28.6.2026 wird aufgehoben. Marcel Schrötter bekommt seinen dritten Platz, der er ihm nach dem ersten EURO MOTO Superbike-Lauf in Most aberkannt wurde, zurück.

Rückblick: Im ersten Rennen war es in der zweiten Runde zu einem kontaktfreudigen Zwischenfall mit Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt) gekommen. Schrötter (GERT56 by RS Speedbikes) hielt die Linie nicht, nahm den Notausgang, schnitt die Schikane ab und reihte sich wieder hinter Tulovic ein.

Im Juristen-Deutsch heißt es beim DMSB: „Zu Beginn der zweiten Runde des ersten Rennens am Ende der Start- und Zielgeraden wählte der Berufungsführer in Turn 1 den „Notausgang“ und kehrte in Turn 3 auf die Rennstrecke zurück.“

Um durch das Abkürzen keinen Vorteil zu erlangen, muss der Fahrer laut Regelwerk im ersten Streckensektor eine Sekunde verlangsamt haben. Schrötter beendete das Rennen als Dritter. Das Team Apreco-Yamaha legte Protest ein. Schrötter soll die Regeln nicht befolgt haben. Für eine Long Lap Penalty-Runde war das Rennen bereits zu weit fortgeschritten. Schrötter erhielt stattdessen eine 3-Sekunden-Strafe. Dadurch verlor er in der Wertung zwei Plätze. Das Team GERT56 by RS Speedbikes legte gegen die Entscheidung der Sportkommissare Berufung ein.

Der Berufungsführer begründete die Berufung damit, dass es am Ende der Start- und Zielgeraden eine Berührung mit dem Zeugen gab infolge derer er gezwungen war, den Notausgang zu nehmen. Mithin hatte er den Notausgang nicht genommen, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Aufgrund dessen hätte im Rennen gegenüber diesem keine Long Lap Penalty-Runde verhängt werden dürfen mit der Konsequenz, dass das Belegen mit der 3-Sekunden-Zeitstrafe rechtswidrig war. 

„Wie sich zweifelsfrei aus dem Rennvideo und der Einvernahme des Zeugen ergab, musste der Berufungsführer den Notausgang zum Verhindern eines Sturzes und infolge der Berührung mit dem Zeugen nehmen. Die Zeitstrafe gemäß Artikel 14.3 des Reglements erfolgte somit zu Unrecht, da gegenüber dem Berufungsführer während des Rennens eine Long Lap Penalty-Runde nicht hätte verhangen werden dürfen.“

Durch das Urteil ergibt sich ein neuer Punktestand in der EURO MOTO Superbike.

1. Lukas Tulovic 202,5Punkte; 

2. Marcel Schrötter 161; 

3. Markus Reiterberger 130; 

4. Twan Smits 128; 

5. Florian Alt 110; 

6. Kevin Orgis 81; 

7. Toni Finsterbusch 75; 

8. Jan-Ole Jähnig 75; 

9. Lorenzo Zanetti 66,5; 

10. Jan Mohr 51,5.

Quelle. euromoto.racing / Anke Wieczorek

Donnerstag, 3. September 2026

Euro Moto Superbike: Stand nach 10 von 14 Rennen

Grafik: Jens Hawrda

 

Euro Moto Superbike: Tulovic mit Matchball, aber Schrötter gibt nicht auf

Marcel Schrötter will die Meisterschaftsentscheidung bis zum Saisonfinale offen halten
Foto: Jens Hawrda

Die Anreise von Marcel Schrötter zum vorletzten Saison-Event der EURO MOTO war hektisch, aber der 33-Jährige BMW-Fahrer vom Team GERT56 by RS Speedbikes gibt alles, um seine Titelchancen in der Superbike-Klasse aufrecht zu erhalten.

Das Öhlins EURO Moto Nürburgring-Wochenende vom 4. bis zum 6. September könnte zu einer Vorentscheidung werden. Titelverteidiger Lukas „Tulo“ Tulovic (Ducati) führt die Meisterschaft in der höchsten Prädikatsklasse an. Sein Vorsprung auf Verfolger Marcel Schrötter beträgt 46,5 Punkte. Theoretisch kann Tulovic bereits an diesem Wochenende seinen zweiten Titel in Folge perfekt machen. Aber bis dahin kann noch viel passieren. Abgerechnet wird zum Schluss. Schrötter weiß das aus Erfahrung. Der Supersport-WM-Dritte von 2023 bestreitet die 24. Saison in seiner Rennsportkarriere.

Bereits am heutigen Donnerstag findet auf dem Nürburgring ein zusätzliches Training statt. Schrötter hatte allerdings eine kurze Nacht. Er kam direkt aus Südfrankreich an den Ring. Dort fanden Vorbereitungen für den in zwei Wochen in Le Castellet stattfindenden „Bol d’Or“ statt. Das 24 Stunden-Rennen um die „Goldene Schale“ ist das Finale der Langstrecken-WM, die Schrötter mit dem ERC Endurance Team bestreitet.

Heute hofft Schrötter, die Weichen für einen erfolgreichen Abschluss seiner ersten EURO MOTO Superbike-Saison zu stellen. „Auch wenn ich wegen der Anreise etwas Stress hatte, kommt der heutige Testtag genau zum richtigen Zeitpunkt. In der letzten Zeit hatten wir etwas mehr Mühe mit dem Speed. Allerdings haben wir zuletzt in Assen viele Ideen gesammelt, die wir während der Testsessions ausprobieren können.“

Für den BMW-Piloten geht es an diesem Wochenende um mehr als nur gute Platzierungen. Er versucht, dass die Entscheidung um den Superbike-Titel erst beim Saisonfinale fällt.

Quelle: euromoto.racing / Anke Wieczorek