Sonntag, 23. Oktober 2022

Ayhancan Güven feiert im letzten Qualifying erste Pole-Position

Letztes Qualifying, erste Pole. Ayhancan Güven (24/TR) vom Team Joos Sportwagentechnik hat sich am Sonntagmorgen beim Zeittraining zum 14. und finalen Saisonlauf im ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ein besonderes Geschenk gemacht. Mit 1:37,899 Minuten knackte der 24-Jährige im Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 91 als einziger die 1:38,000-Minuten-Schallmauer und machte damit seine erste Pole-Position in der Deutschen GT-Meisterschaft klar. Mit den drei Zusatzpunkten für den Pirelli Pole Position Award ist Güven und seinem Fahrerkollegen Christian Engelhart (35/Starnberg) die Vizemeisterschaft kaum noch zu nehmen.

„Endlich meine erste Pole-Position im ADAC GT Masters. Ich war schon mehrmals nahe dran und diesmal haben wir alles zusammenbekommen und es hat geklappt. Wenn das Auto auch im Rennen so gut ist, können wir die Saison mit einem Sieg beenden und gehen mit einem guten Gefühl in die Winterpause“, erklärte Ayhancan Güven.

Der aktuelle Champion Ricardo Feller (22/CH) von Montaplast by Land-Motorsport belegte im Audi R8 LMS GT3 Evo II #29 mit einem Rückstand von 0,118 Sekunden Platz zwei. Damit haben er und sein Partner Jusuf Owega (20/Köln) eine gute Chance, die Saison so zu beenden, wie sie für das Audi-Duo begonnen hat – mit einem Sieg. Dritter wurde Jules Gounon (27/F) vom Drago Racing Team ZVO, der zusammen mit Fabian Schiller (25/Troisdorf) im Mercedes-AMG GT3 Evo #4 bisher drei Erfolge und damit die meisten ersten Plätze eingefahren hat. Marco Mapelli (35/I) und Maximilian Paul (22/Dresden) von Paul Motorsport gehen im Lamborghini Huracán GT3 Evo #71 von Rang vier aus in das finale Sonntagsrennen. Ihre Markenkollegen Jack Aitken (27/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) von Emil Frey Racing haben sich den fünften Startplatz erkämpft.

Wie bereits am Samstag begann die Zeitenjagd beim Qualifying am Sonntagmorgen erst in den letzten Minuten. Zunächst markierten die Audi mit den aktuellen Meistern Christopher Mies (33/Düsseldorf) und Ricardo Feller Bestzeiten. Am Ende des Zeittrainings fuhr Ayhancan Güven seine schnellste Runde, mit der er sich an die Spitze setzte. Jules Gounon gelang am Schluss ebenfalls eine Zeit unter 1:38,000 Minuten, die jedoch wegen Verlassens der Strecke in Kurve eins gestrichen wurde.

Quelle: adac-motorsport.de

Porsche-Sieg im Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany

  • Vincent Andronaco/Leo Pichler gewinnen im Porsche 718 Cayman GT4
  • Hugo Sasse neuer Junior-Champion der ADAC GT4 Germany
  • Zweikampf in der Fahrer-Meisterschaft am Sonntag

Strahlende Gewinner: Vincent Andronaco (li.) und Leo Pichler
Foto: ADAC-Motorsport

Vincent Andronaco (17/Wentorf bei Hamburg) und Leo Pichler (20/AUT, beide Allied-Racing) gewinnen das spannende und actionreiche Samstagsrennen der ADAC GT4 Germany auf dem Hockenheimring und sorgen somit für den zweiten Porsche-Sieg in der Saison 2022. Michael Schrey (39/Wallenhorst) und Gabriele Piana (36/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW M4 GT4 sowie Lukas Schreier (27/Leipzig) und Finn Zulauf (18/Königstein im Taunus, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiterem Porsche 718 Cayman GT4 komplettieren das Podium. Die Entscheidung in der Fahrermeisterschaft ist nach Platz fünf der Tabellenführer Hugo Sasse (18/Aschersleben) und Mike David Ortmann (22/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) auf das Finalrennen am Sonntag vertragt. „Die Freude über den Sieg ist natürlich immens groß. Diesen Triumph hat sich unser Team wirklich hart verdient. Heute Abend werden wir sicherlich ein wenig feiern“, jubelte Andronaco auf dem Podium.

Das Rennen hatte Tabellenführer Mike David Ortmann im Aston Martin Vantage GT4 von der Pole-Position aus begonnen. Er behielt die Führung in der ersten Runde zunächst inne. Einen guten Start erwischte aber auch der von Platz vier losgefahrene Andronaco, der auf den ersten Metern bereits zwei Plätze gut machte und sich in der zweiten Runde in der Spitzkehre mit einem mutigen Manöver die Führung von Ortmann holte. Dahinter fuhr Pavel Lefterov (24/BUL) im Porsche von Overdrive Racing auf Platz drei vor Gabriele Piana (36/ITA, Hofor Racing by Bonk Motorsport) im BMW. Die ersten vier Plätze blieben bis zur Phase der Boxenstopps besetzt.

Nach den Fahrerwechseln verteidigte auch Andronacos Teamkollege Leo Pichler die Spitze. Hugo Sasse, der von Ortmann übernommen hatte, fiel bei der Boxenausfahrt jedoch hinter Lefterovs Partner Stefan Bostandjiev (18/BUL) und BMW-Pilot Michael Schrey und auf Rang vier zurück. Dann ging es Schlag auf Schlag: Rund 15 Minuten vor Rennende schnappte sich Schrey zunächst Platz zwei vom Bulgaren. Wenige Sekunden später kämpften Bostandjiev und Sasse sehenswert um Platz drei – zunächst mit dem besseren Ende für Sasse. Rang drei hätte Sasse/Ortmann zudem als vorzeitige Champions gekrönt. In der letzten Runde überholte Bostandjiev jedoch nochmals Sasse. Beide Fahrzeuge kamen dabei auch leicht von der Strecke ab. So konnte Porsche-Pilot Lukas Schreier die Kontrahenten passieren und für sich sowie Teamkollege Zulauf Platz drei klarstellen. Währenddessen fuhr Pichler zum ungefährdeten Sieg, der für ihn und Andronaco auch den Triumph in der Juniorwertung bedeutete.

Rang vier ging an Max Kronberg (35/Berlin) und Hendrik Still (35/Kempenich, beide W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche. Sasse kam auf Rang fünf, konnte sich aber über den Meistertitel in der Juniorwertung freuen. Sechste wurden Jan Philipp Springob (21/Olpe) und Robin Falkenbach (20/Niederkassel, beide Drago Racing Team ZVO) im Mercedes-AMG GT4 vor dem Aston Martin-Duo Indy Dontje (29/NLD) und Phil Dörr (21/Butzbach, beide Dörr Motorsport) sowie Bostandjiev/Lefterov.

Neunte wurden Ben Dörr (17/Butzbach) und Romain Leroux (19/FRA, beide Dörr Motorsport). Die Aston Martin-Piloten haben in der Tabelle nun 24 Punkte Rückstand auf Ortmann/Sasse und sind die einzige Paarung, die den Tabellenführern die Meisterschaft noch streitig machen kann. Die Top Zehn komplettierten Tom Wood (20/GBR) und William Tregurtha (22/GBR, beide Racing One) in einem weiteren Aston Martin. Der Sieg in der Trophy-Wertung ging an Tom Kieffer (47/LUX) und Christian Kosch (45/LUX, beide Allied-Racing). Die Porsche-Fahrer standen bereits vor dem Rennwochenende als Trophy-Meister fest.

Stimmen nach dem Rennen:

Vincent Andronaco - Sieger für Allied-Racing: „Ich habe mich auf einen guten Start fokussiert und gleich zwei Kontrahenten überholt. Ab Runde zwei fand ich einen guten Rhythmus und konnte auch noch den Ersten überholen. Danach habe ich einfach nur noch den Vorsprung gemanagt.“

Leo Pichler - Sieger für Allied-Racing: „Der Hockenheimring scheint mir zu liegen, denn dort habe ich bereits letztes Jahr das Samstagsrennen gewonnen. Wir hatten in dieser Saison auch schon viel Pech - umso mehr bin ich froh über den Sieg. Vincent und das Team haben einen mega Job gemacht. Ich habe in meinen Stint einfach nur versucht, die Position zu halten. Das hat funktioniert.“

Michael Schrey - Platz zwei für Hofor Racing by Bonk Motorsport: „Das ist doch mal ein richtig cooles Ergebnis mit dem Altwagen. Wir haben uns ein Podium für die Mannschaft erhofft, um uns auch in der Meisterschaft noch etwas zu verbessern. Das ist gelungen. Wir hoffen, morgen nochmals ein gutes Ergebnis zu holen.“

Gabriele Piana - Platz zwei für Hofor Racing by Bonk Motorsport: „Wir freuen uns natürlich sehr über das Ergebnis. Ich denke, es ist das absolute Maximum. Ich hatte einen guten Start mit einem fairen Zweikampf. Dann wollte ich die Pace der Spitze halten. Doch die Porsche waren heute auf den Geraden ein wenig zu schnell. Somit konnte ich nicht überholen.“

Hugo Sasse - Champion der Juniorwertung: „Ich freue mich sehr über diesen Titel, der mir sehr viel bedeutet. Natürlich hätte ich auch bereits heute gerne die Fahrer-Meisterschaft gemeinsam mit Mike klargestellt. Doch da müssen wir hoffentlich noch bis morgen warten. Wir hatten eine super Pace gezeigt. Der Junior-Titel ist auf jeden Fall ein ganz großer sportlicher Erfolg.“


Ladniak sichert sich mit Sieg den Titel in der Junior-Wertung

  • Andersen hält Podiumsrekord am Leben
  • Kampf um die Vizemeisterschaft durch Bäckman-Ausfall völlig offen
  • Saisonfinale steigt am Sonntag um 11.35 Uhr im kostenlosen Livestream auf sport.de

Szymon Ladniak sichert sich bei seinem zweiten Saisonsieg die Junior-Meisterschaft
Foto: ADAC-Motorsport

Auch der vierte Titel der ADAC TCR Germany Saison geht an das Liqui Moly Team Engstler. Junior Szymon Ladniak (19, Polen, Liqui Moly Team Engstler) hat das Samstagsrennen auf dem Hockenheimring für sich entschieden und sich durch diesen Sieg die Junior-Wertung der ADAC TCR Germany gesichert. Sein ärgster Konkurrent René Kircher (22, Hünfeld, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) kam im Hyundai i30 als Vierter ins Ziel und kann den Polen im Saisonfinale am Sonntag nicht mehr abfangen. Nach 17 Runden überquerte Ladniak die Ziellinie vor seinem Teamkollegen Martin Andersen (28, Dänemark). Der Däne steuerte seinen Honda Civic vom fünften auf den zweiten Platz und steht auch im 13. Saisonrennen auf dem Podium. Am Sonntag kann der TCR-Champion seinen Rekord perfekt machen. Noch nie zuvor hatte ein Fahrer alle Saisonrennen auf dem Podium beendet.

„Den Junior-Titel ein Rennen vor dem Ende zu gewinnen ist ein riesiger Erfolg für uns. Wir können aber auch noch die Vizemeisterschaft erreichen, sodass ich den Titel fürs erste schnell vergessen muss, damit ich mich voll auf das Qualifying am Abend fokussieren kann“, freut sich Ladniak über seinen Titelgewinn. „Ich bin sehr glücklich mit dem Sieg, da ich vor dem Rennwochenende noch krank war und sehr viel Arbeit geleistet habe, um heute fit hier zu stehen.“

Hinter Szymon Ladniak überquerte dessen Teamkollege Martin Andersen die Ziellinie als Zweiter. Auch wenn der Däne die Fahrermeisterschaft bereits auf dem Sachsenring klarmachte, hat der 28-jährige noch ein großes Ziel vor Augen. „Ich hatte kein gutes Qualifying, aber ich wusste, dass ich die Pace habe. Ich bin schnell nach vorne gekommen und habe dann Szymon verteidigt“, fasst der Däne sein Rennen zusammen. „Ich will nichts vorhersagen, aber ich werde alles für das nächste Podium und den Rekord geben. Wir haben ein gutes Auto und eine gute Pace.“

Karklys verliert den Start – Bäckman scheidet aus

Polesetter Jonas Karklys (33, Litauen, NordPass) hatte alle Trümpfe in der Hand, litt dann beim Start jedoch an Motorenproblemen. Nach seinem verpatzten Start konnte sich der 33-jährige allerdings zurückkämpfen und das Rennen auf dem dritten Platz beenden. Für Karklys war es der sechste Podestplatz in dieser Saison. „Es fühlt sich komisch an, nach einem dritten Platz enttäuscht zu sein. Beim Start ist irgendwas mit dem Motor passiert und ich hatte nicht genügend Power. Insgesamt bin ich aber glücklich, dass ich das Rennen auf dem Podium beenden konnte.“

Nach Karklys kamen alle drei ROJA-Hyundai hintereinander ins Ziel. Hinter René Kircher auf P4 beendeten Junior Gaststarter Tim Rölleke (21, Lüdinghausen, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) und Robin Jahr (31, Potsdam, ROJA Motorsport by ASL Lichtblau) das Rennen auf Platz fünf und sechs. Für Jahr hatte es lange Zeit nach einem Podestplatz ausgesehen, jedoch verlor der ROJA-Teamchef seinen Wagen gleich zweimal im Motodrom, sodass er am Ende sechster wurde.

Ein rabenschwarzes Wochenende erlebt bis dato Jessica Bäckman (25, Schweden, Comtoyou Racing). Nach ihrem Crash im zweiten freien Training und dem damit verbundenen letzten Startplatz im Qualifying, kämpfte sich die Schwedin im Rennen bis auf P5 stark zurück. Ein Dreher und daraus entstandener Reifenschaden beendete ihr Rennen jedoch vorzeitig. In der Fahrerwertung liegt Bäckman nun gerade einmal fünf Punkte vor Ladniak. Der Kampf um die Vizemeisterschaft ist vor dem letzten Saisonrennen somit völlig offen.

Samstag, 22. Oktober 2022

Raffaele Marciello ist ADAC GT Masters-Champion 2022

  • Der Schweizer macht mit Daniel Juncadella im vorletzten Meisterschaftslauf alles klar
  • Christian Engelhart und Ayhancan Güven feiern zweiten Saisonsieg
  • Ben Green gewinnt vorzeitig die Pirelli-Junior-Wertung

Raffaele Marciello ist Deutscher GT-Meister 2022
Foto: ADAC-Motorsport

Raffaele Marciello (27/CH) ist neuer Deutscher GT-Meister. Der Tabellenführer vom Mann-Filter Team Landgraf beendete den vorletzten Saisonlauf auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg zusammen mit seinem Fahrerkollegen Daniel Juncadella (31/E) auf Rang fünf. Diese Platzierung reichte für den mit 45 Punkten führenden Schweizer, um im Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer 48 seinen ersten Titel im ADAC GT Masters einzufahren. „Ich bin glücklich, dass es endlich geklappt hat. Am Ende des Rennens gab es ein paar Schwierigkeiten, aber es hat schließlich zum Titel gereicht. Jetzt wird gefeiert“, freute sich der neue Champion der Saison 2022. Sieger eines spannenden und gegen Ende dramatischen Rennens wurden Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) im Porsche 911 GT3 R #91 vom Team Joos Sportwagentechnik. Mit ihrem zweiten Saisonerfolg sind die Tabellenzweiten der Vizemeisterschaft einen großen Schritt nähergekommen. Rang zwei ging an Franck Perera (38/F) und Arthur Rougier (22/F), die sich im Lamborghini Huracán GT3 Evo #19 von Startplatz acht auf das Podium vorkämpften. Ihre Markenkollegen Maximilian Paul (22/Dresden) und Marco Mapelli (35/I) von Paul Motorsport wurden im Fahrzeug mit der Nummer 71 Dritter, womit Maximilian Paul die Pirelli-Junior-Wertung gewann.

Keyfacts, Hockenheimring Baden-Württemberg, Hockenheim, Saisonrennen 13 von 14

Streckenlänge: 4.574 Meter

Wetter: 18 Grad, sonnig

Pole-Position: Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:37,944 Min.

Sieger: Engelhart/Güven (Team Joos Sportwagentechnik, Porsche 911 GT3 R #91)

Schnellste Rennrunde: Raffaele Marciello (Mann-Filter Team Landgraf, Mercedes-AMG GT3 Evo #48), 1:39,777 Min.

In der ersten Rennhälfte lief alles zugunsten von Pole-Setter Raffaele Marciello. Der 27-Jährige führte das Feld mit rund 1,5 Sekunden Vorsprung an. Dahinter folgten der Markenkollege Fabian Schiller (25/Troisdorf) vom Drago Racing Team ZVO und Albert Costa Balboa auf den Plätzen zwei und drei. Der Tabellenzweite Christian Engelhart war zu diesem Zeitpunkt in seinem Neunelfer Fünfter. Das sollte sich nach dem Boxenstopp ändern, den alle Top-Fahrer in der letztmöglichen Runde absolvierten. Während Raffaele Marciello an der Spitze liegend sein Fahrzeug an Daniel Juncadella übergab und hinter ihm Jules Gounon (27/F) den Mercedes-AMG GT3 Evo #4 von Daniel Schiller als Zweiter übernahm, schob sich der Porsche vom Team Joos Sportwagentechnik mit Ayhancan Güven am Steuer auf Rang drei vor.

In der 27. Runde wurde es dramatisch. Gounon überholte Juncadella, touchierte dabei das Fahrzeug des Spaniers und handelte sich einen Reifenschaden ein. Diesen Zweikampf nutzte Güven aus, ging seinerseits an Juncadella vorbei und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Für den Spanier im gelben Mercedes-AMG brachen danach stressige Zeiten an. Im 34. Umlauf konnte er Franck Perera nicht mehr hinter sich halten, eine Runde später musste er Marco Mapelli und Jack Aitken passieren lassen. Allerdings ging Juncadella auch kein Risiko mehr ein, da selbst ein siebter Platz zum Meistertitel für seinen Kollegen Marciello gereicht hätte. So beendete er das Rennen nach 36 Runden als Fünfter.

Jack Aitken (27/GB) und Albert Costa Balboa (32/E) kamen im Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 von Emil Frey Racing als Vierte ins Ziel. Ihre Teamkollegen Konsta Lappalainen (21/FIN) und Mick Wishofer (23/A) beendeten das Rennen auf Platz sechs. Niklas Krütten (20/Trier) und Ben Green (24/GB) belegten im BMW M4 GT3 #10 von Schubert Motorsport Rang sieben. Green sicherte sich damit vorzeitig den Titel in der Pirelli-Junior-Wertung. Eine starke kämpferische Leistung zeigten Jusuf Owega (20/Köln) und Ricardo Feller (22/CH) vom Team Montaplast by Land-Motorsport, die sich als beste Audi-Piloten vom 15. auf den achten Rang vorschoben. Die Team- und Markenkollegen Christopher Mies (33/Düsseldorf) und Tim Zimmermann (26/Langenargen) folgten auf Platz neun. Die Junior-Mamba mit Elias Seppänen (18/FIN) und Frank Bird (23/GB) beendete den 13. und vorletzten Lauf im ADAC GT Masters als Zehnte.

Stimmen nach dem Rennen

Christian Engelhart: „Es war im zweiten Rennabschnitt unheimlich spannend. Wir hatten einen Super-Boxenstopp und konnten dadurch zwei Plätze gut machen. Ayhancan hat seine Chance dann eiskalt genutzt und den Sieg nach einer tollen Leistung nach Hause gefahren. Herzlichen Glückwunsch an Raffaele, er hat den Titel verdient.“

Ayhancan Güven: „Ich habe mir den Zweikampf von Jules und Daniel angeguckt, gewartet und bin dann in die Lücke gestoßen. Ich war aber vorsichtig, denn ich wollte die Meisterschaft nicht durch eine mögliche Kollision beeinflussen. Ich beglückwünsche Raffaele zu seinem Titel.“

Raffaele Marciello: „Ich habe lange auf diesen Titel gewartet, endlich hat es geklappt. Von außen sah es am Ende des Rennens vielleicht spannend aus, ich war mir aber sicher, dass alles klappt. Die Aktion von Jules habe ich allerdings nicht verstanden, zumal er damit auch die Vizemeisterschaft verspielt hat. Daniel hat dadurch Zeit verloren, aber wir wollten kein Risiko eingehen, sondern das Rennen nur nach Hause fahren. Dieses Jahr war für mich sehr erfolgreich, ich muss aber auch sagen, dass wir in entscheidenden Phasen das nötige Glück hatten.“

Daniel Juncadella: „Es war mit 20 Kilogramm mehr im Fahrzeug schwer, Jules auf Distanz zu halten. Er hat mich dann an einer eher ungewöhnlichen Stelle überholt und deshalb gab es auch einen Kontakt. So eine risikoreiche Aktion ist unter Markenkollegen eigentlich nicht üblich. Danach habe ich mich darauf konzentriert, das Rennen zu Ende zu fahren und das hat ja mit Platz fünf dann auch geklappt.“


Raffaele Marciello holt Pole in Hockenheim

Raffaele Marciello Mercedes #48 holt die Pole für's Samstagsrennen am Hockenheimring
Foto: Jens Hawrda

Raffaele Marciello (27/CH) ist nicht zu stoppen. Der Tabellenführer der Deutschen GT-Meisterschaft war am Samstagmorgen beim ersten Qualifying auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg schnellster Pilot und feierte damit in dieser Saison die vierte Pole-Position im ADAC GT Masters. Mit 1:37,944 Minuten blieb der Schweizer im Mercedes-AMG GT3 Evo #48 vom Mann-Filter Team Landgraf als einziger Pilot unter der 1:38,000-Minuten-Grenze und ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass er bereits im Samstagsrennen zusammen mit Daniel Juncadella (31/E) die Meisterschaft unter Dach und Fach bringen will.

„Wir sind bereit für den Titel und müssen dafür nicht mehr so viele Punkte holen. Wichtig ist es, sicher zu fahren und Fehler zu vermeiden. Wenn wir das Rennen auf dem Podium beenden und dort die Meisterschaft feiern könnten, wäre das eine tolle Sache“, so Raffaele Marciello, der mit den drei Zusatzpunkten vom Pirelli Pole Position Award seinen Vorsprung auf 45 Zähler vor den finalen beiden Läufen ausbauen konnte.

Mit einem Rückstand von knapp einer Zehntelsekunde belegte die Kombination Albert Costa Balboa (32/E)/Jack Aitken (27/GB) im Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 von Emil Frey Racing Platz zwei. Fabian Schiller (25/Troisdorf), der sich das Cockpit mit Jules Gounon (27/F) teilt, wurde im Mercedes-AMG GT3 Evo mit der Startnummer 4 vom Drago Racing Team ZVO Dritter. Damit sind die Meisterschaftsträume dieser beiden Fahrer-Paarungen ausgeträumt. Konsta Lappalainen (21/FIN) und Mick Wishofer (23/A) steuerten einen weiteren Lamborghini Huracán GT3 Evo von Emil Frey Racing auf Rang vier. Die Tabellenzweiten Christian Engelhart (35/Starnberg) und Ayhancan Güven (24/TR) kamen mit dem Porsche 911 GT3 R #91 vom Team Joos Sportwagentechnik über Platz fünf nicht hinaus und verloren drei wichtige Punkte auf Spitzenreiter Raffaele Marciello.

Das Qualifying startete am Samstagmorgen um 9:00 Uhr auf dem Hockenheimring bei trockener Fahrbahn und Streckentemperaturen von 11,3 Grad. Es dauerte über zehn Minuten, ehe die Reifen auf Betriebstemperatur gebracht wurden und erste schnelle Runden möglich waren. Raffaele Marciello wartete bis sechs Minuten vor Schluss, ehe er mit der Mamba zum ersten Mal zubiss und eine Bestmarke setzte. Im sechsten Umlauf gelang dem Schweizer die Topzeit, die nicht mehr unterboten wurde.

Quelle: www.adac-motorsport.de