Mittwoch, 19. Oktober 2022

Der zweimalige DTM-Vize-Meister Olaf Manthey ist der erste Titelträger im DTM Classic Cup

  •     Im klangvollen Mercedes C-Klasse siegt Rudolf Schöllhorn auch am Sonntag
  •     Erneut im Ziel: Auch Ronny Scheer fährt mit Ex-Rosberg-Calibra auf Rang zwei
  •     Das rasende Geschichtsbuch der DTM: Fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen

 

Viele Marken, viele Autos, viele Geschichten - der DTM Classic Cup 2022 © DTM

1984 und 1985 wurde Olaf Manthey im Rover Vitesse jeweils Vizemeister der DTM. Jetzt hat der gebürtige Bonner seine Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Der 67-Jährige ist der erste Titelträger im neu eingeführten DTM Classic Cup für Tourenwagen vornehmlich aus der DTM. Beim Finale in Hockenheim reichte Manthey im BMW 635 CSi, den er sich mit Jürgen Adi Schumann teilte, der erneute Klassensieg und zehnte Gesamtrang im Samstagrennen, um den Titel unter Dach und Fach zu bringen. Sein ärgster Widersacher, Marc Hessel, war aufgrund eines Motordefektes zum Zuschauen gezwungen. Am Sonntag steuerte Manthey erstmals einen Audi 200 quattro, den er jedoch früh abstellen musste. „In der DTM Classic fahren keine Nasenbohrer. Deshalb ist es schon sehr befriedigend, wenn man in meinem Alter noch ordentlich mithalten kann“, freute sich Manthey. „Die DTM Classic ist eine tolle Idee. Sie zeigt die einzigartige DTM-Geschichte und erzeugt höchste Emotionalität.“ Das bestätigt auch der Zieleinlauf mit fünf Marken auf den ersten fünf Plätzen: Mercedes, Opel, Ford, BMW und Audi.

Bei Kaiserwetter erlebten die Zuschauer auch am Sonntag ein interessantes Rennen mit lebhaften Positionskämpfen. Wie am Vortag fuhr Rudolf Schöllhorn im infernalisch klingenden Mercedes C-Klasse aus der DTM 2008 einen überlegenen Sieg heraus. „Das war ein perfektes Wochenende, es geht nicht besser. Ich habe keine Fehler gemacht, und es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Das Flair bei der DTM Classic ist wirklich sehr schön“, erzählte Schöllhorn. Der Opel Calibra 2.5 V6 4x4, 1996 von Ex-Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg gesteuert, hielt erneut über die 16-Runden-Distanz durch, dieses Mal jedoch vom Dresdner Ronny Scheer gefahren. „Der Calibra läuft super“, bekräftigte Scheer, dem Stefan Mücke eine ordentliche Champagner-Dusche verpasste. Der Ex-DTM-Pilot, der am Samstag im Calibra ebenfalls Zweiter geworden war, übernahm am Sonntag den Ford Sierra Cosworth RS500 von Scheer. „Das war sehr anstrengend, macht aber auch viel Laune mit diesem Auto, das viel Leistung aber wenig Grip hat“, berichtete Stefan Mücke.

Der Kanadier Bruno Spengler, der vor zehn Jahren mit BMW in Hockenheim DTM-Champion geworden war, steuerte den BMW E36 STW aus den Neunzigern auf den vierten Rang vor Anton Werner im Audi 200, Norisring-Sieger Gerhard Füller im Opel Vectra STW und Nico Wittmann im BMW M3 E30, dem Bruder von DTM-Sonntagssieger Marco Wittmann. Bemerkenswert war die Geschichte hinter dem achten Platz von Michael Schneider, dessen Ford Sierra Cosworth RS500 vom früheren DTM-Team Ringshausen über Nacht aus dem Westerwald nach Hockenheim geholt wurde, als Ersatz für den am Samstag ausgefallenen Sierra. Markus Reich (AUT) im Audi A4 STW und Jürgen Adi Schumann im BMW 635 CSi komplettierten die Top ten. Äußerst unterhaltsam war das viele Runden währende Duell um die Plätze 12 und 13 der beiden BMW 325i von Albrecht Kainzinger und Peter Zimmermann.


Tim Heinemann gewinnt Saison-Finale der DTM Trophy in Hockenheim

  •  Ungefährdeter Start-Ziel-Sieg des zweimaligen Titelträgers der Talentschmiede
  •  Nach Platz zwei: Theo Oeverhaus Dritter der Fahrerwertung
  •  Niederländer Colin Caresani sichert mit Rang drei den Vize-Titel

Der neue Champion der DTM Trophy: Tim Heinemann (GER),
Toyota Gazoo Racing Germany by Ring-Racing © DTM

Tim Heinemann hat die Saison in der DTM Trophy stilvoll abgeschlossen. Im Toyota Supra des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing siegte der frischgebackene Champion im letzten Saisonrennen. Nach 18 Runden auf dem Hockenheimring war der sechste Saisonerfolg des Deutschen in der Talentschmiede auf der hochkarätigen DTM-Plattform perfekt, die sich mit dem größten Starterfeld mit 24 Fahrzeugen präsentierte. 3,371 Sekunden hinter Heinemann überquerte der 17 Jahre alte BMW-Pilot Theo Oeverhaus (Walkenhorst Motorsport) als Zweiter die Ziellinie, gefolgt von seinem niederländischen Markenkollegen Colin Caresani (Project 1).

Heinemann lieferte im Finalrennen noch einmal eine eindrucksvolle Demonstration seiner Leistungsstärke ab. Der Toyota-Pilot startete von Position vier ins Rennen und arbeitete sich innerhalb von nur einer halben Runde bis an die Spitze. Zwei frühe Safety-Car-Phasen bremsten den zweimaligen Titelträger der mit seriennahen GT-Sportwagen ausgetragenen DTM Trophy nicht aus. Die erste Neutralisierung erfolgte noch während der ersten Runde nach einem Abflug des Franzosen Edouard Cauhaupé im Mercedes-AMG von BWT Mücke Motorsport. Gleich beim Restart kam es zu einer Kettenreaktion im Feld, die das Rennen von Aston-Martin-Pilot Nick Hancke (GER, Speed Monkeys) und von Porsche-Fahrer Ricky Capo (AUS, KÜS Team Bernhard) vorzeitig beendete. Das führte zum zweiten Safety-Car-Einsatz. Nachdem sich Heinemann schon beim ersten Neustart keine Blöße gab, ließ er auch im zweiten Versuch nichts anbrennen. Danach war kein Kraut gegen den Fahrer im #90 Toyota Supra mehr gewachsen. Heinemanns sechste Saisonsieg war zu keinem Zeitpunkt mehr gefährdet.

Fahrerwertung:  Theo Oeverhaus sichert sich Rang drei hinter Heinemann und Caresani

Für den 17-jährigen Oeverhaus ging es im letzten Rennen des Jahres noch um den dritten Platz in der Gesamtwertung. Dieser war in trockenen Tüchern, als sein brasilianischer Verfolger Thiago Vivacqua (Heide-Motorsport) in packende Zweikämpfe mit dem Aston Martin von Jacob Riegel (GER, Speed Monkeys) und dem Porsche von Gaststarter Vincent Andronaco (GER, Allied-Racing) verstrickt war. Andronaco schickte Vivacqua in der Sachs-Kurve ins Kiesbett – das Ende aller Hoffnungen für den Audi-Piloten, der nur als Elfter ins Ziel kam. Andronaco schied in der elften Runde aus.

Platz drei ging an Vizemeister Caresani, gefolgt von spanischen BMW-Markenkollege Marc de Fulgencio (FK Performance Motorsport). Zwischen de Fulgencio und dem nächsten BMW von Louis Henkefend (GER, Project 1) kam mit dem Ungarn Philippe Denes (CV Performance Group) im Mercedes-AMG der beste Gaststarter auf dem fünften Rang ins Ziel. Project 1 konnte sich als Titelträger in der Teamwertung feiern lassen.

Als erster Südafrikaner: Sheldon van der Linde neuer DTM-Champion

  •  Entscheidung im letzten Rennen: Der 23 Jahre alte BMW-Pilot schlägt Lucas Auer
  •  Einsteiger Schubert Motorsport wird Team-Champion – Audi neuer Marken-Meister
  •  Gerhard Berger: „Eine herausragende, hochspannende Saison“

Sheldon van der Linde (RSA) aus dem BMW-Team Schubert Motorsport
ist der neue DTM Champion © DTM

Sheldon van der Linde ist neuer DTM-Champion! Als erster Südafrikaner hat der 23-Jährige im BMW M4 von Schubert Motorsport den Titel in der Traditionsserie gewonnen. Im packenden Finale der DTM Hockenheimring powered by AUDI reichte Sheldon van der Linde der dritte Platz zum überragenden Triumph. BMW hatte gleich doppelt Grund zur Freude, denn der zweimalige Meister Marco Wittmann (GER) erzielte im Walkenhorst BMW seinen 18. Karrieresieg in der DTM. Zweiter wurde René Rast im ABT Audi, doch das reichte dem Mindener nicht zum vierten DTM-Titel. Der Österreicher Lucas Auer, der vor dem Rennen nur zwei Punkte Rückstand auf van der Linde hatte, kam im WINWARD Mercedes-AMG als Siebter ins Ziel und sicherte damit Rang zwei in der Fahrer-Meisterschaft vor Rast. Sheldon van der Linde tritt die Nachfolge von Maximilian Götz (GER) an, der im Vorjahr am Norisring für Mercedes-AMG den Titel geholt hatte.


Der frischgebackene Champion wurde im Ziel von Glückwünschen überhäuft, von seinen Eltern, seinem Bruder Kelvin, der hinter Marius Zug (GER, Attempto Audi) im ABT Audi Fünfter wurde und 2021 selbst um den Titel gekämpft hatte, seinem Manager Dennis Rostek, natürlich seinem Team Schubert Motorsport. Sheldon fuhr am Sonntag sein 68. DTM-Rennen seit seiner Premiere 2019. Je vier Siege und vier Pole-Positions stehen für den BMW-Werksfahrer zu Buche. Auch Gerhard Berger gratulierte: „Herzlichen Glückwunsch an Sheldon van der Linde, der mit seinen konstanten, eindrucksvollen Leistungen ein würdiger DTM-Champion 2022 ist. An dieser Stelle aber auch Gratulation an den Vize-Meister Lucas Auer, sein Team und Mercedes-AMG, die bis zuletzt fair und mit tollen Manövern und Strategien um den Titel mitgekämpft haben. Sheldon und Lucas wie auch alle anderen DTM-Fahrer haben eine herausragende, hochspannende Saison geliefert, die uns und all die vielen Fans an den Rennstrecken und vor den Bildschirmen begeistert hat. Glückwunsch auch an Schubert Motorsport, dem neuen Team-Meister, und an Audi als neuer Hersteller-Meister. Wir hatten ein tolles letztes Rennen mit perfekten Bedingungen und so unglaublich vielen Fans an der Rennstrecke, ich bin gerührt.“

„Ich bin 2016 als junger Kerl von Südafrika nach Deutschland gekommen, um ein professioneller Rennfahrer zu werden. Das war mein Traum, als ich noch ein Kind war. Jetzt hier als DTM-Champion zu stehen, ist einfach nur unglaublich“, erzählte ein sichtlich bewegter Sheldon van der Linde nach dem Rennen. Auch René Rast zeigte sich zufrieden: „Ich habe meine fünf DTM-Saisons immer auf einem Podiumsplatz beendet“, stellte der dreimalige DTM-Champion fest. Ähnlich fiel auch das Fazit von Marco Wittmann aus: „Eine schwierige Saison mit einem Sieg zu beenden, ist einfach super gut.“

Gleich in seiner ersten Saison in der DTM eroberte Schubert Motorsport aus Oschersleben mit den beiden BMW-Werksfahrern Sheldon van der Linde und Philipp Eng (AUT) den Titel als erfolgreichstes Team und damit Nachfolger von Red Bull AlphaTauri AF Corse. „Das ist der Lohn für die harte Arbeit in diesem Jahr. Ich bin froh, dass sich das alles ausgezahlt hat“, so Teamchef Torsten Schubert. In der 36. Saison der DTM gewann zum siebten Mal ein BMW-Fahrer den Titel, zuletzt hatte Marco Wittmann 2014 und 2016 für die weiß-blaue Marke die große Trophäe gewonnen. Audi löste zudem Mercedes-AMG als neuer Marken-Meister ab.

Sheldon van der Linde, Lucas Auer, René Rast – vor dem 16. und letzten Rennen der DTM 2022 war es ein packender Dreikampf um den Titel. Im Qualifying hatte sich Mirko Bortolotti (ITA, GRT Lamborghini) mit Startplatz 18 aus dem Titelkampf verabschiedet. Weil Felipe Fraga (BRA, Red Bull AF Corse Ferrari) in der Streckenbegrenzung landete, bescherte er Rast seine vierte Pole-Position der Saison und drei wichtige Punkte. Fraga fehlte ebenso in der Startaufstellung zum alles entscheidenden Rennen wie die Unfallbeteiligten vom spektakulären Samstagsrennen, darunter Thomas Preining, Dennis Olsen, Rolf Ineichen und David Schumacher, die nach Untersuchungen das Krankenhaus noch am Abend wieder verlassen konnten.

Für Rast genau wie für den sechstplatzierten Nico Müller (SUI, Team Rosberg) war es der letzte Start im Audi R8, denn beide verlassen nach vielen erfolgreichen Jahren die Ingolstädter. Zudem hatte Maximilian Buhk (Mercedes-AMG Team Mücke Motorsport) am Vormittag verkündet, seine Karriere mit 29 Jahren zu beenden. Mit einer starken Vorstellung wurde der mit 19 Jahren jüngste Fahrer im Feld, Marius Zug im Attempto Audi, Vierter im Rennen. Der Österreicher Clemens Schmid war im GRT Lamborghini lange Zeit auf Rang drei unterwegs, bis ein Reifenschaden seine Hoffnungen auf einen Podiumsplatz beendeten.

Montag, 10. Oktober 2022

Rudolf Schöllhorn sorgt für Mercedes-Sieg im DTM Classic Cup

  •  Endlich im Ziel: Opel Calibra mit Stefan Mücke in  Hockenheim erstmals Zweiter
  •  Platz drei für Ex-DTM-Champion Bruno Spengler im BMW E36 von BMW Group Classic
  •  Auf Initiative von Prinz Leopold von Bayern: Führungsfahrzeug fährt mit E20-Kraftstoff

DTM Classic Cup beim Finale in Hockenheim:
Rudolf Schöllhorn siegt im Mercedes DTM C-Klasse vor Stefan Mücke im Opel Calibra 2.5 V6 4x4 © DTM

Er kam, sah und siegte. Rudolf Schöllhorn erzielte im Mercedes C-Klasse bei seinem Gaststart im DTM Classic Cup in Hockenheim auf Anhieb den Sieg. Schon im Qualifying hatte Schöllhorn mit der Pole-Position das Potenzial seines Mercedes aus der DTM 2008 unterstrichen. Genauso wie Schöllhorn seinen Sieg bejubelte, freute sich Stefan Mücke über den zweiten Platz. Denn erstmals brachte der ehemalige DTM-Pilot den legendären Opel Calibra 2.5 V6 4x4 über die volle Renndistanz, sehr zur Freude auch der zahlreichen Zuschauer. Das Siegerpodest komplettierte ein ehemaliger DTM-Champion. Der Kanadier Bruno Spengler, der 2012 mit BMW den Titel in der Traditionsserie gewann, erkämpfte sich im BMW E36 STW den bemerkenswerten dritten Gesamtrang.

„Ich bin absolut sprachlos. Das war großartig. Ich komme auf jeden Fall wieder“, so Rudolf Schöllhorn, der damit nicht nur meinte, dass er im finalen Rennen der Saison 2022 am Sonntag um 16:25 Uhr wieder am Start stehen wird. „Unser Team hat in den vergangenen Wochen so hart gearbeitet, vergangene Woche haben wir weitere Testfahrten absolviert, und jetzt hat es endlich geklappt, dass wir über die Distanz gekommen sind“, erklärte Stefan Mücke im Ziel. Der Berliner erlitt sogar Brandblasen an einem Fuss, so heiß wurde es im Original-Calibra, mit dem 1996 der ehemalige Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg in der internationalen DTM-Serie ITC angetreten war. Sichtlich Gefallen am zu Jahresbeginn eingeführten DTM Classic Cup für historische Tourenwagen, vornehmlich aus der DTM, hat auch Bruno Spengler gefunden. „Die Chance, einen so wunderschönen BMW aus den Neunzigern zu fahren, lasse ich mir nicht entgehen.“

Ex-DTM-Fahrer Kris Nissen (DEN) wurde im BMW M3 E30 Vierter vor Norisring-Sieger Gerhard Füller (GER) im Opel Vectra und Moritz Horn (GER) im traditionell grünen Alpina M3. Nico Wittmann (GER), Bruder des zweimaligen DTM-Champions Marco Wittmann, steuerte den BMW M3 E30 auf den siebten Rang, gefolgt von Ronny Scheer (GER) im Ford Sierra Cosworth RS500, Markus Reich (AUT) im Audi A4. Der zweimalige DTM-Vizemeister Olaf Manthey (GER) wurde im BMW 635 CSi, dem ältesten Fahrzeug im Feld, Zehnter. Anton Werner (GER) lag bis drei Runden vor Schluss auf Rang drei, musste den Audi 200 dann jedoch aufgrund eines technischen Defekts vorzeitig abstellen.

Zum Final-Wochenende erlebte die DTM Classic eine Premiere: Erstmals im klassischen Motorsport wurde ein Renntourenwagen mit alternativem Kraftstoff eingesetzt. Angetrieben von E20-Treibstoff, der 22 Prozent weniger CO2 und bis zu 80 Prozent weniger Feinstaub produziert, absolvierte der BMW 3.0 CSL des Royal Bobsleigh Automobil Club als Führungsfahrzeug des Classic-Rennens seine Runden auf dem Hockenheimring, pilotiert von DTM-Legende Harald Grohs. „Unser Ziel ist es zu beweisen, dass man mit einem Verbrennungsmotor mittelfristig klimaneutral fahren kann“, so der Initiator Prinz Leopold von Bayern. Der ehemalige DTM-Pilot zählt zu den Stammfahrern in der DTM Classic.

Colin Caresani gewinnt das Samstagrennen

 Tim Heinemann krönt sich zum Champion in der DTM Trophy 2022

  •     Toyota-Pilot Heinemann reicht Platz sechs zum zweiten Titelgewinn nach 2020
  •     Meisterschaftsrivale Caresani erzielt im BMW den vierten Saisonsieg
  •     Gaststarter Vincent Andronaco beeindruckt mit Pole-Position und Rang vier

Der neue Champion der DTM Trophy: Tim Heinemann (GER),
Toyota Gazoo Racing Germany by Ring-Racing © DTM

Toyota-Pilot Tim Heinemann ist zum zweiten Mal nach 2020 Champion der DTM Trophy. Dem 23-jährigen Deutschen genügte beim vorletzten Rennen der Saison 2022 auf dem Hockenheimring der sechste Platz im Toyota Supra des Teams Toyota Gazoo Racing Germany powered by Ring-Racing, um sich vorzeitig die Meisterschaft in der Talentschmiede auf der hochkarätigen DTM-Plattform zu sichern. Den Sieg holte sich sein Titelrivale Colin Caresani im BMW des Teams Project 1. Es war bereits der vierte Saisonerfolg des jungen Niederländers. Mercedes-AMG-Fahrer Edouard Cauhaupé (FRA) aus dem Team BWT Mücke Motorsport auf Platz zwei und der 17-jährige Deutsche Theo Oeverhaus im BMW M4 von Walkenhorst Motorsport als Dritter komplettierten das Podium.

Tim Heinemann überwand bravourös alle Hindernisse auf dem Weg zur erneuten Krönung. Der Toyota-Pilot ging aufgrund einer Startplatz-Strafe, die noch vom Rennen auf dem Red Bull Ring resultierte, nur von Rang neun ins Rennen, kämpfte sich jedoch schon früh nach vorne. Anschließend war es vor allem der Brasilianer Thiago Vivacqua, der Heinemann das Leben schwer machte. Zwar kam der Deutsche im Kampf um Platz sechs zwischenzeitlich am Audi R8 von Heide-Motorsport vorbei, doch Vivacqua eroberte die Position wieder zurück. Wenige Runden vor Schluss fiel die Entscheidung: Vivacqua wurde langsam und schied schließlich aus. So war der Weg frei für Heinemann, nur ein Defekt hätte den vorzeitigen Titelgewinn des Deutschen noch verhindern können. „Endlich ist es geschafft! Mit Platz sechs ist das natürlich nicht 'in style', so wie man das gerne machen würde, aber das ist egal“, jubelte Heinemann erleichtert. „Es hätte heute viel passieren können, letztlich ist alles nach Plan gelaufen.“

Caresani war vor dem Wochenende der einzig verbliebene Rivale Heinemanns im Titelkampf. Der Niederländer startete von Platz zwei und zeigte eine tadellose Leistung. Davon zeugen der souveräne Rennsieg sowie der Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde. Dahinter fuhr der zweitplatzierte Cauhaupé ein konstantes Rennen, während der heiße Dreikampf um den letzten Platz auf dem Siegertreppchen das Salz in der Suppe war. Involviert waren die beiden BMW M4 von Moritz Löhner (GER, FK Performance Motorsport) und Theo Oeverhaus sowie Gaststarter Vincent Andronaco im Porsche 718 Cayman von Allied-Racing. Letzterer sicherte sich im Qualifying am Samstagvormittag die Pole-Position. Andronaco behauptete zu Rennbeginn die Führung, ehe er Caresani und Cauhaupé ziehen lassen musste. In der Schlussphase verteidigte er sich mit allen Mitteln gegen Löhner und Oeverhaus. Das Trio präsentierte den zahlreichen Zuschauern am Hockenheimring sehenswerten Motorsport, ehe sich Oeverhaus durchsetzte.