Dienstag, 7. Oktober 2025

Enrico Förderer und Jay Mo Härtling: Die neuen Champions der ADAC GT4 Germany im Portrait

  • Piloten von SR Motorsport by Schnitzelalm führten die Tabelle von Saisonbeginn an
  • Förderer/Härtling gewannen vier Läufe
  • Auch der Titel in der Junior-Wertung ging an die Mercedes-AMG-Fahrer

Eingeschworene Truppe: Großer Jubel bei SR Motorsport by Schnitzelalm
Foto: ADAC-Motorsport

Enrico Förderer (18/Leuterod) und Jay Mo Härtling (22/Sprockhövel) haben es geschafft. Die SR Motorsport by Schnitzelalm-Piloten krönten sich in einem spannenden Finale auf dem Hockenheimring zum Champion der ADAC GT4 Germany 2025. Zum ersten Mal überhaupt fahren die Titelträger der GT4-Serie des ADAC einen Mercedes-AMG. Das Duo führte die Fahrerwertung seit dem ersten Saisonrennen an und gab die Spitze danach nie mehr ab. Aber damit nicht genug: Bereits am Samstag stellten die Nachwuchspiloten vorzeitig den Titel in der Juniorwertung klar. „Gratulation an Jay Mo und Enrico. Ich habe regelrecht Pipi in den Augen, wenn ich an ihre Leistung und die des gesamten Teams denke“, lobt Teamchef Thomas Angerer. „Jay Mo ist mittlerweile schon fünf Jahre bei uns und wichtiger Bestandteil unserer Young Driver Akademie. Auf ihn ist auch technisch immer Verlass. Enrico ist nun das dritte Jahr bei uns. Auf seine Performance bin ich genauso stolz. Beide haben sehr hart gearbeitet, einen unglaublichen Siegeswillen und wollen immer dazulernen. Das zeichnet sie aus. Ich habe richtig Freunde an diesen beiden jungen Rennfahrern.“

Förderer/Härtling drückten der Saison 2025 von Anfang an den Stempel auf. Nachdem Förderer bereits beim Vorsaisontest in der Motorsport Arena Oschersleben mit der Bestzeit glänzte, konnte das Duo beim Saisonauftakt an gleicher Stelle direkt einen Doppelsieg einfahren – und das bei ihrem Debüt in der ADAC GT4 Germany. Erfolgreich ging es auf dem Norisring weiter. Auch auf dem prestigeträchtigen Straßenkurs im Herzen Nürnbergs gewannen Förderer/Härtling beide Rennen. „Unsere Saison begann gleich mit einem Hoch. Mit vier Siegen in vier Rennen und der maximalen Punkteausbeute loszulegen, war einfach unbeschreiblich. Wir konnten sofort aufzeigen, was wir drauf haben“, blickt Förderer zurück. Beim Heimspiel von SR Motorsport by Schnitzelalm auf dem Nürburgring folgte mit einem fünften und einem dritten Platz die nächste Podiumsplatzierung. „Besonders stolz bin ich auf meine Pole-Position auf dem Nürburgring, mit der wir alle nicht gerechnet hatten. Denn Porsche und BMW waren dort eigentlich überlegen“, so Härtling. „Umso mehr hat es mich gefreut, auf meiner Heimstrecke vom ersten Startplatz losfahren zu können.“

Nicht nach Plan lief es auf dem Sachsenring. Nach einem Ausfall im Samstagrennen und einem siebten Platz am Sonntag gab es dort die geringste Punkteausbeute der Saison. Ein achter und ein dritter Platz auf dem Red Bull Ring in Österreich festigten die Tabellenführung. Somit reisten sie mit einem Vorsprung von 21 Punkten zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring. Mit den Plätzen vier und zwei machten sie im badischen Motodrom schließlich alles klar.

„Natürlich ist das der größte Triumph unserer Karriere. Die ADAC GT4 Germany ist eine richtig starke Rennserie und hat im deutschen Nachwuchsmotorsport einen hohen Stellenwert“, erklären beide unisono. „Der Schlüssel zum Triumph war zweifelsohne die harte Arbeit des gesamten Teams und der Zusammenhalt untereinander.“

Enrico Förderer begann im Alter von sechs Jahren mit dem Motorsport. Im Kart war er weltweit unterwegs und fuhr auch im Team von Ralf Schumacher. Insgesamt holte er im Kartsport sieben Titel. 2022 wechselte Förderer ins Automobil und startet seitdem für Schnitzelalm im GT4-Sport. 2025 schloss er sein Fachabitur ab. Seit über einem Jahr ist er selbstständig im Bereich Autoaufbereitung und arbeitet auch in den Unternehmen seiner Eltern. „Enrico und ich treffen uns regelmäßig zum Sport und zum Simulator fahren. Ich schätze vor allem seinen Ehrgeiz und Biss. Er will immer das Beste aus sich herausholen“, beschreibt Härtling seinen Teamkollegen.

Bei Härtling ging es mit neun Jahren mit dem Leihkart los. Auf dieser Basis bestritt er viele Rennen. Vor rund fünf Jahren lernte er Schnitzelalm-Teamchef Angerer kennen und arbeitet seitdem für das Team als Mechaniker und Folierer. Als er 18 Jahre alt wurde, fuhr er sein erstes Rennen für den Rennstall. Inzwischen ist er für Schnitzelalm im Dauereinsatz – und das nicht nur im GT4, sondern auch im GT3 oder im GT2. Härtling absolvierte mehrfach erfolgreich das 24h Rennen auf dem Nürburgring. „Jay Mo hat bereits große Erfahrung im Motorsport gesammelt. Egal auf welcher Strecke oder in welchem Auto findet er sehr schnell seinen Rhythmus uns ist sofort auf Pace. Auch privat verstehen wir uns super.“

Wie es in der Saison 2026 mit den beiden Champions weitergeht, steht aktuell noch nicht fest. „Vom Prinzip her würde man natürlich immer gerne einen Titel verteidigen wollen. Grundsätzlich kann ich aber noch überhaupt nichts zu 2026 sagen. Ich schiele auch immer in Richtung GT3-Sport. Ich finde es klasse, dass der ADAC Nachwuchspiloten über das Programm Road to DTM unterstützt“, erklärt Härtling. Auch bei Förderer sind die Pläne für die kommende Saison aktuell noch nicht fix: „Es gibt einige Gedankengänge, zu denen ich mich noch nicht äußern kann. Die ADAC GT4 Germany ist auf jeden Fall eine super Serie. Mein Ziel ist aber auch der GT3. Mit dem Programm Road to DTM gibt es ein spannendes Konzept, denn man wird unterstützt, in die nächsthöhere Serie zu kommen.“


Enrico Förderer und Jay Mo Härtling sind die Champions 2025 der ADAC GT4 Germany

  • Duo von SR Motorsport by Schnitzelalm macht mit Platz zwei im letzten Rennen alles klar
  • Dritter Saisonsieg für Hendrik Still und Philipp Gogollok
  • Rookie-Triumph an drittplatzierten Roman Fellner-Feldegg

Champions: Jay Mo Härtling (li.) und Enrico Förderer
Foto: ADAC-Motorsport

Die ADAC GT4 Germany-Saison 2025 ging am Sonntagabend spannend und spektakulär auf dem Hockenheimring zu Ende. Mit einem zweiten Platz im letzten Rennen sicherten sich Enrico Förderer (18/Leuterod) und Jay Mo Härtling (22/Sprockhövel) im Mercedes-AMG GT4 den prestigeträchtigen Fahrer-Titel im Nachwuchs-Championat des ADAC. Das SR Motorsport by Schnitzelalm-Duo gab dieses Jahr sein Debüt in der ADAC GT4 Germany – und führte die Tabelle seit dem ersten Rennwochenende kontinuierlich an. Erstmals überhaupt sitzt die Champions in einem Mercedes-AMG. Der Laufsieg im badischen Motodrom ging an Hendrik Still (38/Kempenich) und Philipp Gogollok (19/Bad Homburg, beide AVIA W&S Motorsport) im Porsche 718 Cayman GT4.

Gogollok startete das Rennen bereits von der Pole-Position aus und gewann auch den Start. Ihm folgten Teamkollege Oskar Lind Kristensen (19/DNK) und Markenkollege Raphael Rennhofer (18/AUT, Wimmer Werk Motorsport) dicht auf den Fersen. Die drei Porsche setzten sich zunächst auch ein wenig vom Rest des Feldes ab. Pilot der ersten Rennminuten war aber Förderer, der von Startplatz zwölf ins Rennen ging und schnell bis auf die achte Position vorstürmte.

Auch in der zweiten Rennhälfte blieben die ersten beiden Positionen zunächst bestehen, als Still und Lachlan Robinson (22/AUS) in die beiden AVIA W&S Motorsport-Porsche stiegen. Rennhofers Partner Emil Heyerdahl (23/NOR) musste sich zunächst hinter Roman Fellner-Feldegg (23/Landsberg am Lech) im Porsche von Prosport Racing anstellen, konnte die dritte Position aber schnell wieder zurückholen. Robinson bekam im Anschluss eine Strafe wegen eines Vergehens beim Boxenstopp auferlegt und fiel zurück. Still fuhr an der Spitze letztendlich zum sicheren Laufsieg, was für Gogollok auch den Triumph in der Junior-Wertung bedeutete. Der Porsche von Heyerdahl/Rennhofer wurde nach dem Rennen wegen Unterschreiten des Mindestgewicht noch aus der Wertung genommen.

Um Platz drei auf der Strecke - durch die Disqualifikation final jedoch um Platz zwei - ereignete sich auf den letzten Metern noch ein Zweikampf zwischen Fellner-Feldegg und dem heranstürmenden Jay Mo Härtling, den der Mercedes-AMG-Pilot für sich entschied. Fellner-Feldegg belegte mit Teamkollege Hugo Sasse (21/Aschersleben) somit final Rang drei und konnte sich zudem noch über den Laufsieg in der Rookie-Wertung freuen. Vierte wurden Alon Gabbay (21/ISR) und Thomas Gore (20/JAM, beide AVIA W&S Motorsport) in einem weiteren Porsche vor Linus Hahne (21/Oelde) und ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Thomas Rackl (17/Berching, beide ME Motorsport) im BMW M4 GT4 sowie deren Markenkollegen Gabriele Piana (39/ITA) und Berkay Besler (25/TUR, beide FK Performance Motorsport). Kristensen/Robinson erreichten am Ende Platz sieben vor Jan Philipp Springob (24/Olpe) und Storm Gjerdrum (16/NOR, beide COSY Racing by ESM) im Aston Martin sowie Niels Tröger (22/Dresden) und Andreas Jochimsen (27/DNK, beide FK Performance Motorsport). Deren Teamkollegen Joseph Ellerine (22/ZAF) und Benjamin Sylvestersson (18/FIN, beide FK Performance Motorsport) komplettierten die Top Zehn.

Stimmen nach dem Rennen

Hendrik Still - Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Es war ein tolles Wochenende und wieder einmal eine grandiose Teamleistung. AVIA W&S Motorsport stellt uns jedes Mal ein Wahnsinnsauto hin. Für Philipp war es das erste Jahr im Porsche und er hat eine super Entwicklung hingelegt. Mal schauen, in welcher Konstellation wir nächstes Jahr wieder gemeinsam angreifen.“

Philipp Gogollok - Sieger für AVIA W&S Motorsport

„Natürlich hätten wir gerne auch den Titel geholt, aber die Saison mit einem Laufsieg zu beenden, ist super. Das ganze Team und auch Hendrik haben über die ganze Saison einen super Job gemacht. Wir hatten immer wieder kleine Ups und Downs. Es war insgesamt aber ein tolles Jahr.“

Jay Mo Härtling - Champion für SR Motorsport by Schnitzelalm

„Dieser Triumph ist einfach unfassbar - und ganz ehrlich, ich bin sprachlos und überwältigt. Es ist definitiv mein größer sportlicher Erfolg. Grundstein war sicherlich der starke Saisonstart mit vier Siegen. So konnten wir den Vorsprung über die Saison etwas verwalten. Danke an das Team. Der erste Titel für Mercedes-AMG in der ADAC GT4 Germany kann sich auf jeden Fall sehen lassen!“

Enrico Förderer - Champion für SR Motorsport by Schnitzelalm

„Der Titel ist einfach unbeschreiblich schön. Das Team hat dafür Tag und Nacht gearbeitet. Direkt in meinem ersten Jahr in der ADAC GT4 Germany zusammen mit Jay Mo die Meisterschaft einfahren zu können, hätte ich zu Saisonbeginn nicht erwartet. Den Abend werden wir nun alle zusammen genießen.“


DTM – Stars and Stories vom Saisonfinale am Hockenheimring

  • Entertainer Sebastian Pufpaff dreht für TV total bei der DTM
  • BWT Race Lap Award bringt 70.000 Euro für den guten Zweck ein
  • Kamrad und H-Blockx sorgen für Festival-Stimmung beim DTM-Finale

Sebastian Pufpaff zählte zu den VIP-Besuchern der DTM
Foto: ADAC-Motorsport

Sebastian Pufpaff mit TV total beim DTM-Finale

Der Kabarettist und Entertainer Sebastian Pufpaff von ProSieben drehte beim Finale in Hockenheim für seine Comedy-Show TV total. In der Startaufstellung vor dem letzten Meisterschaftslauf war selbst der Grimme-Preisträger vor vollbesetzten Tribünen schwer beeindruckt. „Diese Atmosphäre ist unglaublich. Wenn man sich davon nicht anstecken lässt, weiß ich auch nicht weiter“, erklärte Pufpaff. Zuvor war er in dem Schaeffler-Innovationstaxi über die Strecke gefahren und gab zu: „Ich habe unterschätzt, was mit einem über 600 PS starken Fahrzeug in den Händen von Profis möglich ist. Das extrem späte und abrupte Bremsen, die unglaubliche Beschleunigung danach – da geht der Speichelfluss ohne eigenes Zutun rasant durch den Körper.“ Nach seinem rasanten Adrenalin-Kick schickte Pufpaff das DTM-Feld mit dem Schild „Drivers start your engines“ in das entscheidende letzte Saisonrennen.

BWT Race Lap Award – 70.000 Euro für sauberes Trinkwasser

Der BWT Race Lap Award wurde in der DTM in diesem Jahr am Hockenheimring zum dritten Mal vergeben. Seit 2023 spendet die Rennserie gemeinsam mit Serienpartner BWT pro gefahrener Rennrunde einen festen Betrag an die b.waterMission, um Brunnenbau- und Trinkwasserprojekte in Afrika zu unterstützen. In dieser Saison absolvierten die DTM-Piloten 14.029 Umläufe, die gesammelte Summe von 56.116 Euro wurde auf 70.000 Euro aufgerundet. Bei der Siegerehrung überreichte Anna Grubeck, Leitung Sponsoring bei BWT, dem neuen DTM-Champion Ayhancan Güven einen symbolischen Scheck. Die Zusammenarbeit von BWT und dem ADAC geht schon auf das Jahr 2021 zurück. Seitdem kamen insgesamt 320.000 Euro zusammen.

Final-Festival mit Tim Kamrad, H-Blockx und DJ Tomekk

Am Samstagabend erlebten die Zuschauer auf dem Hockenheimring pure Musikpower statt Motorenlärm. Shooting-Star Kamrad und die legendären H-Blockx heizten auf der „DTM Powerstage presented by Pirelli“ ein. Tausende tanzten zu Hits wie „I Believe“, „Feel Alive“ oder „Be Mine“ von Kamrad. In der Umbaupause sorgte DJ Tomekk für fette Sounds und hämmernde Beats. Danach brachten die H-Blockx mit energiegeladenem Rock eine härtere Gangart ins Spiel. Nicht nur die Fans, auch die Musiker hatten viel Spaß beim Final-Festival. Henning Wehland, Sänger, Keyboarder und Gitarrist der H-Blockx, schwärmte: „Es war eine großartige Show hier am Hockenheimring. Motorsport und Rock’n’Roll sind die ultimative Mischung. Wir kommen wieder.“

Marathon-Held Ringer: Über den Hockenheimring bis in die Rast-Box

Für den Marathon-Europameister von 2022 Richard Ringer ging es am Wochenende in Laufschuhen zwei Runden über den Hockenheimring. Für den 36-Jährigen, der auch über kürzere Distanzen wie 5.000 und 10.000 Meter deutsche Meistertitel errungen hat, war jedoch der Blick hinter die Kulissen weitaus interessanter. „Ich habe das gesamte Wochenende erlebt – vom freien Training bis zum Finalrennen. Es ist faszinierend, wie nah man in der DTM an die Rennfahrzeuge herankommt“, so Ringer und weiter: „Ich konnte mich in der Box von René Rast umschauen und den Mechanikern hautnah bei ihrer Arbeit zusehen. Das war wahnsinnig spannend.“

Sebastian Rode beeindruckt Fan-Nähe bei der DTM

Der ehemalige Fußball-Bundesliga-Profi Sebastian Rode besuchte am Wochenende die DTM in Hockenheim. Zunächst begutachtete er den McLaren von Timo Glock, bevor es vor dem DTM-Rennen aufs Grid ging. „Ich hätte nicht erwartet, dass so viele Fans in der Startaufstellung sind“, sagte Rode, der mit dem FC Bayern München zweimal Deutscher Meister wurde und als Kapitän von Eintracht Frankfurt 2022 die Europa League gewann. Besonders beeindruckte ihn der direkte Kontakt von Fahrern und Fans: „Diese Nähe zwischen Zuschauern und Sportlern ist im Fußball fast undenkbar.“ Am Samstagmittag erwies sich Rode als regenfest und schickte die DTM-Piloten mit dem Schild „Drivers start your engines“ auf die nasse Strecke.

Manuel Thiele: DTM-Erinnerungen von der PlayStation

Der deutsch-österreichische Sportjournalist Manuel Thiele ist unter anderem bekannt für Fußball-Analysen auf seinem YouTube-Kanal und als WWE SmackDown Moderator beim TV-Partner der DTM ProSieben. Am Hockenheimring outete sich der Gast von Schaeffler als Fan der 2000er-DTM. „Als Kind habe ich stundenlang DTM Race Driver auf der PlayStation gespielt. Der gelbe Audi TT war mein Lieblingsauto. Das Ganze jetzt aber live zu erleben, ist eine tolle Erfahrung“, erklärte Thiele, der als leidenschaftlicher Sammler über 400 Fußballtrikots besitzt. „Vor Jahren durfte ich mal einen Rennanzug von Formel-1-Star Fernando Alonso tragen. Das Foto davon habe ich heute noch.“

Thiim und Bortolotti stellen sich Nachwuchsreportern

Vor dem Finale in Hockenheim hieß es für Nicki Thiim und Mirko Bortolotti von Abt Sportsline: Bühne frei für die jüngsten Reporter. Bei einer Kinder-Pressekonferenz in den Redaktionsräumen der Heilbronner Stimme mussten sich die beiden Rennfahrer Löcher in den Bauch fragen lassen – und das junge Publikum war bestens vorbereitet. Die teils hartnäckigen Fragen überraschten die DTM-Piloten. „Die Kinder haben sich viel überlegt“, zeigte sich Bortolotti beeindruckt. „Sie haben uns gefragt, wie wir uns auf die DTM-Wochenenden vorbereiten und wie wir überhaupt zum Motorsport gekommen sind. Einige der Fragen waren ziemlich direkt, aber davon bin ich ein großer Fan.“

Kufen-Cracks Schultes und Weichenhain blicken hinter den Kulissen

Eishockey meets DTM: Die Deutschen Meisterinnen Chiara Schultes und Hanna Weichenhain von den Memmingen Indians schlenderten am Sonntag durch das Fahrerlager. Während Nationaltorhüterin Schultes alte DTM-Erinnerungen auffrischte („Schon als kleines Mädchen bin ich mit meinen Eltern hier gewesen“), erlebte die erst 16-jährige Weichenhain absolutes Premieren-Feeling. „Die Stimmung hier ist krass, ganz anders als im Eishockeystadion“, staunte das Nachwuchstalent. Und stellte fest: „Meine Freundinnen werden neidisch sein.“ Für den nächsten Besuch haben sich die beiden Eishockeynationalspielerinnen ein klares Ziel gesetzt: Endlich eine Runde im heißbegehrten Schaeffler-Innovationstaxi drehen.


ADAC GT-Masters: Meisterliche Vorstellung: Owega/Wiebelhaus gewinnen Finalrennen

  • Champions Salman Owega/Finn Wiebelhaus siegen im letzten Saisonrennen in Hockenheim
  • Leyton Fourie/Tim Zimmermann Zweite im Rennen und Vizemeister des ADAC GT Masters
  • Schwarzer/Fach Sieger im Pro-AM Cup

Die Champions Salman Owega und Finn Wiebelhaus mit ihren Trophäen
Foto: ADAC-Motorsport

Die Champions des ADAC GT Masters in Höchstform: Salman Owega (20/Köln)/Finn Wiebelhaus (19/Obertshausen/beide Haupt Racing Team) haben das letzte Rennen der Saison in Hockenheim für sich entschieden. Das Duo lag im Ford Mustang GT3 1,770 Sekunden vor den neuen Vizemeistern Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/RSA/beide FK Performance Motorsport) mit dem BMW M4 GT3 Evo. „Ich bin so happy, dass wir dieses Rennen noch gewinnen konnten. Wir haben die Saison stark begonnen und sie auch so beendet“, jubelte Wiebelhaus. „Ich wusste, dass ich im Rennen hier schnell sein würde. Nach dem Gewinn der Meisterschaft konnte ich endlich komplett frei fahren und absolut alles geben. Es hat einfach nur Spaß gemacht.“ Teamkollege Owega fügte hinzu: „Besser hätten wir die Saison nicht beenden können. Ich hatte schon erwartet, dass Finn noch ein bisschen nach vorne kommt, aber dass es so gut ausgeht, hätte ich nicht gedacht.“ Das Podium komplettierten die Vortagessieger Nico Hantke (21/Hürth)/Denis Bulatov (26/Scherer Sport PHX) im Audi R8 LMS GT3 Evo 2.

Am Start zum Finalrennen blieb zunächst Polesetter Alexander Fach (23/CHE/Fach Auto Tech) an der Spitze, doch Fourie im BMW arbeitete sich stetig an den führenden Porsche heran. Der Südafrikaner beobachtete Fach genau und machte die Schwachstellen des Porsche aus, um in Runde acht in der Spitzkehre schließlich zum Angriff anzusetzen. Nach einem kurvenlangen Duell ging er in Führung und versuchte fortan die Reifen für seinen Teamkollegen Zimmermann zu schonen. Dahinter lieferten sich Hantke und Owega zu Beginn ein kurzes Duell, hielten für ihren Stint aber letztlich die Positionen drei und vier. Nach dem Fahrerwechsel und der reglementbedingt kürzeren Standzeit kam Schwarzer (36/DEU) im Porsche mit knapp zehn Sekunden Vorsprung auf Zimmermann im BMW zurück auf die Strecke. Während dieser konstant an den Spitzenreiter heranfuhr, kam von Platz vier der neue Meister Wiebelhaus mit starken Rundenzeiten. Innerhalb kürzester Zeit arbeitete er sich in seinem Ford Mustang GT3 zunächst an Bulatov, dann an Zimmermann und schließlich an Schwarzer vorbei in Führung. „Salman hat mir gute Reifen übriggelassen und dann hieß es für mich nur noch Vollgas. Ich bin eine Quali-Runde nach der anderen gefahren“, verriet Wiebelhaus.

Diesem Angriff hatte Zimmermann nichts entgegenzusetzen und konzentrierte sich stattdessen darauf, ebenfalls Schwarzer zu passieren und die Punkte für Rang zwei sicher nach Hause zu bringen. „Um ehrlich zu sein, habe ich am Ende nicht mehr wirklich Druck gemacht, weil ich nichts mehr riskieren wollte“, so Zimmermann. „Nun sind wir Zweite in der Meisterschaft. Wir sollten glücklich sein, auch wenn nicht alles rund lief. Aber das ist ein Spiegelbild unserer Saison. Es war eine Achterbahnfahrt und jetzt nochmals auf dem Podium zu stehen und Vizemeister zu sein, ist ein schöner Abschluss.“

Die Fahrweise von Zimmermann öffnete nochmals die Tür für Bulatov, der im Audi zunächst Schwarzer überholte, sich stetig näher heranschob und die Ziellinie letztlich nur mit 0,539 Sekunden Rückstand auf den BMW von FK Performance Motorsport überquerte. „Das Qualifying war heute sehr wichtig und Nico hat eine gute erste Rennhälfte gefahren, als er auf Rang drei immer an der Spitze dranbleiben konnte“, schilderte Bulatov. „Zur Rennmitte war unsere Pace zeitweise nicht so gut, aber am Ende konnte ich nochmal richtig pushen mit leerem Tank. Es war richtig knapp, leider hat es nicht mehr zu Platz zwei gereicht, aber dieses Podium nach dem Sieg gestern ist der perfekte Abschluss für die Saison.“

Auf dem vierten Rang fuhren Fach/Schwarzer über die Ziellinie und sicherten sich damit den siebten Saisonsieg im Pro-AM Cup. Die Top-5 komplettierten die Zwillinge Sandro und Juliano Holzem (21/Polch/beide Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo vor ihren Markenkollegen Eduardo Coseteng (22/PHL)/Julian Hanses (28/Hilden/beide FK Performance Motorsport). Auf dem siebten Rang kamen Jannes Fittje (26/Langenhain)/Moritz Wiskirchen (23/Euskirchen/beide SR Motorsport by Schnitzelalm) ins Ziel. Dahinter folgten mit Dennis Fetzer (24/Gießen)/Jonathan Cecotto (26/VEN) und Max Reis (18/Ramstein)/Niklas Kalus (20/Duisburg) zwei Duos des Haupt Racing Teams im Ford Mustang GT3. Die Top-10 komplettierten Leo Pichler (23/AUT)/Simon Birch (18/DNK/beide Razoon – more than racing), die sich damit Rang drei in der Meisterschaft sicherten.

Die Teams des ADAC GT Masters gehen nun in die Winterpause, bevor eine ganz besondere Saison in den Startlöchern steht. Vom 24. bis 26. April 2026 startet die GT3-Nachwuchsliga des ADAC am Red Bull Ring in ihre 20. Saison. 


Montag, 6. Oktober 2025

Historischer Triumph in Hockenheim: Güven wird erster türkischer DTM-Champion

  • Porsche-Pilot macht nach Sieg im finalen Meisterschaftslauf Titel perfekt
  • Lucas Auer verliert als Vierter die Tabellenführung und wird Gesamtzweiter
  • Besuchermagnet: 102.000 Motorsport-Fans beim DTM-Finale in Hockenheim

Ayhancan Güven ist erster DTM-Titelträger aus der Türkei
Foto: ADAC-Motorsport

Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA) hat am Sonntag auf dem Hockenheimring Motorsportgeschichte geschrieben. Der 27-Jährige krönte sich mit seinem fünften Saisonsieg zum DTM-Champion und gewann damit als erster Rennfahrer aus der Türkei den Titel. „Auf diesen Moment habe ich über 20 Jahre lang hingearbeitet. Das ist der größte Erfolg meiner Karriere, diesen Tag werde ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen. Das Finale war eines der spannendsten in der Geschichte der DTM. Ich habe keine Rechenspiele betrieben, sondern wollte einfach nur dieses Rennen gewinnen und damit die Meisterschaft holen“, erklärte der glückliche neue Champion. Marco Wittmann (Fürth/Schubert Motorsport) ließ seinen BMW M4 GT3 Evo im letzten Meisterschaftslauf noch einmal so richtig fliegen, machte 15 Positionen gut und wurde Zweiter. Den dritten Rang belegte Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward Racing). Der als Spitzenreiter ins finale DTM-Wochenende gestartete Lucas Auer (A/ Mercedes-AMG Team Landgraf) fiel mit Platz vier in der Gesamtwertung auf Rang zwei zurück. Nach insgesamt 16 Meisterschaftsläufen hatte der Österreicher einen Rückstand von nur vier Punkten auf Güven. Die Herstellerwertung gewann Mercedes-AMG. Gesamtsieger der neuen „DTM Rookie of the Year“-Wertung wurde Morris Schuring (NL/Manthey Junior Team).

Keyfacts, Hockenheimring, Hockenheim, Saisonrennen 16 von 16

  • Streckenlänge: 4.574 Meter
  • Wetter: 13 Grad, heiter bis wolkig
  • Pole-Position: Gilles Magnus (Comtoyou Racing, Aston Martin Vantage GT3 #7), 1:36,259 Minuten
  • Sieger: Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #90)
  • Schnellste Rennrunde: Ayhancan Güven (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #90), 1:37,529 Minuten

Sonnenschein empfing das Starterfeld am Sonntagmittag auf dem Hockenheimring beim entscheidenden Rennen der Saison. Der Titel-Showdown begann furios: Der Tabellendritte René Rast (Bregenz/Schubert Motorsport) schob sich in seinem BMW M4 GT3 Evo nach einem guten Start hinter Pole-Setter Gilles Magnus (B/Comtoyou Racing) und Güven auf den dritten Rang vor und attackierte den vor ihm liegenden Türken. Bei diesem Zweikampf erhielt er einen Stoß von hinten und schied mit seinem beschädigten Fahrzeug aus. Damit war der Meisterschaftstraum von Rast, der in Hockenheim sein vorerst letztes DTM-Rennen bestritt, vorzeitig und unverschuldet beendet.

An der Spitze zog Neuling Magnus unbeirrt seine Kreise, Güven blieb in seinem Porsche 911 GT3 R aber in Schlagdistanz. Dahinter reihten sich Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), Jordan Pepper (ZA/ TGI Team Lamborghini by GRT) und Auer auf den Positionen drei bis fünf ein. Nach dem ersten Boxenstopp übernahm Güven, der als einer der letzten Fahrer zum Reifenwechsel fuhr, die Führung vor Magnus. Wittmann hatte sich dagegen als einer der ersten Piloten neue Pirelli-Slicks geholt und mit dieser Strategie sowie starken Überholmanövern auf Platz drei vorgearbeitet. Hinter dem Vierten Aitken folgte bereits Engel, der seit dem Start zehn Positionen gut gemacht hatte. In Runde 22 war die starke Vorstellung von Magnus vorbei: Der Belgier schied mit einem technischen Problem an seinem Aston Martin Vantage GT3 aus.

Güven behauptete sich auch nach dem zweiten Reifenwechsel vor Wittmann und Engel an der Spitze. Zu diesem Zeitpunkt lag Güven voll auf Meisterschaftskurs. In der letzten Runde wurde es dramatisch: Wittmann attackierte und übernahm die Führung – bei dieser Konstellation wäre Auer Meister geworden. Doch kurz darauf sorgte Güven für einen Moment, der in die DTM-Geschichtsbücher eingeht: Vor den vollbesetzen Tribünen setzte er in der Sachskurve zum Konter an, fuhr bei seinem Überholmanöver teilweise über die Wiese und überquerte kurz darauf mit einem Vorsprung von 0,169 Sekunden als Erster die Ziellinie. Hinter dem neuen Champion folgten Wittmann und Engel. Auer wurde als Vierter gewertet, da Aitken und Pepper eine verhängte Strafe der Rennleitung nicht antraten und nach dem Rennen disqualifiziert wurden. Einen tollen Saisonabschluss feierte der erst 17-jährige Tom Kalender (Hamm/Mercedes-AMG Team Landgraf) mit seiner ersten Top-Fünf-Platzierung.

Thomas Preining (A/Manthey EMA) belegte im Porsche 911 GT3 R Rang sechs. Lamborghini-Pilot Mirko Bortolotti (I/Abt Sportline) fuhr nach 33 Runden als Siebter durchs Ziel, sein Markenkollege Luca Engstler (Kempten/TGI Team Lamborghini by GRT) folgte auf Position acht. Ricardo Feller (CH/Land-Motorsport) sicherte sich mit dem einzigen Audi im Feld Platz neun, Maximilian Paul (Dresden/Paul Motorsport) kämpfte sich nach einer starken Aufholjagd von Startplatz 21 auf Position zehn vor.

Weitere Stimmen nach dem Rennen

Marco Wittmann: „Was für ein Comeback von uns. Wenn man von Platz 17 startet und am Ende um den Sieg fährt, hat man einen richtig guten Job gemacht. Ich wollte unbedingt gewinnen, kurz vor Schluss habe ich die Chance dafür gesehen und bin an Ayhancan Güven vorbeigezogen. Leider konnte er kurz darauf kontern. Trotzdem ist der zweite Platz mit Blick auf unsere Aufholjagd ein großartiges Ergebnis.“

Maro Engel: „Wir können zufrieden sein, mit so einem super Rennen die Saison zu beenden. Großes Kompliment an das ganze Team, die Jungs haben zwei mega Boxenstopps absolviert. Wir haben alles probiert, leider hat es nicht für ganz vorne gereicht. Das Finale war beste Werbung für die DTM. Toller Motorsport mit Tür-an-Tür-Duellen vor einer unglaublichen Kulisse ist genau das, wofür die Serie steht.“

Lucas Auer: „Ich habe mein Herz auf der Strecke gelassen und alles gegeben. Es ist hart, nach so einer starken Saison nicht den Titel geholt zu haben. Wir haben als gesamtes Team einen wirklich guten Job gemacht.“

René Rast: „Eigentlich war ich schon an Ayhancan Güven vorbei, leider sind wir in der Spitzkehre aber weit nach außen gekommen und dann kam es zur Kollision mit Ben Green. Ich hätte den Kampf um den Titel unfassbar gerne auf der Strecke ausgetragen. Das fühlt sich wie ein Alptraum an. So wollte ich mich nicht von der DTM verabschieden.“

Ergebnis, 16. Meisterschaftslauf, Hockenheimring (Top-Five)

1. Ayhancan Güven (TR/Manthey EMA)

2. Marco Wittmann (D/Schubert Motorsport), +0,169 Sekunden

3. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward Racing), +1,394 Sekunden

4. Lucas Auer (A/Mercedes-AMG Team Landgraf), +2,887 Sekunden

5. Tom Kalender (D/Mercedes-AMG Team Landgraf), +4,734 Sekunden