Samstag, 16. August 2025

IDM Sportbike: Highsider stoppt Ben Kugler in Assen

Ben Kugler, Aprilia RS660 #11
Foto: Jens Hawrda

Für Ben Kugler nahm der erste Trainingstag in der Sportbike-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) im niederländischen Assen ein abruptes Ende. Während der Bayer das erste freie Training noch problemlos absolvierte, ereilte ihn in FP2 ein heftiger Highsider in der fünften Runde. Kugler wurde dabei unsanft aus dem Sattel seiner Triumph Daytona 660 katapultiert und landete hart auf dem Asphalt.

Besonders unglücklich: Das Motorrad blieb auf seiner linken Körperhälfte liegen, sodass Kugler über den Asphalt rutschte und sich dabei unter anderem Verbrennungen am Arm sowie an der linken Beinseite zuzog. Im Medical Center wurde er umgehend versorgt.

Entwarnung gibt es dennoch – abgesehen von den schmerzhaften Verletzungen geht es Kugler den Umständen entsprechend gut. An ein Antreten in den Rennen dieses Wochenendes ist jedoch nicht zu denken.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

Freitag, 15. August 2025

IDM Superbike: Brennende Luft und eine Offenbarung

Jan-Ole Jähnig, BMW M 1000 RR #14
Foto: Jens Hawrda

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft ist aus der Sommerpause zurück und in der IDM Superbike wurde die erste Duftmarke gesetzt. Im Superpole Pre Practice dominierten heute auf dem TT Circuit Assen die üblichen Verdächtigen, aber in ungewohnter Reihenfolge. Und mittendrin präsentierte sich WM-Gast Dominique Aegerter, der für den verletzten Jan Mohr auf der SWPN-Yamaha einsprang. Da brannte die Luft.

Heute war gegen Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) kein Kraut gewachsen – von der ersten bis zur letzten Runde der 30-minütigen Session. „Das war ein richtig guter Start ins Wochenende“, meinte er mit einem Blick, der keiner Fliege etwas zu leide tun würde. Dabei hatte er reingehalten als ob es kein Morgen gibt. Mit einer Rundenzeit von 1:37,835 min auf dem 4,555 km langen TT Circuit ließ der GERT56-BMW-Fahrer das Ducati-Aushängeschild und Vierfach-Sieger Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) hinter sich und zwar genau um 0,045 Sekunden.

Dritter wurde Gastfahrer Dominique Aegerter. Kennzeichen: Schweizer, 34 Jahre, blonde Locken, Superbike-WM-Zwölfter, Yamaha-Experte. Auf ihn wurden im Fahrerlager im Vorfeld schon Wetten gesetzt, inwiefern er es hinkriegt, in der IDM Superbike zu bestehen. Seine fahrerische Qualität ist bekannt, aber der Eidgenosse aus dem Kanton Bern betrat mit der SWPN-Yamaha Neuland. Und er rockte den Ring. Am Anfang musste er sich an die neue Schikane gewöhnen. „Das Motorrad hat nicht ganz so viel Leistung wie meine WM-Yamaha“, fügte er hinzu, „das ist aber nichts Neues. Wir haben noch die Sitzposition und den Schalthebel geändert, an der Elektronik gearbeitet und das war es.“

Bisher hat es in diesem Jahr noch keine Yamaha so weit nach vorne geschafft. Selbst Ducati-Teamchef Matthias Moser nickte anerkennend: „Das hätte ich jetzt nicht erwartet, jedenfalls nicht so extrem vorne. Man denkt immer, die Yamaha wäre unterlegen, aber mit dem richtigen Fahrer drauf kann sie offensichtlich mithalten.“ SWPN-Teammanager Frank Brouwer fasste das in sechs Worten zusammen: „Aus dem Grund ist Domi hier.“

Für Moser ist längst klar, dass auch Tulovic so schnell wie möglich in die Superbike-WM gehört. „Er ist 25 Jahre und ihm gehört die Zukunft. Ich werde seinen Weg auf jeden Fall unterstützen.“

Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) holte sich die viertbeste Zeit im Superpole Pre Practice und ging zum Schluss noch zu Boden, ohne jedoch beträchtlichen Schaden anzurichten. Er fuhr am Limit. „So wie immer“, warf er ein. Alt schaffte es als Letzter, eine 1:37er-Zeit hinzulegen. Er ist als Führender in der IDM Superbike nach Assen gekommen und hat drei Punkte Vorsprung vor Tulovic.

Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) meldete sich als Fünftschnellster zurück. Der Este hatte vor der IDM-Sommerpause die Oschersleben-Veranstaltung wegen seiner Handverletzung sausen lassen müssen, ist aber ganz offensichtlich wieder fit. Der BMW-Fahrer hat sich völlig auf die Genesung konzentriert und auch nicht an der Langstrecken-WM in Suzuka teilgenommen. Teamkollege Leandro Mercado hatte die Reise nach Japan wiederum angetreten.

Im Superpole Pre-Practice qualifizierten sich heute die schnellsten zwölf Fahrer für die Superpole 2, in der morgen die vordersten Startpositionen für die beiden Rennen am Sonntag ausgefahren werden. Es geht um hauchdünne Abstände in der Zeitenliste. Aber wie sagte Jan-Ole Jähnig auch so schön: „Der Freitag war gut. Der Rest muss sich zeigen.“

Ergebnis Superpole Pre-Practice

  1. Jan-Ole JÄHNIG (BMW), 
  2. Lukas TULOVIC (Ducati), 
  3. Dominique AEGERTER (Yamaha), 
  4. Florian ALT (Honda), 
  5. Hannes SOOMER (BMW), 
  6. Leandro MERCADO (BMW), 
  7. Toni FINSTERBUSCH (BMW), 
  8. Bálint KOVÁCS (BMW), 
  9. Twan SMITS (Yamaha), 
  10. Maximilian KOFLER (Yamaha), 
  11. Lorenzo ZANETTI (Ducati), 
  12. Milan MERCKELBAGH (BMW), 
  13. Leon ORGIS (BMW), 
  14. Patrick HOBELSBERGER (BMW), 
  15. Soma GÖRBE (BMW), 
  16. Kevin ORGIS (BMW), 
  17. Max SCHMIDT (BMW), 
  18. Martin VUGRINEC (Kawasaki), 
  19. Sandro WAGNER (BMW), 
  20. Christoph BEINLICH (BMW), 
  21. Moritz JENKNER (BMW), 
  22. Marc NEUMANN (BMW)

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Valentino Herrlich wirft das Handtuch

Valentino Herrlich, Kawasaki ZX-6R #10
Foto: Jens Hawrda

Das Tuch ist zerschnitten. Auf Wunsch von Valentino Herrlich haben sich die Wege mit Kawasaki Weber Racing getrennt. Der 16-jährige Rennfahrer hat derzeit noch keinen neuen Arbeitsplatz in der IDM Supersport.

Der Name sagt alles. Valentino Herrlich bekam die Rennsport-DNA praktisch in die Wiege gelegt. Vom Einstieg bei den Pocket Bikes arbeitete er sich hoch bis zum Schritt in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft. Es war ein schwieriger Beginn in der höchsten Rennserie des Landes. Der geplante gemeinsame Weg im Team MotoLife und Valentino Herrlich landete nach der Unterschrift im Winter nach nur zwei Monaten in einer Sackgasse. Nun hat Herrlich den Stecker bei Kawasaki gezogen. Die gewünschten Ergebnisse sind bislang nicht eingetreten. Zehn Meisterschaftspunkte in acht Rennen geholt zu haben, sind eine dürftige Ausbeute. In Assen ist er nicht mehr am Start.

„Man hat gedacht, dass die Entwicklung schneller vorangeht“, weiß Teamchef Emil Weber und sagt, „wir haben die Erwartungen von Valentino und seinem Umfeld nicht erfüllt.“ Dabei sei zum Jahresbeginn ausdrücklich kommuniziert worden, dass es sich bei den Kawasaki im Moment nicht um die schnellsten Motorräder handle, das Potential aber ausgebaut werden könne.

Blickt man zurück, war ursprünglich geplant, neben dem bereits verpflichteten Luca Göttlicher einen bereits erfahrenen Teamkollegen einzustellen, doch Weber gab stattdessen mit Herrlich einem zweiten Nachwuchsfahrer die Chance. „Valentino ist hochbegabt und fährt 120 Prozent.“ Dabei ist es aber auch zu fünf Stürzen gekommen, die ins Budget gegangen sind.

Die Entwicklung der Kawasaki Ninja ZX-6R verläuft in der Tat harzig. Weber wird das verlassene Motorrad bei der nächsten IDM-Runde auf dem Nürburgring jetzt wirklich einem routinierten Fahrer überlassen, der das Projekt weiter voran bringen soll. An ihm soll sich Göttlicher orientieren können.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Sportbike: Startverbot für Oliver Svendsen in Assen

Oliver Svendson startet nicht in Assen
Foto: Jens Hawrda

Bittere Nachricht vor dem ersten Rollout in Assen: Der aktuelle Spitzenreiter der IDM-Sportbike-Klasse, Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team), wird an diesem Wochenende nicht an den Start gehen können. Der 21-jährige Däne wurde nach einer ärztlichen Untersuchung für „unfit“ erklärt. Zu schwer wiegen die Folgen eines privaten Trainingssturzes vor zwei Wochen, bei dem sich Svendsen einen Schien- und Wadenbeinbruch sowie Muskel- und Nervenschäden zugezogen hatte.

Damit begann ein Wettlauf gegen die Zeit für den Triumph-Piloten: „Wir haben in den letzten Tagen unglaublich hart daran gearbeitet, um es möglich zu machen. Im Moment kann ich gehen und mein Bein bewegen, aber noch nicht laufen – das hat mich letztlich für dieses Wochenende untauglich gemacht“, erklärte Svendsen enttäuscht.

Trotz aller Reha-Bemühungen war der Start auf der legendären TT-Rennstrecke von Assen körperlich nicht möglich – die Belastungen wären für das Bein zu groß . „Es ist eine große Enttäuschung, nicht dabei zu sein, aber jetzt konzentriere ich mich auf meine Genesung, um stärker zurückzukommen.“

Durch Svendsens Ausfall sind die Karten neu gemischt – ein Führungswechsel in der Meisterschaft ist möglich, wenn seine beiden Verfolger Petr Svoboda und Inigo Iglesias ihre Chance nutzen und in beiden Rennen auf den ersten oder zweiten Platz fahren. Die IDM-Sportbike bleibt damit spannend, die Spitze rückt enger zusammen und macht den Titelkampf wieder völlig offen.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM Superbike: Dominique Aegerter startet in Assen

Es kam überraschend: Der Schweizer Dominique Aegerter fährt am kommenden Wochenende in Assen und übernimmt im Team SWPN die Yamaha des verletzten Jan Mohr in der IDM Superbike. Den zweifachen Supersport-Weltmeister und aktuellen Superbike-WM-Zwölften erwartet ein Überraschungspaket.

Das Telefon klingelt am letzten Donnerstag. Eine Kollegin von Dominique „Domi“ Aegerter hat seine Nummer an den SWPN-Teammanager Frank Brouwer weitergereicht. Nun haben sich beide an der Strippe. „Ich habe meinen Terminkalender aufgeschlagen und bin ziemlich schnell auf das Angebot angesprungen. Kevin hat dann alles auf die Reihe gebracht“, berichtet Aegerter. Kevin ist nicht nur der Bruder, sondern auch Manager des 34-Jährigen aus dem Kanton Bern. „Ich bin dankbar, dass ich vom GTR Yamaha-Team und auch Yamaha Europa die Freigabe bekommen habe“, fährt er fort, „der TT Circuit Assen ist eine Strecke, die wir auch in der Superbike-WM auf dem Kalender haben und die ich kenne. Das Schleizer Dreieck finde ich auch cool, aber ich weiß nicht, ob ich dafür die Zustimmung gefunden hätte.“

Aegerter hat bei SWPN zugesagt, obwohl ihn ein Überraschungspaket erwartet. „Ich kenne die Namen der Fahrer in der IDM Superbike und weiß, dass einige von ihnen Weltklasse haben. Und ich habe mich erkundigt, dass in der IDM wie auch bei uns in der Superbike-WM auf Pirelli-Reifen gefahren werden. Das war mir wichtig. Außerdem habe ich abgeklärt, dass es sich bei SWPN um ein gutes Team handelt. Sonst hätte ich mich nicht darauf eingelassen. Vom Motorrad und auch vom Reglement her weiß ich allerdings nicht, was mich erwartet.“

Die Superbike-WM befindet sich bis zum 5. September im Ruhe-Modus. Dann geht es im französischen Magny-Cours weiter. „Ich beende meine Sommerpause jetzt schon in Assen“, lacht der Schweizer, „aber Rennen zu fahren ist eine gute Trainingsmöglichkeit für mich.“

Aegerter hat fast schon alles erlebt in seiner Rennfahrerkarriere: Siege, Niederlagen, Stürze, Verletzungen, Verluste. Eines hat sich in den letzten 20 Jahren nicht geändert: seine enorme Motivation und auch seine Aufregung vor jedem Rennen. Er sagt: „Klar bin ich aufgeregt. Wenn ich es nicht wäre, würde etwas falsch laufen.“ Am Freitag will er sich in Assen ans Team, ans Motorrad und den für ihn ungewohnten Ablauf in der IDM Superbike gewöhnen. Dann wird weiter geplant.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek