Donnerstag, 14. August 2025

DTM: Zweifachsieg für Schubert Motorsport auf dem Nürburgring

René Rast triumphiert im Sonntagsrennen vor Marco Wittmann.

Renè Rast holt seinen 30. DTM-Sieg
Foto: Jens Hawrda

Zweiter Saisonsieg, 30. Sieg der DTM-Karriere: René Rast (GER) erlebte am fünften Rennwochenende der Saison auf dem Nürburgring (GER) einen großartigen Sonntag. Im #33 RoboMarkets BMW M4 GT3 EVO stürmte er vom sechsten Startplatz an die Spitze und meldet sich dank der Punkte für den ersten Platz im Titelrennen zurück. Marco Wittmann (GER) zeigte bereits am Samstag als Fünfter im #11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO eine großartige Aufholjagd. Am Sonntag wurde er von Startplatz sieben Zweiter und komplettierte damit den Zweifachsieg für Schubert Motorsport.

Nach einem enttäuschenden 14. Platz am Samstag schien Rast in der Fahrerwertung schon den Anschluss zu verlieren. Eigentlich hatte er eine spektakuläre Aufholjagd von Startplatz 17 auf Position sieben gezeigt, allerdings erhielt er in Folge einer Kollision in Runde eins eine nachträgliche Zeitstrafe. Dank seines souveränen Sieges am Sonntag ist Rast als Vierter im Gesamtklassement mit 117 Zählern wieder auf 20 Punkte am Führenden dran. Der 38-Jährige übernahm von Startposition sechs noch im ersten Stint die Führung und baute diese auf frischen Reifen im zweiten Stint kontinuierlich aus.

Marco Wittmann mit glänzendem Rennwochenende am Nürburgring
Foto: Jens Hawrda

Wittmann glänzte in beiden Rennen. Am Samstag verbesserte er sich um neun Ränge von Platz 14 am Start auf Rang fünf im Ziel. Am Sonntag brachten ihn die perfekte Strategie und die starken Boxenstopps des Schubert-Teams aufs Podium. Es war sein zweites in dieser Saison, und in der Fahrerwertung rangiert er mit 101 Punkten auf Position sieben. Schubert Motorsport belegt in der Teamwertung mit 213 Punkten Platz zwei.

Stimmen zum Rennwochenende

Torsten Schubert (Teamchef Schubert Motorsport): „Das war ein Wochenende mit Höhen und Tiefen. Natürlich freuen wir uns riesig über den Zweifachsieg am Sonntag, aber am Samstag hatten wir leider nicht die Performance, die wir gebraucht hätten, und haben wichtige Punkte liegenlassen. Am Sonntag waren beide Fahrer mit den Autos sehr zufrieden und konnten sich von den guten Startplätzen bis ganz an die Spitze arbeiten. Mit Blick auf die Meisterschaft haben wir hier viele Punkte geholt, müssen aber nun weiterkämpfen. Denn mit dem Sachsenring kommt nun eine Strecke, auf der wir uns in der Vergangenheit schwergetan haben.“

René Rast (#33 RoboMarkets BMW M4 GT3 EVO, R1: 14. Platz, R2: 1. Platz): „Der Sieg am Sonntag ist ein fantastischer Abschluss des Nürburgring-Wochenendes. Ich habe schon in der Einführungsrunde gemerkt, dass mein BMW M4 GT3 EVO fantastisch auf der Straße liegt und extrem guten Grip hat. Entsprechend konnte ich von Rennbeginn an attackieren und einen überraschend souveränen Sieg einfahren. Ich hatte auf ein Podium gehofft, aber mit dem Sieg hatte ich nicht gerechnet. Leider haben wir am Samstag Punkte liegenlassen, aber dank der Ausbeute am Sonntag bin ich doch wieder im Titelrennen zurück. Jetzt geht es auf den Sachsenring, wo wir traditionell eher ein paar Probleme haben. Dort gilt es, das Maximum an Punkten mitzunehmen.“

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 GT3 EVO, R1: 5. Platz, R2: 2. Platz): „Das war ein sehr gutes Wochenende, ich bin wirklich glücklich. Platz fünf am Samstag von Startposition 14 war schon eine großartige Aufholjagd. Dann heute mit Platz zwei von Rang sieben am Start noch einen draufzusetzen, ist fantastisch. Das Team hat einen großartigen Job mit der Strategie und den Boxenstopps gemacht. Das waren die Schlüssel zu diesem Erfolg. Besonders nach der Nullnummer bei meinem Heimspiel auf dem Norisring war dieses Wochenende eine Erleichterung.“


Durchbruch am Nürburgring: Emil Frey Racing triumphiert mit historischem DTM-Doppelsieg

Jack Aitken, Ferrari #14
Foto: Jens Hawrda

Der Fluch der Eifel ist gebrochen: Emil Frey Racing gelang zum Auftakt der zweiten DTM-Saisonhälfte mit dem ersten Doppelsieg in der DTM der grosse Befreiungsschlag. Jack Aitken gewann das turbulente neunte Saisonrennen und übernahm die Führung in der Gesamtwertung, während DTM-Neuling Ben Green als Zweiter seinen Premieren-Podestplatz feierte. Die Ferrari-Stärke hatte sich bereits im Qualifying angedeutet, als drei Emil Frey Boliden die ersten vier Startpositionen unter sich ausmachten. Auch wenn der Sonntag ein Tag zum Vergessen war, so geht man gestärkt in den nächsten DTM Lauf in zwei Wochen am Sachsenring.

Benn Green, Ferrari #10 holt sein erstes DTM-Podium
Foto: Jens Hawrda

Rennen 1 – Samstag, 09. August 2025

Der Start in die zweite DTM-Saisonhälfte hätte für Emil Frey Racing kaum besser verlaufen können. Auf der GP-Strecke am Nürburgring, wo das Schweizer Team jahrelang Mühe hatte, gelang beim fünften Lauf der Meisterschaft endlich der ersehnte Durchbruch – der Eifel-Fluch war gebrochen. Bereits im Qualifying stellte das Team seine Stärke eindrucksvoll unter Beweis: Jack Aitken sicherte sich seine dritte Pole Position der Saison, dicht gefolgt von Teamkollege Thierry Vermeulen auf Platz zwei. Ben Green komplettierte die starke Teamleistung mit dem vierten Startplatz.

Das neunte Saisonrennen begann turbulent: Während Pole-Setter Jack Aitken das Feld sauber anführte, erwischte Thierry Vermeulen einen schlechten Start. Nach dem Verlust mehrerer Positionen wurde der Niederländer in der zweiten Runde von Maro Engel im #24 Mercedes-AMG in Kurve 7 von der Strecke gedrängt und fiel auf Platz 20 zurück.

Mehrere Kollisionen in der chaotischen Anfangsphase zwangen die Rennleitung zum Abbruch. Nach dem Neustart behauptete Jack Aitken erneut die Führung, während sich Ben Green geschickt in der ersten Kurve auf Platz zwei vorschob.

Nach den Boxenstopps geriet Jack Aitken unter Druck von Ricardo Feller im #29 Audi, der sich zunächst die Spitze schnappte. Über viele Runden entwickelte sich vor den vollbesetzten Tribünen ein packendes Duell um den Sieg, zeitweise kämpften vier Fahrzeuge Rad an Rad um die Führung. Während Jack Aitken als Zweiter lauerte, hatte Ben Green nach seinem Boxenstopp Positionen verloren und lag auf Rang vier. In Runde 29 schlug Jack Aitkens Stunde: Mit einer entscheidenden Attacke holte sich der Brite die Führung zurück. Kurz darauf nutzte auch Ben Green seine Chance – nachdem er sich im Duell mit Marco Wittmann den dritten Platz gesichert hatte, überholte der DTM-Rookie auch noch den Audi von Ricardo Feller.

Der Triumph war perfekt: Emil Frey Racing feierte seinen ersten Doppelsieg in der DTM-Geschichte. Jack Aitken übernahm erstmals die Führung in der Fahrermeisterschaft, während Rookie Ben Green mit seinem ersten DTM-Podium für das i-Tüpfelchen sorgte. Nach Jahren der Enttäuschung am Nürburgring hatte das Schweizer Team endlich seinen grossen Moment gefunden.

Thierry Vermeulen mit Pech in Rennen 2
Foto: Jens Hawrda

Rennen 2 – Sonntag, 10. August 2025

Das Kontrastprogramm folgte prompt: Am Sonntag präsentierte sich ein völlig anderes Bild für Emil Frey Racing. Meisterschaftsführer Jack Aitken musste sich mit Startplatz 16 begnügen, Ben Green folgte auf Rang 17. Einzig Thierry Vermeulen schaffte mit Position zehn noch den Sprung in die Top-10.

Im Rennen kämpfte sich Jack Aitken nach dem ersten Boxenstopp auf Platz 15 vor und überholte anschliessend den Porsche von Morris Schurig für Position 14. Es folgte ein teaminternes Duell zwischen Jack Aitken und Thierry Vermeulen, bevor der Brite einen herben Rückschlag hinnehmen musste: Ricardo Feller drehte den Meisterschaftsführer in einer Kollision von der Strecke und somit weit nach hinten. 

Ben Green kämpfte sich bis zum Schluss nach vorne und setzte Mirko Bortolotti im Lamborghini unter Druck, konnte auf dem 15. Rang noch einen Punkt einfahren - nach dem Samstags-Höhenflug der Einzige für das Team am Sonntag. Jack Aitken liegt nun auf Rang 2 der Fahrerwertung mit acht Punkten Rückstand auf den Führenden, Lucas Auer im Mercedes-AMG.

Fahrerstimmen - Emil Frey Racing 

Jack Aitken (Grossbritannien)

„Es war ein etwas unausgewogenes Wochenende, aber das Team hat das Tempo, das wir am Samstag hatten, fantastisch genutzt und einen Doppelsieg eingefahren. Ich habe mich sehr gefreut, Ben mit mir auf dem Podium zu sehen. Enttäuschend war jedoch, dass alle Ferraris am Sonntag so grosse Probleme hatten, obwohl wir ohne den Dreher ein paar Punkte hätten holen können.“

Thierry Vermeulen (Niederlande)

„Es war ein schwieriges Wochenende für mich. Erst mein schlechter Start am Samstag, wo ich viele Positionen verlor, und dann wurde ich noch im mittleren Sektor ins Aus manövriert. Sehr schade und es tut mir sehr leid für das Team.“

Ben Green (Grossbritannien)

„Auf genau diesen Moment habe ich lange hingearbeitet. Man hat im Qualifying schon gesehen, dass unser Auto richtig stark ist. Das haben wir auch im Rennen gezeigt. Spektakulär war mein Manöver gegen Marco Wittmann, als wir nebeneinander durch die Schikane sind. Unsere Fahrzeuge haben sich berührt, aber aus meiner Sicht gehört das in der DTM dazu.“


IDM Assen 2025: Zurück aus der Sommerpause und massenhaft Überraschungen

Foto: Jens Hawrda

Am kommenden Wochenende endet die Sommerpause in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM). Einige Fahrer haben die rennfreie Zeit genutzt, um auf verschiedenen Strecken zu testen, andere blieben zu Hause. Die Vorbereitungen für die verbleibenden drei Saison-Events waren völlig unterschiedlich. Das Aufeinandertreffen im niederländischen Assen vom 15. bis 17. August 2025 steckt also voller Überraschungen. Drei IDM-Klassen, die Sidecar-WM und die zwei Cups Pro Superstock 1000 und Kawasaki Ninja ZX-4RR sind auf dem TT Circuit am Start.

IDM Superbike: Drei Punkte und nur eine Frage der Zeit?

In der IDM Superbike reist Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) als Spitzenreiter an. Der einzige permanente Honda-Fahrer im Feld hat drei Punkte Vorsprung auf seinen größten Verfolger Lukas Tulovic (Triple M Ducati Racing Frankfurt). Nach dessen Durchmarsch in Oschersleben vor der Sommerpause, wobei er das erste Rennen mit 3,916 Sekunden und das zweite mit 4,227 Sekunden Vorsprung gewann, ist es für Jens Holzhauer nur eine Frage der Zeit, wann der Baden-Württemberger die Tabellenführung übernimmt. „Ducati ist nicht zu schlagen, jedenfalls nicht aus eigener Kraft“, meint er, wirft aber die Flinte dennoch nicht ins Korn, „denn abgerechnet wird erst nach dem letzten Rennen beim IDM-Finale in Hockenheim. Der Teamchef war am vergangenen Wochenende mit seinem Fahrer zum Testen auf der badischen Rennstrecke.

Tulovic hofft, dass er seinem Gegner schon in Assen die Führung in der Gesamtwertung abnehmen kann. „Wir haben zwar keine Daten für die Ducati, auf die wir zurückgreifen könnten, aber die Streckencharakteristik kommt uns entgegen. Der Kurs ist schnell und flüssig zu fahren, das liegt mir persönlich auch gut.“ Tulovic hat sich in der Sommerpause die Zeit vorwiegend als Instruktor bei Renntrainings vertrieben und damit etliche Kilometer abgespult.

Beim Tabellen-Dritten Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) aus Estland steht erst seit Samstag fest, dass er an den Rennen teilnimmt. Der 27-jährige BMW-Fahrer war in Oschersleben nicht nur im ersten Rennen gestürzt und hatte sich dabei in der rechten Hand zwei Finger gebrochen und einen weiteren bis auf den Knochen abgeschürft, sondern er hatte dadurch auch die bis dahin gehaltene Tabellenführung verloren. Den Langstrecken-WM-Lauf vor einer Woche in Suzuka musste Soomer noch sausen lassen. Er schonte sich für die IDM-Rennen in Assen und war letzten Samstag wieder fit.

Toni Finsterbusch (GERT56 by RS Speedbikes) will Soomer vom dritten Platz verdrängen, „denn verschlechtern gegenüber dem Vorjahr will ich mich ja nicht. Also muss ich gut Punkte holen und die Jungs in meinem Umfeld ein bissel ärgern.“ Von Soomer trennen ihn 11 Punkte. Alt und Tulovic lässt er außen vor. Gegen die Beiden scheint derzeit kein Kraut gewachsen zu sein.

Ob Leandro Mercado (BMW), Jan-Ole Jähnig (BMW), Lorenzo Zanetti (Ducati) oder Twan Smits (Yamaha) und alle anderen im Fahrerfeld: Das geballte Kraftpaket lässt den TT Circuit Assen beben. Mehr Action geht nicht. Und niemand kann sich in der höchsten deutschen Motorradklasse einen Fehler leisten, wenn er vorne mitspielen will. Aber es haben bisher nur drei Fahrer geschafft, in jedem Rennen das Ziel zu erreichen und auch Punkte zu holen: Toni Finsterbusch, Jan-Ole Jähnig und Twan Smits, der in Assen sein Heimrennen hat. Einer muss zuschauen: Jan Mohr. Die Gehirnerschütterung vom Most-Sturz ist noch nicht vollständig abgeklungen. Der Schweizer Superbike Pilot Dominique Aegerter springt dafür am kommenden Wochenende bei der IDM in Assen im Team SWPN ein.

IDM Supersport: In der Verfolgergruppe passt kein Blatt dazwischen

In der IDM Supersport trennen die Titelfavoriten auch nur drei Punkte. Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) führt die Meisterschaft vor Dirk Geiger (MCA Racing) seit Anfang Juli an. Seitdem ist er keinen Meter mehr auf seiner Yamaha gefahren. Der Österreicher musste für seine Abschnittsprüfung bei der Polizei-Ausbildung lernen. Am 12. August wird in der Theorie abgerechnet. Das MCA-Team testete in der Sommerpause mit dem aus Mannheim stammenden Dirk Geiger und Julius Caesar Rörig in Hockenheim. Geiger hatte auf seiner Honda zuletzt den ersten Lauf in Oschersleben nach einer sensationellen Aufholjagd vom letzten Platz aus gewonnen. „Was Dirk gezeigt hat, das war einfach unglaublich“, gesteht selbst Kofler und ist dennoch überzeugt davon, die Tabellenführung bis zum Saisonende halten zu können.

Der Belgier Luca de Vleeschauwer (Ducati), der Pole Daniel Blin (Ducati), der Tscheche Štepán Zuda (Yamaha) und der Deutsche Marvin Siebdrath (Yamaha) folgen mit Respektabstand, dafür passt untereinander zwischen die Konkurrenten fast kein Blatt.

IDM Sportbike: Fährt Svendsen die Gegner weiterhin in Grund und Boden?

In der neuen IDM Sportbike ist der Däne Oliver Svendsen vom Triumph Germany Team mit 169 Meisterschaftspunkten der überragende Einsteiger. Fünf Siege in acht Rennen sind schwer beeindruckend. Aprilia-Fahrer Petr Svoboda (WRP Racing) aus Tschechien hat 40 Punkte Rückstand und nur einen Zähler Abstand nach hinten zum Dritten Iñigo Iglesias (Wematik Racing by RT Motorsports). Seit der ehemalige WM-Fahrer in die Klasse gekommen ist, ticken die Uhren anders und er eilt mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf seiner Triumph durch die Tabelle. Wie weit kommt er noch nach vorne? Und wem gelingt noch ein Sieg? Svoboda und auch der Deutsche Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13) auf der Yamaha schafften es bisher schon mehrfach aufs Podest, aber nie nach ganz oben.

Noch mehr Programm gefällig? Der Kawasaki ZX-4RR Cup, die Klasse Pro Superstock 1000 und die Sidecar-Weltmeisterschaft sind in Assen mit am Start. „Full House“ ist angesagt. Und das alles bei 10,00 Euro für das Freitagsticket, 30,00 Euro als Samstagseintritt und 40,00 Euro für den Sonntag. Clever sparen lässt sich mit dem Wochenendticket für 55,00 Euro. Es gilt für alle Tage und beinhaltet auch den Zutritt ins Fahrerlager und zum Fan-Walk. Näher ran ans Geschehen kommt man sonst nirgendwo. IDM bedeutet nämlich auch: Mittendrin statt nur dabei. Für Jugendliche bis 14 Jahren ist der Eintritt frei.


Mittwoch, 13. August 2025

IDM Supersport: Luca Göttlicher siegt bei Ausflug in die Niederländische Meisterschaft

Luca Göttlicher. Kawasaki ZX-6R #99
Foto: Jens Hawrda

Nach dem Höhenflug bei seinem Supersport-Einstieg vor einem Jahr ist Luca Göttlicher inzwischen hart gelandet. Nach dem Wechsel von Triumph zu Kawasaki und mit noch deutlich mehr Konkurrenz in der Klasse, war der Ausflug in die Niederländische Meisterschaft am Wochenende Balsam für die Seele von „Lucky Luc“.

Wenn die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft am 15. August aus der Sommerpause auf die Rennstrecke zurückkehrt, geht die Reise auf den niederländischen TT-Circuit in Assen. Luca Göttlicher hat dort gestern beim gemeinsamen Test des Kawasaki Weber Racing Teams und dem Kollegen Valentino Herrlich im Rahmen der Niederländischen Meisterschaft einen Supersport-Lauf gewonnen.

Regen, Regen und noch mehr Regen. Nach den nassen Qualifyings ging der 18-jährige Luca Göttlicher als Dritter aus der ersten Startreihe ins Rennen und siegte am Ende mit zwei Sekunden Vorsprung. Der blondgelockte Bayer war nach der langen Durststrecke selig, reckte schon auf der Start- und Zielgerade den Zeigefinger in die Höhe mit dem deutlichen Signal: Hier bin ich. „Das tat zwischendurch richtig gut“, meinte der Kawasaki-Fahrer, dessen aktuelle IDM-Saison sehr zäh verläuft und der realistisch über seinen Triumph in Assen sagt: „Wir sind eben heute auch kein IDM-Rennen gefahren. Und was ich mich in der IDM letztes Jahr für einen dritten Platz abgerackert habe, das mache ich jetzt für einen 13.“

Als Gastfahrer, der außerhalb der Meisterschaftswertung fuhr, nahm Göttlicher keinen Pokal mit nach Hause, dafür als Andenken eine Schiene aus dem Krankenhaus für den rechten Arm. Im zweiten Rennen hatten sich die Ereignisse überschlagen. Der Teenager kam in Führung liegend aus der ersten Runde zurück. „Dann hing der rechte Knieschleifer auf halb acht und ist nach hinten geklappt“, erzählt Göttlicher. Und weiter: „Ich habe ihn wieder angeheftet, bevor er komplett weggeflogen ist. Valentino war Erster und hat mit Elektrikproblemen die Hand gehoben, bevor er rausgefahren ist. Ich habe Probleme mit dem Vorderrad gekriegt und bin über die nasse Kerbs gestürzt. Die Motordrehzahl ist nochmal hochgeschossen. Das war´s. Es ist genau am selben Punkt passiert, an dem Valentino schon im Kiesbett am Rand gestanden hat.“

Göttlichers linke Hand wurde im Krankenhaus geschient, aber tragisch sieht der behandelte Rennfahrer die Verletzung nicht: „Am kommenden Wochenende will ich Supermoto fahren, um mich weiter auf die IDM vorzubereiten.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

Prototype Cup: Danny Soufi und Pavel Lefterov sind Champions

Danny Soufi und Pavel Lefterov gewinnen auch Lauf zwei auf dem Nürburgring. Alle vier Mücke-Youngster auf dem Podium. Trophy-Meisterschaft geht vorzeitig an Thomas Ambiel.

So feiern Meister: Pavel Lefterov (links) und Danny Soufi (rechts) ist der Titel nicht mehr zu nehmen
Foto: ADAC-Motorsport

Am Ende vom zehnten Saisonrennen des Prototype Cup Germany jubelten einmal mehr Danny Soufi (22/USA) und Pavel Lefterov (27/BUL, beide Konrad Motorsport). Und der Jubel fiel dieses Mal sogar etwas lauter aus, denn die bulgarisch-amerikanische Paarung darf sich vorzeitig Meister im Prototype Cup Germany 2025 nennen. „Ich bin happy und auch erleichtert, dass wir es hier geschafft haben, nachdem wir durch den Sieg gestern schon so nah dran waren“, strahlte Soufi, der seit dem Premierenjahr des Prototype Cup Germany im Jahr 2022 in der deutschen LMP3-Serie am Start ist. Und auch Lefterov freute sich: „In meiner ersten Saison in der LMP3-Klasse gleich Meister zu werden ist natürlich besonders. Das Team hat uns immer ein tolles Auto zur Verfügung gestellt und Danny als Teamkollege war für mich perfekt. Er ist schnell und wir passen auch menschlich sehr gut zusammen.“ Platz zwei im Rennen auf dem Nürburgring ging an die besten Junioren Riccardo Leone Cirelli (17/ITA) / Mattias Bjerre Jakobsen (18/DEN) vor Mattis Pluschkell (21/Elmenhorst) / Maksymilian Angelard (18/POL, alle BWT Mücke Motorsport). In der Trophy revanchierte Thomas Ambiel (45/Eppingen, Rinaldi Racing) sich für seine gestrige Niederlage gegen Michael Herich (48/Brühl, Gebhardt Intralogistics Motorsport) und gewann vor dem Gebhardt-Piloten. Damit ist dem Rinaldi-Schützling der Titel in der Trophy-Wertung nicht mehr zu nehmen.

Am Start ging Lefterov in Führung, während Cirelli sich in der ersten Runde im Kampf um den zweiten Platz gegen Alexzander Kristiansson (25/SWE, Gebhardt Intralogistics Motorsport) durchsetzen konnte. Aufgrund eines Drehers mit Einschlag in die Streckenbegrenzung von Jérémy Siffert (22/SUI, Badischer Motorsport Club) kam das Safety Car auf die Strecke, doch auch nach dem Restart blieb die Reihenfolge an der Spitze unverändert. Kristiansson musste in seinem Rückspiegel nun auf Maxim Dirickx (21/BEL, Aust Motorsport) aufpassen und Zino-Ferret Fahlke (18/Hergiswil, Konrad Motorsport) durfte sich als Fünfter keinen Fehler erlauben, denn Angelard lauerte direkt hinter ihm.

Nach den Boxenstopps war Lefterovs Partner Soufi Erster und Cirellis Teamkollege Jakobsen behielt die Position des Italieners. Auf Rang drei jedoch gab es eine Veränderung, denn durch die längere Standzeit von Kristiansson, der auf Oscar Tunjo (29/COL, Gebhardt Intralogistics Motorsport) wechselte, konnten sich Dirickx und Sven Barth (44/Eberbach, Aust Motorsport) um einen Platz nach vorne schieben. Doch von hinten näherte sich Pluschkell mit großen Schritten, überholte erst Ambiel und machte dann Jagd auf Barth. In der letzten Runde griff er den Aust-Piloten an, der Routinier verteidigte sich und Pluschkell drehte sich. Eine Fünf-Sekunden-Strafe für die Verursachung der Kollision warf Barth und Dirickx letztendlich an die fünfte Stelle zurück. Somit erbten Pluschkell und Angelard Rang drei vor Tunjo / Kristiansson. Fahlke sah die Zielflagge als Sechster vor Ambiel und vor dem Duo Herich / Mikkel C. Johansen (38/DEN, Gebhardt Intralogistics Motorsport). 

Weitere Stimmen zum Rennen

Riccardo Leone Cirelli (Zweiter): „Das Rennen heute war ein Schritt vorwärts für uns, denn bis zum Abbau der Reifen hat es deutlich länger gedauert als gestern. Da hat uns aber sicher auch die Safety-Car-Phase geholfen. Generell bin ich mit dem zweiten Platz glücklich, denn es war für uns heute das Maximum.“ 

Mattias Bjerre Jakobsen (Zweiter): „Ich habe etwas Zeit beim Boxenstopp verloren, weil ich vielleicht etwas langsam reagiert habe und nicht optimal losgefahren bin. Am Ende hat es aber doch zum zweiten Podestplatz an diesem Wochenende gereicht. Das Team hat einen guten Job gemacht, so dass wir uns von Session zu Session steigern konnten.“

Maksymilian Angelard (Dritter): „Das Wochenende war zunächst nicht einfach, ich war nicht schnell genug. Doch dann habe ich versucht, mir wenige Druck zu machen und meinen Kopf frei zu bekommen, was relativ gut funktioniert hat. Im zweiten Rennen war mein Job, den Rückstand auf meine Vorderleute nicht zu groß werden zu lassen, was mir auch gelungen ist. Mattis hat dann den dritten Platz nach Hause gebracht.“

Mattis Pluschkell (Dritter): „Ich habe mich heute im Auto wohler gefühlt als gestern, habe aber auch meinen Fahrstil etwas geändert. Ich bin in meinem Stint immer näher an Sven rangekommen, war dann aber länger hinter ihm, weil er sich breit gemacht hat und weiß, wie man sich verteidigt. In der letzten Runde habe ich es dann probiert, wir haben uns berührt und ich habe mich gedreht. Ich denke, es war ein Rennunfall mit etwas mehr Schild bei Sven als bei mir, denn Sven lag zum Zeitpunkt der Berührung hinter mir.“

Quelle: adac-motorsport.de