Donnerstag, 12. Juni 2025

IDM Sportbike: Dritter Teamwechsel für Iglesias in dieser Saison

Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft trägt in anderthalb Wochen im tschechischen Most die nächsten Rennen aus. Bei der dritten IDM-Saisonveranstaltung startet der Spanier Iñigo Iglesias zum dritten Mal in einem anderen Team. Bei Wematik Racing by RT Motorsports und in der Sportbike-Klasse soll er jetzt endgültig bleiben.

Iglesias hat turbulente Zeiten hinter sich. Trennung vom Supersport-Team nach dem Saisonstart in Oschersleben. Doppelsieg als Ersatzfahrer in der neuen Sportbike-Klasse auf dem Schleizer Dreieck. Der 23-jährige Spanier war hin- und hergerissen. Sein Teammanager Rob Vennegoor will jetzt Ruhe in die Geschichte bringen. Der Niederländer bringt unter seiner Leitung die Mannschaft Wematik Racing by RT Motorsports an den Start. Die Zusammenarbeit mit Sponsor Wematik, der von Anfang an mit an Bord war, bildet das Fundament für Vennegoors neues Abenteuer. Das Team setzt dabei auf eine professionell von PHR Performance vorbereitete Triumph Daytona 660. Dahinter steht der 14-fache TT-Sieger Peter Hickman.

Iñigo Iglesias stellt sich der Herausforderung mit dem klaren Ziel, 2026 in die neue Klasse WorldSBK Sportbike aufzusteigen. Sie wird die Supersport 300-WM ersetzen wird. Weil die IDM mit der Sportbike-Klasse schon ein Jahr eher am Start ist, bieten sich hier beste Voraussetzungen, um sich für die späteren Rennen im Rahmen der Superbike-WM vorzubereiten.

Iglesias und Vennegoor verbindet schon lange eine erfolgreiche Partnerschaft

Gemeinsam konnten sie 2023 den Titel in der IDM Supersport 300 gewinnen. In seiner Erfolgssaison verpasste Iglesias nur in zwei Rennen das Podium. Er errang vier Siege, vier zweite Plätze und drei dritte Plätze, sammelte 261 Punkte und gewann die Meisterschaft mit einem Vorsprung von 60 Punkten. Dazu kamen etliche Erfolge in der WorldSSP300: drei Siege und zehn Podestplätze.

Vor den Rennen in Most absolviert das Team am kommenden Montag einen Testtag im englischen Cadwell Park, der nur zehn Minuten von „Hickys“ Firma entfernt liegt.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Mittwoch, 11. Juni 2025

TGI Team Lamborghini by GRT mit starker Leistung und Pech bei der DTM in Zandvoort

  • Ein turbulentes Samstagsrennen folgte auf Jordan Peppers erste DTM-Pole-Position.
  • Luca Engstler hatte Pech im ersten Rennen und zeigte in Rennen 2 eine starke Aufholjagd.
  • Gottfried Grasser, Teamchef GRT: „Das Wochenende war super, bis zum ersten Boxenstopp am Samstag!“

Jordan Pepper, Lamborghini #63
Foto: Jens Hawrda

Das TGI Team Lamborghini by GRT supported by Automobili Lamborghini Squadra Corse erlebte am vergangenen Wochenende ein Wechselbad der Gefühle. Beim dritten Lauf der DTM-Saison 2025 in Zandvoort (6. bis 8. Juni) erlebte das Team so ziemlich alles: Von der Pole Position und Doppelführung über turbulente Rennszenen und unglückliche Boxenstopps bis hin zum Ausfall von Jordan Peppers Lamborghini Huracán GT3 EVO2 #63 und einer starken Aufholjagd von Luca Engster im Sonntagsrennen. Mit insgesamt drei Top-Ten-Platzierungen sammelten die beiden GRT-Piloten weitere wertvolle Meisterschaftspunkte.

Der dritte DTM-Lauf in Zandvoort startete vielversprechend: Jordan Pepper umrundete den niederländischen Dünenkurs im nassen Qualifying am Samstagmorgen in 1:42,194 Minuten. Mit einem Vorsprung von 0,008 Sekunden sicherte sich der 28-jährige Südafrikaner die erste Pole Position seiner DTM-Karriere. Peppers Teamkollege Luca Engstler gelang bei nassen und windigen Bedingungen ein ähnliches Kunststück und sicherte sich mit einer Zeit von 1:42,211 Minuten den dritten Startplatz.

Zu Rennbeginn auf nasser Strecke behauptete Pepper souverän seine Spitzenposition, während Engstler innen in Kurve 1 auf Platz zwei vorrücken konnte. Die Doppelführung von GRT hielt bis zum Öffnen des Boxenstoppfensters. Zunächst abtrocknende Strecke, gefolgt von erneutem Regen, machte die Reifenwahl zu einem Glücksspiel. Dies führte zu chaotischen Szenen, Rennunfällen und einem durcheinandergewürfelten Klassement. Ein technischer Defekt an einem Schlagschrauber während eines Reifenwechsels kostete Pepper zusätzlich wertvolle Zeit. Zurück auf der Strecke kämpfte der Südafrikaner weiterhin mit seinen Reifen, die nach einer Safety-Car-Phase nicht die optimale Temperatur erreichten. Pepper verlor in dieser Phase mehrere Positionen und überquerte die Ziellinie schließlich auf dem achten Platz.

Luca Engstler, Lamborghini #19
Foto: Jens Hawrda

Luca Engstler überquerte die Ziellinie als Vierter und verpasste im Samstagsrennen knapp das Podium. Der 25-jährige Lamborghini-Werksfahrer erhielt jedoch nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe für eine Kollision zu Beginn des Rennens. Besonders bitter: Da das Feld aufgrund einer späten Safety-Car-Phase zum Schluss sehr eng zusammenlag, wurde Engstler durch die Zeitstrafe um sechs Plätze von Platz vier auf zehn zurückversetzt. Sein Teamkollege Pepper konnte sich dadurch vom achten auf den siebten Platz verbessern.

Das DTM-Sonntagsrennen auf trockener Strecke verlief deutlich weniger dramatisch als am Vortag – und für Jordan Pepper leider auch deutlich kürzer. Ein Reifenschaden in der ersten Runde führte zu einem außerplanmäßigen Boxenstopp und schließlich zum Ausscheiden aus dem für ihn aussichtslos gewordenen Rennen. Sein Teamkollege Luca Engstler im Lamborghini Huracán GT3 EVO2 #19 zeigte derweil eine bemerkenswerte Aufholjagd. Eine fehlerfreie Leistung und gutes Timing bei den Boxenstopps ermöglichten dem GRT-Piloten, sich vom 14. Startplatz bis auf den sechsten Platz im Ziel vorzuarbeiten.

Nach den Rennen in Zandvoort ist Jordan Pepper bester Lamborghini-Pilot auf Platz acht der Fahrerwertung, gefolgt von Engstler auf Platz elf. Das TGI Team Lamborghini by GRT belegt in der Teamwertung den vierten Platz. Die DTM wird am Wochenende vom 4. bis 6. Juli auf dem Norisring fortgesetzt.

Stimmen zum Rennwochenende

Jordan Pepper: „Das war nicht das Wochenende, das wir uns vorgestellt hatten. Das Ergebnis spiegelt nicht unsere Pace und Leistung wider. Was das Qualifying für das Samstagsrennen angeht, lief es nahezu perfekt. Es war super, meine erste Pole Position in der DTM mit dem Team zu teilen. Startplatz acht für das Sonntagsrennen war auch nicht schlecht, zumal wir im Training noch einige Probleme hatten. Leider liefen die beiden Rennen nicht nach Plan. Aber auch das gehört zum Motorsport dazu. Im Samstagsrennen konnte ich mich am Start etwas absetzen. Leider haben wir beim Boxenstopp unsere Siegchance verspielt. Aber wir sind ein Team und gewinnen und verlieren gemeinsam. Das Sonntagsrennen war für mich im Grunde schon gelaufen, bevor es überhaupt begonnen hatte. Der Kontakt zu Beginn hat meinen linken Vorderreifen beschädigt und ich musste das Rennen aufgeben. Aber wir werden gestärkt zurückkommen. Das Wochenende hat gezeigt, welches Potenzial in uns steckt.“

Luca Engstler: „Das war ein Wochenende mit gemischten Gefühlen für mich. Am Samstag bin ich Vierter geworden und wurde dann bestraft und auf Platz zehn gewertet. Das ist bitter, denn ich hatte gute Chancen aufs Podium. Wir haben uns als Team stark verbessert. Das Rennen hat gezeigt, dass wir im Kampf um die Spitzenplätze mithalten können. Das ist sehr positiv. Das haben wir am Sonntag auch ganz gut umgesetzt. Ich bin von Platz 14 gestartet und als Sechster ins Ziel gekommen, wieder der schnellste Lamborghini. Wir haben alles rausgeholt, was möglich war – das fühlt sich gut an. Aber natürlich wollen wir alle noch ein bisschen mehr und um die großen Punkte kämpfen. Ich freue mich schon darauf, am Norisring wieder anzugreifen.“

Quelle: grasser-racing.com


Dienstag, 10. Juni 2025

IDM Superbike: Weniger „Shez“ Morais und mehr Justin Hänse

Sheidan Morais, Yamaha R1 #32
Foto: Jens Hawrda

Das Level in der IDM Superbike liegt hoch. Das hat Sheridan Morais gewusst. Dass für ihn beim Saisonauftakt nur ein einziger Punkt herausgesprungen ist, hat den Südafrikaner aber erstaunt. Auf dem Schleizer Dreieck ist er zuletzt überhaupt nicht angetreten. Das ist reine Strategie, wie idm.de erfahren hat.

Top-Ten-Plätze sind das Ziel im Team Motorradtke GYTR Pro Shop by Penz13. Doch der Anfang des einzigen Teams, das von Yamaha offiziell unterstützt wird, ist schwer. Zumindest in Deutschlands höchster Motorradrennsportklasse. Weil die Einigung mit Sheridan „Shez“ Morais erst kurz vor dem Saisonauftakt passierte, musste bei Teamchef Lars Sänger alles flott gehen. Aber auch wenn er einer der besten Mechaniker Deutschlands ist: hexen kann er nicht. In Oschersleben lobte Morais das gute Chassis der Yamaha YZF-R1, doch der Trainingsrückstand ließ sich nicht wettmachen, gleich gar nicht die Probleme mit der Elektronik. „Wir haben bei der Magneti Marelli festgehangen“, sagt Sänger, „aber wir waren anschließend in Schleiz testen und haben maßgebliche Fortschritte gemacht.“

Sänger sieht seinen Fahrer, der in der Supersport-WM Siege geholt hat und in der Langstrecken-WM zu Hause ist, nicht mehr länger am Ende der Startaufstellung. „Wir verfolgen unseren Testplan, auch wenn das manchmal schwerfällt.“ Wer Sänger kennt, weiß bald, dass der 41-jährige Thüringer nur ungern im Schatten steht.

Viel Logistik nötig und ein phänomenaler Einstand von Justin Hänse

Morais ist offiziell nur für Events gebucht und Sänger gibt preis: „Wir müssen genau planen, wo wir ihn einsetzen und das Equipment mitnehmen. Das Schleizer Dreieck war nicht auf dem Zettel. Shez war als Riding Coach für die Apreco-Jungs Twan Smits und Lennox Lehmann vor Ort. Zur Apreco-Mannschaft haben wir einen guten Draht.“ Sheridan Morais selbst wird in knapp zwei Wochen wieder auf dem Superbike sitzen. „Die Rennen in Most kriegen wir logistisch auf die Reihe.“ Aber das „Wunder aus Korbußen“, wo die Motorradtke GbR als eingefleischter Yamaha-Vertragshändler ihren Sitz hat, wird zumindest in der IDM Superbike noch auf sich warten lassen.

In der neuen Klasse IDM Sportbike hat das Team dagegen voll eingeschlagen. „Der zweite Platz von Justin Hänse auf der Yamaha R7 in der Gesamtwertung ist phänomenal“, ist Sänger ganz aus dem Häuschen und fügt gleich hinzu: „Auf diese Klasse konzentrieren wir uns jetzt und wir werden keine Ressourcen wegnehmen, sondern alle Kraft dort hineinstecken. Ich bin auch stolz auf unseren zweiten Fahrer Cedric Holme Nielsen. Er hat eine Wahnsinnsentwicklung gemacht.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


GT Masters: Raue Bedingungen in Zandvoort für Land-Motorsport


Carrie Schreiner / Allain Valente, Audi R8 #68
Foto: Jens Hawrda

Stürmische Böen, teils starker Regen und eher spätherbstliche Temperaturen bildeten die Rahmenbedingungen für das zweite Rennwochenende beim ADAC GT Masters in Zandvoort. Für Carrie Schreiner und Alain Valente nicht gerade die allerbesten Voraussetzungen auf dem Dünenkurs an der holländischen Nordseeküste.

Zunächst hatte die deutsch-schweizerische Fahrerpaarung im ersten Qualifying aber dort weiter gemacht, wo sie auf dem Lausitzring im zweiten Rennen aufgehört hatte: mit Platz sieben. „Wenn es noch etwas optimaler gelaufen wäre, hätte es am Ende auch Rang fünf oder sechs werden können“, bewertet Alain Valente seinen Auftritt. Das erste Rennen endete allerdings auf Platz elf. Und auch wenn sie vier Plätze abgeben mussten, blieben immer noch fünf Punkte, die sie mit nach Hause nehmen konnten.

Für Carrie Schreiner waren die wechselnden Bedingungen im zweiten Qualifying am nächsten Tag noch unberechenbarer. „Es war nass und trocken. Deshalb fanden wir erst spät unseren Rhythmus“, so die 26-Jährige. Zu spät aus Sicht der Land-Mannschaft. Denn während des plötzlichen Wolkenbruchs am Ende des Qualifyings, der die Formel 1-Strecke insbesondere im letzten Abschnitt teilweise unter Wasser setzte, bot sich keine Gelegenheit mehr für einen weiteren Angriff auf vordere Plätze. Im Rennen, vier Stunden später, sammelte die beiden Piloten in ihrem Audi R8 LMS GT3 mit Platz 13 noch drei Punkte für die Gesamtwertung.

Nächster Stopp Nürburgring: Auf dem Eifelkurs gastiert das ADAC GT Masters in gut fünf Wochen. Wie Zandvoort ist die frühere Formel 1-Rennstrecke berühmt dafür, dass sich das Wetter und damit die Streckenbedingungen blitzartig ändern können.

Quelle: Land-Motorsport


Land-Motorsport in Zandvoort mit Höhen, vor allem aber mit Tiefen

Ricardo Feller; Audi R8 #29
Foto: Jens Hawrda

Die DTM-Debütsaison von Land-Motorsport hält weiterhin zahlreiche Herausforderungen für die Mannschaft bereit – so auch in Zandvoort. Beim Gastspiel in den Niederlanden sammelte das Team mit zwei 16. Plätzen keine Punkte, machte dafür aber wichtige Schritte in die richtige Richtung.

„Das war ein hartes Wochenende, an dem viel zusammenkam“, resümiert Teamchef Christian Land. „Die Leistungsdichte in der Serie ist derart hoch, dass sich jeder Fehler und jede Schwachstelle besonders stark auswirken. Aber dennoch müssen wir das Positive sehen. Ricardo und die ganze Crew haben viel erreicht, auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein macht.“

So gelang es Ricardo Feller am Samstag einmal mehr, sich einen Top-5-Startplatz zu erkämpfen und sich im anschließenden Rennen in der Spitzengruppe zu behaupten. „Wir lagen anfangs auf Platz vier und ich hatte ein paar schöne Zweikämpfe“, so der Schweizer. „Am Ende passierte mir leider ein kleiner Ausrutscher und ich musste raus auf die Wiese. Als ich wieder auf die Strecke zurückkam, war fast das ganze Feld an mir vorbei.“

Einfacher wurde es am Sonntag nicht: Aufgrund einer Strafe im Qualifying war Feller gezwungen, den zweiten Lauf vom letzten Startplatz aus in Angriff zu nehmen. Mehr als Position 16 war dann nicht drin für den 25-Jährigen. Dafür verbesserte sich die Crew von Land-Motorsport wieder bei den für die Rennen so wichtigen Boxenstopps. Um die vier Räder zu wechseln, benötigten die Mechaniker nur 7,5 Sekunden.

Die nächste Station führt Land-Motorsport zurück auf den Norisring. Auf dem Stadtkurs in Nürnberg war die Mannschaft rund um Wolfgang und Christian Land zuletzt 2015 am Start – damals noch im Porsche Carrera Cup Deutschland.

Quelle: Land-Motorsport