Samstag, 31. Mai 2025

IDM Superbike: Gegen Jähnigs Pole ist kein Kraut gewachsen

Jan-Ole Jähnig, BMW M 1000 RR #14
Foto: Jens Hawrda

Genau vor dem Beginn der Superpole-Entscheidung in der IDM Superbike zogen dicke Regenwolken über das Schleizer Dreieck. Der Blick zum Himmel gab Rätsel auf, doch es fiel kein einziger Tropfen. Jan-Ole Jähnig (GERT56 by RS Speedbikes) wird in den beiden Superbike-Rennen, die morgen ausgetragen werden, von der Pole Position starten.

Fünfzehn Minuten dauert normalerweise eine Session. In der Superpole 1, aus der die schnellsten drei Fahrer noch in die Superpole 2 aufrücken können, um eine Chance auf die vorderen Startplätze zu wahren, kam nach sieben Runde die rote Flagge. Abbruch. Max Schmidt (BCC Racing Team) war gestürzt. Die SP1 wurde nicht neu gestartet. Für Soma Görbe (BCI MW Racing Team), Martin Vugrinec (Skach Motors Kawasaki Racing) und Sandro Wagner (Motoforce Racing) ging es kerzengerade in die Superpole 2.

Im Feld der Titelanwärter und Verfolger machte Spider-Martin richtig fette Beute. Der 26-jährige Kroate haute, wie von Teamchef Oliver Skach erhofft, eine Runde heraus, die ihn letztlich auf den zehnten Startplatz katapultierte.

Gegen Spitzenreiter Jan-Ole Jähnig war auf der Heimstrecke kein Kraut gewesen, obwohl er, wie er selbst sagt, nur Rand-Thüringer ist. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) trieb dahinter die einzige Honda im Feld zu Höchstleistungen und bewies seine einzigartige fahrerische Klasse. Teamchef Jens Holzhauer hat mit dem langen Blonden einen wirklich wohlüberlegten Glücksgriff gemacht. Lukas Tulovic (Triple M Racing Ducati Frankfurt) komplettiert die erste Startreihe. Das heißt: ganz vorn stehen drei deutsche Fahrer auf BMW, Honda und Ducati. Panigale V4R-Fahrer Lorenzo Zanetti ist Vierter.

Ducati-Teamchef Matthias Moser war entzückt, dass alles so ausgegangen ist. „Lorenzo hatte gestern ein kleines technisches Problem und dadurch nicht die volle Leistung am Motorrad. Und weder Tulo noch Lorenzo kannten die Strecke. Letztes Jahr musste Lorenzo ja auf dem Schleizer Dreieck wegen seines Schlüsselbeinbruchs aussetzen“, erzählt Moser und fährt fort, „dass er jetzt in der zweiten Startreihe ist, darauf bin ich besonders stolz. Weil es die Italiener generell mit solchen Strecken nicht so haben. Das war schon immer so, wenn wir einen Italiener im Team hatten.“ Tulo und Lorenzo hatten Teamwork gemacht. Der Deutsche war seinem Kollegen zwischendurch vorgefahren und hatte ihn gezogen. Tulo schaffte in den 15 Minuten drei 1:23er-Runden. „Gestern war mein Ziel Top 5, heute Top 3. Hat funktioniert.“ Das hat auch seinem Teamvorgänger, Ex-Superbiker Marc Moser, der als Besucher kam, aber vom Streckensprecher kurzerhand als Co-Kommentator für die Superpole verpflichtet wurde, offensichtlich gefallen. Zumal es sich beim Teamboss um seinen Vater handelt.

Der BMW-Mannschaft von Meistermacher Werner Daemen war schon gestern im Superpole Pre-Practice komplett den Einzug in die Superpole 2 gelungen, musste heute aber Abstriche machen. Der Vorsprung gegenüber der Konkurrenz durch das Training auf der Naturrennstrecke letzte Woche ist relativiert. Der Meisterschaftsführende und Auftaktsieger Hannes Soomer (Masteroil Alpha Van Zon BMW) hatte in den entscheidenden Minuten die fünftschnellste Zeit und Leandro „Tati“ Mercado die siebtschnellste.

Superpole 1

  1. Soma GÖRBE (BMW), 
  2. Martin VUGRINEC (Kawasaki), 
  3. Sandro WAGNER (BMW), 
  4. Max SCHMIDT (BMW), 
  5. Twan SMITS (Yamaha), 
  6. Marco FETZ (BMW), 
  7. Christoph BEINLICH (BMW), 
  8. Philipp STEINMAYR (Kawasaki), 
  9. Maximilian KOFLER (Yamaha)

Superpole 2 

  1. Jan-Ole JÄHNIG (BMW), 
  2. Florian ALT (Honda), 
  3. Lukas TULOVIC (Ducati), 
  4. Lorenzo ZANETTI (Ducati), 
  5. Hannes SOOMER (BMW), 
  6. Toni FINSTERBUSCH (BMW), 
  7. Leandro MERCADO (BMW), 
  8. Bálint KOVÁCS (BMW), 
  9. Leon ORGIS (BMW), 
  10. Martin VUGRINEC (Kawasaki), 
  11. Soma GÖRBE (BMW), Kevin ORGIS (BMW), 
  12. Milan MERCKELBAGH (BMW), 
  13. Jan MOHR (Yamaha), 
  14. Sandro WAGNER (BMW).

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Supersport: Geiger mit Bestzeit, aber startet aus Reihe zwei

Dirk Geiger, Honda CBR 600 RR #60
Foto: Jens Hawrda

Die Supersport-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) geht auf dem Schleizer Dreieck in die nächste Runde – und sorgt schon vor dem ersten Rennen für Spannung. Zwar sicherte sich Dirk Geiger (MCS Racing) im Qualifying die Pole Position, doch beim Rennstart steht ein anderer ganz vorne.

Strafe wirbelt Startaufstellung durcheinander

Dirk Geiger brannte mit 1:26,610 Minuten die schnellste Zeit in den Asphalt und war im Training der Mann, den es zu schlagen galt. Doch der Honda-Pilot muss das erste Rennen am Samstagmittag nur von Platz vier aus aufnehmen. Der Grund: fehlende Reifensticker im ersten Qualifying – ein Regelverstoß, der ihn drei Plätze nach hinten katapultiert. Gelassen sieht er das dennoch: „Das ändert nichts daran, dass ich mich bereit für ein starkes Rennen fühle. Das Motorrad läuft gut, und in Schleiz fühle ich mich immer wohl.“

Van der Voort stürzt – hält aber Startplatz zwei

Die erste Startreihe eröffnen damit andere: Melvin van der Voort (Track and Trades Wixx Racing) startet von P2, obwohl sein Qualifying von einem Sturz überschattet war. In Runde vier des ersten Qualis flog der Niederländer in Turn eins ab. Glück im Unglück – keine Verletzungen, das Medical Center gab grünes Licht fürs zweite Zeittraining. Seine zuvor gefahrene Rundenzeit von 1:26,715 reichte aus, um die erste Startreihe zu sichern.

Blin stark – Rörig überrascht

Daniel Blin (AF Racing Team) nutzte beide Qualifyings optimal, verbesserte sich im Q2 nochmals leicht und komplettiert die erste Reihe auf Startplatz drei. Dahinter führt Marcel Brenner (MotoLife) das Feld der zweiten Startreihe an. Überraschend stark auch Julius Caesar Rörig – der MCA-Pilot zeigte bereits beim Saisonstart in Oschersleben, dass mit ihm in dieser Saison zu rechnen ist und auch in Schleiz  verzeichnete er von Training zu Training zusehends einen Aufwärtstrend. Ergebnis: Startplatz fünf – neben seinem Teamkollegen Dirk Geiger. Marvin Siebdrath (Yamalube Motorsport Kofler) steht auf Startplatz sechs.

Stürze in Q1 – Kofler kämpft

Luca De Vleeschauwer (Track and Trades Wixx Racing) stürzte im Q1 an der gleichen Stelle wie van der Voort – nur eine Runde früher. Der Belgier rutschte dabei sogar bis unter die Reifenstapel, blieb jedoch unverletzt. Sein Motorrad konnte zwar repariert werden, doch mehr als Rang acht war nicht mehr drin, da er Q2 wegen technischer Probleme zudem vorzeitig beendete.

Auch Titelverteidiger Andreas Kofler (Yamalube Motorsport Kofler) hatte einen schwierigen Start ins Wochenende. Nach einem Sturz in der Seng, welches die schnellste Stelle auf dem Schleizer Dreieck ist, im ersten freien Training am Freitag, war sein Motorrad schwer beschädigt. Sein Team schraubte bis tief in die Nacht, um die Yamaha YZF-R6 wieder passend zu den Qualifyings rennbereit zu machen. Doch Kofler bleibt realistisch: „Das Bike funktioniert, und ich kann fahren – das ist das Wichtigste, um Punkte zu sammeln. Bäume werde ich an diesem Wochenende aber wohl nicht mehr ausreißen können.“

Ergebnis IDM Supersport, Q1+Q2:

  1. Dirk GEIGER
  2. Melvin VAN DER VOORT
  3. Daniel BLIN
  4. Marcel BRENNER
  5. Julius Caesar RÖRIG
  6. Marvin SIEBDRATH
  7. Štepán ZUDA
  8. Luca DE VLEESCHAUWER
  9. Lennox LEHMANN
  10. Filip FEIGL
  11. Andreas KOFLER

Quelle: ism.de / Rowena Hinzmann


IDM Sportbike: Iglesias auf Pole, Svendsen zurückversetzt

Strahlender Sonnenschein, volles Fahrerlager und eine faustdicke Überraschung auf der Zeitenliste: Beim Qualifying der Sportbike-Klasse der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Schleiz ließ am Samstag ein Name aufhorchen: Inigo Iglesias. Der Spanier, kurzfristig als Ersatz für den verletzten Luis Rammerstorfer ins Team Freudenberg RoRa-Paligo Racing geholt, sicherte sich bei seinem spontanen Einsatz prompt die Pole Position.

Bereits in den freien Trainings am Freitag hatte Iglesias mit zwei zweiten Plätzen aufgezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist. Doch was der 22-Jährige dann im ersten Qualifying auf das Schleizer Dreieck brannte, ließ die Konkurrenz staunen: 1:30,999 Minuten – und keiner kam mehr ran. Auch nicht im zweiten Zeittraining. „Von der ersten Minute an hat alles gepasst. Das Bike funktioniert hier richtig gut und es macht einfach Spaß, in Schleiz zu fahren“, so Iglesias, der nun als Polesetter ins erste Rennen am Samstagnachmittag um 15:15 Uhr geht.

Svendsen zurückversetzt

Eigentlich hätte Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team), aktuell Führender in der Meisterschaft, von Platz zwei ins Rennen starten sollen. Doch eine fehlende Reifenkennzeichnung im ersten Qualifying brachte dem Dänen eine Rückversetzung um drei Startplätze ein. Statt aus der ersten Reihe muss der Triumph-Pilot das Samstagsrennen nun von Rang fünf in Angriff nehmen. Ein Rückschlag, aber sicherlich kein Grund für den kampferprobten Svendsen, klein beizugeben.

Heimspiel für Hänse

Für einen weiteren Hingucker sorgte Justin Hänse (Motorradtke GYTR by Penz13). Der 22-Jährige aus Harth-Pöllnitz kennt das Schleizer Dreieck wie seine Westentasche – und nutzte den Heimvorteil. Mit einer starken 1:31,686 Minuten stellte er seine Yamaha auf Startplatz drei und sich selbst ins Rampenlicht: „Ich fühle mich hier einfach wohl. Die Fans, die Strecke – das ist ein besonderes Fahren hier.“ Da Svendsen von weiter hinten startet, geht es für Hänse am Nachmittag von Rang zwei los.

Svoboda konstant, Nielsen überrascht

Startplatz vier geht an WM-erprobten Petr Svoboda (WRP Racing). Der Tscheche, erstmals in Schleiz unterwegs, lieferte ein unaufgeregtes, aber solides Qualifying und bleibt definitiv ein Mann für die vorderen Plätze auf seiner Aprilia RS 660. Neben ihm in Reihe zwei: Cedric Holme Nielsen (Motorradtke GYTR by Penz13), IDM-Rookie aus Berlin, der mit Rang fünf eine beachtliche Leistung zeigte. Komplettiert wird die zweite Startreihe von Ben Kugler (MotoLife), der ebenfalls mit starker Pace bereits am Freitag überzeugte.

Das erste Rennen der IDM Sportbike startet am Samstag um 15:15 Uhr – live und kostenlos im Stream unter www.idm.de/live.

IDM Sportbike Ergebnis Qualifying 1+2: 

  1. Inigo IGLESIAS
  2. Oliver SVENDSEN
  3. Justin HÄNSE
  4. Petr SVOBODA
  5. Cedric HOLME NIELSEN
  6. Ben KUGLER
  7. Korbinian BRANDL
  8. Anton SÖDERGREN
  9. Sven SEIDLER
  10. Ty HENRIKSEN
  11. Alexander WEIZEL
  12. Kristoffer KÖNIG
  13. Rick KOOISTRA

Quelle. idm.de / Rowena Hinzmann


IDM Superbike: Kawasaki erwartet keine Wunder, aber Top Ten

Martin Vugrinec, Kawasaki ZX-10 RR #4
Foto:Jens Hawrda

Teamchef Oliver Skach hat seit Bestehen seines IDM Superbike-Teams, das als einziges offiziell vom deutschen Importeur unterstützt wird, viel Energie und Herzblut in das Projekt investiert. Doch seine Fahrer Martin Vugrinec und Philipp Steinmayr sind im letzten Viertel der Zeitenliste nach den freien Trainings auf dem Schleizer Dreieck zu finden. Skach bringt das nicht aus der Fassung.

Es ist ein Auf und Ab. Beim 26-jährigen „Spider“-Martin Vugrinec sah es gestern im Superbike Pre-Practice eine zeitlang so aus, als ob er gleich den Einzug in die Superpole 2 schafft und dann verpasste er die Hürde um zwei Plätze. Also wird der heißblütige Kroate heute in der Superpole 1 unter den drei Bestplatzierten sein müssen, um sich noch für den Sprung in die Superpole 2 zu qualifizieren. Dort wird der endgültige Kampf um die Startplätze der schnellsten 15 Fahrer ausgetragen.

„Ich sehe Martin in der Superpole 2“, ist Skach optimistisch und erklärt, weshalb sein Stammfahrer heute morgen im dritten Freien Training so abgesackt ist. „Er ist mit alten Reifen auf die Strecke gefahren, die schon 20 Runden auf dem Gummi hatten.“

Von der Sache her laufe es im Team Skach Motors Kawasaki Racing gar nicht so schlecht, kann der Teamchef beweisen. „Wir sind erst eine volle Saison dabei und noch kein Top 3-Team, das mit Rundenzeiten von 1:24 Minuten auf dem Zettel steht, aber uns trennen mittlerweile nur noch 1,7 Sekunden von der Spitze. Beim Saisonauftakt in Oschersleben waren es noch zwei Sekunden. Wir kommen also durchaus näher und wollen in die Top Ten der der Meisterschaft fahren. Martin hat dafür auf jeden Fall Potential.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


IDM Superbike: Florian Alt wird fündig und nimmt altes Most-Setup

Blick in die Honda-Box von Florian Alt 
Foto: Jens Hawrda

Mit der HRP-Honda ist er Dritter im Superpole Pre-Practice geworden. Superbiker Florian Alt ist am Ende des ersten Tages auf dem Schleizer Dreieck zufrieden. Die BMW-Armada ist zwar groß, doch er weiß, da geht noch mehr mit der CBR 1000 RR-R.

„Tendenziell sind bei uns morgen 1:23er-Runden drin. Wir sind jetzt schon schneller als letztes Jahr, obwohl wir im Vorfeld nicht hier waren und alles ausgelotet haben“, verkündet Alt. „Was am Sonntag passiert? Da mache ich zwei große Fragezeichen. Bei den angesagten Wetterkapriolen müssen wir ruhig bleiben. Dann wird es nicht um die schnellsten Rundenzeiten gehen, sondern darum, wer ins Ziel kommt.“

Der IDM Superbike-Meister von 2023 war heute oft zu Gast in der Box. „Wir haben viel probiert und dabei alle Änderungen wieder verworfen. Jetzt sind wir beim Setup angelangt, das wir vor zwei Jahren in Most hatten.“ Wie kommt das? Alt liefert die Erklärung. „Es bietet das, wonach wir gesucht haben. In Most habe ich gewonnen, konnte das Rennen kontrollieren und drei Runden vor Schluss noch eine Lücke zu den Gegnern aufreißen. Und am Kurvenausgang habe ich mich wohlgefühlt wie ich es wollte.“

Was die BMW-Fahrer heute geleistet haben, lässt Alt ziemlich kalt. „Sie haben nach dem Training letzte Woche in Schleiz natürlich nicht lange gebraucht, um auf gute Zeiten zu kommen. Warten wir mal ab, was morgen passiert.“ Alt hofft, sich morgen ab 13:50 Uhr in der Superpole 2 einen Platz in der ersten Startreihe sichern zu können. „Wenn es am Sonntag in den Rennen trocken sein sollte, wäre das vorteilhaft. Ein Podiumsplatz wäre schon schön.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek