Samstag, 31. Mai 2025

IDM Supersport: Peter Feigl verzichtet aus Rücksicht auf Schleiz

Peter Feigl, Triumph Street Triples R5 # 23 hier beim diesjährigen Saisonauftakt in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Das Brüder-Duo Peter und Filip Feigl (Genius Racing by MotoLife) ist auf dem Schleizer Dreieck nur zur Hälfte im Fahrerlager vertreten. Peter Feigl hat seine Teilnahme an der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) für dieses Wochenende kurzfristig abgesagt. Während Bruder Filip Feigl an den Start geht, bleibt Peter daheim. Der Grund: die Sorgen der Mutter.

Schleiz gilt als traditionsreich, aber auch als besonders fordernd. Die einzige Naturrennstrecke Deutschlands ist bekannt für ihre hohe Geschwindigkeit, schmalen Kurven und geringen Sicherheitszonen – spektakulär für Fans, ein Risiko für Fahrer. Genau das bereitet der Familie, besonders der Mutter von Peter und Filip Feigl, Sorgen. Aus Rücksicht entschied Peter Feigl demnach, der bereits mehrfach durch Stürze verletzt war, auf seinen Start in Schleiz zu verzichten. „Weniger Stress für die Familie“, heißt es aus dem Feigl-Lager zur Entscheidung.

Bruder Filip hingegen sitzt am Wochenende wie gewohnt auf seiner Triumph Street Triple 765 RS – denn für ihn geht es um wichtige Meisterschaftspunkte in der IDM Supersport. In Oschersleben belegte der 20-Jährige zum Saisonauftakt die Plätze zwölf und sechs. Beim Schleizer Trainingsfreitag legte er mit P7 und P8 einen soliden Start hin. Sein Ziel: Punkte und der erste Podiumsplatz. Und Bruder Peter drückt ihm mit Sicherheit von zuhause in Prag die Daumen.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann

IDM Superbike: Jähnig holt im Pre-Practice den Hammer raus

Jan-Ole Jähnig, BMW M 1000 RR #14
Foto: Jens Hawrda

Was Jan-Ole Jähnig im Superpole Pre-Practice der IDM Superbike auf dem Schleizer Dreieck ablieferte, war allererste Sahne. Der 24-jährige BMW-Fahrer ließ es richtig krachen und setzte der Konkurrenz eine Fabelzeit unter die Nase. Wenn das so weiter geht, wird Deutschlands höchste Motorradklasse zum Thriller schlechthin.

„Ja, das Podium ist unser Ziel. Ein Sieg wäre schön, aber sehen wir mal, was rauskommt“, ist „JO“ Jan-Ole Jähnig wie meistens die Ruhe selbst. Dabei ist er als einziger Fahrer im Pre Practice unter 1:24 Minuten geblieben. Exakt hatte er die BMW M 1000 RR auf der 3,805 km langen Strecke mit Buchhübel, Kohlbach-Schikane und Seng in einer Zeit von 1:23,797 min um die Ecken gescheucht. Das war noch schneller als der dreifache Meister Ilya Mikhalchik im Pre Practise vor einen Jahr. Teamchef „KW“ Karsten Wolf freute sich wie ein Schnitzel.

„Wir sind allerdings extrem gut vorbereitet hergekommen“, sagt Jähnig. Zusammen mit seinem Teamkollegen von GERT56 by RS Speedbikes, Toni Finsterbusch, hat er am vergangenen Wochenende im Rahmen der German TT auf dem Schleizer Dreieck trainiert. Das macht sich jetzt bemerkbar, „und unsere Renn-Pace ist auch ziemlich gut. Ich denke, dass ich ein paar Runden am Stück gut mit 1:24,3 und 1:24,4 fahren kann.“ Einen Wermutstropfen gibt es im Team: Finsterbusch stürzte im Pre-Practice mit einem eigentlich harmlosen Rutscher von der Strecke, aber die BMW kam erst nach einem heftigen Überschlag zum Liegen. Für die Mechaniker bedeutet das jetzt Schwerstarbeit, aber die Hauptsache ist, dass Finsterbusch wohlauf ist und sich seinen Platz in der Superpole 2 am morgigen Sonntag gesichert hat.

Tulovic auf der Ducati mit Luft nach oben

Das Team Masteroil Alpha Van Zon BMW war ebenfalls bei der German TT aufgekreuzt und Chef Werner Daemen positionierte heute seine komplette Herde unter den schnellsten 12 Fahrern des Pre-Practice: den Auftaktsieger Hannes Soomer, Leandro Mercado, Bálint Kovács und Milan Merckelbagh.

Florian Alt war lange weit und breit der einzige Nicht-BMW-Fahrer, der sich mit ganz vorn tummelte. Auf der HRP-Honda schien er fast der eingekesselte Störenfried zu sein. Doch die Rechnung wird nicht ohne ihn gemacht, auch wenn der 29-Jährige momentan eher den Anschluss sucht statt Sieggedanken hegt.

Lukas Tulovic fuhr auf der Ducati Panigale V4R noch ganz zum Schluss die viertbeste Zeit in der Session. „Das war ein schwerer Start heute“, atmete er durch. „Wir haben bei Null angefangen. Die Abstimmung des Motorrads hat nicht gepasst. Wir hatten keinen Test. Nichts.“ Für Tulo und Triple M Racing Ducati Frankfurt war es ein langer Tag mit viel Arbeit. „Aber da ist noch Luft noch oben“, versichert er und weiß: „Ein oder zwei Schritte sind noch drin. Jan-Ole Jähnig ist vermutlich der Mann, den es am Wochenende zu schlagen gilt.“

Runde von Orgis mit Überraschungseffekt

Eine starke Nummer lieferte Leon Orgis (ORM Racing Team) ab. Der 23-jährige Sachse brannte nur eine einzige Runde in den Asphalt und hatte gleich die fünftschnellste Zeit auf der Uhr. „Ich hab einfach mal am Kabel gezogen und bin mit neuen Reifen auf die Strecke. Manchmal funktioniert so etwas. Eigentlich ist es auch unser Anspruch dort zu stehen, wo wir jetzt sind.“

Heute qualifizierten sich in einem halbstündigen „Superpole Pre-Practice“ die schnellsten zwölf Fahrer für die Superpole 2, in der die vordersten Startpositionen ausgefahren werden.

Sie sind also nicht mehr dabei, wenn morgen alle anderen Fahrer der Superpole 1 um ihre Startplätze kämpfen. Für die schnellsten Drei aus der Superpole 1 geht es weiter in die Superpole 2. Dadurch wahren sie ihre Chancen auf einen der vorderen Plätze. Aus der Superpole 2 ergeben sich die Startplätze 1 bis 15. Die nachfolgenden Startpositionen ergeben sich der Reihenfolge nach aus den Superpole 1-Ergebnissen. Den Startplatz haben die Fahrer für beide Rennen inne.

Ergebnis Pre-Practice 

  1. Jan-Ole JÄHNIG (BMW), 
  2. Hannes SOOMER (BMW), 
  3. Florian ALT (Honda), 
  4. Lukas TULOVIC (Ducati), 
  5. Leon ORGIS (BMW), 
  6. Leandro MERCADO (BMW), 
  7. Lorenzo ZANETTI (Ducati), 
  8. Kevin ORGIS (BMW), 
  9. Bálint KOVÁCS (BMW), 
  10. Toni FINSTERBUSCH (BMW), 
  11. Milan MERCKELBAGH (BMW), 
  12. Jan MOHR (Yamaha).


Quelle: idm.de / Anke Wieczorek


Freitag, 30. Mai 2025

IDM Sportbike: Ben Kugler trotzt Technik-Pech in FP

Ben Kugler, Aprilia RS660 #11
Foto: Jens Hawrda

Starker Auftritt trotz Pannenstart: Ben Kugler ließ sich im zweiten Freien Training der IDM Sportbike am Freitag in Schleiz nicht ausbremsen – nach einem Batterie-Drama fuhr der Aprilia-Pilot stark auf Platz vier.

Der Rennsport schreibt seine Geschichten oft schon in der Box – so auch bei Ben Kugler. Gerade als sich der 20-Jährige vom Team Motolife für das zweite freie Training der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) am Freitagmittag aufs Bike setzen will, wird es schwarz: Dashboard tot, Batterie leer. Nichts ging mehr. Während seine Konkurrenten bereits die ersten schnellen Runden auf den Asphalt brannten, musste Kuglers Crew in Windeseile die Batterie tauschen – wertvolle Zeit verstrich. Erst zehn Minuten vor Schluss konnte der Bayer auf die Strecke gehen und brillierte gleich in der ersten Runde mit einer Rundenzeit von 1:33,82 Minuten und landete direkt auf Rang fünf. Der Bayer kam in seinen Flow und fand sich zwischenzeitlich auf Rang drei hinter Inigo Iglesias (Freudenberg RoRa-Paligo Racing) und Oliver Svendsen (Triumph Germany Racing Team) wieder. Nach Ablauf der Zeit beendete Kugler das Chaos-Training auf einem starken vierten Rang.

Der 21-Jährige zeigte sich nach dem Training zufrieden: „Die Testtage in der letzten Woche haben sich ausgezahlt. Wir haben in alle Richtungen probiert und jetzt ein Setup gefunden, das passt. Ich fühle mich gut auf dem Bike – und es macht richtig Spaß, hier in Schleiz vor so vielen Zuschauern zu fahren.“

Am Samstag wird es für Kugler ernst: Um 8:25 Uhr steht Q1 auf dem Plan, um 11:35 Uhr folgt Q2. Das erste Rennen der IDM Sportbike findet noch am selben Tag um 15:15 Uhr statt. Dort will Kugler erneut zeigen, dass mit ihm zu rechnen ist.

Quelle: idm.de / Rowena Hinzmann


IDM Supersport: Jetzt will es Marvin Siebdrath wissen

Marvin Siebdrath, Yamaha R6 #48
Foto: Jens Hawrda

Er wohnt nur 69 Kilometer vom Schleizer Dreieck entfernt, ist aber ein waschechter Sachse. Trotzdem handelt es sich bei der Veranstaltung in Thüringen an diesem Wochenende um sein Heimrennen. Marvin Siebdrath aus Wildenfels ist bereiter denn je für den Sprung aufs Podium in der IDM Supersport.

Marvin Siebdrath ist kaum wiederzuerkennen. Äußerlich ist alles wie immer, aber am Rest hat sich einiges getan. „Ich habe eine gute Saisonvorbereitung gehabt“, erzählt der 21-Jährige Yamaha-Fahrer und erläutert: „Ich hatte Unterstützung im mentalen Bereich. Körperlich habe ich mit viel Training einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Und die Konstanz hat im letzten Jahr gefehlt.“

Nach dem Gewinn des Meistertitels in der IDM Supersport 300 vor drei Jahren begann eine Achterbahnfahrt in der Karriere von Siebdrath und der Aufstieg in die Supersportklasse. Im Winter hat er beim Yamalube Kofler Motorsport angedockt und fährt seitdem an der Seite des aktuellen Titelverteidigers Andreas Kofler aus Österreich. „Wir vergleichen nach jedem Training die Daten. Andy ist ein Stück schneller als ich. Dadurch kann ich mir was abgucken“, berichtet Siebdrath.

Vor zweiten IDM-Veranstaltung des Jahres auf dem Schleizer Dreieck vom 30. Mai bis zum 1. Juni fühlt er sich „vorbereiteter und bereiter denn je.“ Auf der Naturrennstrecke hat er letztes Jahr sein zweitbestes Saisonergebnis geholt. Siebdrath häufte 14,5 Punkte aufs Meisterschaftskonto. Das will er jetzt toppen. Die Zeit ist reif. „Ich muss auf jeden Fall aufs Podium kommen.“ Den Buchhübel findet voll cool, „nur dort, wo wir die Straße überqueren, das ist nicht so mein Ding.“

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek

IDM Sportbike: Iglesias übernimmt Rammerstorfers Job

Inigio Inglesias Bravo hier in Oschersleben auf einer Triuph Street Triple R5
Foto: Jens Hawrda

Weil Luis Rammerstorfer wegen seines Schlüsselbeinbruchs nicht fahren kann, hat das Freudenberg RORA-PALIGO Racing Team für die Rennen auf dem Schleizer Dreieck am kommenden Wochenende einen Ersatz für den Österreicher gesucht und gefunden. Iñigo Iglesias übernimmt den Job in der IDM Sportbike.

„Luis hat sich beim Testen in Schleiz verletzt“, bedauert Teamchef Carsten Freudenberg, „gleichzeitig ist die Sportbike-Klasse neu, und jeder Kilometer zählt, um wichtige Daten zu sammeln.“ Ein Ersatzfahrer wurde mit dem Spanier Iñigo Iglesias gerade noch rechtzeitig gefunden.

Die Verbindung zu Rob Vennegoor, dem Manager des 23-jährigen Spaniers, spielte Freudenberg in die Karten. Vennegoor fragte im sächsischen Team an, ob ein weiteres Sportbike zur Verfügung gestellt werden könne. Jetzt übernimmt Iglesias vorerst die Triumph Daytona 660 von Rammerstorfer. Auch wenn das Team im Vorfeld der Veranstaltung nicht mehr testen konnte, werden die Erfahrungen für das noch junge Sportbike-Projekt laut Freudenberg wertvoll sein.

Wie es danach weitergeht, wird sich zeigen. „Für Iñigo gibt es mehrere Optionen“, erklärt Vennegoor und zählt auf: „Bei Freudenberg, anderen IDM-Teams und auch in der WM. Wir sehen uns jetzt an, wie das Wochenende in Schleiz verläuft und werden nichts überstürzen.“

Iglesias hatte 2023 in der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 den Titel geholt und war anschließend in die Supersport 300-WM aufgestiegen. Diese beendete er als Dritter. Seine Erfolg versprechende Rückkehr in die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft sollte dieses Jahr in der IDM Supersport im Triumph Team Germany Racing erfolgen, doch schon nach der ersten Veranstaltung trennten sich die Wege.

Quelle: idm.de / Anke Wieczorek