Samstag, 28. September 2024

Stolz Schnellster beim Auftakt ins DTM-Wochenende in den Alpen

Luca Stolz, Mercedes #4 Schnellster am Freitag
Foto: Jens Hawrda

  • Mercedes-AMG-Pilot auf dem Red Bull Ring Trainingsbester vor Mirko Bortolotti
  • Starkes Mercedes-AMG-Statement: drei Fahrzeuge unter den Top-Fünf
  • DTM-Fahrer wurden auf nasser und halbtrockener Strecke voll gefordert

Luca Stolz (Brachbach) bestätigte beim Auftakt zum vorletzten DTM-Stopp im österreichischen Spielberg seine derzeitige Top-Form. Der 29-Jährige vom Mercedes-AMG Team HRT fuhr am Freitagnachmittag beim zweiten Freien Training auf dem Red Bull Ring mit 1:29,764 Minuten die schnellste Runde und erzielte damit die Tagesbestzeit. „Der Red Bull Ring zählt eigentlich nicht zu meinen Lieblingskursen, trotzdem hatte ich auf der Strecke von Anfang an ein gutes Gefühl. Die Zeiten sind allerdings recht weit weg von dem, was wir bei vollständig trockenen Bedingungen im Qualifying erwarten können. Ich wünsche mir einen Wetter-Mix fürs Wochenende, das würde uns am besten liegen“, erzählte Stolz, der am vergangenen DTM-Event am Sachsenring seinen ersten Saisonsieg holte.

Der Tabellenzweite Mirko Bortolotti (I) von SSR Performance war im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 nur 0,042 Sekunden langsamer und belegte Platz zwei. Maro Engel (Monaco) steuerte seinen Mercedes-AMG auf Rang drei, sein Markenkollege Lucas Auer vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter sicherte sich als schnellster Österreicher beim Heimauftritt Position vier. Der Vorjahressieger auf dem Alpenkurs, René Rast (Bregenz), war als Fünfter bester BMW-Pilot. Tabellenführer Kelvin van der Linde (ZA) erreichte im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline nur die 13. Position.

Im Gegensatz zum Vormittag war die Fahrbahn im zweiten Freien Training auf dem 4,318 Kilometer langen Red Bull Ring zumindest teilweise abgetrocknet, wodurch erstmals an diesem Wochenende die Pirelli-Slicks zum Einsatz kamen. Die Mercedes-AMG setzten von Beginn an die Bestzeiten, Engel knackte knapp vier Minuten vor Schluss als erster Pilot die 1:30,000-Minuten-Marke. Zunächst löste ihn Bortolotti an der Spitze ab, kurze Zeit später setzte Stolz die Tages-Topzeit. Auer bewies dahinter als Vierter Allround-Qualitäten, denn der Lokalmatador war am Vormittag in der ersten Session auf komplett nasser Strecke mit 1:38,051 Minuten die schnellste Runde gefahren. „Auf dem Red Bull Ring steht das Wasser bei Regen in manchen Passagen. Dennoch sind wir bei diesen schwierigen Bedingungen viel gefahren, um den Regenreifen noch besser kennenzulernen. Da nutzt man jede Runde und alle Fahrer haben in dieser Session viel gelernt.“


Freitag, 27. September 2024

Wer stoppt Tabellenführer Schrey und Piana in Österreich?

  •  BMW-Fahrer Schrey sieht sich nicht in Favoritenrolle
  •  Gaststarter aus Italien probieren ADAC GT4 Germany in Österreich aus
  •  Beide Rennen live bei SPORT1 im Free-TV

Schrey/Piana, BMW #2
Foto: Jens Hawrda


Heißer Herbst in der ADAC GT4 Germany: Nach dem Ende der Sommerpause steht für die Sportwagen-Serie am kommenden Wochenende (27. bis 29. September) gleich ein Saisonhighlight auf der Agenda. Auf dem Red Rull Ring in Österreich wird im Rahmen der DTM der einzige Auslandsauftritt in der Saison 2024 absolviert - und da will sich das stark besetzte Feld von der besten Seite zeigen. Die in die Natur eingebettete Strecke verspricht nicht nur tolle Bilder mit Alpenkulisse im Hintergrund, sondern durch viele Überholmöglichkeiten stets auch packende Rennaction. Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (38/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) haben in Österreich einen Matchball: Das BMW-Duo kann bereits vorzeitig den Fahrertitel klarmachen. Die Rennen der ADAC GT4 Germany werden am Samstag und Sonntag jeweils ab 16:35 Uhr live im Free-TV bei SPORT1 übertragen.

Die Ausgangslage für Schrey/Piana ist klar: Die Champions von 2021 liegen mit einem Vorsprung von 38 Punkten an der Tabellenspitze. Sollten sie mit mehr als 50 Punkten Vorsprung aus der Steiermark abreisen, wäre der Fahrer-Titel bereits vorzeitig eingetütet. Für die BMW-Piloten spricht die Statistik. Sie haben fünf von bislang acht Saisonläufen 2024 gewonnen. Dazu kommt: Bei den zwei letzten Auftritten der ADAC GT4 Germany auf dem Red Bull Ring konnten sie jeweils beide Rennen gewinnen.

„Wir haben sicherlich gute Erinnerungen an den Red Bull Ring und große Erfolge gefeiert. Durch das neu eingeführte M4 GT4-Modell ist der Red Bull Ring aber keine ultimative BMW-Strecke mehr. Somit werden wir uns etwas umstellen müssen und nicht mehr die Dominanz haben, wie in den Vorjahren. Entsprechend halte ich einen vorzeitigen Titel eigentlich für unmöglich“, stapelt Schrey tief. „Ich sehe uns am Wochenende nicht auf dem Podium und schätze Porsche und Mercedes-AMG stark ein. Unser Ziel sind die Top Fünf in beiden Rennen und eine gute Punkteausbeute, mit der wir relativ entspannt zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring reisen können. Doch wer weiß, was passiert. Theoretisch ist natürlich alles möglich. Wir machen uns aber keinen Druck.“

Der 4,326 Kilometer lange Red Bull Ring ist auch das Heimspiel für die Österreicher im 24 Wagen starken Feld der ADAC GT4 Germany. Einen Porsche 718 Cayman GT4 pilotiert beispielsweise Daniel Drexel (23, Razoon - more than Racing), der nur rund 45 Minuten von der Strecke entfernt wohnt. „Der Red Bull Ring ist für mich natürlich ein bekanntes Umfeld. Somit freue ich mich sehr auf das Wochenende. Das Streckenlayout ist optimal geeignet, um fighten zu können. Denn es gibt keine Kurve, in der man nicht überholen kann. Auch für Zuschauer ist die Anlage klasse, da man von den Tribünen einen Großteil der Strecke einsehen kann. Das bringt eine Atmosphäre wie in einem Hexenkessel“, beschreibt Drexel, der gemeinsam mit Adrian Rziczny (20/Neuenkirchen-Vörden) startet. „Sportlich möchten wir in die Top Zehn fahren und vor den vielen Zuschauern eine tolle Leistung abliefern. Der Wettbewerb in der ADAC GT4 Germany ist jedoch extrem hart und wir sind immer noch am Lernen.“

Ebenfalls einen Porsche pilotieren David Lackner (19/AUT) und Philipp Dietrich (21/AUT, beide Wimmer Werk Motorsport). „Als Österreicher freue ich mich riesig, dass wir mit der ADAC GT4 Germany dieses Jahr auf dem Red Bull Ring fahren. Viele Freude und Sponsoren werden mich besuchen. Die Strecke bietet einfach nur tolles Racing. Sowohl in der Formel 1 als auch in der DTM finden die interessantesten Rennen des Jahres immer auf dem Red Bull Ring statt. Ich mag vor allem die Kurven zwei und drei, da dort das Überholen recht gut funktioniert“, meint Dietrich. „Unser Porsche hat einen guten Top-Speed. Zudem soll es am Wochenende nicht sonderlich warm werden. Beides spielt uns in die Karten, sodass wir zeigen können, was wir drauf haben. Das klare Ziel ist ein Platz unter den besten Zehn.“

Im Feld der ADAC GT4 Germany kommt es auf dem Red Bull Ring zu einer Premiere. Erstmals überhaupt tritt ein Team aus Italien in der zur Saison 2019 gegründeten Serie an. Promodrive aus der Nähe von Rimini bietet einen BMW für Benjamin Sylvestersson (17/FIN) und Ugo Federico Bagnasco (26/SMR) auf. Das Team möchte sich mit dem Umfeld vertraut machen und denkt bereits über eine komplette Saison 2025 in der ADAC GT4 Germany nach. Sportlich ist die Fahrt auf das Junior-Podium für Sylvestersson das ausgemachte Ziel.

Donnerstag, 26. September 2024

IDM Hockenheim: Die Krönung der Saison 2024 für Team Champion-alpha-Van Zon-BMW

Ilya Mikhalchik, BMW #17
Foto: Jens Hawrda

Kaum hat die Saison der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM im Mai begonnen, ist sie am vergangenen Wochenende beim Finale auf dem Hockenheimring auch schon wieder zu Ende gegangen. Für die Mannschaft Champion-alpha-Van Zon-BMW um Teamchef Werner Daemen sollte es nach dem vorzeitigen Titelgewinn vom Nürburgring der Schlusspunkt hinter eine von Erfolg gekrönten Saison werden. Am Start der neue Meister Ilya Mikhalchik (UKR), Jan Mohr (A) und Bálint Kovács (HUN). Zum Zuschauen verdammt waren wegen der einen oder anderen Verletzung Max Schmidt (D) und Philipp Steinmayr (A).


Ilya Mikhalchik kam zufrieden und auch wieder ausgeschlafen zum IDM-Finale. Nur wenige Tage zuvor war er beim Finale der Langstrecken-WM an seine Grenzen gegangen. Nach dem nächtlichen Crash seines Teamkollegen musste Mikhalchik die zweite Hälfte des 24-Stunden-Rennens gemeinsam mit Markus Reiterberger stemmen. Mit Erfolg, denn am Ende sicherte sich das Team den 3. Gesamtrang in der WM. Als Sahnehäubchen kam beim IDM-Finale die Pole-Position obendrauf. Denn auch beim letzten Rennen des Jahres peilte der BMW-Pilot maximalen Erfolg an.

«Ich fahre jetzt nur noch zum Spaß und für mich selbst», offenbarte der Ukrainer nach seiner Bestzeit. «Aber ehrlich gesagt, war ich mit meiner schnellsten Runde nicht so happy, denn im dritten Freien Training am Morgen war ich noch ein wenig schneller. Doch in Sachen Renn-Pace bin ich zuversichtlich.» Die Frage nach der auch nicht gerade langsamen Konkurrenz, umschiffte Mikhalchik mal wieder elegant und mit viel Selbstvertrauen. «Ich denke nicht über andere Fahrer nach», stellt er klar, «ich konzentriere mich ganz auch mich selbst.»

Der erste Lauf war nicht ganz nach dem Geschmack des Ukrainers, auch wenn er sich nach der Zieldurchfahrt auf Rang 3 professionell gab. «Das war ein spaßiges Rennen», erklärte er. «Es waren auch mal ganz andere Leute dabei, ich habe neben mir Motorräder gesehen, die kannte ich noch gar nicht.» Den Start hatte er zwar noch gewonnen, doch dann entwickelte sich das Rennen zu einem harten Stück Arbeit. Zahlreiche Duelle mit dem scheidenden Meister Florian Alt sorgten zumindest auf den gut gefüllten Zuschauerrängen für Party-Stimmung. In Lauf 2 ließ Mikhalchik keine Zweifel mehr aufkommen, warum er die Meisterschaft gewonnen hatte. Als Erster bog er nach dem Start in die erste Kurve ein. Während sich hinter ihm die Kollegen um die besten Plätze stritten, konnte er sich aus allem raushalten und seinem neunten Saison-Sieg entgegenfahren.

«Nach dem ersten Rennen war meine Strategie im zweiten jetzt besser», stellte er fest. «Es lief alles gut und ich war in der Lage, das Rennen von vorne zu kontrollieren. Wir hatten noch eine Kleinigkeit am Motorrad geändert, so dass es in Sachen Beschleunigung besser lief. Den Speed hatte ich schon im ersten Rennen, doch da kam ich nicht weg. Ich wollte mit einem Vorsprung gewinnen, und das habe ich geschafft.»


Jan Mohr zeigte sich nach seiner Teilnahme am 24-Stunden-Rennen in Frankreich kurz vor dem IDM-Finale wieder fit. «Zum Entspannen und regenerieren habe ich einen Tag in Italien am Strand verbracht», verriet der Österreicher. Das Mittelmeer schien eine ganz besondere Wirkung auf Mohr gehabt zu haben, denn beim IDM-Finale landete er auf direktem Weg in der Superpole 2 und haute wie schon in Assen die fünftschnellsten Zeit und damit einen Platz in der zweiten Reihe raus.

Bis auf die letzten Meter hatte Mohr in Rennen 1 einen Finger am Podium dran, nachdem er über die volle Distanz in der Spitzengruppe mitgefightet hatte. «Ilya Mikhalchik war wohl ein wenig schneller als wir anderen», beschreibt er sein Rennen, das er als Vierter beendete. «Doch die Pace von Florian Alt, Jan-Ole Jähnig und mir war nahezu gleich. Am Ende gab es für mich keine gute Gelegenheit mehr, anzugreifen. Ich war am absoluten Limit.» Für das zweite Rennen hatte sich Mohr viel vorgenommen. «Wenn ich vom Start gut wegkomme, dann bin ich dabei», so sein Plan. Doch wie es mit Plänen manchmal ist, sie gehen nicht auf.

«Nach dem Start habe ich mich auf die äußere Linie gesetzt», so Mohr, «das hatte ich mir vorher bei Kevin Orgis abgeschaut. Es lief auch gut, bis eben Orgis von innen angeschossen kam. Ich musste aufmachen und verlor ein paar Plätze. Als ich dann an Toni Finsterbusch vorbei war, konnte ich sogar zu Max Kofler aufschließen. Als ich vorbeiwollte, hatte ich zu wenig Grip. Ich habe dann mit meinem Vorderrad sein Hinterrad berührt. Leider bin ich dann gestürzt, er konnte zum Glück weiterfahren. Schade. Das zweite Rennen lief nicht so gut wie das erste, aber ein siebter Platz wäre drin gewesen. Immerhin hätte ich den Fans in der Sachskurve dann noch einen schönen Burnout spendieren können.»
 

Bálint Kovács hatte sich für den Saison-Abschluss viel vorgenommen. Schon der Freitag lief für den Ungarn ausgezeichnet. Nach Rang 3 im Freien Training gelang ihm mit der achtbesten Zeit im Superbike-Pre Practice gleich der Einzug in die Superpole 2-Session am Samstag, wo es um die besten Startplätze ging. «Meine Pace passt, das Setting ist gut und meine Stimmung auch», versicherte er vor der entscheidenden Trainingssitzung. «Mein Ziel ist es, am Sonntag aus den ersten beiden Reihen zu starten.» Und Kovács ließ seinen Worten gleich die passenden Taten folgen und sicherte sich mit Rang 6 einen Platz in der angepeilten zweiten Reihe.

Seinen Start ins erste Rennen überschrieb der Ungar mit einem kurzen «na ja». Als Achter beendete er die erste Runde. Anschließend hing er hinter Marken-Kollege Toni Finsterbusch fest. «Er hatte bei den Gängen eine andere Abstimmung als ich», erklärt Kovács sein Malheur. «Auf der Gerade kam ich nicht vorbei. Am Hockenheimring kam man auch nicht wirklich gut überholen und Toni ist der absolute Spätbremser, so kam ich auch auf der Bremse nicht an ihm vorbei. Für das zweite Rennen muss ich mir eine andere Taktik zurechtlegen.»

Gesagt, getan. «Viel besser», so ein strahlender Kovács, der als Sechster im Ziel angekommen war. «Wir hatten die Übersetzung geändert, damit ich im Windschatten besser klarkomme. Lange war ich auf Platz 5 unterwegs und hatte Patrick Hobelsberger und Florian Alt vor mir. Als am Ende Lorenzo Zanetti vorbeikam, wurde leider mein Grip am Hinterrad von Runde zu Runde weniger. Doch mit Platz 6 bin ich happy. Es war dieses Jahr eine gute Entwicklung, ich stand zwei Mal auf dem Podest und die Lücke zur Spitze ist deutlich kleiner geworden.»


Werner Daemen war auf ganzer Linie zufrieden. «Doch», versicherte er, «es war eine gute Saison. Mit Ilya Mikhalchik haben wir unseren neunten IDM-Titel geholt. Und jeder Titel ist schwierig. Es macht mich auch glücklich, dass sich Jan Mohr und Bálint Kovács so gut entwickelt haben. Das ist für die Zukunft wichtig. Schade war natürlich, dass Max Schmidt und Philipp Steinmayr die Saison verletzungsbedingt schon früher beenden mussten. Aber wir hatten keinen technischen Defekt, da hat die Mannschaft wirklich gut gearbeitet.»

Finsterbusch holt IDM-Superbike-Bronze für GERT56

     Toni Finsterbusch, BMW #56
Foto: Jens Hawrda 

Toni Finsterbusch ist in der Gesamtwertung der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft in der Superbike-Klasse auf das Podest gefahren. Der Krostitzer sicherte sich mit zwei taktisch klugen Rennen beim Finale im Baden-württembergischen Hockenheim mit insgesamt 165 Punkten die Bronze-Medaille der IDM Superbike Saison 2024. Jan-Ole Jähnig fuhr zwei Mal als Zweiter auf das Podest, Patrick „Pax“ Hobelsberger stand im letzten Saisonlauf als Dritter ebenfalls auf dem Treppchen.

Finsterbusch reichten beim Finale dabei ein siebter und ein achter Rang, um seine Position in der Meisterschaft zu verteidigen. Im direkten Kampf ging es dabei ausgerechnet gegen seinen Teamkollegen Hobelsberger, der zwar mit einem fünften und einem dritten Platz alles daran setze, den Mann aus Krostitz noch zu überflügeln. Doch am Ende gelang dies um einen einzigen Punkt nicht.

Beide Rennen waren von etlichen haarsträubenden Manövern mit ausgefahrenen Ellbogen-Einsätzen geprägt. Unbeirrt hielt Jähnig Kontakt zur Führungsgruppe und sorgte in beiden Läufen durch konsequent vorgetragene Manöver für zwei Top Ergebnisse. Er fuhr beide Male auf Rang zwei ins Ziel und sammelte damit beim Finale noch mal 40 Punkte.

Insgesamt zwölf Podeste hat GERT56 mit seinen drei Piloten in der IDM-Superbike-Saison 2024 sammeln können, darunter einen Sieg durch Hobelsberger am Sachsenring.

In der Gesamtwertung landete Toni Finsterbusch mit 165 Punkten auf dem dritten Abschlussrang – und blieb damit einen Zähler vor seinem GERT56-Teamkollegen Patrick Hobelsberger, der 164 Punkte verbuchen konnte. Jan-Ole Jähnig beendete das Jahr als Sechster mit 137 Zählern auf dem Konto.

Jan-Ole Jähnig: 

„Das war ein mega Saisonabschluss, das hätte ich vorher nicht gedacht. Wir sind schon gut ins Wochenende gekommen, auch wenn die Strecke in einem echt katastrophalen Zustand war, und da sind die Kerbs ohne Farbe noch das Geringste. Trotzdem lief es bei uns gleich richtig gut, da kann ich mich nicht beschweren. Wir haben sehr viel gearbeitet und weitere Schwachpunkte ausgemerzt, gerade bei der Pace im Qualifying.Die erste Startreihe war natürlich eine gute Ausgangsposition. Dieses Mal hatte ich in beiden Rennen sogar echt gute Starts und konnte mich von Beginn an vorn behaupten. Im ersten Rennen war alles ziemlich chaotisch und es ging drunter und drüber. Als Ilya [Mikhalchick] dann einen Fehler machte, habe ich den zweiten Platz natürlich gern mitgenommen. Das zweite Rennen lief genauso, wie ich es mir gedacht hatte: Ilya war vorn auf und davon. Ich habe versucht dranzubleiben, aber in der Sachskurve ist mir ein Fehler unterlaufen, in dem Moment kam Flo durch und Ilya war weg. Zwei Mal Zweiter war eine echt gute Ausbeute für das IDM Finale 2024!“

Toni Finsterbusch:

„Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Letztendlich bin ich super-happy, dass es mit Platz drei in der Gesamtwertung geklappt hat. Dabei war ich speziell vorm zweiten Rennen relativ nervös. Das hat man dem Rennverlauf glaube auch angemerkt. Ich bin am Sonntag einfach nicht richtig in Tritt gekommen. Dazu hatten wir im Qualifying noch ein kleines Problem, sodass es nur Startplatz acht geworden ist und das hat das Ganze nicht einfacher gemacht. Ich hatte beide Male einen guten Start und eine gute erste Runde. Ich konnte mich gut nach vorne schieben. Im ersten Lauf bin ich Pax nachgefahren und hatte ihn immer in Sichtweite. Der zweite Lauf war echt chaotisch, da sind alle kreuz und quer gestochen, das hat meinen Rhythmus sicher nicht verbessert. Ich habe auch noch einen Fehler eingebaut und war ziemlich weit hinten. Ich konnte mich wieder vorarbeiten und der achte Platz hat dann am Ende gereicht. Es hat mich mega gefreut, dass ich dem Team endlich mal etwas zurückgeben konnte, was jahrelang nicht so funktioniert hat. Pax und ich haben das ganze Jahr sehr gekämpft und dass es am Ende so eng ausgegangen ist, ist für ihn natürlich ärgerlich. Aber letztes Jahr war ich hintendran. Ich bin dieses Jahr konstant durchgefahren und hatte keinen Totalausfall drin und bin nur ab und an mal durch die Wiese gefahren. Ein großer Dank geht an das gesamte Team und speziell meine Crew – ohne sie alle wäre das nicht möglich gewesen. Ronny und Filip haben ein perfektes Motorrad hingestellt und ich musste mich nur noch obendrauf setzen und Gas geben.“

Patrick Hobelsberger:

Die Freitagstrainings waren für mich extrem schwierig, unser Basis Setup hat kaum funktioniert und ich fühle mich gar nicht wohl auf dem Bike. Wir haben uns Stück für Stück voran gearbeitet, jedoch war es ein sehr zäher Freitag mit P15 am Ende. Wir stiegen am Abend in die größere Analyse ein und mein Techniker Ronny fand einen sehr guten Weg, der uns das geben könnte, was uns fehlte. Mit einem Bike, das wir so noch nie gefahren sind und mit Werten im Data-Recording, die wir noch nie hatten, starteten wir den Samstag. Es war ehrlich gesagt ein kleines Wunder, denn wir fanden uns auf Platz 2 mit einem Weltklasse Gefühl wieder. Im Quali konnte ich mich auf P4 behaupten und fand meine jemals schnellste Runde auf dem Hockenheimring.

Im ersten Rennen war mein Start sehr gut, leider blieb ich etwas im Gedrängel an der Außenseite hängen und kam auf P6 durch die ersten Runden. Ich fühlte mich sehr gut und konnte mit der Führungsgruppe mitgehen. Nach mehreren Kreuzungen im Windschatten der 6er Gruppe musste ich einmal gerade aus in die Wiese. Die Aufholjagd begann erneut und ich konnte mich noch auf P5 vorarbeiten. Für mich war die Taktik fürs zweite Rennen ganz klar: ein sauberes Rennen und keine Fehler, dann muss das Podium möglich sein. Mein Start war dann erneut sehr gut, ich kam auf P4 durch die erste Runde. Jedoch ließ eine starke Berührung von Jähnig und Alt den Zug direkt in Runde zwei abreißen. Mühsam arbeitete ich mich wieder an die Gruppe heran. Ich brauchte die letzten 6 Runden, um eine einzige Sekunde zu Alt zu schließen. Es war eine absolute Millimeter Arbeit, aber es funktionierte. Ich habe gebissen bis zum Ende und sah mit wenigen Runden zu fahren nur eine Stelle, an der es funktionieren könnte, vorbei zu gehen. Genau in der letzten Runde hatte ich endlich das Hinterrad von Alt und ich startete meinen ‚Blockpass‘ und drückte mich innen gegen die Honda. Es hat funktioniert! P3 und das Podium in der letzten Runde war das Ergebnis! Ein spannendes Finale, in dem ich enormen Kampfgeist gezeigt habe, das war für mich fast das aller wichtigste die Saison so abzuschließen.

Am Ende haben wir Platz vier mit nur einem Punkt Rückstand zu meinem Teamkollegen Toni belegt, welcher eine saubere und konstante Saison fuhr. Wir hatten mit vielen Problemen zu kämpfen, die uns einen Nuller und zwei Fast-Nuller bescherten. Trotzdem haben wir bis zum Ende gekämpft und nie aufgegeben. Die Einzelergebnisse sprechen definitiv mehr als 1000 Worte. Gratuliere Toni!“

IDM-Finale mit Traumwetter, Herzklopfen und Rechenexempel

 

                                                               Foto: Jens Hawrda

Beim großen Saisonfinale in Hockenheim wurde am vergangenen Wochenende die Zielflagge in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) geschwenkt.Ilya Mikhalchik, Andreas Kofler und Oliver Svendsen stehen als Meister in den Klassen Superbike, Supersport und Supersport 300 fest. In sieben von der Motor Presse Stuttgart ausgerichteten Veranstaltungen kämpften Fahrer aus insgesamt 17 Ländern um Punkte. Das sportliche Niveau lag extrem hoch. Auch auf dem Hockenheimring ging es vor Tausenden von Fans im Fahrerlager und einer rappelvoll besetzten SACHS-Kurve noch einmal richtig zur Sache.

Jedes Rennen ist ein Spaß für ihn, hatte Ilya Mikhalchik (Champion-Alpha-Van Zon BMW) gesagt. Nach dem ersten Superbike-Lauf im Finale sah das anders aus. Florian Alt (Holzhauer Racing Promotion) war der Sieger. Zum Saisonende gelang es dem 28-jährigen Honda-Fahrer trotz eines lädierten Fingers noch einmal, die BMW-Armada in der Klasse zu durchbrechen und sich damit den Vizetitel zu sichern.

Mikhalchik überholte den Deutschen drei Mal in der Sachs-Kurve, doch der Engelskirchener war noch nicht fertig. Beim vierten Mal schlug er dem Ukrainer die Tür zu. Durch das Battle wurden allerdings beide langsamer und der herangerobbte Jan-Ole Jähnig (GERT56) nutzte die Chance, wieder um die Podiumsplätze mitspielen zu dürfen. Der Thüringer war schließlich an Alt dran und Mikhalchik an Jähnig. So war es auch nach 18 Runden über jeweils 3,629 Kilometer. Mikhalchik, der schon seit dem Nürburgring als neuer und nun vierfacher Meister der Topklasse feststeht, hatte am Ende keine Optionen mehr gefunden und war stocksauer.

Ilya Mikhalchik (Champion Alpha Van Zon-BMW) ließ es sich nach dem Gewinn seines vierten Titels in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) nicht nehmen, die Saison auch mit einem Laufsieg zu beenden. Nach dem dritten Platz aus dem ersten Lauf musste er im zweiten richtig Dampf ablassen. Er ließ es sich nicht nehmen, als vierfacher Titelgewinner auch den letzten Saisonsieg für sich zu beanspruchen. In den Händen der GERT56-Teamkollegen Toni Finsterbusch und Patrick Hobelsberger lag nun, was mit dem verbleibenden dritten Gesamtrang passiert. Vor dem Wochenende waren beide nur 11 Punkte auseinander. Das fand Hobelsberger, der die Saison mit einem Sieg begonnen hatte, gar nicht gut. Nach den Ambitionen, dieses Jahr Meister werden zu wollen, versuchte der 28-Jährige jetzt wenigstens den dritten Platz zu ergattern. Für Finsterbusch, der am Ende der Top Ten lag, sah es teilweise gar nicht gut aus. Hobelsberger fuhr zwar wie auch Jähnig aufs Podium, aber Finsterbusch wurde Achter und das reichte, um in der Gesamtwertung Rang drei zu sichern. Es handelte sich dabei um einen kleinen Punkt Vorsprung. In diesem Moment war er groß wie die Welt. Finsterbusch sowie auch Mikhalchik sind übrigens die einzigen Superbiker, die in der Saison 2024 in allen Rennen angekommen sind und gepunktet haben. Alle in der IDM Superbike vertreten Marken platzierten mindestens einen Fahrer in den Top Ten: Ilya Mikhalchik (BMW), Florian Alt (Honda), Lorenzo Zanetti (Ducati), Leandro Mercado (Kawasaki), Maximilian Kofler (Yamaha).

In der IDM Supersport wurde an allen Fronten gefeiert. Der Titelgewinn von Andreas Kofler (Yamalube Kofler Motorsport) war schon nach dem ersten Rennen geklärt. Der Österreicher ging mit der Yamaha auf Nummer Sicher, hielt sich vornehm zurück und machte mit einem sechsten Platz den Sack zu. Honda-Hoffnung Dirk Geiger (MCA Racing) und Yamaha-Stammbesetzung Twan Smits (Team Apreco) lieferten sich derweil einen herzhaften Schlagabtausch an der Spitze, bei dem jeder hoffte, dass er bis zum Ende ohne Sturz blieb. Mit 0,071 Sekunden Vorsprung gewann Geiger vor den Toren seiner Heimatstadt Mannheim das vorletzte Rennen der Saison. Er konnte den Triumph über die Linie retten. Es war zugleich der erste Honda-Sieg in der Klasse Supersport Next Generation. „Es ist einfach unbeschreiblich ein Heimrennen zu gewinnen“, war er anschließend von den Gefühlen übermannt. Dritter wurde der Belgier Luca de Vleeschauwer (MotoLife) auf Triumph. Dass das zweite Rennen ein echter Kracher werden würde, war voraussehbar, zumal dann Meister Kofler mit Sicherheit nochmal ans Limit gehen würde und die Tabellenplätze noch nicht unter Dach und Fach waren. Kofler präsentierte sich im letzten Supersport-Rennen des Jahres auch wirklich dort, wo er am liebsten ist: vorn. Der Kampf um die nachfolgenden Plätze wurde zu einer Zerreißprobe für die Nerven. Zu Beginn des Rennens gab es einen Zwischenfall. An der Yamaha von Lennox Lehmann (Yamalube Kofler Motorsport) platzte der Ölkühlerschlauch. De Vleeschauwer und Filip Feigl (Genius Racing) stürzten. Rennabbruch. Das Problem für de Vleeschauwer und Feigl: Sie mussten samt ihrer Bikes innerhalb von fünf Minuten zurück in der Box sein, um beim zweiten Anlauf auf der gereinigten Strecke dabei sein zu dürfen. So verlangt es das Reglement. Geschafft. Es war ein Rechenexempel, was nach dem zweiten Anlauf vor sich ging. De Vleeschauwer wurde ein paar Plätze nach hinten geschickt und war auf dem besten Weg, die Vizemeisterschaft zu verlieren. Aber Meister Kofler setzte vorne noch einen drauf und gewann das Rennen mit einer Zehntelsekunde vor Geiger und Smits. De Vleeschauwer kam als Achter ins Ziel, gönnte sich erst einmal einen großen Schluck Bier, und hatte dank der Konstellation an der Spitze noch 4,5 Punkte Vorsprung vor Geiger, der damit Gesamt-Dritter wurde. Zum ersten Mal Punkte in beiden Rennen gab es für Till Belczykowski (LJ Racing) auf der MV Agusta. Luca de Vleeschauwer, Dirk Geiger und Filip Feigl kamen in allen Rennen der Saison ins Ziel und holten Punkte. Andreas Kofler hat die meisten Siege errungen, insgesamt fünf.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 war die Titelentscheidung bereits am Samstagnachmittag gefallen. Der Däne Oliver Svendsen (Freudenberg KTM-Paligo Racing) hatte seine Konkurrenten im Griff und sicherte sich im ersten Lauf des Saisonfinales mit einem dritten Platz seinen ersten IDM-Titel. Den Rennsieg holte sich Phillip Tonn, während sein Teamkollege Ruben Bijman (beide Freudenberg KTM-Paligo Racing) zum achten Mal in Folge Zweiter wurde. Seit dem IDM-Wochenende in Schleiz stand der neue Vize-Meister konstant auf dem zweiten Platz, doch der ersehnte Sieg blieb ihm stets verwehrt – bis zum finalen Rennen am Sonntag, an dem er auf den letzten Metern vor Oliver Svendsen und den Yamaha-Piloten Dylan Czarkowski (Racing DC) gewann. Mit fünf Fahrern in der Meisterschaft sicherte sich das Team Freudenberg KTM-Paligo Racing zudem den Titel in der Markenwertung.

Oliver Svendsen könnte der letzte Champion der IDM Supersport 300 sein. Ab der kommenden Saison wird die Klasse aller Voraussicht nach durch die neue IDM Sportbike ersetzt. Die Supersport 300-Klasse wird nur dann fortgeführt, wenn sich genügend Teilnehmer finden.