Freitag, 7. Juni 2024

Drei Fragen an den jüngsten Fahrer der Geschichte des ADAC GT Masters: Tom Kalender

Den Mercedes-AMG GT3 teilt sich Tom Kalender mit seinem finnischen Teamkollegen Elias Seppänen. 
Foto: Jens Hawrda

Beim Saisonstart des ADAC GT Masters im Rahmen der DTM in Oschersleben vom 26. bis 28. April schrieb Tom Kalender (GER) ein kleines Stück deutsche Motorsportgeschichte. Im Mercedes-AMG GT3 von LANDGRAF Motorsport an der Seite des amtierenden Meisters Elias Seppänen (FIN) gab er am Samstag sein Debüt. Im Alter von 16 Jahren und 31 Tagen wurde er zum jüngsten Fahrer in der Geschichte des ADAC GT Masters. Am darauffolgenden Tag machte er sich durch den Triumph im zweiten Rennen auch zum jüngsten Sieger in der 18-jährigen Historie der prestigeträchtigen Meisterschaft. Die Rennserie ist damit älter als Kalender selbst. Vor der zweiten Saisonveranstaltung auf dem Circuit Zandvoort am kommenden Wochenende sprach der Newcomer im Interview über seinen Einstand nach Maß.

Du hast Oschersleben Unglaubliches erreicht – du bist als jüngster Fahrer im ADAC GT Masters gestartet, hast dein erstes Rennen als Zweiter beendet und dein zweites direkt gewonnen. Wie hast du das alles erlebt, wie hast du dich vorbereitet und wie fühlt sich das mit etwas Abstand an?

Tom Kalender: „Als wir in Oschersleben ankamen, war ich zunächst völlig überwältigt von dem Team-Aufgebot – vier LKW, eine große Hospitality, ein Cateringfahrzeug und über 20 Personen, die nur für Elias und mich angereist waren. Das war alles neu für mich und so etwas hatte ich wirklich nicht erwartet. Auf der einen Seite fühlte ich mich durch die ganzen Umstände sehr geehrt. Aber es kamen auch Gedanken auf, wie ‘Was ist, wenn ich den Anforderungen nicht gerecht werde, einen technischen Defekt habe oder einen Fahrfehler mache?‘. Vor Oschersleben hatte ich nur wenige Testtage im Mercedes-AMG GT3. Als dann am Donnerstagmorgen der Test begann, habe ich mich nur noch auf mein Auto und mein Team konzentriert. Ich habe gemerkt, dass das gesamte Team absolut professionell und fokussiert arbeitet, das hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Die Stimmung war das ganze Wochenende über bestens. Das passende Umfeld ist für mich sehr wichtig, weil ich weiß, dass die Ingenieure, Mechaniker und Teamchefs genauso beteiligt sind wie ein guter Fahrer. Wir alle waren total motiviert. Auf die Rennen vorbereitet habe ich mich vorab mit Simulatortraining und mit Ausdauer- und Fitnesstraining sowie Kraft- und Reaktionstraining. Vor Ort hat unser Ingenieur die Streckenführung, Besonderheiten und Boxenstrategie genauestens mit uns besprochen. Mit etwas Abstand betrachtet bin ich sehr stolz auf das gute Resultat. Es war mein erstes Rennen in einem GT3-Fahrzeug. Mir ist es gelungen, mich gegen erheblich erfahrenere Piloten, die teilweise schon mehrere Jahre in höheren Serien unterwegs waren, durchsetzen.“

Wann hast du gemerkt, dass das ein erfolgreiches Wochenende für dich, Elias und das gesamte Team werden kann?

Tom Kalender: „Ich habe sofort am Donnerstag gemerkt, dass Elias und ich sehr schnell unterwegs waren. Wir konnten gute Zeiten fahren und haben Selbstvertrauen getankt. Das erste Qualifying am Samstag sollte Elias als der erfahrenere Fahrer von uns beiden fahren. Als er das Qualifying auf Platz drei beendete, wusste ich, dass wir konkurrenzfähig sind. Das Rennen konnten wir dann nach einem sehr guten Boxenstopp auf dem zweiten Platz beenden. Von diesem guten Ergebnis war ich völlig überwältigt und überglücklich. Das hat mich aber für den Sonntag motiviert. Ich wusste, dass eine Top-3-Platzierung möglich war. Mit nur 0,031 Sekunden Rückstand auf David Schumacher konnte ich das Qualifying auf Platz zwei beenden. Da wurde mir bewusst, dass ich mich auch als jüngster Fahrer der Geschichte gegen die Konkurrenz durchsetzen konnte. Durch ein perfektes Rennen konnten wir dann im zweiten Rennen den Sieg einfahren. Elias hat mir das gesamte Wochenende über extrem geholfen. Wir sind in den letzten Wochen gute Freunde geworden. Er kommt mich öfters besuchen und wir bereiten uns gemeinsam am Simulator auf die Rennen vor. Ich schätze seine Ausgeglichenheit und seine Ruhe. Er hat letztes Jahr das ADAC GT Masters gewonnen und gibt mir viele gute Tipps. Wir teilen beide die Einstellung, unser Ego in den Hintergrund zu stellen, denn wir wissen, dass wir nur als Team erfolgreich sein können. Mit Elias habe ich den für mich besten Fahrer gefunden. An dem Sieg waren aber nicht nur Elias und ich beteiligt, sondern das gesamte Team mit Mechanikern, die das Auto absolut perfekt vorbereitet haben und den Ingenieuren, die das optimale Setup für das Auto gefunden und eine perfekte Boxenstrategie entwickelt haben.“

Wie waren die Reaktionen auf deinen Erfolg und wie sehr motiviert dich das?

Tom Kalender: „Das gesamte Team war überglücklich. Damit hätte niemand gerechnet. Zu Hause gab es eine Flut von Glückwünschen von Freunden, Bekannten und Verwandten. Es wurde auch viel in lokalen Zeitungen und Motorsportmedien berichtet. Das macht mich sehr stolz und glücklich. Ich betreibe den Motorsport seit meinem vierten Lebensjahr und mein großes Ziel war es immer, Profirennfahrer zu werden. Momente wie die in Oschersleben ermutigen und motivieren mich, immer weiterzumachen und noch härter an meiner Rennfahrerkarriere zu arbeiten. Die ganzen Reaktionen haben mir noch einmal klar gemacht, dass wir jetzt die Rolle der Gejagten einnehmen. Deswegen durften wir uns nicht auf dem Erfolg ausruhen, sondern mussten uns direkt im Anschluss auf das nächste Rennen in Zandvoort am kommenden Wochenende vorbereiten.“

Quelle: adac-motorsport

Lucas Auer Schnellster im Freien Training in Zandvoort

Lucas Auer Schnellster am Freitag in Zandvoort
Foto: Jens Hawrda

Starker Auftakt von Lucas Auer beim ersten Auslandsstopp der DTM in Zandvoort: Der Österreicher fuhr im Freien Training am Freitag mit 1:33,078 Minuten die schnellste Runde. Der Mercedes-AMG-Pilot erzielte in der zweiten Session am Mittag die Bestzeit auf dem niederländischen Formel-1-Kurs. "Wir haben vom ersten zum zweiten Freien Training einen guten Schritt gemacht. In der DTM wird aber bis zum Schluss hart gepokert. Daher bin ich gespannt, was im Qualifying für uns geht. Die Startposition ist in Zandvoort sehr wichtig, weil das Überholen hier schwierig ist", sagte Auer. Nur 0,050 Sekunden langsamer als der Fahrer vom Mercedes-AMG Team Mann-Filter war sein Landsmann Clemens Schmid im McLaren 720S GT3 Evo. Hinter dem Piloten von DTM-Neueinsteiger Dörr Motorsport folgte Tabellenführer Kelvin van der Linde im Audi R8 LMS GT3 Evo2 auf Rang drei. Marco Wittmann steuerte seinen BMW M4 GT3 auf Platz vier, Mirko Bortolotti wurde im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von SSR Performance Fünfter.

Bei Asphalt-Temperaturen von 34 Grad waren die Rundenzeiten im zweiten Freien Training wesentlich schneller als in der ersten Session. Kelvin van der Linde machte von Beginn an Druck und setzte in seinem vierten Umlauf die vorläufige Bestzeit. Auer übernahm in seiner zwölften Runde die Spitze und auch Schmid konnte sich wenig später noch vor den DTM-Tabellenführer auf Platz zwei schieben. Die Abstände waren jedoch extrem eng, alle Fahrer lagen innerhalb von sieben Zehntelsekunden. Im ersten Freien Training am Morgen gelang Nicki Thiim von SSR Performance die schnellste Zeit. "Mein letztes Rennwochenende in Zandvoort liegt einige Jahre zurück. Der Däne in den Dünen, das fühlt sich fast wie zu Hause an. Die Strecke macht unglaublich Spaß. Ich hoffe, dass wir an diesen guten Auftakt anknüpfen können", erklärte der Lamborghini-Pilot.

Am heutigen Freitag geht es für die DTM-Stars noch ein drittes Mal auf die Strecke: Um 17 Uhr steigt das Qualifying für den Sonntagslauf. Die Session wird live im Stream auf ran.de gezeigt. Hintergrund dieses veränderten Zeitplans ist der Vortest der 24 Stunden von Le Mans, an dem mehrere DTM-Fahrer teilnehmen. Dank des Zeittrainings am Freitag und der angepassten Startzeit für das Rennen am Sonntag (16.30 Uhr) können die Piloten in Le Mans ihre vorgeschriebenen Pflichtrunden absolvieren. Der Meisterschaftslauf am Samstag startet wie gewohnt um 13.30 Uhr. 

Quelle: dtm.com

Donnerstag, 6. Juni 2024

Comeback in Zandvoort: ADAC GT Masters nimmt Kurs auf die niederländische Küste

  • Rückkehr an die Nordsee verspricht packenden Motorsport
  • Oosten fiebert seinem Heimspiel auf dem Circuit Zandvoort entgegen
  • Rennaction vom zweiten Saisonstopp läuft live auf Sport1

Foto: Jens Hawrda

Keine Erholung für die Fahrer des ADAC GT Masters im Urlaubsort: An der niederländischen Nordseeküste geht das ADAC GT Masters in Zandvoort im Rahmen der DTM vom 7. bis 9. Juni in die zweite Runde. Auf dem anspruchsvollen Dünenkurs mit seinen Steilkurven gilt es dann wieder volle Konzentration zu bewahren. Als Tabellenführer reisen Tom Kalender (Hamm/Sieg) und Elias Seppänen (FI, beide Landgraf Motorsport) im Mercedes-AMG an die Strecke westlich von Amsterdam. Der aktuell zweitplatzierte und Sieger beim Saisonstart, Maxime Oosten (Niederlande/FK Performance) blickt erwartungsvoll auf sein Heim-Event im BMW M4 GT3: „Die herausfordernden Passagen, die Nähe zum Meer und die vielen fantastischen Fans schaffen immer eine großartige Atmosphäre. Dort zu gewinnen, wäre für mich ein besonderes Erlebnis.“ Die Meisterschaftsläufe drei und vier gibt es am Samstag ab 15:15 Uhr sowie Sonntag ab 13:25 Uhr live auf Sport1 im deutschen Free-TV zu sehen.

Nach einer einjährigen Pause kehrt das ADAC GT Masters mit insgesamt sieben verschiedenen Premiumherstellern auf die aktuelle Formel-1-Rennstrecke von Zandvoort zurück. Ein spektakuläres Comeback auf dem Küstenkurs ist garantiert, denn mit seinen blinden Kuppen und den Steilkurven hat der Circuit Zandvoort einiges zu bieten. Zum Favoritenkreis in den Niederlanden zählen vor allem Seppänen und Kalender im Mercedes-AMG GT3, die auch in der „Road to DTM“-Wertung die Nase vorne haben. „Nach dem super Saisonstart wollen wir auch in Zandvoort wieder voll angreifen und das Maximale aus unserem Fahrzeug herausholen. Tom und ich sind hoch motiviert und startklar für die zweite Runde“, sagt Seppänen, der als letztjähriger Champion die Titelverteidigung anstrebt.

Motiviert ist auch David Schumacher. Der 22-Jährige holte beim Saisonstart in Oschersleben eine Pole-Position, Technikpech vereitelte jedoch ein gutes Ergebnis. Gemeinsam mit Titelverteidiger Salman Owega will der Sohn von Ex-Formel-1- und DTM-Fahrer Ralf Schumacher nun in Zandvoort im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team das erste Podium einfahren. Dieses Ziel verfolgen auch die Teams von Aston Martin und Lamborghini, die in Oschersleben ohne Podestplatzierung blieben.

Ebenfalls gute Chancen rechnen sich Leon Köhler (Erlenbach am Main) und sein Teamkollege Oosten aus. Das Duo verbuchte genauso wie Kalender/Seppänen beim Auftakt einen Sieg. An den letzten Auftritt in Zandvoort des ADAC GT Masters im Jahr 2022 erinnert sich vor allem das Team Emil Frey Racing gerne zurück. Damals gewann die Mannschaft aus der Schweiz beide Rennen. Seit dieser Saison vertraut die Equipe aus Safenwil im ADAC GT Masters auf den Ferrari 296 GT3 und die Dienste des Schweizer Duos Jean Luc´Auria und Alain Valente.

DTM und Meer: Wer jubelt in den Dünen von Zandvoort?

  • Ricardo Feller reist als Sieger des ADAC Ravenol 24h Nürburgring an die Nordsee
  • Lokalmatador Thierry Vermeulen: „Werden viele Überholmanöver sehen“
  • Zweimaliger Rallye-Weltmeister Kalle Rovanperä debütiert auf der DTM-Plattform

Foto: Jens Hawrda

Vollgas mit Meerblick: Am kommenden Wochenende (7. bis 9. Juni) sorgt die DTM für ein Strand-Spektakel an der niederländischen Nordseeküste. Als Spitzenreiter fährt der Südafrikaner Kelvin van der Linde (Abt Sportsline) zum dritten Tourstopp am Circuit Zandvoort. Auf dem Formel-1-Kurs mitten in den Sanddünen darf sich der Audi-Pilot allerdings keinen Ausrutscher erlauben. Titelverteidiger Thomas Preining (A) ist pünktlich zum Gastspiel westlich von Amsterdam in Form und hat im Porsche 911 GT3 R als Tabellenzweiter nur acht Punkte Rückstand. Zu Kelvin van der Lindes härtesten Verfolgern zählt auch sein eigener Teamkollege Ricardo Feller (CH), der als Dritter ebenfalls voll in Schlagdistanz liegt und am vergangenen Wochenende das ADAC Ravenol 24h Nürburgring gewonnen hat. Neben den DTM-Stars in Zandvoort erstmals im Rahmen der DTM unterwegs: der zweifache Rallye-Weltmeister Kalle Rovanperä, der sein Renndebüt auf der Rundstrecke im Porsche feiert. Das Samstagsrennen der DTM wird um 13.30 Uhr gestartet, der Lauf am Sonntag beginnt später als gewohnt um 16.30 Uhr. ProSieben zeigt die Action aus Zandvoort live im deutschen Free-TV und geht jeweils eine halbe Stunde vor Rennbeginn auf Sendung.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Saisonrennen 5 und 6 von 16

Streckenlänge: 4.259 Meter

Layout: 14 Kurven (zehn Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren

Sieger 2023, Rennen 1: Maro Engel (Mercedes-AMG Team Mann-Filter, Mercedes-AMG GT3)

Sieger 2023, Rennen 2: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2)

Preining gegen das Audi-Duo

Kelvin van der Linde ist nach Sieg und der Tabellenführung zuletzt am Dekra Lausitzring motiviert für das Holland-Gastspiel: „Der Sieg am Lausitzring hat uns als Team zusätzliche Energie gegeben. Wir reisen mit großer Motivation nach Zandvoort. Das ist eine Strecke wie zu alten Zeiten, wo jeder Fehler bestraft wird. Am besten gefällt mir der zweite Sektor, wenn es den Berg hoch geht und dann die schnelle Rechtskurve folgt. Da ist es meistens echt am Limit und der Fahrer kann einen großen Unterschied machen“, sagt Kelvin van der Linde. Auch Preining vom Team Manthey EMA ist nach dem schwachen Auftakt in Oschersleben in Form. Der Tabellendritte Feller stand 2023 in Zandvoort ganz oben auf dem Treppchen und möchte auch in diesem Jahr wieder dorthin. Sein hartes Manöver gegen Kelvin van der Linde in der Lausitz machte deutlich, dass auch der Teamkollege im Kampf um Positionen und Punkte nicht geschont wird. Trotz seiner angriffslustigen Fahrweise ist Feller zusammen mit Preining als einziger DTM-Pilot in den zurückliegenden 20 Rennen immer in die Punkte gefahren.

Engel glänzt mit Aufholjagten, Bortolotti und Sheldon van der Linde brauchen Top-Resultate

Den Sprung nach ganz oben auf das Podium in Zandvoort will Vorjahressieger Maro Engel (Monaco/Mercedes-AMG Team Winward) schaffen. Zweimal fuhr Engel in dieser Saison bereits aufs Podium, und das jeweils nach mäßigen Positionen im Qualifying mit einer starken Aufholjagd. Insgesamt machte er in den bisherigen vier Rennen 35 Positionen gegenüber dem Qualifying gut. Vergangene Saison feierte der Routinier in Zandvoort seinen zweiten DTM-Erfolg – auch in diesem Jahr ist mit dem versierten Taktiker zu rechnen. Zu seinen Gegnern zählt dabei Mirko Bortolotti (I). Der Lamborghini-Werksfahrer von SSR Performance benötigt konstantere Leistungen, wenn er sich vom fünften Rang an die Spitze heranarbeiten möchte. Die Top-Plätze hat auch Sheldon van der Linde im Blick. Der Südafrikaner liegt als bester BMW-Pilot von Schubert Motorsport auf der siebten Position. Ein zweiter Rang wie vergangenes Jahr in Zandvoort wäre für den DTM-Champion von 2022 ein Befreiungsschlag.

Der Lokalmatador möchte für tolle Show sorgen

Lokalmatador Thierry Vermeulen freut sich als einziger Niederländer im DTM-Feld auf sein Heimspiel. „Vor den Augen meiner Familie, Freunde und Partner zu fahren, ist immer etwas Besonderes“, sagt der 21-Jährige, der im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing antritt. „Zandvoort ist eine echte ‚Old-School-Rennstrecke‘ und ich bin mir sicher, dass wir viele Überholmanöver sehen werden. Meine Vorfreude auf das Wochenende ist riesig. Ich werde alles geben und hoffe, dass wir den vielen Fans eine tolle Show bieten.“

ADAC GT Masters, Markenpokal-Action und Formel-Debüt

Mit einem prominenten Namen gibt der Porsche Carrera Cup Benelux seine Saisonpremiere auf der DTM-Plattform. Der zweimalige Rallye-Weltmeister Kalle Rovanperä startet erstmal in seiner Karriere auf der Rundstrecke und pilotiert einen Porsche 911 GT3 Cup vom Team Red Ant Racing. In der Saison 2022 kürte sich der heute 23-jährige Finne in der FIA World Rally Championship zum jüngsten Gesamtsieger aller Zeiten. Vergangenes Jahr gelang Rovanperä bei der Central European Rally in Deutschen, Österreich und Tschechien die WM-Titelverteidigung. In Zandvoort möchte der Rallye-Star sein Talent im Rundstreckenrennen zeigen.

Auch der Porsche Sixt Carrera Cup Deutschland zählt in den Niederlanden zum Rahmenprogramm. Nach einjähriger Pause feiert das ADAC GT Masters am kommenden Wochenende sein Zandvoort-Comeback. Zwei Rennen mit sieben Premiumherstellern versprechen beste Unterhaltung. Zum ersten und einzigen Mal in dieser Saison ist die Formula Regional European Championship by Alpine bei der DTM dabei. Zwei Meisterschaftsläufe trägt die Formel-3-Serie an der Nordsee aus. Karten für das DTM-Rennwochenende in Zandvoort gibt es online unter dtm.com bereits ab 39 Euro. Sowohl der Zugang ins Fahrerlager als auch der Pitwalk ist für alle Ticketbesitzer kostenlos – perfekt für Autogrammjäger und Selfies mit den DTM-Stars.


Zusammenfassung IDM Rennwochenende in Oschersleben

Doppelsiege und eine Premiere

Doppelsiege, ein Wechsel in der Tabellenführung und Wetterwarnungen, die sich nicht bestätigten. Der zweite Saison-Event der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in der Motorsport Arena Oschersleben hatte in jeder Hinsicht etwas zu bieten. Besonders in der Top-Klasse IDM Superbike ging es turbulent zu.

Foto: Jens Hawrda

Dass sich der Kampf in den beiden Superbike-Läufen vorwiegend zwischen Ilya Mikhalchik (Champion Alpha BMW) und Florian Alt (HRP-Honda) stattfinden würde, war vorauszusehen. Dass der Ukrainer das erste Rennen aber mit sechs Sekunden Vorsprung in der Motorsport Arena Oschersleben gewinnen würde, kam doch überraschend. Der 27-jährige dreifache Meister funktionierte im Gegensatz zum Vorjahr wie ein Uhrwerk. Vor zwölf Monaten hatte er in Oschersleben mit Stürzen in beiden Superbike-Läufen eine herbe Schlappe einstecken müssen. Heute lief es für ihn hervorragend, „obwohl ich am Anfang nicht wusste, ob ich pushen soll oder nicht.“ Bei Honda-Titelverteidiger Alt hatte nach der Hälfte der Distanz der Reifen Schwierigkeiten gemacht. „Seit den Rennen auf dem Sachsenring haben wir ein neues Fahrwerk. Bis zum zweiten Rennen werden wir noch Kleinigkeiten verändern.“ Dritter in der höchsten deutschen Motorradrennsportklasse wurde Mikhalchiks Teamkollege Bálint Kovács aus Ungarn, der zum ersten Mal in seiner Superbike-Karriere auf dem Podest stand.

Wer an der Spitze fehlte, war Patrick Hobelsberger auf der GERT56-BMW. Der als Tabellenführer angereiste Bayer musste das Rennen nach einem Desaster in der Qualifikation aus der fünften Reihe in Angriff nehmen. Nach 18 Runden kam er als Sechster ins Ziel. Gleichzeitig war sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf einen einzigen Punkt geschrumpft.

Im zweiten Lauf profitierte der Bayer vorn einem sensationellen Start. Innerhalb von wenigen Sekunden wirbelte er vom 14. Platz auf die sechste Position im Feld. Aber es war ein Frühstart gewesen, stellte die Rennleitung fest. Der BMW-Fahrer wurde mit einer doppelten Long Lap bestraft. Weil er nicht alle Regeln einhielt und weitere Strafen erfolglos blieben, „hat das zur Disqualifikation geführt und für Hobelsberger wurde die schwarze Flagge zum Verlassen der Strecke geschwenkt“, sagte Rennleiter Ottmar Bange abschließend.

Der Sieg im zweiten Lauf ging wie schon im ersten Rennen an Mikhalchik, der noch loswerden wollte: „Ich habe an diesem Wochenende auch den Rundenrekord geknackt, wenn auch nur im Training.“ Der Vorsprung zu Alt war mit 1,429 Sekunden Vorsprung deutlich knapper. Der deutsche Honda-Treiber fuhr trotz des Doppelsiegs der Konkurrenz als neuer Meisterschafts-Führender nach Hause. Der Nordrhein-Westfale hatte beim Saisonauftakt auf dem Sachsenring schon ordentlich Punkte gebunkert. Zum Zweiten Mikhalchik besteht nur ein kleines Polster von zwei Zählern. Dritter ist Lorenzo Zanetti (Ducati Frankfurt). Der Italiener nahm zwei siebte Plätze aus Oschersleben mit. Hobelsberger rutschte von der Spitze auf den vierten Tabellenrang ab. Fünfter ist Toni Finsterbusch (GERT56, BMW) und Kovács als Sechster machte zwei Positionen gut. Er war auch im zweiten Lauf aufs Siegerpodest gefahren.

In der Supersportklasse gab es den ersten Triumph-Sieg in der IDM-Geschichte. Der Doppelsieg von Luca de Vleeschauwer war eine faustdicke Überraschung. Der Belgier war eine Woche vor dem Rennen auf dem gleichen Kurs heftig gestürzt und bis zum Donnerstag wusste niemand, ob er überhaupt antreten würde. Der 21-Jährige vom Team MotoLife hatte am ganzen Körper Prellungen und grüne und blaue Flecken. Doch er biss die Zähne zusammen und arbeitete sich jeweils vom fünften Startplatz nach vorn. Der favorisierte Österreicher Andreas Kofler (Yamalube Kofler) konnte nichts dagegen machen, die IDM-Führung behielt er trotzdem. Zweimal aufs Podium kam Lennox Lehmann, der schon Dritter in der Gesamtwertung ist. Dabei ist der Dresdner noch ein Neuling in der IDM Supersport, wenn auch mit einer beachtlichen Karrierebilanz in kleineren Klassen.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 dominierte der Niederländer Jeffrey Buis vom Team Freudenberg KTM-PALIGO Racing vor seinen Teamkollegen Ruben Bijman und Oliver Svendsen. Am zweiten Renntag wiederholte Buis seinen Triumph, dieses Mal vor Svendsen und dem KTM-Piloten Philipp Tonn. Trotz des Doppelsieges von Buis konnte Svendsen die Gesamtführung in der Meisterschaft weiter behaupten.

Ein Highlight jagte das andere, umrahmt von vier Cup-Klassen, in denen sich Junioren und gestandene Männer behaupten. In drei Wochen geht es weiter. Vom 21. bis 23. Juni gastiert die IDM im tschechischen Most.