Dienstag, 30. April 2024

Fehlerlos und clever: Luca Engstler feiert ersten DTM-Sieg

  •     Lamborghini-Pilot gewinnt mit perfekter Boxenstopp-Strategie in Oschersleben
  •     Pole-Setter Mirko Bortolotti fällt nach misslungenem Reifenwechsel weit zurück
  •     42.000 Besucher erleben spektakulären DTM-Auftakt in der Magdeburger Börde

Luca Engstler holt am Sonntag seinen ersten DTM-Sieg
Foto: Jens Hawrda

Grenzenloser Jubel bei Vater und Sohn: Luca Engstler (Kempten, Lamborghini Team Liqui Moly by GRT) gewann im Lamborghini in Oschersleben vor den Augen seines Vaters, der Tourenwagen-Legende Franz Engstler, sensationell den Sonntagslauf. Nach einer fehlerlosen Leistung machte der auf Platz vier gestartete 24-Jährige seinen ersten Erfolg in der DTM perfekt. Den zweiten Platz belegte Maro Engel (Monaco), Dritter wurde dessen Markenkollege Luca Stolz (Brachbach). Beide Fahrer bestritten für ihre Rennställe Mercedes-AMG Team HRT und Mercedes-AMG Team Winward den jeweils 50. DTM-Lauf. „Ehrlich gesagt, habe ich im Vorfeld kein einziges Mal daran gedacht, hier mein erstes DTM-Rennen zu gewinnen. Nach einer Gelbphase zur Rennmitte wurde mir Runde für Runde klar, dass ich auf Siegkurs bin. In solchen Momenten kommt es darauf an, gedanklich nicht abzuschweifen und voll fokussiert zu bleiben”, verriet der Überraschungssieger. Zum DTM-Saisonstart kamen am Wochenende 42.000 Besucher in die Motorsport Arena Oschersleben.


Keyfacts, Motorsport Arena Oschersleben, Saisonlauf 2 von 16

    Streckenlänge: 3.667 Meter
    Wetter: 21 Grad, bewölkt
    Pole-Position: Mirko Bortolotti SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2
    Sieger: Luca Engstler Lamborghini Team Liqui Moly by GRT, Lamborghini Huracán GT3
    Schnellste Rennrunde: Maro Engel Mercedes-AMG Team Winward, Mercedes-AMG GT3

Schon kurz nach dem Rennstart kam am Sonntagmittag das Cupra Safety-Car zum Einsatz, da der drittplatzierte Jack Aitken (GB) seinen Ferrari 296 GT3 nach einer Berührung neben der Strecke abstellen musste. Nach dem Re-Start in Runde fünf setzten sich Pole-Setter Mirko Bortolotti (I) im Lamborghini und Mercedes-AMG-Fahrer Stolz von den Verfolgern Engstler, Arjun Maini (IND) in einem weiteren Mercedes-AMG und Lamborghini-Pilot Nicki Thiim (DK) ab.

Zur Rennmitte sorgte ein weiterer Zwischenfall für die Vorentscheidung. Der Ferrari 296 GT3 von Thierry Vermeulen (NL) musste nach einem Kontakt mit René Rast (Bregenz) geborgen werden, was eine Full-Course-Yellow-Phase zur Folge hatte. Engstler und auch Engel hatten ihre Pflichtstopps zu dem Zeitpunkt bereits absolviert und übernahmen so die beiden ersten Positionen.

Engstler zeigte sich danach nervenstark, hielt Engel souverän auf Distanz und überquerte nach 40 Runden als Erster die Ziellinie. Den dritten Platz belegte Stolz, da Bortolotti nach einem missglückten Reifenwechsel auf Platz 16 zurückfiel. Maini sah als Vierter die Zielflagge – hinter dem 26-Jährigen folgten die beiden Brüder Kelvin (ZA/Abt Sportsline) und Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport). Dreifach-Champion Rast steuerte seinen BWM M4 GT3 auf Rang sieben. Christian Engelhart (Starnberg) sicherte sich und dem Lamborghini Team TGI by GRT die achte Position. Unglücklich verliefen die letzten Meter für den Schweizer Ricardo Feller: Kurz vor Schluss kämpfte der Pilot von Abt Sportsline als Fünfter mit technischen Problemen, konnte seinen Audi R8 LMS GT3 Evo2 aber noch auf Platz neun ins Ziel bringen. Die Top-Ten komplettierte Marco Wittmann (Fürth) mit dem dritten BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport.

Maro Engel: „Das Auto hat sich super angefühlt, direkt beim Start konnte ich drei Plätze gut machen. Wir waren auf einer guten Strategie unterwegs, natürlich spielte auch ein wenig Glück mit dem Zeitpunkt der Full-Course-Yellow-Phase rein. Ich hoffe, dass wir den Schwung mit in die nächsten Rennen nehmen können.“

Luca Stolz: „Im Qualifying und beim Boxenstopp waren wir richtig schnell. Das Rennen lief ein wenig merkwürdig. Einerseits hätte ich gern gewonnen, andererseits dachte ich zwischenzeitlich, dass ich es nicht mal aufs Podium schaffe. Mirko Bortolotti hatte ein kleines Problem beim Reifenwechsel, davon konnte ich profitieren. Insgesamt war es ein super Wochenende.“

Ergebnis, 2. Meisterschaftslauf, Oschersleben (Top-Five)

1. Luca Engstler (D/Lamborghini Team Liqui Moly by GRT)
2. Maro Engel (D/Mercedes-AMG Team Winward), +0,300 Sekunden
3. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +18,325 Sekunden
4. Arjun Maini (IND/Mercedes-AMG Team HRT), +20,554 Sekunden
5. Kelvin van der Linde (ZF/Abt Sportsline), +32,981 Sekunden


Montag, 29. April 2024

BMW-Duo Oosten/Köhler feiert Sieg in Oschersleben

  •     Oosten holt beim zweiten Einsatz im ADAC GT Masters zweiten Laufsieg
  •     Tom Kalender als jüngster Fahrer der Geschichte des GT Masters auf dem Podium
  •     Youngster dominieren das Podium beim Auftakt in Oschersleben

Maxime Oosten/Leon Köhler (BMW) siegen am Samstag in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Auftakt nach Maß für das BMW-Duo Maxime Oosten (NL) und Leon Köhler (Erlenbach am Main/beide FK Performance) beim Auftaktrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben: Im BMW M4 GT3 sicherte sich das Duo den ersten Sieg der Saison. Rang zwei belegte der Vorjahresmeister Elias Seppänen (FIN) zusammen mit Tom Kalender (Hamm/Sieg) im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport. Das Podium komplettierte der Haupt Racing Team Mercedes-AMG von Max Reis (Ramstein) und Kwanda Mokoena (ZA).


Den Weg zu seinem zweiten Sieg im ADAC GT Masters ebnete Oosten direkt zu Beginn: „Beim Rennstart kam es zu einem unglaublich intensiven Duell mit dem Grasser-Lamborghini. Um die Führung zu verteidigen, musste ich mich am Ausgang der ersten Kurve neben Tim Zimmermann bleiben. Danach konnte ich die Position behaupten und an Leon übergeben, der unseren BMW sicher ins Ziel brachte.“ Auch Teamkollege Köhler zeigte sich nach dem Rennen freudig: „Das war ein super Saisonstart. Maxime hat im ersten Teil des Rennens einen großartigen Job abgeliefert. Für mich galt es, den Vorsprung im zweiten Abschnitt zu verwalten. Ich bin sehr glücklich über den Sieg und freue mich schon auf das zweite Rennen.“

Das Auftaktrennen auf der 3,667 Kilometer langen Strecke in der Magdeburger Börde startete bei sonnigen Bedingungen, einer Außentemperatur von rund 20 Grad Celsius und jeder Menge Spannung. Nachdem Tim Zimmermann (Langenargen/Grasser-Racing-Team) vom zweiten Platz aus einen guten Start erwischte, lieferte er sich in der ersten Kurve einen spektakulären Dreikampf um die Führung mit Pole-Setter Oosten und Jannes Fittje (Langenhain). Oosten ließ im Kampf um die Führung nicht locker und behielt gegen Zimmermann die Oberhand. Danach verschaffte sich der 20-jährige Niederländer einen Vorsprung von mehreren Wagenlängen, der jedoch nach gerade einmal fünf Minuten durch eine Safety-Car-Phase zunichtegemacht wurde. Beim Re-Start zeigte Oosten keine Nerven und stellte schnell den vorherigen Vorsprung zwischen ihm und Zimmermann wieder her. Zimmermann schied vorzeitig aus dem Kampf um den Sieg aus. Nach einem Reifenschaden kam er zusammen mit Teamkollege Benjamin Hites auf Rang elf ins Ziel. An der Spitze übergab Oosten den BMW an Köhler, der anschließend mit mehr als 13 Sekunden Vorsprung den Sieg sicherstellte. Der Sieg sicherte Oosten/Köhler auch den Klassenerfolg im Silver Cup für Nachwuchsfahrer.

Auch für das Duo im Mercedes-AMG GT3 von Landgraf Motorsport verlief der Saisonstart mit dem Silberrang erfolgreich. „Über den Ausgang des Rennens bin ich sehr glücklich. Elias hat mir mein Premierenrennen sehr einfach gemacht. Am Ende auf dem Podium zu stehen, freut mich sehr“, sagte Tom Kalender, der als bisher jüngster Fahrer in der Geschichte des ADAC GT Masters den Sprung auf das Podium geschafft hat. Mit Rang drei verbuchten Reis und Mokoena einen erfolgreichen Saisonstart. „Ein großartiges Erlebnis, direkt im ersten Rennen auf dem Treppchen zu sein. Kwanda hat mir den Wagen auf einer aussichtsreichen Position übergeben und mir dadurch eine gute Ausgangslage verschafft. Mein Stint verlief ebenfalls gut, wodurch wir am Ende den ersten Pokal mit nach Hause nehmen konnten“, beschrieb Reis seine Premiere.

Den vierten Platz belegten Jannes Fittje und Finn Wiebelhaus (Obertshausen/Haupt Racing Team) in einem weiteren Mercedes-AMG vor den beiden Zwillingen Michael und Johannes Kapfinger im Porsche 911 GT3 R vom Team Joos by Twin Busch. Der sechste Rang ging an Salman Owega (Köln) und David Schumacher (Salzburg) im Mercedes-AMG GT3 vom Haupt Racing Team, die sich vor Jean-Luc D´Auria (CH) und Alain Valente (CH) im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing platzierten. Auf dem achten Platz und gleichzeitig als Sieger der Pro-Am-Wertung überquerten Alexander Schwarzer (D) und Alexander Fach (CHE/beide Fach Auto Tech) die Ziellinie im Porsche 911 GT3 R. Der Aston Martin Vantage GT3 von Walkenhorst Motorsport mit Mike David Ortmann (Ahrensfelde) und Denis Bulatov (Köln) belegte Rang neun. Simon Connor Primm (Großschirma) und Jonas Greif (Coswig/beide Paul Motorsport) beschlossen in ihrem Lamborghini Huracán GT3 Evo2 die Top-10.        


Gabriele Piana/Michael Schrey gewinnen Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany in Oschersleben

  •  BMW M4 GT4-Duo mit souveränem Start/Ziel-Sieg
  •  Hofor Racing by Bonk-Teamkollegen Reiter/Wassertheurer ebenfalls auf Podium
  •  Enzo Joulié gewinnt mit Gesamtplatz zwei auch die Junior-Wertung

Strahlende Sieger: Gabriele Piana (li.) und Michael Schrey
Foto: ADAC-Motorsport


Michael Schrey (41/Wallenhorst) und Gabriele Piana (37/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) sind die großen Triumphatoren im Samstagsrennen beim Saisonauftakt der ADAC GT4 Germany in der Motorsport Arena Oschersleben bei Magdeburg. Die Champions der Saison 2021 dominierten das rund einstündige Rennen vor großer Kulisse im Rahmenprogramm der DTM und gewannen letztendlich mit einem Vorsprung von knapp 13 Sekunden. Rang zwei ging an Enzo Joulié (19/FRA) und Marc de Fulgencio (24/ESP, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG GT4. Tim Reiter (25/Stuttgart) und Leon Wassertheurer (22/Ulm) im zweiten BMW von Hofor Racing by Bonk Motorsport komplettierten das Podium. „Nach einem Jahr Pause so in die ADAC GT4 Germany zurückzukommen, ist einfach unbeschreiblich. Mein Dank geht an das gesamte Team. Alle haben zu diesem Triumph beigetragen. Zu viel feiern können wir jedoch nicht, denn am Sonntag steht noch Lauf zwei an“, jubelte Schrey auf dem Podium.

Sein Teamkollege Piana hatte das Rennen schon von der Pole-Position aus begonnen und die gute Ausgangslage direkt in die Rennführung umgewandelt. Danach sah der Rest des 24 Wagen starke Feldes nur noch die Rücklichter des BMW. Bis zum Fahrerwechsel zu Rennmitte hatte der Italiener bereits einen Vorsprung von rund zwölf Sekunden herausgefahren. Auch der zweitplatzierte Mercedes-AMG, den de Fulgencio in der ersten Rennhälfte steuerte, hatte ein einsames Rennen und einen Respektabstand auf die weiteren Verfolger. Im Kampf um Platz drei ging es hingegen zur Sache. Wassertheurer kämpfte rundenlang gegen Markenkollege Leyton Fourie (18/ZAF, FK Performance Motorsport) und konnte sich erst kurz vor den Fahrerwechseln durchsetzen.

Die zweite Rennhälfte sah ein ähnliches Bild. Pianas Teamkollege Michael Schrey konnte es ruhig angehen lassen und die Führung letztendlich souverän nach Hause fahren. Auch Joulié, der von de Fulgencio übernommen hatte, hatte freie Bahn und machte mit Platz zwei auch den Sieg in der Junior-Wertung perfekt. Im Kampf um Platz drei zeichnete sich ein Duell zwischen Wassertheurers Partner Tim Reiter und Fouries Teamkollegen Max Rosam (19/Taunusstein) ab. Doch wenige Minuten nachdem Rosam in seinen BMW stieg, musste er das Rennen mit einem Reifenschaden vorzeitig beenden.

Hinter den führenden Drei setzte sich in der zweiten Rennhälfte Finn Zulauf (19/Königstein im Taunus) im Porsche 718 Cayman GT4 von AVIA W&S Motorsport in Szene und sicherte sich gemeinsam mit Josef Knopp (19/CZE) die vierte Position. Rang fünf ging an Alex Connor (20/GBR) und Jan Philipp Springob (23/Olpe, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG vor Ferdinand Winter (20/Grafenrheinfeld) und Ivan Ekelchik (27, beide Wimmer Werk Motorsport) in einem weiteren Porsche und dem Mercedes-AMG-Duo Mattis Pluschkell (19/Elmenhorst-Lichtenhagen) und Luca Bosco (20/ITA, beide BWT Mücke Motorsport). Das Debüt des brandneuen Aston Martin Vantage GT4 endete für Jan Marschalkowski (21/Inning am Ammersee) und Philipp Gogollok (18/Bad Homburg, beide Zakspeed ESM) auf Rang acht. Neunte wurden ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Thomas Rackl (16/Berching) und Andreas Jochimsen (26/DNK, beide ME Motorsport) im BMW. Die Top Ten komplettierten die Porsche-Fahrer Simon Birch (17/DNK) und Denny Berndt (19/Berlin, beide Razoon - more than Racing). Den Sieg in der Trophy-Wertung errang Max Kronberg (37/Singapur) im Porsche von AVIA W&S Motorsport.

Stimmen nach dem Rennen

Gabriele Piana – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport
„Vielleicht sah es von außen einfach aus, aber man muss im Rennen immer alles richtig machen. Ich hatte einen gute Start und danach einen relativ einfachen Weg. Das war uns aber schon klar, da wir bereits am Freitag und in der Qualifikation eine starke Pace hatten. Nachdem ich einen Abstand aufgebaut hatte, begann ich meine Reifen für Michael zu managen und entschied, nicht voll am Limit zu fahren. Michael hat dann alles perfekt zu Ende gefahren. Wir sind zufrieden.“

Michael Schrey – Sieger für Hofor Racing by Bonk Motorsport
„Dies war sicherlich nicht das schwierigste Rennen meiner Karriere. Aber nichtsdestotrotz musste ich die Konzentration aufrecht halten, denn es kam zu Rennende auch zu Überrundungsmanövern. Das Team hat eine perfekte Arbeit gemacht. Das Auto war einfach zu fahren und deswegen ist es super, des Sieg eingefahren zu haben.“

Marc de Fulgencio – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Ich freue mich immer in Oschersleben zu fahren. Es ist mein drittes Podium hier. Hoffentlich können wir morgen in Richtung des Sieges schauen. Mein Stint war schwieriger als er aussah. Gerade von Platz zwei loszufahren, birgt stets Gefahren. Denn die Konkurrenz in der ADAC GT4 Germany ist stark. Aber nachdem ich einen Abstand nach hinten herausgefahren hatte, konnte ich meine Pace managen.“

Enzo Joulié – Platz zwei für BWT Mücke Motorsport
„Wir konnten heute nichts Besseres als Platz zwei erreichen. Gabriele und Michael waren einfach zu stark. Es war nicht möglich, sie zu schlagen. Aber hoffentlich sieht es morgen anders aus und wir können vor ihnen landen. Dafür werden wir alles geben.“

Leon Wassertheurer – Platz drei für Hofor Racing by Bonk Motorsport
„Das ist natürlich ein mega Saisonstart, mit dem wir in dieser Form nicht gerechnet haben. Wir haben aber schon in den freien Trainings erkannt, dass wir ziemlich schnell hier sind – und auch gut in der Longrun-Pace. Mein Zweikampf mit dem anderen BMW war wirklich nervenaufreibend. Es ging richtig fair zur Sache und hat einfach nur Spaß gemacht. Morgen wollen wir wieder auf das Podium fahren.“

Tim Reiter – Platz drei für Hofor Racing by Bonk Motorsport
„Es ist ein sehr schöner Start für uns als Team. Glückwunsch an dieser Stelle auch an Gabi und Michi zum Sieg. Es hätte eigentlich fast nicht besser für uns laufen können. Leon hat einen super Job gemacht und den BMW vor dem Boxenstopp überholt. Das war sehr wichtig. Ich konnte das Rennen dann nach Hause fahren. Das hat perfekt funktioniert.“


Achterbahnfahrt mit Happy End: Aitken gewinnt in Oschersleben am Samstag

  •  Ferrari-Pilot feiert Last-Minute-Sieg nach turbulentem Rennverlauf
  •  Marco Wittmann rollte in Führung liegend kurz vor Schluss aus
  •  Fünf verschiedene Hersteller beim ersten DTM-Saisonlauf unter den Top-Fünf

Aitken siegt vor Bortolotti und Feller
Foto: Jens Hawrda
 

Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle für Zuschauer und Piloten: Über eine halbe Stunde lang hatte Pole-Setter Jack Aitken (GB) im Ferrari 296 GT3 am Samstag in Oschersleben das erste DTM-Rennen der Saison kontrolliert. Dann setzte sich BMW-Pilot Marco Wittmann (Führt) völlig überraschend nach einem cleveren Boxenstopp an die Spitze, rollte aber vier Minuten vor Schluss mit technischem Defekt aus. Damit übernahm der Brite vom Team Emil Frey Racing erneut die Führung und feierte nach 39 Runden seinen zweiten DTM-Sieg vor Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti (I) und Ricardo Feller (CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo2. „Ich bin einfach nur glücklich, dass ich das Rennen gewonnen habe. Marco Wittmann hat mit einem späten Boxenstopp gut gepokert. Ich konnte zunächst gar nicht glauben, dass ich die Führung verloren habe. In den letzten Minuten hat sich das Blatt dann nochmal gewendet und ich denke, dass der Sieg trotz der kuriosen Umstände verdient ist“, erklärte Aitken nach seinem Erfolg.

Keyfacts, Motorsport Arena Oschersleben, Saisonrennen 1 von 16

    Streckenlänge: 3.667 Meter
    Wetter: 20 Grad, sonnig
    Pole-Position: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14),
    Sieger: Jack Aitken (Emil Frey Racing, Ferrari 296 GT3 #14)
   Schnellste Rennrunde: Ricardo Feller (Abt Sportsline, Audi R8 LMS GT3 Evo2 #7)

Der 28-jährige Aitken konnte sich am Samstagmittag nach einem optimalen Start schnell von der Konkurrenz absetzen. Hinter ihm fuhren Bortolotti und Feller auf den Plätzen zwei und drei, gefolgt von Arjun Maini (IND) im Mercedes-AMG GT3 sowie Sheldon van der Linde (ZA/BMW M4 GT3). Auch nach dem Pflicht-Boxenstopp behauptete der Ferrari-Pilot seine Führung, während Feller und Bortolotti die Plätze tauschten.

Dann erlebten die Besucher auf den vollen Tribünen in der Motorsport Arena Oschersleben einen unerwarteten Führungswechsel. Gut 25 Minuten vor Schluss verlor der McLaren von DTM-Neuling Ben Dörr (Butzbach) ein Rad – Wittmann vom Team Schubert Motorsport fuhr gedankenschnell zum vorgeschriebenen Reifenwechsel in die Box, bevor eine Full-Course-Yellow-Phase das Feld einbremste. Mit diesem Schachzug katapultierte sich der BMW-Fahrer von Position 16 an die Spitze vor Aitken. Doch Wittmann musste kurz vor Rennende den Traum von seinem insgesamt 19. DTM-Sieg begraben und schied aus. Damit war der Weg für Aitken frei, während Bortolotti noch an Feller vorbeizog und Platz zwei vor dem Schweizer klarmachte. Sheldon van der Linde belegte nach dramatischen 39 Rennrunden Rang vier vor Luca Stolz (Brachbach) vom Mercedes-AMG Team HRT.

Lucas Auer (A) überquerte gut eine halbe Sekunde hinter seinem Markenkollegen als Sechster die Ziellinie vor dem zweiten Schubert-BMW mit René Rast (Bregenz). Rang acht ging an Maini. Thierry Vermeulen (NL) belegte im Ferrari 296 GT3 Platz neun. Titelverteidiger Thomas Preining betrieb Schadensbegrenzung und machte als Zehnter sechs Positionen gut.

Das zweite Qualifying beim DTM-Auftakt in Oschersleben wird am Sonntag um 9:55 Uhr gestartet. Fans können das Zeittraining live im Stream auf ran.de verfolgen. ProSieben zeigt alle 16 Saisonrennen live im Free-TV, die Übertragungen beginnen am Samstag und Sonntag jeweils eine halbe Stunde vor Rennstart um 13:00 Uhr. Die Meisterschaftsläufe werden in über 150 Territorien live oder re-live ausgestrahlt.

Mirko Bortolotti: „Das Rennen hat gezeigt, wie schnell sich in der DTM die Dinge ändern können. Ich musste früh zum Boxenstopp kommen, da wir im ersten Stint Probleme mit den Reifen hatten. Daher denke ich, dass wir das Maximum herausgeholt haben. Auch wenn es uns geholfen hat, tut es mir leid für Marco Wittmann. Kurz vor Schluss in Führung liegend das Auto abstellen zu müssen, wünscht man niemandem.“

Ricardo Feller: „Das war ein cooles Rennen. Am Ende hatten wir natürlich ein wenig Glück, aber ich freue mich über die ersten Punkte für die Meisterschaft. Ich war mehrmals dicht an Mirko Bortolotti dran, aber ein unüberlegtes Manöver kurz vor Schluss hätte aus meiner Sicht ein zu großes Risiko dargestellt.“

Marco Wittmann: „Wir hatten vor dem Rennen schon festgelegt, erst spät die Reifen zu wechseln. Diese Strategie ist voll aufgegangen und hat uns in Führung gebracht. Kurz vor Schluss auszurollen, ist natürlich brutal frustrierend. Wir müssen analysieren, ob es ein Leck in der Benzinleitung gab oder generell zu wenig Sprit drin war.“

Jack Aitken gewinn erstes Saisonrennen der DTM
Foto: Jens Hawrda

Ergebnis, 1. Meisterschaftslauf, Oschersleben (Top-Five)

1. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing)
2. Mirko Bortolotti (I/SSR Performance), +1,159 Sekunden
3. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), 1,595 Sekunden
4. Sheldon van der Linde (ZA/Schubert Motorsport), 1,982 Sekunden
5. Luca Stolz (D/Mercedes-AMG Team HRT), +3,744 Sekunden


42.000 Besucher fiebern vor Ort beim DTM Auftakt in der Motorsport Arena Oschersleben mit

gelungene Auftaktveranstaltung der DTM in Oschersleben
Foto: Jens Hawrda

Am vergangenen Wochenende stand das absolute Saisonhighlight im Rennkalender der Motorsport Arena Oschersleben auf der Agenda – der Auftakt der DTM. Mit 42.000 Besuchern war es eine der größten Motorsport-Veranstaltungen der vergangenen Jahre.


Das Wetter meinte es gut mit den zahlreichen Besuchern, welche aus ganz Deutschland für den Saisonauftakt der DTM in die Magdeburger Börde geströmt waren. Auf dem Plan standen die Rennen der DTM, des ADAC GT Masters, des Porsche Sixt Carrera Cups und der ADAC GT4 Germany.

Die Fan-Nähe des Events begeisterte die Besucher. So standen mit der Fan-Zone im Infield und großem Bällebad, Autogrammstunden der Fahrer und einer Ausstellung zu 40-Jahre DTM tolle Programmpunkte bereit. Das frei zugängliche Fahrerlager und der Pitwalk rundeten das Motorsport-Programm ab.

Mittendrin war auch das Team rund um Torsten Schubert mit gleich drei ehemaligen DTM Champions. Bereits am Freitag erhielt Marco Wittmann als einer der drei Fahrer eine Plakette auf dem „Motorsport Walk of Fame“ vor dem 4*-Hotels der Anlage.

Die Renngeschehen des Wochenendes waren durchzogen von dramatischen Szenen. Von einer umfangreichen Ölspur über die Beschädigung der Leitplanken bis hin zur Verschiebung ganzer Mauer-Elemente. „Der Bauhof und unsere externen Dienstleister haben perfekt Hand in Hand gearbeitet, um einen weiteren Rennablauf zu gewährleisten.“, blickt Ralph Bohnhorst, Geschäftsführer der Motorsport Arena, auf die Ereignisse zurück. Zwar mussten ein paar Zeitpläne angepasst werden, aber letztendlich konnten alle Besucher die volle Renn-Action erleben.

Am Samstag musste das Team von Schubert Motorsport in Führung liegend das Rennen aufgrund von Spritmangel beenden und kurz vor Schluss dem jungen Briten Jack Aitken den Sieg überlassen.

„Ich bin einfach nur glücklich, dass ich das Rennen gewonnen habe. Marco Wittmann hat mit einem späten Boxenstopp gut gepokert. Ich konnte zunächst gar nicht glauben, dass ich die Führung verloren habe. In den letzten Minuten hat sich das Blatt dann nochmal gewendet und ich denke, dass der Sieg trotz der kuriosen Umstände verdient ist.“, erklärte Aitken nach seinem Erfolg. Er konnte damit beim ersten Rennen der Saison einen Start-Zielsieg einfahren.

Und auch am Sonntag gab es vor allem während der Pitstop-Phase der DTM verschiedene Situationen, welche das Rennen maßgeblich beeinflussten.

Nicki Thiim und auch Maximilian Paul mussten demnach das Fahrzeug nach einem missglückten Boxenstopp mit vordergründigen Reifenproblemen abstellen. Luca Engstler konnte letztendlich das Rennen mit dem GRT Grasser-Racing-Team für sich entscheiden.

„Wir sind stolz, als Rennstrecke ein solch erfolgreiches Mega-Event in Zusammenarbeit mit dem ADAC durchgeführt zu haben.“, zeigt sich Geschäftsführer Ralph Bohnhorst begeistert.

Auch in den kommenden Wochen geht es mit einem hochkarätigen Motorsport-Programm in der Arena weiter. Bereits vom 10. bis 12. Mai wird dabei das ADAC Racing Weekend an den Start gehen.