Mittwoch, 21. Juni 2023

Champion Maximilian Götz zurück im ADAC GT Masters

  •  Maximilian Götz mit Rückkehr am Norisring
  •  Start für das Haupt Racing Team mit einem Mercedes-AMG GT3 Evo
  •  Teamkollege ist der Rumäne Petru Umbrarescu
Maximilian Götz kehrt in die ADAC GT-Masters zurück
Foto: Jens Hawrda

Wenn das ADAC GT Masters vom 7. bis 9. Juli am Norisring nach 15 Jahren sein Comeback feiert, ist auch Maximilian Götz am Start. Der ADAC GT Masters-Champion von 2012 gibt auf dem spektakulären Stadtkurs in Nürnberg sein Saison-Debüt für das Haupt Racing Team. Götz teilt sich das Cockpit des Mercedes-AMG GT3 Evo mit dem Rumänen Petru Umbrarescu. TV-Partner Sport1 überträgt alle Rennen live in voller Länge im Free-TV.

Der zweite Saisonstopp des ADAC GT Masters ist für Götz ein ganz Besonderer. Für den 37-Jährigen bildet der 2,3 Kilometer lange Stadtkurs das persönliche Heimspiel. Dabei hat der Uffenheimer eine spezielle Verbindung zum Norisring: In der Saison 2021 krönte er sich mit dem Haupt Racing Team auf den Straßen Nürnbergs zum DTM-Champion. „Super, dass ich kurzfristig wieder im ADAC GT Masters an den Start gehen kann. Mein Terminkalender in diesem Jahr ist zwar schon recht voll, aber einen Einsatz im ADAC GT Masters lasse ich mir nicht entgehen. Natürlich möchte ich um die Podiumsplätze mitfahren, das Team unterstützen und meine Erfahrung einbringen. Ich hoffe, dass ich den Fans bei meinem Heimrennen eine gute Show bieten kann“, sagt der sechsmalige Rennsieger des ADAC GT Masters. Auch bei den Events am Sachsenring und dem Saisonfinale am Hockenheimring Baden-Württemberg geht Götz an den Start. Bisher kommt er auf 126 Renn-Einsätze in der traditionsreichen GT3-Serie des ADAC.

„Es freut uns wirklich sehr, dass Maximilian im ADAC GT Masters zu HRT zurückkehrt. Er ist ein absoluter Experte dieser Serie und wertet mit seiner Präsenz das ADAC GT Masters weiter auf. Auch sportlich erhoffen wir uns, dass wir weiter um Siege mitfahren. In Hockenheim haben wir bereits eine Podiumsplatzierung einfahren können. Wir sind davon überzeugt, mit Maximilian dafür den richtigen Fahrer neben Petru im Auto haben“, erklärt Ulrich Fritz, Geschäftsführer der Haupt Racing Team GmbH. Beim zweiten Saisonlauf in Hockenheim fuhr der Mercedes-AMG-Rennstall mit Stammfahrer Umbrarescu und dem Inder Arjun Maini auf Platz zwei.

Speedfestival am Meer: ADAC GT4 Germany bestreitet zweite Saisonstation in Zandvoort

  •  Drei Piloten aus den Niederlanden geben ihr Heimspiel
  •  Beide Rennen live im Free-TV bei SPORT1

Foto: Jens Hawrda

Die ADAC GT4 Germany ist bereit für das zweite Rennwochenende der Saison 2023. Schauplatz ist der legendäre Circuit Zandvoort, der direkt in den niederländischen Nordseedünen gelegen ist und somit neben der Rennaction auch Strand- und Urlaubsflair bietet. Die Sportwagenserie des ADAC reist mit 27 Sportwagen der fünf Marken Aston Martin, BMW, Mercedes-AMG, Porsche und Toyota nach Zandvoort. Das verspricht ein packendes Event mit grandioser Unterhaltung. Entsprechend groß ist die Vorfreude bei den teilnehmenden Fahrern und Teams. Die ADAC GT4 Germany kann wie üblich im Fernsehen verfolgt werden. Das Samstagsrennen wird ab 10:15 Uhr und der Lauf am Sonntag ab 9:45 Uhr live auf SPORT1 im Free-TV übertragen, online gibt es die Rennen im kostenlosen Livestream bei sport1.de und auf dem ADAC Motorsport YouTube-Kanal.


Mit ordentlich Rückenwind fahren Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) zur Rennstrecke in den Niederlanden. Das Mercedes-AMG GT4-Duo konnte den Saisonauftakt in der Motorsport Arena Oschersleben gewinnen und tritt in Zandvoort als Tabellenführer an. „Die Begeisterung im Vorfeld ist natürlich riesig – insbesondere, da Zandvoort über ein unglaublich tolles Layout verfügt. Es macht sehr viel Spaß, an eine aktuelle Formel-1-Strecke zu reisen. Sich als Tabellenführer auf den Weg zu machen, gibt zudem noch mehr Selbstbewusstsein“, erklärt Springob. „Vor allem den ersten Sektor mit der Steilkurve mag ich in Zandvoort, weil man dort die G-Kräfte extrem spürt. Der Kurs sollte unserem Mercedes-AMG sogar noch besser liegen als Oschersleben, da es viele schnelle langgezogene Kurven gibt. Unser Ziel ist es, zweimal auf das Podium zu fahren und die Tabellenführung weiter auszubauen.“

Ein Top-Ergebnis will auch Lokalmatador Mex Jansen (17). Der Youngster aus Zevenaar liegt nach zwei Podien in Oschersleben gemeinsam mit Nico Hantke (19/Hürth, beide Walkenhorst Motorsport) auf Tabellenrang zwei. „Ich freue mich unglaublich auf die Rennen in Zandvoort, denn ich kenne die Strecke sehr gut“, so der BMW M4 GT4-Pilot. „Ganz klar, wir streben die nächsten Podiumsergebnisse an. Aber natürlich wäre es klasse, wenn wir vor heimischer Kulisse den ersten Saisonsieg einfahren könnten. Freunde und Familie werden mich nach Zandvoort begleiten. Ich hoffe auf ein großartiges Wochenende mit vielen Zuschauern.“

Im BMW tritt auch Maxime Oosten (19) aus Beetsterzwaag an, der in Oschersleben ebenfalls bereits vom Podium aus jubeln konnte. „Zandvoort ist mein Heimspiel-Wochenende und somit muss ich auch performen. Den Kurs im GT4-Auto zu befahren, macht wirklich Spaß. Den Abschnitt berghoch mit den Esses und der schnellen Rechtskurve finde ich am besten“, beschreibt Oosten, der gemeinsam mit Michal Makes (23/CZE, beide Project 1) startet und Vierter der Gesamtwertung ist. „Viele meiner Familienmitglieder und Sponsoren werden kommen, um mich zu unterstützen. Wenn wir alles zusammen bekommen, können wir auf jeden Fall um die Laufsiege mitkämpfen. Denn wir haben ein richtig gutes Paket.“ Dritter Niederländer im Feld ist Nathan Schaap (17/NLD) aus Bussum, der mit dem Dänen Alexander Hartvig (20) einen Porsche 718 Cayman GT4 von Allied-Racing pilotiert.

Favoriten in den beiden rund 60-minütigen Wertungsläufen sind auch die Aston Martin Vantage GT4-Piloten Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing), die 2022 einen Doppelsieg in Zandvoort einfahren konnten und auch beim Saisonauftakt in Oschersleben den Sonntagslauf für sich entschieden haben. Einen zusätzlichen Porsche bietet Wimmer Werk Motorsport in Zandvoort auf. Dieser wird von Eric Scalvini (28/ITA) und Teamchef Max Wimmer (31/AUT) pilotiert. Scalvini startete in Oschersleben noch gemeinsam mit Nicolaj Møller Madsen (30/DNK) und wechselt nun ins neue Schwesterfahrzeug des Rennstalls aus Österreich. Den Platz an der Seite des Champions von 2020 übernimmt Serienneuling Ivan Ekelchik. Max Wimmer kennt die ADAC GT4 Germany bereits von einem Einsatz beim offiziellen Vorsaisontest im Mai.

Dienstag, 20. Juni 2023

Erster Auslandsstopp in Zandvoort: Die DTM geht steil

  •  DTM nach fünf Jahren wieder auf dem Kultkurs in den Niederlanden am Start
  •  Spektakuläre Steilkurven mit einer Neigung von 18 Grad sind Zuschauermagneten
  •  Tabellenführer und Neuling Tim Heinemann ist der Gejagte

Foto: Jens Hawrda

Spektakuläre Steilkurven, Bergauf- und Bergab-Passagen, breite Kiesbetten - die DTM kehrt an diesem Wochenende nach Zandvoort zurück. Zum letzten Mal machte die Rennserie 2018 auf dem niederländischen Dünenkurs Halt. Seitdem wurde die Formel-1-Strecke modifiziert, markantester Punkt ist der finale Turn 14, der zu einer Steilkurve mit einer Neigung von 18 Grad umgebaut wurde. Beste Voraussetzungen für ein rauschendes Comeback der DTM-Boliden auf dem Circuit Zandvoort, das die Zuschauer von den Tribünen aus perfekt verfolgen können.

Keyfacts, Circuit Zandvoort, Zandvoort, Saisonrennen 3 und 4 von 16

  •     Streckenlänge: 4.259 Meter
  •     Layout: 14 Kurven (zehn Rechts-, vier Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
  •     Sieger 2018, Rennen 1: Gary Paffett (Mercedes-AMG Motorsport Petronas)
  •     Sieger 2018, Rennen 2: René Rast (Audi Sport Team Rosberg, Audi)


Neuling Tim Heinemann als Tabellenführer der Gejagte / Markenkollegen sind Mitfavoriten

Der Start in Oschersleben bewies eindrucksvoll, dass in der DTM alles möglich ist. Keiner hätte mit dem starken Auftritt von Tim Heinemann (Essen) im Porsche 911 GT3 R gerechnet, der nach zwei zweiten Plätzen beim Auftakt als Spitzenreiter nach Zandvoort kommt. Dort ist Tim Heinemann vom Team Toksport WRT nicht mehr irgendein DTM-Neuling, sondern der Gejagte, den die starke Konkurrenz fest im Blick haben wird. „Ich bin 2019 das letzte Mal in Zandvoort bei der GT4 gefahren. Deshalb ist der Start an diesem Wochenende in einem GT3-Fahrzeug auf der neuen Streckenvariante eine Premiere für mich. Ich mag diese Old-School-Strecken, genauso wie der Porsche. Vor allem die erste Steilkurve macht Spaß, weil man sich an das Limit herantasten muss. Am meisten Spaß macht es aber, zu gewinnen. Vor der Saison war es das Ziel, in die Punkte und einmal aufs Treppchen zu fahren. Das haben wir bereits übererfüllt. Aber wenn man gut angefangen hat, will man auch so weitermachen. Deshalb bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite darf man als DTM-Neuling nicht zu viel erwarten, andererseits bin ich Tabellenführer und möchte schon konstant vorn mitfahren. Ein wichtiger Faktor ist das Team, das toll zusammenarbeitet. Ich profitiere von Christians Erfahrung, wir teilen alle Setup-Daten, auch mit den anderen Porsche Teams in der DTM. Dieser Spirit trägt einen“, sagt der 25 Jahre alte Tim Heinemann.

Sein Teamkollege Christian Engelhart aus Starnberg feierte in Oschersleben den ersten DTM-Sieg seiner Karriere. Der 36-Jährige geht als Tabellenzweiter mit viel Selbstvertrauen in den Niederlanden an den Start und ist wieder für einen Spitzenplatz gut. Das gilt auch für den Gesamtdritten Franck Perera (FR) im Lamborghini Huracán GT3 Evo2. Der Franzose schrieb in Oschersleben Geschichte und feierte mit SSR Performance den ersten Erfolg des italienischen Autobauers in der DTM. Thomas Preining (AT) vom Team Manthey EMA zeigte in Oschersleben im Porsche 911 GT3 R ebenfalls eine starke Leistung und wurde im Sonntagsrennen Dritter. Mit vier Fahrzeugen unter den ersten Sechs gilt Porsche in Zandvoort als die Marke, die es zu schlagen gilt. Ricardo Feller (CH) war und ist im Audi R8 LMS GT3 Evo2 einer der Piloten, die den Neunelfern Paroli bieten können.

Der aktuelle DTM-Champion Sheldon van der Linde (ZA) steht schon ein wenig unter Zugzwang. Sein Punktekonto von fünf Zählern muss der Südafrikaner mit dem BMW M4 GT3 von Schubert Motorsport in Zandvoort erheblich aufstocken, wenn die Titelverteidigung ein realistisches Ziel bleiben soll. Sein Teamkollege René Rast (Minden), der 2018 das letzte DTM-Rennen auf dem Dünenkurs gewann, ist nicht am Start. Der dreifache DTM-Meister wird von dem Belgier Dries Vanthoor (BE) ersetzt, der 2021 beim ADAC GT Masters in Zandvoort erfolgreich war. Auch Jack Aitken (GB) von Emil Frey Racing kann im Ferrari 296 GT3 wegen Terminüberschneidungen nicht antreten. Als sein Ersatzmann kommt der Spanier Albert Costa Balboa (ES) zu seinem DTM-Debüt, kennt sich aber in Zandvoort gut aus. Zusammen mit dem Briten Aitken gewann er dort 2022 beim ADAC GT Masters ein Rennen.

Der Lokalmatador

Thierry Vermeulen (NL) ist jüngster Starter im DTM-Feld und will den Fans auf seinem Lieblingskurs als einziger Niederländer eine tolle Show bieten. Der 20-jährige Ferrari-Pilot, dessen Vater Manager von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen ist, hat auch neben der Strecke viel zu tun. Rund 80 Personen stehen auf seiner Gästeliste und wie ein Mann hinter ihm. „Die Atmosphäre in Zandvoort ist einmalig. Dieses Erlebnis möchte ich mit meiner Familie, meinen Freunden und meinen Partnern teilen. Im vergangenen Jahr wurde ich hier beim ADAC GT Masters gemeinsam mit Mattia Drudi (IT) Zweiter, ein Platz unter den Top-Acht wäre ein tolles Ergebnis. Natürlich will ein Rennfahrer immer gewinnen, aber in der DTM gibt es viele starke Fahrer, die eine unglaubliche Erfahrung mitbringen und die Strecke ebenfalls gut kennen“, bleibt der Lokalmatador vom Team Emil Frey Racing realistisch.

Ein Kultkurs in den Dünen

Der Circuit Zandvoort liegt direkt an der Nordseeküste und genießt als Rennstrecke der alten Schule Kultstatus. Wer von der Fahrbahn abkommt, macht mit einer Mauer Bekanntschaft oder landet in einem der Kiesbetten, die auf über 2500 Metern neben dem Asphaltband verteilt sind. Der Dünensand auf der Fahrbahn ist ebenfalls ein Markenzeichen des Circuits an der Nordseeküste. Die Pirelli Pneus werden auf dem dadurch rutschigen Asphalt stark beansprucht, sodass dem Reifenmanagement der Fahrer eine große Bedeutung zukommt. Große Höhenunterschiede und „blinde“ Kuppen“ sorgen beim Ritt durch die Dünen zusätzlich für eine hohe Belastung der Fahrer und ihres Materials. Prunkstücke in Zandvoort sind die beiden um 18 Grad überhöhten Steilkurven „Hugenholtzbocht“ hinter dem Fahrerlager und der letzte Turn „Arie Luyendykbocht“ vor Start und Ziel. Sie können von den Piloten nebeneinander mit hoher Geschwindigkeit durchfahren werden und sind häufig Schauplatz von spektakulären Duellen.

Starkes Rahmenprogramm / F1 Academy feiert Premiere auf der Plattform DTM

Auf dem niederländischen Dünenkurs können DTM-Fans zum ersten Mal die F1 Academy in Aktion erleben. In der Formel-1-Nachwuchsklasse gehen ausschließlich Frauen mit einem Tatuus F4-T421-Boliden an den Start. Zandvoort ist bereits die vierte Station der fünf Teams und 15 Fahrerinnen, die drei Rennen austragen werden. Auch der Porsche Carrera Cup Deutschland gibt zum ersten Mal in dieser Saison seine Visitenkarte im Rahmen der DTM ab. Die Zuschauer können sich beim ältesten Porsche-Markenpokal auf heiße Rad-an-Rad-Duelle freuen, ebenso wie beim Porsche Carrera Cup Benelux, der auch in Zandvoort sein DTM-Saisondebüt gibt. Die 455 PS starken LMP3-Boliden des Prototype Cup Germany sind nach dem Auftakt in Oschersleben in den Niederlanden erneut am Start. Das gilt auch für die ADAC GT4 Germany, die mit 58 Piloten und 29 Fahrzeugen in Zandvoort den zweiten von insgesamt sechs Tourstopps absolviert.

Auch neben der Rennstrecke wird den Fans in Zandvoort das volle Motorsportprogramm geboten. Am Samstag und Sonntag können die Besucher beim Pitwalk, der für alle kostenlos ist, Teams und Fahrer in der Boxengasse aus nächster Nähe erleben oder es den Profis an Simulatoren in der Esports-Arena nachmachen. Dazu gibt es Autogrammstunden mit Fahrern aller Serien.

Montag, 19. Juni 2023

Kampf um Tausendstelsekunden bei der IDM in Most

Foto: Jens Hawrda

Atemberaubende Zweikämpfe, hautenge Zieleinläufe und Action in jeder einzelnen Klasse und ein offenes Fahrerlager für die Besucher. Das macht die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) aus. Vom 23. bis zum 25. Juni 2023 gastiert Deutschlands höchste Straßenrennsportserie im tschechischen Most. Der Termin im Nachbarland hat eine lange Tradition. Fans haben die Möglichkeit, die Action auf der Rennstrecke hautnah zu erleben.

 
Nach zwei Veranstaltungen versucht Spitzenreiter Florian Alt (DEU/Honda) in der Königsklasse IDM Superbike seinen Vorsprung weiter auszubauen. Denn schon heute steht fest, dass er im August auf dem Red Bull Ring nicht am Start sein wird, da es zu einer Überschneidung mit einem Rennen zur FIM Endurance World Championship kommt, die für den Nordrhein-Westfalen Vorrang hat. Bis dahin hofft er so viele Punkte gebunkert zu haben, dass er trotzdem seine Chancen auf den Titel wahrt. Sein Abstand zum Zweitplatzierten in der Tabelle, Hannes Sommer (EST/Honda), beträgt momentan 27 Punkte. Aber das kann sich alles schnell ändern. So hat auch der dreifache Deutsche Superbike-Meister Ilya Mikhalchik (UKR/BMW) noch längst nicht aufgegeben. Zwei Stürze haben den Titelfavoriten zwar schwer zurück geworfen, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass erst ganz zum Schluss abgerechnet wird. Mit Mikhalchik ist trotz seines achten Tabellenrangs schwer zu rechnen an der Spitze. Es ist eine hochgradig spannende Angelegenheit. In der IDM Superbike wird auf vier Motorradmarken gefahren: BMW, Honda, Kawasaki und Yamaha. Die Teilnehmer kommen aus acht Ländern.
 
In der IDM Supersport ist die Dramatik kaum zu überbieten. Der Niederländer Melvin van der Voort (NLD/Yamaha) gewann die ersten beiden Rennen in der Klasse überlegen und schien einen Alleingang zu machen, doch bei der zweiten Veranstaltung stürzte er in beiden Läufen. Der 17-Jährige Yamaha-Fahrer fiel auf den dritten Tabellenplatz zurück. Dafür raste sein Landsmann Twan Smits (Yamaha) zwei Mal aufs Siegerpodium, sahnte die volle Punktzahl ab und schuf sich mit 31 Punkten Vorsprung ein ansehnliches Polster als Erster in der Gesamtwertung. Und zwischendurch wird immer wieder Deutsch gesprochen. Die Österreicher Andreas Kofler (Yamaha) und Thomas Gradinger (Yamaha), Leon Orgis (DEU/Yamaha) aus Arnsdorf und der Schweizer Yves Stadelmann (Yamaha) belegen Top-Ten-Plätze. Und es stellt sich die Frage: Wann fährt die erste Kawsaki aufs Podest? Der Kampf Blau gegen Grün geht weiter. Luca de Vleeschauwer (BEL) hofft mit der ZX-6R in Most auf seine Chance.
 
Die Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 wird von einem Spanier angeführt. Der Vorsprung von Inigo Iglesias (Kawasaki) beträgt ganz im Gegensatz zu den größeren Klassen nur drei Punkte auf Dustin Schneider (DEU, KTM). Wenn aber der Niederländer Walid Khan (KTM) so weitermacht, wie er zuletzt aufgehört hat, kann der derzeit Dritte mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen,. Die Abstände in der kleinsten IDM-Klasse sind nicht nur in der Gesamtwertung knapp, sondern auch in den Rennen. Nicht selten entscheiden Hundertstelsekunden, wenn nicht sogar Tausendstel, über Sieg und Niederlage. Und es bleibt abzuwarten, wann und wo es Titelverteidiger Marvin Siebdrath (DEU/Yamaha) aus der gegenwärtigen Talsohle schafft. Für zusätzlichen Nervenkitzel sorgt die Tatsache, dass in Tschechien auch wieder Fahrer wie Lennox Lehmann (DEU/KTM) und Dirk Geiger (DEU/KTM) am Start sind, die ansonsten in der Supersport 300-Weltmeisterschaft fahren.
 
In der FIM Sidecar World Championship sind die Motoren noch warm vom WM-Lauf im belgischen Spa am vergangenen Wochenende. Die Brüder Tom und Ben Birchall (GB) haben die Führung verteidigt und lieferten sich einen Schlagabtausch mit den Titelverteidigern Todd Ellis/Emanuelle Clement (GB/FRA). Immer ganz nah dran: Stephen Kershaw/Ryan Charlwood (GB/GB). Fakt ist, dass im Moment alle die Birchall-Brüder jagen in der Hoffnung, dass sich der Abstand zu ihnen verkleinert.
Bestes deutsches Gespann ist derzeit Josef Sattler/Luca Schmidt auf Position sieben. Sattler erhofft sich einiges von der WM-Runde in Most, in der gleichzeitig die untergeordnete IDM-Wertung ausgetragen wird, die er anführt. „Jetzt kommen wir auf eine Strecke, die ich kenne und die ich mag“, so der Bayer.  
 
Für ein volles Programm ohne Pause sorgen in Most die zusätzlichen Klassen Pro Superstock 1000, die Supersport 300 Women´s European Championship und der Northern Talent Cup. Den Zuschauer erwartet die ganze Bandbreite an hochkarätigem Spitzensport bis hin zu den Talentschmieden der Zukunft. Jeder Ticketinhaber hat freien Zutritt zum Fahrerlager.
 
Worauf noch warten? Die Eintrittspreise liegen zwischen 5,00 Euro für das Tagesticket am Freitag bis 35,00 Euro für die Karte für das ganze Wochenende. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.


Donnerstag, 15. Juni 2023

Interview mit Thierry Vermeulen

Thierry Vermeulen: „Die Fans dürfen sich in Zandvoort auf ein Spektakel freuen“

  • Vermeulen startet beim zweiten DTM-Stopp in den Niederlanden vor heimischer Kulisse
  • Der Ferrari-Pilot über den Circuit Zandvoort, Herausforderungen als DTM-Debütant und den Einfluss von Jos Verstappen

Mit 20 Jahren ist Vermeulen der jüngster Fahrer in der DTM
Foto: ADAC-Motorsport

Das Rennwochenende der DTM in Zandvoort (23. bis 25. Juni) ist für Thierry Vermeulen kein gewöhnliches. Als einziger Niederländer im Starterfeld fährt der 20-Jährige vom Team Emil Frey Racing vor heimischen Fans. Der in Venlo geborene Youngster spricht im Interview über die Atmosphäre in Zandvoort, Tipps von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen und den Cockpitwechsel zu Ferrari.

Was hat der Dünenkurs in Zandvoort zu bieten?

Durch die Renovierungsarbeiten für die Formel 1 vor einigen Jahren hat sich die Strecke ziemlich stark verändert, trotzdem hat der Circuit Zandvoort seinen besonderen Charme behalten. Ich bin großer Fan der Strecke, vor allem die beiden Steilkurven machen richtig Spaß. In vielen Kurven funktioniert dort nur eine Linie richtig gut. Daher bin ich gespannt, wie sich das in den Rennen darstellt.

Der Tourstopp an der Nordseeküste wird für dich zum Heimspiel. Was für ein Gefühl löst das aus?
Meine Vorfreude auf das Wochenende in Zandvoort ist riesig. Mit der DTM in einem Ferrari in Zandvoort zu fahren, wird einfach großartig. Die Fans dürfen sich auf spektakuläre Rennen freuen, das hat der Auftakt in Oschersleben schon gezeigt.

Was ist das Ziel für die beiden Rennen vor heimischen Fans?
Als Rennfahrer möchte man immer gewinnen. Realistisch betrachtet wäre ein Platz unter den Top-Acht aber ein super Ergebnis. Dafür hoffe ich natürlich auf eine Extraportion Support von den niederländischen Fans. Dass ich in Zandvoort schnell bin, habe ich vergangenes Jahr gezeigt, als ich im ADAC GT Masters gemeinsam mit Mattia Drudi Zweiter wurde. In der DTM gibt es aber viele Fahrer, die eine unglaubliche Erfahrung mitbringen und mit der Strecke ebenfalls vertraut sind.

Wie viele Tickets hast du für Familie und Freunde organisiert?
Ich habe aktuell rund 80 Personen auf meiner Gästeliste stehen. Der Support und die Atmosphäre vor Ort werden großartig. Es ist einfach ein besonderes Gefühl, die Autos live zu sehen und zu hören. Dieses Erlebnis möchte ich meiner Familie, meinen Freunden und meinen Partnern bieten. Außerdem gibt es neben den Rennen auch coole Aktionen für die Fans, wie zum Beispiel den Pitwalk.

Mit Jos Verstappten, Vater von Formel-1-Weltmeister Max Verstappen, hast du einen prominenten Mentor an deiner Seite. Wie kam es dazu?
Das ist eine besondere Konstellation. Mein Vater ist der Manager von Max Verstappen, dadurch kenne ich ihn und seine Familie seit vielen Jahren sehr gut. Wir sind öfter im Austausch und Tipps von einem Formel-1-Weltmeister nimmt man natürlich gern an. Auch sein Vater Jos hat einen großen Anteil an meiner Entwicklung, weil er mit seiner Erfahrung auch immer Ratschläge für mich hat. Wenn es die Terminkalender von Max und Jos ermöglichen, besuchen die beiden mich oft an der Strecke. Es ist großartig, diese Unterstützung zu spüren.

Mit 20 Jahren bist du diese Saison der jüngste DTM-Fahrer. Wie fühlt sich das an?
Mit dem Rennwochenende in Oschersleben hat sich für mich ein Traum erfüllt. Eines Tages in einer so populären Serie wie der DTM zu fahren, war schon immer mein großes Ziel. Es war ein tolles Gefühl, die Fans dort zu erleben und die Atmosphäre zu genießen. Aus sportlicher Sicht lief der Auftakt gut für unser Team, vor allem durch den Podiumsplatz von Jack Aitken. Die Qualifyings haben gezeigt, wie unfassbar eng das Feld beieinander ist.

Diese Saison stand ein Markenwechsel an – von Audi zu Ferrari. Was für Herausforderungen bringt das mit sich?
Der neue Ferrari 296 GT3 sieht richtig gut aus und es macht auch großen Spaß, mit dem Auto zu fahren. Für mich bringt das Fahrzeug aber eine Besonderheit mit. In meiner noch jungen Karriere habe ich seit 2020 verschiedene Porsche-Fahrzeuge und unter anderem im ADAC GT Masters einen Audi pilotiert. Alle waren in ihrer Entwicklung aber sehr ausgereift, wohingegen der Ferrari 296 GT3 als brandneues Fahrzeug noch am Anfang dieses Prozesses steht. Daran mitwirken zu können, macht mich stolz.

Es ist sowohl für Emil Frey Racing als auch deinen Teamkollegen Jack Aitken und dich die Debütsaison in der DTM. Wie geht man als Team diese Herausforderung an?
Für uns ist es wichtig, als Team zu arbeiten. Wir kommunizieren offen und tauschen uns regelmäßig aus, um gemeinsam immer besser zu werden. Denn eins verbindet uns alle: Wir wollen Rennen gewinnen. Jack Aitken hat bereits viele Erfahrungen in unterschiedlichen Fahrzeugen gesammelt. Daher bin ich froh, ihn als Teamkollegen zu haben. Sobald man ins Auto steigt, ist aber jeder voll auf sich fokussiert.

Welche Bedeutung hat Motorsport in den Niederlanden?
Der Motorsport hat bei uns vor allem durch die Erfolge von Max Verstappen in der Formel 1 stark an Beliebtheit gewonnen. Auch das Interesse am GT-Sport wächst. Die DTM bietet große Starterfelder, Fahrzeuge von vielen verschiedenen Herstellern und spannende Rennen. Das sind doch beste Voraussetzungen für ein aufregendes Wochenende in Zandvoort.

Tickets für das Rennwochenende auf dem Circuit Zandvoort sowie für die weiteren DTM-Tourstopps gibt es online unter dtm.com bereits ab 39 Euro. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben in Begleitung eines zahlenden Erwachsenen freien Eintritt. ADAC Mitglieder profitieren im Onlinevorverkauf zudem von zehn Prozent Rabatt.

Die beiden DTM-Rennen in Zandvoort starten Samstag (24. Juni) und Sonntag (25. Juni) jeweils um 13:30 Uhr. ProSieben zeigt alle Meisterschaftsläufe der Saison 2023 live im deutschen Free-TV. Außerdem werden die Qualifyings per Live-Stream auf ran.de gezeigt. Abgerundet wird das umfassende TV-Paket der DTM mit einer weltweiten Live-Übertragung in über 70 Länder.