Donnerstag, 1. Juni 2023

Interessante Konstellationen versprechen hochkarätige IDM-Rennen in Oschersleben

Foto: Jens Hawrda

Action. Fun. Offenes Fahrerlager. Das sind die Kennzeichen der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM). Vom 2. bis zum 4. Juni 2023 fährt sie in der Motorsport Arena Oschersleben in die zweite Saisonrunde. Nach dem turbulenten Auftakt vor drei Wochen auf dem Sachsenring haben sich in den einzelnen Klassen Konstellationen in der Wertung gebildet, die an Spannung nicht zu überbieten sind. Am kommenden Wochenende haben die Fans die Möglichkeit, drei Tage lang die weitere Entwicklung der Serie live auf der Rennstrecke zu verfolgen.

Dramatik herrscht in der Königsklasse IDM Superbike, in der die Motorräder um die 220   PS und einen Topspeed von mehr als 300 km/h haben. Zwei Rennen werden ausgetragen. Als Spitzenreiter kommt Florian Alt (DEU/Honda) in die Magdeburger Börde. Er hatte Honda auf dem Sachsenring den ersten Sieg nach zehn Jahren vergeblichen Hoffens beschert. Dem Sieg vorausgegangen war im ersten Lauf ein zweiter Platz hinter Ilya Mikhalchik (UKR/BMW). Der Ukrainer ist bereits dreifacher Meister in der Königsklasse und ein harter Brocken. Doch im zweiten Lauf stürzte Mikhalchik im Startgetümmel. Das warf ihn bis auf den vierten Platz noch hinter Patrick Hobelsberger (DEU/BMW) und Hannes Soomer (EST/Honda) in der Gesamtwertung zurück. Mikhalchik wird also in Oschersleben nichts unversucht lassen, um an Boden gut zu machen. Es wird erneut ein Zweikampf mit Alt erwartet, wobei auch die Klassenneulinge Hobelsberger und Soomer eine tragende Rolle spielen werden. Und es gibt noch eine Handvoll mehr Fahrer, die dafür in Frage kommen, Überraschungen inklusive. Am Start sind vier Motorradmarken: BMW, Honda, Kawasaki und BMW. Für sie geht es um die Ehre und ums Prestige.

Die IDM Supersport ist neu ausgerichtet. Was steckt dahinter? Es ist das technische Reglement der FIM World Supersport, das 2023 mit geringen nationalen Abweichungen auch in der IDM umgesetzt wird. Die IDM Supersport geht in die „Next Generation“. Das heißt: Sie erlaubt den Einsatz von Motorrädern, die nicht in die traditionelle 600er-Klasse passen wie zum Beispiel die Triumph Street Triple 765 RS. Damit die Chancen von allen Marken in der Klasse gleich sind, werden die verschiedenen Konzepte der Motorräder mit unterschiedlichem Hubraum aneinander angepasst. Das geschieht über eine raffinierte Balanceregel. Analog zur Weltmeisterschaft ist jetzt auch in den IDM-Motorrädern eine Einheitselektronik verbaut.

Yamaha führt das Feld mit Melvin van der Voort (NLD), Twan Smits (NLD), Andreas Kofler (AUT) und Milan Merckelbagh (NLD) an, bevor der Reigen durch Luca de Vleeschauwer (BEL) unterbrochen wird, der eine Kawasaki fährt. Blau gegen Grün - so geht es auch weiter. Und in die Top Ten hat es auch die erste Triumph geschafft. Wo kommt sie in Oschersleben ins Ziel? Es bleibt interessant.

In der Nachwuchsklasse IDM Supersport 300 fahren die jungen Wilden. Hier führt ein Spanier, allerdings nur knapp. Inigo Iglesias hat drei Punkte Vorsprung auf den Sachsen Dustin Schneider. Beiden gelang zuletzt ein Sieg, aber beide mussten sich auch je ein Mal ohne Podiumsplatz zufrieden geben. Der Kampf zwischen den beiden Fahrern und auch Kawasaki und KTM ist eröffnet.

Lennox Lehmann und Dirk Geiger, die auch auf dem Podium waren, sind diesmal nicht am Start, sondern bei der Supersport 300-Weltmeisterschaft in Misano. Sie wird am gleichen Wochenende ausgetragen. Lehmann und Geiger sind dort permanent eingeschrieben und die WM-Rennen haben für die Teamkollegen Vorrang. Sie nutzen aber jede freie Minute, um auch möglichst oft in der IDM anzutreten.

Bessere Chancen als beim letzten Mal rechnet sich Titelverteidiger Marvin Siebdrath (DEU/Yamaha) aus. Nach einem völlig verkorksten Saisonstart, nach dem er nur auf dem zehnten Tabellenrang steht, ist für Spannung gesorgt. Zumal die IDM Supersport 300 dafür steht, dass die Entscheidungen um Sieg oder Niederlage oft erst in der letzten Kurve oder sogar erst auf der Ziellinie fällt. Das ist Nervenkitzel pur.

Es ist viel los in der Motorsport Arena am kommenden Wochenende, zumal auch der Northern Talent Cup, die Klasse Pro Superstock 1000, der Twin- Cup und der Yamaha R7-Cup auf der Agenda stehen.

Mittwoch, 31. Mai 2023

Sasse/Ortmann holen im Sonntagrennen ersten Saisonsieg

  •  Aston Martin-Duo von Prosport Racing gewinnt nach Ausfall am Vortag
  •  Zwei neue BMW M4 GT4 auf dem Podium
  •  Serienneuling Marat Khayrov triumphiert in Trophy-Wertung

Hugo Sasse / David Ortmann siegen am Sonntag in Oscherleben
Foto: Jens Hawrda

Hugo Sasse (19/Aschersleben) und Mike David Ortmann (23/Ahrensfelde, beide Prosport Racing) gewinnen im Aston Martin Vantage GT4 Lauf zwei der ADAC GT4 Germany in der Motorsport Arena Oschersleben. In einem spannenden Wertungslauf auf der 3,667 Kilometer langen Strecke in der Nähe von Magdeburg erkämpften Maxime Oosten (19/NLD) und Michal Makes (23/CZE, beide Project 1) im BMW M4 GT4 Rang zwei vor ihren Markenkollegen Mex Jansen (17/NLD) und Nico Hantke (19/Hürth, beide Walkenhorst Motorsport). „Die Stimmung ist jetzt natürlich super. Wir haben nicht unbedingt mit diesem Erfolg Sieg gerechnet, denn die BMW waren stark. Umso schöner ist es nun, den ersten Saisonsieg zu holen“, jubelte Sasse, der nur wenige Kilometer entfernt von Oschersleben wohnt und somit sein Heimspiel feierte, welches am Wochenende 35.000 Zuschauer verfolgten.


Das Rennen dominierte zunächst Gabriele Piana (36/ITA) im BMW von Hofor Racing by Bonk Motorsport. Von der Pole-Position aus gestartet setzte sich der Champion von 2021 im ersten Rennabschnitt souverän an der Spitze ab und baute bis zum Fahrerwechsel einen Vorsprung von rund sechs Sekunden auf. Eine ähnlich starke Performance bot auch Markenkollege Oosten, der von Rang zehn gestartet in der ersten Rennhälfte bis auf die vierte Position nach vorne fuhr.

Der spätere Sieger Sasse lag zunächst lange Zeit auf Platz vier, bevor er in der Mitte seines Rennstints eingangs Start/Ziel zwei Konkurrenten auf einmal überholte und seinen Aston Martin somit auf Platz zwei liegend an seinen Teamkollegen Ortmann übergeben konnte. „Ich konnte ein recht gutes Manöver setzen. Es war ein bisschen glücklich und hätte auch schief gehen können“, erläuterte der 19-Jährige die viel umjubelte Aktion. „Am Ende hat alles sehr gut funktioniert und ich konnte die zweite Position einnehmen. Das war die Grundlage für den weiteren Rennverlauf.“

Den zweiten Rennabschnitt begann Pianas Teamkollege Marat Khayrov (36/KGZ) zunächst auf der führenden Position. Der Trophy-Pilot konnte jedoch nicht die ultimative Pace des heranstürmenden Champions Ortmann gehen und musste die Spitzenposition rund 17 Minuten vor Rennende hergeben. Ortmann bestimmte danach das Geschehen und fuhr mit einem Vorsprung von 1,925 Sekunden zum Sieg. „Mein Stint war insgesamt nicht ohne, denn wir mussten die Reifen managen. Der BMW hat mich sehr fair passieren lassen, wofür ich mich bedanken möchte. Wir haben uns gegenseitig viel Platz gelassen. Danach konnte ich das Rennen verwalten. Nach dem Ausfall gestern ist der Sieg nun natürlich grandios“, so Ortmann. Khayrov konnte dem Druck weiterer Konkurrenten lange standhalten und überquerte letztendlich auf der vierten Position die Ziellinie, was den Sieg in der Trophy-Wertung bedeutete.

Michal Makes, der den zu Rennmitte viertplatzierten Project 1-BMW von Oosten übernommen hatte, bot ebenfalls eine souveräne Leistung und fuhr final noch bis auf die zweite Position nach vorne. Teamkollege Oosten gewann somit die Junior-Wertung. Die Markenkollegen Jansen/Hantke von Walkenhorst Motorsport feierten mit Platz drei das zweite Podium des Rennwochenendes.

Platz fünf ging an deren Teamkollegen Sami-Matti Trogen (21/FIN) und Enzo Joulié (19/FRA) vor David Jahn (32/Leipzig) und Jannes Fittje (23/Langenhain, beide AVIA W&S Motorsport) im bestplatzierten Porsche 718 Cayman GT4 sowie Jan Philipp Springob (22/Olpe) und Simon Primm (18/Großschirma, beide CV Performance Group) im Mercedes-AMG GT4. Die Sieger des Samstagsrennens konnten damit auch die Tabellenführung verteidigen. Rang acht ging an das BMW-Duo Mohan Ritson (20/GBR) und Tom Wood (21/GBR, beide FK Performance Motorsport) vor Denis Bulatov (24/Köln) und Marcel Lenerz (25/Ludwigsau, beide BCMC Motorsport powered by EastSide Motorsport). Die Porsche-Fahrer Nathan Schaap (17/NLD) und Alexander Hartvig (20/DNK, beide Allied-Racing) komplettierten die Top Zehn.

Weitere Stimmen zum Rennen:

Maxime Oosten - Platz zwei für Project 1
„Es war ein wirklich gutes Rennen. Ich fuhr von P10 los und war recht schnell in der Spitzengruppe. Piana war heute einfach zu schnell, sodass nicht mehr drin war. Ich hatte ein paar richtig schöne Zweikämpfe und ordentlich Spaß im Auto. Auf meinen Teamkollegen Michal bin ich sehr stolz. Er hat im zweiten Rennabschnitt einen super Job gemacht. Als Team haben wir gut harmoniert und das Set-up gefunden, das auf dieser Strecke funktionierte. Alles in allem war es ein mega Wochenende.“

Michal Makes - Platz zwei für Project 1
„Mein erstes Rennwochenende in der ADAC GT4 Germany war einfach nur super. Maxime ist ein starker Teamkollege. Im Rennen hatte ich nur gepusht und alles aus dem BMW herausgeholt. Somit konnten wir letztendlich Platz zwei erzielen. Der siegreiche Aston Martin war am Ende einfach zu weit weg. Die ADAC GT4 Germany ist eine mega Meisterschaft. Ich bin so glücklich, hier antreten zu können und werde an dieses Rennwochenende noch lange zurückdenken.“

Mex Jansen - Platz drei für Walkenhorst Motorsport
„Das Rennen begann gut. Ich holte direkt am Start P3. Danach war es zunächst der Plan, die Reifen zu schonen. Vor mir hatte dann jedoch ein Porsche einen kleinen Fehler gemacht und es kam zu einem Kontakt, für den ich später eine Penalty-lap bekommen habe. Unsere Pace war heute abermals richtig gut. Ich bin überglücklich.“

Nico Hantke - Platz drei für Walkenhorst Motorsport
„Die Penalty-lap von Mex war etwas unglücklich gewesen, doch wir haben im Rennen eine tolle Aufholjagd geliefert. Es war sehr hart, auf der Strecke zu überholen, doch wir konnten einige tolle Manöver setzen. Platz drei ist ein super Ergebnis im Hinblick auf die gesamte Saison.“

Dienstag, 30. Mai 2023

Christian Engelhart triumphiert nach taktischer Meisterleistung

  •  Porsche-Pilot feiert am Sonntag in Oschersleben seinen ersten DTM-Sieg
  •  Neuling Tim Heinemann übernimmt Führung in der Gesamtwertung
  •  Zuschauer erleben in der Motorsport Arena Oschersleben spektakulären DTM-Auftakt

Christian Engelhart - Porsche 911 GT3 R
Foto: Jens Hawrda

Starke Performance und eine perfekte Strategie – Christian Engelhart belohnte sich in Oschersleben nach einer fehlerfreien Leistung im Porsche 911 GT3 R von Toksport WRT mit seinem ersten DTM-Sieg. Der 36-jährige Routinier war am Sonntag im zweiten Saisonlauf von Platz sieben aus ins Rennen gegangen und schob sich nach einem perfekt getimten Boxenstopp auf Rang zwei vor. Nach einer Strafe seines bis dahin führenden Markenkollegen Thomas Preining (A) von Manthey EMA übernahm Engelhart die Führung und überquerte nach 41 Runden als Sieger die Ziellinie. „Er war ganz klar ein Teamerfolg. Der Boxenstopp war sensationell und ich hatte davor und danach eine tolle Pace. Dieser Erfolg ist fantastisch“, jubelte der Porsche-Pilot, der in seinem insgesamt vierten DTM-Lauf zum ersten Mal ganz oben auf dem Treppchen stand. Auch Teamkollege Tim Heinemann aus Fichtenberg hatte Grund zur Freude. Der Neuling sicherte sich wie bereits am Samstag Platz zwei und übernahm damit die Führung in der Gesamtwertung. Preining machte das Dreifach-Podium von Porsche perfekt. Rund 35.000 Zuschauer erlebten in der Motorsport Arena Oschersleben einen hochklassigen DTM-Auftakt, mit spannenden Qualifyings und zwei Debütsiegern.


Keyfacts, Motorsport Arena Oschersleben, Saisonrennen 2 von 16

  Streckenlänge: 3.667 Meter
  Wetter: 21 Grad, sonnig
  Pole-Position: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche 911 GT3 R #91), 1:21,347 Min.
  Sieger: Christian Engelhart (Toksport WRT, Porsche 911 GT3 R #99)
  Schnellste Rennrunde: Thomas Preining (Manthey EMA, Porsche), 1:22,725 Minuten

Pole-Setter Preining war am Sonntagmittag in seinem Porsche 911 GT3 R lange Zeit der dominierende Fahrer. Trotz einer Safety-Car-Phase baute der Österreicher seine Führung auf Heinemann auf über fünf Sekunden aus, bis sich in der 20. Minute das Boxenstoppfenster öffnete. Engelhart belegte zu diesem Zeitpunkt Platz sechs, wechselte spät die Reifen und machte bis dahin auf freier Strecke viel Boden gut. Diese Taktik zahlte sich aus. Nach einem perfekten Boxenstopp kam der Porsche-Pilot hinter Preining, aber vor seinem Teamkollegen Heinemann aus der Box. Dann wurde es dramatisch: Der klar an der Spitze liegende Preining erhielt wegen eines Vergehens seiner Crew beim Reifenwechsel eine Penalty-Lap und verlor durch die Strafe fünf Sekunden und zwei Positionen. Engelhart brachte die unverhoffte Führung vor Heinemann sicher nach Hause, Preining musste mit dem dritten Podiumsplatz vorliebnehmen.

Auf Rang vier machte Dennis Olsen einen Vierfach-Triumph von Porsche perfekt, gefolgt von den Lamborghini-Fahrern Schmid und Bortolotti. Bester Audi-Pilot war wie bereits am Samstag Ricardo Feller (CH) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Abt Sportsline auf Platz sieben. Jusuf Owega (Mercedes-AMG Team BWT) belegte als bester Mercedes-AMG-Fahrer nach einer starken Leistung Rang acht. Laurin Heinrich vom Team75 Motorsport wurde in einem weiterem Porsche-Fahrzeug Neunter, der Österreicher Lucas Auer (Mercedes-AMG Team Winward) erreichte im Mercedes-AMG GT3 Evo als Zehnter das Ziel. Die schnellste Runde gelang Preining mit 1:22,725 Minuten – damit sicherte sich der 24-Jährige nach den drei Punkten für die Pole-Position noch einen weiteren Zähler.

Stimmen zum Rennen:

Christian Engelhart: „Es war ein mega Rennen und ein toller Doppelsieg für unser Team. Von Platz sieben aus zu gewinnen, ist nicht die Regel, sondern etwas Besonderes. Diese Meisterschaft ist extrem ausgeglichen, man braucht eine gute Strategie und muss im richtigen Moment pushen. Am Ende meines ersten Stints wusste ich, wenn der Boxenstopp klappt, wird es sehr gut. Thomas lag natürlich noch vor mir, aber ich habe im Motorsport schon oft selber erlebt, dass bis zur letzten Runde noch alles passieren kann.“

Tim Heinemann: „Ich hätte gern gewonnen, aber Christian hat einen super Job gemacht. Dieser Doppelsieg ist toll für das Team. Die zehn Kilo Zusatzgewicht haben es mir heute schwer gemacht, der Reifenverschleiß war wesentlich höher als gestern, allerdings war es auch wärmer. Dafür hat der Boxenstopp gut geklappt. Insgesamt war es ein überragendes Wochenende und dass ich Oschersleben als Gesamtführender verlasse, ist unglaublich.”

Thomas Preining: „Schade, dass wir nicht gewonnen haben. Es war aber dennoch eine enorme Steigerung übers Wochenende, dass wir in die Situation gekommen sind, dieses Rennen gewinnen zu können. Ich bin stolz auf das Team. Nach der Penalty-Lap konnte ich an die Führenden heranfahren, aber wenn man zu dicht auffährt, bauen die Reifen ab und Überholen ist auf dieser engen Strecke ohnehin schwer. Wir hatten gestern und heute Fehler bei den Pitstops, aber wenn wir uns da verbessern, können wir an jedem Wochenende um Siege mitfahren.“

Ergebnis 2. Rennen, Oschersleben

1. Christian Engelhart (D/Toksport WRT)
2. Tim Heinemann (D/Toksport WRT),
3. Thomas Preining (A/Manthey EMA),
4. Dennis Olsen (N/Manthey EMA),
5. Clemens Schmid (A/GRT Grasser-Racing-Team).

Tunjo/ Apothéloz feiern zweiten Saisonsieg im Prototype Cup Germany

  •  Pommer / Hauser sichern sich als Zweite wichtige Punkte.
  •  Valentino Catalano glänzt mit toller Aufholjagd bis auf Rang drei.
  •  Matthias Lüthen gewinnt Trophy, Julien Apothéloz bester Junior.

Oscar Tunjo/Julien Apothèloz #6
Foto: Jens Hawrda

Oscar Tunjo (27/COL) und Julien Apothéloz (22/CHE, beide van ommen racing by DataLab) haben das dritte Saisonrennen des Prototype Cup Germany für sich entschieden. „Ich bin happy mit dem Sieg, unserem zweiten Erfolg in dieser Saison. Es ist unser dritter Podestplatz in 2023, was mich auch für unser Team sehr freut“, so Tunjo. Apothéloz war nach der Zieldurchfahrt ebenfalls glücklich. „Wir sind ein super Rennen gefahren, nachdem Oscar den Grundstein dafür mit seinem zweiten Rang im Qualifying gelegt hatte.“ Markus Pommer (32/Untereisesheim) / Gary Hauser (31/LUX, beide Racing Experience) belegten in der Motorsport Arena Oschersleben Position zwei vor Robin Rogalski (22/POL) und Valentino Catalano (17/Westheim, beide DKR Engineering).

Laurents Hörr (25/Gerlingen, Koiranen Kemppi Motorsport) übernahm nach dem Start die Spitze. Schon nach zwei Runden hatte sich der Deutsche einen Vorsprung von fast zwei Sekunden auf Oscar Tunjo erarbeitet, den er kurz vor dem Öffnen des Boxenstoppfensters auf über fünf Sekunden ausbaute. Dann bog Tunjo in die Boxengasse ab und überließ seinen Duqueine Julien Apothéloz. Einen Umlauf später kam auch der führende Hörr rein; Matthias Lüthen (42/Hamburg) steuerte den Koiranen-Duqueine wieder auf die Strecke zurück. Weiter hinten hatte Gabriela Jílková (28/CZE, van ommen racing by DataLab) unterdessen alle Hände voll zu tun, ihren neunten Rang gegen Robin Rogalski zu verteidigen, was ihr auch gelang. Erst beim Fahrerwechsel änderte sich die Reihenfolge: Valentino Catanalo, der den Duqueine von Rogalski übernahm, hatte sich vor Xavier Lloveras (23/ESP, van ommen racing by DataLab) geschoben.

Nach dem Ende der Stopps versuchte Lüthen alles, Apothéloz möglichst lange hinter sich zu halten, bevor der Schweizer mit einem mutigen Manöver in der ersten Kurve am Trophy-Pilot vorbeizog. Danach konnte der Hamburger einige Runden lang Gary Hauser in Schach halten, bis er sich im Kampf um den zweiten Platz geschlagen geben musste. Catalano tat es Hauser wenig später gleich und warf Lüthen von den Podestplätzen.

Kurze Zeit später drehte sich Gustavo Kiryla (29/BRA, BWT Mücke Motorsport) in die Streckenbegrenzung, als er einem Teil eines fremden Fahrzeugs ausweichen wollte, das sich auf der Strecke befand. Sein Unfall sorgte für den Einsatz des Safety Car, das das Rennen bis zum Schluss neutralisierte. Somit durfte sich das Duo Tunjo / Apothéloz über den Sieg vor Pommer / Hauser und Rogalski / Catalano freuen. Vor allem der 17-jährige Catalano konnte in seinem Stint begeistern, denn er kletterte vom zehnten Platz bis auf Rang drei nach vorne. Hörr / Lüthen sahen die Zielflagge als Vierte vor Max van der Snel (19/NLD)/ Mark van der Snel (52/NLD, beide More Motorsport by Reiter). Jílková / Lloveras, Sebastian von Gartzen (30/Butzbach) / Maximilian Hackländer (33/Rüthen, beide Konrad Motorsport) sowie Einzelstarter Danny Soufi (19/USA, Konrad Motorsport) vervollständigten die Top acht. Bester Junior war Apothéloz, bester Trophy-Teilnehmer Lüthen.

Weitere Stimmen zum Rennen:

Markus Pommer – Platz zwei für Racing Experience
„Mein Start war ganz gut, denn ich wollte nicht zu viel Risiko eingehen. Auch danach war ich soweit zufrieden, außer vielleicht mit einem Punkt: Ich denke, ich habe in der Mitte meines Stints etwas zu viel Reifen geschont, um Gary die Chance zu geben, gegen Ende nochmal angreifen zu können. Mit dem zweiten Platz bin ich dennoch happy, denn wir haben wieder gute Punkte sammeln können.“

Gary Hauser – Platz zwei für Racing Experience
„Als ich das Auto von Markus übernommen hatte, musste ich erstmal den richtigen Rhythmus finden. Dann musste ich hinter einen Überrundeten viel mehr Risiko gehen als ich wollte, um an ihm vorbeizukommen. Später bin ich auf Matthias aufgelaufen, aber er hat sich gut verteidigt. Erst als er einen Fehler gemacht hatte, konnte ich ihn überholen. Zu dem Zeitpunkt war Julien aber schon zu weit weg, so dass mehr als Rang zwei nicht mehr möglich war.“

Robin Rogalski – Platz drei für DKR Engineering
„Mein Start war nicht gut, aber insgesamt bin ich mit unserem Rennen zufrieden. Ich habe noch nicht viele Kilometer in dem LMP3-Fahrzeug absolviert und habe heute viel gelernt – vor allem deshalb, weil ich lange hinter Gaby gefahren bin, was für mich ein gutes Training war, wie man mit einem solchen Fahrzeug um Positionen kämpft.“

Valentino Catalano – Platz drei für DKR Engineering
„Es war ein tolles Rennen, ich hatte wirklich viel Spaß. Ich habe das Auto auf Rang zehn übernommen und von Beginn an alles gegeben. Kurz vor dem Safety Car konnte ich noch Matthias überholen und so den dritten Platz sichern. Ich muss aber auch sagen, dass Robin in seinem Stint ebenfalls einen guten Job gemacht hat. Das war die halbe Miete für unseren Podestplatz.“


Montag, 29. Mai 2023

Franck Perera sorgt für ersten Lamborghini-Sieg der DTM-Geschichte

  • Der Pole-Setter gewinnt nach fehlerfreier Leistung sein erstes DTM-Rennen
  • Fünf Hersteller liegen unter den Top Fünf
  • Fans feiern am Samstag in Oschersleben spannenden ersten DTM-Lauf

Nach der Pole holt Franck Perera im Lamborghini auch den Sieg
Foto: Jens Hawrda

Das war eine Demonstration der Stärke. Franck Perera (F) vom Team SSR Performance zeigte keine Nerven und feierte im ersten DTM-Lauf der Saison einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Der ehemalige Formel-1-Testfahrer sorgt damit beim Auftakt der 37. DTM-Saison für den ersten Sieg von Lamborghini in der Serie. Perera startete am Samstag in der Motorsport Arena Oschersleben im Lamborghini Huracán GT3 Evo2 auf Platz eins und kontrollierte vor und nach dem Pflicht-Boxenstopp souverän das Feld. „Dieser Sieg bedeutet mir viel. Ich hatte in meiner Karriere Höhen und Tiefen, wusste aber, dass ich einiges im Tank habe. Die Saison ist noch lang, aber diesen Erfolg werde ich genießen und heute Abend ein Bier trinken“, erklärte der Lamborghini-Werksfahrer, der nach einem Gastauftritt im vergangenen Jahr zum ersten Mal als permanenter Starter in der populären Rennserie dabei ist. Mit dem Fichtenberger Tim Heinemann von Toksport WRT belegte ein „echter“ Neueinsteiger im Porsche 911 GT3 R sensationell Rang zwei, der Brite Jack Aitken sicherte sich und seinem Team Emil Frey Racing bei seinem DTM-Debüt im Ferrari 296 GT3 den dritten Podiumsplatz.

Keyfacts, Motorsport Arena Oschersleben, Saisonrennen 1 von 16

Streckenlänge: 3.667 Meter

Wetter: 19 Grad, sonnig

Pole-Position: Franck Perera (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #94), 1:21,370 Min.

Sieger: Franck Perera (SSR Performance, Lamborghini Huracán GT3 Evo2 #94)

Schnellste Rennrunde: Ayhancan Güven (Team75 Motorsport, Porsche 911 GT3 R #24), 1:22,629 Minuten

Der Rennstart verlief turbulent. Pole-Setter Perera konnte seinen Spitzenplatz behaupten. Dahinter machte sein Teamkollege Mirko Bortolotti (I) als Zweiter einen Platz gut, während der Schweizer Ricardo Feller (Abt Sportsline) im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Rang fünf auf drei vorfuhr. Aitken und Heinemann, der in seinem Porsche 911 GT3 R zwei Positionen gut machten konnte, komplettierten die Top Fünf. Im weiteren Rennverlauf baute Perera seine Führung auf über sieben Sekunden aus und blieb auch nach seinem späten Pflicht-Boxenstopp in Runde 26 souverän an der Spitze. Nach 44 Umläufen überquerte er mit einem Vorsprung von knapp vier Sekunden vor Heinemann die Ziellinie. Der Porsche-Pilot profitierte von einem frühen Reifenwechsel in Runde 23, zog an seinen Konkurrenten vorbei und wurde Zweiter. Noch früher hatte Aitken seine Pirelli-Pneus gewechselt und sicherte sich mit dieser Taktik Rang drei. Feller überholte kurz vor Schluss den vor ihm liegenden René Rast (Schubert Motorsport) und wurde Vierter. Der dreimalige DTM-Champion Rast sicherte sich im BMW M4 GT3 den letzten Top-Fünf-Platz.

Kelvin van der Linde (ZA/Abt Sportsline) konnte sich im Audi R8 LMS GT3 Evo2 von Startplatz zehn auf Position sechs verbessern, dahinter belegte Porsche-Fahrer Laurin Heinrich vom Team75 Motorsport Rang sieben. Bortolotti hatte die falsche Taktik gewählt: Nach einem sehr späten Boxenstopp wurde der Italiener von Platz drei auf Rang acht durchgereicht. Christian Engelhart (Toksport WRT) und Dennis Olsen (N/Manthey EMA) steuerten jeweils einen Porsche 911 GT3 R auf die Plätze neun und zehn. Die schnellste Rennrunde fuhr Ayhancan Güven (Team75 Motorsport) aus der Türkei mit 1:22,629 Minuten. Da der Porsche-Pilot das Rennen nicht beenden konnte, erhielt Maro Engel (Mercedes-AMG Team Mann-Filter) einen Zähler für den zweitschnellsten Umlauf.

Stimmen zum Rennen:

Franck Perera: „Es hat alles gepasst. Ich hatte einen guten Start und konnte mich ein wenig absetzen. Aber man muss in Oschersleben sehr aufmerksam agieren, vor allem bei den vielen hohen Kerbs. Nach dem Boxenstopp bin ich mit den kalten Reifen zunächst vorsichtig gefahren, konnte aber die Führung verteidigen. Das ist ein toller Erfolg für das ganze Team, aber beim Sonntagsrennen beginnt alles wieder von vorn.”

Tim Heinemann: „Es ist wie in einem Film. In der DTM zu starten, war ein Traum, Platz sieben im Qualifying unglaublich und der zweite Rang bei diesen Top-Fahrern ist fast schon surreal. Beim Start konnte ich zwei Plätze gut machen und attackieren. Meine Pace war sensationell, allerdings ist es schwer, in Oschersleben zu überholen. Das Auto war mega zu fahren und der Boxenstopp lief perfekt. Ich bin einfach nur glücklich.”

Jack Aitken: „Rang drei ist ein gutes Ergebnis, aber nach dem zweiten Platz im Qualifying wollten wir um den Sieg mitfahren. Der Start lief nicht so gut, ich hatte danach Kontakt mit einem anderen Fahrzeug und verlor ein paar Positionen. Dafür hat die Taktik mit dem frühen Boxenstopp gut geklappt. Morgen wollen wir um den Sieg kämpfen.”

Ergebnis 1. Rennen, Oschersleben

1. Franck Perera (F/SSR Performance)

2. Tim Heinemann (D/Toksport WRT), 

3. Jack Aitken (GB/Emil Frey Racing), 

4. Ricardo Feller (CH/Abt Sportsline), 

5. René Rast (D/Schubert Motorsport).